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Lauter Baustellen … 20. September, 2008

Posted by Rika in christsein und glauben.
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… die das Vorwärtskommen behindern!

Nein, nicht die auf der A7 oder die zahlreichen Bau bedingten Verkehrsbehinderungen in der Stadt! Ich meine in meinem Bild auch nicht die Baustellen für neue Behausungen, Geschäfts- oder Fabrikgebäude.

Ich meine die „Baustellen“, die mir das Leben aufgibt, die meine ganze Kraft erfordern, die mich „behindern“, mich einschränken, mich begrenzen oder mir zumindest das Gefühl geben, nicht ganz so unbekümmert vor mich hin leben zu können, wie ich das gerne möchte.

Manche dieser Einschränkungen, die zunächst temporär zu sein schienen, haben sich als Dauerbaustelle erwiesen, andere sind tatsächlich auf einen überschaubaren Zeitraum begrenzt und wieder anderes ist so etwas wie meine „Lebensbaustelle“, die mich mal mehr, mal weniger stark in Anspruch nimmt, die, um im Bild zu bleiben, manchmal nur etwas neue Farbe verlangt oder kleinere Reparaturarbeiten, die es manchmal aber erforderlich macht , dass ich mich des Fundaments annehme … das ist die mühsame, die „seelenkostenintensive“, die, an die ich eigentlich nicht ran möchte und die doch so existentiell wichtig ist, dass ich die Arbeit an ihr nicht vernachlässigen kann, ohne Gefahr zu laufen, dauerhafte Schäden davon zu tragen.

Mir ist es heute wieder ganz neu eingefallen …  plötzlich … bei der Arbeit im Gärtchen: Ich denke, wenn Jesus sagt: „Nehmt mein Joch auf und lernt von mir…“ so hat er diese Baustellen des Lebens im Blick. Die Auseinandersetzung mit dem, was einerseits Mühe macht und andererseits notwendig ist, was auf Gott verweist und gleichzeitig hier in meinem Leben mit Menschen und Situationen zu tun hat, mit Gegebenheiten, die unauflöslich zu sein scheinen, die zu mir gehören, zu dem, was mich aus macht, wie ich bin, wer ich bin!

„Lernt von mir!“ sagt Jesus. Lernt, diesen euren ganz eigenen Weg anzunehmen. Lehnt euch nicht dagegen auf! Und stemmt die Last nicht alleine, tragt sie mit dem Joch, das ICH euch auflege, „denn“, so sagt Jesus, „mein Joch ist sanft“ und damit, so interpretiere ich seine Worte weiter, wird auch die Last, die an diesem Joch hängt, leicht.

Manchmal vergesse ich dieses Angebot Jesu, achte ich nicht auf sein: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben!“ wie die Elberfelder Übersetzung die Verse aus Matthäus 11, 29 u. 30 wiedergibt. Dann erschöpfen mich die Baustellen so sehr, dass ich gar nichts mehr tun kann und ich das Gefühl habe, auf der Stelle zu treten, ohne Aussicht darauf, jemals all das geschafft zu kriegen, das mir solche Mühe bereitet und nie, nie wieder Freude und Lust am Leben zu haben.

„Freude die von innen kommt!“ heißt es in einem Lied. „Habe deine Lust am HERRN“, sagt David im Psalm 37.

„Lernt von mir!“, sagt Jesus, lernt, eurer Gotteskindschaft gemäß zu leben, dann wird die Freude an Gott eure Stärke sein, euer Schutz, wie es schon Nehemia ausdrückte.

Die Baustellen bleiben – aber die Verheißung Jesu auch: Siehe, ich bin bei euch bis ans Ende der Zeit!

Nein, das ist kein frommes Gerede.

Das sind Erfahrungen mit der Realität meines Lebens, die ich aber immer wieder mal durch tausend Sorgen aus dem Blickfeld verliere, bis ich an einem sonnigen und leuchtend schönen Tag wie heute im Gärtchen arbeite und plötzlich genau weiß, was zu tun ist …

„Komm her zu mir, nimm mein Joch und lerne von mir …“!

verdichtete zeit … 12. September, 2008

Posted by Rika in christsein und glauben, familie, meditatives.
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Tage, Wochen, Monate verlaufen im Gleichmaß der Zeit, in der routinierten Abfolge von Arbeit und Freizeit, Anspannung und Ruhe, Wochentagen und Sonntagen, nahezu ereignislos …

… und plötzlich verdichtet sich das Erleben, wird die Zeit kürzer bemessen zwischen Ereignissen, die uns berühren, wesentlich sind, das Leben prägen, verändern.

Ein Kind wird geboren in der Großfamilie, sieben Wochen vor seiner Zeit, aber lebensfähig, kräftig, gesund! GOTT sei Lob und Dank! Die jungen Eltern – Nichte und Neffe – überglücklich, voller Dankbarkeit!

Abschied und Aufbruch …

ein Lebensabschnitt geht zu Ende – 10 Jahre Freundschaft, Zusammenleben, Ehe – nicht im Zorn, nicht im Streit, immer noch in tiefer Verbundenheit und doch voller Schmerzen und Trauer. Die Wohnung leer geräumt … Umzug … einen Teil der Habe mitgenommen in ein neues Leben am neuen Ort … ganz anders nun leben … lernen … studieren.

Beginn der mündlichen Diplomprüfungen für die Studententochter am Umzugstag des Bruders …

… und am Tag darauf die Verteidigung der Bachelorarbeit des jüngsten Studentenkindes …

Sieben Tage – die Geburtstage der „Jungensbrüder“ und der Freundin des Ältesten mittendrin …

Sieben Septembertage … Zeit und Leben verdichtet, schön und schwierig, aufregend, bewegend, beglückend, hoffnungsvoll, traurig … Dank erfüllt!

