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Passend zu den Erkenntnissen des Herrn Sarrazin… 7. Oktober, 2009

Posted by Rika in gesellschaft & migration, islam.
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… aber nicht so provozierend formuliert heißt es heute in der HAZ:

„Stadt kämpft gegen Zwangsheirat  – 41 Betroffene meldeten sich 2008 in hannoverschen Beratungsstellen/ Viele Jugendliche“

Und dann erfährt der gar nicht staunende Leser, dass sich 40 „Frauen“ und ein Mann hilfesuchend an die Beratungsstellen gewandt haben, die (vermutlich von ihren Eltern, darüber schweigt sich das Blatt aus) gegen ihren Willen  den Bund der Ehe eingehen sollten. Wobei vierzehn „Frauen“ zwischen 14 und 16 Jahre alt waren und zwei zwischen 13 und 15 Jahren.

12 Personen waren immerhin schon älter als 25 – und ich mag mir nicht vorstellen, wie groß der Druck gewesen sein muss, dass sich erwachsene Menschen, die eigentlich selbstbestimmt leben können müssten, einer Beratungsstelle anvertrauen, weil sie selbst keinen Ausweg aus der Zwangssituation wussten.

In Niedersachsen meldeten sich im vergangenen Jahr 111 Frauen und 13 Männer (ohne Altersangabe!) und bis September dieses Jahres 124 Personen.

Und es verwundert auch nicht weiter, dass die Betroffenen aus der Türkei, dem Libanon, dem Irak, aus Syrien und dem ehemaligen Jugoslawien kommen – wobei es vermutlich rassistisch ist wenn ich spekuliere, dass es der moslemische Teil Jugoslawiens ist, aus dem die  Eheerzwinger stammen.

In leicht geänderter Ausgabe lässt sich der Bericht auch online nachlesen.

Interessant ist die Stellungnahme  des Migrationsexperten der hannoverschen Rats-SPD, Herrn Alptekin Kirci,  zu dem Problem. Wörtlich heißt es von ihm (in der Printausgabe) auf die Bitte, die Zahlen zu bewerten:

Ich finde sie erschreckend hoch. Damit hatte ich nicht gerechnet. aber sie sind Ausdruck einer über lange Jahre vernachlässigten Integrationspolitik, die für den Staat jahrzehntelang keine Thema war. (Hervorhebung von mir)

Genosse Migrations-Experte hat keine Ahnung, was unter den Migranten in seiner Stadt vor sich geht! Prima! Wozu ist der Mensch Migrationsexperte seiner Fraktion?  Und weil er so ahnungslos ist, macht er auch gleich den Schuldigen aus: Der Staat hat versagt. Toll!

Und gefragt, wie man seiner Meinung nach mit dem Problem „Zwangsehen“ umgehen solle, antwortet er:

Weil es hier unter uns passiert, muss das Thema in der gesamten Gesellschaft diskutiert werden, ohne die betroffenen Familien zu stigmatisieren. Vor allem in Schulen sollte intensiv darüber gesprochen werden, um die Mädchen zu bestärken. Zwangsehen haben im Osten der Türkei und in vielen islamistischen Gesellschaften eine lange Tradition. Es handelt sich aber um die Verletzung der Menschenwürde, und es ist eine Straftat. (Hervorhebungen von mir)

Die Türkei und islamistische Gesellschaften  begehen -  gut, dass das mal gesagt wird – Menschenrechtsverletzungen. Wobei es der Experte vermeidet, genauer zu definieren, was „islamistische Gesellschaften“ sind, aber bei dieser Aussage sicher sein kann, dass er damit breite Zustimmung findet;  „islamistisch“, das wissen wir alle, ist schlimm, hat aber zum Glück mit Islam gar nichts zu tun.

Natürlich sollen die betroffenen Familien nicht stigmatisiert werden, es reicht ja, wenn die betroffenen Frauen traumatisiert werden. Wobei der Experte eben auch nicht mitteilt, wie er in diesem Zusammenhang „stigmatisieren“ verstanden wissen will, meint er damit,  dass die Gefahr besteht, dass die Gruppe der Ehe-Erzwinger gesellschaftlich ausgegrenzt werden indem man einfach nur sagt, dass Zwangsheirat in Deutschland gar nicht gut ankommt und die Verheiratung minderjähriger Kinder als Kindesmissbrauch strafrechtlich geahndet werden kann? Und wie soll man es seiner Meinung nach dann thematisieren?

Herr Kirci nimmt auch zu der Frage Stellung, ob in der türkischen Gemeinde Niedersachsen, deren Vorsitzender er ist, Zwangsverheiratungen ein Thema sei. Seine Antwort:

Bisher noch nicht, obgleich Zwangsehen von allen türkischen Gemeinden verurteilt werden. Auch hier muss das Thema intensiv diskutiert werden. (Hervorhebung von mir)

Nö, „das“ ist kein Thema in den türkischen Gemeinden, aber wie tröstend zu wissen, dass sie Zwangsehen verurteilen.

Und vermutlich warten sie schon lange sehnsüchtig darauf, dass die „Gesamtgesellschaft“ sich des Problems annimmt,  dann kann man zur Not wieder eine Demonstration veranstalten gegen die antitürkischen und  antimuslimischen Gruppierungen und Stimmungen in der deutschen Gesellschaft.

Auch so lassen sich die Probleme lösen!

Wenn man laut genug „Nazi, Rassist“  schreit, wird kein  Mensch mehr etwas gegen Zwangsverheiratungen aus religiösen Gründen sagen und vermutlich wird es über kurz oder lang  dann auch kein Straftatbestand mehr sein, wenn 13-jährige Mädchen gegen ihren Willen verheiratet werden, bzw. wird es Richterinnen und Richter geben, die die „freie Religionsausübung“   als höheres Gut werten als das Selbstbestimmungsrecht der Frau zu heiraten wen und wann sie will.

