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Lapidare Meldung in 13 Zeilen … 5. Juli, 2008

Posted by Rika in islam.
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“Englands Chefrichter lobt die Scharia” ist eine 13-Zeilen Meldung auf der Titelseite der HAZ überschrieben.

“Grundsätze des islamischen Scharia-Rechtssystem sollten nach Ansicht des Obersten Richters von England und Wales auch in Großbritannien zur Beilegung von Streitigkeiten akzeptiert werden. Er sehe ‘keinen Grund dafür, dass die Scharia oder andere religiöse Regelsätze nicht Grundlage außergerichtlicher Einigungen’ sein könnten, sagte Lord Phillips. Der Chefrichter stellte sich damit hinter ähnliche Forderungen, mit denen das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche scharfen Protest ausgelöst hatte.” ( HAZ, 5. Juli 2008 )

“Religiöse Regelsätze als Grundlage außergerichtlicher Einigungen”

Zunächst klingt das ja ganz vernünftig. Die Gerichte sind permanent überlastet. Warum sollten die Kleinigkeiten des Alltags also nicht auf der “Grundlage religiöser Regelsätze” verhandelt werden können? Und was soll denn schlecht daran sein, dass zukünftig der Pastor, Rabbi, Hindu-Priester, der Schamane oder der Iman nach seinen jeweiligen “religiösen Regelsätzen” zu Werke geht, wenn es um Bagatellen geht wie Nachbarschaftsstreitigkeiten, kleine Betrügerein unter Freunden, Ehezwist, Schlägereien unter Familienangehörigen, Prügeleien unter Jugendlichen … und was weiß ich, was sonst noch bei den üblichen “Beilegungen von Streitigkeiten” eine Rolle spielen mag.

Aber geht es wirklich nur um harmlose Nickeligkeiten?

Das allgemein gültige Recht soll in Großbritannien in Zukunft ausgelagert und durch religiöse Vorschriften - je nach Basisreligion - ersetzt werden. Nun kenne ich die britischen Verhältnisse nicht gut genug, um mir ein Urteil darüber erlauben zu können. Ich kann mir aber gut vorstellen (und kenne es aus Beispielen hier in Deutschland), dass in christlichen / jüdischen Gemeinden immer schon Geistliche / Rabbiner versucht haben, Konflikte beizulegen, Streit zu schlichten, verfeindete Parteien miteinander zu versöhnen. Das ist nichts Ungewöhnliches und bedarf eigentlich keiner offiziellen “Belobigung” oder einer amtlichen Bestätigung. Es gehört meiner Ansicht nach zu den “Basics” religiösen christlichen / jüdischen Lebens. (Und sicher trifft das auch auf andere religiöse Gruppierungen zu, die ich nicht ausdrücklich nenne.) Für Streitigkeiten unter Nachbarn oder Freunden besteht (in Deutschland) außerdem die Möglichkeit, vor einem Schiedsmann oder einer Schiedsfrau den Konflikt beizulegen. (Mag sein, dass es diese Möglichkeit im britischen Rechtssystem so nicht gibt.)

Neu ist für mich im Zusammenhang mit “Streitschlichtung” aber die Terminologie “religiöse Regelsätze” oder, wie es in dem kurzen Bericht heißt die “Grundsätze des islamischen Scharia-Rechtssystems“.

Das Christentum hat im Laufe der Jahrhunderte natürlich auch das Rechtssystem in Europa beeinflusst und zu den jeweiligen Länder spezifischen Ausprägungen geführt. In nahezu allen mitteleuropäischen Ländern haben zudem die in der französischen Revolution entwickelten und unter Napoleon fortgeführten Rechtsvorstellungen ihren Niederschlag in der Rechtssprechung gefunden. Es bestand (bisher) keine Notwendigkeit, zusätzliche “religiöse Regelsätze” zur Grundlage außergerichtlicher Einigungen zu definieren oder anzunehmen.

