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Der Propst ist besorgt… 8. Juli, 2014

Posted by Rika in araber-"palästinenser", Christlicher Antisemitismus, gesellschaft, israel, terrorismus.
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Vielleicht habe ich ja die letzten Eilmeldungen des Propstes verpasst, weil ich drei Wochen auf der Wiese hinterm Deich war und mich nur unzulänglich über die Sorgen des Propstes informieren konnte, wahrscheinlicher ist es aber, dass der Propst erst in ernste Besorgnis geriet, nachdem das Unheil nicht Juden sondern Araber traf, einen arabischen Jungen, der von Juden ermordet wurde.

Dass ganz Israel um das Leben dreier Jugendlichen bangte, hat der fromme Gottesmann wohl nicht mitbekommen, obwohl sogar mir auf meiner Wiese am Nordseedeich das nicht verborgen blieb, und ganz  offensichtlich hat die fürchterliche Nachricht, dass die drei Entführten ermordet worden waren, keinerlei Sorgen hinsichtlich der berühmten “Gewaltspirale” ausgelöst, die sich ja ohnehin  immer nur zu drehen beginnt, wenn sich Israel seiner Feinde erwehrt.

Nun also reagiert der Propst und befürchtet “das Erstarken jüdischer Nationalisten

 

Der höchste Repräsentant der EKD im Heiligen Land, Propst Wolfgang Schmidt (Jerusalem), hat vor einem Erstarken des jüdischen Nationalismus in Israel gewarnt. Anlass ist der Mord an einem arabischen Jugendlichen.

Sicher, der “höchste Repräsentant der EKD im Heiligen Land” hat durchaus den Mord an den drei jungen Israelis zur Kenntnis genommen, nimmt dies in seiner Stellungnahme aber nicht zum Anlass für Mitleid und Mitgefühl, sondern berichtet in einem dürren Satz darüber, dass  das Motiv für den Mord an dem jungen Araber sei:  Rache.  Und weil vermutlich nach Meinung des hohen evangelischen Repräsentanten “Rache” zur jüdischen Identität gehört (wie  würde er sonst diesen Zusammenhang herstellen?), nimmt er dramatisch Stellung:

 Schmidt verurteilte den Mord: „Vorausgesetzt es waren jüdische Nationalisten, steht diese Tat im Kontext einer gesellschaftlichen Strömung, die die jüdische Identität auf Kosten anderer Identitäten in den Vordergrund rückt“, sagte er der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

 

Der Mord an dem arabischen Jungen war furchtbar und abscheulich und durch NICHTS zu rechtfertigen, daran gibt es nicht den geringsten Zweifel, aber ihn zum Aufhänger zu machen, um gegen die “jüdische Identität” des Staates Israel Stimmung zu machen, ist erbärmlich und eines Geistlichen – gleich welcher christlichen Kirche – nicht würdig.  Allerdings verwundert es mich fast gar nicht, dass solche Sätze von einem evangelischen Geistlichen in die Welt gesetzt werden, stimmen sie doch in der Tendenz mit dem überein, was die EKD in den letzten Jahren zum Thema Israel – Palästina veröffentlicht hat. Ich erinnere nur an die Debatte um das Kairos-Papier, das ja von der EKD ausdrücklich gelobt und zur Weiterverbreitung in den Gemeinden empfohlen wird.

Doch der Propst lässt es nicht bei diesem Statement, er setzt noch einen Satz drauf und stellt die polizeilichen Maßnahmen kritisch infrage, bzw. nutzt sie zur weiteren anti-israelischen Propaganda:

 

 An der Aufklärung des Mordes an Abu Khdeir wird laut Schmidt zudem deutlich, wie unangemessen das Vorgehen der israelischen Behörden nach der Entführung der israelischen Jugendlichen gewesen sei. „Im Fall des ermordeten Arabers gab es sechs Festnahmen, im Fall der ermordeten Israelis wurden 850 Personen festgenommen.“ Die israelische Regierung müsse sich fragen lassen, ob es bei der Suche nach den entführten Jugendlichen nur um Aufklärung gegangen sei oder „ob damit nicht auch andere Ziele verfolgt wurden“.