„Sagt allezeit für alles dem GOTT und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus.“ Epheser 5,20

Allezeit für alles : Nein, das ist nicht einfach und fällt mir nicht leicht …



„Bildungsprogramm“ Teil III … 23. August, 2008

Posted by Rika in christsein und glauben, gesellschaft, judentum.
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Mein Erstaunen war groß als ich heute ein Päckchen aus dem Briefkasten fischte, dessen Inhalt sich nach dem Öffnen als „DAS“ Bildungsprogramm entpuppte, das Anlass zu heftiger Kritik gewesen war und über dessen „Katalog-Auftritt“ ich erst vor ein paar Tagen hier berichtet hatte …

Noch größer war mein Erstaunen als sich laut Lieferschein herausstellte, dass dieser Lieferung eine (angebliche) Bestellung vom 17.01.2008 zugrunde liegt – ich kann mich nämlich beim besten Willen nicht daran erinnern, einen derartigen Lieferauftrag getätigt zu haben, schon gar nicht bei dem Versand (pädexpress), der mir das Päckchen heute zustellen ließ … ich kaufe nämlich nahezu ausnahmslos alle meine Bücher entweder in einer meiner beiden Lieblingsbuchhandlungen vor Ort oder bei der Versandbuchhandlung des Oncken-Verlags in Kassel!

Wie dem auch sei, der im Januar / Februar verfügte Lieferstopp scheint nun aufgehoben und das Buch liegt mir vor.

Das Buch selbst ist allem Augenschein nach völlig unverändert

- und auch die beanstandete Methode zur Aufarbeitung des christlich begründeten Antisemitismus ist nach wie vor und unverändert Teil des Bildungswerkes. Dem Buch beigelegt ist aber eine 13 Blatt/Seiten starke Lose-Blatt-Sammlung, die auf der ersten Seite einen insgesamt ACHT ZEILEN kurzen Hinweis auf den Fehler auf den S. 52/53enthält, verbunden mit der knappen Bemerkung „zu unserem Bedauern“ und der Feststellung, dass die Arbeit mit Jugendlichem zu dem Thema Antisemitismus „pädagogische Sicherheit erfordert“ und nicht „ohne Einarbeitung und Sachkenntnis erfolgen sollte“.

Die Blätter 2,3 und 4 widmen sich grundsätzlichen ergänzenden „Erläuterungen zum Einsatz der Methoden“ (Bl.2) und liefern „Ergänzende Hinweise zu einzelnen Methoden“ (Bl. 3 und 4)

Bl. 5 – 9 enthalten die vollkommen neue Überarbeitung der berüchtigten „Matthäus-Passion-Methode“, die sehr ausführlich auf die „historische Situation in Judäa zu Beginn der (christlichen) Zeitrechnung“ eingeht, Bezug nimmt auf den „Ursprung des Christentums aus dem Judentum“ und die „Trennung des Christentums vom Judentum“.

Es wird in den Erläuterungen deutlich, dass die Evangelien als historisch authentische Quelle untauglich sind und die Darstellungen der Bibel über das Geschehen um die Kreuzigung Jesu auch keinem journalistischen Tatsachenbericht entsprechen. (Die Intention des NT ist ja nicht die eines Geschichtsbuches oder eines theologischen Sachbuches!)

Nach jüdischem Rechtsverständnis, so der Text der zusätzlichen Erläuterungen, kann der im NT geschilderte Prozess, in dessen Verlauf Jesus zum Tode verurteilt wurde, so nicht stattgefunden haben. Dieser Argumentation kann man mühelos folgen und sie trägt nicht unerheblich zur Entkräftung des (alten christlichen) Vorwurfs bei, die Juden hätten Christus umgebracht.

Für gläubige Christen andererseits, die im Tod und der Auferstehung Jesu Gottes Wirken und seinen Heilsplan für die gesamte Menschheit sehen und auch für sich in Anspruch nehmen, geht mit dieser Argumentation nichts von der „Botschaft vom Kreuz“ verloren.

Doch der in vielen Jahrhunderten gepredigte Vorwurf des Heilandsmordes, der zu blindwütigem Hass gegen die Juden führte und sich in Gewalttaten und Morden austobte und einem antisemitischen Rassenwahn Vorschub leistete, der zur beinahe völligen Vernichtung der europäischen Juden führte, dieser Vorwurf, das machen die Erklärungen deutlich, muss mit Entschiedenheit zurück gewiesen werden. (Das war ja die ursprüngliche Intention der Methode, die aber in ihrer Darstellung und Ausarbeitung so kläglich an ihrer Zielsetzung scheiterte!)

Die restlichen ergänzenden Blätter liefern ein gutes und ausführliches Verzeichnis der weiter führenden Literatur zu den verschiedenen Schwerpunkten des Bildungsprogramms!

Völlig klar ist aber auch, dass das Bildungsprogramm KEIN Sachbuch zum Thema Antisemitismus im herkömmlichen Sinn ist, sondern tatsächlich „NUR“ eine Methodensammlung, eine Handreichung für Leute, die, bereits am Thema interessiert, über ausreichend gute Informationen zum Antisemitismus und zur jüdischen Geschichte – und zum speziellen „christlichen Antisemitismus“ auch über Kenntnisse des Neuen Testaments und der christlichen Geschichte – verfügen,

und die reichlich Erfahrung sowohl im Umgang mit Jugendlichen und/oder Schülern, wie auch mit dem Einsatz solcher oder ähnlicher Methoden aus der Erarbeitung (selbst völlig) anderer Themengebiete haben. Für diesen Personenkreis bietet das Bildungsprogramm Anregungen, die sich mit einigem eigenen Engagement gut in die Praxis umsetzen lassen. (In etwa vergleichbar den Stundenentwürfen für Lehrer verschiedener Schulformen, die ja auch kein Lehrbuch über den INHALT der jeweiligen Unterrichtsstunden ersetzen können und die die Grundkenntnisse des Lehrenden zum Thema eines Unterrichtsentwurf voraussetzen!!!)

