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Fremde Feder: “Ein Insider-Handbuch…” 27. August, 2014

Posted by Rika in islam, israel, aktuell, araber-"palästinenser", gesellschaft, politik.
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Rika:

Ruth hat einen Text übersetzt, der sich mit dem Phänomen beschäftigt, dass Israel, dieses winzige Land, im ständigen Fokus der Presse steht, obwohl in anderen Konfliktherden der Welt weitaus größere Opfer zu beklagen sind…
Danke an Ruth für diese Wahnsinnsarbeit.

Ursprünglich veröffentlicht auf Blick auf die Welt - von Beer Sheva aus:

Das englische Original von Matti Friedman wurde gestern auf Tablet veroeffentlicht.

Bis Mitternacht habe ich den Text ins Deutsche uebersetzt. Ich habe versucht, Tablet und Matti Friedman zu erreichen, um mir eine Genehmigung fuer die Uebersetzung zu holen. Bis jetzt habe ich noch keine Antwort erhalten.

Die Veroeffentlichung des uebersetzten Texts geschieht also unter Vorbehalt. Notfalls muss ich ihn wieder aus dem Blog loeschen.

Ein Insider-Handbuch zur wichtigsten Story der Welt

Ein ehemaliger AP Korrespondent erklärt wie und warum Reporter Israel missverstehen und wieso das etwas ausmacht

Die Israel-Story

Blieb irgendetwas zu Israel und dem Gazstreifen noch ungesagt? Diesen Sommer sind die Zeitungen voll davon. Fernsehzuschauer sehen Trümmerhaufen und Wolkensäulen schon im Schlaf. Ein repräsentativer Artikel aus der jüngsten Ausgabe des “The New Yorker” beschriebt die Ereignisse dieses Sommers, indem er je einen Satz für den Horror in Nigeria und in der Ukraine verwendet, vier Sätze für die fanatischen Völkermörder…

Original ansehen noch 3.738 Wörter

Die Bedrängnis erkennen… 22. August, 2014

Posted by Rika in islam.
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Johannes Gerloff hat einen sehr guten Artikel über die Situation und  Vertreibung der Christen im Irak geschrieben.

Ich stelle ihn hier ungekürzt ein:

Die Apokalypse des irakischen Christentums

Christen und andere „Ungläubige“ zu vernichten ist das erklärte Ziel islamistischer Extremisten im Irak. Eine der ältesten christlichen Kulturen der Welt steht vor dem Aus. Eine Analyse von Johannes Gerloff

Die Bilder sind grauenhaft. Aneinander gekettete Frauen werden reihenweise als Sex-Sklaven feilgeboten. Männer müssen sich in Massengräber legen, wo sie durch Kopfschüsse getötet werden. Kreuze, an denen blutüberströmte menschliche Körper hängen. Nicht nur Soldaten, sondern auch Kleinkinder werden enthauptet, die abgeschnittenen Köpfe auf Pfählen zur Schau gestellt – was die Täter dann fotografieren und stolz im Internet veröffentlichen.

Begleitet werden die Bilder von Schreckensgeschichten, die kaum unabhängig überprüft werden können. Aber sie haben Wirkung: Tausende orientalische Christen sind auf der Flucht. In der Mitte des zweiten Jahrzehnts im 21. Jahrhundert steht eine der ältesten christlichen Kulturen weltweit vor dem Aus.

Dabei standen die Zeichen unmissverständlich an der Wand. Was heute grauenhaft Wirklichkeit wird, wurde durch Graffiti an den Hauswänden der irakischen Großstädte Bagdad und Mossul seit Jahren angekündigt. Und der dort angesprühte anti-christliche Hass war keineswegs präzedenzlos. Bereits vor eineinhalb Jahrzehnten drohten islamistische Wandschmierereien in Ägypten: „Zuerst die Samstag-Leute! Dann die Sonntag-Leute!“

Auslöschung mit System

Tatsächlich ist die Massenvertreibung der christlichen Bevölkerung des arabisch-islamischen Orients eine konsequente Fortsetzung der erklärten, planmäßigen und erfolgreichen ethnischen Säuberung der arabischen Juden, der „Samstag-Leute“. Waren Mitte 20. Jahrhunderts noch mehr als eine Million Juden in der arabischen Welt beheimatet, so ist diese heute praktisch „judenrein“.

Jetzt sind Zentren, Organisationen und Institutionen der „Sonntag-Leute“ „legitime Ziele“ extremistischer Muslime. Sie wollen erklärtermaßen „alle Ungläubigen töten, wo immer sie ihrer habhaft werden können“. Mit „Ungläubigen“ sind aus Sicht der Muslime alle Andersgläubigen gemeint, nicht nur Christen, sondern auch Jesiden und Muslime der jeweils anderen Glaubensrichtungen.

Aus Perspektive der Christen erwächst die Bedrohung aber nicht nur von Seiten sunnitischer Islamisten, etwa der Muslimbruderschaft, der Al-Qaida und ihrer „Töchter“, der Nusra-Front oder des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS), sondern auch von schiitischen Gruppierungen. So ordnete im Jahr 2012 der Großajatollah Sajid Ahmad al-Hassani al-Baghdadi in einem Interview mit dem ägyptischen Fernsehsender Al-Baghdadiah die uneingeschränkte Unterwerfung oder Ermordung aller Christen im Irak an.

Systematisch haben radikale Muslime im Irak über Jahre hinweg ein Klima des Schreckens,

(mehr…)

Experten für den Frieden? 21. August, 2014

Posted by Rika in israel, aktuell, araber-"palästinenser", terrorismus.
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In Deutschland gibt es überaus viele Experten, darunter besonders viele “Nahostexperten”. Diese haben sich nun mit einem offenen Brief an die Bundesregierung gewandt mit der Bitte, eindeutige Schritte gegen Israel zu unternehmen. Zuvorderst wird die Beendigung der “Blockade des Gazastreifens”  angemahnt, sowie die Stärkung der palästinensischen Präsenz in Ost-Jerusalem, die Aufgabe der Siedlungspolitik (bzw. der Siedlungen) und die Errichtung des Staates Palästina.

Es fällt auf, dass die versammelte Expertenschar ihre Forderungen ausschließlich an Israel richtet, nicht aber im Gegenzug die Forderung nach einer sofortigen Einstellung aller Terroraktionen gegen Israel an die “Palästinenser”  gestellt wird oder gar von diesen verlangt wird, die Existenz und das Fortbestehen des jüdischen Staates bedingungslos anzuerkennen.

Ich finde es sehr interessant, die Namen der Experten    der erklärten Gegner Israels zu erfahren. Da sie so freundlich waren, diese als “Unterzeichner” unter den offenen Brief zu setzen, bin ich jetzt so offen, sie  hier zu versammeln, die Experten, die allesamt gegen Israel votieren!

Mag sich ein jeder seine Gedanken darüber machen…..

