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Da dräut nicht nur schlechtes Wetter … 24. Oktober, 2009

Posted by Rika in aktuell.
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… wenn Stuttgart heute hier

DSCI0456

verliert!

Aber soll 96 nur mit Rücksicht auf den lieben Herrn Babbel auf einen Heimsieg verzichten?

Noch ist die Sache zwar nicht entschieden, steht es im Niedersachsenstadion in der Finanzdienstleister-Arena  0 :  0 (warum heutzutage die Stadien alle nach irgendwelchen Wirtschaftsunternehmen benannt werden…. gefällt mir nicht, gar nicht!)

Herr Babbel mag noch hoffen …

Hannover liegt vorn! 1 : 0  … sag ich doch, wir machen das!

… Halbzeit-Pause…

… übrigens ist das Gewässer im Vordergrund des Bildes der Maschsee –     Hannovers    „Stadtsee“   im wahrsten Sinne des Wortes, kann man doch in wenigen Minuten zu Fuß Innenstadt und Einkaufszentrum erreichen …  und weil er so schön zentral liegt und außerdem von bequemen Rad- und Fußwegen umgeben ist, eignet er sich auch ganz hervorragend für Sonntagsspaziergänge, tägliche Joggingrunden um den See, Inline-Fahrvergnügen, Radrennen, Hundeausführroute und was weiß ich noch. Natürlich kann man ihn auch befahren, mit Ruder-,  Tret- und Drachenbooten, Kanus und eleganten Segeljollen… oder mit einem der Ausflugsschiffe der Hannoverschen Flotte – allerdings nur in den Sommermonaten. Im Winter ist er ab und zu begehbar, wenn die Klimaerwärmung vorübergehend mal aussetzt und wir – wie in diesem Jahr – über mehrere Tage knackigen Frost haben… Hach, ich freu mich schon auf den Winter und den zugefrorenen Maschsee

Halbzeit-Pause vorbei

immer noch führt Hannover 96  1:0

Dass die Münchener es gegen Frankfurt nicht gebacken kriegen, freut mich für die Frankfurter Verwandtschaft – hoffentlich bleibt es so oder besser noch, legt Frankfurt noch einen vor!

Noch ein Wort zu Robert, Robert Enke!  Es ist natürlich gut, dass Fromlowitz das Tor so hübsch sauber hält … hoffe, dass es so bleibt! …  aber eigentlich wünsche ich dem Robert doch die NR. 1 in der Nationalmannschaft, aber dafür müsste er mal wieder spielen, gut spielen, sehr gut spielen, denn Adler hat eine ziemlich gute Figur gemacht in den letzten Spielen … das muss man ihm lassen, auch wenn ich ja lieber „denRobert“ im Tor hätte …

76.  …  die Roten liegen noch in Führung…

… aber dem Ticker nach zu urteilen, ist das nicht so selbstverständlich … sie müssen ganz schön aufpassen…

hab ich schon gesagt, dass ich mir Fußball gar nicht ansehen kann, weil ich sonst einen Herzkasper kriege? Da finde ich den Liveticker geradezu genial, ich bin informiert, ohne mich einer akuten Herzinfarktgefahr ausetzen zu müssen, nachher werde ich mir dann alles in der Zusammenfassung ganz entspannt und gemütlich ansehen …

… in der Münchener Arena steht es  1 : 1  das ist besser als eine Bayernführung …

und bei uns ist gleich Schluss…

…  immer noch  1 : 0 , aber 4  – in Worten  VIER  -   Minuten Nachspielzeit … puhhhh

… Lehmann meckert, sagt der Liveticker, und dafür siehr er Rot, der Lehmann, nicht der Ticker!

Schluss … Aus … Ende!

Das war knapp!

Hannover gewinnt … und was wird nun aus Herrn Babbel?

So wie es aussieht, kann sich die Frankfurter Verwandtschaft über ein Unentschieden gegen die Bayern freuen … oder sollten sie sich ärgern, weil es auch ganz anders hätte kommen können?

och nööööö …    Manno ….   Mensch-Meier …. haben die Bayern doch noch das Last-Minute-Tor geschossen, wie ich gerade mit einem Blick auf die Tabelle zur Kenntnis nehmen musste! Blöd, sehr, sehr blöd!  Tommi, immerhin kannst Du Dich über den Hannover Sieg freuen! Deine Brüder werden die Niederlage der Frankfurter zähneknirschend verschmerzen müssen …

Ich gehe jetzt in meine Küche und backe Kuchen…

Jürgen Todenhöfer – vollkommen fassungslos… 10. September, 2009

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft.
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… hat doch die Bundeswehr seiner Ansicht nach „eines der schlimmsten Massaker in Afghanistan“   angerichtet und ihr Image als die freundlichen Jungs aus Germany damit verspielt.   Schuld daran ist der „kriegerische deutsche Verteidigungsminister“, der  Bomben auf gestohlene Tanklastwagen werfen lässt.  Das ist natürlich die totale Katastrophe.

Den jungen Islamisten Muslimen in Deutschland und Europa bleibt nun vermutlich gar nichts anderes übrig als ihrerseits ihr Image als „Anhänger der Religion des Friedens“ zu verspielen durch mögliche Terrorakte, die begreiflicherweise auf das Bombardement folgen müssten, zumal es ja vor allem 6 – 8 jährige Taliban waren, die bei dem Angriff zu Tode gekommen sind. Außerdem, bekräftigt Herr Todenhöfer, sind ja die Taliban eine lediglich lokal operierende Gruppe von Aufständischen und keine international operierenden Terroristen und schon deshalb nicht für den islamistischen Kampf gegen den dekadenten Westen  verantwortlich zu machen. Darum muss man auch mit ihnen ins Gespräch kommen und ihnen sinnvolle Projekte anbieten, zum Beispiel eine Eisenbahn durch Afghanistan bauen.

Zufällig hatte ich das Interview mit Herrn Todenhöfer vor zwei Tagen gesehen – und war ebenfalls nahezu fassungslos  angesichts des vor Betroffenheit und Scham  leidenden  Afghanistanexperten Todenhöfen und der nicht minder betroffenen Journalistin. Einen Mitschnitt des Dialogs der Betroffenheit konnte ich  am Montag noch nicht im Internet finden.

Heute hat Achgut den Link dazu eingestellt.

Ja, vermutlich  wäre es für die Afghanen besser, „eine Eisenbahn zu bauen“   als in kriegerische Auseinandersetzungen verstrickt zu sein (seit Jahren,  Jahrzehnten und fast Jahrhunderten übrigens und natürlich gänzlich ohne eigenes Dazutun).  Es ist schrecklich, dass Menschen sterben.  Es ist  fürchterlich, dass schon kleine Jungen von ihren Vätern in die Klau- oder Kampf- oder Terroraktionen einbezogen werden.  Aber das sagt Herr Todenhöfer nicht.  Ein Taliban, egal welchen Alters, hat vermutlich seiner Erkenntnis nach  die naturgegebene  Legititmation zu kämpfen,  und wenn die   „6 – 8 jährigen Taliban“   – die möglicherweise   lediglich Benzin klauen wollten oder sollten -   zu Schaden oder gar ums Leben kamen, ist das (und  damit die Verantwortung für die armen Kinder)  dem  „kriegerischen deutschen Verteidigungsminister“ anzulasten.  So einfach funktioniert die Welt.

