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… und ob „SIE“ es überhaupt gehört und verstanden haben… 14. Dezember, 2009

Posted by Rika in gesellschaft, islam, israel.
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…  „Sie“ nämlich, die immer noch glauben und verkünden, dass der Frieden in Nahost und der ganzen Welt davon abhängt, dass und wie schnell und vollständig die Juden aus dem Westjordanland verschwinden und entsprechend ihre Forderungen an Israel stellen, die Siedlungen zu räumen, den Schutzzaun zu demontieren, Jerusalem zu teilen und nach Möglichkeit darauf zu verzichten, Israel als „jüdischen“ Staat zu bezeichnen?

Haben sie gehört und verstehen sie auch, was die Hamas heute ihrer jubelnden Anhängerschaft anlässlich ihres 22jährigen Gründungstages mitteilte, dass nämlich der Kampf gegen das „Gebilde“ erst aufhören würde, wenn das „Gebilde“ vollständig und für immer verschwunden sei?

Wobei ich es sehr interessant finde, dass zunächst in den  Nachrichten des D-radio Hamas-Führer Hanija zitiert wurde, wobei von „Gebilde“ die Rede war, im Laufe des Tages und in der Internetnotiz dann aber lediglich davon gesprochen wird, dass die Hamas das Existenzrecht Israels nicht anerkennt! Was ist das für eine Organisation***, die ihren Gegner nicht einmal beim Namen nennt, geschweige denn sein Recht auf  Existenz und Namen anerkennt?

Und was sind das für Leute, die immer noch bei Israel die „Schuld“ für den organisierten Terror suchen, der doch nie aufgehört hat seit den ersten Tagen des noch jungen jüdischen Staates?

Wann werden die Kritiker Israels endlich begreifen, dass sie diejenigen stärken und unterstützen, die nichts anderes wollen, als Israel zu vernichten?

Oder ist es das, was sie ganz heimlich auch denken und fordern?

Palästina ungeteilt mit Jerusalem als Hauptstadt, die Rückkehr der „Flüchtlinge“ garantiert und den Juden ein Bleiberecht im Land ihrer Väter  unter dem Dach des Islam und unter der Regierung der friedliebenden und  wohlwollenden Palästinenser?

+

*** Dass die Hamas nicht alleine ist mit ihren Zielsetzungen in Bezug auf Israel verdeutlicht das Manifest der Hisbollah. Eine gute Übersetzung findet sich u.a.  bei Markus – Wahrheitsgraben. Die Zusammenfassung der Ziele der Hisbollah besteht in diesen Sätzen:

Unsere primäre Voraussetzung für unseren Kampf gegen Israel ist, dass das zionistische Gebilde von Anfang an aggressiv ist und auf Gebieten erbaut wurde, die ihren Besitzern entrissen wurden – auf Kosten der Rechte der muslimischen Bevölkerung. Deshalb wird unser Kampf erst enden, wenn die Existenz dieses Gebildes ausgelöscht ist. Wir erkennen keinen Vertrag mit ihm an, keinen Waffenstillstand und kein Friedensabkommen, ob einzeln oder konsolidiert.

Wir verurteilen alle Pläne für Verhandlungen mit Israel aufs schärfste und betrachten alle Verhandlungsführer als Feinde, weil solche Verhandlungen nichts anderes sind als die Anerkennung der Legitimität der zionistischen Besetzung Palästinas. Deshalb lehnen wir die Camp-David-Abkommen, die Vorschläge des Königs Fahd, den Fez und Reagan-Plan, die Breschnew- und die Französisch-ägyptischen Vorschläge und alle anderen Programme komplett ab, die die Anerkennung (auch die stillschweigende Anerkennung) des zionistischen Gebildes beinhalten.


„Turban und Hakenkreuz“ – ein Programmhinweis… 7. Dezember, 2009

Posted by Rika in gesellschaft, israel.
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auf eine Sendung bei arte, die sich mit den intensiven Beziehungen zwischen den Nationalsozialisten und dem Mufti von Jerusalem in der Zeit des Tausendjährigenreiches befasst:

„Turban und Hakenkreuz“: ARTE zeigt Film über Mufti Al-Husseini

STRASSBURG (inn) – Er war 16 Jahre lang das religiöse Oberhaupt der arabischen Muslime und arbeitete eng mit den Nationalsozialisten zusammen: Mohammed Amin al-Husseini. Im Zweiten Weltkrieg floh er vor den Briten und fand Zuflucht in Deutschland. Am Mittwoch strahlt der deutsch-französische Kultursender ARTE eine Dokumentation über den einstigen Großmufti von Jerusalem aus.

„Der ehemalige Mufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Husseini – heute eine umstrittene Figur der islamischen Welt – galt in den 20er bis 40er Jahren als bedeutende politische und religiöse Autorität der Palästinenser“, heißt es in der Ankündigung des Senders. „Sein Antisemitismus ließ ihn ab 1937 offen mit den Nationalsozialisten kollaborieren. So lebte Al-Husseini zu Beginn der 40er Jahre in Berlin und unterstützte die Nazis mit seinem Einfluss, den er als religiöses Oberhaupt der arabischen Muslime und als deren politischer Führer genoss.“

Weiter schreibt ARTE: „In der arabischen Welt galt er schon zu Lebzeiten als Legende. Er wurde verehrt und bewundert von seinen Landsleuten, verachtet und bekämpft von seinen Feinden. 16 Jahre lang war Al-Husseini religiöses Oberhaupt der arabischen Muslime, 30 Jahre lang ihr politischer Führer und lange Zeit auch politischer Repräsentant der arabischen Welt. Von den Briten verfolgt, gelang Al-Husseini während des Zweiten Weltkrieges die abenteuerliche Flucht nach Deutschland. Von 1941 bis 1945 lebte er in Berlin und war eng mit der Staatsmacht verbunden. In dieser Zeit stützte er das verbrecherische System ideologisch und politisch und verteidigte es skrupellos. Die Beziehung zwischen dem Mufti und den Nazis ist so frappant wie erschreckend und eine bis heute unbekannte Geschichte des Dritten Reiches.“

Die 53-minütige NDR-Dokumentation des Regisseurs Heinrich Billstein steht unter dem Titel „Turban und Hakenkreuz – Der Großmufti und die Nazis“.