Es ist aber überhaupt nicht für Leute geeignet, die mit Hilfe der dargestellten Methoden erstmalig in das derart komplexe Thema „Antisemitismus“ einsteigen wollen!

Für „Einsteiger“ sind die Literaturangaben interessant – aber lesen müssten sie die Bücher schon, vermittelt sich doch auch der Inhalt eines Buches nicht über den Titel!

alles erlaubt …? 4. August, 2008

Posted by Rika in christsein und glauben, gesellschaft & migration.
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In der schöpferischen Pause nach dem Frühstück heute Morgen blätterte ich in der neuen Ausgabe ( August 2008 ) von

zeitzeichen – Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft“ (im link die Juli-Ausgabe, der August ist noch nicht online)

und blieb an der Überschrift hängen: „Eine Frage der Ehre – Verletzte Gefühle: Was darf die Kunst im Umgang mit Religion?“

Petra Bahr, die Kulturbeauftragte der EKD, nimmt in dem Aufsatz Stellung u.a. zu der Frage: „Wo verläuft die Grenz zwischen kalkulierter Kritik und der reinen Lust an der Provokation?“

Ihr nachdenklich stimmender Beitrag ist ein Plädoyer für die Kunstfreiheit. Zum Ausgangspunkt ihrer Überlegungen macht sie den „geschichtsträchtigen Prozess“ um den Maler George Grosz, der  mit der Darstellung des „sterbenden Christus am Kreuz, die Gasmaske vor dem Gesicht“ für Empörung unter seinen Zeitgenossen gesorgt und sich die Anklage, gegen den Blasphemie-Paragraphen verstoßen zu haben, eingehandelt hatte. Der Prozess dauerte drei lange Jahre; Kurt Tucholsky war sein berühmtester Beobachter und Berichterstatter. In dem Prozess ging es , so Frau Bahr, in letzter Konsequenz um die Frage der künstlerischen Freiheit.

„Wieviel Satire verträgt die Religion?“, differenziert Frau Bahr diese Frage aus, und

„Wo läuft Kunst zu Recht Sturm gegen problematische religiöse Festlegungen und Interpretationsverbote, um so den verschütteten Sinn religiöser Grundfragen aus dem Geröll bürgerlicher Gewohnheiten zu befreien und wo spielt sie, um der Effekte willen, leichtfertig und unernst mit Stoffen, die Menschen der letzte Sinn Im Leben und Sterben sind? …

Und wo verläuft die Grenze zwischen kalkulierter Kritik und der reinen Lust an der Provokation, bei der die öffentliche Erregung nicht nur billigend in Kauf genommen wird, sondern die Erregung selbst das Ziel der Aktion ist?“

Das Gericht entschied damals zugunsten des Künstlers.

Bittere Ironie der Geschichte: unter den Nationalsozialisten musste Grosz sich des Vorwurfs der „entarteten Kunst“ erwehren, seine Bilder wurden aus den Museen entfernt (er selbst hatte Deutschland bereits verlassen).

„Jetzt ist nicht mehr das Christentum beleidigt, jetzt verletzt seine Kunst das Deutschtum.“ (Bahr)

Der Blasphemieparagraph ist inzwischen abgeschafft und „das Problem der Blasphemie schien selbst zu den Geschichtsakten gelegt zu sein, wie der alte Paragraph“, sagt Frau Bahr und weist darauf hin, dass sich das in den letzten Jahren dramatisch verändert und mit dem Karikaturenstreit eine neuerliche Zuspitzung erfahren habe und angesichts der Ermordung van Goghs die alte Debatte neu entbrannt sei, „ob die Gefühle religiöser Menschen nicht besser geschützt werden müssten“.

Spannend ist für mich dieser Aufsatz ..

…vor dem Hintergrund der in diesen Tagen auch in der „Blogwelt“ veröffentlichten und diskutierten Aktion Paul Zachary Myers, der ein „Müllkunstwerk“ produzierte aus einer Hostie, einigen Koranseiten, Bananenschalen und Kaffeesatz und dies alles öffentlich mitteilte, wohl mit dem erklärten Ziel, Reaktionen der durch die „Schändung“ betroffenen Religionsgemeinschaften herauszufordern. Katholiken reagierten empört, Muslime ließ das alles kalt, was was zu den wildestens Spekulationen hinsichtlich der Ausprägung religiös begründeten Fanatismus führte.

Aber genau dies, die augenfällige Lust an der Provokation einerseits und die (dadurch) verletzten (religiösen) Gefühle andererseits nimmt Petra Bahr näher in Augenschein, weist u.a. auf die ungehaltene Rede Christine Schirrmachers hin (Muslime hatte die Rede verhindert), auf den Protest der Aleviten gegen einen „Tatort“, in dem sie sich in einem negativen Licht dargestellt sahen, auf eine verbotene Kunstperformance zum öffentlichen Sterben und schreibt:

„Die Fälle haben nur auf denersten Bllick nichts gemeinsam. Auf den zweiten Blick gibt es zwischen ihnen einen unheimlichen Konsens. Im Zentrum steht nämlich das religiöse Gefühl, das verletzt ist. Nie waren religiöse Gefühle so öffentlich wie zurzeit.

