jump to navigation

Lauter Baustellen … 20. September, 2008

Posted by Rika in christsein und glauben.
trackback

… die das Vorwärtskommen behindern!

Nein, nicht die auf der A7 oder die zahlreichen Bau bedingten Verkehrsbehinderungen in der Stadt! Ich meine in meinem Bild auch nicht die Baustellen für neue Behausungen, Geschäfts- oder Fabrikgebäude.

Ich meine die „Baustellen“, die mir das Leben aufgibt, die meine ganze Kraft erfordern, die mich „behindern“, mich einschränken, mich begrenzen oder mir zumindest das Gefühl geben, nicht ganz so unbekümmert vor mich hin leben zu können, wie ich das gerne möchte.

Manche dieser Einschränkungen, die zunächst temporär zu sein schienen, haben sich als Dauerbaustelle erwiesen, andere sind tatsächlich auf einen überschaubaren Zeitraum begrenzt und wieder anderes ist so etwas wie meine „Lebensbaustelle“, die mich mal mehr, mal weniger stark in Anspruch nimmt, die, um im Bild zu bleiben, manchmal nur etwas neue Farbe verlangt oder kleinere Reparaturarbeiten, die es manchmal aber erforderlich macht , dass ich mich des Fundaments annehme … das ist die mühsame, die „seelenkostenintensive“, die, an die ich eigentlich nicht ran möchte und die doch so existentiell wichtig ist, dass ich die Arbeit an ihr nicht vernachlässigen kann, ohne Gefahr zu laufen, dauerhafte Schäden davon zu tragen.

Mir ist es heute wieder ganz neu eingefallen …  plötzlich … bei der Arbeit im Gärtchen: Ich denke, wenn Jesus sagt: „Nehmt mein Joch auf und lernt von mir…“ so hat er diese Baustellen des Lebens im Blick. Die Auseinandersetzung mit dem, was einerseits Mühe macht und andererseits notwendig ist, was auf Gott verweist und gleichzeitig hier in meinem Leben mit Menschen und Situationen zu tun hat, mit Gegebenheiten, die unauflöslich zu sein scheinen, die zu mir gehören, zu dem, was mich aus macht, wie ich bin, wer ich bin!

„Lernt von mir!“ sagt Jesus. Lernt, diesen euren ganz eigenen Weg anzunehmen. Lehnt euch nicht dagegen auf! Und stemmt die Last nicht alleine, tragt sie mit dem Joch, das ICH euch auflege, „denn“, so sagt Jesus, „mein Joch ist sanft“ und damit, so interpretiere ich seine Worte weiter, wird auch die Last, die an diesem Joch hängt, leicht.

Manchmal vergesse ich dieses Angebot Jesu, achte ich nicht auf sein: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben!“ wie die Elberfelder Übersetzung die Verse aus Matthäus 11, 29 u. 30 wiedergibt. Dann erschöpfen mich die Baustellen so sehr, dass ich gar nichts mehr tun kann und ich das Gefühl habe, auf der Stelle zu treten, ohne Aussicht darauf, jemals all das geschafft zu kriegen, das mir solche Mühe bereitet und nie, nie wieder Freude und Lust am Leben zu haben.

„Freude die von innen kommt!“ heißt es in einem Lied. „Habe deine Lust am HERRN“, sagt David im Psalm 37.

„Lernt von mir!“, sagt Jesus, lernt, eurer Gotteskindschaft gemäß zu leben, dann wird die Freude an Gott eure Stärke sein, euer Schutz, wie es schon Nehemia ausdrückte.

Die Baustellen bleiben – aber die Verheißung Jesu auch: Siehe, ich bin bei euch bis ans Ende der Zeit!

Nein, das ist kein frommes Gerede.

Das sind Erfahrungen mit der Realität meines Lebens, die ich aber immer wieder mal durch tausend Sorgen aus dem Blickfeld verliere, bis ich an einem sonnigen und leuchtend schönen Tag wie heute im Gärtchen arbeite und plötzlich genau weiß, was zu tun ist …

„Komm her zu mir, nimm mein Joch und lerne von mir …“!

Kommentare»

1. grenzgaenge - 22. September, 2008

oh ja, liebe rika. diese baustellen kenne ich auch. was kann man dagegen tun ? sich einen ruhigen platz in der seele suchen, sich an die eigenen religioesen wurzeln erinneren, sich daran erinnern das von menschen gemachte das eine und von haschem gemachte das andere ist. letztlich bleibt nichts menschliches bestehen. ich finde diese aussicht troestlich. das heisst auch: haschem ist letztendlich der welcher bis zum ende unserer tage und in der tiefsten finsternis bei uns ist. wovor also soll ich angst haben ?

2. Rika - 24. September, 2008

@
„haschem ist letztendlich der welcher bis zum ende unserer tage und in der tiefsten finsternis bei uns ist. wovor also soll ich angst haben ?“

Lieber Grenzgaenger, diese Zuversicht ist uns gemeinsam!
Danke für Deine Zeilen!

3. grenzgaenge - 28. September, 2008

SHANA TOVA :-)