Ausstrahlung: Mittwoch, 9. Dezember, um 21 Uhr

Wiederholungen:

Samstag, 12. Dezember, 14 Uhr

Dienstag, 15. Dezember, 9.55 Uhr
Von: E. Hausen

Passt doch irgendwie zur Gegenwart…  nur das heute die Beziehung zwischen deutschen Antisemiten  (Judenhassern, Israelkritikern)   und Arabern nicht mehr als „erschreckend“ wahrgenommen wird, sondern vielmehr längst zur Normalität geworden ist, wobei sich ebenso „normal“ die Linken (und viele linke Grüne) als bekennende Palästinenserfreunde als Dritte im Bunde nicht nur empfehlen „ich sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Dritte“, sondern auch entsprechende VorLeistungen in das Bündnis einbringen!

Man muss doch kein Fußballfan sein … 12. November, 2009

Posted by Rika in gesellschaft.
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… es reicht doch schon das bloße Menschsein, um an der Tragödie eines anderen Menschen mitfühlend  Anteil nehmen zu können.

Ja, vielleicht wird ein bisschen viel berichtet über den Tod Robert Enkes, über das Entsetzen, das viele verspüren, über die Anteilnahme und die Trauer der Fans, der Freunde und Kollegen,  das natürlich medial aufbereitet wird …

Aber muss man deshalb gleich von „Enke-Oper“ reden, wie es Michael Miersch bei achgut tut und es „widerlich“ finden, dass ein Mensch sich vor einen Zug wirft, um sich um zu bringen  –   wobei er die Tatsache der schweren Erkrankung gar nicht erst als mögliche Erklärung für das Unbegreifliche zulässt? Niemand oder fast niemand habe an den Lokführer gedacht, bemängelt er. Dabei war  schon in den ersten Berichten zu lesen, dass Notfallseelsorger sich um die Lokführer und die Retter am Unfallort kümmern und alle Beteiligten psychologisch betreut werden. In der Andacht gedachte die hannoversche Bischöfin ausdrücklich dieser Männer und mahnte die Anwesenden – die Jugendlichen  vor allem -, dass es ganz sicher  nicht in Enkes Sinne sei, in ausweglos erscheinenden Situationen seinem Beispiel zu folgen, dass es die schwere Krankheit gewesen sei, die ihm, Robert Enke, keinen anderen Weg mehr offen zu lassen schien.

Ich will mich hier nicht an den vielen Spekulationen beteiligen, die über das hätte, wie, warum angestellt werden, nicht nach den Abgründen und Motiven fragen, die einen Menschen zum Suizid bringen. Ich weiß nicht, wie es wirklich ist, an einer schweren Depression erkrankt zu sein, aber ich bewundere den

grenzgaenger,

der über seine Depression in seinem Blog schreibt und so mit dazu beiträgt, dass das Tabu, das mit dieser Krankheit verbunden ist, endlich etwas mehr aufgeweicht wird, dass Menschen offen über die Krankheit und darüber, was die mit ihnen anstellt, reden können.  Seine Einlassung zu Robert Enkes Tod ist lesenswert!

Michael Miersch verweist in seinem kurzen Statement auf  Richard Herzinger, der in einem Kommentar bei weltonline-sport darüber nachdenkt, ob mit der Anteilnahme und medialen Aufbereitung nicht die Würde des Opfers, das nach Herzinger gleichzeitig auch Täter ist, in ungebührender Weise verletzt sei.  (Über Journalisten, die sich wie ein tollwütiges Rudel Wölfe über ihre „Opfer“ hermachen, habe ich schon an anderer Stelle geschrieben, das muss ich hier nicht wiederholen!)

Es sind  Journalisten, die nach den Bundesligaspielen „Noten“ verteilen, die Spieler in Grund und Boden verdammen und andere in den Olymp des Sporthimmels heben. Es ind Journalisten, die mit Häme und Spott über das Versagen der Spitzensportler berichten und so dazu beitragen, dass der öffentliche Druck, der auf den Spitzenleuten lastet, immer größer und größer wird. Es ist die Macht des Mediums und der es bedienenden Journalisten, die Menschen zu Stars oder Verlierern macht. Das gilt im übrigen nicht nur für den Sport, das ist doch in Kunst, Theater, Film und Politik ganz genauso!

Schlimm ist, das unsere Gesellschaft sich längst daran gewöhnt hat, ihre Umgebung nur noch durch die Brille des Fernsehens oder der Zeitung wahrzunehmen und es gar nicht seltsam, sondern vielmehr selbstverständlich  findet, wenn der Uraltkomiker einer Spaß- und Spielschau die Feiern zum 20. Jahrestag des Mauerfalls „moderiert“ und dabei die eingeladenen Staatsgäste nicht einmal mehr als Statisten, sondern lediglich nur noch als Kulisse für die eigene großartige Wirkung missbraucht!

Jemand hat bemäkelt – ich habe jetzt keine Lust nach dem Schreiber zu suchen – dass Enkes Tod mehr Aufmerksamkeit in den Nachrichten bekommen habe, als die Kanzlerin mit ihrer Regierungserklärung, samt allen ihren politischen  „Freunden“ und Gegnern! Ist das denn ein Wunder?

Spielt uns doch „die Politik“ auf allen Ebenen ein Schmierentheater vor, wie es dümmlicher nicht sein könnte. Wilde und vollkommen haltlose Versprechungen im Wahlkampf, ambitionierte Pläne für nahezu alle gesellschaftlich relevante Bereiche und dann die wirklich sagenhaft wichtige Ansage am Schluss der Koalitionsverhandlungen zwischen den „Wunschpartnern“, dass Guido und Horst nun Guido und Horst zueinander sagen. Das hätte man doch billiger haben können, dafür hätte es keines teuren Wahlkampfs bedurft!  Minister wechseln die Stühle und führen der staunenden  oder gleichgültigen Öffentlichkeit vor Augen, dass sie auf allen Politikfeldern gleichermaßen kompetent und hervorragend geeignet sind, die ihnen (von wem?) gestellten Aufgaben zu erfüllen. Alles nur Theater und alles nur „fürs Fernsehen“, zur Ruhigstellung des dummen Volkes, das nicht einmal mehr meint, der Souverän zu sein, geschweige denn ist. Lobbyisten, Interessenvertreter der Wirtschaft und ihrer Verbände bestimmen darüber, was geht und was nicht.