(Übrigens ist es auch bei der Hamas vollkommen gerechtfertigt, dass schon die kleinsten der Kleinen in die Kampfkunst eingeübt werden und den Hass mit der Muttermilch einsaugen, und auch dafür sind nicht die Hamsleute verantwortlich -  sondern der böse Feind, ja, genau der!)

Wach auf, der du schläfst! 9. August, 2009

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, islam, israel.
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Diese Aufforderung  kam mir in den Sinn als ich heute den Beitrag Mr.  Moe’s  über das Positionspapier las, das auf dem „Parteitag“ der Fatah verabschiedet wurde.

Ja, ja, ich weiß,  dieser Weckruf bezieht sich auf einen Bibelvers aus dem Epheserbrief  (Epheser 5,14),   ich habe aber keineswegs die Absicht, hier eine Predigt zu halten.   (Alternativ hätte ich auch einen nicht mehr zeit- und geistgemäßen  Kampfruf zitieren können,  das schien mir aber vollkommen unangemessen angesichts des Themas.)

Andererseits, wenn ich es mir recht überlege, müsste eigentlich mal  eine laute Busspredigt gehalten werden:

Tut Buße im wahrsten  Sinne des Wortes!

Kehrt um!

Kehrt endlich um von dem Irrweg der Toleranz gegenüber  den als „Friedensengel“ gut getarnten Hasspredigern, Gewalttätern, Terrorristen, den doppelzüngigen Heilsverkündern, den Wölfen im Schafspelz der Religion des Friedens, den Mordschreiern und Anstiftern zu Blutorgien!

Wacht doch endlich auf und begreift, dass mit denen kein Frieden in Israel zu machen ist, heute nicht, morgen nicht, niemals!

Kapiert endlich, dass sie nicht einen Millimeter „heiligen palästinensischen Bodens“ den Juden übrig lassen werden, heute nicht, morgen nicht, niemals!

Seht genau hin und versteht, dass es wirklich und wahrhaft um Israels Existenz geht und hört auf  das Wort „Existenzrecht Israels“ wie eine leere Worthülse gebetsmühlenartig vor euch her zubeten, wenn ihr doch in Wirklichkeit mit  dem Gedanken spielt,  Jerusalem zu teilen und Israel in die Grenzen von 67 zu zwingen,  wenn ihr von den zwei friedlich nebeneinander lebenden Völkern in zwei Staaten faselt und den Kotau vor den Mullahs in Teheran macht,  wenn ihr Fatah, Hisbollah und Hamas für prinzipiell  friedliebende und gottesfürchtige Zeitgenossen haltet, die nur aus Verzweifelung über den jüdischen Staat auf die falsche Spur geraten sind!

Lasst euch nicht länger blenden von den Parolen und den schönen Worten, schaut auf die Taten derjenigen, die seit mehr als 60 Jahren beteuern, sie wollten nichts lieber als im eigenen Staat glücklich sein und die seit über 60 Jahren alles daran setzen dieses Glück mit immer neuen Argumenten zu verhindern!

Glaubt ihnen kein Wort vom Frieden, aber nehmt jedes dieser Worte ernst, denn das ist ihr Programm!

Und hört endlich auf, sie für ihr Gejammer großzügig mit vielen, vielen Euros und Dollars zu belohnen!

WACHT ENDLICH AUF!

Ich befürchte allerdings, dass Mr.Moe Recht behält in seiner Annahme, dass die deutschen Medien es weiter tun werden:

Und doch werden deutsche Medien es weiterhin tun:

  • sie werden weiterhin hartnäckig und jeglicher Erfahrung zum Trotz von der „moderaten“ Fatah und dem „gemäßtigen“ Abbas schreiben und sprechen
  • sie werden weiterhin die israelische Siedlungen als größtes Hindernis für einen dauerhaften Frieden ansehen und nicht etwa den massiven Unwillen sowohl der Hamas als auch der Fatah, Israels Existenz anzuerkennen
  • sie werden weiterhin fordern, dass Israel nicht nur mit radikalen Extremisten verhandelt, sondern einseitige Zugeständnisse eingeht, ohne jemals berechtigte Hoffnung auf Gegenleistungen hegen zu dürfen
  • sie werden weiterhin einem US-Präsidenten zujubeln, dessen einseitiger und unnachgiebiger Druck auf Israel die Palästinenser in ihren ohnehin schon kompromisslosen Maximalforderungen noch bestärkt, und der somit (mit-)verantwortlich dafür ist, dass Cäsar eher Gallien erobert, als dass die “gemäßigte” Fataha zu einem Frieden mit Israel bereit ist

Dat hälsse ja im Kopp nich aus… 3. August, 2009

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, islam.
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… et gibt neuigkeiten vonne dauerempörten, kann’se glauben oder nich.  is villeich auch nur de füllung vonnen sommerloch, egal, jedenfalls hamse ärger auf schlake. nä, nich mit’te spieler …

die auf schalke ham da son lied seit anno dunnemal, sing’se vamutlich inne kneipe oder so oder aufem spielfeld – äh, am spielfeld, weil, die aufem spielfeld solln spieln un nich singn. damals ham’e leute sich noch keine gedanken über de politisch korrekten lieder gemacht und ham manchmal auch ganz schön blödes zeugs gedichtet, muss man’ja zugeben. tät ich auch nich singen, son lied, bin aber auch nich von schalke.

worum et geht? ummen lied, en schalke-lied, wat sag’ich, die hymne vonnen vaein,  irgendwat mit weiß blau und auch wat mit mohamed drin. weiß der kuckuck warum die  wat mit mohamed innen fussballlied anne backe hatten.  hamse abba gemacht, hat sich vamutlich irgendwie toll angehört, inne zwanziger  jahre als’se dat lied gedichtet  un dann inne sechsziger nochma umgeändert ham,  so ub tu date, modern eben, bisken exotisch, is ja auch egal. jedenfalls geht dat nich, kann’se nich machen, mohammed innen fussballlied.  kann’se sagen, „pele issen fussballgott“ oder „gott is schalker“  oder auch vonnen „göttlichen“ spieler xy-dingsbums reden, abba mohammed innen lied von schalke geht nich, weil, is beleidigung von’nen propheten, macht man besser nich, brennen am ende wieda alle möglichen fahnen und son gedöns, weil, wenn man jemanden mit’en propheten beleidigt, darf der fahnen anstecken, tut der auch glatt, echt, eh.  und jez denken’se in schalke, wie’se dat wieder hinkriegen, damit nich auch noch de arena abgefackelt wird, sone fahne kann’se ja vaschmerzen, wat is abba, wenn’se damit noch nich genug entbeleidigt sind, he?

is eigentlich ma wieda n thema für’de islamkonferenz, könn’se en neuen beschluss fassen: der prophet darf nich inne fussballlieder un als wiedagutmachung kriegen alle beleidigten in gelsenkirchn ne dauerfreikarte für de ganze säson auf schalke.

is doch ne gute idee, oda?

