„Wenn in einer Kirche in Mekka das Weihnachtsoratorium erklingt…“ 6. Dezember, 2009
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… dachte ich unvermittelt, als ich mich heute den wohlbekannten wunderbaren Bach’schen Klängen in einer Kirche überließ, „dann ist wirklich Religionsfriede, Religionsfreiheit eingekehrt unter den Menschen dieser Erde.“
Daran sollten wir arbeiten, dass wie in Jerusalem, der uralten jüdischen Stadt, wie in Rom, der bedeutenden Stadt der Christenheit, auch in Mekka, der zentralen Stadt des Islam die Angehörigen aller monotheistischen Religionen in Frieden ihrem Glauben gemäß leben und beten können.
Wunschdenken … Utopia …
… denn die Realität ist einfach nur deprimierend!
Kirchturmspitzen und Minarette… 3. Dezember, 2009
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als weithin sichtbare Symbole dafür, dass Menschen ihren Glauben leben, ihm Ausdruck verleihen und Geltung verschaffen (wollen).
Kirchtürme und Glockengeläut – das prägte Jahrhunderte lang das öffentliche Leben in Deutschland und Europa, gehörte zu „unserem“ Kulturkreis so sicher wie das berühmte „Amen in der Kirche“, war selbstverständlicher Ausdruck des christlich geprägten Lebensstils, Ausdruck von Zugehörigkeit aber auch von Einvernommenwerden durch die Institution „Kirche“, die, obschon seit langem nur noch geringe weltlich-politische Macht, doch das Leben der Menschen tiefgreifend beeinflusste und bestimmte.
In den letzten Jahrzehnten vollzieht sich ein dramatischer Wandel in den europäischen Gesellschaften. Nicht zuletzt als Folge des verheerenden Krieges haben viele Menschen erfahren, dass ihr Glaube an Gott, der in den Kirchen gepredigt wird, ins Wanken geriet, dass Zweifel aufkamen an Sinn und Gehalt christlicher Lehre. Die Verstörung durch die Ideologien des Nationalsozialismus ebenso wie des Kommunismus wirken sehr viel nachhaltiger, als wir es uns je bewusst gemacht haben. Das Voranschreiten der Säkularisierung, die Zunahme eines humanistisch geprägten Atheismus tritt immer deutlicher zutage. Gläubige, praktizierende Christen empfinden sich in vielen Teilen unseres Landes in der Minderheit, die Kirchen haben nicht mehr die geistliche und spirituelle Kraft, den meisten Menschen Sinn und Halt zu bieten, esoterische Bewegungen und obskure pseudoreligiöse Gemeinschaften gewinnen an Attraktivität und Einfluss.
Gleichzeitig wächst mit den muslimischen Einwanderern in Europa der Einfluss des Islam, werden wir mit Werten und Regeln konfrontiert, die unserem christlich geprägten Denken nicht vertraut sind, wenngleich es Übereinstimmungen zu geben scheint hinsichtlich eines „frommen“ Lebensstils. Toleranz und Gleichgültigkeit bildeten über Jahre die Basis für das unbehelligte Nebeneinander von Muslimen, Atheisten und Christen in Deutschland, man kümmerte sich nicht umeinander und ließ jeden nach „seiner Facon selig werden„, wie einst der alte Fritz so schön formulierte.
Große Verunsicherung machte sich jedoch breit, als nach den Anschlägen in New York die ideologisch-gewaltbereite Seite des Islam erstmals überdeutlich hervorbricht. Der Islam wird nicht mehr nur als eine Religion wie jede andere wahrgenommen, sondern als eine politische Ideologie, die sich gegen die Werte des (christlichen) Westens richtet.
Und damit treten auch die hier lebenden Muslime aus den Hinterhofmoscheen in die öffentliche Betrachtung, wird darüber diskutiert, ob die sichtbaren Zeichen der Religionszugehörigkeit wie z.B. das Kopftuch oder die Verweigerung des Sportunterrichts für Mädchen in gemischten Klassen Ausdruck religiösen Empfindens oder ideologisch motivierte „Kampfansagen“ sind.
„Religionsfreiheit“ wird zum alles erklärenden und fordernden Argument und „Toleranz“ ist das Zauberwort, das die auseinander driftenden Wertvorstellungen der Gesellschaft zusammen halten soll, wobei von großen Teilen der politisch einflussreichen Gruppen Toleranz FÜR Muslime gefordert, nicht aber in gleicher Weise VON Muslimen eingefordert wird für die (immer noch mehrheitlich christlich geprägte) Gesellschaft dieses Landes.
Im Namen der Toleranz wird Rücksichtnahme auf die Gefühle der Muslime gefordert ( Beispiel: Kritik an Mohammed und Koran vollkommen undenkbar) und im gleichen Atemzug die Rücksichtnahme auf Gefühle und Befindlichkeiten praktizierender Christen (oftmals mit dem Hinweis auf die Trennung von Kirche und Staat) verweigert (Beispiel: Kreuze in Klassenzimmern, vehemente Kritik an Evangelikalen in öffentlich-rechtlichen Medien).