Wie das Thema   in der „gesamten Gesellschaft“   diskutiert werden kann und soll, OHNE dass es zu den schon gewohnten Auseinandersetzungen mit muslimischen Verbänden kommt wenn diese in der Kritik stehen und  ihre vermeintlichen  Zuständigkeiten durch deutsches Recht beschnitten sehen, kann ich mir nämlich beim besten Willen nur sehr schwer bis gar nicht vorstellen, eher schon, dass es einen weiteren Fortschritt bei der Integration des Islam in unser Rechtssystem gibt … wenn doch schon die sogenannten Ehrenmorde nicht als Morde verurteilt werden und wenn Bücher darüber gar nicht erst erscheinen, aus Angst des Verlegers er  und seine Familie könnten ins Visier islamischer Bedenkenträger und möglicher Ehrenrächer geraten…

.

Quellenangabe für die Zitate:  HAZ, Stadt & Land, Seite 15 -  Mittwoch, 7. Oktober 2009 – Nr. 233

Erhebung, auf die sich der HAZ-Bericht bezieht – es lohnt sich, die einzelnen Punkte genauer anzuschauen. Leider habe ich zu wenig Zeit, um sie im Einzelnen zu kommentieren.

Der Kopf muss rollen … 3. Oktober, 2009

Posted by Rika in gesellschaft & migration.
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Diesmal hat er sich wohl zu weit aus dem Fenster gelehnt, waren seine Äußerungen vollkommen unzumutbar, wobei schon die Frage erlaubt sein sollte, wem man was zumuten MUSS …
Und natürlich sind die üblichen „Dauerempörten“ mächtig, mächtig empört…

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,652637,00.html

Die Medien berichten „objektiv“ über die, die Sarrazins Kopf fordern:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,653015,00.html

http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/427/489810/text/
(Wobei ich es bei diesem Beitrag besonders interessant finde, WO er geschrieben wurde…

http://www.focus.de/politik/deutschland/thilo-sarrazin-bundesbank-praesident-legt-ruecktritt-nahe_aid_441393.html
Türken, Araber und Herr Weber sind „auf der Palme“!

http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~EE12AC65EB377461DA5F4E94ABF63EB22~ATpl~Ecommon~Scontent.html
„türkenkritische Äußerungen“ sollte man in Deutschland nicht machen, wenn einem sein Arbeitsplatz lieb ist.
Dann schon eher den Papst oder ähnliche integere Menschen durch Kritik beleidigen, der/die   hält/halten  dann auch „die zweite Backe (Wange) hin“. …

Herr Weber hat Angst vor der Rache der Beleidigten:
http://www.welt.de/wirtschaft/article4721027/Bundesbanker-braucht-Bodyguard-wegen-Sarrazin.html

Noch irgendwelche Fragen oder Unklarheiten?
Nein?

Doch: „Wolle mer se reinlasse?

Nein?
Nein!

.

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nach-denklich:

Vermutlich ist die Abhängigkeit Deutschland vom Wohlwollen der Herren über Öl und „Kohle“ viel, viel  größer, als Ottilie-Normalbürgerin sich vorstellen mag. Und deshalb muss jede noch so winzige Kritik an den hier lebenden Vettern und Cousinen der wohlhabenden arabischen Freunde unterbleiben, brächte sie doch das wohl ausgewogene System der Banken und Wirtschaftsunternehmen in Unordnung, VW, Deutsche Bank, Porsche und was weiß ich noch wer ist doch längst schon durch Petrodollars korrumpierbar geworden. Da schweigt man lieber zu Menschenrechtsverletzungen und  Missständen in den Herkunftsländern unserer tüchtigen Migranten und kehrt alles unter den großen Teppich, was nur irgendwie den Anschein erwecken könnte, man habe etwas auszusetzen an den lieben Mitbürgern und Freunden, die uns beim Aufbau West so hilfreich unter die Arme gegriffen, ja, die ganze Arbeit praktisch allein geleistet  haben … jedenfalls ist das das Märchen, das man sich in muslimisch-türkischen Elternhäusern  wohl erzählt, wenn ich dem glauben kann, was mir meine Schüler so berichten…

.

Und leider haben die „deutschen“ Armen hierzulande keine Lobby!

Über die Notwendigkeit von Suppenküchen und Tafeln regt sich niemand auf, und keiner der Schreibhälse hat auch je nur eine Taste bewegt, um den Missständen in Obdachlosenheimen, schimmeligen Schlichtwohnungen, abbruchreifen Mietskasernen, in herunter gekommenen Stadtvierteln und nur noch museumstauglichen Plattenbauten (die gibts nicht nur im Osten!) ein energisches:

So nicht!

entgegen zu schreiben! Sicher, ab und zu regt sich mal der eine oder andere auf, wenn das romantische Bild vom schönen Leben in prähistorischen Gebäuden ins Wanken gerät oder wenn wieder mal ein „Kevin“ Opfer des Jugendamtes geworden ist, aber ansonsten kann man, wenn nicht gerade Wahlkampf ist, doch richtig gut mit den Unannehmlichkeiten der Sozialschwachen leben.

Und hätte Herr Sarrazin statt von Türken und Arabern,  von Leuten (so einheimisch deutsch  wie du und ich)  geredet, wäre kein Mensch auf die Palme gegangen, weil doch jeder, aber auch wirklich jeder von uns weiß oder doch wenigsten wissen müsste, dass zwischen dem, was der Sozialstaat will und dem, wie Menschen wirklich leben MÜSSEN, unüberwindliche Differenzen bestehen, wahre Abgründe von Problemen und zum Himmel schreiende Schrecklichkeiten und das vieles von dem was Herr Sarrazin in seinen provokanten Sprüchen von sich gegeben hat, absolut den traurigen Tatsachen entspricht!

Kümmert’s irgendwen?

Und dann sei auch noch die Frage erlaubt, wieso weder Italiener noch Spanier, weder Ex-Jugoslawen noch Vietnamesen, die ja auch in Deutschland als „Gäste“ tätig waren, auch nur annähernd so große Probleme bereiten, wie die netten Menschen aus der Türkei, dem Libanon, Albanien oder aus welchem Land auch immer, in dem die Fahne des Propheten munter im Wind  flattert!

Und was ist so verwerflich an dem Satz

„Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.“

dass man deshalb einen Mann derartig bedrängt, seinen Hut zu nehmen?

Wegen der „Kopftuchmädchen“ ? Das ist allerdings nicht fein formuliert, aber sonst?

Gehen denn die Schreiberlinge nicht auf die Straße und hören einfach nur mal hin, was da so geredet wird über „Scheißdeutschland“ und „Scheißdeutsche“?