un wenn’se mehr wissen wills, kann’se  auch noch lesen, wat liza dazu schreibt, liza is nämlich nich nur nen guta schreiba, is auch noch fussballexperte un hat ahnung vonne politik un so… is abba auch kein schalke-fan, glaub ich … is doch nich so schlimm, oda, ich mein, dass er kein schalker is, hauptsache er hat ahnung vonnen fussball, dat is beim fussball sowieso dat wichtigste, vasteh ich sowieso nich, warum die sich üba son lied…

Vereinslied

Blau und Weiß, wie lieb ich Dich
(Text bearbeitet von Hans J. König / 1963)

Blau und Weiß, wie lieb ich Dich
Blau und Weiß, verlass mich nicht
Blau und Weiß ist ja der Himmel nur
Blau und Weiß ist unsere Fußballgarnitur

Hätten wir ein Königreich
Machten wir es den Schalkern gleich
Alle Mädchen, die so jung und schön
Müssten alle Blau und Weiß spazieren gehn

Mohammed war ein Prophet
Der vom Fußballspielen nichts versteht
Doch aus all der schönen Farbenpracht
Hat er sich das Blau und Weiße ausgedacht

Tausend Feuer in der Nacht
Haben uns das große Glück gebracht
Tausend Freunde, die zusammenstehn
Dann wird der FC Schalke niemals untergehn.

so aufregen…

Nachtrag:

hab’ich eben noch entdeckt, hätten’se ma besser  ‘auf gehört, wärn’se nämich nich mit’en schlimmen lied mitne ganz, ganz schlimme beleidigung vonnen propheten beleidigt worden …

Leider verpasst … 29. Juli, 2009

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft.
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… und hier und heute nachgeholt,

das rechtzeitige Erinnern an

Hilde Domin, die am 27. Juli 100 Jahre alt geworden wäre.

Auf der Rückfahrt aus dem Urlaub hörten wir am Montag, 27. Juli,  im Deutschlandfunk ein kurzes Porträt zu Ehren Hilde Domins anlässlich ihres 100. Geburtstages, den sie selbst nicht mehr erlebt hat.  Beeindruckend die Passage in der sie selbst berichtet, wie sie als noch junge Frau ihre Eltern Anfang der Dreissiger Jahre davon überzeugt hat, dass sie als Juden in Deutschland nichts Gutes zu erwarten hätten und sie deshalb drängte, ihre Heimatstadt Köln zu verlassen und lieber  die „Armseligkeit“  im Ausland in Kauf zu nehmen als das Schicksal der europäischen Juden zu erleiden, das sie klug und weitsichtig, wenn auch nicht in dieser unvorstellbaren mörderischen Konsequenz,  voraus sah. Leider konnte ich keine Internetausgabe des Beitrags im DLF finden, wohl aber das „Kalenderblatt“ des Senders, das   ebenfalls Hilde Domin gewidmet war.

Ich liebe ihre Gedichte und weiß doch selbst zu wenig über sie, als dass ich   einen  eigenen ausführlichen  Beitrag  über sie schreiben könnte. Eine Würdigung ihres  Lebens und Werkes  findet sich in den „Zeitzeichen“ … ein weitgehend guter Text, sieht man davon ab, dass allzu schnell und oberflächlich mit der „unheilvollen Entwicklung“ in Deutschland, wie es im Text heißt, umgegangen wird und Ilka Scheidgen es nicht für nötig erachtet, das „Unheilvolle“ mit einigen Sätzen näher zu beschreiben.

Das Gedicht, durch das ich auf die Lyrikerin aufmerksam wurde:

Ziehende Landschaft

Man muss weggehen können
Und doch sein wie ein Baum
Als bliebe die Wurzel im Boden
Als zöge die Landschaft und wir stünden fest
Man muss den Atem anhalten
Bis der Wind nachlässt
Und die fremde Luft
Um uns zu kreisen beginnt.
Bis das Spiel von Licht und Schatten
Von Grün und Blau
Die alten Muster zeigt
Und wir zu Hause sind
Wo es auch sei
Und niedersitzen können und uns anlehnen
Als sei es an das Grab unsrer Mutter

So eine dumme Überschrift… 13. Juli, 2009

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft.
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… im Verhältnis zum Artikel selbst habe ich lange nicht gelesen!

Da schreibt Spon lang und breit über den neuen Vertrag zu „Nabucco“ – womit natürlich nicht die gleichnamige Oper gemeint ist, sondern ein neues Pipeline-Projekt -  und er titelt den Artikel geradezu übermütig (folgt man den weiteren Ausführungen) mit  „Europa emanzipiert sich vom russischen Gas“.    „Toll! Klasse, prima!“, mag man da denken, „Emanzipation ist etwas Wunderbares“, mag man glauben. In meinem früheren Leben an einer hessischen Sonderschule habe ich zur zweiten Lehrerprüfung als pädagogisches Thema „Erziehung zur Emanzipation“ gewählt, was damals vor über 30 Jahren ungeheuer fortschrittlich war ;-)   , meinen Schulrat aber auch zu der Bemerkung verleitete, dass streng genommen die Übersetzung aus dem Lateinischen nichts anderes bedeutete, als „aus der Hand geben“, womit die alten Lateiner in erster Linie die Entlassung eines Sohnes oder eines Sklaven aus der väterlich-hausherrlichen Verfügungsgewalt  in die Selbstständigkeit meinten! (Die Emanzipation des Mädchens / der Frau hatte damals wohl noch keine Mensch im Sinn!)

Nun kann und wird es in der Pädagogik ja durchaus sinnvoll sein, dass man Kinder und Schüler „aus der Hand gibt“, sie ermutigt, ermuntert und dazu befähigt, das Leben in die eigene Hand zu nehmen, und auch in anderen Felder des Lebens und des Umgangs mit Problemen ist die Übernahme von Verantwortung für das, was im eigenen Zuständigkeitsbereich liegt, sicher sehr empfehlenswert. So gesehen mag auch die Emanzipation vom russischen Gas sinnvoll und wichtig sein. Folgt man aber dem Spiegelartikel weiter, so erfährt man, dass zwar die Pipeline als emanzipatorischer Akt gebaut werden soll – ganz ohne Russland natürlich -, aber es noch völlig offen ist, woher denn das Gas eigentlich kommen soll.

Woher soll das Gas für Nabucco kommen? Die Europäer hoffen auf zentralasiatische Quellen, zum Beispiel aus Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan. Feste Zusagen gibt es aber nicht – zumal auch China, Pakistan und Indien großes Interesse an den zentralasiatischen Vorkommen haben.

Mit auf der Kandidatenliste für mögliche Lieferungen stehen  neben dem Iran – ja, genau DER IRAN!!! – so politisch wie wirtschaftlich zuverlässige und stabile Länder wie Turkmenistan, Kasachstan, Usbekistan.

