Soll das ein Witz sein? 7. September, 2009
Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft & migration.2 comments
Fake?
Versuchsballon?
Ironisierendes Kabarett - und ich bin nur zu blöd, es zu verstehen?
Ich entschließe mich, es zu verstehen als eine wunderbare „verbale M-Karikatur“ oder so ähnlich.
Geht es doch in dem mich zunächst irritierenden Beitrag des Herrn Z. um den ganz alltäglichen Wahnsinn, der uns (neuerdings) das Leben so schwer macht, die wahnsinnig schwere Last nämlich, endlich das „Eigene“ als das rassistisch Abartige zu begreifen und zu verurteilen und - wenn schon nicht zu überwinden - zumindest aber zu reflektieren und in allen jetzigen und zukünftigen Entscheidungen - gleichsam als mahnendes Überich - wachsam im Blick zu haben:
Wer sich an den ihm/ihr bekannten, anerzogenen, tradierten, überlieferten, mit der Muttermilch aufgesogenen, jahrhundertealten, westlichen (früher auch gern „christlichen“) Werten orientiert und sie zum Maßstab seines/ihres Handelns und Be- und/oder Ver Urteilens macht, ist ein Rassist! Das gilt natürlich nur für (ich trau mich eigentlich nicht das auszusprechen, weil das ja auch schon in die Rassimus-Kategorie gehört – nur mit anderem Vorzeichen eben) diejenigen Menschen in unserer global vernetzten Welt, auf die das Adjektiv „westlich“ und/ oder ergänzend „christlich“ zutrifft. Alle anderen Menschen sind von dem generellen Vorwurf aufgrund ihrer Herkunft frei zu sprechen.
Herr Z. legt in einer glänzend geschriebenen Abhandlung dar, wie leicht man übersehen kann, dass man als glühender Kämpfer gegen den Rassismus in Wirklichkeit ein ganz gemeiner (und wohl auch hinterhältiger) Rassist ist. Er beschreibt das eindrucksvoll am Beispiel Martin Luther Kings.
Vielleicht sollte man auch mal die Person Mahatma Gandhis näher unter die Lupe nehmen, vermutlich würde sich seine Gewaltfreiheit als Gewalt allerschlimmsten Ausmaßes entpuppen, entfalteten sich doch die zerstörerischen Kräfte des gewaltlosen Widerstandes gegen die Herrschenden in einer bis dahin nicht für möglich gehaltenen Weise und wirken sogar Jahrzehnte noch fort. Gesänge, Gebete und Kerzen - verhängnisvoller, subversiver und damit auch schlimmer kann Gewalt nicht sein, bringt sie doch Diktaturen und Systeme zu Fall. Vom Ende her betrachtet, war die Gewaltlosigkeit der größtmögliche Akt der Gewalt, schließlich ist ein Imperium an ihr zerbrochen und auch das dem Westen doch so überlegene sozialistisch-antifaschistische System östlich der Elbe der Abwicklung durch den kapitalistisch-faschistischen Westen zugeführt worden (wobei gleichzeitig auch die rassistischen Züge des westlich geprägten Faschismus deutlich sichtbar wurden…)
Man sollte ganz dringend über alle diese Phänomene völlig neu nachdenken …
und Gewaltlosigkeit und den Kampf gegen Rassismus einfach verbieten … oder …
ähh…..
Mit dem kleinen gedanklichen Einschub über Gandhi und Gewaltlosigkeit bin ich natürlich vom ursprünglichen Z.’schen Zwischenruf über Rassismus abgewichen, wobei mir immer noch nicht so ganz klar ist, was Herr Z. eigentlich sagen will oder möchte oder doch lieber nur in Andeutungen zu verschleiern sucht.
Man könnte natürlich auch sehr vereinfacht sagen – hinsichtlich der Anforderungen an andere Leute: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Oder auch: Kümmere dich nur um deine Angelegenheiten, sorg nur dafür, dass du selbst in deinem Bezugsystem (anständig) bleibst.
Wobei „anständig“ vermutlich auch wieder so ein westlich dekadentes Wort ist, macht aber nichts, kümmert sich eh ja kaum noch ein Mensch mehr darum, „anständig“ zu sein.
… die Welt dreht sich ganz ohne mich … 9. Juli, 2009
Posted by Rika in aus meinem kramladen.add a comment
… nicht, dass ich mit einem - wie auch immer gearteten - besonderen Dreh zum Wohlergehen der Welt beitrüge – sieht man mal von der Chaos-Schmetterlingsgeschichte ab -, nein, ich habe ganz einfach die wohltuende Erfahrung gemacht, dass ich zwei Wochen lang ohne den morgendlichen Radio-Input, ohne die Tageszeitung, ohne den abendlichen Nachrichtenbrei, ja, sogar ohne Internet und BLOGS auskommen und dabei wirklich gut leben kann … zu meinem eigenen Erstaunen!
Irgendwie so ganz am Rande ist natürlich auch bis zu mir in meiner urlaubsbedingten Nachrichtenferne die wesentliche und unübersehbar wichtige Information durchgedrungen, dass ein Prominenter verstorben sei, aber alle anderen mehr oder weniger weltbewegenden Themen waren einfach außen vor. Und nun, da ich wieder zu Hause bin, habe ich weder Lust noch Zeit, alle Defizite durch eifriges Lesen aller ungelesenen Tageszeitungen, Magazine, Blogs und sonstigen lesbaren Informationsquellen auszugleichen … beim flüchtigen Überfliegen der Lieblingsblogs war mir im übrigen schnell klar, dass ich einfach die letzten Tage informationstechnisch als gestrichen betrachten muss, denn die Nachlese würde meine ganze kostbare Zeit kosten … geht nicht und will ich nicht!