Mir kommt die Galle hoch, wenn ich noch länger darüber „nach-denke“ … es gruselt mich, wie man einfach weghört und dann, wenn es angebracht erscheint, umso lauter schreit…  und dass die SPD und die Gewerkschaften mit ins „Rübe-ab-Gebrüll“ einstimmen, macht die Sache nur noch schlimmer…

aber Guido und Angie werden es vermutlich bald richten, es müssen vorher nur noch alle Sarrazins der Republik mundtot gemacht werden.

Ich mag den Kerl nicht… 1. Oktober, 2009

Posted by Rika in gesellschaft & migration.
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- Trotz aller christlichen Nächstenliebe:   Ich finde ihn ätzend!

Ich mag ihn wirklich ganz und gar nicht … aber einige seiner provozierenden Aussagen sind zumindest bedenkenswert.

Zähneknirschend habe ich ihm (ganz heimlich und im Verborgenen) zugestimmt, als er die Rechnung aufmachte, man könne sich mit dem, was das Gesetz für  sinnvolle Ernährung an Ausgaben vorsieht, auskommen. Ich habe nachgerechnet und experimentiert: man kann. (Muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich u.a. auch Hauswirtschaftslehrerin bin?)  Aber es ist natürlich total blöd, so etwas sooo zu sagen,  wie er das tut,   es kommt so völlig emotionslos und ohne jegliche  Empathie rüber.  Gar nicht gut!

Jetzt hat er wieder was vom Stapel gelassen, das weder seine Arbeitgeber noch die tolerant-demokratische Öffentlichkeit erfreut und natürlich wird er dafür öffentlich gerügt und – man glaubt es kaum – er hat sich sogar entschuldigt. (Ich spekuliere und denke ins Unreine, dass ihn der Arbeitgeber aufgefordert hat, seine Ansichten ein bisschen sozialverträglicher unters Volk zu bringen, schließlich arbeitet er nicht mehr im öffentlichen Dienst oder für die Regierung und unterliegt mit dem neuen Arbeitgeber auch den Gesetzen des Marktes. (Wes Brot ich ess’, des Lob ich sing!   Wenn auch mit Bauchschmerzen und Nebenwirkungen…) So ist das halt im nichtöffentlichen Dienst…

Aber wo er (inhaltlich) Recht hat, hat er  - vermutlich?Recht.  (Ich gehe bei dieser  meiner Annahme davon aus, dass er über die  Statistiken und Zahlenwerke der Berliner Kulturlandschaft bestens informiert ist…)

Man sollte nachdenken, nachforschen und dann erst den unliebsamen Herrn  (den ich nicht ausstehen kann)   den Hunden (als Bauernopfer)  zum Fraß vorwerfen.

Doch so, wie der unliebsame Herr sich da geäußert hat,  geht es natürlich gar nicht, passt  es nicht in die Landschaft des freundlichen Umgangs mit den Herren von der grünen Fraktion…

Die „Bündnis-90-Grünen“ meine ich nun mal gerade nicht -  obwohl die ja nah  dran sind an den anderen „Grünen“, von denen in den provokanten Aussagen des unliebsamen Herrn die rede ist.

Es sollte   jedoch eigentlich jedem völlig klar sein, dass Schulabbrecher und Leute ohne erkennbare Integrationsbemühungen, ohne  ausreichende  deutsche Sprachkenntnisse und ohne gültige Abschlüsse gleich welcher Schule irgendwie nicht so ganz zum Bruttosozialprodukt beitragen -  mein’ ich mal so,   ganz wertfrei natürlich!

Doch will nicht verhehlen, dass ich jederzeit eine Lanze breche für die, die im Leben nicht auf der Sonnenseite stehen, die nicht mit der nötigen Power und Intelligenz gesegnet sind, um im alltäglichen Leben zu bestehen, die „arm im Geist“  sind und ohne jede Lobby -  leider gibt es davon viele in unserer schönen Wohlstandsgesellschaft, auch wenn das die Politik, die Gesellschaft und die Medien  nahezu vollkommen ignorieren!!  Es gibt Menschen,  die können mit den Anforderungen und dem Tempo unserer Leistungsgesellschaft absolut nicht mithalten, nicht weil sie zu bequem oder faul wären oder einfach keine Lust hätten, nein, weil sie einfach schlicht mit dem überfordert sind, was wir ihnen zumuten – und weil es wenig oder besser gesagt so gut wie keine Arbeitsplätze mehr gibt für  Menschen mit Einschränkungen, sieht man mal von den gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen ab (wobei es ja traurige Realität ist, dass viele Unternehmen sich durch Zahlungen aus der Pflicht stehlen).

Und natürlich müssen wir uns um diese Menschen kümmern!

An die Fahne … fertig … los! 15. September, 2009

Posted by Rika in gesellschaft & migration, islam, israel.
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Etwas anderes will mir überhaupt nicht einfallen…

angesichts der Berichte über  den  –    willkürlichen nach Recht und Ordnung angemessenen  -  Umgang mit  Fahnen.  Fahnen sind geeignet, Emotionen zu wecken  und leider nicht nur positive, nein, im  schlimmsten Fall sind sie in der Lage,  den Volkszorn zu entfachen und  stellen damit eine Gefahr für die öffentliche Ordnung dar.

Wobei es wichtig ist zu sagen, dass Fahne nicht gleich Fahne ist.

Seit der Weltmeisterschaft werden ja neben den Schützenvereinsfahnen und Karnevalswimpeln auch wieder Deutschlandfähnchen bei Straßenfesten und Umzügen aller Art gezeigt. Das ist nun kein Problem mehr, im Gegenteil, es wird als Fortschritt    „auf dem Weg zur Normalität im Umgang mit nationalen Regungen“  (Identität, Stolz usw.)   angesehen.

Auch die Fahne des Propheten und die Fahnen  der Länder, in denen die Nachkommen des Propheten die Religion des Friedens  durch öffentliches Auspeitschen von Hosenträgerinnen oder durch das Steinigen von vermeintlichen Ehebrecherinnen oder durch das Aufknüpfen von Homosexuellen an Baukränen eindrucksvoll praktizieren, können problemlos und begleitet von Friedensgesängen  wie  –   „Israel,  Kindermörder!“,  „Tot den Juden!“ und „Wir sind das Volk!“ – äh, nein, da habe ich etwas verwechselt! Entschuldigung! – durch deutsche Städte getragen werden.

