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“Des Gerechten Gebet …. “ 8. Juni, 2014

Posted by Rika in araber-"palästinenser", israel, meine persönliche presseschau, terrorismus.
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Natürlich “darf” ein Papst zum Gebet aufrufen – das gehört quasi zu seinen Kernkompetenzen und -aufgaben: Beten.

Und ganz sicher ist ein ernsthaftes Gebet um Frieden in der Welt etwas, was dem Geist Jesu entspricht.

Aber ist es wirklich ernsthaft gemeint – von allen Beteiligten?

Dem Papst wird man am wenigsten die Ernsthaftigkeit seines Anliegens absprechen können, Shimon Peres, einstmals mit dem Friedensnobelpreis geehrt, ist sicher auch ein ernsthafter Kämpfer für den Frieden, aber bei Herrn Abbas will mir überhaupt gar kein Argument einfallen, das für seine Ernsthaftigkeit, gemeinsam mit dem Papst und Shimon Peres um Frieden (auch für  den Staat Israel) zu beten,   sprechen würde.

Vermutlich ist auch Herr Abbas für Frieden. Aber welchen Frieden meint er eigentlich und ist es das gleiche Konstrukt, das den Papst und Shimon Peres bewegt?

Wohl kaum.

Für Abbas – und das hat er immer und immer wieder betont, ist der Friede in “seinem Palästina” vor allem von einer wichtigen Komponente abhängig: Juden dürfen in “seinem Palästina” nicht wohnen.

Nun gut, könnte man meinen, wenn es tatsächlich zu einer Zwei-Staaten-Lösung kommt, wie der Papst und Peres sie laut Medienberichten wohl bevorzugen, könnte man es ja auch gleich so einrichten, dass die arabisch-stämmigen Palästinenser in “Abbas’ Palästina” und die jüdischen (ehemaligen) Palästinenser in Israel leben. So könnte man den Konflikt um das ehemalige Mandatsgebiet “Palästina”, in dem für Jahrhunderte sowohl Juden,wie Araber, Drusen und Beduinen lebten,  elegant lösen. “Ethnische Säuberung”, würde man das zwar nennen müssen und ein bisschen anrüchig wäre es schon, aber wenn es dann dem Frieden diente?

Die Sache hat allerdings einen Haken. Die arabisch-stämmigen Israelis denken gar nicht im Traum daran, in “Abbas’ Palästina” umzuziehen und viele jüdische Israelis, die in Samaria und Judäa –  den alten Wohngebieten der Juden seit Tausenden von Jahren –  leben, würden wohl auch nur ungern ihre Wohnungen und Häuser aufgeben. Mehr jedoch, als der Wille, bzw. Unwille der jetzigen Bewohner in Samaria, Judäa und Israel ihre Behausungen unter ethnischen Gesichtspunkten zu tauschen, ist der zwar nicht offen ausgesprochene, dafür aber durch die Bildung der Einheitsregierung mit der Hamas  bekundete Wille Abbas, niemals den Traum von einem arabischen “Palästina vom Meer bis zum Fluss” aufzugeben.   Denn das ist es, was die Hamas seit ihrer Gründung bis zum heutigen Tag bewegt: Sie will keinen jüdischen Staat Israel. Mehr noch, sie sagt in ihrer Charta ausdrücklich, dass es die Pflicht eines jeden Muslim auf der ganzen weiten Welt sei, solange für ein von Juden befreites Palästina zu kämpfen, bis sie diese Forderung erfüllt sei. Und sie bezieht sich dabei ausdrücklich auf den Koran und ruft Allah als Zeugen ihres “guten Willens” zur bösen Tat an:

 

Gelobt sei Gott, bei dem wir unsere Zuflucht suchen und den wir um Vergebung anflehen. Ihn bitten wir, uns auf dem rechten Weg zu führen und auf ihn vertrauen wir. Mögen Gottes Gesandter[8], seine Familie, seine Gefährten und all jene, die ihm treu nachfolgen, seine Botschaft verkünden und seinem Vorbild nach der Sunna[9] folgen, stets gesegnet sein und Heil finden, solange Himmel und Erde bestehen.