Erst die große Einwanderung nicht “christlich-europäisch” sozialisierter Menschen machte deutlich, dass das, was für uns so selbstverständlich ist, für Menschen anderer Kulturen und religiöser Bindungen wenig oder gar keine “Grundlage” für Einigungen ist, ob nun gerichtlich oder nicht. “Unsere” Werte und Normen, die ja ihren Niederschlag finden in den Grundrechten wie im Gesetz sind nicht in jedem Fall kompatibel mit den “religiösen Regelsätzen” und Vorstellungen unserer neuen Mitbürger und Nachbarn. Für die Verunsicherung der an die “Grundsätze des islamischen Scharia-Rechtssystems” gewohnten und gebunden Menschen durch das westlich-christlich-demokratische Grundsatz-System habe ich volles Verständnis. Und sicher haben “wir” es versäumt, ihnen unser Rechtssystem ausreichend gut verständlich zu machen.

Verstörend finde ich aber die Vorstellung, dass durch die Anerkennung der Scharia als Grundlage zur “Beilegung von Streitigkeiten” ein paralleles Rechtssystem eingeführt wird und es beschäftigt mich der Gedanke, dass die Übergänge von “Beilegung von Streitigkeiten” zu “rechtskräftigen Urteilen” fließend sind und der Einfluss der Scharia auf die (auch deutsche) Rechtssprechung schleichend immer größer werden und sich so unser Rechtsverständnis wandeln wird, bis es sich mehr und mehr annähert an ein System, das “wir” heute - da wo es Anwendung findet - zutiefst Menschen verachtend empfinden.

Beugen wir uns nicht jetzt schon und trotz aller Forderung nach einer “Aufklärung des Islam” mehr und mehr einem archaischen System, das wir, wäre es “mittelalterlich- christlich” zu Recht mit aller Macht bekämpfen würden?

Und irgendwie passt dann auch dieser Bericht und dieser Beitrag ins Bild der “religiösen Regelsätze” …

Terror in Jerusalem … 2. Juli, 2008

Posted by Rika in aktuell, islam, israel.
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Spiegel online berichtet:

“Im Zentrum von Jerusalem hat ein Palästinenser mit einem Bulldozer einen vollbesetzten Bus gerammt und ist in eine Menschenmenge gerast. Mindestens vier Personen kamen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Eine weitgehend unbekannte Gruppe bekannte sich sich zu der Attacke. …”

Kann man sich hier bei uns überhaupt vorstellen was es heißt, mit Angst, Verdächtigungen, Misstrauen leben zu müssen?

Was es bedeutet in einem Land zu leben, in dem jederzeit “der Andere”, der mir begegnet hinterrücks und heimtückisch zum Attentäter, zum Mörder, zum “Heiligen Krieger” werden kann?

Ob als Selbstmordattentäter mit dem Bombengürtel unterwegs, als Messerstecher oder Gewehrschütze oder wie jetzt als Bulldozerfahrer, man sieht es ihnen nicht an, ihr Tot bringendes Vorhaben.

Aber wenn Israel die Grenzen schließt und palästinensische Arbeiter vorübergehend nicht ins Land lässt, weil berechtigte Bedenken bestehen und Erkenntnisse einen Anschlag vermuten lassen oder wieder und wieder Raketen vom Gazastreifen aus auf israelische Städte und Dörfer abgefeuert werden, schreien hier in Deutschland die “Friedliebenden” und auf “Ausgleich” (zugunsten der Palästinenser , natürlich) bedachten “Nahostexperten” auf in heller Empörung: “Israel unterdrückt Palästinenser!” Und wie schnell ist man bereit, übelste Vergleiche anzuführen, Israel als die “modernen Nazis” zu bezeichnen und einen “Holocaust an dem palästinensischen Volk” zu unterstellen!