In den neuen Konflikten … treten sie anders auf: als kollektive Erregungszustände und als gemeinschaftliche Empfindlichkeiten, auf die man sich mit Macht bezieht. Die Gefühle, die verletzt sind, brauchen nicht einmal eine argumentative Erklärung. Was beleidigt und warum, muss nicht erklärt werden. Es reicht der empörte Hinweis auf die beleidigte Seele, und schon ist der Skandal da. (Hervorhebung von Rika)

Diese Entwicklung vollzieht sich allmählich, sollte aber Grund zur Sorge sein. Die neue Lust an der Eskalation verschärft nämlich die Konflikte einer multireligiösen Gesellschaft. (Hervorhebung von Rika)

Im weiteren Text versucht Petra Bahr eine Deutung der Entwicklung; sie vermutet in einer Gesellschaft, die sich wechselseitig verletzte Gefühle vorwirft, einen „Ehrdiskurs, „der zu keiner Relativierung mehr fähig ist“ und führt weiter aus:

„Die Kategorie der Ehre ist aber nicht individuell. Sie ist eine Kategorie, die sich ursprünglich auf Sippe und Familie und heute zunehmend auf Gruppen und Gemeinschaften bezieht. Im Western ist die Sache klar: Auf Beleidigung folgt Gegenbeleidigung, auf gekränkte Ehre eine Gegenkränkung – und dann kommt das Duell.

Wir ach so Modernen mögen uns die Augen reiben, aber dieser Mechanismus greift immer mehr um Raum. …zeigt die verbotene Rede Christine Schirrmachers, wie sehr Angst und die Vorwegnahme möglicher Folgen inzwischen auch unser Handeln regieren. Kunst rüttelt an Tabus, Reden können provozieren, Bilder ans Allerheiligste rühren.“

Und dann zitiert sie den Historiker Timothy Garton Ash, der den Aufstand um die verletzten Gefühle „als ‘Tyrannei des Gruppenvetos’ bezeichnet hat“. (Hervorhebung von Rika)

„‘Man vereinigt alle Tabus und man erhält eine gewaltige Herde heiliger Kühe. Nun lasse man den verschreckten Kindermädchenstaat all diese Tabus in neue Gesetze oder bürokratische Verbote einschließen, und heraus kommt ein drastischer Verlust an Freiheit:’“

Kunst- und Redefreihei, meint Frau Bahr, sei auch für nichtreligiöse Menschen mitunter eine große Zumutung.

Die Herausforderung, der wir alle uns stellen müssen, ist aber die, diese Zumutungen nicht in Verbote zu überführen, die zu einer stetig anwachsenden Beraubung unserer geistigen und tatsächlichen Freiheiten führen würde.

Frau Bahr plädiert dafür, der Aufgeregtheit mit „alten Tugenden“ zu begenen, inne zu halten, den Affekten keinen Raum zu geben, sie vielmehr zurück zu drängen durch nüchterne Besonnenheit, „Distanz vom eigenen Gefühl“ zu erlangen und so, so habe ich sie jedenfalls verstanden, den virulenten Kreislauf von verletzten Gefühlen, Angst und Affekten zu entschleunigen.

Und sie hofft:

„Respekt und Freimut, aber auch Gelassenheit und Humor könnten die neuen Tugenden werden, mit denen sich unsere Gesellschaft aus den Fängen der Angst und Gruppenerregung befreit.“

In Leipzig … 3. August, 2008

Posted by Rika in christsein und glauben.
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hat die 15. Weltjugendkonferenz der Baptisten stattgefunden…

… und was so von einem meiner Studentenkinder zu mir rüberschwappt an „emotions and vibrations“, nüchterner Berichterstattung und begeistertem Erzählen, muss es wohl ein gelungenes „event“ gewesen sein, mit mehr als 6000 Teilnehmern aus 89 Nationen, die sich unter dem Motto „Dive deeper“ in Leipzig trafen. Nein, nicht (nur) in der Leipziger Baptistengemeinde, in „Leipzig, der Messestadt„, ist doch klar…!

„Dive deeper“ passt ausgesprochen gut zu Baptisten, die ja durch vollständiges Untertauchen (to dive – tauchen, untertauchen) die Glaubenstaufe (to baptize – taufen, baptism – Taufe) vollziehen!

Hier in Deutschland sind Baptisten ja eine winzige Minderheit und „führen ein Schattendasein“, wie es heute Morgen in einem Bericht bei MDR über die Jugendkonferenz hieß. Umso intensiver erleben die jungen Leute natürlich die Gemeinschaft mit so vielen anderen Jugendlichen, die wie sie zu den weltweit etwa 46 Millionen Baptisten gehören oder sich einer Jugendgruppe einer Baptistengemeinde angeschlossen haben, ohne selbst Mitglied der Gemeinde zu sein. Wobei man sicher davon ausgehen kann, dass die Ausprägungen „baptistischen Lebens und Glaubens“ je nach Nationalität sehr unterschiedlich ausfallen.

Und so bedeutet dieses Treffen sicher auch, einerseits die ungeheure Vielfaltkennen lernen zu können und gleichzeitig eben auch, sich der Mitte des Glaubens bewusst zu werden und zu erfahren:

Was uns bei aller Unterschiedlichkeit hinsichtlich Herkunft, Nationalität, Sprache und Hautfarbe eint, ist der Glaube an Jesus Christus, den gekreuzigten und auferstandenen HERRN, das bewusste und persönliche Bekenntnis zu Ihm. Darüber reden sie in den diversen Workshops, das feiern sie in ihren Gottesdiensten, in Andachten, Lobpreis und Gebet.

Zum Glück hat der MDR einen Teil des Abschlussgottesdienstes heute übertragen und einer größeren Öffentlichkeit etwas von der Freude und Spiritualität vermitteln, die in den „Leipziger Tagen“ spürbar war.