Verstehen, im Sinne von nachvollziehen und erkennen, können das doch nur noch die wenigsten der Staatsbürger.

Aber einen wie Enke verstehen die Leute. Sie sehen, wie er rackert und arbeitet, sich in den Dreck wirft und seine Vorderleute antreibt, wie er sich müht, im Training wie im Spiel – das für ihn mehr ist als Spiel, Lebenselexier sei es gewesen, sagen die, die ihn kannten.  Einer wie Enke ist ein Mensch, ein Mensch wie ich, wie du. Das unterscheidet ihn von den Guidos und Horsts, von machtgeilen Parteibonzen und  Ränke schmiedenden Politstars.

Deshalb weinen die Menschen über seinen Tod und begreifen sogar manche der  ansonsten nur an Quoten interessierten Journalisten, dass es etwas gibt, was uns in unseren tiefsten Empfindungen berührt und was wir mehr brauchen als die geifernde Information über Prominente oder hektische Berichterstattungen über vermeintlich oder tatsächlich wesentliche Ereignisse.

Die 35000 Hannoveraner, die gestern Abend still von der Innenstadt zum Stadion zogen, um Robert Enke zu ehren, die haben das jedenfalls verstanden.

Wenn ein Kind stirbt… 10. November, 2009

Posted by Rika in Kinder, gesellschaft.
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… ist das für die betroffenen Eltern, für die Familie und die Freunde ein unglaublicher,  schmerzhafter Einschnitt, ein Ereignis, das alles verändert, für das es lange kaum oder gar keinen Trost gibt.

Wenn aber ein Kind stirbt, das schon eine sehr schwere Operation gut überstanden hat und dann der Tod eintritt als  Folge ärztlicher Fehler, so ist das eine Tragödie für nahezu alle Beteiligten.

Wenn aber der behandelnde Arzt aus purem Chauvinismus und im Dünkel seiner ärztlichen, vor allem aber seiner männlichen Unfehlbarkeit einerseits auf die mahnenden Hinweise seiner weiblichen Mitarbeiterinnen mit Nichtstun reagiert  und andererseits die Schuld auf andere abwälzen will, so ist das ein Verbrechen!

So geschehen 2003  in einem Klinikum in Hannover.

In einer Gerichtsverhandlung wurde der Arzt zu einer Geldstrafe verurteilt. Er legte Berufung ein.

 

Tragisch ist der Fall auch, weil die Mutter des verstorbenen Mädchens immer wieder versucht haben soll, auf den Arzt einzuwirken. Sie gibt an, sie habe sich von dem iranischstämmigen Mann nicht ernst genommen gefühlt, und äußerte zudem die Vermutung, der Mediziner sehe Frauen und Mädchen als „unterwertig“ an.

Es geht mir darum, die Version, die sechs Jahre lang in den Köpfen war, aufzulösen“, erklärte der Angeklagte. Der Neurochirurg legt durch eigene Nachfragen im Prozess immer wieder nahe, dass die Schuld nicht bei ihm, sondern bei anderen Ärzten oder dem Pflegepersonal liege. Mal wirft er seinen früheren Kollegen indirekt vor, das Kind falsch beatmet zu haben. Dann erklärt er, keine Erfahrung auf einer Intensivstation gehabt und erstmals ein Kind behandelt zu haben. „Wenn Sie das wussten – warum sind Sie denn dann den Ratschlägen des Personals nicht nachgekommen?“, fragt der Anwalt der Eltern.

 

Jetzt wird der Fall  in Hannover vor Gericht neu verhandelt.

Der Bericht dazu findet sich hier

Statt Weihnachtsmann nun Väterchen Frost… ? 5. November, 2009

Posted by Rika in christentum, gesellschaft.
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Zumindest in der Krefelder Geschäftswelt soll es „keine christlichen religiösen  Symbole“ in der „Weihnachtsdekoration geben, das schreibt RP-online –   wobei sich ja schon die Frage stellt, welche nicht-christliche Religion überhaupt Weihnachten feiert????  Buddhismus und Judentum  können es eigentlich nicht sein… ebenso wenig Konfuzianismus oder Scientology.

So nenne ich die Ankündigung der Krefelder Kaufleute einfach mal konsequent inkonsequent – oder sollte ich besser sagen inkompetent?!!!

Nun kann man ja wirklich nicht behaupten, dass der Weihnachtsmann und sein amerikanischer Kumpel mit dem rotnasigen Rentier „christliche Symbole“ seien, genauso wenig wie Tannenbaum und Adventkranz, die mehr oder weniger hübsch-kitschigen Schnickeldies,  Kerzen und Baumschmuck aus gold- und silberfarbigen Glaskugeln, samt allen Varianten die der Markt so her gibt. Allenfalls könnte man Sterne noch irgendwie als biblisch-christlich anmutendes Motiv durchgehen lassen, schließlich folgten die Hirten und Weisen einem leuchtenden Stern, der sie nach Bethlehem zur Krippe führte, auch das Engelhaar ließe ich noch gelten, sofern man davon ausgehen kann, dass die in der Bibel genannten Geschöpfe, die den großen Lobgesang nach der Verkündigung der Geburt Jesu anstimmten, tatsächlich menschenähnliche Züge und damit wohl auch Haare auf dem Kopf hatten…

Ich habe mich schon lange gefragt, was denn der all weihnachtliche Kaufrausch mit  dem Christfest zu tun hat – meinen Kindern habe ich erklärt, wir machten uns gegenseitig Geschenke aus Freude über die Geburt Jesu. Aber wieso feiern Menschen Weihnachten, die mit Jesus gar nicht zu tun haben wollen und auch sonst mit Gott, Bibel und Kirche nichts an der Backe haben?