Aber seit dem Ende der Nazizeit schickt es sich einfach nicht, den „Judenstern“ in der Öffentlichkeit zu zeigen, schließlich wissen wir doch alle, dass das eine ungeheure Diskriminierung der damals hier lebenden Juden darstellte und zudem gefährlich war  (für die Juden),   konnten sie doch so von ihren Häschern mühelos erkannt und gehascht werden… die Folgen kennen wir auch.  Und deshalb kommt es gar nicht gut, wenn heutzutage der Judenstern (Davidstern oder „Schild Davids“)     -  wenn auch in etwas anderer Farbgebung als damals – wieder in der Öffentlichkeit gezeigt wird – außer bei Gedenkfeiern, an denen wir uns des Verbrechens an den Juden erinnern oder bei  öffentlichen politischen oder sportlichen Ereignissen (Weltmeisterschaft, Staatsbesuch,  wobei man ja sagen muss, dass wir hier in Deutschland noch die Spieler und Sportler des Landes mit der nicht so gern gesehenen Fahne öffentlich auftreten lassen, in Schweden ist man da schon weiter, dort werden die Sportler unter der Ausschluss  der Öffentlichkeit zum Wettkampf gebeten!)

Aber bei Straßenfesten oder Friedensdemonstrationen so riesengroße Fahnen  -  das geht ja nun gleich gar nicht! Schließlich leben wir in einer weltoffenen und menschenfreundlichen Demokratie und nehmen Rücksicht auf die Gefühle aller Bewohner dieses schönen Landes.

Nun ja, und da könnte  ja diese Fahne die Anhänger der Religion des Friedens bis aufs Blut reizen  (und ein paar von denen von Gestern wohl gleich mit!) und das stellt ja dann ein öffentliches Ärgernis dar und eine Zuwiderhandlung gegen die öffentliche Ordnung.

Mensch, das muss man doch einsehen!

Und wer  sich eine Ordnungswidrigkeit zu schulden kommen lässt, muss mit einer Ordnungsstrafe rechnen, so geschehen einer jungen Frau, die ein Bussgeld bezahlen soll, weil sie mit einer

ISRAEL – FAHNE

den Israel – Hassern tapferen Kämpfern  „für Frieden und Freiheit in Palästina“ ihre Sympathie für das weltoffene, menschenfreundliche, demokratische, prosperierende  und von den arabischen Nachbarn ständig bedrohte Land  entgegengehalten  und damit aufrührerisch tätig war. Nein, sie hat nicht in Palästina ihre Sympathie mit einer Israel-Fahne  zum Ausdruck gebracht, da habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt – in Bochum war das, hier bei uns!

Auch die Sache in Duisburg muss hier noch einmal erwähnt werden.

Ist doch alles inzwischen hinlänglich bekannt!

Aber die Leute wollen ja einfach nicht aus ihren den Fehlern der anderen lernen. Nein, sie müssen ihre eigenen Fehler machen und mit einer

JERUSALEM – FAHNE

durch Berlin spazieren.

Geht nicht, geht gar nicht!

Und während überall die Schönheit der arabischen Schrift auf Schildern, Fahnen und Plakaten als Bereicherung für unser ästhetisches Empfinden gilt (unabhängig davon, wie wenig ästhetisch der Inhalt auch immer sein mag), sind hebräische Buchstaben Ausbund des aufrührerisch Bösen, und demzufolge ebenfalls verboten! Das gilt selbstverständlich auch für israelisch-hebräische Musik,  arabisch-palästinensische Lieder dienen der Völkerverständigung!

Das kann man  – wunderbar zusammengefasst – alles noch mal bei Liza nachlesen – nur für den Fall, dass man nicht mehr oder noch nicht so ganz im Bilde ist.

Bleibt mir nur, noch einmal zu bekräftigen:

…  an  DIE  Fahne … fertig …  los!

Israelfahne


Soll das ein Witz sein? 7. September, 2009

Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft & migration.
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Fake?

Versuchsballon?

Ironisierendes Kabarett  -  und ich bin nur zu blöd, es  zu verstehen?

Ich entschließe mich, es zu verstehen als eine wunderbare „verbale M-Karikatur“ oder so ähnlich.

Geht es doch in dem mich zunächst irritierenden Beitrag des Herrn Z. um den ganz alltäglichen Wahnsinn, der uns (neuerdings) das Leben so schwer macht, die  wahnsinnig schwere Last  nämlich, endlich das „Eigene“ als das  rassistisch Abartige zu begreifen und zu verurteilen  und -  wenn schon nicht zu überwinden  -  zumindest aber zu reflektieren und in allen jetzigen und zukünftigen Entscheidungen  -  gleichsam als mahnendes Überich  -  wachsam im Blick zu haben:

Wer sich an den ihm/ihr bekannten, anerzogenen, tradierten, überlieferten, mit der Muttermilch aufgesogenen, jahrhundertealten, westlichen (früher auch gern „christlichen“) Werten orientiert und sie zum Maßstab seines/ihres Handelns und Be- und/oder Ver Urteilens macht, ist ein Rassist!  Das gilt natürlich nur für    (ich trau mich eigentlich nicht  das auszusprechen, weil das ja auch schon in die Rassimus-Kategorie gehört – nur mit anderem Vorzeichen eben)  diejenigen Menschen in unserer global vernetzten Welt, auf die das Adjektiv „westlich“ und/ oder ergänzend „christlich“ zutrifft. Alle anderen Menschen sind von dem generellen Vorwurf aufgrund ihrer Herkunft frei zu sprechen.

Herr Z. legt in einer glänzend geschriebenen Abhandlung   dar, wie leicht man übersehen kann, dass man als glühender Kämpfer gegen den Rassismus  in Wirklichkeit ein ganz gemeiner (und wohl auch hinterhältiger)   Rassist ist.  Er beschreibt das eindrucksvoll am Beispiel Martin Luther Kings.