Anstelle weiterer Erklärungen hier einfach eines der Vorbeifahrbilder, die ich in der nachrichtenlosen Zeit gemacht habe, etwas unscharf, etwas unspezifisch, einfach so ins Blaue im Vorbeifahren …

Mysteriös… 27. Mai, 2009
Posted by Rika in aus meinem kramladen.6 comments
ich sagte ja schon, dass das Internet für mich ein Buch mit sieben(hundertausend oder so) Siegeln ist!
Und nun stehe ich wieder vor einem schier unlösbaren Rätsel:
Ich wollte – und habe – dieses kleine Bildchen ausgewechselt, das dem geneigten Leser – und der Leserin nicht minder - zeigt, wie denn die Rika aussieht, die hier schreibt…
nämlich so:
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In meinem Profil ist die Änderung auch ohne Probleme erfolgt und bei einem Kommentar in dem netten Blog von nebenan kann man auch das neue Bildchen sehen, nur bei himmelunderde nicht.
Ist doch seltsam, oder?
Kann mich vielleicht jemand über diesen merkwürdigen Umstand aufklären?
Für „learning by doing“ oder „trial and error“ oder „oh, das hat ja doch funktioniert und jetzt weiß ich wie’s geht und warum!!!“ habe ich nämlich einfach keine Zeit und keine Lust mehr!
DANKE!
Spiegelbilder und Gefechte… 25. Mai, 2009
Posted by Rika in aus meinem kramladen.1 comment so far
Vor einigen Jahren zerbrach mir ein Garderobenspiegel in mehrere Teile, einige davon schienen mir noch brauchbar für irgendeine kreative Idee …
Und als wenige Monate danach der Sommer mit seinen vielen Gärtchenaktivitäten anbrach, wusste ich plötzlich, was mit der größeren Spiegelscherbe zu tun sei:

Ich platzierte sie im Efeu an der rückwärtigen Mauer des Gärtchens …
Unscheinbar …
Doch immer wieder verblüfft der Spiegel Freunde und Bekannte die uns besuchen: „Sagt mal, habt ihr da ein Loch in der Mauer?“
Einen Sommer lang lehnte die Spiegelscherbe auf dem unteren Absatz an der Wand und wurde so zur Bühne für eine junge Amsel, die hin und her stolzierend sich von allen Seiten beäugte (ich schrieb darüber).
Leider brach ein weiteres Stück des Spiegels ab und so wurde er im wieder wachsenden Efeu neu ausgerichtet. Von Zeit zu Zeit beschneiden wir das wuchernde Kraut ein bisschen damit der Spiegeleffekt nicht ganz verloren geht.

Seit Tagen nun beobachteten wir einen jungen Spatzen, der sich jeden Morgen zur Frühstückszeit (unserer!) immer wieder vor dem Spiegel einfindet, aufgeregt auf und ab flattert, die Federn aufplustert und sich minutenlang mit seinem Spiegelbild einen flatterhaften Kampf zu liefern scheint. Anfangs sind wir immer ganz hektisch ins Gärtchen gelaufen, um dem armen Vogel, der dem ersten Anschein durch das „Loch“ fliegen wollte, zur Hilfe zu eilen und ihm einen Ausweg zu zeigen … aber das hatte das Kerlchen nicht nötig, flog er doch sofort davon, wenn wir uns näherten. Und da er immer wieder mit großem Elan seine Spiegelfechtereien in schöner Regelmäßigkeit am Morgen – und nur zu dieser Tageszeit – kunstvoll ausübt, lassen wir ihm das Vergnügen und stören ihn nicht mehr mit unserem Hilfsangebot…
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Ich muss gestehen, dass Spiegel auch auf mich eine gewisse Faszination ausüben … und ich inzwischen einige Spiegelbilder aufgenommen habe …

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…
KOHL – kochen gegen den Frust … 6. Januar, 2009
Posted by Rika in aus küche und keller, aus meinem kramladen.2 comments
Kochen gegen den Frust,
der mich überkommt, wenn ich mich in der Blog-Welt umschaue und lese, was und wie einige Menschen zum Krieg der Hamas gegen Israel schreiben und / oder kommentieren.
ÜBRIGENS kann ich nicht mehr direkt in meinem Blog schreiben, weil ungefähr nach jeder dritten Zeile bei der Nutzung der Leertaste der gesamte bis dahin geschriebene Text verschwindet. Keine Ahnung woran das liegt… Deshalb nun meinen Text auf diesem Weg!
Nun aber zum K O H L
Man nehme:
zwei große Zwiebeln, schäle sie und schneide sie in Würfel
zwei große Möhren, schäle sie und schneide sie in kleine Würfel
einen mittelgroßen Weißkohl, entferne die äußeren Blätter, spüle ihn gut unter kaltem Wasser ab, entferne den Strunk und schneide ihn , den Kohl, in mundgerechte Streifen
500 g Gehacktes und brate es in einem großen Topf unter ständigem Rühren an, gebe in der Reihenfolge oben das geputzte und geschnittene Gemüse hinzu und dünste alles unter kräftigem Rühren einige Minuten, fülle alles anschließend mit
250 ml Wasser auf und würze anschließend mit
1 Tl Kardamom
½ Tl Sternanis (gemahlen)
nach Geschmack Salz und Pfeffer
und lasse alles rund 20 – 25 Minuten garen – der Kohl sollte noch bissfest sein!