Gut, man könnte sagen, Weihnachten sei das Fest der Liebe und der Familie – aber wie fragwürdig das ist, wird in vielen Familien in jedem Jahr aufs Neue durchlitten und durchlebt, wenn man statt in trauter Runde in wüstem Streit den „Heiligen Abend“  feiert!

So gesehen könnte ich mir durchaus vorstellen, auf den ganzen weihnachtlichen Rummel zu verzichten und ein Wintermärchenfest zu zelebrieren, die Geschäftswelt könnte völlig unabhängig von allen christlich-biblischen Gründen und Motiven ein gigantisches Fest des Kommerz organisieren, niemand käme mehr in die Verlegenheit, über den Hintergrund oder Inhalt des christlichen Festes Auskunft geben zu müssen.

Und wenn man ohnehin nicht so genau weiß, was in der Heiligen Nacht geschah, könnte man sogar die allermeisten Weihnachtsschnulzen in Endloschleifen verkaufsfördernd zum Besten geben: Oh Tannenbaum,  Leise rieselt der Schnee, Jingle Bells und obendrein den Schneewalzer – der würde doch zu einem Wintermärchenfest perfekt passen.

Und dann könnte der ganze Winterfestvorbereitungsrummelverkauf auch schon problemlos im August beginnen, ohne dass die Bischöfin und ihre Glaubensschwestern und Brüdern mit erhobenem Zeigefinger mahnen:

Advent ist im Dezember! Denn ohne Christfest auch keine Adventszeit, ganz einfach!

Auch für unsere moslemischen Mitbürger gäbe es dann endlich keinen Anlass mehr, dem größten Kommerzfest des Jahres ablehnend gegenüber zu stehen, sie könnten ohne Not die winterfest-hell erleuchteten Innenstädte besuchen, auf den Winterfestmärkten alkoholfreien Glühwein genießen und sich ohne koranisch begründete Bedenken mit allen Sinnen dem Kaufrausch hingeben, dem das christliche Abendland im Namen von Jul, Santa Klaus,  Weihnachtsmanns und allen anderen „christlichen“ Persönlichkeiten  schon seit Jahren verfallen ist.

So hat wohl auch Herr Greve, Vorsitzender der Krefelder Werbegemeinschaft gedacht und sich überlegt, wie er die moslemischen Mitbürger am Kassenklingeln beteiligen kann.

„Schließlich hat ein großer Teil der Bevölkerung keine Antenne mehr für die Religion oder ist nicht-christlichen Glaubens.”

Die religionslosen Mitmenschen oder bekennenden Atheisten hat die „christliche“  Weihnachts-Dekoration wohl noch nie davon abgehalten, sich weihnachtlichen Genüssen hinzugeben und die Kassen klingeln zu lassen. Und die meisten der mir bekannten religiösen Minderheiten waren in der Vergangenheit souverän genug, über die Weihnachtshysterie hinweg zu sehen, ohne Schaden an Leib und Seele zu nehmen und sich ihren eigenen religiösen Festen mit Freuden hinzugeben.

Das  Argument

„Religiöse Motive gehören in die eigene Wohnung oder in die Kirche, nicht aber in die Geschäfte”,

kann ich absolut mittragen, weil es in meinem Augen schon ziemlich würdelos ist, wenn „religiöse Motive“ als Kaufanreiz dienen, das hat schon beinahe etwas Blasphemisches.

Da aber Weihnachtsmann und Tannenbaum, Nikolaus und selbst der schönste Adventkranz keine ursprünglich religiösen Motive sind, könnte man konsequenter Weise auf sie als Werbemittel zum Anheizen der Kauflust verzichten und -  wie weiland die UdSSR und in ihrem Gefolge auch die DDR  -  Väterchen Frost und Prinzessin Schneeflocke  zu symbolträchtigen Verkaufsanreizen pushen.

Wenn ich bedenke, dass irgendeine superwichtige Eu-Kommision Kreuze in Klassenzimmern verboten hat und man in England auf das Versenden von Weihnachtspostkarten in offiziellen Ämtern zugunsten der nicht-christlichen Mitarbeiter und Staatbürger verzichtet, sollte man vielleicht  in unserer ohnehin nicht mehr ganz so christlichen Gesellschaft auf alle  christlichen Symbole im öffentlichen Raum verzichten (wie man  ja schon damit begonnen hat, Straßenkreuzungen in Kreisel umzubauen).    Die Kirchen könnte man doch umwandeln und zu dem machen, was die Kaufhäuser und Fußballstadien schon lange sind: Zum Tempel einer ungebremst agierenden Konsum- und Spaßgesellschaft.

So würden wir in Deutschland und in ganz Europa endlich zu einem religiös neutralen Gebiet, in dem sich alle Menschen gleichermaßen beheimatet fühlen können.  Bliebe noch  die Frage zu klären, ob ein halber Mond ein religiöses Symbol ist und wie man mit den so bezeichneten Gebäuden künftig umzugehen gedenkt. Und ob Kopftücher einfach nur modisches Beiwerk oder Ausdruck tiefempfundener Frömmigkeit sind….

Wobei Kopftücher bei Wintermärchenfesten ja durchaus angebracht sein können  –   der Kälte wegen!

Es lebe Väterchen Frost!

Gefunden habe ich den Hinweis auf die Krefelder Visionen bei achgut.

Eine Frau an der Spitze … 28. Oktober, 2009

Posted by Rika in christsein - glaube, gesellschaft, vermischtes.
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…  der evangelischen Kirche!

Heute wurde Margot Käßmann mit großer Mehrheit zur Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt,  132 von 142 Stimmen fielen auf die Bischöfin der Landeskirche Hannover, der größten Landeskirche in Deutschland, 4 Personen enthielten sich der Stimme, 5 Menschen stimmten mit Nein, eine Stimme war ungültig.