Und wenn jetzt wieder die Freudenfeiern stattfinden in den palästinensischen Städten und Ortschaften über diesen erfolgreichen Angriff auf das “zionistische Gebilde” (wie ja die übliche Sprachregelung ist), regen sich dann die gleichen friedliebenden Experten auch auf - über das schamlose und unsägliche Verhalten von Mördern und ihren Komplizen, ihren Mitwissern und Helfern, ihren Befürwortern und Unterstützern und den Geldgebern: den arabischen Brüdern im “Nahen Osten” ebenso wie dem Herrn des Iran, Ahmadinedschad oder den Finanzministern der Europäischen Union, die gerade mal eben wieder mehr als 150 Millionen Euro locker gemacht haben, um das “Terrorgebilde Palästina” am Leben zu erhalten?

“Die Mauer muss weg” brüllen sie, die den Frieden lieben und meinen, solidarisch sein zu müssen, weil ja auch hier einmal eine Mauer stand, die ein Volk teilte. Aber Mauer und Zaun zwischen Israel und dem Westjordanland teilen nicht ein Volk, das zusammengehört. Sie schützen das eine Volk vor dem anderen … die Menschen, die einfach nur in Frieden leben und arbeiten wollen vor denjenigen, die nichts und niemander mehr hassen, als ihre jüdischen Nachbarn … und wie löcherig dieser Schutz trotz allem ist, zeigt ein arabischer Bulldozerfahrer, der in Jerusalem auf einer Baustelle arbeitete, dem man trotz seiner Lebensumstände vertraute - bis er zum Mörder wurde.

Y-net

NACHTRAG:

siehe dazu auch Lilas Anmerkungen.

ISRAEL … und die Nachbarn 9. Mai, 2008

Posted by Rika in islam, israel.
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Die Nachbarn im Norden Israels, die Menschen im Libanon, kommen nicht zur Ruhe. Aus willkommenem Anlass greift die Hisbollah die Regierung selbst an. Willkommen deshalb, weil die Hisbollah schon lange den offenen Kampf um die Macht im Libanon sucht und nun einen “guten” Grund gefunden hat.

Über die Konsequenzen und möglichen Folgen für Israel macht sich Eisvogel Gedanken.

hagalil und die meinungsfreiheit … 14. April, 2008

Posted by Rika in islam.
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ich sollte nicht so pauschal “hagalil” schreiben, denn im redaktionellen teil von hagalil geht es doch weitgehend ausgewogen und korrekt zu. anders verhält es sich im forum hagalils … aber vielleicht sollte ich das jetzt nicht so eng sehen und schon gar nicht so schreiben, denn schließlich geht es in dem thread “islamische gelehrte” um die würde und die unantastbarkeit einer religion … und es ist doch sehr ehrenhaft, dass man den islam mit allen mitteln gegen alle leute, die nicht mit dem islam konform gehen unanständigen angreifer verteidigt, finde ich! und natürlich darf dann der admin einen geschriebenen beitrag dergestalt zensieren, dass er sinnentstellend den text verkürzt, inkriminierende worte stehen läßt, die quelle dieser worte jedoch löscht! … und natürlich darf er auch den link zum thread für den unbotmäßigen user und den user selbst entsprechend sperren!

er darf das!

ja wirklich!

das ist meinungsfreiheit!

NACHTRAG AM 16.April 2008, 19.40h:

inzwischen ist die sperre aufgehoben und es ist mir wieder möglich, das forum von hier aus zu erreichen.

aber kommentieren kann ich doch noch nicht wieder! ich bin sozusagen eine stumme zeugin … ;-)

“ungehaltene reden … 4. April, 2008

Posted by Rika in islam, vermischtes.
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ungehaltener frauen” lautet der untertitel des buches Christine Brückners, “Wenn du geredet hättest, Desdemona” , das mich vor jahren zu der frage inspirierte, ob die welt sich anders gedreht hätte, wenn…!

heute stieß ich im redaktionellen teil von hagalil wiederum auf eine ungehaltene rede, die zu einem brisanten thema stellung nimmt. moishe hat sie - nach eigener auskunft - nicht gehalten. aber das auf eine sehr eindrucksvolle weise.