  • Prof. Dr. Helga Baumgarten, Politikwissenschaftlerin, Birzeit University (Westjordanland)
  • Prof. Dr. Ulrike Freitag, Direktorin, Zentrum Moderner Orient (ZMO), Berlin
  • Prof. em. Dr. Karin Kulow, Arabistin & Islamwissenschaftlerin, Berlin
  • Wiltrud Rösch-Metzler, Bundesvorsitzende, pax christi, Berlin
  • Prof. Dr. Udo Steinbach, Islamwissenschaftler, Berlin
  • Peter Röhrig, ehem. Landesdirektor Deutscher Entwicklungsdienst (DED) in Ramallah & EZ-Berater, Berlin
  • Dr. Reiner Bernstein, Historiker & Publizist, Genfer Initiative Deutschland, München
  • Judith Bernstein, Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe, München
  • Dr. René Wildangel, Leiter, Palästina/Jordanien-Büro Heinrich-Böll-Stiftung, Ramallah
  • Dr. Bahman Nirumand, Journalist & Autor, Berlin
  • Wolfgang Schmidt, Propst, Jerusalem
  • Dr. Gerhard Fulda, Botschafter a.D. & Vizepräsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft (DAG)
  • Almut Hoffmann, ZFD-Koordinatorin Weltfriedensdienst e.V., Bethlehem
  • Riad Othman, Leiter, Palästina/Israel-Büros von medico international, Ramallah
  • Prof. em. Dr. Werner Ruf, Politikwissenschaftler, Friedensforscher & Soziologe, Edermünde
  • Dr. Michael Lüders, Islamwissenschaftler & Politik- und Wirtschaftsberater & Publizist/Autor, Berlin
  • Loay Mudhoon, Redaktionsleitung Qantara.de: Dialog mit der islamischen Welt, Deutsche Welle, Bonn
  • Manuela Römer, Medienberaterin und -trainerin, AnNajah National University, Nablus (Westjordanland)
  • Kai Wiedenhöfer, Dokumentarfotograf, Berlin
  • Prof. em. Dr. Stefan Wild, Islamwissenschaftler, Universität Bonn
  • Dr. Katja Hermann, Islamwissenschaftlerin, Ramallah
  • Johanna von Toggenburg, Advocacy Coordinator Ewash (The Emergency Water and Sanitation-Hygiene Group), Jerusalem
  • Tessa Lambrich, Juristin, Ramallah
  • Jakob Rieken, Politikwissenschaftler, Jerusalem
  • Thomas König, Agraringenieur & Entwicklungshelfer im Auja-Umweltbildungszentrum, Al Auja, Jericho (Jordan-Tal)
  • Tsafrir Cohen, Nahostreferent medico international, Frankfurt
  • Prof. em. Dr. Helmut Mejcher, Hamburg
  • Dr. Marianne Schmidt-Dumont, Hamburg
  • Christian Sterzing, ehem. MdB & ehem. Leiter des Palästina-Büros der Heinrich-Böll-Stiftung & Autor/Publizist, Edenkoben
  • Dr. Stephan Rosiny, GIGA Institut für Nahoststudien, Hamburg
  • Thimna Bunte, ZFD-Fachkraft, KURVE Wustrow  Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e.V., Al-Walajeh (Westjordanland)
  • Dr. André Bank, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am GIGA Institut für Nahost-Studien, Hamburg
  • Prof. em. Dr. Mohssen Massarrat, Universität Osnabrück
  • Dr. Anja Zorob, Islam- & Wirtschaftswissenschaftlerin, Bochum
  • Clemens Messerschmid, Hydrogeologe, Ramallah
  • Prof. Dr. Arshin Adib-Moghaddam, Professor in Global Thought and Comparative Philosophies, School of Oriental and African Studies (SOAS), University of London
  • Stefan Wagler, Psychologe und ZFD-Fachkraft für den Weltfriedensdienst e.V., Bethlehem
  • Prof. Dr. Mustafa Gencer, Historiker an der Abant İzzet Baysal University, Bolu (Türkei) 
  • Kerstin Gollembiewski, ZFD-Koordinatorin Palästina/Israel, KURVE Wustrow, Ramallah
  • Prof. Dr. Andreas Kaplony, Arabist & Islamwissenschafter, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Prof. Dr. med. Günter H. Seidler, Leiter Sektion Psychotraumatologie, Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg
  • Alexandra Senfft, Autorin & Publizistin
  • Dr. Thomas K. Gugler, Exzellenzcluster “Religion und Politik”, Zentrum für Islamische Theologie, Universität Münster
  • Dr. Sonja Hegasy, stellv. Leiterin des Zentrums Moderner Orient (ZMO), Berlin
  • Dr. Mohammad Gharaibeh, Islamwissenschaftler & wissenschaftlicher Koordinator des Annemarie-Schimmel-Kollegs, Universität Bonn
  • Nirit Sommerfeld, Schauspielerin & Israel-Palästina-Reisen, München
  • Jörn Böhme, ehem. Leiter des Israel-Büros der Heinrich-Böll-Stiftung
  • Petra Salz, Betriebswirtin & Therapeutin, Silwan (Ost-Jerusalem)
  • Dr. Ludwig Watzal, Journalist & Redakteur, Bonn
  • Ali Fathollah-Nejad, Research Fellow, Deutsches Orient-Institut, Berlin
  • Gesa Heym-Halayqa, International Office, Freie Universität Berlin
  • Dr. Ulrike Stehli-Werbeck, Dozentin für Arabistik, Universität Münster & Universität Basel
  • Svenja Oberender, Programmkoordinatorin, Heinrich-Böll-Stiftung, Ramallah
  • Alia Rayyan, Direktorin, Al-Hoash Gallery, Jerusalem
  • Joachim Paul, ehem. Leiter des Palästina-Büros der Heinrich-Böll-Stiftung, Tunis 
  • Petra Schöning, Politikwissenschaftlerin, Köln
  • Dr. Bassam Helou, Vorstandsmitglied Deutsch-Arabische Gesellschaft (DAG), Sankt Goar
  • Bernhard Hillenkamp, Berater/ Referent Nahost im forumZFD & langjähriger KZE für medico International BMZ-Projekt in Gaza
  • Dr. Fritz Balke, stellv. Vorsitzender Nahost-Forum e.V., Berlin
  • Nora Lafi, Historikerin am Zentrum Moderner Orient, Berlin
  • Miriam Shabafrouz, Politikwissenschaftlerin, Frankfurt
  • Dr. des. Luay Radhan, Islamwissenschaftler, Heidelberg
  • Dr. Sophia Hoffmann, freiberufliche Beraterin, Berlin
  • Elhakam Sukhni, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Islamische Theologie, Universität Osnabrück
  • Iris Hefets, Psychotherapeutin, Jüdische Stimme für gerechten Frieden im Nahost, Berlin
  • Robert Jesse, Islamwissenschaftler & Development Advisor in Palästina
  • Dr. Lisa Franke, Arabistin/Islamwissenschaftlerin, Universität zu Köln
  • Katharina Kretzschmar, Doktorandin der Geschichte, Technische Universität Berlin
  • Charlotte Joppien, Doktorandin, Department of Anthropology, Macquarie University, Sydney
  • Neda Noraie-Kia, Politikwissenschaftlerin, Berlin
  • Shelley Harten, Doktorandin, Freie Universität Berlin, gefördert von der Studienstiftung des deutschen Volkes
  • Dr. Ahmed Badawi, Direktor, Transform e.V. – Zentrum für Konfliktbearbeitung und politische Entwicklung, Berlin
  • Michaela Birk, Geschäftsführerin, Transform e.V. – Zentrum für Konfliktbearbeitung und politische Entwicklung, Berlin
  • Angelika Vetter, Vorsitzende Institut für Palästinakunde e.V., Bonn
  • Nadine Schnelzer, Nahostwissenschaftlerin & Übersetzerin, Erlangen
  • Sarah Albrecht, Islamwissenschaftlerin, Freie Universität Berlin
  • Jochi Weil-Goldstein, ehem. Projektverantwortlicher für Palästina und Israel bei medico international Schweiz, Zürich
  • Dr. Gerlinde Wunder, Gerontologin, Ramallah 
  • Dr. Stephan Milich, Arabist & Übersetzer, Universität zu Köln
  • Hermann Kuntz, Pfarrer, zahlreiche Gruppenleitungen nach Israel/Palästina, Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk, Berlin
  • Dr. Viktoria Waltz, ehem. Partnerschaftsbeauftragte TU Dortmund / Birzeit University & ehem. Regierungsberaterin beim Ministry of Housing (MOH) Gaza/Ramallah
  • Anna-Lena Punken, Politikwissenschaftlerin, Hamburg
  • Tanya Ury, Künstlerin & Mitglied der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost, Köln 
  • Lerke Scholing, Dipl.-Pädagogin & Lehrauftrag an der Universität Lüneburg zum Nahost-Konflikt
  • Martin Forberg, Dozent, Mitglied der Internationalen Liga für Menschenrechte, Berlin
  • Eva Johais, Politikwissenschaftlerin, Universität Duisburg-Essen
  • Dr. Jochim Varchmin, Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München & AK Nahost Berlin
  • Lothar Heusohn, Dipl.-Soziologe, Ulmer Volkshochschule
  • Galit Altshuler, Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost
  • Ali Memari Fard, Vorstandsmitglied der Deutsch-Arabischen Gesellschaft (DAG), Dessau-Roßlau
  • Fionn Harnischfeger, Politikwissenschaftler, München
  • Prokop Bowtromiuk, freischaffender Redakteur
 

Weitere UnterzeichnerInnen

  • Dr. Bettina Marx, Journalistin
  • Prof. Dr. jur. habil. Hans-Georg Ebert, Universitätsprofessur Islamisches Recht, Orientalisches Institut, Universität Leipzig  
  • Prof. Dr. Thomas Bauer, Arabist und Islamwissenschaftler, Universität Münster
  • Malika Bouziane, Research Associate, Arbeitsstelle Politik des Vorderen Orients, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Freie Universität Berlin
  • Günther Orth, Übersetzer und Dolmetscher für Arabisch, Berlin
  • Jan Busse, Politikwissenschaftler, Berlin
  • Dr. Christiane Fröhlich, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH), Universität Hamburg
  • Dr. Christoph Marcinkowski, Islamwissenschaftler, Leiter der Fachstelle Menschenrechte und Religionsfreiheit, missio Aachen
  • Prof. em. Dr. Norman Paech, Völkerrechtler, Hamburg
  • Layla Al-Zubaidi, Leiterin des Büros Südliches Afrika, ehem. Leiterin des Büros Mittlerer Osten der Heinrich-Böll-Stiftung, Kapstadt
  • Azadeh Zamirirad, Politikwissenschaftlerin, Universität Potsdam
  • Dr. Ulrike Dufner, Politikwissenschaftlerin, Istanbul
  • Dr. Hermann Düringer, ehem. Leiter der Evangelischen Akademie Arnoldshain, zahlreiche Tagungen zu Nahost
  • Jörg Tiedjen, Redakteuer “Informationsprojekt Naher und Mittlerer Osten” (INAMO), Berlin
  • Ruth Fruchtman, Autorin, Mitglied der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. (EJJP  European Jews for a Just Peace, Deutschland)
  • Mike Thanner, Politikwissenschaftler, Jerusalem
  • Dr. Rüdeger Baron, Politikwissenschaftler, Mitglied im AK Palästina des Nürnberger Evangelischen Forums für den Frieden
  • Nuray Atmaca, M.A. Politik und Wirtschaft des Nahen und Mittleren Ostens (Universität Marburg)
  • Zuher Jazmati, Orientwissenschaftler, Marburg & Berlin
  • Hanna Pfeifer, Politikwissenschaftlerin, Universität Magdeburg
  • Jürgen Jung, Schauspieler und Politologe, Mitglied von Salam Shalom Arbeitskreis Palästina-Israel e. V. München

Margot Kässmann…. 13. August, 2014

Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft, meine persönliche presseschau, politik.
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hat den Redakteuren –  Christiane Hoffmann und  René Pfister – des Magazin  “Der Spiegel” ein Interview gegeben unter dem  etwas provozierenden Titel: “Beten mit den Taliban”.

Ich habe zunächst über das Internet   davon  erfahren, z. B. hier   hier    und hier   und in vielen Kommentaren bei Facebook.

Am Montag   die Druckausgabe des “Spiegel”  im Briefkasten … und sofort das ganz Interview gelesen!

Es ist ein interessantes Gespräch, das mit der Frage eröffnet wird:

Frau Kässmann, war es ein gerechter Krieg, als die Alliierten Deutschland von der Herrschaft der Nazis befreiten?

die Frau Kässmann so beantwortet:

Es war sicherlich ein Krieg mit einer guten Intention und am Ende die Befreiung vom Naziterror. Aber mir fällt es schwer, Kriege zu rechtfertigen. Es gibt nur einen gerechten Frieden. Wenn es zu einem Krieg kommt, ist das immer ein Versagen, weil es nicht schon viel früher Versuche gegeben hat, Waffengewalt zu verhindern.

Wie schon in dieser Eingangssequenz deutlich wird,  ist das Gespräch vor allem durch die Art des verbalen Schlagabtauschs interessant: Die Spiegel-Journalisten stellen provokante Thesen / Fragen zur Debatte, Frau Käsmann antwortet mit nicht minder provozierenden Statements, wie es das in den Medien so hart kritisierte Zitat zeigt:

Ich fände es gut, wenn die Bundesrepublik auf eine Armee verzichten könnte wie etwa Costa Rica. Natürlich weiß ich, dass das eine Utopie ist, allein wegen der Einbindung Deutschlands in die NATO.“

Dabei unterschlagen die Kommentatoren in den Blogs und Foren  jedoch die etwas provozierende Frage der Interviewer, die der oben zitierten Antwort vorausgeht, nämlich:

“Warum sagen Sie nicht gleich: Schafft die Bundeswehr ab!”