Die sehr spezielle, vom Christentum geprägte „Art der Toleranz“ – nämlich die andere Wange auch noch hinzuhalten, statt die eigenen Belange zu verteidigen – fördert die Nachsichtigkeit gegenüber den Forderungen islamischer Verbände, Koran gemäße Regelungen in das Rechtssystem europäischer Gesellschaften einfließen zu lassen, obwohl sie vielmals nicht in Einklang stehen mit den von uns so verstandenen Menschenrechten und Menschenwürde. Jesuanisches Denken und Handeln, wie wir es etwa in den Seligpreisungen sehr eindrucksvoll erfahren, ist unvereinbar mit Gewaltandrohungen oder gar Terror zur Durchsetzung der eigenen Interessen. So verwundert es nicht, dass ausgerechnet hohe Kirchenführer sich dafür stark machen, dass Muslimen die ihnen gemäße Form der „Gottesdienste“ in Moscheen möglich sein MUSS und sie den „Kuhhandel“ weitgehend ablehnen, der da heißt: Moslems bauen in Deutschland eine Moschee, dafür bauen Christen in der Türkei oder Saudiarabien eine Kirche, moslemisches Gemeindezentrum hier, christliches Zentrum dort.
Selbstverständlich gehört zu einer ordentlichen Moschee auch ein ordentliches Minarett – zumindest ist das die Vorstellung, die man gemeinhin hört, daran ändert auch die Tatsache nichts, dass zwei der wichtigsten Symbole der muslimischen Welt überhaupt, der Felsendom und die AlAksa-Moschee in Jerusalem gänzlich ohne Minarette auskommen… Wenn Christen also sagen, baut in Allahs Namen auch ein Minarett um zu demonstrieren, dass hier Muslime leben und beten, so hat das nichts mit Gewährung der Religionsfreiheit zu tun – denn die Ausübung der koranischen Religion ist durchaus auch ohne Minarett möglich – sondern mit freundlichem Entgegenkommen. Und wenn die Schweizer in ihrem Votum sich gegen den Bau von Minaretten aussprechen, so hat das gar nichts mit mangelnder Religionsfreiheit, Intoleranz oder gar dem Rückfall ins finsterste Mittelalter zu tun, wie manche Berichterstatter geradezu panisch schreiben – denn die Religionsausübung ist nicht von dem Bau der Minarette abhängig -, sondern doch wohl in erster Linie damit, dass sie sich ihrer selbst bewusst bleiben und „die Kirche im Dorf lassen“ wollen als sichtbares Zeichen der christlichen Basis ihres Lebens.
…
Darüber zu entscheiden sollte man ihnen in aller Toleranz zugestehen…
Statt Weihnachtsmann nun Väterchen Frost… ? 5. November, 2009
Posted by Rika in christentum, gesellschaft.add a comment
Zumindest in der Krefelder Geschäftswelt soll es „keine christlichen religiösen Symbole“ in der „Weihnachtsdekoration geben, das schreibt RP-online – wobei sich ja schon die Frage stellt, welche nicht-christliche Religion überhaupt Weihnachten feiert???? Buddhismus und Judentum können es eigentlich nicht sein… ebenso wenig Konfuzianismus oder Scientology.
So nenne ich die Ankündigung der Krefelder Kaufleute einfach mal konsequent inkonsequent – oder sollte ich besser sagen inkompetent?!!!
Nun kann man ja wirklich nicht behaupten, dass der Weihnachtsmann und sein amerikanischer Kumpel mit dem rotnasigen Rentier „christliche Symbole“ seien, genauso wenig wie Tannenbaum und Adventkranz, die mehr oder weniger hübsch-kitschigen Schnickeldies, Kerzen und Baumschmuck aus gold- und silberfarbigen Glaskugeln, samt allen Varianten die der Markt so her gibt. Allenfalls könnte man Sterne noch irgendwie als biblisch-christlich anmutendes Motiv durchgehen lassen, schließlich folgten die Hirten und Weisen einem leuchtenden Stern, der sie nach Bethlehem zur Krippe führte, auch das Engelhaar ließe ich noch gelten, sofern man davon ausgehen kann, dass die in der Bibel genannten Geschöpfe, die den großen Lobgesang nach der Verkündigung der Geburt Jesu anstimmten, tatsächlich menschenähnliche Züge und damit wohl auch Haare auf dem Kopf hatten…
Ich habe mich schon lange gefragt, was denn der all weihnachtliche Kaufrausch mit dem Christfest zu tun hat – meinen Kindern habe ich erklärt, wir machten uns gegenseitig Geschenke aus Freude über die Geburt Jesu. Aber wieso feiern Menschen Weihnachten, die mit Jesus gar nicht zu tun haben wollen und auch sonst mit Gott, Bibel und Kirche nichts an der Backe haben?
Gut, man könnte sagen, Weihnachten sei das Fest der Liebe und der Familie – aber wie fragwürdig das ist, wird in vielen Familien in jedem Jahr aufs Neue durchlitten und durchlebt, wenn man statt in trauter Runde in wüstem Streit den „Heiligen Abend“ feiert!