 

Es stört den hohen Repräsentanten nicht, dass der Mord an den drei Israelis erst nach wochenlanger Suche zur schrecklichen Gewissheit wurde, für ihn ist klar, dass diese verzweifelte Suche nach den Entführten  wohl nur ein willkommener Anlass war, “andere Ziele” zu verfolgen. Diese vagen Andeutungen und unterschwelligen Unterstellungen unlauterer Motive der Israelischen Behörden angesichts des “Verschwindens” (wie es in deutschen Medien immer hieß) von drei jungen Schülern, ist äußerst infame Propaganda zulasten Israels und an Böswilligkeit kaum noch zu überbieten. Statt die israelischen Behörden dafür zu loben, dass sie schnellsten und effektiv den Mord an dem jungen Araber aufgeklärt haben, betreibt Herr Schmidt die Diffamierung Israels quasi von höchster geistlicher Warte aus.

Auch der letzte Abschnitt über die Besorgnis des Propstes strotz vor Verdrehungen. Zwar leitet er ihn ein mit der Sorge “über     eine Ausweitung der Eskalation auf arabische Dörfer und Städte in Nordisrael”, aber wer nun vermutet, er sorge sich über die zunehmender Gewaltbereitschaft der Araber (über die man z.B. bei den “Letters from Rungholt” nachlesen kann), der sieht sich getäuscht. Nein, er redet von “jüdischen Extremisten“, die “Morgenduft wittern” und immer häufiger zur Gewalt griffen. Ein Pfarrer wurde von “Siedlern mit Steinen beworfen”.  DAS geht natürlich gar nicht  - und ich meine das durchaus NICHT ironisch -, leider vergisst der Propst, dass immer wieder Israelis durch Steinewerfer ernsthaft verletzt werden, und diese Steinewerfer keine “jüdischen Extremisten” sind, sondern Palästinenser. (Aber die dürfen das vermutlich in den Augen des Propstes, weil sie sich ja “nur gegen die ‘Besatzung’ wehren”.

Es ist dieser doppelte Standard in der Beurteilung einer sehr schwierigen und extremen Situation, der den Bericht des Propstes so bitter  macht und so scheinheilig!

Da ist es schon beinahe nebensächlich, dass er auf den andauernden Raketenbeschuss aus Gaza hinweist. Den nehmen unsere Medienverbraucher ohnehin nur als Silvesterböllerhagel zur Kenntnis.

 

 

 

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Kommentare»

1. Lila - 8. Juli, 2014

Danke für diesen Beitrag, das wäre mir sonst entgangen.

2. heplev - 8. Juli, 2014

Was soll man von diesem Menschen denken? Der hat ja schon einiges von sich gegeben, das schlicht Schwachsinn bis Böswilligkeit ist. Kurz nach Amtsantritt in Jerusalem fiel er schon unangenehm auf:

http://heplev.wordpress.com/2013/03/31/der-neue-evangelische-propst-in-jerusalem-schiest-scharf-daneben/

3. Faire Einschätzung | Letters from Rungholt - 9. Juli, 2014

[…] deutsche Erlöser- Gemeinde in Jerusalem ist wohl ein Beispiel dafür. Oder zumindest ihr Propst. Rika zum Thema ist lesenswert. Ich werde noch darauf […]

4. Rika - 9. Juli, 2014

Wie hältst du das bloß aus? Mir verschlägt es eins ums andere Mal die Sprache, wenn ich die Artikel in den deutschen Medien lese und dieses plumpe anti-israelische Gewäsch, ich kann es nicht mehr ertragen.
Es macht mir Höllenangst wenn ich ich die Berichte von dir und Ruth verfolge und finde das schon schwer auszuhalten, wie viel mehr müsst IHR ertragen.
Ich bin mit meinen Gedanken ständig bei Euch und bete….

5. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev - 13. Juli, 2014

[…] Rika beschreibt ein Charakterschwein, das sich Christ nennt und die evangelische Kirche in Jerusalem repräsentiert. […]

6. Zitate | abseits vom mainstream - heplev - 18. Juli, 2014

[…] die sich ja ohnehin immer nur zu drehen beginnt, wenn sich Israel seiner Feinde erwehrt. Rika, 08.07.14 über den Propst von Jerusalem, der einfach ein Ignorant […]


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