“Liebe Muslime”, beginnt moishe seine ungehaltene rede … er wendet sich an sie, aber gleichzeitig und eher an uns, die wir so gut gelernt haben, zum menschheitsversteher schlechthin zu werden und genau zu wissen, was sich politisch, moralisch und sowieso schickt und was nicht, probleme klein zu reden oder besser gar nicht erst wahr zu nehmen und an uns, die wir uns eingerichtet haben in diesem ganz anderen deutschland der gutmenschen …

… in dem doch jede form der kritischen auseinandersetzung mit anderer leuts ansichten nichts als stören würde und wenn überhaupt am besten mit anne oder maybrit zu bereden wäre und die uns vermutlich darüberhinaus einen imensen imageschaden einbringen würde… las ich doch erst heute, dass wir bei einer bbc-umfrage weltmeister der herzen geworden sind.

na so was!

aber was der moishe da sagt … da sollten wir drüber reden

und auch darüber, dass die bbc-umfrage ergab, dass ausgerechnet die befragten des landes aus dem die meisten zu- und einwanderer der letzten jahre nach deutschland kamen deutschland ein schlechtes image bescheinigen …

muslimische kita hannover II … 3. April, 2008

Posted by Rika in islam, migration.
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 nicht ohne sarkasmus will ich zum thema “muslimische kita” nachtragen und / oder ergänzen:

nachdem die haz in der vergangenen woche vor allem einen “wunschzettel an den weihnachtsmann” für die irritationen muslimischer eltern im umgang mit mitteleuropäischem mehrheitskulturgut in nichtreligiösen kitas verantwortlich machte, wird in dem heutigen bericht der haz, der online nicht einsehbar ist, nun eine (die gleiche?) mutter zitiert, die eine muslimische kita für notwendig erachtet, denn “ihre Kinder lernten bisher im Kindergarten, dass Jesus der Sohn Gottes sei. Das widerspreche dem muslimischen Glauben.”!

und da das ja ganz zweifelsohne so ist und Jesus laut koran zwar ein großer prophet, mitnichten aber der “Sohn Gottes” ist, sind die besorgnisse der muslimischen eltern absolut verständlich. jetzt also nicht mehr der weihnachtsmann, sondern die ernst zu nehmende klage, die eigenen (muslimischen) religiösen bedürfnisse fänden in den (öffentlichen?) kitas nicht ausreichende berücksichtigung, sondern im gegenteil, muslimische kinder lernten, dass Jesus Gottes Sohn sei. wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass Jesus zum thema in öffentlichen kitas wird … ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass meine kinder je darüber berichtet hätten! die strikte trennung von kirche und staat in diesem land sollte im gegenteil sogar dafür sorgen und eigentlich hinreichend garantie dafür sein, dass in öffentlichen kitas keine, wie auch immer geartete, religiöse beeiflussung stattfindet - sieht man mal von den osterhasen und nikoläusen ab, die ich für (hinnehmbares) brauchtum halte, zu dem es aber durchaus kritische stimmen gibt - nicht ohne berechtigung, wie schoschana in ihrem kommentar klar macht.

in konfessionellen, christlich ausgerichteten kindergärten erwarte ich jedoch den kindgerechten umgang mit den zentralen aussagen der bibel - und dazu gehören nun mal die erzählungen über Jesus! ich kann mir zwar vorstellen, dass auch in einem christlichen kindergarten in angemesser form über juden und muslime, ihren jeweiligen glauben und religiöse praxis gesprochen wird, aber sicher nicht so, wie es den jeweiligen bedürfnissen jüdischer oder muslimischer kinder entspräche, sollten sie tatsächlich einen christlichen kindergarten besuchen.

wobei die frage erlaubt ist, ob kinder im kindergartenalter schon ein “religiöses bedürfnis” haben oder dies nicht vielmehr durch das vorbild von eltern und erziehern erst entwickelt und gefördert wird. und natürlich muss es auch erlaubt - wenn nicht gar geboten - sein darauf zu achten, dass kinder nicht einseitig indoktriniert und manipuliert werden … (aber SOLCHES passiert bei uns ja ganz sicher nicht … ?)