Vielleicht sollte man auch mal die Person Mahatma Gandhis näher unter die Lupe nehmen, vermutlich würde sich seine Gewaltfreiheit als Gewalt allerschlimmsten Ausmaßes  entpuppen, entfalteten sich doch die zerstörerischen Kräfte des gewaltlosen Widerstandes gegen die Herrschenden in einer bis dahin nicht für möglich gehaltenen Weise und wirken sogar Jahrzehnte noch  fort. Gesänge, Gebete und Kerzen  -  verhängnisvoller, subversiver und damit auch  schlimmer  kann  Gewalt  nicht sein, bringt sie doch Diktaturen und Systeme zu Fall. Vom Ende her betrachtet, war die Gewaltlosigkeit der größtmögliche Akt der Gewalt, schließlich ist ein Imperium an ihr zerbrochen   und auch das dem Westen doch so überlegene sozialistisch-antifaschistische System östlich der Elbe der Abwicklung durch den kapitalistisch-faschistischen Westen zugeführt worden (wobei gleichzeitig auch die rassistischen Züge des westlich geprägten Faschismus deutlich sichtbar wurden…)

Man sollte ganz dringend über alle diese Phänomene völlig neu nachdenken …

und Gewaltlosigkeit und den Kampf gegen Rassismus einfach verbieten … oder …

ähh…..

Mit dem kleinen gedanklichen Einschub über Gandhi und Gewaltlosigkeit  bin ich natürlich vom ursprünglichen Z.’schen Zwischenruf über Rassismus abgewichen, wobei mir immer noch nicht so ganz klar ist, was Herr Z. eigentlich sagen will oder möchte oder doch lieber nur in Andeutungen zu verschleiern sucht.

Man könnte natürlich auch sehr vereinfacht sagen – hinsichtlich der Anforderungen an andere Leute: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Oder auch: Kümmere dich nur um deine Angelegenheiten, sorg nur dafür, dass du selbst in deinem Bezugsystem (anständig) bleibst.

Wobei „anständig“ vermutlich auch wieder so ein westlich dekadentes Wort ist,  macht aber nichts, kümmert sich eh ja kaum noch ein  Mensch mehr darum, „anständig“ zu sein.

Aber nicht ins Gesicht… 12. Juni, 2009

Posted by Rika in familie, gesellschaft & migration, islam.
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Mann darf Frau schlagen – so er denn Gründe hat, die ihm die Schläge hochoffiziell erlauben.

Die Gründe sind: Wenn die Gute keine Lust hat, ihm im Bett gefällig zu sein oder wenn sie sich nicht für die gleichen Dinge begeistern kann  wie der Herr Gemahl oder wenn sie mal eben kurz das Haus verlässt, ohne den Ehemann um Erlaubnis gefragt zu haben.

Er wird aber gehalten, nicht ins Gesicht zu schlagen und auch andere Teile, die für die Funktion des weiblichen Körpers wichtig sind, zu schonen.

Empfindliche Stelle am Körper der Ehefrau müssen beim Schlagen so vermieden werden, dass ihr keine Knochen gebrochen werden. Dazu darf ihr keine Verstümmelung ihrer Schönheit zugeführt werden, sei diese Verstümmelung im Gesicht oder an einer anderen Stelle ihres Körpers. Das Schlagen gilt als verboten, wenn es der Ehefrau Blutungen, Knochenbrüche, Verstümmelung oder einen blauen Flecken verursacht,  weil die Menschen dadurch erkennen können, dass sie geschlagen wurde.

Da kann man doch beruhigt sein, Blutungen, Knochenbrüche und Verstümmelungen sind zu vermeiden!

Ich muss aber der Fairness halber  erwähnen, dass den Schlägen freundliche Ermahnungen voraus zu gehen haben und erst wenn alles nichts mehr hilft, kann geprügelt werden.

Mit unserem Recht ist das vermutlich nicht vereinbar, wenngleich es ebenso vermutlich Richter geben wird, die – der besonderen Glaubenspraxis des Schlagenden gedenkend -  den Schläger nicht verurteilen, sondern bestenfalls ermahnen werden, sich doch etwas freundlicher der eigenen Ehefrau gegenüber zu verhalten.

Aber keine Sorge, es geht ja nicht um die Frauen im Allgemeinen und um die  in unserem aufgeklärten Westeuropa schon gar nicht,  sondern um die Frauen muslimischer Ehemänner im  modernen Staat Ägypten, wobei man allerdings nicht so sicher sein kann, ob nicht der eine oder andere in Deutschland lebende Ehemann sich genau auf so ein Rechtsgutachten eines Rechtsgelehrten beziehen wird…

Nein, ich zeige nicht mit dem Finger auf   „DIE“   –    ich bin heute eher zufällig auf die Fatwa zur Züchtigung der Frauen gestoßen und denke, dass ich das nicht einfach nur zur Kenntnis nehmen kann!

Ja, ich weiß, dass es viele Ehemänner in Deutschland gibt, die hemmungslos auf ihre Frauen einschlagen OHNE sich um irgendwelche ethisch-moralischen Vorschriften oder Ansichten zu kümmern, Männer, die keine Erlaubnis für ihre Prügelexzesse brauchen -  die allerdings auch keine mildernden Umstände ihrer religiösen Zugehörigkeit wegen in Anspruch nehmen können, wenn man sie vor Gericht stellt!

Und ich hoffe, dass unsere Gerichte in Deutschland nicht nur christlichen oder säkular lebenden Ehemännern keine mildernden Umstände gewähren, sondern allen Frauen, gleich welcher Religionszugehörigkeit Recht und Schutz vor prügelnden und gewalttätigen Ehemännern und Lebensgefährten verschaffen!

Ich bin aber nicht so sicher, ob das auch in Zukunft so bleiben wird, las ich doch ebenfalls heute einen Beitrag, der sich mit dem Thema Recht und Scharia beschäftigt,  Markus brachte mich auf die Spur!

es war einmal … 4. März, 2009

Posted by Rika in gesellschaft & migration, islam.
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Am 3. März 1924 verkündete die türkische Nationalversammlung in Ankara die Abschaffung des Kalifats. Mustafa Kemal, genannt Atatürk, war der Überzeugung, dass alleine die Verfassung, nicht der Koran, Grundlage für eine Regierung sein könne, die im Namen des Volkes handelt.

So beginnt das „Kalenderblatt“ für den 3. März   im Deutschlandradio Kultur und erinnert daran, dass ein Mann sich aufmachte, sein rückständiges Land in die Moderne zu führen und die strikte Trennung von Staat und Religion zum  ersten Mal in einem weitgehend  muslimischen Land verbindlich zu machen.

