Aber nicht ins Gesicht… 12. Juni, 2009
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Mann darf Frau schlagen – so er denn Gründe hat, die ihm die Schläge hochoffiziell erlauben.
Die Gründe sind: Wenn die Gute keine Lust hat, ihm im Bett gefällig zu sein oder wenn sie sich nicht für die gleichen Dinge begeistern kann wie der Herr Gemahl oder wenn sie mal eben kurz das Haus verlässt, ohne den Ehemann um Erlaubnis gefragt zu haben.
Er wird aber gehalten, nicht ins Gesicht zu schlagen und auch andere Teile, die für die Funktion des weiblichen Körpers wichtig sind, zu schonen.
Empfindliche Stelle am Körper der Ehefrau müssen beim Schlagen so vermieden werden, dass ihr keine Knochen gebrochen werden. Dazu darf ihr keine Verstümmelung ihrer Schönheit zugeführt werden, sei diese Verstümmelung im Gesicht oder an einer anderen Stelle ihres Körpers. Das Schlagen gilt als verboten, wenn es der Ehefrau Blutungen, Knochenbrüche, Verstümmelung oder einen blauen Flecken verursacht, weil die Menschen dadurch erkennen können, dass sie geschlagen wurde.
Da kann man doch beruhigt sein, Blutungen, Knochenbrüche und Verstümmelungen sind zu vermeiden!
Ich muss aber der Fairness halber erwähnen, dass den Schlägen freundliche Ermahnungen voraus zu gehen haben und erst wenn alles nichts mehr hilft, kann geprügelt werden.
Mit unserem Recht ist das vermutlich nicht vereinbar, wenngleich es ebenso vermutlich Richter geben wird, die – der besonderen Glaubenspraxis des Schlagenden gedenkend - den Schläger nicht verurteilen, sondern bestenfalls ermahnen werden, sich doch etwas freundlicher der eigenen Ehefrau gegenüber zu verhalten.
Aber keine Sorge, es geht ja nicht um die Frauen im Allgemeinen und um die in unserem aufgeklärten Westeuropa schon gar nicht, sondern um die Frauen muslimischer Ehemänner im modernen Staat Ägypten, wobei man allerdings nicht so sicher sein kann, ob nicht der eine oder andere in Deutschland lebende Ehemann sich genau auf so ein Rechtsgutachten eines Rechtsgelehrten beziehen wird…
Nein, ich zeige nicht mit dem Finger auf „DIE“ – ich bin heute eher zufällig auf die Fatwa zur Züchtigung der Frauen gestoßen und denke, dass ich das nicht einfach nur zur Kenntnis nehmen kann!
Ja, ich weiß, dass es viele Ehemänner in Deutschland gibt, die hemmungslos auf ihre Frauen einschlagen OHNE sich um irgendwelche ethisch-moralischen Vorschriften oder Ansichten zu kümmern, Männer, die keine Erlaubnis für ihre Prügelexzesse brauchen - die allerdings auch keine mildernden Umstände ihrer religiösen Zugehörigkeit wegen in Anspruch nehmen können, wenn man sie vor Gericht stellt!
Und ich hoffe, dass unsere Gerichte in Deutschland nicht nur christlichen oder säkular lebenden Ehemännern keine mildernden Umstände gewähren, sondern allen Frauen, gleich welcher Religionszugehörigkeit Recht und Schutz vor prügelnden und gewalttätigen Ehemännern und Lebensgefährten verschaffen!
Ich bin aber nicht so sicher, ob das auch in Zukunft so bleiben wird, las ich doch ebenfalls heute einen Beitrag, der sich mit dem Thema Recht und Scharia beschäftigt, Markus brachte mich auf die Spur!
Ostern … 14. April, 2009
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Selten ist mir die Botschaft von Ostern so sehr intensiv bewusst geworden wie in diesem Jahr und darum noch einmal die zentrale Aussage – diesmal nicht von Jesus selbst, sondern von Paulus bezeugt:
Christus ist für uns gestorben, damit wir zusammen mit ihm leben. Das gilt für uns alle, ob wir noch am Leben sind, wenn er kommt, oder ob wir schon vorher gestorben sind.