das hätte die haz in ihrem ersten bericht klarer und deutlicher benennen können, statt mit der vermeintlichen oder tatsächlichen angst vor dem einfluß des weihnachtsmanns zu argumentieren…

die muslimische kita könnte bereits ab august ihre arbeit aufnehmen - sofern die notwendigen anträge rechtzeitig gestellt werden, schreibt die haz.

na denn …

nur der vollständigkeit halber: ich lehne jede form der indoktrination ab!

muslimische kita hannover I - oder: ist der weihnachtsmann eine bedrohung für muslimische kinder …? 29. März, 2008

Posted by Rika in islam, migration.
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nun also der weihnachtsmann!

gemeinsamer sportunterricht, klassenfahrten und schulveranstaltungen gefährden ja schon seit jahren die muslimischen schüler an öffentlichen schulen! leider nehmen aber die wenigsten schulen aussreichend rücksicht, sieht man mal von einem bekannten hannoverschen gymnasium ab, das deshalb schon lange keine klassenfahrten mehr für klassen mit einem 50-prozentigem anteil muslimischer schüler veranstaltet - man will ja die muslimischen eltern nicht unnötig in angst und sorgen stürzen und die nichtmuslimischen schüler werden doch wohl leicht aus religiöser toleranz auf eine klassenfahrt verzichten können…!

heute nun ist in der haz zu lesen, dass die “Islamische Gemeinschaft Jama’at un-Nur” einen muslimischen kindergarten einrichten will - “in dem aber deutsch gesprochen werden soll”. dem hannoverschen oberbürgermeister stephan weil, der sich vorgenommen hat, alle 21 hannoverschen moscheen zu besuchen und so zum gegenseitigen verständnis beizutragen, ist das dem zeitungsbericht zufolge allerdings nicht so ganz recht, meint er doch - mit dem verweis auf das neu gegründete türkische gymnasium in hannover-, dass dies ein zeichen für misslungene integration sei. doch solche argumente finden bei den besorgten muslimischen eltern gar kein gehör, vielmehr kämpfen sie vehement für ihre belange. die haz zitiert eine türkische mutter, frau Ayhan Sönmez, die beklagt, in den kindergärten müssten die kinder einen wunschzettel an den weihnachtsmann schreiben, und da dieser in der arabischen welt gänzlich unbekannt sei, stelle das doch eine große verunsicherung für die muslimischen eltern dar. frau sönmez meint, muslimische eltern fühlten sich in ihrer religion (deshalb?) nicht ernst genommen. ***

so kann es gehen. der weihnachtsmann als unruhestifter in öffentlichen kindergärten. wer hätte das gedacht?

nun bin auch ich nicht gerade eine glühende verehrerin des weihnachtsmann oder eine bekennende verfechterin weihnachtlichen brauchtums, aber habe ich deshalb je nach einer weihnachtsmannfreien kita gerufen oder mich in meiner persönlich weihnachtsmannfreien christlichen religionsausübung gehindert gefühlt?

ich meine, wegen des weihnachtsmannes muss man doch nun wirklich keine muslimische kita eröffnen - aber vielleicht wegen frühkindlicher unterweisung in islamischen denk-und glaubensinhalten. nur sollte man das dann auch so benennen und nicht den weihnachtsmann zum schwarzen peter machen - das hat er nun wirklich nicht verdient!

ODER?