Heute erleben wir, wie diese Trennung sukkzessiv aufgeweicht wird und die religiösen Muslime nicht nur in der Türkei selbst mit Macht großen Einfluss auf staatliche Belange nehmen, sondern auch versuchen, das Leben der im Ausland wohnenden Türken, ja, sogar das der Deutschen mit türkischer Abstammung wieder vollständig, d.h. auch in allen (gesellschafts)politisch relevanten Fragen am Koran auszurichten und so durch die Hintertür den Koran erneut zur Grundlage aller Politik zu machen und dies auch in andere, bisher christlich orientierte  Länder zu transportieren …

Die Rückwärtsentwicklung zum neuerlichen muslimischen (Gottes)Staat ist längst in vollem Gange  …  was unter anderem durch so „harmlos“ erscheinende „Neuerungen“ deutlich wird, wie die, über die in dieser Reportage berichtet wird:

Dazu passt  die Nachricht, dass der Burkini inzwischen auch in Berliner Bädern Einzug gehalten hat …

Kämen die Bilder aus Ausstralien und dienten die Ganzkörperbikinis der Abwehr von Hautschäden, könnte man ja noch einiges Verständnis für die Verkleidung aufbringen, die jedoch und vor allem den Sinn hat, Männer nicht in die peinliche Lage zu bringen, angesichts nackter Frauenhaut Lustgefühle zu entwickeln …

Ich reibe mir ab und zu verwundert die Augen, wenn ich Stellungnahmen professioneller Politiker oder politisch Ambitionierter zu Religion und Kirche lese, die die Sozialethik der Christen allesamt als rückständig, frauenfeindlich, undemokratisch und fundamentalistisch verteufeln,  aber keine Probleme damit haben, die „kulturellen“ Besonderheiten der hier lebenden Muslime als schützenswerte Bereicherung zu preisen. Sie wettern gegen die kath. Kirche, die am Zölibat festhält und sich gegen Verhütungsmittel ausspricht und nehmen es klaglos hin, dass muslimische Frauen -  auch in Deutschland  -  Koran konform als Menschen zweiter Klasse behandelt werden und in ihren Freiheiten und Freiräumen ständig beschnitten werden – zum Ruhme des Propheten …

Es war einmal …

… eine streitbare Frau, die sich nicht mit Märchen zufrieden gab und statt „Alice im Wunderland“   zu lesen lieber „Emma“ schrieb und für die Rechte der Frauen stritt …

… ein  Storch, der ein  Kalif  war ….  und der scheint entgegen allen Wissens aufgeklärter Märchenleser, die schon lange nicht mehr an das „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!“ glauben, doch irgendwo und wie  überlebt zu haben …

Die Zukunft ist türkisch … 3. Februar, 2009

Posted by Rika in gesellschaft, gesellschaft & migration.
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… zumindest bei den Handwerksbetrieben, folgt man den begeisterten Berichten mit dem gelungenen Slogan:

„Der Meister der Zukunft ist Türke!“

nachzulesen hier und hier und hier und hier auch! und auch noch in zig weiteren Publikationen.

Nun, da bin ich ja beruhigt, die Zukunft des Handwerks ist gesichert und die Integration ausländischer Jugendlicher in den türkischen Kulturkreis auch … jedenfalls muss man das anhand der Grafik einerseits und der Überschrift des Reports andererseits schlussfolgern!

Allerdings war mein bisheriger Kenntnisstand der, dass die Integration der Migranten in die deutsche Gesellschaft erfolge – mit allen möglichen Folgen für beide, die Migranten und die aufnehmende Gesellschaft.

Ob ich das nun  falsch verstanden habe?

alles erlaubt …? 4. August, 2008

Posted by Rika in christsein und glauben, gesellschaft & migration.
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In der schöpferischen Pause nach dem Frühstück heute Morgen blätterte ich in der neuen Ausgabe ( August 2008 ) von

zeitzeichen – Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft“ (im link die Juli-Ausgabe, der August ist noch nicht online)

und blieb an der Überschrift hängen: „Eine Frage der Ehre – Verletzte Gefühle: Was darf die Kunst im Umgang mit Religion?“

Petra Bahr, die Kulturbeauftragte der EKD, nimmt in dem Aufsatz Stellung u.a. zu der Frage: „Wo verläuft die Grenz zwischen kalkulierter Kritik und der reinen Lust an der Provokation?“

Ihr nachdenklich stimmender Beitrag ist ein Plädoyer für die Kunstfreiheit. Zum Ausgangspunkt ihrer Überlegungen macht sie den „geschichtsträchtigen Prozess“ um den Maler George Grosz, der  mit der Darstellung des „sterbenden Christus am Kreuz, die Gasmaske vor dem Gesicht“ für Empörung unter seinen Zeitgenossen gesorgt und sich die Anklage, gegen den Blasphemie-Paragraphen verstoßen zu haben, eingehandelt hatte. Der Prozess dauerte drei lange Jahre; Kurt Tucholsky war sein berühmtester Beobachter und Berichterstatter. In dem Prozess ging es , so Frau Bahr, in letzter Konsequenz um die Frage der künstlerischen Freiheit.

„Wieviel Satire verträgt die Religion?“, differenziert Frau Bahr diese Frage aus, und

„Wo läuft Kunst zu Recht Sturm gegen problematische religiöse Festlegungen und Interpretationsverbote, um so den verschütteten Sinn religiöser Grundfragen aus dem Geröll bürgerlicher Gewohnheiten zu befreien und wo spielt sie, um der Effekte willen, leichtfertig und unernst mit Stoffen, die Menschen der letzte Sinn Im Leben und Sterben sind? …

Und wo verläuft die Grenze zwischen kalkulierter Kritik und der reinen Lust an der Provokation, bei der die öffentliche Erregung nicht nur billigend in Kauf genommen wird, sondern die Erregung selbst das Ziel der Aktion ist?“

Das Gericht entschied damals zugunsten des Künstlers.

Bittere Ironie der Geschichte: unter den Nationalsozialisten musste Grosz sich des Vorwurfs der „entarteten Kunst“ erwehren, seine Bilder wurden aus den Museen entfernt (er selbst hatte Deutschland bereits verlassen).