Artikel 1: Das Programm der Islamischen Widerstandsbewegung ist der Islam. Aus ihm leitet sie ihre Ideen, Konzepte und Vorstellungen vom Universum, dem Leben und den Menschen ab, von ihm lässt sie sich in all ihren Unternehmungen auf dem rechten Weg leiten.

Artikel 11: Die Islamische Widerstandsbewegung glaubt, dass Palästina allen Generationen der Muslime bis zum Tag des Jüngsten Gerichts als islamisches Waqf-Land vermacht ist. Palästina darf weder als Ganzes noch in Teilen aufgegeben werden. Es gehört weder einem arabischen Staat noch allen arabischen Staaten, weder einem König oder Präsidenten noch allen Königen und Präsidenten, weder einer Organisation noch allen Organisationen, ganz gleich, ob es sich dabei um eine palästinensische oder arabische Organisation handelt, denn Palästina ist den Generationen der Muslime bis zum Tag des Jüngsten Gerichts gegeben.

Artikel 15: Sobald die Feinde muslimisches Land usurpieren, wird der Dschihad zur individuellen Pflicht eines jeden Muslims. Gegenüber der Usurpierung Palästinas durch die Juden muß zwingend das Banner des Dschihad erhoben werden. Hierzu muß unter den Massen auf lokaler, arabischer und islamischer Ebene islamisches Bewußtsein geweckt und verbreitet werden. Der Geist des Dschihad muß in der Gemeinschaft der Muslime, der Umma, propagiert und der Kampf gegen die Feinde in den Reihen der Dschihad-Kämpfer aufgenommen werden.

 

Wie aber soll angesichts dieser Haltung ein gemeinsames Gebet um Frieden aussehen?

Ist das alles nicht vielmehr eine großartige  Show für “die Galerie”?

Dem Papst wird es noch mehr Fans einbringen.

Shimon Peres unterstreicht seine Friedensmission.

Herr Abbas macht die Terroristen, die Hamas, salonfähig.

“Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.” Jakobus 5, 16b

 

Ist Gebet nicht in erster Linie Anbetung Gottes, ein “Gespräch” mit IHM, nicht für ein neugieriges Publikum gedacht, auch nicht für das eigene Prestige und schon gar nicht für propagandistische “Kriegsführung”?

Zwar beteuern die Vertreter des Vatikan, dass auch ihr Vorhaben in erster Linie “Gebet” sei und “die Politik Pause habe”, wie man bei zdf-heute nachlesen kann, aber daran, dass die Politik Pause habe,  mag selbst der Journalist des ZDF nicht glauben, wieviel weniger die Protagonisten aus dem “Heiligen Land”.

Bei facebook las ich folgenden Text:

“Le président palestinien a qualifié de “courageuse” l’initiative, affirmant dans une interview au quotidien Repubblica que “le rêve de la paix ne doit pas mourir” même si “le pouvoir exécutif en Israël est entre les mains des opposants” aux accords de paix.”
Abbas findet die Initiative des Papstes mutig, der Traum vom Frieden dürfe nie sterben, auch wenn die Exekutive in Israel in den Händen der Feinde des Friedens liegt”

 

Ist das eine ernsthafte Haltung für ein Friedensgebet?

 

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Kommentare»

1. Rika - 9. Juni, 2014

“Oh Herr, ich bitte Dich um eine blühende und vielversprechende Zukunft für unser Volk und um Freiheit in unserem souveränen und unabhängigen Staat“, sagte Abbas und erinnerte an den Propheten, der von Jerusalem in einer Nachtreise zu Gott im Himmel aufgestiegen sei, um dort den Koran zu empfangen.”

“„Die Stadt Zion klopft in allen jüdischen Herzen“, sagte er. Jerusalem selbst stehe mit seinem Wortstamm für Frieden. Israelis und Palästinenser sehnten sich danach. „Wir alle brauchen den Frieden, einen Frieden zwischen Gleichberechtigten“, sagte Peres. ”

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/peres-und-abbas-beten-im-vatikan-wir-alle-brauchen-den-frieden-12979722.html

Das ist der Unterschied: Peres redet von der Sehnsucht der Israelis und der Palästinenser nach Frieden, Abbas von der blühenden Zukunft für sein Volk.

Wer hören will, der höre!


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