1.Thessalonicher 5,10 (Lehrtext der Herrnhuter „Losungen für junge Leute“ in der Übersetzung der Guten Nachricht)
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Ostern ist für unsere Familie nicht nur der höchste christliche Feiertag, sondern auch traditionell das Fest, an dem sich die große Familie am zweiten Feiertag bei Schwägerin und Schwager trifft mit (fast) allen Kindern und Enkeln. Und natürlich gibt es für die Kleinen auch das Ostereiersuchen im nahe gelegenen Wald und einen damit verbundenen Spaziergang zum idyllischen Heidesee…
Es war ein wunderschöner Tag gestern, das Zusammensein der Familie – auch wenn zwei unserer Kinder nicht dabei sein konnten – mit viel erzählen über dies und das, erinnern, planen, lachen … das wunderbare Wetter …
Dank an die Lieben und danke Gott!
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HINWEIS:
Seit diesem jahr gibt es die bekannten Herrnhuter Losungen auch in einer speziellen Ausgabe für junge Leute im Taschenkalender-Format mit Kalendarium und Raum für eigene Notizen. Sehr empfehlenswert. Herausgegeben von der Evangelischen Brüder-Unität im Reinhardt Verlag.
Infos dazu bei www.losungen.de
Sterben und Auferstehen … 9. April, 2009
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Meine – unsere - Mutter ist in der letzten Woche gestorben und am Dienstag beigesetzt worden.
Ein Freund sprach mir sein Beileid aus. Wir werden uns, weil er mit seiner Familie verreist, vor Ostern nicht mehr sehen und so sagte er nachdenklich zum Abschied unseres Gesprächs: „Ich weiß nicht, ob ich Euch in dieser Situation ‘Frohe Ostern’ wünschen kann…“
„Doch, das kannst Du!“
Ja, das kann er nicht nur, trotz der Trauer die uns bewegt, es ist geradezu die zentrale Aussage angesichts des Todes:
Frohe Ostern!
Denn der HERR ist auferstanden an Ostern! Er ist nicht im Tod geblieben. Er hat den Tod überwunden und so und nur so können wir angesichts des Todes eines geliebten Menschen von der Kraft dieser Auferstehung her leben und hoffend und glaubend das annehmen, was Jesus der Martha zusagt:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit.“
Johannes 11, 25 – 26
Unsere Mutter ist in dieser tiefen Zuversicht und in Frieden heimgegangen in Gottes Herrlichkeit. Uns, die wir sie lieben, ist das Trost und Hoffnung und Grund großer Dankbarkeit und Freude – trotz des Abschiedsschmerzes, den wir spüren.
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Morgen ist Karfreitag … der Tag, der uns mit der Macht und dem Schrecken des Todes konfrontiert, an dem wir des leidenden und sterbenden Jesus gedenken, der die Gottverlassenheit des Todes auskosten musste in grenzenloser Verzweifelung und Ohnmacht.
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Aber wir wissen schon jetzt: Der Sieg des Todes an Karfreitag ist nicht endgültig.
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Es wird Ostern …
Stille Tage … 29. März, 2009
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… ein langes Abschiednehmen von einem erfüllten Leben …
zurück blicken auf das, was war …
eintauchen in die Erinnerungen …
nachspüren …
fühlen …
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Hinübergleiten in das Neue …
noch ist es hinter der Grenze …
es kündigt sich an …
ruhig und sanft …
unaufhaltsam …
Gottes Herrlichkeit
auf die sie zugeht
getragen von der Liebe
erfüllt von der Hoffnung
gestärkt durch den Glauben
an Ihn
Jesus Christus
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Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Johannes 11, 25 u 26
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Der Text im Johannesevangelium geht mit der Frage Jesu weiter: “ ‘Glaubst du das?’
Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“
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Ja, Herr, ich glaube!
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Ich könnte es gar nicht leisten … 5. März, 2009
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… die Pflege meiner Eltern zu übernehmen!
Und so bin ich dankbar dafür, dass sie beide in einem Alten- und Pflegeheim „mit dem Nötigsten“ versorgt sind, wie meine Mutter immer sagte, als sie noch beschreiben konnte wie es für sie war, nicht mehr selbstbestimmt leben zu können, keine große Wohnung mehr zu bewohnen, von Pflegerinnen und Pflegern abhängig zu sein bei den alltäglichen Dingen ebenso wie bei den intimsten Verrichtungen. Die Umstellung war nicht leicht – und doch gab es schon damals keine Alternative, war doch unser Reihenhaus mit seinen auf 3 Ebenen verteilten Zimmer nicht geeignet für die Rollstuhlfahrten des Vaters und die vielen Treppen zu viel an Anstrengung für das schwache Herz der Mutter, ganz abgesehen davon, dass wir beide, mein Mann und ich ja voll berufstätig waren und ich es noch immer bin!
Nein, es gab damals keine wirkliche Alternative.
Und heute erst recht nicht.
Doch in die Dankbarkeit über die grundsätzliche Möglichkeit, alte Menschen in freundlichen Einrichtungen nicht nur „mit dem Nötigsten“ sondern auch gut versorgt zu wissen, mischt sich immer wieder auch Kritik.
Kritik an einem System,
- das mehr Gewicht auf die „gute“ Dokumentation der Pflege zu legen scheint, als auf den Wert einiger verplauderter Minuten mit Bewohnern, die nicht mehr so viele Möglichkeiten haben zu plaudern, ein Schwätzchen zu halten wenn es ihnen gerade danach ist.
- das seine Mitarbeiter einem permanenten Stress aussetzt, der sich wohl oder übel auf die Bewohner überträgt.
- das alten Menschen, die zunehmend dement werden und sich nicht mehr in Raum und Zeit zurecht finden, zumutet, in raschem Wechsel innerhalb weniger Tage von immer anderen Pflegerinnen und Pflegern betreut zu werden, dabei nicht zu wissen, wer das ist, der das Essen anreicht, die Medikamente verabreicht, beim Gang zur Toilette hilft, der morgens die Körperpflege übernimmt und tagsüber immer wieder kommt, um den bettlägerigen Bewohner neu zu betten und der abends das Bett aufschüttelt und auch in der Nacht nach dem Rechten sieht.
- das von den Bewohnern verlangt, sich an das System anzupassen und nur selten in der Lage ist, selbst flexibel auf die Bedürfnisse der Bewohner zu reagieren.
- das hilflose, demente, alte Menschen oftmals behandelt wie gesunde, im Vollbesitz der geistigen und körperlichen Kräfte lebenden vitale „Jungalte“.
- das nicht selten die Würde der Pflegebedürftigen hinter die reibungslosen Abläufe des Pflegesystems zurückstellt.
- das Mitarbeiter beschäftigt, die der deutschen Sprache nicht mächtig genug sind, um von den Bewohnern verstanden werden zu können und die Bewohner zu verstehen.
- das von der „Putztruppe“ verlangt, ein Zweizimmerapartement samt Bad in nur 15 Minuten zu „reinigen“!
- das einfach gar keine Zeit einplant für die einfachsten Formen der Beziehungspflege (zu den Mitarbeitern der Einrichtung), die bei alten Menschen doch ohnehin nur noch schwer und verlangsamt möglich ist.
Es ist ein gutes und freundliches Haus in dem meine Eltern leben mit einer angenehmen Atmosphäre und vielen Angeboten für die Bewohner, die noch fit genug sind, an Sitztanz oder Bibelstunden, Kaffeerunden und Rätselraten, Konzerten oder Theaterspielen teilnehmen zu können.