„Jetzt ist nicht mehr das Christentum beleidigt, jetzt verletzt seine Kunst das Deutschtum.“ (Bahr)

Der Blasphemieparagraph ist inzwischen abgeschafft und „das Problem der Blasphemie schien selbst zu den Geschichtsakten gelegt zu sein, wie der alte Paragraph“, sagt Frau Bahr und weist darauf hin, dass sich das in den letzten Jahren dramatisch verändert und mit dem Karikaturenstreit eine neuerliche Zuspitzung erfahren habe und angesichts der Ermordung van Goghs die alte Debatte neu entbrannt sei, „ob die Gefühle religiöser Menschen nicht besser geschützt werden müssten“.

Spannend ist für mich dieser Aufsatz ..

…vor dem Hintergrund der in diesen Tagen auch in der „Blogwelt“ veröffentlichten und diskutierten Aktion Paul Zachary Myers, der ein „Müllkunstwerk“ produzierte aus einer Hostie, einigen Koranseiten, Bananenschalen und Kaffeesatz und dies alles öffentlich mitteilte, wohl mit dem erklärten Ziel, Reaktionen der durch die „Schändung“ betroffenen Religionsgemeinschaften herauszufordern. Katholiken reagierten empört, Muslime ließ das alles kalt, was was zu den wildestens Spekulationen hinsichtlich der Ausprägung religiös begründeten Fanatismus führte.

Aber genau dies, die augenfällige Lust an der Provokation einerseits und die (dadurch) verletzten (religiösen) Gefühle andererseits nimmt Petra Bahr näher in Augenschein, weist u.a. auf die ungehaltene Rede Christine Schirrmachers hin (Muslime hatte die Rede verhindert), auf den Protest der Aleviten gegen einen „Tatort“, in dem sie sich in einem negativen Licht dargestellt sahen, auf eine verbotene Kunstperformance zum öffentlichen Sterben und schreibt:

„Die Fälle haben nur auf denersten Bllick nichts gemeinsam. Auf den zweiten Blick gibt es zwischen ihnen einen unheimlichen Konsens. Im Zentrum steht nämlich das religiöse Gefühl, das verletzt ist. Nie waren religiöse Gefühle so öffentlich wie zurzeit.

In den neuen Konflikten … treten sie anders auf: als kollektive Erregungszustände und als gemeinschaftliche Empfindlichkeiten, auf die man sich mit Macht bezieht. Die Gefühle, die verletzt sind, brauchen nicht einmal eine argumentative Erklärung. Was beleidigt und warum, muss nicht erklärt werden. Es reicht der empörte Hinweis auf die beleidigte Seele, und schon ist der Skandal da. (Hervorhebung von Rika)

Diese Entwicklung vollzieht sich allmählich, sollte aber Grund zur Sorge sein. Die neue Lust an der Eskalation verschärft nämlich die Konflikte einer multireligiösen Gesellschaft. (Hervorhebung von Rika)

Im weiteren Text versucht Petra Bahr eine Deutung der Entwicklung; sie vermutet in einer Gesellschaft, die sich wechselseitig verletzte Gefühle vorwirft, einen „Ehrdiskurs, „der zu keiner Relativierung mehr fähig ist“ und führt weiter aus:

„Die Kategorie der Ehre ist aber nicht individuell. Sie ist eine Kategorie, die sich ursprünglich auf Sippe und Familie und heute zunehmend auf Gruppen und Gemeinschaften bezieht. Im Western ist die Sache klar: Auf Beleidigung folgt Gegenbeleidigung, auf gekränkte Ehre eine Gegenkränkung – und dann kommt das Duell.

Wir ach so Modernen mögen uns die Augen reiben, aber dieser Mechanismus greift immer mehr um Raum. …zeigt die verbotene Rede Christine Schirrmachers, wie sehr Angst und die Vorwegnahme möglicher Folgen inzwischen auch unser Handeln regieren. Kunst rüttelt an Tabus, Reden können provozieren, Bilder ans Allerheiligste rühren.“

Und dann zitiert sie den Historiker Timothy Garton Ash, der den Aufstand um die verletzten Gefühle „als ‘Tyrannei des Gruppenvetos’ bezeichnet hat“. (Hervorhebung von Rika)

„‘Man vereinigt alle Tabus und man erhält eine gewaltige Herde heiliger Kühe. Nun lasse man den verschreckten Kindermädchenstaat all diese Tabus in neue Gesetze oder bürokratische Verbote einschließen, und heraus kommt ein drastischer Verlust an Freiheit:’“

Kunst- und Redefreihei, meint Frau Bahr, sei auch für nichtreligiöse Menschen mitunter eine große Zumutung.

Die Herausforderung, der wir alle uns stellen müssen, ist aber die, diese Zumutungen nicht in Verbote zu überführen, die zu einer stetig anwachsenden Beraubung unserer geistigen und tatsächlichen Freiheiten führen würde.

Frau Bahr plädiert dafür, der Aufgeregtheit mit „alten Tugenden“ zu begenen, inne zu halten, den Affekten keinen Raum zu geben, sie vielmehr zurück zu drängen durch nüchterne Besonnenheit, „Distanz vom eigenen Gefühl“ zu erlangen und so, so habe ich sie jedenfalls verstanden, den virulenten Kreislauf von verletzten Gefühlen, Angst und Affekten zu entschleunigen.

Und sie hofft:

„Respekt und Freimut, aber auch Gelassenheit und Humor könnten die neuen Tugenden werden, mit denen sich unsere Gesellschaft aus den Fängen der Angst und Gruppenerregung befreit.“

… und wohin mit den gewalttätigen Deutschen? 9. Juli, 2008

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft & migration, schule - kinder.
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Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) wird heute von der HAZ mit folgender Aussage zitiert:

„…“wer das ganze Instrumentarium der Jugendhilfe erfolglos durchlaufen hat und dann ohne einen vernünftigen Anlass und ohne Anstand mit dem Kopf eines anderen Menschen Fußball spielt, so jemand hat in Deutschland nichts zu suchen.“" (HAZ, 9. Juli 2008 )

Dieser bemerkenswerte Satz steht im Zusammenhang mit der Verurteilung der sogenannten „U-Bahnschläger“, deren brutale Tat Herrn Koch dazu veranlasst hatte, im hessischen Wahlkampf laut über eine Verschärfung des Jugendstrafrechts nachzudenken und damit eine lang anhaltende Debatte über Wahlkampfmethoden einerseits und jugendliche Gewalttäter andererseits ausgelöst hatte. Nun stehen auch in Bayern Landtagswahlen an und verständlicherweise müssen sich die Wahlkämpfer ins rechte Licht des fürsorglichen Landesvaters stellen, und so muss der meiner Ansicht nach überspitzt formulierte Kommentar Becksteins auch eingeordnet werden.