Meinem Mann schmecken dazu am besten Salzkartoffeln, ich mag sehr gerne Reis dazu, der mit etwas Zimt bestreut ist, andere Leute bevorzugen Bandnudeln zu dem Kohlgericht, das übrigens ganz wunderbar in diese kalte Jahreszeit passt!

aufgelesen … 8. Dezember, 2008
Posted by Rika in aus meinem kramladen.1 comment so far
… und nachgedacht…
in der Broschüre des evangelisch-freikirchlichen Sozialwerks Hannover entdeckte ich in einem Artikel (S.7) ein Zitat aus einem Buch, das den bemerkenswerten Titel:
„Liebe dich selbst und freu dich auf die nächste Krise“
trägt und von Eva-Maria Zurhorst verfasst wurde.
Nein,
denke ich, wie kann man sich auf eine Krise freuen, nö, da mache ich nicht mit - und außerdem, finde ich, ist es eine Zumutung für Leute, die gerade in einer tiefen Krise stecken, sich so eine Aufforderung anhören zu müssen. Nein, auf Krisen kann man sich nun wirklich nicht freuen, es sei denn, man sei so etwas wie ein feuerlegender Feuerwehrmann, der nur glücklich ist, wenn es ordentlich brennt, damit er ordentlich mit seiner Feuerwehr durch die Gegend tatütatafahren und viel Wasser verspritzen und sich ungeheuer wichtig fühlen kann … nö, denke ich, so ein Feuerwehrmann möchte ich eigentlich nicht sein.
Der Titel ist eine ganz schöne Provokation - aber das Zitat, das entspricht tiefen Erfahrungen, die ich im Laufe meines Lebens gemacht habe:
„Wenn wir leise werden und aufhören, uns gegen die Krise zu wehren, dann ist sie ein heilsames Geschenk von unglaublicher Präzision. Wir müssen sie nur mit aller Hingabe studieren und ihre Botschaft wahrzunehmen lernen, dann hilft sie uns zu wachsen und weiterzugehen und lehrt uns Fähigkeiten, von denen wir nicht einmal ahnten, dass sie in uns schlummerten … durchgestandene Krisen führen uns zu unserer wahren Lebensaufgabe.“
Mit kleinen Einschränkungen unterschreibe ich diese Aussage.
Die erste Einschränkung bezieht sich auf den Zeitpunkt der „Erkenntnis“. Jemand, der in einer tiefen und wirklich existentiellen Krise steckt, wird das Potential, das sich daraus entfalten kann, nicht oder nur schwer erkennen können. Meistens gewahren wir erst in der Rückschau auf die durchlebten und durchlittenen Schwierigkeiten die Chance, die sich uns gleichzeitig mit der problematischen Situation aufgetan hat. Selten nur nehmen wir in krisenhaften Zeiten schon die Hoffnung auf Neues oder gar das Neue selbst wahr.
Daraus ergibt sich die nächste Einschränkung: Es macht überhaupt gar keinen Sinn, diesen kurzen Text als „Appell“ demjenigen in den Weg zu stellen, der noch im Dunkeln, in Schmerz und Verzweifelung ist und selbst noch gar keinen Hoffnungsschimmer sieht oder schon einen winzigen Ausblick auf auf bessere Zeiten hat.
Die dritte Einschränkung bezieht sich auf das Resümee: „durchgestandene Krisen führen uns zu unserer wahren Lebensaufgabe“
Das KANN so sein, das ergibt sich in vielen Fällen, aber das ist nicht zwangsläufig das sich zuverlässig einstellende Ergebnis einer Lebenskrise. Wenn es aber gelingt, Krise, Verzweifelung, Not zuzulassen, „die Botschaft zu erkennen“, dann kann das die beglückende Erfahrung sein: Ich bin mir ein bisschen besser auf die Spur gekommen, habe mich genauer kennengelernt und erlebt, dass mir bis dahin unbekannte Fähigkeiten und Kräfte erwuchsen und ich einen neuen und frischen Blick auf den Sinn meines Lebens bekomme.
Und ich erfahre, dass ich nicht bei meinen alten Mustern stehen bleiben muss, dass ich „unentdecktes Land“ in mir nutzbar und urbar machen kann und mein Leben eine neue Richtung, einen neuen Sinn, einen weiten Horizont bekommen kann.
Diese Prozesse des „sich einlassen auf das Unabänderliche“, des Wahrnehmens der „Botschaft“ erfordern Geduld und Kraft, sind anstrengend und oftmals mühsam und frustrierend – aber es lohnt sich, diesen Weg zu gehen.