Dieser  Ausschnitt   markiert jedoch schon fast das Ende des Gesprächs.

Auffällig an dem Gesprächsverlauf zuvor, ist,  wie sehr  sich Frau Kässmann darum bemüht, nicht konkret zu werden, sie flüchtet sich geradezu von einem  friedlichen Statement zum nächsten und zieht immer neue Karten mit weiteren Stichworten aus  ihrem umfangreichen Zettelkasten fromm-friedlicher Sprüche. Wann immer die Journalisten eine Frage stellen, holt Frau Kässmann die passende  ausweichende Antwort aus ihrem schier unerschöpflichen Repertoire.

Zum Beispiel:

Spiegel: Ist für die evangelische Kirche eine militärische Intervention überhaupt zu rechtfertigen?

Antwort Kässmann:

Ich bin Pazifistin, aber keine Radikalpazifistin. Für mich ist Gewaltfreiheit immer die vorrangige Option. Ich kann mir aber vorstellen, und so steht es auch in einer Denkschrift der EKD aus dem Jahr 2007, dass unter strengen Kriterien  “eine Art internationaler Polizeiaktion” möglich ist.

Das ist, denke ich, eine durchaus diskussionswürdige Idee, wobei es in dieser kurzen Passage jedoch völlig offen bleibt, wie so eine “internationale Polizeiaktion” aussehen könnte, wer die Aktion auf den Plan riefe, wie die Bewaffnung wäre, welche Zielsetzung dem Einsatz zugrunde läge und wer überhaupt die “Polizei” stellen sollte. Das alles bleibt im Interview sehr vage und müsste an Ort und Stelle in der Denkschrift nachgelesen werden.

Die prompte  Nachfrage der Journalisten, was das genau hieße, “präzisiert” Frau Kässmann so:

Die evangelische Kirche hat insgesamt sieben Kriterien aufgestellt, die erfüllt sein müssen, damit ein Einsatz gerechtfertigt ist. So muss zum Beispiel unter allen Umständen dafür gesorgt werden, dass Zivilisten geschont werden. Außerdem muss es ein UNO-Mandat geben.

Natürlich wird  diese Aussage umgehend gekontert, Spiegel:

Damit hätte der Krieg der Alliierten gegen Hitler und der Einsatz der Nato im Kosovo nicht stattfinden dürfen. Bei beiden kamen Zivilisten zu schaden, und im Kosovo gab es kein UNO-Mandat. Wäre es nicht ehrlicher von Ihnen zu sagen: Ich bin ganz  gegen Kriegseinsätze, ohne diese rhetorischen Verrenkungen?

Damit nähern sich die Kontrahenten langsam dem Kern der “Kampfzone um Krieg und Frieden”. Frau Kässmann:

Meine Position ist, dass wir alles tun müssen, um Kriege als Institution abzuschaffen. Ich persönlich finde es sehr positiv, dass die Deutschen eine solche Abneigung gegen Krieg entwickelt haben.

Wer in unserer schönen Bundesrepublik würde den Satz, “Krieg als Institution abzuschaffen” nicht unterschreiben wollen. Es ist ein wunderbares Ziel, auf eine grausame und den Tod bringende Institution verzichten zu wollen.  Aber leider ist die Wirklichkeit auf unserem Planeten eine völlig andere. Kriege werden geführt, immer noch und wohl auch immer wieder.

Es mag für Frau Kässmann und viele ihrer NachfolgerInnen  persönlich ja sehr schön sein, dass die Deutschen eine Abneigung gegen den Krieg entwickelt haben, und hätte sie gesagt, “gegen einen Krieg zu sein, den WIR, die Deutschen anzetteln oder den unsere Verbündeten in der NATO anzuzetteln gedenken und den wir dann ob wir wollen oder nicht, mittragen müssen” – so könnte ich ihr im Kern zustimmen. Die Abneigung,  einen Krieg anzuzetteln, teile ich nämlich auch. Aber ganz anders sieht es doch aus, wenn wir zu Hause auf dem Sofa sitzen und uns via Fernsehen die grauenhaftesten Bilder aus den Kriegsgebieten dieser Erde präsentiert werden und wir dann nur seufzend die Hände in den Schoß legen und sagen: “Da kann man nichts machen. Ich bin ja gegen den Krieg, aber ich rufe eine Spendenaktion für die Opfer ins Leben….!”

Denn das ist die Konsequenz, die man  aus den nächsten beiden Dialog-Szenen schlussfolgern müsste:

Spiegel: Der Historiker Heinrich August Winkler hat kürzlich gesagt, es sei ein pathologischer Lernprozess, wenn die Deutschen aus den dunklen Kapiteln ihrer Geschichte den Schluss ziehen, sich in einer weltpolitischen Nische zu verstecken.

Kässmann: Was soll daran pathologisch sein? Sind die Schweizer pathologisch oder die Schweden? Ich fände es gut, wenn wir als Konsequenz aus den Schrecken des 20. Jahrhunderts sagen: Wir beteiligen uns nicht an Kriegseinsätzen.

Mir kommt Frau Kässmanns Erwiderung an dieser Stelle unredlich, ja, unverantwortlich verantwortungslos vor.  Sie weist einmal  auf Staaten hin, die im großen Kriegsgeschehen des Zweiten Weltkriegs bereits “neutral”  und nicht Kriegspartei waren, die also gar nicht  den oben genannten “Lernprozess” durchlaufen mussten, sondern bereits viel früher zu einer anderen politischen Haltung in Bezug auf Allianzen in Kriegs- und Friedenszeiten gekommen waren und bis heute dabei geblieben sind.   Zum anderen unterschlägt sie, dass  “nur” durch den enormen militärischen Einsatz der Alliierten und durch größte menschliche Opfer  der Schrecken der Naziherrschaft über Europa gewendet werden konnte. Gegenwärtig erleben wir in Syrien und Irak einen furchtbaren und mörderischen Krieg gegen vollkommen unschuldige Menschen, die auf die blutigste Weise gemordet und abgeschlachtet werden. Wenn je ein “gerade wir Deutschen” in der Argumentation berechtigt war oder ist, dann in dieser. Gerade wir Deutschen können uns nicht mit heimlichem Schauder zurücklehnen und uns nicht zuständig fühlen, die verfolgten Menschen aus ihren Qualen zu befreien.

Es ist zynisch zu sagen, wir hätten aus dem Schrecken des vergangenen Jahrhundert das gelernt, die Verfolgten dieses Jahrhunderts ihrem eigenen Schrecken zu überlassen. Das wäre oder ist nämlich die  Konsequenz der Kässmann’schen Haltung.

Die Interviewer haken nach:

Also sind Sie dafür, dass die Kirche jegliche Form von Gewalt ablehnt.

Antwort Kässmann:

Das ist meine Vision, ja. Altbundeskanzler Schmidt hat einmal gesagt, Leute mit Visionen sollten zum Arzt gehen. Aber ich finde die biblische Vision vom Frieden wunderbar. Friede und Gerechtigkeit werden sich küssen, heißt es in der Bibel. Was für ein schönes Bild!

Ja, was für ein schönes Bild! Welch eine herrliche Vision! Wer würde sich das nicht wünschen?

Aber muss ich  die  promovierte Theologin wirklich darauf hinweisen, dass sie diese “Vision” völlig aus dem Zusammenhang gerissen zitiert? Entnommen ist dieser Vers (11)   dem Psalm 85  in dem ein nicht näher genannter “Chorleiter”  sich im  Gebet  an  Gott wendet, ihm dafür dankt, dass ER, Gott  “die Gefangenschaft Jakobs wendet”, “die Ungerechtigkeit seines Volkes vergibt” , “seinen Grimm zurückgezogen hat” . Und er – der Chorleiter – bittet den “HERRN” um Gnade, “gewähre uns dein Heil”.…. “Fürwahr, nahe ist sein Heil denen, die ihn fürchten, damit Herrlichkeit wohne in unserem Land. Gnade und Wahrheit sind sich begegnet, Gerechtigkeit und Frieden haben sich geküsst. Wahrheit wird sprossen aus der Erde, Gerechtigkeit herniederschauen vom Himmel.”  (nach der Elberfelder Übersetzung zitiert) Die “Wahrheit” wird nicht von Menschen verkündet, sie stellt sich ein, wie die Pflanze, die aus der Erde sprosst;  wirkliche Gerechtigkeit zu gewährleisten, dazu sind wir, die Menschen,  nach Ansicht dieses uralten Gebets ganz offensichtlich nicht imstande, sie wird  “vom Himmel”  geleistet.  Noch, so muss man dem Psalm entnehmen, ist der friedliche Zustand, den der Betende beschreibt,  nicht eingetroffen. Das Böse ist immer noch in der Welt. Und auch die  Voraussetzung für diesen paradiesischen Zustand ist bis heute nicht erfüllt,  nämlich “Gott zu fürchten”, wie es im Psalmwort heißt,  ihn zu ehren, seinen Worten zu folgen, könnte man dieses “fürchten” interpretieren.  Wäre es darum einer Theologin nicht angemessener, diesem Ziel zu folgen,  Gott in den Mittelpunkt ihrer Mission zu   stellen, statt zu einem gnadenlosen Pazifismus aufzurufen, der dazu beiträgt, dass Menschen im grausamen Elend bleiben?

Und das scheinen auch die Spiegel-Journalisten zu meinen, wenn sie auf die Kässmann’sche “Vision” erwidern:

Das stimmt. Das Problem beginnt dort, wo man sich eine Realität zusammenträumt und dann Politikern Handlungsanweisungen mit auf den Weg gibt.

Aus- und abweichend antworte Margot Kässmann darauf:

Warum setzen Sie Gewaltfreiheit immer mit Träumerei gleich? In Liberia haben Frauen mit Sitzblockaden einen Friedensprozess erzwingen. Es ärgert mich, dass solche Geschichten nie erzählt werden. Nach Ihrer Logik hätte es auch die friedliche Revolution in der DDR nie geben dürfen.