Um nicht missverstanden zu werden:

Die Tat der jungen Männer war grausam, unmenschlich, Menschen verachtend, schrecklich und unvorstellbar brutal und so geht das ihnen zugeteilte Strafmaß für meine Begriffe auch völlig in Ordnung. Es kann einfach nicht sein, dass Jugendliche, junge Erwachsene oder gestanden Männer grundlos wehrlose Menschen so zusammen prügeln, dass diese nur mit Mühe mit dem Leben davon kommen und mit den Folgen und bleibenden Schäden mehr schlecht als recht leben können.

Ich finde es auch angemessen, dass ausländische Straftäter nach der Verbüßung ihrer Strafe abgeschoben werden (können), zumal wenn, wie im Fall der Münchener Schläger, alle bisherigen unternommenen Sozialisierungsmaßnahmen versagt haben, darin stimme ich (sogar) mit Herrn Beckstein überein.

Mich stört aber an seiner Aussage (s.o.) ganz erheblich, dass sie auf eine subtile Weise suggeriert, „nur“ ausländische Jugendliche würden in ihrer Gewaltbereitschaft „ohne Anstand mit dem Kopf eines anderen Menschen Fußball spielen“.

Dass es nicht so ist, dass auch „deutsche“ Jugendliche und Erwachsene brutale Gewalttaten verüben, das müsste doch auch Herrn Beckmann bekannt sein.

Und auch dies: Gewalt, gleich welcher Art und gleichgültig wer sie verübt, hat keinen als „vernünftig“ zu bezeichnenden „Anlass„, wie Herrn Becksteins Aussage doch vermuten lässt und ist niemals „anständig“ – selbst wenn sie von „anständigen Deutschen“ ausgeübt wird. Gewalt ist in jeder Form zu ächten – und es kann und darf überhaupt kein Zweifel darin bestehen, dass „Alle Gewalt geht vom Volke aus“ (Artikel 20 GG) kein Grundrecht auf persönlich ausgeübte Gewalt darstellt – weder im öffentlichen noch im privaten Leben, nicht in der Familie, nicht in der Schule, nicht in Betrieben oder Verwaltungen, nicht auf der Straße und nicht hinter den geschlossenen Türen des trauten Heims, nicht von anständigen Deutschen und nicht von anständigen hier lebenden Ausländern.

Es gibt kein privates „Recht auf Gewaltausübung“, weder aus Wut, noch aus sozialer Not, weder aus Rache, noch zur Vorbeugung anderer Straftaten, nicht als Druckmittel und nicht als Strafe, nicht aufgrund mieser Familienverhältnisse, noch wegen schwieriger Sozialisationsbedingungen, nicht für Eltern, nicht für Ehemänner, nicht für Geschwister oder Familienangehörige, nicht für Erzieher oder Lehrer oder Personen, die andere Menschen ganz oder ständig in Obhut nehmen, ja nicht einmal für Kinder, die ja strafrechtlich noch gar nicht belangt werden können.

Gewalt, zumal der Einsatz körperlicher Gewalt gegen Menschen ist immer und unter allen Umständen „unanständig“, falsch, verfehlt und vom vollendeten 14. Lebensjahr an strafbar!

Das muss ALLEN hier lebenden Menschen bewusst sein, das müssen wir immer wieder neu anmahnen und danach müssen wir leben und handeln.

Und so kann es auch bei den Straftätern von München nicht in erster Linie darum gehen, dass sie „nicht deutsch“ sind!

Es kann und muss darum gehen, dass jeder Mensch, der gewalttätig wird, sich damit selbst außerhalb der Gesellschaft stellt, und dass es das Recht der Gesellschaft ist, die Schwachen vor Gewalt zu schützen und die zu bestrafen, die meinen, ihre persönlichen Freiheiten verteidigen zu müssen, indem sie andere buchstäblich mit Füßen treten.

Gewalt hat in Deutschland nichts zu suchen – das ist ein lohnendes Ziel, für das sich einzusetzen lohnt und das zu erreichen doch so schwer, so weit entfernt ist, wie das berühmte Utopia oder andere Galaxien in den unendlichen Weiten des Weltraums…

Die oben gestellte Frage „… und wohin mit den gewalttätigen Deutschen?“ ist gleichwohl ernst gemeint und beschäftigt mich schon seit langem. An meiner Schule erleben wir immer wieder Kinder und Jugendliche, die aus gewalttätigen Elternhäusern stammen und / oder selbst ein so großes Gewaltpotential haben, dass ihr Weg in die Straffälligkeit vorgezeichnet scheint. Und immer wieder stoßen wir an Grenzen, gelingt es uns und den Erziehern in den Tagesgruppen oder der stationären Jugendhilfe nicht, die Kinder zu erreichen, ihre Wut zu bändigen, ihre Gewalt abzubauen und leider es gibt (zu) viele Kinder bei denen Streitschlichter-Programme und „Keep-cool-Gruppe“, Projektwochen zur Gewaltfreiheit, Schulordnung und Wiedergutmachung-Vorgaben nichts verändern. Und immer wieder fragen wir uns, ob es nicht Alternativen geben müsste für Menschen, die für sich selbst und für andere zur Gefahr werden, die „unberechenbar“ sind, für die man nicht die Hand ins Feuer legen kann, selbst wenn man möchte und für die es im späteren Leben so wenig Möglichkeiten gibt, „anständig“ zu leben, für die nach dem Gewaltausbruch nichts bleibt, als weg geschlossen zu werden mit der sicheren Gewissheit, dass sie immer und immer wieder ihrer Wut, ihrer Frustration, ihrem Hass gewaltsam Ausdruck geben oder aus einem spontanen Gefühl des gekränkt sein heraus mit brutaler Gewalt reagieren, wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie sich das wünschen.

Was bleibt also?