Mein Studentenkind jedenfalls war begeistert …

… und auch ganz schön k.o., aber nicht von anstrengenden Bibelarbeiten, sondern von den notwendigen „Marthadiensten“, ohne die so eine Konferenz nicht möglich wäre (ehrenamtliche Hilfe überall da, wo Muskelkraft angesagt war, bei der Essensausgabe, beim Aufräumen, Putzen, Tische abwischen und Bänke aufstellen und schließlich auch beim Abbau). Martha, das „Original“ bei Lukas 10,38 – 42

Dive deeper, Eintauchen in die Liebe Jesu, in die segnende Gegenwart Gottes … ein Angebot – nicht nur für Baptisten!

Welch eine absurde Vorstellung … 14. Juli, 2008

Posted by Rika in christsein und glauben, islam.
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… die Idee nämlich, die Trinitätslehre wegen der möglichen Verletzung der religiösen Gefühle der Rechtgläubigen durch die UNO zu sanktionieren, und das nicht ohne Folgen für die weltweit lebenden Christen, die nun einmal nicht die religiöse Mehrheit in den jeweiligen Ländern stellen.

Absurdes Theater oder doch mehr?

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WND Exclusive


FAITH UNDER FIRE
U.N. scheme to make Christians criminals
Sharia-following Islamic nations demanding anti-’defamation’ law


Posted: July 10, 2008
12:00 am Eastern
By Bob Unruh
© 2008 WorldNetDaily

Dozens of nations dominated by Islam are pressing the United Nations to adopt an anti-“defamation“ plan that would make Christians criminals under international law, according to a United States organization that has launched a campaign to defend freedom of religion worldwide.

„Around the world, Christians are being increasingly targeted, and even persecuted, for their religious beliefs. Now, one of the largest organizations in the United Nations is pushing to make a bad situation even worse by promoting anti-Christian bigotry,“ the American Center for Law & Justice said yesterday in announcing its petition drive.

The discrimination is „wrapped in the guise of a U.N. resolution called ‘Combating Defamation of Religions,’“ the announcement said. „We must put an immediate end to this most recent, dangerous attack on faith that attempts to criminalize Christianity.“

Angesichts der vielen gegenwärtigen Krisenherde und Probleme , die die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich ziehen

- ob Klimaveränderung, begrenzte Erdölreserven und steigende Sprittpreise, Nahrungsmittelknappheit und nachwachsende Rohstoffe, die wachsende Bedrohung Israels durch den Iran und den ohnehin allgegenwärtigen Terror islamistischer Gruppen, die Lage Sudan/ Darfurs Simbabwes oder nahezu jedes anderen afrikanischen Landes, die immer noch andauernden Konflikte in Afghanistan, Irak, China, Kolumbien oder wo auch immer sonst auf dieser schönen Erde, Entführungen von Menschen zur Durchsetzung politischer Interessen und / oder als „sicherer Einnahmequelle“ – ,

könnte das „Vorhaben“, so denn diese Nachricht nicht doch nur ein Fake oder ein übler Scherz ist, klammheimlich, beinahe im Verborgenen und ohne lauten Widerstand der davon letztlich Betroffenen in die Tat umgesetzt werden und so die Basis schaffen für die weittragende Entscheidung zur weltweiten Abschaffung der – ohnehin in muslimischen Ländern nicht gewährleisteten – freien Religionsausübung für Christen überall dort, wo Muslime sich durch die Trinitätslehre der Christen in ihren religiösen Gefühlen verletzt sehen und entsprechende Maßnahmen einklagen könnten.

Es klingt ja so harmlos und gleichzeitig ein wenig spinnert, dass man schon darum die Sache kaum ernst nehmen möchte … jedenfalls komme ich mir schon recht komisch vor, überhaupt darüber zu schreiben.

Aber wie, wenn doch etwas dran sein sollte?

In Verbindung mit einer weiteren UN-Entscheidung würden so Persönlichkeitsrechte, Freiheiten und Menschenrechte (wieder) ausgehebelt, für die so lange gestritten und gekämpft wurde, die dazu beitragen sollten, dass in einer pluralen Welt jede und jeder nach „seiner Facon selig werden kann“, dass eben kein staatlich verordnetes Konzept der religiösen Lebensgestaltung über der persönlichen Entscheidung des Einzelnen stehen darf, dass Religionszugehörigkeit, religiöses Leben, Rituale und Glaubenssätze – unabhängig von den jeweiligen „Leitfiguren“ und dogmatischen Grenzen – in die Verantwortung der persönlichen Freiheit und Einstellung jedes einzelnen Menschen gestellt und damit (nur) dem eigenen (religiös-ethisch-moralischen) Gewissen Rechenschaft zu geben ist (von Gruppenzwängen, die überall in Erscheinung treten, mal abgesehen!).

Es muss in der Freiheit des Einzelnen bleiben, religiös zu sein, die Herkunftsreligion verlassen zu können, areligiös, atheistisch zu denken und zu leben oder sich der Glaubensgemeinschaft anzuschließen, die der eigenen Überzeugung am ehesten entspricht.

Vor allem kann und darf es nicht sein, dass „Glaubensinhalte“ der Zensur unterliegen und die eine Religion über die andere entscheiden kann, was „glaubhaft und glaubwürdig“ oder gar Gott gewollt ist und was nicht.

Christen wurde und wird vorgeworfen, ihren Erkenntnisstand jahrhundertelang absolut gesetzt, Menschen gegen ihren Willen missioniert und zwangsgetauft und der halben Welt „ihre“ Sicht der Dinge aufgedrängt zu haben. Für viele der aus „purer Macht“ geschehenen Verbrechen – die fälschlicherweise im Namen des Jesus von Nazaret geschahen – hat die Kirche Abbitte geleistet, zu Recht, wie ich denke.

Und ebenso zu Recht verzichten die Kirchen heute darauf, weltliche Macht auszuüben – wenngleich ich nicht leugnen will, dass in vielen Bereichen der große Einfluß der Kirche auch auf staatliche Institutionen bis heute spürbar ist. Aber es ist keine absolute, keine absolutistische Macht mehr.