Ein Freund hat mir einmal in einer Lebenskrise geraten: „Wehre dich nicht gegen den Berg, passe dich seiner Natur an.“
Ich konnte diesen Rat mit konkreten Erfahrungen, die ich in den Bergen gemacht hatte, verbinden. Seit mehr als 35 Jahren fahre ich leidenschaftlich gern Ski. Meistens macht es Spaß, ist Vergnügen pur, aber manchmal gerät man in einen plötzlichen Wetterwechsel, bläst ein eiskalter Wind, Schneetreiben macht blind, lässt nicht mehr erkennen, wo die Piste, der Himmel oder der Abgrund ist. Es hilft aber gar nichts, mitten auf der Piste zu verharren und noch weniger hilfreich ist es, sich schimpfend und hadernd gegen Wind und Wetter zu wehren. Jeder Skifahrer weiß, dass das unweigerlich die Muskeln verkrampft und zu zusätzlichen Unsicherheiten führt. Den Wind akzeptieren, das Schneetreiben, das einem den Atem nimmt, hinnehmen und in den Beinen den Berg „fühlen“ und achtsam sein für alles um einen herum und langsam Fahrt aufnehmen und sicher ins Tal fahren … klar ist das anstrengend, aber gibt es einen anderen, besseren Weg? (Hmm, ja, man könnte mit dem Handy die Rettung rufen … und manchmal muss man das vermutlich sogar tun!)
Manchmal braucht man tatsächlich die Hilfe eines erfahrenen „Bergführers“, der einen sicher aus der Gefahrenzone herausbringt …
oder einen Menschen, der einem hilft, die Botschaft zu enträtseln und der Mut macht, die Krise auszuhalten, nicht dagegen zu rebellieren … damit man wachsen kann … und weiter gehen …
Nur die Blätter leuchten golden … 22. Oktober, 2008
Posted by Rika in aus meinem kramladen.add a comment
… und geben diesem trüben Tag einen sanften Glanz.
Ganz unverkennbar, es geht zu Ende mit dem „Goldenen Oktober“, obwohl wir ja laut Kalender durchaus noch ein paar Tage lang Oktober haben, nur golden – ich meine, so richtig „golden“ mit tiefblauem Himmel und immer noch wärmender Sonne – werden diese Tage wohl nicht mehr werden …
Gestern haben wir das Gärtchen winterfest gemacht, d.h. das hatte ich ja eigentlich und weitgehend schon in der letzten Woche zwischen den diversen Besuchen bei meinen invaliden Lieben in Angriff genommen – Stauden zurück geschnitten, Blumenzwiebeln verbuddelt, die Pumpen aus Teich und Wasserbecken genommen (samt Schlamm und Modder, abgestorbenen Teichpflanzen — Seerosenblüten, Blätter, Stängeln und all den vielen Blättern, die, vom Winde verweht, im kleinen Teich gelandet sind!), ein bisschen Heide gepflanzt und ungefähr eine Million Ebereschenbeeren aufgefegt und zusammengeharkt und natürlich auch jede Menge Blätter …
Gestern mussten nur noch die Terrassenmöbel ins Winterquartier gebracht werden, was immer eine logistische Herausforderung bedeutet, haben wir doch nur ein sehr kleines Gartenhäuschen, das überdies schon mit zwei Regalen, dem Rasenmäher und den üblichen Gartengeräten gut gefüllt ist und nun auch noch Grill, Tische, Stühle, allerhand Dekokram und den tönernen Ofen aufnehmen muss…
Also heißt es, erst einmal alles ausräumen und dann alle Dinge so wieder einräumen und verstauen, dass alles Platz findet und das Häuschen dennoch begehbar bleibt, schließlich müssen wir ja noch Säge, Hecken- und Astscheren, Spaten und Harken erreichen, den großen Abfallsack für die /mit den weiteren Millionen Ebereschenbeeren und Blättern unterstellen (damit er er nicht voll regnet bevor wir ihn zur Grünannahme fahren), an die Steckdose gelangen können (für die adventliche Gartenillumination , ähhh!) und überhaupt und sowieso, man weiß ja nie, was man plötzlich so braucht, oder? !!! Die Gartenliegen wurden darum in diesem Jahr in den Keller verfrachtet (der ist ohnehin zum Möbellager mutiert und müsste dringend erweitert oder geräumt werden…)!
Und weil ich ja immer noch zwischen Vater im Altenheim und Mutter im Krankenhaus pendel und außerdem Herbstferien habe, in denen ich nicht schon um 8.00h voller Tatendrang durch die Gegend renne (ich bin nämlich ein ausgesprochener Nachtmensch mit Morgenslangeschlafengen) und demzufolge ein ohnehin begrenztes Zeitkonto für Draußenarbeit bei Tageslicht habe, bin ich mit dem Winterfestmachen nicht so ganz fertig geworden, und so werde ich wohl morgen, wenn es nach der Wettervorhersage auch wirklich nicht regnet, die Kübelpflanzen in frostabweisende bzw. -mindernde Hüllen packen und die letzen blühenden fleißigen Lieschen aus den Balkonkästen nehmen und durch „Erika“ und ihre Verwandten ersetzen… und darauf hoffen, dass die drei letzten Tomaten genießbar sind, die ich nun doch grün ernten muss, weil die Sonne sie einfach nicht mehr rot und reif werden lässt.

Und bei all diesen meinen wichtigen Tätigkeiten und Überlegungen dreht sich die Welt einfach weiter, produziert Neuigkeiten, die alltäglichen Kleinigkeiten, wie das außergewöhnlich Großartige, Feiern und Feste (Sukkot fiel in diese Tage), Klatsch und Tratsch, Intrigen, Gemeinheiten und Unverständliches, Irrungen und Wirrungen, offiziell und sehr privat … bei Banken, Volkswirtschaften und Völkern … sterben Kinder bei Selbstmordattentaten und Soldaten auf Friedensmissionen, Politiker im Vollrausch oder durch einfaches Verschwinden (wo ist den nun dieser nordkoreanische Kim abgeblieben?) … finden Wahlen statt oder werden verschoben … werden Preise verliehen und abgelehnt … geht alles seinen Gang eben und ich komme kaum oder gar nicht nach, das alles wohlwollend oder mit Kritik, gar mit Abscheu zur Kenntnis zu nehmen und / oder zu kommentieren. Das Private hat Vorrang vor dem Offiziellen …
… und das ist auch gut so – oder doch nicht?