Sicher dabei ist nur Aserbaidschan. Die Lieferungen aus dem kleinen Land dürften aber kaum ausreichen, um die Pipeline zu füllen. Langfristig soll Nabucco jährlich 31 Milliarden Kubikmeter Gas aufnehmen – Aserbaidschan kann aber vermutlich nur vier Milliarden Kubikmeter bereitstellen. Ein möglicher Partner wäre Iran – das Land verfügt über enorme Gasvorkommen. Wegen der angespannten politischen Beziehungen gilt Iran aber nicht gerade als Wunschlieferant.Immerhin: Turkmenistan kommt den Nabucco-Betreibern immer stärker entgegen. Das energiereiche Land verfügt nach jüngsten Untersuchungen von Geologen über genug Erdgas, um sich an möglichen Lieferungen nach Europa zu beteiligen. Das habe der turkmenische Präsident Gurbanguly Berdymuchammedow in der Hauptstadt Aschchabad gesagt, meldete die Agentur RIA Nowosti am Samstag.

Da freut man sich doch über die gelungene Emanzipation von Russland, kann man doch nun getrost in die Abhängigkeit sehr solider Gaslieferländer eintreten. (Das mit der Hintertür, der in beide Richtungen möglichen Lieferungen – der Spiegel meint, es könne ja auch Gas aus Norwegen nach Usbekistan geliefert werden, oder so ähnlich -, ist doch einfach nur Augenwischerei, die die extrem hohen Kosten für den Bau der Pipeline als „Geschäft“ erscheinen lassen soll oder kann!)

Aber es  geht mir in diesem Beitrag nicht in erster Linie über die überaus schwierigen und komplizierten Versuche, die Energieversorgung der Zukunft zu sichern – z.B. wäre es ja auch eine Art von Emanzipation, alternative Energiekonzepte mit den Unsummen zu fördern, die diese Pipeline kosten soll, von der man ja nicht mal sicher zu wissen scheint, ob jemals Gas durch die dicke Röhre fließen wird -,  es geht mir um die Redlichkeit in der Berichterstattung und darum zu zeigen, wie mit Worten jongliert wird, um eine positive Stimmung zu erzeugen, völlig unabhängig davon, ob Schlagworte mit  Inhalt und Gehalt der eigentlichen Aussagen kompatibel sind, darum, dass eine kritische Distanz zu dem Projekt selbst nicht genügend erkennbar ist und aus welchen (politischen?) Gründen auch immer über ein Vorhaben in einer Weise berichtet wird, die die möglichen Risiken und Gefahrenquellen in der Zukunft einfach ausblendet.   Vielleicht bin ich aber einfach nur ziemlich kleinkariert und bringe nicht genug Phantasie und Begeisterung für die Emanzipation vom russischen Gas, äh, für die schlagkräftig-überzeugende Berichterstattung eines Spon-Artikels auf.

.

So geht es übrigens auch!

.

PS  Selbstkristisch bis zur Selbstaufgabe beschleicht mich die leise Sorge, ob denn wohl meine Überschrift zum Blog-Beitrag nicht auch … na, Ihr wisst schon….

Die Debatte … 20. Juni, 2009

Posted by Rika in aktuell, christsein und glauben, gesellschaft.
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… über Sinn oder Unsinn, Vernunft oder Unvernunft  des  sozial-diakonischen Einsatzes junger Frauen im Jemen wird nun auch deutlich kritisch in den öffentlichen Medien geführt und bleibt nicht den Foren der Internetseiten von Tageszeitungen, Magazinen oder Informationsdiensten überlassen.

Ich hatte  meinem Beitrag „Alles, was ihr tut…“   einen Kommentar angefügt und auf die eher hämisch-kritischen Kommentatoren in den diversen Foren hingewiesen  – und kopiere diesen Kommentar und die beiden folgenden hierher, weil sie am „alten Platz“ dem eigentlichen Gedanken des Blogbeitrags nicht entsprechen und fehl am Platz sind.

Die Diskussion um Sinn oder Unvernunft von diakonischen Einsätzen ist aber wichtig und angebracht.  Inhalt und Wortwahl sollten aber meiner Meinung nach in einem sachlich-nüchternen Zusammenhang gebracht werden, fern von jedem hämischen Nachtreten!

Mein Kommentar:

„Angesichts hämischer und unaussprechlich christenfeindlicher Reaktionen in sehr vielen Foren der Internetauftritte großer Tageszeitungen und/ oder Informationsdiensten, die ich hier nicht namentlich auflisten will, scheint es mir angebracht, folgenden Link einzustellen.

http://diepresse.com/home/panorama/religion/435337/index.do?offset=25

Was mir bei vielen Kommentaren auffällt ist, dass die Schreiber sich absolut nicht vorstellen können, Gott als Realität wahrzunehmen und so etwas wie “seinen Willen” zur Kenntnis nehmen zu können.

Es ist traurig zu lesen, dass den Opfern durch die Form der Berichte und Kommentare auch noch (nachträglich) ihre Würde genommen wird …“

Julia:

„Liebe Rika, ich verstehe nicht, warum man den Opfern ihre Würde nimmt, wenn man mutmaßt, daß sie sich wider besseres Wissen in Gefahr begeben haben, und daß sie der Mission zumindest nicht abgeneigt waren….sonst wären sie ja wohl kaum in dieser Schule gewesen. Und wenn manche dann dazu schreiben, daß sie Mission in keinem Fall akzeptabel finden…auch dann nimmt niemand irgendjemandem seine Würde….“

meine Antwort:

Julia,
ich habe doch gar nichts von Mission und dgl. gesagt!

Der Ton macht die Musik – und bei vielen Kommentaren klingt sehr viel Häme an, damit meine ich nicht kritisches Nachfragen, das, denke ich, wird sicher (und auch notwendigerweise) auch in der Bibelschule und in der Gemeinde passieren.
Ich kann das, was ich meine nur schwer beschreiben, es ist eine Art sich über Leute zu erheben, die sehr gradlinig einen Weg gegangen sind.
Kopiere dir hier mal einige Kommentare rein:

“Zwei arme, junge, unwissende Mädels von einer “Bibelschule” dorthin zu schicken, das ist schon der Hammer. Missionierende evangelikale Christen, das brauchen die im Jemen so dringend wie ein drittes Ohr…Um die Mädels tut es mir leid, aber: das war wohl Schicksal (man könnte auch fragen wo der Herr denn war in der Stunde der Not, aber das lassen wir mal). Ich sehe die beiden, christliche Liedchen auf den Lippen, durch den Jemen fahren….Oh Mann…hoffentlich ging es wenigstens schnell ”

Wenn es meine Tochter wäre, über die so locker-flockig geredet wird, würde es mir das Herz ein zweites Mal brechen … und dabei ist dieser Schreiber noch freundlich-harmlos.
oder dies:
“Ich bin ja kein Macho,aber die Naivität der jungen Frauen in Deutschland ist eigentlich reif für das Guinness-Buch der Rekorde.Und die Eltern der drei Kinder,ich muß sagen,da fehlen einem einfach die Worte.”