Sollen nun zugunsten eines religiösen Systems „Islam“ Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Menschenrechte aufgelöst und unter das Gesetz der Scharia gestellt werden?

Die Gegensätze und Unterschiede in den monotheistischen Religionen müssen benannt, klar gestellt und ausgehalten werden. Es gibt keinen anderen Weg, keine Gleichmachung und künstliche Harmonisierung, kein Verwischen der Unterschiede, kein Verschweigen der sich daraus ergebenden Schwierigkeiten!

Und wohin würde es führen, wollte ich als Christin ebenfalls Beschwerde einlegen und einklagen, dass beispielsweise Jesus im Islam zu einem „Propheten degradiert wird“ und ich mich dadurch in meinen religiösen Gefühlen verletzt fühle, weil man „meinem Gott“ nicht würdig und mit der gebotenen Ehrerbietung begegnet. Juden könnten sich über die „Fälschung“ in den Urvätergeschichten beklagen, wie sie im Koran gegenüber dem Tanach betrieben wird oder ebenfalls offen gegen das Christentum rebellieren, das ein so anderes Gottesverständnis hat als das Judentum! Und sicher ließen sich mühelos unendlich viele Fälle aus den abweichenden theologischen Vorstellungen konstruieren, bei denen man sich gegenseitig der Blasphemie beschuldigen und zur Rechenschaft ziehen könnte.

Wir landeten auf diese Weise wieder in vorsintflutlichen Verhältnissen, in mittelalterlich anmutenden Szenarien, in gerade erst überwundenen Religionskriegen, in der unmündigen Knechtschaft religiöser Machthaber und in der Unfreiheit des Geistes.

Wir müssen uns entschieden zur Wehr setzen gegen das Vorhaben via „Religion“, gleich welcher Art, universale Macht und Herrschaft ausüben zu wollen …

Mein alter Herr … 10. Juli, 2008

Posted by Rika in christsein und glauben, familie.
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… hatte in dieser Woche Geburtstag!

86 !

Herzlichen Glückwunsch, Vati!

Vati – das passt viel besser zu ihm als „alter Herr“!

So, als „alten Herrn“, habe ich ihn nämlich nie erlebt, das war er einfach nicht, er war nicht der „Alte“ und er war kein „Herr“ in der Beziehung zu uns, meinem Bruder und mir.

Er war unser Vater, der, als wir klein waren, mit uns spielte, im Sommer zum Schwimmen ging und im Winter Schlitten fuhr, der Geschichten vorlas und auf unsere 100tausend Fragen 100tausend Antworten wusste, der mit uns und für uns betete, uns mit der Bibel vertraut machte, mit Gott und Jesus Christus und die unbegreiflichsten Dinge verständlich erklären konnte … er las gerne und viel und schien wirklich alles zu wissen…

… und als wir älter und verständiger waren leidenschaftlich gern mit uns diskutierte – und es gab wirklich kaum ein Thema, das nicht diskussionswürdig gewesen wäre … ob es um Politik oder Christsein ging, um Glauben oder Atheismus, um Emanzipation der Frau (ja, das WAR damals noch ein Thema, um das sich heftig streiten ließ!) oder die Rolle des Mannes in Familie und Gemeinde nach biblischen Erkenntnissen, um Atomkraftwerke und deren Verhinderungsversuche durch Atomkraftgegner, um die Pille oder Keuschheit, nichts, was wir nicht hätten bereden können – mal ruhig, mal heftig, je nach Situation…

… als er älter wurde und wir ihn zum Großvater gemacht hatten, konnte er mit Hingabe mit den Enkeln „Lego“ spielen oder riesige Briobahnlandschaften aufbauen oder irgendein aktuelles Quartett zum xsten Mal spielen oder einfach nur das jeweilige jüngste Kind (der 8 Enkel) stundenlang im Kinderwagen spazierenfahren…

… er machte die besten Bratkartoffeln und die leckersten Pfannkuchen, half unserer Mutter beim Abwaschen und Wäsche legen, Staub saugen und Wohnung putzen, er war ein guter Heimwerker und leidenschaftlicher Gärtner…

… er predigte gern in den umliegenden Gemeinden und hielt Bibelstunden, engagierte sich in der Gemeinde und im „Vorstand“ (Gemeindeleitung) und hatte, was Gemeinde- und auch Familienleben betraf, nur ein wirklich großes Manko: er konnte nicht singen, bzw. brachte, wenn er sang, alle anderen völlig aus der Fassung, so schräg waren seine Töne! …

… er war erfolgreich in seinem Beruf und beliebt bei seinen Freunden …

Vor 5 Jahren erlitt er eine Hirnembolie, seitdem sitzt er im Rollstuhl – nicht nur seine Bewegunsfähigkeit ist eingeschränkt, auch seine Motivation, am Leben mit all seinen Facetten den bis dahin gewohnt regen Anteil zu nehmen, ist fast vollständig verschwunden … das macht es schwer für ihn und für seine Frau, unsere Mutter …

… und so ist er ganz gegen seinen Willen jetzt im Alter von 86 Jahren doch so etwas wie ein „alter Herr“ geworden – mit immer größer werdender Distanz zum Leben und auch zu uns …

… manchmal ist das in der Erinnerung an die Zeit davor nur schwer zu ertragen und zu begreifen…

Donnerschläge … 21. Mai, 2008

Posted by Rika in christsein und glauben, familie.
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… wie Hölle und Feuer … alles ist upside down … die Welt steht Kopf … taumelnder Schmerz …

und mitten darin die Zusage: „Siehe ich bei euch, bis an der Welt Ende.“ Ich bin bei dir in deinem Kummer, deiner Verzweifelung, deiner Hoffnungslosigkeit, in deinem Leid, in den Wirrnissen dieser Tage … ich halte dich, trage dich, trage deinen Schmerz mit dir, gebe dich nicht auf, halte mit dir stand, dulde mit dir und tröste dich …

Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden oder eine schallende Zimbel. Und wenn ich Weissagungen habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnisse weiß und wenn ich allen Glauben habe, so daß ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile und wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich Ruhm gewinne, aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts. Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig, sie neidet nicht, die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbitten, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit, sie erträgt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. Die Liebe vergeht niemals;

Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.“ 1. Korinther 13, 1 – 8 und 13

…..