Und so sitze ich hier, sehe in den sanften regennassen Glanz des Tages, komme ins Nachdenken, Grübeln, Notieren …
… und muss schon wieder weiter, nicht ohne mir schnell noch den kleinen Hinweis auf Rilke zu erlauben:
Herbsttag
HERR: Es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg Deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren lass die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein; gib ihnen noch zwei südlichere Tage, dränge sie zur Vollendung hin und jage die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Von Nachbarn und Bäumen, Grenzen und Zäunen… 13. September, 2008
Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie.11 comments
… soll hier die Rede sein und davon, wie sich das Lebensgefühl verändert, wenn ein Baum plötzlich im Weg steht, der schon seit 26 Jahren friedlich vor sich hin wächst ….
Es war ein winziges, wirklich winziges Bäumchen, das ich vor 26 Jahren in das frisch angelegte Beet am Zaun pflanzte. Wie auch die Eberesche hatte ich es selbst ausgebuddelt – als fingergroßes Pflänzchen in einem Waldstück bei Kassel während eines Osterspaziergangs mit den Großeltern der Jungsbrüder -, und im Blumentopf einen Sommer, Herbst und Winter lang auf dem Balkon der Mietwohnung gehegt und gepflegt zusammen mit zwei weiteren Setzlingen.
Wir hatten kurz nach der Geburt des zweiten „Jungsbruder“ den Kauf- und Bauvertrag für ein Reihenhaus unterschrieben und freuten uns auf das neue Familiendomizil…
Doch der Bauunternehmer war während der Bauphase in Konkurs gegangen und viele der vertraglich zugesagten und im Kaufpreis enthaltenen Leistungen mussten nun von uns erbracht und natürlich „neu“ bezahlt werden, dazu gehörten – neben einigen „Baustellen“ im Haus – auch Terrasse- und Gartenanlage, samt Mutterboden, Terrassenplatten, Sichtschutz, Treppengeländer und Gartenzaun (im Gartenbereich. Vor dem Haus lag genauso viel im Argen!) …
Beim Einzug im Februar vor 26 Jahren fanden wir hinter dem Haus eine verlassene Baustelle vor statt der zugesagten Rasenfläche, anstelle der Terrasse gähnte ein tiefes Loch, die Schienen des Baukrans liefen an den Häusern entlang, vor unserem Wohnzimmerfenster stand noch der Kran und schwankte bedrohlich im Wind.
(Ein altes Dia, etwas unscharf, belebt die Erinnerung!)
Ich muss hier nicht breit ausführen, dass der spätere Garagenhof ein einziger Müll- und Sandberg war, die Garagen nur auf dem Papier existierten, die Treppe zur Haustür ein hölzernes Provisorium war und wir nur auf den ausgelegten Schalbrettern, die der liebste Gatte auf der ganzen Baustelle zusammengesucht hatte, trockenen Fußes (samt Kinderwagen und Buggy) die Straße und den sicheren Bürgersteig erreichen konnten!
Zement und Sand, Schalbretter, Dachlatten, ein übrig gebliebenes Endstück einer Abwasseranlage aus Beton, Kartuschen mit Resten undefinierbaren Gehalts, Mörtel, zerbrochene Steine, Dachlatten und alle möglichen Nägel und Schrauben machten das Grundstückchen hinter unserem Haus – und die Grundstückchen der Nachbarn natürlich auch – zu einer chaotischen Abenteuerlandschaft mit dem Charme einer Mülldeponie der 50ger Jahre, nicht ungefährlich für die Kinder, die in ihrem Bewegungsdrang natürlich hinaus wollten.
Als endlich Baukran und Schienen abgeholt worden waren, machten wir uns an die Arbeit, sammelten den Bauschutt und füllten damit mehrere Container – es war ein emsiges Treiben an dem sich alle Nachbarn beteiligten, die natürlich wie wir auch aus der Mond- und Kraterlandschaft so schnell wie möglich den Garten Eden, zumindest aber nett anzusehende Gärtchen machen wollten.
„Unser“ Gärtchen bestand zunächst aus nichts weiter als einer Rasenfläche samt Sandkasten für die Jungs, der kleinen Böschung an der Terrasse, in die ich die vorgezogenen Cosmeen gesetzt und das Ebereschenpflänzchen gepflanzt hatte und und einem schmalen Beet am Zaun zum Nachbarn zur Rechten mit eben den Fichtenschösslingen aus dem Kasseler Wald, einem Fliederbaumtrieb und einigen kleinen Stauden, die wir von Freunden geschenkt bekommen hatten und einem Beet mit Pflücksalat.