Und wie gesagt, ich kann die Pflege meiner Eltern, die inzwischen beide dauerhaft bettlägerig sind, nicht leisten - und deshalb bin ich dankbar, für die Versorgung „mit dem Nötigsten“ der leiblichen Grundbedürfnisse, aber manchmal mischt sich Kritik in meine Dankbarkeit und manchmal schlägt die Kritik auch in Empörung um über das, was das System an Zumutungen produziert… Zumutungen für die Bewohner UND die Pflegekräfte, die ja nicht nur einem Job nachgehen wollen, sondern meistens mit viel Idealismus und Menschenfreundlichkeit ihrem Beruf zu entsprechen versuchen zum Wohle der Bewohner und immer wieder an die engen Grenzen des aufgezwungenen Zeitrahmens stoßen und der Flut der zu dokumentierenden Pflegeleistungen dabei kaum Herr werden können.
Hat jemand eine Idee, wie man ein bezahlbares und menschliches Pflegesystem etablieren könnte, das nicht zu Lasten der von Idealen beseelten Pflegerinnen und Pfleger geht und die Bewohner der Alten- und Pflegeeinrichtungen in Würde alt und schwach und dement sein lassen und auch in Frieden und Würde den letzten Weg gehen und sterben lassen kann?
aus der zeit gefallen … 21. Februar, 2009
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… für tage
„HERR, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden…“ Psalm 90,12
dem sterben begegnen - nicht dem eigenen
das ruhige und langsame abschiednehmen begleiten - es dauert noch an
in GOTT geborgen
leben und sterben in SEINER gegenwart
glaubende gewissheit zu IHM zu gehen
in die Herrlichkeit und Ewigkeit GOTTES
…
und alles tritt dahinter zurück.
darf ich vorstellen … 14. Februar, 2009
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… ein neuer blog aus lisboa
Tobias – unser jüngster sohn – ist gut in lissabon gelandet …
er wird dort das sommersemester im rahmen des erasmus-programms verbringen.
dabei ist es doch noch gar nicht solange her, dass das kerlchen sich aufmachte, die kleine welt in haus und garten zu erobern …

gut ist ihm das gelungen…
…. und auch die erkundung vieler neuer welten außerhalb der schützenden familie seither!
in portugal beginnt das sommersemester zu meinem erstaunen schon ganz AKTIV in der kommenden woche … da endet gerade bei uns hier das wintersemester und die vorlesungsfreie zeit beginnt…
ich wünsche dir eine gute zeit,
Tobias,
viele neue erfahrungen, begegnungen mit netten und interessanten menschen, freude am studium, zeit mit Gott …
in liebe … du weißt schon!
Keine Sentimentalitäten bei der Abwrackprämie! 12. Februar, 2009
Posted by Rika in familie.1 comment so far
Leichter gesagt als getan!

„High Noon“ für meinen Golf III … das Bild spricht Bände … zumindest für die Eingeweihten… leichter Staub auf der Ablage als Zeichen des gepflegten Verfalls … 242562 zeigt die Kilometerstandangabe des Tacho … ziemlich genau um 12.ooh beim Abwracker auf den Hof gefahren … trauriges Ende einer intensiven „Beziehungskiste“ in mehrfacher Bedeutung des Wortes …
Es ist zwar „nur“ ein Auto, das ich nach einigen schönen Jahren gedeihlicher „Zusammenarbeit“ dem Abwracker anheim gebe, aber wie viel liegt in diesem „nur“ …
Vor allem und zu allererst ist ein Auto (auch meins) ein Fortbewegungsmittel und egal ob groß oder klein, verbirgt sich hinter diesem einfachen Wort schon eine ganze Welt. Ich kann, sofern ich es will, das Auto betankt und auch ansonsten fahrbereit ist und meine Zeit es erlaubt einfach mal eben meinen Standort verändern (und dennoch an einem vertrauten Platz bleiben, dem hinter dem Steuer nämlich).