… wir sind in schweren Wassern … aber  Jesus  trägt!

frisch – fromm – fröhlich – frei … 3. Mai, 2008

Posted by Rika in christsein und glauben.
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… und radikal?

ca 16000 Jugendliche treffen sich in Bremen zum Christival, einem Kirchentag ähnlichen Event gläubiger junger Christen.

16 ooo !

Unter dem Motto „Jesus bewegt“ begegnen sich junge Menschen, feiern Gottesdienste, singen, beten, tanzen, diskutieren über Glaubensfragen und aktuelle Themen unserer Zeit … und machen sich damit offenbar gesellschaftspolitisch so verdächtig, dass „Grüne“ und „Linke“ schon seit Wochen gegen das Christival agitieren und – nicht genug damit – die Jugendlichen direkt angreifen und die Website des Christivals hacken.

16000!

16000 junge Leute, die friedlich zusammen sein wollen, die weder Lust auf Saufgelage noch auf Randale haben, die einfach nur ihren Glauben in aller Öffentlichkeit für 4 1/2 Tage gemeinsam leben und feiern wollen.

Die meisten von ihnen sind doch in ihren Heimatorten immer eine winzig kleine Minderheit und erleben während dieser 4einhalb Tage oftmals zum ersten Mal eine große Gemeinschaft gleich oder ähnlich gesinnter junger Leute! Das – so berichteten jedenfalls meine Kinder vom Christival in Kassel – ist eine ganz wunderbare Erfahrung, man muss sich nicht rechtfertigen, wird nicht mit Spott bedacht oder ausgelacht, nur weil man GERNE betet, singt, Gottesdienste feiert und miteinander Spaß hat bei Lobpreis und Fun-Aktivitäten!

16000!

Wenn Hannover 96 gegen berühmte Bundesligavereine ein Heimspiel hat, ziehen etwa doppelt so viele Fans durch die Innenstadt – und niemand nimmt daran Anstoß und ich nehme an, dass das in Bremen bei Heimspielen des SV Werder nicht anders ist.

Aber 16000 Christen stellen natürlich ein ganz extremes Gefahrenpotential dar, vor allen Dingen die 80 Teilnehmer, die an einem Seminar zu Fragen der Abtreibung teilnehmen …Im Zentrum der Kritik steht eines von 229 Seminaren, das an diesem Sonnabend unter der Frage „Sex ist Gottes Idee – Abtreibung auch?“ geplant ist. Veranstalter sind radikale Lebensschützer des Heidelberger Vereins „Die Birke“, die sich auch gegen eine Abtreibung im Fall einer Vergewaltigung wenden. Dazu hätten sich rund 80 Jugendliche angemeldet, hieß es.“ dies ist vor allem, so meint es jedenfalls die HAZ, ein Grund für den Hackerangriff auf die Website.

Ein anderes Seminar, das sich mit Fragen der Homosexualität beschäftigen wollte, ist auf Druck politischer Dauerempörter schon im Vorfeld gekanzelt worden.

Hat sich eigentlich niemand der Kritiker vorgenommen, so ein Seminar zu besuchen und intern, in der Diskussion den eigenen Standpunkt zu vertreten? Ich meine, das hätte doch durchaus Sinn gemacht. Schließlich gibt es doch in den Seminaren genug Raum, sich mit den Darlegungen auseinander zu setzen und eigene andere Standpunkte zu vertreten.

Aber vermutlich hatte Volker Beck gar keine Zeit für diese Form von basisdemokratischer Diskussionskultur und viele andere Kritiker vermutlich ebenso wenig – da hetzt es sich doch besser in den entsprechenden Medien, man heizt den Volkszorn an, der sich dann ja auch prompt einstellt.

Vielleicht haben die Kritiker aber auch einfach nur Angst vor der geballten Macht christlicher „Radikaler“ (nicht zu verwechseln mit autonomen Steinewerfern und Bombenbastlern, die ihrer Ideologie gerne gewaltig radikal Ausdruck verleihen!) und sie haben sich einfach nicht getraut, das offene Gespräch mit Jugendlichen zu suchen – die ja in aller Regel doch noch gar nicht so sehr auf eine eindeutige Meinung festgelegt sind, die doch nach Entscheidungshilfen suchen, ihre eigene Position in der Auseinandersetzung mit anderen entwickeln und finden wollen.

Immerhin reichte es aber für eine Diskussionsrunde mit anderen „Offiziellen“.

Ich persönlich denke, dass hier die Themen Homosexualität und Abtreibung künstlich hochgespielt wurden, um gegen das Christival insgesamt Stimmung zu machen. Sicherlich gibt es zu diesen Fragen sehr unterschiedliche Einstellungen und Haltungen, die man wohl auch jeweils biblisch begründen kann, und sicher ist die Diskussion zum Thema Abtreibung schmerzhaft und schwierig in einer Zeit, da Abtreibung aus medizinischen Gründen (schwere Missbildungen des Kindes) auch noch in der Spätphase der Schwangerschaft möglich ist und die pränatale Diagnostik immer mehr Gewicht bekommt. Und vermutlich gibt es auch beim Thema Homosexualität schmerzhafte und schwierige Prozesse, die zu leugnen weder hilfreich noch förderlich ist. Soll man darum nicht darüber reden? Und wenn Christen darüber reden, wird dann nicht gleich Hölle und Fegefeuer assoziiert und tief empfundenes Misstrauen und Angst ausgelöst? Sind aber nicht viele andere Themen unserer Zeit weitaus beunruhigender als die Frage nach Sexualität oder Abtreibung?