Wir konnten über den Zaun und alle weiteren Zäune der Nachbarn bis zur Straße sehen und genauso gut von allen Passanten gesehen werden – freie Sicht für alle eben…
(Im Frühling nach der Geburt des jüngsten der „Kleinen“ bauten wir ein Spielhäuschen für die Kinder. Im Vordergrund erkennt man hinter den Blumen den Rand des vergessenen Betonteils, das ich später zum Miniteich umfunktionierte, siehe Kröte und Mückennetztippi)
Die Jahre gingen ins Land, aus den Schösslingen wurden Bäumchen, der Flieder erblühte irgendwann auch zu unserer Freude und seitdem immer wieder und duftet betörend, eine der kleinen Fichten verpflanzten wir vor das Haus und machten sie Jahre später zu einem großen und wunderglänzenden Weihnachtsbaum, die zweite kümmerte und fiel irgend einem Schädling zum Opfer – ja, und aus der letzten verbliebenen wurde ein stattlicher Baum, den der liebste Gatte schon seit Jahren vor der Adventszeit kräftig beschneidet und mir so einerseits das Grün für Kranz und Adventgestecke liefert und anderseits den Höhendrang des Baumes in erträglichen Grenzen hält – jedenfalls dachten wir das bisher und auch die bisherigen Nachbarn waren mit Wuchs und Höhe des Baumes einverstanden.
Nun hat aber das Haus zur Rechten mehrfach den Besitzer gewechselt. Dem „Neuen“ ist der Baum ein Dorn im Auge, wirft er doch Schatten und überhaupt ragen seine Zweige auf SEIN GRUNDSTÜCK!!! Und das darf natürlich nicht sein. Mehrfach schon hat uns der freundliche Nachbar gebeten, den Baum zu entfernen. Ich muss gestehen, das hatten wir ohnehin schon geplant, wollten aber den Baum noch stehen lassen, bis ich meine Schulzeit beendet habe, liefert er doch nicht nur den Grünschmuck für das eigene Haus, sondern auch für das „Adventcafe“, das ich alljährlich mit Schülern für Schüler an meiner Schule während der Adventszeit betreibe. Und so haben wir dem Nachbarn erklärt, dass spätestens im Frühjahr 2010 der Baum gefällt werden soll.
Man sollte doch meinen, dass diese paar Monate (15 – 17) Galgenfrist für den Baum, der mir in all den Jahren ans Herz gewachsen ist, von einem wohlmeinenden Nachbarn gewährt werden könnte!
Nicht so bei diesem!
Gestern fing er uns ab als wir vom Einkauf frohgemut nach Hause kamen, lud uns auf Wein oder Kaffee ein, um mit uns noch mal über die Gartengestaltung zu sprechen. Da wir abends Gäste erwarteten, für die ich kochen wollte, übernahm der liebste Gatte das Gespräch mit Herrn Nachbar.
Nun ging es in dem Gespräch nicht nur um DEN Baum, sondern um alles, was im Beet am Zaun wächst und sich mit Blättern oder Zweiglein über den Zaun hinweg begibt in Nachbars Lufthoheit und Besitz hinein. Alles, was über die Grenze hinaus ragt, muss weggeschnitten werden! Der Zaun ist die Grenze und die muss unverletzt als solche auch gewahrt werden!
Und nicht nur das, um den Grenzverlauf genauestens feststellen zu können, hatte der Nachbar nach dem Grenzstein gesucht hinten im Gärtchen, dort, wo „unser“ Gartenhäuschen die Grenze bildet. Er fand den Grenzstein, sein Mittelpunkt liegt 3-5 cm – so genau habe ich das gestern nicht mehr nachmessen können – LINKS unterhalb der Hauskante! Damals, beim Bau des Häuschens hatte der damalige Nachbar, der zweite von mittlerweile vieren, zugestimmt, die Hauswand als Grenze zu setzen – orientiert am Verlauf des Zauns. Der Grenzstein war im Laufe der Jahre unter der Gartenerde verschwunden und war so bei der „Grundsteinlegung“ des Gartenhäuschens nicht zu erkennen gewesen. Der liebste Gatte hätte das Häuschen niemals auf oder über dem Grenzstein errichtet, wenn er ihn gesehen hätte, aber wer fragt in einer guten Nachbarschaft schon nach dem Grenzstein …
DAS, nach dem Grenzstein fragen und suchen, hätten wir aber besser machen sollen, denn der neue Nachbar wünscht, dass wir das Häuschen um genau die Zentimeter verschieben, die es über dem Grenzstein steht …
… er will uns sogar dabei helfen!
Nur ist es für uns mit dem Verschieben nicht getan, schließt sich doch unmittelbar die „Schwedenecke“ an das Häuschen an, wie wir die kleine Terrasse hinten im Gärtchen nennen, mit dem kleinen Teich davor – unser Lieblingsplatz im Garten…
Und der lässt sich nicht einfach mal so eben verrücken, wir müssten das Häuschen erst demontieren, einige Holzbohlen der Terrasse entfernen, um die Steine verlegen zu können, die das Fundament des Häuschens bilden … und vermutlich müsste ich auch den Teich umbauen, habe ich ihn damals doch so angelegt, dass er direkt an die Terrasse angrenzt und nur ein sehr schmaler „Weg“ bleibt zwischen Teich und Häuschen …
Bleibt noch nachzutragen, dass die offiziell festgelegte Grenze zum Nachbarn (hinter der Mauer) tatsächlich hinter der Mauer verläuft , etwa einen halben Meter hinter der Mauer! Wir leben seit 26 Jahren wissentlich damit und zwar GUT und im gutnachbarlichen Verhältnis mit dem „grenzverletzenden“ Nachbarn !!!
Und es ist noch mitzuteilen, dass der „Neue“ der Sohn der „Ersten“ in unserer Reihe ist und wir uns auf die Nachbarschaft mit ihm gefreut hatten!