Es sind die Worte, der Ausdruck, der Kontext…

Oder lies dies:

“Man kann nicht den Staat Jemen oder seine Bevölkerung pauschal für solche Verbrechen verurteilen. Allerding halte ich Leute, die freiwillig in den Jemen fahren für grob fahrlässig, um nicht zu sagen wahnsinnig. Wer dort hinfährt nimmt solche Risiken bewusst in Kauf. Das ist vergleichbar mit einem Führerscheinneuling, der sturzbetrunken mit 200 Sachen über die Landstraße fährt. Daher hält sich auch meine Bestürzung in Grenzen. Die Damen hätten ihr Pflegepraktikum auch in Detmold oder Hameln ableisten können. Das ist genauso lehrreich und ungefährlicher ist es allemal. Bibelforschen kann man in Europa ohnehin besser als in einem radikal muslimischen Land”

“Deutsche Bibelschülerinnen, die in einem islamistischen Staat ein Praktikum ablegen?
Dann bleibt nur der Schluss: es war Gottes Wille. Oder schiere Dummheit
Na, als entweder stimmt das, woran sie glauben, dann kommen sie sofot in den Himmel. Oder es stimmt nicht, dann haben sie sich ausgemendelt.”

“Diese Frauen gehörten einer fundamentalistischen Bewegung an, die den Taliban in Ihrer verbohrtheit kaum nachsteht.
Es ist kaum anzunehmen, dass jemand, der die Missionierung jedes Ungläubigen zu seiner Lebensmaxime auserkohren hat, seine Überzeugung zu Gunsten eines humanitären Hilfswunsch – der ihm ansonsten fremd ist – an der Grenze zum Jemen ablegt.

“In Deutschland werden viele Menschen einen massiven Missionierungseinsatz wohl einfach ignorieren. In einer traditionalistisch-muslimischen Gesellschaft wie dem Jemen ist derartiges Agieren eine ungeheure Provokation. Ganz nebenbei bemerkt: Südkoreaner haben auch in Afghanistan massive Missionierungsversuche unternommen. Diese evangelikalen Sekten sind im Übrigen in ihrer Religiösität nicht weniger fundamentalistisch als die Taliban, sie wenden nur keine Gewalt an, sondern agieren subtiler.”

Von evangelikalen Sekten ist die Rede, die als fundamentalistisch angesehen werden und den Taliban gleich gesetzt werden!

Alle möglichen Spekulationen werden über die Bibelschule angestellt, Vermutungen geäußert, Informationen verdreht und uminterpretiert…

Solche Kommentare meine ich, Julia; und es ist mir wichtig, Dir dies so konkret zu vermitteln!

Ich möchte aber an dieser Stelle KEINE Diskussion über die zitierten Kommentare!
und bitte das zu respektieren!“

.

Soweit die Kommentare an alter Stelle!

Die Kommentare im Beitrag werden gelöscht, eine mögliche Erwiderung kann hier erfolgen!


Die hannöversche Tageszeitung greift heute mit einem Artikel und dem Kommentar in die Debatte ein und legt eindeutig den Schwerpunkt auf das Fehlverhalten der Bibelschule bzw. der Getöteten selbst. Nicht christliche Hilfsorganisationen kommen zu Wort, die sich kritisch zu dem Einsatz christlicher Dienstleister (Betreiber von Krankenhäuser in Elendsgebieten gehören für mich auch dazu!) äußern.

Eigenartigerweise kommen viele Kritiker aber gar nicht auf den Gedanken, an der geübten Praxis – in Ländern wie dem Jemen -  Christen zu verfolgen, Kritik zu üben,  sie vermitteln vielmehr den Eindruck,  dies auch selbst für  „Recht“  zu erachten, zumindest reagieren sie mit Verständnis für die landesüblichen Gepflogenheiten.

Zu den universal geltenden Menschenrechten gehört auch das Recht auf Religionsfreiheit.

Und  –   so könnte man doch zumindest im Denkansatz auch argumentieren – wenn Christen in einem nicht-christlichen Land Entwicklungshilfe leisten oder soziale Einsätze in Krankenhäusern und ambulanten medizinischen Stationen erbringen, müssen sie auch frei sein, ihren Glauben ausüben zu können.

Wenn ich in ein fremdes Land reise, werde ich dort genauso beten, Bibel lesen, singen, wie ich es zu Hause gewohnt bin – und in aller Regel stelle ich mich auch zu Hause nicht auf die Hauptstraße meines Dorfes, sondern  „gehe in mein Kämmerlein“, wie es einer Empfehlung im Neuen Testament entspricht!  Beim Singen werden ich nicht unbedingt das Fenster öffnen und außerhalb meiner Behausung singe ich sowieso so gut wie gar  nicht, es sei denn bei öffentlichen Veranstaltungen oder Wanderungen  ;-)   und in fremden Ländern eigentlich nie! Wir wissen aber  von einigen Ländern, in denen der Islam Staatsreligion und politisches Programm zugleich ist, dass (christliche) Fremde, die sich vorübergehend in den Ländern aufhalten, nicht mal in ihrem Hotelzimmer in der Bibel lesen dürfen. Auch Treffen mit Gleichgesinnten, „Gleichgläubigen“ um miteinander zu beten im ganz privaten Bereich sind strikt verboten!

Aber was hat die persönliche Bibellese oder  das gemeinsame Gebet mit Freunden  mit der so heftig kritisierten Mission  zu tun?

Es ist gelebter Glaube!

Wie stellen sich die Kritiker eigentlich vor, dass in in muslimischen Ländern „missioniert“ wird? Öffentlich Bibeln verteilen, Gottesdienste feiern, Gebetsversammlungen abhalten, Traktakte an belebten Straßen verteilen, Schilder mit dem Aufruf zur Bekehrung hochhalten, laut Heilslieder singen?

Mission heutzutage ist doch immer gelebtes Christsein – und das bedeutet doch nichts anderes, als für die Menschen da zu sein, die Hilfe dringend brauchen.  Von „Hintergedanken“ zu sprechen, wie es manche Kritiker tun, unterstellt ja schon „böse“ Absichten.

Trotzdem wird nun wieder verstärkt darüber nachgedacht, wie die Mitarbeiter vor Ort besser vor möglichen Angriffen geschützt werden können. Denn Fremde sind doch nicht nur ihres Glaubens wegen im Visier möglicher „Banden  und Banditen“, sie eignen sich in der Regel auch gut als „Verhandlungsmasse“ für Lösegeldforderungen  (wie das Kidnapping harmloser Urlauber oder Geschäftsleuten in der Vergangenheit immer wieder gezeigt hat!) oder – etwas weniger spektakulär, sie werden einfach „nur“ beraubt!

Eine meiner Nichten arbeitet als Kinderkrankenschwester in einem Waisenhaus für Aidswaisen und betreut an Aids erkrankte Kleinkinder in Afrika. Bei einem ihrer Besuche eines medizinischen Außenpostens wurde der Jeep, in dem sie mit einem afrikanischen Fahrer unterwegs war, überfallen und sie konnten nur mit knapper Mühe ihr Leben retten.

Ganz sicher war dieser Angriff nicht religiös motiviert.

Sollte man  darauf verzichten, Hilfen für Hilflose in „unsicheren Gebieten“ anzubieten?

Wohl kaum!

Von der Hilfe der „roten Heidi“ und der wenigen „regierungsnahen Organisationen“ allein, wird die Not ganz sicher nicht gelindert!