Ja, 16000 junge Christen beunruhigen!

Sie werden ihres Glaubens an Jesus Christus wegen angefeindet und manche von ihnen gar als „Radikale“ bezeichnet und ausgegrenzt.

Das ist (für mich) das eigentliche Beunruhigende in unserer Gesellschaft. Christlicher Glaube stößt zunehmend auf Widerstand, wird als störend wahr genommen, gar als feindlich betrachtet, wird einer allgemeinen Kritik Preis gegeben und diese dabei nicht mehr (nur) an einzelnen Kritik würdigen Positionen festgemacht, sondern Christ sein und Glauben wird in unserer Gesellschaft generell und mit zunehmender Tendenz als unzeitgemäß und dem multikulturellen Mainstream abträglich, an den Pranger gestellt.

frisch – fromm – fröhlich – frei ???

JESUS bewegt …

NACHTRAG:

Gestern las ich im Bonhoeffer Brevier

Das gibt für diese Tage Verse aus dem 10. Kapitel des Matthäus-Evangelium an: 30. April- Verse 11- 15; 1. Mai – Vers 16 „Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. …“ ; 2. Mai – Verse 17-22; 3. Mai – Verse 26-33; 4. Mai -Verse 40 – 42 „Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf …“

Jesus bewegt

spiegeleien … 28. April, 2008

Posted by Rika in christsein und glauben.
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spieglein, spieglein in der hand, wer sind die schlimmsten im ganzen land?

es hätte mich auch wirklich sehr verwundert, wenn so kurz vor „christi himmelfahrt“ kein in typischer spiegelmanier geschriebener „artikel zum feiertag“ veröffentlicht worden wäre…

… ist es  doch mittlerweile guter brauch und nützliche tradition, dass die öffentlichkeit vor weihnachten, ostern, himmelfahrt und pfingsten von eifrigen redakteuren des spiegels über christlichen wahnsinn und irrwitz aufgeklärt und mitunter auch gewarnt wird vor allzu christlich anmutenden aktionen oder werltvorstellungen. da wird die bibel dann schon mal als kompletter blödsinn dargestellt, wahlweise gott als zornbebender rächer oder jesus als weintrinkender, homeerotischer wunderheiler beschrieben, wird dem papst unterstellt, heimlich mit der wiedereinführung der heiligen inqusition zu liebäugeln und die evangelischen kirchen müssen sich dieser tage als ganz unsoziale arbeitgeber rechtfertigen, die gar schlimmer sind als lidl und konsorten. doch vor allem muss man sich heutzutage vor den evangelikalen hüten, die wollen nämlich in deutschland missionieren auf teufel fahr aus und streben gar die weltherrschaft an.

nicht weniger gefährlich sind christliche fundamentalisten, verbieten diese doch sex vor der ehe und erlauben sex in der ehe nur zur zeugung von nachkommenschaft (müsste doch eigentlich den spiegelleuten gefallen, dass auch möglichst viele christliche kindelein gezeugt werden sollen, könnten die doch dermaleinst unsere renten sichern …), die bibel dient diesen menschen gleichermaßen als geschichts- und biologiebuch, auch die erdentwicklung läßt sich prima damit erklären (unsere sozialen und humanitären ideen leiten sich auch aus dem buch der bücher ab, aber das sagen die spiegelleute nicht so gerne!!!) und die rückwärtsgewandte familienpolitik frommer freikirchler – „das weib sei dem manne untertan“ – befördert unsere gesellschaft gleich zurück ins mittelalter …

(wo baptisten und ähnliche vom kirchlichen mainstream abweichende fromme, die ja schon immer umstürzlerisch gesinnt waren und sich auch mit einer geburt nicht zufrieden geben, sondern – nach umfassender spiegelrecherche – die wiedergeburt durch „frommes Engagement“ anstreben, wohl auf den inqusitorisch gesinnten papst treffen und damit vermutlich auf scheiterhaufen landen werden. hat man mit diesen frommen täufern jahrelang so gemacht!)

ein düsteres szenario, das der spiegel in seiner neuesten ausgabe in dem artikel „Aufschwung Jesu“ an die wand malt, ein ungenießbarer brei geradezu, der sich aus allen nur erdenklichen unverdaulichen bestandteilen von halbwissen und unklarheiten, bekannten vorurteilen und wiedergekauten unausgegorenem zusammensetzt …

und der in der zweifellos beängstigenden mitteilung gipfelt, die evangelikalen wollten einfluß auf die politik nehmen: „Denn längst reicht es den konservativ-evangelikalen Kreisen nicht mehr, ihre Gebetshäuser zu füllen. Nach amerikanischem Vorbild suchen sie Andockstellen im politischen Berlin, wollen Debatten um Themen wie Abtreibung und Familie mitbestimmen.“… (hört, hört, evangelikale nehmen ihre demokratischen rechte wahr, ist das nicht zum fürchten? da hält man es doch lieber mit den lobbyisten der tabakindustrie oder so …) …“Inzwischen gibt es konservative Gebetskreise auch mit Bundestagsabgeordneten.“

da packt mich doch das grausen … politiker beten…. am ende glauben die sogar noch an gott, anstatt an die soziale marktwirtschaft oder den segensreichen turboglobokapitalismus …

so gnade uns … ja wer denn eigentlich?