Und bleibt weiter nachzutragen, dass der „NEUE“ alle Büsche und Bäume, die an Grenze zu seinem rechten Nachbarn üppig wuchsen, rausrupfte und einen massiven, 180 cm hohen Zaun setzte – ohne vorherige Absprache mit den Nachbarn, die war ja rein rechtlich auch nicht nötig, weil es ja SEIN Zaun ist …
Dass er aber den Zaun während des Urlaubs der Nachbarn setzte und nachdem er alle Utensilien, die für dessen Errichtung und die eines Gartenhäuschens gebraucht wurden, durch Nachbars Garten geschleppt hatte, das gibt einem doch ganz mächtig zu denken …
Die hilfreichen Nachbarn übrigens waren völlig entsetzt als sie aus dem Urlaub kamen, das Bauwerk sahen und zur Kenntnis nehmen mussten, dass da einer unabänderliche Tatsachen geschaffen hatte. Und sie beschlossen daraufhin, Blautanne und die Fichten in ihrem Gärtchen stehen zu lassen. Selbstverständlich hatte der Neue heftig darauf gedrungen, die Bäume zu fällen!
Schatten und Nachbarschaft hin oder her, ich bin gespannt, wie die Geschichte hier wie dort weiter gehen wird, erzählte der liebste Gatte über das Treffen mit dem „Neuen“ doch auch, dass dieser sehr bestimmt und mit ausgewählter Höflichkeit auf Bestimmungen und Verordnungen für die Bepflanzung von Gärten und den einzuhaltenden Mindestabstand zur nachbarlichen Grenze hingewiesen hatte …
Der Umgang mit Grenzen ist manchmal schwierig – und so empfinde ich neben den vom Landvermesser festgestellten Grenzen zwischen unseren kleinen Reihenhausgärtchen nun auch „eine Grenze im Kopf“:
Der Nachbar wird mir suspekt, ich erlebe ihn als „feindlich“ und „aggressiv“ mit seinem rücksichtslosen Durchsetzen seiner Interessen, seiner kalten Höflichkeit und seinem unablässigen Insistieren auf „sein Recht“ …
Ich werde sein Recht wohl akzeptieren,
er hätte aber auch meine Freundschaft haben können, meine Hilfe, meine gute Laune am Gartenzaun, mein Lachen …
so bleibt ein bitteres Lächeln über kleinkariertes Verhalten am Maschendraht Zaun …
Nachtrag:
Die Fortsetzung dieser unerfreulichen Angelegenheit kann man hier lesen.
IKEA … Küchenfrust … Küchenlust … 1. August, 2008
Posted by Rika in aus küche und keller, aus meinem kramladen.4 comments
„Jetzt reicht es mir!“
schimpfte ich den völlig verdatterten Küchenschreinern entgegen, die am vergangenen Mittwoch endlich nach vielen Wochen und Monaten die Arbeitsplatten neu montieren sollten – und auch wollten! zumindest EINE der beiden wollten sie gegen die fehlerhafte austauschen.
Hatte ich neulich nicht darüber berichtet, dass durch einen Fehler des Aufbauservices die Arbeitsplatte über Herd und Spüle um gut 25 cm zu kurz war, eine neue darum angefertigt werden musste und dann bei der Lieferung der neuen festgestellt wurde, dass die Platte vorm Fenster aufgequollen war und ebenfalls ersetzt werden musste?
Hatte ich …
Habe ich aber auch berichtet, dass einige Wochen später die Monteure mit der „Fensterplatte anrückten, dafür aber die Herd-und-Spülen-Platte nicht im Gepäck hatten?
Habe ich …
Am Mittwoch nun, rückten die freundlichen Handwerker abermals an … mit nur EINER Platte, der Herd-und-Spülen-Platte nämlich, die Fensterplatte fehlte – und das, obwohl ich bei der Terminabsprache zum Einbau der PlatteN ausdrücklich darauf hingewiesen hatte, dass ZWEI Platten geliefert und eingebaut werden mussten!!!
Mein „Jetzt reicht es mir!“ hat man im halben Dorf gehört … (etwas verschämt muss ich das eingestehen!) …
… und ich drohte damit, eine Internetaktion zu starten:
L E U T E ,
kauft keine I K E A – K Ü C H E N !!!
Ob diese Drohung die Küchenschreiner beeindruckte oder sie einfach nur Mitleid mit dem heulenden „Häufchen Unglück“ hatten, kann ich nicht so genau sagen. Jedenfalls griffen die wackeren Schreiner zum Mobiltelefon und riefen hier und da und dort an und fanden auf diese Weise auch den Aufenthaltsort der fehlenden Fensterplatte heraus, organisierten einen Bringdienst und machten sich mit rund viereinhalbstündiger Zeitverzögerung daran, endlich, endlich, endlich die Arbeitsplatten zu montieren!
Den Abbau der beiden anderen, samt notwendigem Ausbau der Spüle und des Herdes hatten sie schon während der Wartezeit vorgenommen, diese auch noch genutzt, um einer weiteren Kundin zu einer neuen Arbeitsplatte zu verhelfen … und ich muss es sicher nicht erwähnen, mit welch freudigem Elan und trotz meiner ständigen Rückenschmerzen der liebste Gatte und ich bereits am Abend zuvor die Unterschränke, bzw. Schübe ausgeräumt hatten …
Und nun ist sie endlich, endlich fertig, meine „neue“ Küche!