Mutter Teresa wird wegen ihrer  -  an Jesus orientierten - Arbeit für die ärmsten der Armen und die Verlassenen als Heilige verehrt… da redet auch niemand davon, dass man die nichtchristlichen Notleidenden sich selbst überlassen  und sich nicht in die Angelegenheiten fremder Länder einmischen sollte.

Bei „evangelikalen Fanatikern“   ist  es natürlich ganz etwas anderes, wenn Menschen sich  – an Jesus orientiert -  um die Not der Ärmsten und Verlassenen  kümmern, nicht wahr?

ABER,

nichts und gar nichts rechtfertigt den brutalen Mord an wehrlosen Frauen  -und das meine ich sehr grundsätzlich – weder hier in Deutschland, der islamischen Ehre geschuldet, noch dort im Jemen  als Strafe für vermeintlichen oder tatsächlichen missionarischen Eifer!

EIN MORD IST EIN MORD IST EIN MORD IST EIN MORD IST EIN MORD

Der Wille zählt… 18. Juni, 2009

Posted by Rika in aktuell, familie, gesellschaft.
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… der Wille des Patienten nämlich!

Heute verabschiedete der Bundestag ein Gesetzt zur Patientenverfügung, das vorsieht, dem Patienten die größtmögliche Entscheidungsfreiheit zu lassen.

Liegt der Patientenwille schriftlich vor, gilt er auch – und zwar völlig unabhängig von Art und Stadium der Erkrankung. Das bedeutet, dass beispielsweise ein Motorradfahrer für den Fall eines Komas das Abschalten des Beatmungsgeräts festlegen kann, wenn ihm beide Beine abgenommen werden müssten. Fehlt die Verfügung, muss wie bislang der mutmaßliche Wille des Patienten ermittelt werden. Sind sich Betreuer und Arzt in dieser Entscheidung nicht einig, wird ein Vormundschaftsgericht eingeschaltet.

Wie schwierig die Entscheidung zu diesem Gesetz war und wie schwer es trotz des Gesetzes  für Betroffene sein wird, dem Willen des Patienten und dem Gesetz Rechnung zu tragen und Geltung zu verschaffen lässt sich an der lange und engagiert geführten Debatte schon im Vorfeld der  heutigen Entscheidung und wohl auch am Abstimmungsergebnis ablesen.

Gut sechs Jahre lang hat die deutsche Politik um eine Regelung zum Umgang mit Sterbenden gerungen. Jetzt ist ein Gesetz zur Patientenverfügung beschlossen, das vor allem den Willen der Betroffenen gelten lässt. In der vorangehenden Debatte traten die Abgeordneten angespannt und leidenschaftlich wie selten auf.

Das Gesetz mag den einen zu weit und den anderen zu unpräzise erscheinen, es hat sicher Schwachpunkte und vermutlich kommt es – wie bei nahezu allen Gesetzen – letztlich auf die Auslegung an, aber dennoch ist es gut, dass nun eine gesetzliche Regelung vorliegt.

Dabei trieb die Abgeordneten nicht die Fraktionsdisziplin zur Abstimmung. Quer durch alle Parteien hatten die verschiedenen Anträge für ein Gesetz zur Patientenverfügung im Vorfeld Unterstützer gefunden – da unterzeichnete Angela Merkel einen Entwurf in einer Reihe mit Linken-Politiker Diether Dehm, CSU-Mann Norbert Geis unterschrieb einen anderen gemeinsam mit Volker Beck von den Grünen, Linken-Chef Oskar Lafontaine einen dritten zusammen mit FDP-Fraktionsvize Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Schwer war abzusehen, wie die Entscheidung ausgehen würde – jede Stimme zählte.

Am Ende fand ein Vorschlag einer Gruppe um den SPD-Abgeordneten Joachim Stünker eine doch überraschend deutliche Mehrheit: 317 Parlamentarier stimmten für den Entwurf, 233 Parlamentarier votierten dagegen, fünf enthielten sich. Stünker hatte schon vor der Abstimmung die meisten Unterstützer aus den verschiedenen Fraktionen gewinnen können, darunter allerdings keine aus der Union.

Die gesetzliche Regelung zur Patientenverfügung beendet (zunächst) die Diskussionen um die Rechtswirksamkeit bisheriger Verfügungen,  auch wenn es  in der nächsten Zeit sicher zu Debatten darüber kommen wird, wie gut das Gesetz sich im Alltag von kranken, alten, dementen Menschen, von Koma-Patienten und sterbenskranken Patienten  in den Krankenhäusern, Pflegestationen und in der häuslichen Pflege bewähren wird.

Durch die schwere Erkrankung meines Vaters vor 6 Jahren bin ich endgültig mit der Frage konfrontiert worden, wie ich mir mein eigenes Sterben wünsche, unter welchen Bedingungen ich mir ein Leben als mögliche schwerst pflegebedürftige Patientin vorstellen kann und was ich unter keinen Umständen an Maßnahmen der Lebensverlängerung oder Wiederbelebung für mich will.

Meine Eltern haben sich damals ebenfalls sehr intensiv mit den Fragen auseinander gesetzt und eine sogenannte „Christliche Patientenverfügung“ abgeschlossen und mir zusätzlich eine notariell beglaubigte Generalvollmacht erteilt. Wir glaubten damals,  für alle Fälle gut gerüstet zu sein. Und nach der neuen Gestzeslages scheint es auch so zu sein, denn

Die Gültigkeit der bereits verfassten Patientenverfügungen steht durch das neue Gesetz nicht in Frage. Sie müssen nicht neu verfasst werden.

Dann mussten meine Eltern ihre Wohnung in der weit von hier  entfernten Stadt aufgeben und gegen ein Appartement in einem Pflegeheim hier in der Nähe eintauschen, weil meine Mutter die Pflege meines Vaters beim besten Willen nicht mehr bewältigen konnte – trotz Hilfe im Haushalt und ambulantem Pflegedienst.

Die Zeit im Pflegeheim lehrte uns, dass der „eigene Wille“ nicht nur ein hohes, sondern vor allem ein durch Vorschriften, Pflegedokumentation, Pflegerinnen und Pfleger höchst gefährdetes Gut ist, für dessen Erhalt gestritten und gebettelt werden muss, so kam und kommt es mir jedenfalls bisweilen vor.

Die Pflegevorschriften legen zum Beispiel fest, wie viel ein alter Mensch täglich „einführen“ (das heißt tatsächlich so!!!) muss, an Flüssigkeit vor allem, aber auch an mit der Nahrung aufgenommenen Kalorien. Meine Mutter war eine sehr selbstbestimmte Frau und konnte freundlich bestimmt sagen, was sie wollte und was nicht und ebenso bestimmt auch die Rechte ihres Mannes verteidigen. Seit dem Tod meiner Mutter erlebe ich es immer wieder, dass meinem Vater das Essen aufgenötigt wird und sein energisches „Ich will nicht!“  mit dem Hinweis ignoriert wird, dass er essen und trinken  MUSS!!, weil ihm sonst die Zwangsernährung drohe, da ja der kommunale medizinische Dienst die Dokumentationen überprüfe und dem Heim Ärger ins Haus stehe, wenn ein Bewohner nicht die Norm erfülle und durch Unterernährung oder Flüssigkeitsmangel in eine lebensbedrohliche Situation kommen könne.  Zum Glück habe ich mit einer verständnisvollen Ärztin und mit einigen der Pflegekräfte ausmachen können, dass der Wille meines Vaters respektiert wird, ohne gleich den Tropf bereit zu stellen, wenn er seine Tagesration nicht erreicht.  Aber die Pflegedienstleitung hat mir dabei sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass wir uns allesamt damit in einer Grauzone bewegen und Ungemach drohen könne.