„Fortbewegen wann immer man will“ bedeutet darüber hinaus auch so etwas wie einen Hauch von „Freiheit und Unabhängigkeit“…
Sicher, vor allem bewegte ich mich mit dem Auto vom Haus zur Arbeitsstelle und wieder zurück nach Hause, das war überhaupt der „rein formale“ Grund für die Anschaffung eines Zweitwagens, MEINES WAGENS! Meine Arbeitstelle mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen bedeutet einen Zeitaufwand von gut 1 3/4 – 2 Stunden pro Weg, mit dem Auto sind es nur sehr knappe 20 Minuten (und wenn ich ordentlich Gas gebe und die A7 nicht gerade voll ausgelastet auch nur 15) … für eine berufstätige Mutter ist das eine Menge Zeit!
Aber es gibt auch die vielen spontanen „Fortbewegungen“, mal eben hierhin und dorthin, zum Baumarkt etwa oder zum Blumenhändler, um irgendwelche Zutaten zu kaufen, die ich für eine kreative Idee brauche … Freunde besuchen oder einfach mal ins Grüne fahren … (Ich weiß, dass das nicht unbedingt ökologisch sinnvoll ist, soviel Benzin zu verplempern und die Umwelt mit stinkenden Abgasen zu belasten, aber nein, KEINE Asche auf mein Haupt! Ich stehe zu meinem Freiheitsdrang per Auto!)
Es gab die vielen Pendelfahrten von mir zu meinen Eltern, die damals vor knapp 6 Jahren von jetzt auf gleich Hilfe brauchten und in der Kasseler Gegend wohnten, bevor sie hierher in unsere Nähe zogen …
Und vor allem gab es die exzessive Nutzung des Autos durch die „Kinder“. Fahrten zu Freunden und mit Freunden, zu Teeniestunden in der Gemeinde, zu Freizeiten - hoch beladen mit allen nur möglichen Dingen, die man für solche Unternehmungen benötigt… Transportfahrten für die Studentenkinder …. Umzüge … und Großeinkäufe bei einem gewissen Möbelhaus …
Und natürlich die diversen Urlaubsreisen der Kinder oder die gemeinsamen Fahrten der Familie in den Skiurlaub … 6-Leute-Familien benötigen nun mal zwei Autos, sofern sie keinen Bus oder einen Siebensitzer fahren …
„Mein Auto“ war kein Statussymbol sondern im besten Sinne ein Gebrauchsgegenstand, dem man mit den Jahren auch den Gebrauch deutlich ansah … der Lack war zwar nicht „ab“, aber stumpf geworden war er schon und auch von einigen Kratzern durchzogen … vor zwei Jahren wurde die Fahrertür bei (m)einem Unfall ziemlich zerknittert und weil ich nie einen Schönheitswettbewerb mit dem kleinen Golf gewinnen wollte und die Reparatur einer Tür nicht eben billig ist, blieben diese Knitterfalten bis zuletzt…
Im letzten Sommer die Frage TÜV oder nicht … und dann doch noch einmal eine gute Summe investiert vom Ältesten, der seitdem auch hauptsächlich das Auto fuhr …
Die Abwrackprämie verlockt zum Kauf eines „Neuen“ …
Der Neukauf ist bereits vertraglich geregelt, in den nächsten Tagen wird das neue Auto ausgeliefert, das alte muss gehen …vielmehr fahren …
… und wie um diese Entscheidung zu rechtfertigen oder zu erleichtern war es zu guter letzt noch in einen leichten Unfall verwickelt …

… vom ADAC abgeschleppt und bei uns abgestellt …
Gestern habe ich „ihn „ ganz langsam und vorsichtig zum Abwracker gefahren … sie ging noch, die letzte Fahrt mit ihm …
Heute wurde er auch behördlich still gelegt …
… drei Tränen habe ich dabei verdrückt, weil, er war eben doch mehr als ein gebrauchsfähiges Fortbewegungsmittel … mein Golf …
Kundschaft! 2. Februar, 2009
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Wenn man früher von unzähligen „Königen“ sprach, als die die umworbenen Kunden gern bezeichnet wurden, hatte man vor allem die mit Einkaufstaschen und -tüten überladenen Gattinnen vor Augen und / oder deren (überwiegend gut betuchten) Gatten die Packeseldienste verrichteten.