Mehr als 6 Monate lang hat mich das Unternehmen in Atem gehalten … und so schön die neue Küche auch ist, Ikea hat für mich an Glanz verloren … muss ich einfach mal so bekennen … dabei haben die allein an den vielen Billys, Ivars, Svalkas, an Betten, Matratzen, Stühlen und Diversem, an „Hättelkes und Tättelkes“ wie mein Großvater selig zu sagen pflegte und an meterweise Stoffen, die ich im Laufe einer ca. 30jährigen Ikea-Liebe erworben habe schon richtig gut an mir verdient … mal ehrlich, habe ich DAS verdient, das mit der Küche und so?
Nee!!!
PS
Mhhh …
… habe ich erwähnt, dass ich Werklehrerin und durchaus in der Lage bin, Küchenmöbel zusammen zu bauen - Ikea-Möbel montiere ich im Schlaf, sozusagen -, aber die Küche sollte nun wirklich ganz professionell aufgebaut werden … von „richtigen Schreinern“ …
… und jetzt muss ich ganz schnell los, wir wollen zu IKEA, die Studententochter benötigt ganz dringend …
Küchengeschichte . . . Kochst du schon … 9. Juni, 2008
Posted by Rika in aus meinem kramladen.5 comments
… oder schraubst du noch?
Nein, ich schraube nicht!
Nicht ICH, aber …
Schon lange hatte ich mit einer neuen Küche geliebäugelt. Wie war die „alte“ doch so hässlich geworden, im Laufe der langen Jahre in Kochschwaden und Bratendunst … wie wenig funktional die Einteilung und überhaupt nicht Rentner tauglich … (sagte ich schon, dass der liebste Gatte bereits im Ruhestand weilt und auch ich nicht mehr sooo weit davon entfernt bin?) … wie Energie vernichtend der alte Kühlschrank … und überhaupt und sowieso! Als dann auch noch der Herd seinen bis dahin tadellos verrichteten Dienst verweigerte, war das AUS für die einstmals wunderbare Küche gekommen und eine neue MUSSTE her.
Schön … funktional … bezahlbar!
Wir wälzten Kataloge, lernten alle Küchenstudios der näheren und weiteren Umgebung kennen und fanden uns doch immer wieder in der fabelhaften Welt der Küchen im blau-gelben „LEBST-DU-SCHON-ODER-WOHNST-DU-NOCH?“ ein.
Modern und trendy oder Landhaus, weiß, farbig oder Holz mit oder ohne E-Geräte?
Schließlich waren auch diese Fragen weitgehend geklärt, die Küche vermessen und skizziert, der Aufmassservice in Anspruch genommen, die Einzelteile bestellt, die Lieferung geregelt und der Aufbau den geübten Händen der Profis anvertraut. Nichts stand dem neuen Küchenglück entgegen, zumal die alte Küche eine schöne neue Behausung gefunden hatte und auch das Fenster gegen ein neues ausgetauscht worden war … die Höhe der Unterschränke hatte das nötig gemacht.
(Kleiner Einschub: Es ist wie bei der Bettwäsche, die passt auch nur auf die blau-gelben Schwedenbetten, eigenwillig, diese Leute aus dem hohen Norden!)
Dann kam sie, die Küche, und mit ihr zwei wackere Handwerker. Die schraubten und bauten, hängten auf und schoben zusammen und hast du nicht gesehen, waren sie fertig!
Fast!
Es stellte sich nämlich heraus, dass der professionelle Aufmassservice eine der Arbeitsplatten zu kurz und den Platz für die Oberschränke zu großzügig bemessen hatte!
Macht nichts!
Neue Arbeitsplatte und andere Oberschränke bestellt, in 5 – 6 Wochen, meinten die freundlichen Handwerksleute, würden die richtigen Schränke samt passender Arbeitsplatte nachgeliefert und montiert. Zum Glück funktionierten Herd, Spüle und Spülmaschine einwandfrei und die zu kurz geratene Arbeitsplatte wurde solange provisorisch eingebaut – nicht ohne den Hinweis, doch sehr vorsichtig mit Wasser zu sein, damit die zweite Platte an der Nahtstelle ….
… nicht aufquelle!
Genau das hatte sie aber gut 7 Wochen später getan! Immerhin, die Oberschränke passten wie angegossen! Die mit gelieferte Arbeitsplatte war auch lang genug – nur konnte sie wegen des Quellvorgangs nicht eingebaut werden. So musste auch die zweite Arbeitsplatte neu angefertigt werden.
Etwas enttäuscht
waren wir schon, aber hoffnungsvoll, dass die endgültige Fertigstellung der Küche beim dritten Anlauf gelingen würde.
Der war heute – ziemlich genau 4 Monate nach dem Bestellen der neuen Küche!!!
Die freundlichen Tischler erschienen – wechselten eine fehlerhafte Tür aus und fragten, wo denn die ursprünglich einzubauende Arbeitsplatte sei, sie hatten lediglich die neu angefertigte zweite Platte dabei.
Nachfragen ergaben, dass die Platte, die vorsorglich beim letzten Mal zwecks schonender Einlagerung unter Profibedingungen mitgenommen worden war, irgendwie nicht mehr da war …. und neu bestellt werden muss!
Aller guten Dinge …!
Eben NICHT!!!
Und vielleicht kann die Küche ja doch noch vor dem Ende der Europameisterschaft ….
Aber mein neuer Herd ist wirklich ganz fantastisch und kocht und kocht und kocht …
Nein, ICH koche nicht! Ich bin ganz relaxt!