Bei allem Respekt für Frau Merkel, die ja auch heute (wieder) gewählt wurde, ich halte die Wahl Margot Käßmanns zur Ratsvorsitzenden der EKD für wesentlich bedeutsamer für und in unserer Gesellschaft als die Wiederwahl der Kanzlerin.

Zeigt diese Wahl doch, dass die Kirche die gesellschaftlichen Bedingungen und Herausforderungen unserer Zeit nicht nur zur Kenntnis nimmt, sondern sich ihrer annimmt und sich ihnen stellt.

Die Kirche macht neben allen administrativen Notwendigkeiten auch deutlich, dass sie das  Evangelium von Jesus Christus mitten in die Gegenwart holt,   Jesus selbst, der in der Hinwendung zu dem Einzelnen  die Liebe Gottes zu den Menschen  als das Wesentliche jeglicher Gottesbeziehung sichtbar gemacht hat, indem er  Menschen nahe ist, ihre Schwächen und Schwachheiten kennt und trägt, Sünden vergibt und Verletzungen heilt.

Das lange Zeit als unumstößlich geltende Wort des Apostel Paulus: „Das Weib schweige in der Gemeinde!“ wie Luther den Text aus 1.Korinther 14, 34 übersetzt,  wird nicht länger als genereller  Maulkorb für Frauen verstanden, sondern in den Kontext der damaligen Zeit gestellt, den Paulus kurz anklingen lässt:  „Wie es in allen Gemeinden der Heiligen ist, sollen die Frauen in den Gemeinden schweigen, denn es ist ihnen nicht erlaubt zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie es auch das Gesetz sagt.“ Damit ist vermutlich  nicht nur  das „Gesetz des Mose“, also die Thora  gemeint (die Elberfelder Bibel gibt hier den Verweis auf 1. Mose 3, 16 an) , denn die Korinther waren überwiegend  „Heidenchristen“, sondern auch das weltliche / politische Gesetz.

Und wie die politischen Bedingungen unserer Zeit Frauen Redefreiheit und die Übernahme von öffentlicher Verantwortung zugestehen (s. Kanzlerin und Ministerinnen), sollten auch die religiösen Belange von Frauen wahrgenommen werden.  In unserer Zeit heute, in der die Auseinandersetzung um die Rechte der Frauen auf dem Hintergrund religiöser Bestimmungen wieder neu geführt wird, ist es ein mutiges Zeichen der Kirche, die Ebenbürtigkeit von Mann und Frau auch und gerade in geistlichen Kontexten durch die Wahl der Bischöfin zu betonen.

Wer die Berichterstattung über die Synode in Ulm verfolgt hat, wird sicher auch mit Erstaunen gelesen haben, dass die männlichen Bewerber ihr untadeliges Familienleben als Qualitätsmerkmal für das höchste Amt der evangelischen Kirche hervorhoben. (Sie mögen damit auf die biblischen Empfehlungen für Amtsinhaber in den Gemeinden hingewiesen haben, wie wir sie etwa im 1. Timotheus-Brief lesen  – 1.Tim. 3 , 1 ff)  Margot Käßmann, geschieden nach 26 Ehejahren,  schien diesem Merkmal nicht zu entsprechen. Aber vielleicht   steht sie gerade deshalb exemplarisch für die „Mühseligen und Beladenen“, die Jesus auffordert, zu ihm zu kommen, um „Erquickung“ zu erfahren.  Dieses „Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid“ hat die Kirche lange Zeit  vernachlässigt, zwar hat sie sich in ihrem diakonischen Engagement um die gekümmert, die am Rand stehen, hat Not gelindert und zur Lebensbewältigung geholfen, aber in der Kirche selbst, in den Gremien und Arbeitskreisen  waren doch eher die propperen und integeren Persönlichkeiten gefragt, die etwas hermachen konnten. (Es ist noch gar nicht so lange her, dass Scheidung als ein so großer Makel angesehen wurde, dass man Geschiedenen die Mitarbeit in den Gemeinden verweigerte und auch andere „Randgruppenvertreter“ praktisch in den Mitarbeitergruppen der Kirche nicht vorkamen – Ex-Gefangene, Ex-Junkies, ganz zu schweigen von „akut am Rand stehenden“  Christen, die es ja gibt…) Vielleicht, so ist meine Hoffnung für die Kirche, nimmt  die Kirche auch in ihren verschiedenen institutionellen Gruppierungen wieder  die Menschen mit all ihren menschlichen Unzulänglichkeiten und Bedürftigkeiten in ihre Mitte.  Wir müssen doch keine Vorzeigechristen oder gar Heilige sein, um Wort Gottes heute in unserer Gesellschaft lebendig werden zu lassen.

Unsere Gemeinden  leben nicht von den wenigen nahezu perfekten Supermännern und Frauen, sondern von allen denjenigen, die sich – so wie sie sind – in  Gesellschaft und Gemeinde einbringen.  Dass Frau Käßmann aber auch alle Merkmale einer Superfrau aufweist, ist für ihre Wahl  – und für ihre zukünftige Arbeit – sicher ein wesentlicher und grundsätzlich positiver Aspekt!

Pfoten weg! 19. Oktober, 2009

Posted by Rika in gesellschaft.
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…  von den Sachen mit der Pfote …

Ab und zu schau ich mal bei der Frau Mutti rein und lasse mich von ihren herrlichen Geschichten über „die hinreißenden Bestien“,  den besten Vater überhaupt, von lädierten Knien und sonstigen Wehwehchen und  diversen Erlebnissen in der „Grünen Villa“ samt Hof und Garten zum Schmunzeln und Lachen bringen und, nicht zu vergessen, zum Staunen über  ihre grandiosen Kollektionen an Taschen, Röcken und selbst fabrizierten  Schnickeldie.