Mein Vater, dauerhaft bettlägerig,  weiß sehr genau was es bedeutet, wenn er nicht genug isst oder trinkt. Sein Verstand arbeitet nämlich noch ganz ordentlich, wenn er auch nicht mehr so wortgewandt wie in früheren Jahren seine Interessen vertreten und seine Ansichten darlegen kann. Ich bin gefordert, seine berechtigten Interessen und seinen Wunsch, respektiert zu werden bei den wenigen Dingen die er noch selbst bestimmen kann, durchzusetzen. Dazu gehört es nun einmal, dass er sagen kann: „Ich will nicht essen und ich will auch heute nichts mehr trinken!“  Bisher ist ein lebensbedrohlicher Zustand noch nicht eingetreten, darüber bin ich froh, dafür bin ich dankbar.

Aber ich möchte selbst dann den Wunsch meines Vaters respektieren, wenn absolut klar ist, dass die Konsequenz aus seiner Entscheidung dazu führt, dass er in einen Mangelzustand kommt, der sein Sterben bedeutet.

Die Begleitung meiner Mutter auf ihrer letzten Wegstrecke hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, der Sterbenden den Rhythmus zu überlassen, ihr die Ruhe zu geben, Abschied nehmen zu können, nicht durch technische Geräte oder medizinische Dauerbehandlung den Zeitpunkt weit und weiter hinaus zu schieben. Eine sehr einfühlsame Ärztin hat sie gut versorgt mit dem was nötig war, um keine Schmerzen zu erleiden oder in Panik zu geraten. Es war ein ruhiger, langer und intensiver Prozess des langsamen Loslassens.

Mir ist natürlich bewusst, dass andere Leute mit anderen Bedürfnissen und Erfahrungen zu anderen Schlüssen kommen und ein viel stärker begrenztes Patientenrecht für sinnvoll erachteten. Mir ist auch bewusst, dass die größere Freiheit des jetzt beschlossenen Rechts auch die Gefahr des Missbrauchs in sich birgt – und mir liegt viel daran, diesen so weit wie möglich auszuschließen.

Mir steht aber auch eine Veranstaltung im Pflegeheim meiner Eltern vor Augen, in der eine sehr eloquente Anwältin die Segnungen der anwaltlichen Beratung und eine vom Anwalt aufgesetzte Patientenverfügung anpries, dabei die Gefahren in den düstersten Farben malte und und schon den Terminkalender bereit liegen hatte, um Beratungsgespräche für eine anwaltlich-rechtlich einwandfreie Patientenverfügung zu führen – das mehrseitige Papier konnte nicht eingesehen werden, die anwaltlich korrekt aufgesetzte Verfügung war natürlich nicht kostenlos!

Das mag ein Einzelfall sein – wobei die Anwältin sehr sympathisch und nett „rüberkam“ – aber würde nicht der Zwang zu einem Beratungsgespräch mit Anwalt und / oder Arzt, wie es der Entwurf  Wolfgang Bosbachs vorsah, vor allen Dingen diesen Berufsständen eine neue und (staatlich) garantiert krisenfeste Einnahmequelle sichern, denn wer möchte nicht abgesichert sein für die Einhaltung seines  Willen  bei seinem letzten Weg? (Ich bitte meine kleinen gemeinen Hintergedanken zu verzeihen…!)  Und andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass man nicht mit dem Arzt seines Vertrauens über die medizinischen Belange redet, wenn man sich mit dem Gedanken trägt, eine Patientenverfügung für den Fall seines Sterbens oder eines langen, zum Tode führenden Leidens aufzusetzen.

… Dass ein Gesetzt vermutlich immer  an Grenzen stößt bzw. Fragen offen lässt, machte mir mein Bruder, seines Zeichens Prof. Dr. med.,  klar, als wir über die möglichen Begleitumstände beim Sterben unserer Eltern redeten und er auf den Umstand zu sprechen kam, dass Ärzte ihrem hippokratischen Eid verpflichtet sind und selbst bei einer schon sehr explizit festgelegten Patientenverfügung, die regelt,  was in welchem Fall getan, bzw. unterlassen werden solle die Situation sehr diffiziel sein kann  …

Der folgende Satz erinnert mich daran:

Das Problem beim Aufsetzen einer Patientenverfügungen ist aus Sicht von Experten, genau eine spätere Situation und die eigenen Wünsche vorauszuahnen. Viele Verfügungen waren bisher nicht exakt genug, wenn sie zum Beispiel anwiesen, „unwürdiges Dahinvegetieren“, „qualvolles Leiden“ und „Apparatemedizin“ zu beenden.

So kann man sich doch eigentlich nur einen    „gnädigen Tod“   zu Hause wünschen, wie es früher oft in Todesanzeigen zu lesen war, der Tod fragt nämlich nicht nach einer Patientenverfügung – auch wenn man sie natürlich bereit halten sollte für den Fall der Fälle!

„Und alles, was ihr tut … 17. Juni, 2009

Posted by Rika in aktuell, christsein und glauben, gesellschaft.
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…im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!“  Kolosser 3,17

Mit Begeisterung habe ich immer wieder die Motette Dietrich Buxtehudes gesungen, die sich an diesem Bibelwort orientiert.

Und natürlich stehe ich generell auch zu dem Wort selbst, muss aber in kritischer Reflexion meines Lebens immer wieder feststellen, dass ich nicht genauso generell und grundsätzlich (immer) danach gehandelt oder mir dieses „Alles“  bewusst war und ich  mich entsprechend verhalten habe.   Ich frage mich daher schon immer wieder, kann man oder könnte man in dem was ich tue, rede, schreibe  „Jesus erkennen“ oder gar – wie bei einem  Auftrag   das Kürzel „i.A.“  –   seinen Namen  daruntersetzen?

ALLES, was ihr tut…  im Alltag wie im Gottesdienst, in der Familie wie im Beruf, im Freundeskreis wie unter Fremden… ALLES!?

Wenn ich an die beiden jungen Frauen denke, die ihr sozialdiakonisches Praktikum im Jemen absolvieren wollten, erst am Anfang ihrer Zeit dort waren und nun so grausam ermordet wurden, wird mir dieses „Alles“ wieder neu bewusst. Wir wissen inzwischen, dass sie Christinnen waren, Studierende der Bibelschule in Brake, Mitglieder der freien baptistischen Immanuelgemeinde in Wolfsburg.  Man kann mit ziemlicher Sicherheit annehmen, dass sie „im Namen Jesu“ in den Jemen gegangen sind, wohl wissend, welcher Gefährdung sie sich in diesem streng muslimischen Land aussetzen. Christen sind ja keine weltfremden, naiven und gutgläubigen Spinner, sie wissen, was sie tun und in wessen Auftrag sie handeln und so war es vermutlich nicht leichtfertige Abenteuerlust, die sie in den Jemen gehen liess, sondern „die Liebe zu Gott und den Menschen“, wie es heute in der HAZ zu lesen war.