Der Kunde als König war vor allem in den Konsumtempeln anzutreffen – wobei man doch eigentlich nicht von Tempeln sondern eher von Palästen sprechen müsste, Priester gehören in Tempel, Könige in Paläste … nun ja, so genau hat man das damals nicht genommen…
Neben den Konsumköniginnen und -königen gibt es heutzutage Kunden, die man früher schlicht und ergreifend als „Schüler und ihre Eltern“ bezeichnet hätte – so jedenfalls liest man es in den Broschüren der „Dienstleister“ namens Schule, die für diese spezielle Kundschaft spezielle Angebote machen, die via Schul- und Jugenämter an Schulen in freier Trägerschaft an den Mann, sprich das Kind gebracht werden sollen. Über diese „Kundschaft“ schreibe ich später … vielleicht …
Heute geht es mir um die „Kunden“, die man in den Einrichtungen freier Wohlfahrtsverbände und Diakonischer Werke antrifft, in den Alten- und Pflegeheimen nämlich.
Ich habe es nicht recherchiert - und habe auch keine Lust dies zu tun -, ob der Begriff „Kunde“ schon vor der Einführung der Pflegeversicherung verwandt wurde, wenn es darum ging, alte und hinfällig gewordene Menschen, die auf Hilfe und Pflege angewiesen sind und ihre Belange und Bedürfnisse zu beschreiben, kann mir aber mühelos vorstellen, dass das Eine mit dem Anderen zu tun hat.
Die Einführung der Pflegeversicherung brachte ein völlig neues Bewertungssystem zur Abrechnung der Pflegeleistungen mit sich - und einen unerhört großen Dokumentations- und Verwaltungsaufwand gleich mit! Pflegerische Massnahmen werden gleichsam atomisiert – in ihre Minibestandteile zerlegt, minutiös aufgelistet und natürlich auch genauso minutiös zeitlich begrenzt, standardisiert und nach einem bestimmten Schlüssel abgerechnet.
Natürlich ist die „Kundschaft“ in diesem System aber nicht der König, die Königin! Und selbstredend sind die Pflegekräfte auch nicht die Dienstboten der königlichen Herrschaften sondern die modernen Sklaven der Dienstleister eines heiß umkämpften Marktes namens „Pflege“! In den atomisierten Standards zur Pflege alter Menschen gibt es keinen Faktor „persönliche Zuwendung“, keine Zeit für tröstende Worte, für liebevolle oder wenigstens sachbezogene Gespräche mit den Bewohnern, den Kunden, keine Zeit für einen Klönschnack mit verängstigten Alten, die ein wenig Zuspruch so bitter nötig haben, keine Zeit für alles, was nicht im Abrechnungskatalog der Dienstleistungen vorgesehen ist.
Das Essen anzureichen entspricht keinesfalls einer „gesegneten Mahlzeit“ in der dafür nötigen Ruhe und Zeit, das Reinigungsprozedere hat nichts mit der Pflege des Körper zu tun (wenngleich natürlich von Körperpflege in den Broschüren die Rede ist), gehört doch zur Pflege der sorgsame Umgang mit dem Körper der alten Leutchen mit Behutsamkeit und nicht etwa die Schnellreinigung der Textilreinigungsdienstleister!
Was nach meiner Wahrnehmung jedoch am augenfälligsten und schwerwiegendsten ist, ist die Tatsache, dass die alten Menschen dem System „Pflege“ angepasst werden und nicht anders herum das „System“ den Bedürfnissen der Alten!