Frau Kässmann nimmt hier eine elegante Wendung vor.  Statt von Krieg und Frieden zwischen Staaten redet sie nun von Gewaltfreiheit im Staat,  statt von zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen zu sprechen,  bringt sie die Rede auf innerstaatliche Konflikte. Weder haben die Frauen in Liberia, noch haben die Menschen in der damaligen DDR gegen einen “äußeren Feind” gekämpft. Sie haben sich friedlich mit Problemen des eigenen Lebens und des eigenen Landes auseinandergesetzt und sind gegen die jeweiligen Zustände im friedlichen Protest auf die Straße gegangen. Das ist doch eine völlig andere Situation als die, in der sich beispielsweise die Christen und Yeziden im Irak befinden, die willkürlich angegriffen und ermordet werden. Sollten sie sich mit Kerzen auf den Markplatz setzen und so dem “Islamischen Staat” trotzen oder gar Einhalt gebieten?

An dieser Stelle des Interviews fällt dann die oben zitierte Frage nach der Abschaffung der Bundeswehr und folgt die Kässmann’sche Antwort (s.o.), die  mit einem weiteren Satz ergänzt wird:

Es wäre schön, wenn wir darauf verzichteten, Waffen in alle Welt zu liefern.

Die Spiegel-Redakteure lassen sich auf dieses Argument ein, fragen aber, was gegen Exporte in NATO-Länder spräche, die ja “versprochen haben, uns in der Stunde der Gefahr beizustehen”.

Darauf Frau Kässmann:

Meine ganz persönliche Meinung ist, dass ein Land mit der Vergangenheit wie Deutschland sich nicht dadurch hervortun muss, “schöne” und technisch ausgefeilte Waffen in die ganze Welt zu liefern. Welche Widersprüche durch Waffenexporte entstehen können, sehen wir doch jetzt am Beispiel Russlands. Es steht Deutschland gut an zu sagen: Wir exportieren Frieden und nicht Rüstung.

(Der Spiegel, Ausgabe 33,  11. 8. 2014, Seiten 23 und  24)

Soweit der von mir hervorgehobene Dialog.

Und wieder schafft Frau Kässmann eine elegante Wendung mit dem Hnweis auf die Waffenlieferung in alle Welt. Auch das ein Argument, über das man nicht nur wegen der enormen wirtschaftlichen Bedeutung und der Sicherung von Arbeitsplätzen trefflich streiten kann.  Ich verstehe zu wenig von wirtschaftlichen Fragen, um da kompetent mitreden zu können, könnte mich aber schon mit dem Gedanken anfreunden, auf die Herstellung von Waffen zu verzichten zugunsten von “Pflugscharen”, um mit dem biblischen Bild zu sprechen, das seit  den 80er Jahren auf den Kirchentagen so mit Hingabe diskutiert wird. Auch ich bin voller Überzeugung und mit Begeisterung und einem großen “Friedens-Sendungsbewusstsein” wochenlang mit dem “lila Tuch” umher gelaufen.

“Friedliche Technologie” in die Welt zu liefern bedeutet aber doch nicht im gleichen Arbeitsgang “Frieden” zu exportieren, zumal nahezu jede noch so friedliche  Technologie zu unfriedlichen Zwecken umfunktioniert werden kann.

Es bleibt  darum nachzufragen, wie der Export von Frieden geschehen soll oder kann.

Stelle ich mich auf die Straßen und Marktplätze und rufe “Friede sei mit euch”?  Verteile ich Flyer mit der schönen Friedenshymne Marin Luther Kings,  “I have a dream”?  Lade ich zu Symposien über “Friedensarbeit” ein, zu Friedenskongressen, Friedensgebeten? Und wenn ja, wo? Hier in Deutschland, in Europa, in Russland, China, Nordkorea?  In Nigeria, dem Irak, Iran, Syrien, Afghanistan? Verlese ich die berühmte “Erklärung der Menschenrechte”?  Darf ich eine Bibel mitbringen oder wäre der Koran oder eine Buddha-Statue angemessen?

Verteile ich kostenlos Medikamente, Nahrungsmittel, Kleidung,  Süßigkeiten?

Biete ich Antiaggressionstraining bei den Salafisten an? Empfehle ich Herrn Erdogan, von seinen Bemühungen Abstand zu nehmen, ein neues “Osmanisches Reich” zu errichten? Bemühe ich mich um  die Abschaffung aller Folterkeller und Methoden? Weise ich Monsanto in die Schranken und die Pharmakonzerne, die einen unglaublichen Reibach mit genau den Medikamenten machen, die in Afrika Leben retten könnten?

Wer würde mir helfen? Das THW oder doch lieber das Rote Kreuz?  Der Rote Halbmond oder der Magen David Adom? Sollten mich Geistliche  begleiten oder lieber Parteifreunde?

Wie macht man das, “Frieden exportieren”?

Diplomaten aussenden, die Außenminister aller Länder der Erde einberufen, die UN bemühen?

MARGOT, wie hast du dir das vorgestellt? Ich meine, so ganz konkret, nicht nur rein theoretisch?

Dazu wurde Frau Kässmann jedoch  nicht befragt und dazu hat sie auch nichts gesagt.

Aber das, genau das würde mich brennend interessieren.

So bleibt es bei den bekannten Reden und Friedensbekenntnissen der Margot Kässmann, die sich gut anhören, aber leider so gut wie gar nichts bewirken bei denen, die mit Gewalt die Welt erobern wollen – ob es nun die kleine Welt ihrer eigenen Lebensumstände ist oder die große, weite Welt, die wir uns mit so vielen Menschen teilen MÜSSEN… weil es nur diese eine Welt gibt.

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Einen guten Kommentar von Jan Fleischhauer gibt es hier

Wo bleibt der Aufschrei der Muslime? 8. August, 2014

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fragt der Kommentator  bei welt-online…

Im Irak wütet ein unvorstellbar grausamer muslimischer Mob …. und bitte jetzt nicht wieder das besänftigende “Das hat mit dem Islam nichts zu  tun!”

Wenn die Schlächter  von IS  = “Islamischer Staat”  schon in der Zielsetzung ihres mörderischen Tuns ausdrücklich den Islam ins Spiel bringen, hat das sehr wohl etwas mit dem Islam zu tun. Es mag ja sein, dass die muslimischen Kämpfer von “Islamischer Staat”  eine etwas extravagante Auslegung des Islam befürworten, aber zu sagen, das habe nichts mit dem Islam zu tun, das kann niemand in unserer Gesellschaft länger als Ausrede der schweigenden muslimischen  Mehrheit gelten lassen, die doch so lautstark gegen Israel gewettert hatte. Das gilt jedoch nicht nur für die Muslime selbst, sondern zumindest im gleichen Maße  auch für ihre Unterstützer und Sympathisanten unter den Nichtmuslimen.  Erst recht gilt das für die Friedensbewegten der Grünen und  Linken***, den Mitläufern in der SPD und den heimlichen Unterstützern von CSU und CDU (wenn die vielleicht auch geringer sind als die der übrigen Parteien), nicht zu reden von den seltsamen Gestalten am sogenannten “rechten Rand der Gesellschaft”.

Ja, es gilt sogar für die christlichen Verbände und Gemeinschaften in unserer Gesellschaft, die viel zu lange dem schrecklichen Wüten stumm zugesehen haben und allenfalls die verfolgten christlichen Brüder und Schwestern in ihre Gebete eingeschlossen haben. Denkt jemand noch an das schön friedliche Bild der Betenden in den vatikanischen Gärten – Papst, Abbas und Peres mit ihrem jeweiligen Gefolge? Und erinnert sich vielleicht auch noch jemand an den Imam, der eine Sure in die öffentlichkeitswirksamen Zeremonie einbrachte, die vorher nicht abgesprochen war?   Sure 2.286:

You are our Guardian and Owner (to Whom We entrust our affairs and on Whom we rely) so help us and grant us victory against the disbelieving people!” Print

 

“Grant us victory against the disbelieving people”

Kaum jemand hat das kritisch zur Kenntnis genommen und die es taten, wurden rasch in die Ecke der   Islamophoben gedrängt und medial elegant zum Schweigen gebracht.

Vermutlich sollte auch über die Kämpfer von “Islamischer Staat” mediales Schweigen gebreitet werden, bis deren Untaten so grauenvoll wurden,  dass niemand mehr darüber hinweg sehen konnte. “Grant us victory against the disbelieving people!”   Der “Islamische Staat” definiert, wer unter “disbelieving people” fällt, und es sind eben nicht “nur”  Christen oder Yeziden, es sind  sehr,  sehr viele  Muslime – sofern man den Meldungen trauen kann -, die in den Kämpfern des blutigen Kriegszug  auf widerwärtige Weise getötet werden  und natürlich solche, die Widerstand leisten.

Schweigen die Muslime hierzulande deshalb, haben sie Angst? Angst vor den Leuten ihrer friedlichen Religion, die auch in Deutschland zum Kampf aufrufen? Sie – die friedlichen Muslime –   sind doch so viele hier in Deutschland, folgt man den Beteuerungen ihrer Verbände und Freunde, sie müssten doch gegen die wenigen Abweichler aufstehen und laut und vernehmlich sagen “Nein!  Hört auf!”

Doch es bleibt allenthalben ruhig. Kaum ein Gemüt in Europa regt sich auf. Und auch das zeigt die Tragödie im Irak auf brutale Weise. Es kommt in Deutschland und bei seinen Nachbarn nicht auf die Zahl der Opfer an, um aufzuschreien. Es ist entscheidend, um welche Toten es sich handelt.

Sterben einige tausend Palästinenser in einem Krieg, den ihre Führung begonnen hat, treibt es die Menschen auf die Straßen, weil endlich mal wieder gegen Israel gewettert werden kann. Schlachten Araber andere Araber und Kurden zu Zehntausenden ab, sind sie im Begriff einen Völkermord zu begehen, dann ist das hierzulande für viele Zeitgenossen zwar traurig, aber doch weit weg.

Aber sie schweigen und mit ihnen schwiegen  bislang  und schweigen  noch immer die Unterstützer ihrer Proteste gegen Israel.

Welcher muslimische Verband in Deutschland hat den Genozid im Irak eigentlich schon verurteilt? Welcher Imam in Köln oder Kopenhagen, Mailand oder München hat schon eine Donnerpredigt gegen die Mordbuben und schwarzen Schafe der eigenen Religion von der Kanzel gelassen?