Ihr Einsatz für Hilfsbedürftige im Jemen wird von den islamischen Geistlichen dort gewürdigt, die Ermordung der jungen Frauen scharf verurteilt.

„Alles, was ihr tut, mit Worten oder mit Werken, dass tut alles im Namen Jesu und dankt Gott, dem Vater, durch ihn!“

Mein Alltag hier im ruhigen hannöverschen Umland ist wenig spektakulär, ich laufe nicht Gefahr, meines Glaubens wegen ermordet zu werden, allenfalls handel ich mir ein spöttisches Lächeln von denen ein, die meinen, Christentum sei heutzutage nur noch etwas für alte Frauen oder Spinner. Ich falle aber auch nicht besonders auf als „Nachfolgerin Christi“, nicht in meinem alltäglichen Trott. Sicher, meine Schüler fragen schon mal nach: „Glauben Sie an Gott, Frau Rika?“ und natürlich gebe ich dann bereitwillig Auskunft.

Werde ich wahrgenommen als eine, die „im Namen Jesu“ unterwegs ist in einem ganz normalen Leben? Reicht es aus, einfach nur unterwegs zu sein in der Zuversicht des Glaubens an Jesus Christus?

Ich kann, denke ich  – gerade angesichts der Tragödie im Jemen – die Ermutigung für mein Leben in diesem Vers finden:   Das „Alles“ meint wirklich mein ganzes Leben, das Besondere wie das Unspektakuläre. Ich muss mich nicht mit einem Schild um den Hals auf den Kröpke in Hannover stellen um Jesus zu bezeugen, muss keine missionarischen Großeinsätze machen, um dem „Alles“ zu entsprechen.

Doch wenn einer  „im Namen Jesu“ sich auf den Kröpke stellt oder in den Jemen oder nach Uganda geht, in den Kongo oder zu den Uiguren, tut er das nicht  „auf eigene Rechnung oder eigenes Risiko“  –   er tut es, weil Jesus „Alles“ ist, was das Leben ausmacht!

So wünsche ich den Angehörigen und Freunden, den Kommilitonen und den Gemeindemitgliedern der Ermordeten und allen, die mit ihnen „im Namen Jesu“ unterwegs waren und sind, dass sie in diesem Bewusstsein Trost  und Ermutigung erfahren  und über den Tod der beiden jungen Frauen  hinaus sagen können „und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!“   – nicht als billige Vertröstung, sondern als die spürbare Erfahrung der Gegenwart Jesu in ihrem Leben, gerade jetzt, gerade angesichts eines unbegreiflich scheinenden Todes zweier Menschen  – Anita und Rita -  die mit Jesus unterwegs waren.

Mut und Wut … 16. Juni, 2009

Posted by Rika in aktuell, islam.
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Folgt man der Berichterstattung über die Unruhen und Proteste gegen den Wahlausgang im Iran, wird deutlich, dass  bei vielen Menschen  der Unmut über die Regierung des Landes stark und stärker geworden sein musste und nun, angesichts des „Wahlerfolgs“ Ahamadinedschad,  in offene Empörung und Wut umgeschlagen ist.

Ich kann es natürlich nicht beurteilen, ob sich die Empörung wirklich „nur“ gegen die Durchführung und das Ergebnis der Wahl richtet oder nicht vielmehr doch  das gesamte politisch-religiöse Regime, einschließlich oberstem Mullah samt dem Wächterrat als Repräsentanten eines sich totalitär gebärdenden Islam die eigentliche Zielgruppe der Proteste ist. Als sehr ferne  Beobachterin habe ich den Eindruck, dass der unterlegene Mussawi keinesfalls als eine wirkliche Alternative zu dem bisherigen Präsidenten   i.S.v.   Politikwechsel und struktureller Veränderung angesehen werden kann, auch wenn „wir“ es vielleicht gerne so sehen möchten.

Denn Wahlen sind in der Islamischen Republik Iran nicht Mittel zu verträglichem Machtwechsel, sondern Manifestationen zur Bestätigung des Regimes. Der oberste geistliche und politische Führer Ayatollah Chamenei bezieht seine Legitimation nicht aus demokratischer Abstimmung, sondern aus göttlicher Erwählung. Er, nicht der Präsident, wie immer er heißt, hat bei allen wichtigen Entscheidungen das maßgebliche Wort. In der hohen, 80-prozentigen Wahlbeteiligung, nicht im Ausgang der Wahl, sah deshalb Chamenei daher in seiner ersten Stellungnahme vor allem eine Anerkennung der Legitimität des Regimes; eine „Bekräftigung für den weiteren Fortschritt des Landes und die Aufrechterhaltung der nationalen Sicherheit.“

Es kann doch nicht außer Acht gelassen werden, dass der allmächtige Revolutionsführer auf Lebenszeit, Ajatollah Chamenei,  der eigentlich absolute Herrscher ist   an dem vorbei Politik zu machen absolut unmöglich sein dürfte! Schwer vorstellbar, dass Herr Chamenei die vier möglichen Kandidaten für das Präsidentenamt nicht auf ihre Gefolgschaftstreue hin überprüft hätte, und ebenso schwer vorstellbar, dass Mussawi bei erfolgreicher Wahl einen gänzlich anderen Kurs als  der Chamenei treue Ahmadinedschad gefahren hätte, allenfalls wäre er diplomatischer im Umgang mit „dem Westen“  und geschmeidiger in den Verhandlungen um das Atomprogramm vorgegangen. Vermutlich würde er auch  nicht ganz so lauthals gegen Israel wettern und sich mit Äußerungen über den Holocaust sicher deutlich zurückhalten.  Möglicherweise wäre er bei der Unterstützung der Hisbollah ein bisschen diskreter vorgegangen und hätte nicht ganz so offensichtlich Einfluss auf Syrien und Hamas genommen. Aber im Prinzip, denke ich, hätte sich auch mit Mussawi nicht sehr viel geändert, nicht viel von dem ändern können, was den Mullahs  generell nicht genehm war oder ist.

Und dennoch galt und gilt er offenbar für viele Iraner als Hoffnungsträger, als einer, dem es gelingen könnte, die Finsternis der mittelalterlich anmutenden islamischen Strukturen ein wenig zu erhellen, der freien Lebensgestaltung etwas mehr Spielraum zu geben, das Gesicht des Iran im Ausland ein wenig freundlicher erscheinen zu lassen, der eine Antwort auf die Kairoer Rede geben könnte, die dem Entgegenkommes Obamas entspräche, wenn auch nur in Ansätzen.

Die Enttäuschung, die Wut der Demonstranten ist verständlich und nachvollziehbar, ihr Mut ist bewundernswert.

Wir können nur hoffen und beten, dass Enttäuschung, Wut und Ärger der „Straße“ nicht weiterhin mit (schier grenzenloser)  Gewalt seitens der Mächtigen beantwortet werden…