Doch just diese kreativen Produkte aus dem Nähzimmer könnten Frau Mutti Ungemach einbringen, nicht etwa, weil enttäuschte Taschenkäuferinnen sich über aufgehende Nähte (könnte ja auch mal vorkommen) beschweren oder die Schnickeldie beim Waschen plötzlich die Farbe verlieren und Frau Mutti das doch hätte wissen und mitteilen können (diese Vermutungen entspringen allein meiner überbordenden Phanatasie…  ;-) ), nein herzig allerliebste Stickmotive rufen die „Wächter der Rechte“  auf den Plan.

Es gibt nämlich eine große Firma, die auch kreative und nützliche Sachen – Klamotten – herstellt und diese mit einem netten Logo versieht, das sie der Natur abgeluchst hat, wobei es nicht der Luchs ist, der dem Logo Pate gestanden hat  sondern sein Vetter Isegrim, gemeinhin auch  als Wolf bekannt. Nun hat die große Firma aber nicht den ganzen Isegrim zum Logo erkoren, sondern lediglich dessen Fuß-, respektive Pfotenabdruck. Und weil ja heute kein oder fast kein  Mensch mehr die Pfadfinderfähigkeiten der Indianer, Trapper oder sibirischen Wolfsjäger hat und somit nicht so sicher sein kann, ob ein Pfotenabdruck wirklich ein WOLFSpfotenabdruck ist, sagt die große Firma mit dem Wolfspfotenabdrucklogo, dass sie vorsichtshalber auf alle Pfotenabdrücke dieser Welt  URHEBERrechte erhebt und niemand sonst Pfoten oder Pfötchen gestickt, gedruckt oder gemalt auf Textilien gleich welcher Art verwenden darf, weil, es könnte ja sein, dass jemand, der eine Katzenpfote auf seinen Pulli stickt, der großen Firma mit der Wolfspfote Konkurrenz machen will und wohlmöglich Kunden täuschen und „für sich gewinnen“ will.

Nun gibt es ja das Problem, dass in China nahezu alles nachgemacht wird und die Weltwirtschaft damit nahezu in den Ruin getrieben wird. So könnte ich ja noch verstehen, dass Jacken und Mützen aus fast gleichen Stoffen und mit dem Wolfspfotenlogo in Nachahmerfirmen in China und anderswo hergestellt, eine ernsthafte wirtschaftliche Notsiuation für die Wolfspfotenlogofirma bedeutet.

Aber doch nicht Frau Mutti   und ihre selbst genähten textilen Kreationen aus Stoffen, die doch recht häufig dem blau-gelben Nicht-nur-Möbel-Haus entstammen und mit den Wolfspfotenlogofirmastoffen keinerlei Ähnlichkeiten aufweisen, dafür aber unter Umständen  mit entzückenden  Katzen- oder  Hundepfotenmustern gepimt sind, wie Frau Mutti das zu nennen pflegt.  Nä, nä, nä – ich meine: nein, nein, nein! Und auch nicht all die vielen Leute, die einfach aus Lust an der Freude nähen, sticken, stricken, malen, basteln und Kekse backen!

Aber vielleicht wissen die Wolfspfotenlogobenutzer nicht einmal, dass es hier in Deutschland ganz superschlaue Anwälte gibt, die es sich zur selbstgestellten Aufgabe gemacht haben, über die Logos aller möglichen Firmen zu wachen und bei Missbrauchsverdacht sofort mit einem Abmahnverfahren drohen und damit einen schönen Batzen Geld verdienen…

Das müsste man mal genauer hinterfragen, aber leider hab ich leider keine Zeit… vielleicht demnächst, wenn ich in Rente gehe…

Aber bis dahin, Leute, Pfoten weg von den Sachen mit den Pfoten!

.

Und wie Frau Mutti schon mitteilte, auch  Spon hat sich der Sache angenommen… ob’s was nützt?

Hoffentlich – denn letztlich können  wir gut informierten

V E R B R A U C H E R

durch unser Kaufverhalten eine Änderung der sehr umstrittenen Vorgehensweise herbeiführen. Nicht nur in diesem Fall!

Der Friedensnobelpreis auf Kredit … 11. Oktober, 2009

Posted by Rika in gesellschaft.
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… oder    mehr    „Messias“   (-Erwartung)   geht nicht!

Nicht, dass der so Geadelte den Preis, den er sozusagen „auf Pump“ zugesprochen bekam, (für sich) je eingefordert hätte.

Nein, man kann sie ihm nun wirklich nicht anlasten, diese Preisvergabe für charismatisches Auftreten und/oder  das ebenso nichtssagende wie weltweit mit großer Resonanz aufgenommen „Yes, we can“, für  bislang erbrachte präsidiale  Leistungen und  (noch nicht vollbrachte)  Taten, die aber – und davon muss das Komitee ja wohl ausgehen – ganz gewiss auf die spektakulären Reden und Absichtserklärungen folgen werden!

Und so werden wir vermutlich staunend erleben, dass weltweit  Atomwaffen abgerüstet werden – ja, ganz bestimmt auch in Pakistan  – und keine neuen Vernichtungswaffen produziert werden – nein, auch nicht im Iran! Die USA werden ihre Schurkenstaatenliste neu überdenken und die bisherigen Verdächtigen aus der Verbrecherkartei streichen, die monotheistischen Religionen werden in Frieden und Eintracht ihren Glaubensgrundsätzen gemäß leben und niemand wird darin jeweils eine Bedrohung für das eigene Leben, den eigenen Staat oder die freundlichen Nachbarn jenseits der Grenze  sehen, selbstverständlich werden auch alle nicht-monotheistischen Religionen, einschließlich der gängigen Ideologien nur noch zur Bereicherung der globalen kulturellen Vielfalt beitragen, totalitäre und diktatorische Systeme werden durch einfühlsam-eindringliche Gespräche mit den bekannten Diktatoren und Herrschern gewaltfrei zu wundervollen Lebensräumen demokratisch-freiheitlichen menschlichen Miteinanders (yes, we can!), Hunger und Not wird nicht mehr sein und die Menschen werden endlich glücklich miteinander leben …wahrhaft paradiesische Aussichten!

„Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!“  So endeten die Märchen meistens, die mir erzählt wurden als ich noch ein kleines Mädchen war.