 

Aber  die Tragödie kann man nicht länger übersehen, nun endlich berichten auch die Medien ausführlicher darüber, nun endlich scheint auch “die Politik” (oder das, was wir dafür halten) zu reagieren.

 

Und vielleicht begreifen wir endlich auch dies:

Das Töten im Irak zeigt auch: Es geht nicht mehr weiter so in Europa. Es muss Schluss sein mit Mulitkulti, wenn Multikulti bedeutet, auf die europäische Zivilisation zu pfeifen, wenn es heißt, Mord und Totschlag mit Achselzucken hinzunehmen. Es war Dolf Sternberger, der mit Blick auf den Rechtsextremismus schrieb: “Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit.” Dieser Satz muss heute auch für Islamisten in Deutschland gelten.

 

Mag sein, dass unsere Politiker das langsam in ihr Repertoire aufnehmen, wenn sie von “friedlichem Zusammenleben”  reden und die Auswüchse ausblenden, die ja immer schon sichtbar waren.

Vielleicht folgen sie  im aktuellen Fall  sogar Obamas Beispiel:

Obama, so heißt es in dem oben verlinkten Kommentar, “schickt sich an,  die Christen, Jesiden und Kurden zu schützen”.

Das wird auch Zeit, höchste Zeit!

Und wenn die deutschen Politiker nicht  militärischen Mitteln greifen wollen, so sollten sie endlich die  freundlich -anpassenden, diplomatischen Reden in die Schubladen verbannen,  und  unter anderem Erdogan und seinen Hasstiraden entgegen treten, ihm widersprechen, wenn er gegen Israel hetzt, wenn er offen von einem neuen osmanischen Reich träumt und sich anschickt, dem großen Führer nachzueifern in seiner schrecklichen Rhetorik gegen die Juden.  Das gilt auch für die Führung Syrien, Irans, Katars, Saudi-Arabiens und und und….  Wenn wir unsere freiheitlichen und demokratischen Werte behalten wollen, müssen wir die doppelzüngigen Strategien islamischer Staaten offen legen, statt sie mit einem freundlichen Händeschütteln zu legitimieren.

Ich weiß, das wird nicht gehen…  die schönen Geschäfte einerseits und die finanzielle Abhängigkeit andererseits lassen das nicht zu.

Man könnte es aber versuchen…. in Ansätzen….

 

 

****  Eine schweigt nicht: “Es ist ein regelrechtes  Gemetzel…”        aber Luftangriffe hält sie für falsch…

Fremde Feder weiter gereicht…. 7. August, 2014

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Ein Text von David Klein…..   wie ein Spiegel für viele Leute, die sich auf der sicheren Seite der gesellschaftlichen Moralinstanz wähnen.  Unkommentiert weiter gereicht:

 

“Nur ein toter Palästinenser ist ein guter Palästinenser.

Was für eine Schlagzeile, Sie sind zurecht empört. Aber es kommt noch schlimmer: “Neger, Neger, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!”, “Wir müssen die Muslime ausrotten!” oder “Die Schwulen brauchen einen Hitler!”.

Mittlerweile ist Ihr Puls auf Hundert, aber keine Bange, Abhilfe naht. Ersetzen Sie einfach Palästinenser, Neger, Muslime und Schwule durch Juden und Sie lesen die Beschimpfungen und Parolen, die im Rahmen der pro-palästinensischen Aktivitäten anlässlich des aktuellen Gaza-Konflikts im Netz gepostet und weltweit an antiisraelischen Demonstrationen skandiert werden.

Sogleich werden Sie Erstaunliches beobachten: Ihr Puls wird ruhiger, die Empörung ebbt ab und macht einer heiteren Gelassenheit Platz: Das sind ja bloss Juden, die hier beleidigt, verhöhnt und mit dem Tod bedroht werden, deren Geschäfte, wie in der Pariser Vorstadt Sarcelles, niedergebrannt und deren Synagogen und Gemeindezentren attackiert werden. Und die sind schliesslich selbst schuld, so wie diese zionistischen Kriegstreiber mit den Palästinensern umspringen.

Lehnen Sie sich also ruhigen Gewissens zurück und ergreifen Sie als Mitglied der westlich-demokratischen “Wertegemeinschaft”, weiterhin Partei für die mörderische islamistische Hamas, in deren Charta die Vernichtung der Juden festgeschrieben steht. Verteidigen Sie störrisch das “Recht auf legitimen Widerstand” einer theokratischen Terrororganisation, die seit Jahren in flagranter Verletzung des humanitären Völkerrechts Raketen auf unschuldige israelische Zivilisten regnen lässt. Raketen, die sie nachweislich in denselben Schulen versteckt, in denen sie bereits die Kleinsten zum antisemitischen Jihad erzieht.

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Gestern ging es um Christen… 5. August, 2014

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Mission unter falscher Flagge

Während die traditionellen Kirchen Mitglieder verlieren, sind die sogenannten Evangelikalen im Aufwind. Sie leben ihren Glauben entschieden, wollen allen davon erzählen – und möglichst alle Un- und Andersgläubigen missionieren. 

 

 

So die Ankündigung der ARD für einen Beitrag, der in der Reihe “Die Story im Ersten” präsentiert wurde.

Die Autorinnen Mareike Fuchs und Sinje Stadlich haben sich auf den Weg gemacht, das fromm-bunte Völkchen der “Evangelikalen” in Augenschein zu nehmen. Sie haben sich große Mühe gegeben, die frommen Leute in einem möglichst  – tja, wie soll ich es nennen? “Gut” kann man das Licht eigentlich nicht nennnen, in dem sie die “Evangelikalen” erscheinen lassen, nicht einmal “neutral – objektiv” wäre eine passende Bezeichnung für den Filmbericht, den sie dem Fernsehzuschauer zukommen lassen   zumuten. Denn eine Zumutung war es schon, die ich am späten Abend über mich ergehen ließ, und es hätte gar nicht der schriftlichen Erklärung  auf der Internetseite des Senders bedurft, um sofort zu merken, welche Zielsetzung die beiden  Frauen verfolgen, die sich solch eine akribische Mühe geben, der ursprünglichen Ankündigung,   “gefährliche Christen seien auf dem Vormarsch”, wie es in einem Trailer der ARD  hieß, gerecht zu werden.

Mission unter falscher Flaggge” ist der Titel  des Werks.

Im Untertitel heißt es gar:    In den Fängen radikaler christlicher Gruppen

 

In der Tat hält der Film fast alles, was in der Ankündigung schon angedeutet wird. In dieser  wird zunächst grob der Begriff “Evangelikale” als Schlagwort eingebracht und gesagt:

 

Dahinter verbirgt sich ein breites Spektrum verschiedenster Glaubensgemeinschaften wie Pfingstgemeinden, Freikirchen, Gemeinschaften der charismatischen Bewegung oder Gemeinden evangelischer Landeskirchen.

An dieser Stelle wäre ein kleiner Link im oben genannten Text  angebracht  (z.B. man findet diesen mühelos im Internet), um dem Leser die Möglichkeit zu geben sich einen kleinen Überblick zu verschaffen, der mehr aussagt als:

Gemeinsam ist ihnen ihr Glaube an die Irrtumslosigkeit der Bibel und an Jesus Christus als den einzigen Retter

“Irrtumslosigkeit der Bibel”  kommt nun mal nicht gut an in einer Welt, die “Irrtumslosigkeit” allenfalls den Sportberichten im Kicker zubilligt, aber keineswegs einem mehrere Tausend Jahre altem Buch. Noch schlimmer als “Irrtumslosigkeit der Bibel” ist freilich der Glaube an “Jesus Christus”.

Sollte es den Autorinnen vielleicht entgangen sein, das Christen seit knapp 2000 Jahren an Jesus Christus glauben?  Als in dem Filmbeitrag geradezu verschwörerisch davon die Rede war, dass diese Christen an Jesus glauben, musste ich ja beinahe lachen und stellte laut die Frage:

“Ja, an wen denn sonst?  An den Weihnachtsmann vielleicht?”

Ich muss gestehen, diese Szene und Aussage macht mich vollkommen fassungslos. “Christen glauben an Jesus!”  Was haben sich denn Frau Fuchs und Frau Stadlich gedacht als sie ihre Reportage vorbereiteten, falls sie sich überhaupt vorbereiteten in gründlicher Recherche? Dass Evangelikale eine Sonderbotschaft von Gott erhalten haben und diese nun unter das Volk bringen? Haben die beiden überhaupt schon mal etwas von Jesus gehört, etwas über ihn gelesen, zum Beispiel in dem Buch, das sich nicht irrt?

 

Immerhin “wissen” sie:

Wer Jesus ablehnt, sei verdammt,

und weisen auf die Erklärung der Evangelischen Allianz hin, dem  Dachverband der Evangelikalen, der etwa 1,3 Millionen Gläubige vertritt.

“Verdammt”, sofern  man es  nicht im Alltag mal eben und ganz nebenbei als Fluch gebraucht, hört sich auch sehr konspirativ und gefährlich an, wenn ein Christ das sagt.  Gottes Ewigkeit und im Gegenpart  die Verdammnis, auch “Hölle” genannt, sind ja in unserem Leben längst aus der Mode gekommen, sofern mit “Hölle” nicht eine unangenehme Situation, beispielsweise   Stress im Beruf gemeint ist. Es ist schwierig für Leute von heute, sich mit dem Gedanken an die Zeit nach dem Tod, an die Ewigkeit zu beschäftigen und dabei auch über Hölle und Verdammnis nachzudenken – und leider finden viele auch in den Kirchen wenig Hilfreiches zu diesem Thema.

 

Der weitere Text trifft einige Aussagen zu den verschiedenen Gruppierungen innerhalb der Evangelischen Allianz. Die Autorinnen verzichten darauf, diese als Ganzes zu verurteilen, sie weisen vielmehr darauf hin, dass die Allianz  mit “radikalen Gruppierungen am Rand” ihre Schwierigkeiten habe.