So muss ein Diabetiker zum Beispiel auch dann essen, wenn er mal keinen Hunger verspürt, weil er ja immer die gleiche Menge Insulin gespritzt bekommt! Undenkbar, dass man das Insulin dem Bedarf anpasst, denn das würde ja bedeuten, dass man mehrmals messen müsste, was einen höheren Bedarf sowohl an (teuren) Messstäbchen, wie an teuren und trotzdem unterbezahlten Pflegekräften bedeuten würde! Der individuelle Lebensrhythmus der Bewohner wird dem Takt des Hauses angepasst, dem Arbeitszeitraster und der Verfügbarkeit der Pflegekräfte. Alte und zunehmend demente Bewohner müssen es hinnehmen, dass ihnen immer wieder neue Leute für die tägliche Pflege zugeteilt werden, die ihre jeweils eigenen Handgriffe und „Befehle“ haben und von denen viele nicht bereit oder in der Lage sind, SICH DEN BEWOHNERN ANZUPASSEN, die vielmehr erwarten, dass sich die Bewohner ihnen anpassen! Alte und zunehmend mehr ihrem früheren Leben lebende Männer und Frauen werden von Personen gepflegt, die die deutsche Sprach nicht beherrschen, die sich nicht verständlich ausdrücken können und denen sich die Pflegebedürftigen hilflos ausgeliefert fühlen. SCHNELL ist für viele Pflegerinnen und Pfleger das wichtigste (unausgesprochene) Adjektiv – und die am wenigsten zu leistende Anforderung für die Bewohner.
Der Druck, der auf den Pflegekräften lastet, ist enorm hoch.
Ich beobachte seit einigen Jahren die Menschen, die für die „Kunden“ in den Pflegeheimen da sind. Die meisten von ihnen bringen sehr viel Idealismus mit und versuchen immer wieder neu den Ansprüchen des Arbeitgebers an sich selbst und den Bedürfnissen der alten Menschen gerecht zu werden - und die meisten von ihnen werden an physischer und psychischer Kraft von ihren Arbeitgebern ausgebeutet – zum eigenen Schaden und zum Schaden der „Kundschaft“.
Sehnsucht … 26. Januar, 2009
Posted by Rika in familie.add a comment
Wenn der Liebste in diesen Tagen morgens aus dem Fenster schaut, sieht seine Welt so aus

Der Pichlerhof in Stefansdorf in Südtirol ist schon seit Jahren unsere „Erste Adresse“ wenn es zum Skifahren in die Berge geht … kein Fünfsternehotel, aber ein Wohlfühlhaus ganz besonderer Art und der Blick aus dem Fenster Richtung Ahrntal gehört zum Wohlfühlen dazu! (hinter dem kleinen Berg gleich da vorne liegt – etwas weiter unten im Tal – Bruneck, die wunderschöne alte Stadt im Pustertal …)
Seit Samstag ist er unterwegs mit Schwager, Sohn und Sohnesfreundin …
Ich habe gestern ganz vergessen zu fragen, ob die Tonihütte noch steht, unsere „Erste Anlaufstelle“ für die kleine Mahlzeit zwischendurch, für Klönschnack auf dem Balkon, Kaminwurzen und Gerstelsuppe, Radler, Spaghetti , Apfelstrudel und Cappuccino …

Der Toni hat nämlich seine Hütte verkauft, an ihrer Stelle soll ein Skihotel errichtet werden …
Das mag ich mir gar nicht vorstellen, dann wird es vorbei sein mit der Hüttenidylle, mit Fernblick, Winterzauber
und dem friedvollem Trubel auf dem Balkon, vorbei mit Tonis Schmankerln …

Tonis Balkon verschneit und der Piz da Peres im Nebel …

im wärmenden Sonnenschein …
Seit 35 Jahren fahren wir am Kronplatz Ski, seit etwa 25 Jahren treffen wir uns Mittags beim Toni!
Langweilig?
Nein, gar nicht!

Am späten Nachmittag fast im letzten Licht abfahren…

und abends nach einer guten Mahlzeit gemütlich am Kamin entspannen … oder eine Runde Doppelkopf spielen …
Sehnsucht …
nach dem Liebsten natürlich …