So gesehen könnte ich mir durchaus vorstellen, auf den ganzen weihnachtlichen Rummel zu verzichten und ein Wintermärchenfest zu zelebrieren, die Geschäftswelt könnte völlig unabhängig von allen christlich-biblischen Gründen und Motiven ein gigantisches Fest des Kommerz organisieren, niemand käme mehr in die Verlegenheit, über den Hintergrund oder Inhalt des christlichen Festes Auskunft geben zu müssen.
Und wenn man ohnehin nicht so genau weiß, was in der Heiligen Nacht geschah, könnte man sogar die allermeisten Weihnachtsschnulzen in Endloschleifen verkaufsfördernd zum Besten geben: Oh Tannenbaum, Leise rieselt der Schnee, Jingle Bells und obendrein den Schneewalzer – der würde doch zu einem Wintermärchenfest perfekt passen.
Und dann könnte der ganze Winterfestvorbereitungsrummelverkauf auch schon problemlos im August beginnen, ohne dass die Bischöfin und ihre Glaubensschwestern und Brüdern mit erhobenem Zeigefinger mahnen:
Advent ist im Dezember! Denn ohne Christfest auch keine Adventszeit, ganz einfach!
Auch für unsere moslemischen Mitbürger gäbe es dann endlich keinen Anlass mehr, dem größten Kommerzfest des Jahres ablehnend gegenüber zu stehen, sie könnten ohne Not die winterfest-hell erleuchteten Innenstädte besuchen, auf den Winterfestmärkten alkoholfreien Glühwein genießen und sich ohne koranisch begründete Bedenken mit allen Sinnen dem Kaufrausch hingeben, dem das christliche Abendland im Namen von Jul, Santa Klaus, Weihnachtsmanns und allen anderen „christlichen“ Persönlichkeiten schon seit Jahren verfallen ist.
So hat wohl auch Herr Greve, Vorsitzender der Krefelder Werbegemeinschaft gedacht und sich überlegt, wie er die moslemischen Mitbürger am Kassenklingeln beteiligen kann.
„Schließlich hat ein großer Teil der Bevölkerung keine Antenne mehr für die Religion oder ist nicht-christlichen Glaubens.”
Die religionslosen Mitmenschen oder bekennenden Atheisten hat die „christliche“ Weihnachts-Dekoration wohl noch nie davon abgehalten, sich weihnachtlichen Genüssen hinzugeben und die Kassen klingeln zu lassen. Und die meisten der mir bekannten religiösen Minderheiten waren in der Vergangenheit souverän genug, über die Weihnachtshysterie hinweg zu sehen, ohne Schaden an Leib und Seele zu nehmen und sich ihren eigenen religiösen Festen mit Freuden hinzugeben.
Das Argument
„Religiöse Motive gehören in die eigene Wohnung oder in die Kirche, nicht aber in die Geschäfte”,
kann ich absolut mittragen, weil es in meinem Augen schon ziemlich würdelos ist, wenn „religiöse Motive“ als Kaufanreiz dienen, das hat schon beinahe etwas Blasphemisches.
Da aber Weihnachtsmann und Tannenbaum, Nikolaus und selbst der schönste Adventkranz keine ursprünglich religiösen Motive sind, könnte man konsequenter Weise auf sie als Werbemittel zum Anheizen der Kauflust verzichten und - wie weiland die UdSSR und in ihrem Gefolge auch die DDR - Väterchen Frost und Prinzessin Schneeflocke zu symbolträchtigen Verkaufsanreizen pushen.
Wenn ich bedenke, dass irgendeine superwichtige Eu-Kommision Kreuze in Klassenzimmern verboten hat und man in England auf das Versenden von Weihnachtspostkarten in offiziellen Ämtern zugunsten der nicht-christlichen Mitarbeiter und Staatbürger verzichtet, sollte man vielleicht in unserer ohnehin nicht mehr ganz so christlichen Gesellschaft auf alle christlichen Symbole im öffentlichen Raum verzichten (wie man ja schon damit begonnen hat, Straßenkreuzungen in Kreisel umzubauen). Die Kirchen könnte man doch umwandeln und zu dem machen, was die Kaufhäuser und Fußballstadien schon lange sind: Zum Tempel einer ungebremst agierenden Konsum- und Spaßgesellschaft.
So würden wir in Deutschland und in ganz Europa endlich zu einem religiös neutralen Gebiet, in dem sich alle Menschen gleichermaßen beheimatet fühlen können. Bliebe noch die Frage zu klären, ob ein halber Mond ein religiöses Symbol ist und wie man mit den so bezeichneten Gebäuden künftig umzugehen gedenkt. Und ob Kopftücher einfach nur modisches Beiwerk oder Ausdruck tiefempfundener Frömmigkeit sind….
Wobei Kopftücher bei Wintermärchenfesten ja durchaus angebracht sein können – der Kälte wegen!
Es lebe Väterchen Frost!
Gefunden habe ich den Hinweis auf die Krefelder Visionen bei achgut.