Sowohl der Text als auch insbesondere der Film stellen einige dieser  – nach Ansicht der beiden Frauen wohl schwierigen – Gruppen vor. Was im Text noch lediglich als Information mitgeteilt wird, offenbart sich im Film als eine ziemlich willkürlich aus jedem Zusammenhang gerissene Ansammlung von Mitschnitten von Gottesdiensten, Kurzinterviews junger Leute und  seltsam anmutenden Berichten von sogenannten Aussteigern.  Immer wieder werden die Filmabschnitte unterbrochen von Stellungnahmen verschiedener Personen, denen man entweder  einen offiziellen Status innerhalab der Kirche oder der Allianz zubilligt oder die man als “Experte” bzw. Mitarbeiter einer Behörde vorstellt. Mit Ausnahme  der von Jürgen Werth, dem langjährigen Direktor des “Evangeliumsrundfunk”, fielen diese  Stellungnahmen negativ aus.

So wurde ein Szenario  vorgestellt, als seien evanglikale Christen “Menschenfänger”, die  gefährlich für die seelische / psychische und geistliche  Gesundheit der betroffenen  “Eingefangenen”  seien und aus deren Klauen man sich nicht mehr befreien könne.

Mit Sicherheit gibt es  – wie in allen Gruppierungen, ob sie nun religiös,  parteipolitisch oder sportlich bis ehrenamtlich aktiv sind, Menschen, die weder mit der Struktur der Gruppe, noch mit deren inhaltlichen  Ausrichtungen  oder menschlichen Gegebenheiten klar kommen und ganz sicher gibt es auch bei Christen Gruppierungen, deren Struktur oder Glaubensweise dazu geeignet  ist, Menschen zu verunsichern, bzw. zu entmündigen. Darauf  muss die Gesellschaft  achtgeben und dagegen muss sie vorgehen. Aber es kann nicht angehen, dass in einem Film die christliche Gruppierungen, die mit Freude und Lust ihr Christsein leben und auch in ihren Städten und Gemeinden sich öffentlich zum Wohl der Bürger engagieren, in Bausch und Bogen verurteilt und unter den Generalverdacht gestellt werden,  “gefährlich” zu sein.

Ich habe schon mehrmals in diesem Blog über das beinahe bösartig zu nenende Vorgehen vermeintlich “gutmeinender”  Journalisten geschrieben und dabei auch von meinen persönlichen Erfahrungen berichtet. Das muss ich hier nicht wiederholen.

 

Es stellt sich mir aber doch die Frage, warum diese mediale Jagd auf Christen angestellt wird, warum  christliche, singende und betende,  fröhliche Jugendliche als “radikal” bezeichnet und in einem Atemzug mit radikalen Muslimen genannt werden, die mit Waffengewalt für ihre Religion in den Kampf ziehen.

Natürlich gibt es das Phänomen, dass 2000 oder 3000 junge Leute in einem Gottesdienst ausgelassen singen, sogar tanzen und – wie sie es selbst sagen würden – JESUS  feiern. Nach meinem christlichen Verständnis haben sie Grund, Jesus zu feiern. Das wird man allerdings schwer in einem Filmbeitrag erfahren können, der NUR aus der Sicht des kritischen Beobachters  einen fröhlichen Gottesdienst “erlebt”.

Bei Facebook habe ich einem  Kommentator, der sichtlich erschüttert  und nahezu verächtlich nur noch:  “Armes Deutschland” angesichts des Films sagen konnte, so geantwortet:

“XXX, ja, den Eindruck konnte man leider gewinnen, der sich Ihnen wohl vor allem eingeprägt hat. Die Frage ist, ob man genau diesen Eindruck auch gewinnen “SOLLTE”?  Ob es genau darum ging, Christen zu diskreditieren?

Ich habe den Beitrag mit sehr gemischten Gefühlen angesehen, einerseits erinnerten mich einige Szenen an meine Jugend (ich bin jetzt fast 65 ) in der ich mit Begeisterung für Jesus auf die Straße ging. Was für ein wunderbarer HERR! Heute bin ich immer noch von Jesus tief beeindruckt, ja, begeistert, aber mein Stil, das mitzuteilen, hat sich verändert. Ich würde gerne mit Ihnen in Ruhe darüber sprechen können, wie es ist, tatsächlich von Gottes Geist, von Jesus berührt zu werden, eine Form der Heilung zu erleben, die nichts mit unserem medizinischen Verständnis von Heilung zu tun hat, aber dafür mein ganzes Menschsein erfasst.

Damit bin ich bei “andererseits” in meinen Gefühlen angesichts des Beitrags. Für Leute, die nur die Strenge liturgischer Gottesdienste kennen, ist es vermutlich überaus befremdlich Gottesdienste dieser Art via Fernsehen zu “erleben”.  Sie erleben sie ja nicht, sie beobachten ihn nur mit und durch die Augen derjenigen, die die Bilder und die Filme zusammen gestellt haben.

Und da setzt auch meine Kritik an dem Beitrag an: Hintergrundwissen über Freikirchen wurde gar nicht vermittelt, es wurde mit Begriffen hantiert, die für die meisten Leute heute nicht mehr aktuell sind, beispielsweise den “Zehnten zu geben”. (Die Kirchensteuer wird übrigens nach ähnlichen Gesichtspunketen erhoben, nur dass das nicht der “Zehnte” vom Netto- oder gar Bruttogehalt ist, sondern ein gewisser Prozentsatz von den Steuern, die der Staat erhebt!) In meiner Baptistengemeinde ist es durchaus noch üblich, den “Zehnten” zu geben, aber wer nichts hat, kann auch nichts geben, so einfach ist das…. Es ist schade, das all das in Bausch und Bogen verdammt und verurteilt wurde. Über die Frage gleichgeschlechtlicher Liebe wurde in diesem Thread schon an anderer Stelle etwas gesagt, auch da versuchte der Beitrag eine ganz bestimmt Stimmung gegen Christen zu erzeugen. Ich finde das sehr schade und möchte Sie darum einladen, einfach mal in einen ganz normalen freikirchlichen Gottesdienst in Ihrem Ort oder in der Nähe Ihres Ortes zu gehen… Vielleicht ändern Sie dann Ihre Meinung von “armes Deutschland” in “gut für Deutschland, dass es noch Christen gibt, die nicht an den Weihnachtsmann, sondern tatsächliclh an Jesus Christus glauben”.”

 

Das würde ich auch den beiden Autorinnen von Herzen wünschen, dass sie tatsächlich “Jesus begegnen”, wie wir Frommen es nennen und IHN erfahren und erleben als das Beste, was ihnen in ihrem Leben passieren kann.

 

Noch einen Gedanken will  ich zu bedenken geben:

Wir haben gerade eine wunderbare Zeit der Fußballweltmeisterschaft erlebt und dabei gesehen, wie “gottgleich”  die großartigsten Spieler der Welt von ihren Anhängern verehrt wurden, wie begeistert die Leute auf den Straßen getanzt und gesungen haben, wie euphorisch die Massen beim Public Viewing waren.

Warum können nicht Menschen, für die Jesus großartiger ist als Manuel Neuer  oder Messi  auch ihrer Begeisterung über ihren wunderbaren  Gott  Ausdruck geben? Warum rückt man sie in die Nähe gefährlicher Radikaler wenn sie doch nichts anderes tun, als Gott zu ehren und anderen Menschen davon zu berichten?

 

——–

Eine nüchterne Erwiderung auf den Film, die auch auf die dort erhobenen Vorwürfe gegen einzelne Personen oder Gruppen eingeht (was ich nicht leisten konnte),  gibt es hier:

“ARD: Freikirchliche Gottesdienste als ausgeübte Gewalt”

BILD hat es schon vor Jahren vorgemacht… 3. August, 2014

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…. lasst Bilder sprechen!

Und alle Nachrichtensender greifen auf diese Methode zurück, denn:

 

Bilder sind genial!

Sie transportieren  die Nachricht und erzeugen unmittelbar das dazu passende Gefühl.

Wer hätte nicht auf der Stelle Mitleid mit dem Kind, das neben seiner toten Mutter sitzt und weint? Wer würde nicht mit dem Vater trauern, der seinen toten Sohn in den Armen wiegt? Wer würde nicht mit Entsetzen auf verstümmelte Körper reagieren, wer nicht angesichts von Trümmerhaufen  Ohnmacht, Angst und Wut verspüren?

Richard C. Schneider hat in einem Text über die Schwierigkeit geschrieben, gegen diese Macht der Bilder die klare und nüchterne Analyse des Wortes zu setzen. Hat man erst einmal “gesehen”, kann man nicht mehr “hören”.

So ganz nebenbei beschreibt er dabei auch, das Nachrichten vor allem eines sind:  Geschäft, gehört es doch zu einem Geschäft, dass man etwas bestellt   (beim Bäcker beispielsweise:  ich hätte gerne 3 Vollkornbrötchen und 4 Semmeln) und dafür bezahlt, in welcher Währung auch immer (beim Bäcker ist das klar, aber bei Nachrichten?).

So sagt Herr Schneider in seinem Text:

Die ARD hat uns Korrespondenten angewiesen, aus Sicherheitsgründen im Augenblick nicht nach Gaza zu gehen. Doch wir haben ein palästinensisches Team dort. Wir sind im ständigen telefonischen Kontakt, bestellen Storys, Bilder, Informationen, die wir dann im Studio zu Stücken zusammenstellen.

 

(Hervorhebung von mir)

Das klingt harmlos, nicht wahr. Ich bestelle eine Story, sagen wir mal, über ein zerstörtes palsätinensisches Haus mit einer trauernden Frau davor.  Wird gemacht, kein Problem! Ist zwar für das Team ein bisschen gefährlich wegen der israelischen Angriffe, aber die Story wird geliefert und dann im Studio zu Stücken zusammengestellt. Das sind dann die Häppchen, die wir Zuschauer zu sehen kriegen SOLLEN, um zu zeigen, wie grausam der Krieg ist. Eine Nachricht wird gemacht mit einer klaren Zielvorstellung, was diese Nachricht zu Hause in Deutschland auszusagen hat.

Nun könnte ich ja fragen, warum Herr Schneider und sein Team nicht eine Story bestellen von den Luxusanwesen der Hamas-Führer, beispielsweise. Das würde mich schon interessieren, wie die Herrschaften zu residieren belieben. Aber das würde ja das Mitleid der Zuschauer dann wohl doch arg in Grenzen halten. Große Häuser mit Garten und Swimmingpool passen schlecht zur Kriegsberichterstattung.  Ja, ja, ich bin zynisch, ich weiß.