Doch ich bin kein kleines Mädchen mehr. Und  auch die diesjährige Verleihung des Friedensnobelpreises ist alles andere als märchenhaft.

Denn wie düster muss es um eine Welt bestellt sein, in der sich niemand finden lässt, der ein preiswürdiges Friedenswerk vorzuweisen hat; wie traurig die Vorstellung, dass es keinen Menschen gibt,  der seine Visionen von Frieden in der Welt bereits in die Tat umgesetzt hat, wie desillusionierend die Tatsache dass sich niemand ausmachen lässt, der  sich bereits mit aller Kraft für  Frieden unter den Menschen, für mehr Menschenrechte, mehr Menschenwürde, für ein Mehr an Sicherheit und weniger Hunger, Ungerechtigkeit und Krieg eingesetzt hätte, als es der amerikanische Präsident in seinen Reden verspricht.

Es scheint, als habe man eine Utopie von Frieden ausgezeichnet und als wisse man allzu genau, dass nichts und niemand jemals dieser Utopie entsprechen wird, dass im Gegenteil die Realität immer mehr dem Gegenpol von Frieden  entspricht und die Erlösungsbedürftigkeit der Welt immer stärker zutage tritt und Menschheit wie Schöpfung sehnsuchtsvoll wartend der Ankunft des Messias  entgegensehen.

Aber das ist nicht Obama -  wenngleich er mit seinen Reden Hoffnungen geweckt und Erwartungen erzeugt hat, und so scheint die Vergabe des Friedensnobelpreises  denn eher Rechnung  als Preis  zu sein, so verheißungsvoll wie die ungedeckten Kredite von Lehman Brothers oder der Hypo-Real-Estate, ganz dem Zeitgeist von Heute verpflichtet, passend irgendwie … Leben auf Pump und Flucht in unerfüllte Träume…

Ein hervorragender Vortrag – und was „DIE ZEIT“ daraus macht… 7. Oktober, 2009

Posted by Rika in christsein - glaube, gesellschaft.
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Anlässlich des Jubiläums  der „Barmer Theologische Erklärung“ von 1934 hat Dr. Michael Bertrams,  Richter des Verfassungsgerichts in NRW,   einen sehr differenzierten Vortrag gehalten, der sich  mit der gegenwärtigen Bedeutung der „Barmer Erklärung“  für die gesellschaftliche Relevanz der christlichen Kirchen in Deutschland befasst.

Dr. Bertrams beschäftigt sich in seinem Vortrag in erster Linie mit dem Verhältnis von Kirche und Staat in Bezug auf die „Barmer Erklärung“ und liefert dazu eine Fülle interessanter Informationen, die sowohl den historischen Zusammenhang betreffen, als auch die juristischen Aspekte gerade  für interessierte Laien verdeutlichen – dabei weist er ausdrücklich auch auf Positionen hin, die seiner eigenen widersprechenden.  Er greift dabei (natürlich) vor allem die juristischen Aspekte auf, die  sowohl das Kirchenrecht – als innerkirchliche Rechtsgrundlage – wie das Staatskirchenrecht betreffen.

Da das Staatskirchenrecht aber nicht nur die rechtlichen Grundlagen zwischen  den (christlichen) Kirchen und dem Staat regelt, sondern ausdrücklich alle Religionsgemeinschaften betrifft, die als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“  in Kooperation und „Partnerschaft“   zum Staat in einer Rechts-Beziehung stehen (Herr Bertrams nennt neben den Neu-Apostolischen Christen auch die Jüdischen Gemeinden als Beispiel für die genannten Körperschaften),  wird auch kurz auf die Notwendigkeit hingewiesen, die verfassungsgemäße Beziehung islamischer Gemeinden zu Staat und Gesellschaft in der gegenwärtigen Diskussion stärker zu beachten.

Herr Bertrams tut das in einer – wie ich finde – wohl überlegten und ausgewogenen Argumentation, verhehlt dabei allerdings nicht, dass er seine Zweifel habe, ob die Grundlage für eine allgemeine Anerkennung muslimischer Gemeinden als Körperschaft des öffentlichen Rechts zum gegenwärtigen Zeitpunkt wirklich gegeben  sei.  Dies macht er aber nicht aus irgendwelchen dubiosen Bauchgefühlen heraus  (wie es mir passieren könnte ;-)   ) sondern führt nachvollziehbare Argumente an.

Sein Anliegen  – so wie ich es verstanden habe – ist in diesem Vortrag aber nicht die Auseinandersetzung der Kirche mit dem Islam, sondern die  bewusste Auseinandersetzung der Kirche mit ihrem gesellschaftlichen Auftrag einerseits und der Rückbesinnung auf die  „Basics“ andererseits, auf das was sie ausmacht und worauf sie sich gründet als  Zentrum  christlichen Glaubens.

Er fasst  so zusammen:

IV. Schluss
Das in der Barmer Erklärung vom 31. Mai 1934 thematisierte Spannungsverhältnis
zwischen Kirche und Staat war geprägt von der Auseinandersetzung mit den
Deutschen Christen und ihrer Anpassung an einen verbrecherischen Staat. Bei dem
Spannungsverhältnis zwischen Kirche und Staat geht es heute um die Positionierung
der Kirche im freiheitlichen Rechtsstaat des Grundgesetzes, um die Positionierung in
einer pluralen Gesellschaft. Wie schwierig diese Positionierung ist, zeigt nicht zuletzt
die Auseinandersetzung mit dem Islam, der seinen Frieden mit dem Verfassungsstaat
noch nicht geschlossen hat. In dieser -zunehmend an Bedeutung gewinnenden -Auseinandersetzung laufen die Kirchen meines Erachtens Gefahr, ihr unverwechselbares Profil und damit zugleich ihre Überzeugungskraft zu verlieren.