 

Herr Schneider führt weiter aus:

Wir wissen, dass unser Team Bilder nicht manipuliert, Informationen nicht fälscht. Nur auf diese Bilder können wir uns verlassen, nur bei diesen Bildern wissen wir, dass sie das zeigen, was wir sehen.

 

Nein, das Team manipuliert die Bilder nicht, die sind schon authentisch. Aber die Bilder manipulieren UNS, die Zuschauer.  Und das ist ja auch der Zweck dieser Bilder, sie sollen in uns eine Haltung, eine Meinung bilden.  Würden sie sonst   bestellt   und akribisch erarbeitet und geliefert? Nein, sage ich.

 

Herr Schneider weiß immerhin, was diese Bilder anrichten können, wenn er fortfährt und sagt:

Und doch bleiben auch bei unseren Bildern Fragen: Wir sehen eine zerstörte Moschee, ein umgestürztes Minarett – und natürlich ist das Entsetzen, dass ein Gotteshaus zerbombt wurde, die beinahe automatische Reaktion, auch bei uns. Doch dann müssen wir uns fragen: Waren in der Moschee Waffen gelagert oder nicht? Wir wissen, dass in Moscheen Waffen gelagert werden, es gibt Belege.

Warum, lieber Herr Schneider, bestellen Sie solche Bilder? Warum verarbeiten Sie diese Bilder zu den “Stücken”, die wir zu sehen kriegen?  Wenn Sie sich schon fragen, ob in der Moschee nicht Waffen gelagert waren, warum lassen Sie dann die Bilder nicht weg und berichten “nur”, dass eine Moschee zerstört wurde, in der mutmaßlich Waffen gelagert waren? Sie wissen doch, wie die empfindsamen Deutschen reagieren, wenn man ihnen Bilder von zerstörten “Gotteshäusern” zeigt. Sie sind empört, zumal wenn es sich bei dem “Gotteshaus”  um eine Moschee und nicht um eine Kirche handelt.  (Die Zerstörung christlicher Kirchen in Irak wurde mit deutlich weniger Aufwand, Bildern und Pathos berichtet, nur so nebenbei bemerkt!)

 

Richard C.Schneider glaubt, das Dilemma hinreichend gekennzeichnet zu haben, in dem sich die Berichterstatter befinden und erfügt hinzu:

Wir müssen gleichzeitig immer wieder die Beweggründe beider Seiten einbeziehen, erklären, vermitteln.

(Hervorhebung von mir)

Mhhhm, welche Beweggründe könnte die Hamas haben, Raketen auf Israel zu schießen? Das wär doch mal eine passende Frage, die man an den Bericht über den Konflikt stellen könnte, und dann ließe sich prima die Charta der Hamas zur Lösung und Beantwortung dieser Frage heranziehen.

Herr Schneider und sein Team könnten eine wunderbare Sendung darüber machen, dass seit Bestehen der Hamas diese nichts anderes im Sinn hat, als Israel zu vernichten, und da ihr das mit Entführungen und Selbstmordattentaten immer noch nicht gelungen ist, muss man eben neue Wege gehen: Raketen auf Israel schießen, jeden Tag, wieder und wieder und überhaupt nicht nachlassen, jahrelang, bis Israel sich wehrt, seinerseits Raketen oder Bomben auf Gaza abfeuert und damit die Bilder erzeugt, die die Hamas braucht, um das Mitleid der Welt und die   Solidarität der muslimischen Ummah zu erzeugen.  Es wär vielleicht zuviel an Mutmaßung, dass die Hamas damit rechnet, das ISIS ebenfalls Israel angreift… aber das müsste Herr Schneider ja nicht unbedingt sagen.

Stattdessen geht es ihm um Ausgewogenheit, “beide Seiten” haben ihre Beweggründe.

Warum wohl schießt Israel mit Granaten auf Gaza?

Die Frage ist wirklich schwer zu beantworten von verantwortungsvollen Journalisten. Dafür wissen das die Jungs auf den Straßen in Deutschland, die mit Transparenten und Spechchören die Deutungshoheit erlangt haben, umso besser.  Zionisten sind von Grund auf böse, sie streben nach der Weltherrschaft und bringen kleine Kinder dafür um.

Herr Schneider versucht zu erklären, und es klingt durchaus einleuchtend was er sagt über die Unmöglichkeit, mit einem guten Text gegen die Macht der Bilder zu bestehen.

 

Wie also texten? Wie gegen die Macht der Bilder, aber auch gegen die Urteile und Vorurteile der Zuschauer in Deutschland antexten? Gegen die Islamophoben und Islamophilen, gegen die Antisemiten und Philosemiten, gegen all diejenigen, die nie im Nahen Osten waren, aber über den palästinensisch-israelischen Konflikt mitreden und glauben urteilen zu können in einem Ausmaß, wie es bei keinem anderen Konflikt auf dieser Welt der Fall ist

 

Da bin ich dann wieder bei meiner Ausgangsfrage: Wozu diese Bilder? Wem dienen sie?

Machen wir uns nichts vor: Ein Konflikt, bei dem Juden mit im Spiel sind, wird in Deutschland per Reflex anders wahrgenommen als ein Krieg zwischen Muslimen oder zwischen Christen. Und wir wissen natürlich, wie die Zuschauer reagieren: Viele sehen und hören nur, was sie sehen und hören wollen.

Wenn ich doch weiß, dass in Deutschland eine sehr spezielle Gemengelage herrscht “weil Juden im Spiel sind”, muss ich dann nicht erst recht sehr sorgsam mit den Bildern umgehen, weil meine Texte nicht gegen die Macht der Bilder sprechen können? Abgesehen davon muss ich Herrn Schneider ja wohl nicht darüber belehren, dass es keineswegs ein “deutsches Phänomen”  wegen unserer Vergangenheit ist, dass, wenn “Juden im Spiel sind” andere Emotionen angesprochen werden als bei Konflikten zwischen Muslimen und Muslimen. Man sehe sich nur die Berichte aus Frankreich, Belgien, England an, um zu wissen, dass es keinesfalls ein “deutsches Problem” ist. Es ist der blanke Antisemitismus, der sich Bahn bricht und von Bildern aus Gaza auch im Deutschen Fernsehen über alle Maßen befeuert wird. Und man könnte, nein, man müsste auch in den Berichten aus Israel und Gaza davon berichten, dass der muslimische Antisemitismus eine lange Tradition hat, die weit vor die Gründung des Staates Israel zurückreicht und wenig mit der politischen Situation im Nahen Osten zu tun hat, aber viel mit der Stellung von Juden (und auch Christen) in der islamischen Lehre, die sich auf den Propheten beruft und im Koran verankert ist.

Ich wage den kleinen Einschub, dass auch ein Konflikt zwischen Christen und Muslimen zu gewaltätigen Ausschreitungen von Muslimen in unbeteiligten Ländern führen würde, sofern es Christen wären, die Muslime angriffen   – mit der entsprechenden medialen Entrüstung über die bösen Christen -,   hingegen lässt es Muslime und die ihnen nahstehenden Medien  geradezu  kalt, dass die letzten Christen aus Mossul vertrieben wurden nach  einer fast 2000jährigen Geschichte dort.   Deshalb irrt sich Herr Schneider an dieser Stelle seines Textes. Ich erinnere nur, welch ein Furor die islamische Welt und ihre Sympathisanten in Deutschland erfasste, als ein durchgeknallter Pastor in USA  einen Koran verbrennen wollte oder ein Karikaturist in Dänemark einige nicht genehme Zeichnungen des Propheten anfertigte…

 

Richard Schneider klagt darüber, dass unentwegt für die verschiedenen Magazine im deutschen Fernsehen neue Beiträge produziert werden “müssen”.

Ist das so?

Muss das sein?

Wollen wir uns hier in Deutschland wirklich schon zum Frühstück an dem Leid anderer “ergötzen”? Ich glaube nicht, dass das so ist. An dieser Stelle wäre endlich mal das Wort von der “Spirale” angebracht, das sonst immer in Bezug auf die Gewalt, die vor allem von Israel ausgehe, gebraucht wird.

Es ist die sich immer schneller drehende Spirale der aktuellsten Berichterstattung mit den schockierendsten Bilder, die uns in einen schrecklichen Strudel reißt.

 

Zwar beschreibt Herr Schneider sehr eindrucksvoll die Position des Reporters vor Ort:

Die Raketen, die in Deutschland gerne als „selbstgebastelt“ verharmlost werden, sind längst gefährliche Waffen, die töten würden, massiven Schaden anrichten würden, wenn es das Abwehrsystem „Iron Dome“ nicht gäbe. Und dennoch: Wenn wir unmittelbar an der Grenze zu Gaza stehen und der Alarm losgeht, dann haben wir gerade mal 15 Sekunden Zeit, uns in Deckung zu begeben. Im freien Feld ist das ein Problem. Wir werfen uns auf den Boden, versuchen uns hinter irgendwelchen Steinbrocken zu verstecken, warten auf den Einschlag und noch ein bisschen länger, um nicht danach von Granatsplittern getroffen zu werden. Danach stehen wir wieder auf und machen weiter, sehen, keinen Kilometer von uns entfernt, Rauchsäulen, sehen und hören Explosionen, Bombardement.

Es wirkt wie im Kino, aber wir wissen: Da sterben Menschen und wir können nichts tun. Außer berichten, immerzu weiter berichten. Nach bestem Wissen und Gewissen.

 

Muss man aber wirklich “immerzu weiter berichten” – ISRAEL zum Schaden zum Nutzen der Propaganda der Hamas?

Stellen wir doch diese Spirale einfach mal ab.

 

Der Druck, der auf den Nachrichtenbeschaffern lastet, ist sicher erheblich, das will ich mit meinem Post überhaupt nicht bestreiten, ich mache mir generell Gedanken über die Flut der Nachrichten und Bilder, die uns beeinflussen und ich frage mich immer wieder, wer oder was steckt dahinter, bzw. kann es sein, dass sich das System “Nachrichtenvermittlung” inzwischen vollkommen verselbstständigt hat und Journalisten mehr oder weniger nur noch die Zuarbeiter sind, wobei ich Richard Schneider noch für einen der wenigen seriösen “Zuarbeiter” halte, aller hier geäußerten Kritik zum Trotz!

 

Für mich bilden Blogs eine wohltuende Alternative zum Hype der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, liest man da auch solche berührenden Gedanken wie diese:

Brief eines Soldaten im Gazastreifen”

 

Dass sich das schlecht fernsehgerecht verarbeiten lässt… nun, das leuchtet mir ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Sprache als Waffe… 1. August, 2014

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Nein, neu ist die Erkenntnis nicht.

Sprache wird als Waffe eingesetzt: scharfzüngig, schmeichelnd, taktisch geschickt, Mitleid erregend, aufpeitschend, mit Halbwahrheiten und ganzen Lügen operierend.

Dichter kämpfen mit letzter Tinte,  grenzsenile Klamaukdarsteller offenbaren ihr Unwissen – in der Meinung, ihre Meinung sei gefragt, Autoren-Söhnchen ergreifen freitags das Wort, man hört Murks von Marx und fragt sich, was die Damen und Herren bei ARD und ZDF immer noch so beharrlich an ihrem Märchen vom bösen Netanjahu und dem wehrlosen David Hamas  festhalten lässt.

Die “Schlacht” der Bilder und Worte hat Israel doch schon lange verloren.

Die wenigen israelischen Stimmen, die es in die deutschen Nachrichtensendungen schaffen, sind sorgsam ausgewählt. Da dürfen Mitglieder von “Das Schweigen brechen”  ihre kritischen Betrachtungen in die Welt reden …. Ob sie wissen, frage ich mich, dass sie ausgesucht wurden, um die antiisraelische Stimmung hierzulande aufrecht zu erhalten und anzuheizen? Vielleicht gehen sie davon aus, dass auch die Unterstützer der Armee hier reden dürfen und sie dazu ein Gegengewicht bringen sollen. Würden sie ihre Botschaft auch so formulieren (sofern die Sender nicht auch diese durch Wegschneiden und Ausblenden sowieso schon manipuliert haben) wie ich sie am Radio höre, wenn sie wüssten dass das die einzige Botschaft ist, die die deutschen Nachrichtenleute aus Israel zulassen:  “Israel als Bösewicht”? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie ihrem Land schaden wollen, schon gar nicht in einer Zeit äußerster Bedrohung von außen.  Aber ihre Aussage  ist eine scharfe Waffe gegen das eigene Land.

Vielleicht hat der Mensch Recht, der vor einiger Zeit formulierte, dass heute in den Redaktionen diejenigen das Sagen haben, die damals auch uneingeschränkt den Linken glaubten, ihre Ziele gut hießen und als Sympathisanten selbst dieRAF unterstützten. Leider finde ich den Link nicht mehr…

Aber ich sehne den Tag herbei, an dem diese Damen und Herren ihren Ruhestand antreten und vielleicht, vielleicht gibt es unter dem Nachwuchs der Journalisten ja auch noch einige, die selber denken, ihren Kopf gebrauchen und nicht das nachplappern, was Onkel Claus oder  Tante Marietta  Abend für Abend verkünden. Und vielleicht, so ist meine Hoffnung, sind auch die Dozenten in den Journalistenschulen inzwischen nicht mehr Altachtundsechziger und eine  andere journalistische Generation geht kritischer mit der eigenen Deutungshoheit über die Geschehnisse in der Welt um.

 

Das gilt auch für die Konsumenten der Nachrichten…. glaubt nicht alles, was euch als Wahrheit verkauft wird. Hinterfragt die Motive derjenigen, die Nachricht als Ware an den Mann, die Frau bringen müssen.

 

 

 

 

Nach einer Woche auf der Wiese… 27. Juli, 2014

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ohne Fernsehnachrichten, Zeitungen oder PC und nur mit dem Smartphone unterwegs, bin ich jetzt wieder in heimischen Gefilden “mit Netz”.

Hatte ich gehofft und geglaubt, die anti-jüdische Stimmungsmache  in Form von “Israelkritik” sei einer nüchternen und objektiven Berichterstattung gewichen, so habe ich mich darin mehr als getäuscht.  Nach wie vor werden in den Nachrichtensendungen der großen Öffis Berichte und Bilder über  Israel und  Gaza manipuliert, dass mir Hören und Sehen vergeht, durch Weglassen wichtiger Informationen ebenso wie durch einseitige Berichterstattung oder  am PC bearbeitetes “Bildmaterial”.

Da darf gestern Abend im BR ein “geborener Palästinenser” Bericht erstatten. Er lebt  schon seit mehr als zwanzig Jahren in Deutschland,   natürlich wurde er von Israel vertrieben und er weiß auch  ganz genau, dass Israel ein Apartheidsstaat ist.  Keine Gegenfrage des Interviewer, wie es denn sein kann, dass einer der obersten Richter im “israelischen Apartheidsstaat” ausgerechnet ein Araber ist, keine Hinweis darauf, dass Araber im Parlament, der Knesset sitzen oder an den Universitäten lehren, in Krankenhäusern als Ärzte mit Israelis zusammen arbeiten, ganz ohne Schilder, ohne die ein Apartheidsstaat doch sonst nicht auskommt: “XXX unerwünscht” oder  “Für YYY verboten”, wie man sie z.B noch aus den 60er Jahren in USA kennt oder aus Südafrika oder aus dem faschistischen Deutschland, in dem “Juden unerwünscht” waren und zunächst aus dem öffentlichen Dienst entfernt wurden und  später aus dem ganzen Land…  bis zur Vernichtung der europäischen Juden.

An anderer Stelle wird vom “Völkermord in Gaza” geredet und so der wirkliche Völkermord an den Juden unter der Herrschaft der Deutschen auf infame Weise relativiert.

Heute berichtete die ARD aus Gaza, der Stadt, die immer wieder  als furchtbares Ghetto, in den letzten Tagen aber immer öfter medial als “platt gemacht” bezeichnet wird, mit ansehnlichen Bildern von  Trümmern und Bergen aus Schutt garniert. Aber die ARD-Gaza-Bilder von heute zeigen keineswegs die Trümmerlandschaft sondern ein äußerst ansehnliches und hübsches Wohnviertel mit Geschäften und gut gefüllten Marktständen mit allen nur erdenklichen Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs. So beklagt ein Händler dann auch nicht die “unaussprechliche Not der Bevölkerung”, nein, er jammert, dass nur die Einheitsregierung im “Palästina” (gemeint ist Judäa und Samaria, von Kritikern auch “Besetzte Gebiete” genannt)  Gelder an die Bevölkerung verteilt, die Leute in Gaza aber nichts abbekommen und er, der Händler darum auf seinen schönen Oberhemden sitzen bleibt. Ja, Gaza ist wirklich ein schreckliches Ghetto, “schlimmer als bei Hitler”, wie man auf den Schildern der Demonstrationen gegen Israel zu lesen bekommt.

Wäre ich doch nur auf meiner Wiese geblieben. Dort ärgern uns nur die Wühlmäuse, die die Wiese untertunneln wie die Hamas den Gazastreifen an der Grenze zu Israel …  oder der Maulwurf, der Teile der Wiese in eine Berglandschaft verwandeln möchte….

 

Nein, die Nachrichten sind alles andere als gut. Sie machen ärgerlich und wütend über so viel absichtliche Irreführung der Konsumenten, sie machen traurig über die vielen Toten, über die israelischen Soldaten ebenso wie über die Frauen und Kinder in Gaza, die von den eigenen Herrschenden missbraucht statt geschützt zu werden.

Und es macht fassungslos, dass immer noch die veröffentlichte Meinung in den Medien auf Seiten der Hamas zu stehen scheint, obwohl sie es ist, die eine Feuerpause nach der anderen bricht und gar nicht daran denkt, sich auf Verhandlungen mit Israel einzulassen.

Und noch etwas begreife ich ganz und gar nicht, dass auch Nichtmuslime in Deutschland in den großen antijüdischen Protest gegen Israel mit einstimmen. Es ist psychologisch erklärbar, dass hier lebende  Muslime aller Glaubensrichtungen sich in dem gemeinsamen “Feindbild Israel” zusammenfinden und gemeinsam protestieren, obgleich die Zahlen der Toten im gegenseitigen muslimischen Bruderkrieg in Syrien und Irak um ein Tausendfaches höher sind. Gegen das Sterben ihrer muslimischen Brüder und Schwestern durch ihre muslimischen Brüder und  (vereinzelt auch) Schwestern sind sie nicht auf die Straße gegangen, haben sie nicht demonstriert, sind sie still geblieben. Sie reagieren jetzt, wo sie gegen Juden hetzen und brüllen können. Aber das deutsche Nichtmuslime, die sich weder dem extrem linken, noch dem rechten Spektrum der Gesellschaft zugehörig fühlen in den Chor der Schreihälse gegen Israel einstimmen, das bringt mich völlig aus der Fassung, selbst unter psychologischen Aspekten kann und will ich das nicht nachvollziehen, zumal es ja nicht die dümmsten Leute sind, die einfach nur als Mitläufer auf die Straße gehen. Nie hätte ich geglaubt, dass sich deutsche Intellektuelle im Jahr 2014 für die hirnlosesten Statements bereit finden würden. Das ist nicht einmal mehr beschämende Naivität, das ist blanker Antisemitismus.

Und immer noch vermisse ich klare Worte unserer Regierenden auf Bundes- und Landesebene und ein wirklich effektives Durchgreifen der Polizei gegen jedwede Form antijüdischer Äußerungen.

Wovor haben sie solche Angst? Vielleicht, dass es hier so zugehen könnte wie in Frankreich oder in Norwegen? Wundern würde mich das nicht, weder die Angst, noch das es zu solchen Zuständen kommen könnte. Das haben wir uns selbst zuzuschreiben, weil wir  stillschweigend  eine islamisch begründete antisemitische Stimmung unter den Migranten  geduldet haben…

 

Den leisen Stimmen der Vernunft will ich her Raum geben und verlinke darum einige Texte:

Ich, Palästinenserin

 

Man hat gewaltbereite Antisemiten gewähren lassen.

 

Hohle Moralpredigten

 

Verhältnismäßig

 

Ein paar Anmerkungen zur Lage

 

Diese Republik ...

 

Nicht dumm stellen…

 

 

Und natürlich sind die Texte von Ruth     und    Lila    immer lesenswert und informativ!

 

 

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