Ich sehe diese Gefahr zum einen, weil es die Kirchen – in den Worten von Josef Isensee
– mit ihre Neigung zur Säkularisierung häufig übertreiben. Die Kirchen formulieren
mit anderen Worten gerade nicht mit Entschiedenheit diejenigen Zumutungen
an die Adresse des Staates, die der Indikativ des Evangeliums im Sinne Eberhard
Jüngels eigentlich erwarten lässt. …

Und schließt mit den Worten:

Will sich die Kirche in der pluralen Gesellschaft nicht aufgeben, muss sie ihre ureigene
Botschaft klar formulieren und mit Anspruch auf Verbindlichkeit glaubhaft
vertreten. Sie muss mit anderen Worten zu jener Entschiedenheit zurückkehren, mit
der die Verfasser der Barmer Theologischen Erklärung im Jahre 1934 auf das Evangelium
verwiesen haben.

Ich bin mir darüber im Klaren, dass ich spätestens mit dieser Bemerkung den mir
einleitend selbst verordneten Standpunkt des Juristen verlassen habe. Aber so viel
persönliches Bekenntnis musste sein.

Nachlesen kann man den Vortrag hier:

Der Vortrag wird zwar auch in dem Artikel der Zeit als Quelle benannt, aber ganz offensichtlich war der kritische Kommentator nicht in der Lage, die Rede Sinn entnehmend zu lesen, anders kann ich es mir nicht erklären, dass er den Kontext der beanstandeten Äußerungen so völlig außer Acht lässt und bei seiner Betrachtung die Priorität  den wenigen, dem Islam geltenden Sätzen zukommen lässt und  dabei vor allem  die Position   der  seiner Meinung nach  zu Unrecht kritisierten Muslime vertritt und  (wohl) deshalb den Referenten so heftig attackiert.   Wobei ich den Tenor sehr viel spannender finde, den nämlich Herr Bertram  – nach meiner Ansicht – auf das Verhältnis der (christlichen) Kirchen zu Staat, Verfassung und gesellschaftlicher Entwicklung  legt und damit  (mehr oder weniger)  die  Legitimierung der Kirche als gesellschaftliche Größe im Deutschland nach der Jahrtausendwende  in einer zunehmend säkularen Gesellschaft darstellt, bzw. den Anstoß dazu gibt, diese Diskussion INNERHALB der Kirche verstärkt zu wagen.

Die polemische Aufbereitung und Anklage der Zeit findet sich hier

Was dem einen sin Uhl … 29. September, 2009

Posted by Rika in gesellschaft, islam, vermischtes.
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…  ist dem annern sin Nachtigall!

Das ist ein wirklich feines Urteil, das das Berliner Gericht gesprochen hat.

Gläubigen moslemischen Schülern ist nicht zuzumuten, außerhalb der Schule und Schulzeiten ihre Gebete zu verrichten, da nicht nur die Tatsache, „dass“   sondern auch die Zeit „wann“ entscheidend ist für die Einhaltung der religiösen Pflicht (Wirksamkeit)  des Gebets.

Sollte das Urteil in der zugelassenen Revision bestätigt werden, müssen sich zukünftig wohl alle Schulen bei der Gestaltung der Stundenpläne nach  den Gebetszeiten ihrer moslemischen Schüler richten – oder aber ein riesiges Chaos inkauf nehmen, wenn täglich gleich mehrere Schüler während des Unterrichts plötzlich in die eigens eingerichtete Gebetsklause verschwinden. (Denn dass das Beispiel des Berliner Schülers Schule machen wird, davon muss man ausgehen – und unter uns: Welcher Schüler, egal ob fromm oder nicht, würde eine  ihm zustehende Auszeit nicht nutzen?)

Wenn man das Urteil konsequent weiterdenkt, müsste das gleiche Recht eigentlich auch für die moslemischen Lehrerinnen und Lehrer gelten, für Ärzte und Krankenschwestern, für Polizeibeamte, Reinigungsfachkräfte, Müllmänner, Anwälte, Angestellte in Betrieben, Arbeiter am Band und … und …  und.

Nun gibt es ja auch in katholischen Kreisen das allseits bekannte „ora et labora“.  Allerdings ist bisher überwiegend in Klöstern und klosterähnlichen Gemeinschaften die strikte Einteilung des Tages in Gebets- und Arbeitszeiten eingehalten und befolgt worden.

Was gäbe es für ein großes Halleluja in Deutschland, wenn wieder alle Menschen dieses „bete und arbeite“  zum eigentlichen Rhythmus ihres Tages machten.

Bevor wir  uns also grübelnd fragen, ob mit der neuerlichen Unterwerfung unter korankonforme moslemische  Religionspraxis eine Islamisierung Europas fortgeschrieben wird, sollten wir uns auf unsere christlichen Traditionen und Tugenden besinnen und – dem Gleichheitsgrundsatz folgend – Gebetszeiten für alle einrichten.

Man könnte ja ganz bescheiden damit beginnen, den Buss- und Bettag wieder als allgemeinen Feiertag einzusetzen, das würde  – über den Daumen gepeilt -  schon dem (moslemischen) Gebetsaufwand einer ganzen halben Woche entsprechen… oder so!

Und da wir hier in Europa über kurz oder lang durch die Einführung des islamischen Rechtssystems ohnehin wieder bei mittelalterlichen Gepflogenheiten landen, fiele es gar nicht so sehr ins Gewicht, dass das öffentliche Leben -  wie  zu Zeiten der Hildegard von Bingen (soll übrigens ein guter Film sein!) –    während des  Tages wieder durch allgemein einzuhaltende Gebetszeiten  bestimmt wird und wir Christen beispielsweise  wieder auf das Angelus-Läuten achteten …  sofern außer dem Ruf des Muezzin noch andere Gebetsrufe zugelassen wären …

NACHTRAG:

Berichte und Kommentare zu dem Urteil im Tagesspiegel hier,   hier

und bei Spon-Schulspiegel dort findet  sich auch ein Link auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die Schulpflicht für wichtiger erachtet als die religiöse Weltsicht. Allerdings geht es in dem Urteil um die religiöse Weltsicht frommer Christen. Die haben in Deutschland allemal wenig zu lachen.  Des einen Uhl ist eben noch lange nicht des anderen Nachtigall …  !