***

NACHTRAG

mich hingegen verunsichert, dass eine andere figur aus dem den christlichen traditionen zuzurechnenden brauchtum, die hierzulande für die ostereier zuständig ist, muslimischen kindern das töten der juden nahebringt …

und ohne jeden sarkasmus frage ich mich, ob vielleicht muslimische kitas notwendig sind, damit kinder, die zu hause via satellitenfernsehen islamkonform unterwiesen werden, durch islamische erzieherinnen in dieser sicht der welt bestätigt werden. der kontakt mit nicht muslimischen erziehungsmethoden und inhalten könnte ja ganz schlimme folgen für die lieben kleinen haben…

(übersetzung der islamkonformen erziehung fatimas hier)

ach ja, und während sich alle welt über diesen film aus holland aufregt, habe ich zu den kulturbereichernden kinderfilmen arabischer sender nicht annähernd so empörte äußerungen wichtiger politiker gehört oder gelesen, aber das sind ja auch nur kinderfilmchen, nicht wahr? reine phantasieprodukte, während herr wilders es wagt, tatsächliches geschehen mit versen des korans zu unterlegen, ganz üble methoden der meinungsbildung - und ich werde vermutlich für islamophob gehalten, weil ich meine gedanken einfach mal so ins blaue hinein schreibe.

glaubt hier jemand an den weihnachtsmann?

null bock auf kirche, aber mit … 8. Oktober, 2007

Posted by Rika in christsein und glauben, islam.
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… wehendem kopftuch in die moschee!

über den “seltsamen Erfolg von Pierre Vogel und anderen Predigern eines radikalen deutschen Islam” wundert sich Julia Gerlach in einem beitrag der zeit.

durch theologisch war ich auf den text aufmerksam geworden. der letzte satz des einleitenden kommentars ließ eine menge assoziationen, gedanken und erinnerungen in mir wach werden, die ich aus meiner ganz persönlichen perspektive berichten will
ich bin in einer (zahlenmäßig kleinen) freikirche aufgewachsen, wie schon meine eltern und großeltern. mir war schon als kind bewußt, dass wir “anders” glaubten als die leute, die in die kirchen mit den hohen türmen und dem schönen glockengeläut gingen. unser lebensstil, das merkten schon wir kinder, unterschied sich von dem der meisten um uns herum wohnenden christen - katholiken wie protestanten. und schon in den ersten klassen der grundschule mussten wir ungetauften “heidenkinder” - als solche wurde ich oft genug von lehrern wie mitschülern bezeichnet - unser christsein und unseren glauben verteidigen und uns gegen die anschuldigung wehren, sektierer zu sein.

mein christsein war nicht “einfach”, es war neben dem tief empfundenen glauben immer auch an moralische werte und normen gebunden. wie oft bekam ich zu hören “als christ macht man dies nicht und das nicht. man geht weder ins kino, noch zum tanzen. zirkus und kirmes ist nun überhaupt nicht der geeignete ort für christen, und wer Jesus liebt, richtet sich auch danach.”   das war manchmal schwer.  aber ich hatte nie den eindruck oder das gefühl, dass meine eltern mir dinge um des verbotes willen verbaten! vor allem mit meinem vater konnte ich von klein auf über alles sehr offen reden und später auch heftig diskutieren, ob es nun um bibeltexte oder um daraus abgeleitete ver- oder gebote ging, um fragen der evolutionstheorie oder sexualität, um sozialpolitik oder sonstige, auf die bibel bezug nehmende fragen des zusammenlebens. es gab nie nur ein: “du darfst nicht” oder “du sollst”, meine eltern gaben mir immer auch die (geistliche) erklärung für ihr verhalten und warben so auch um verständnis für eine angeordnete regel.

so habe ich, denke ich heute, nicht in erster linie “regelgerechtes christsein” kennengelernt, sondern “wesenhaftes” geistlich-christliches leben. wenn heute teenager armbänder tragen mit der aufschrift “wwjd” - what would jesus do?, findet sich darin etwas von dem erziehungsstil und geistlicher entwicklung wieder, die ich als heranwachsende erlebt habe. das ganze leben war ausgerichtet auf die frage nach Gott. aber nicht das sture festhalten an regeln, nicht das buchstabengetreue klammern an biblische worte war und ist gefragt, sondern die geistige auseinandersetzung mit dem, was die bibel lehrt. was würde jesus (heute) tun, bedeutet, dass ich mich den gegenwärtigen anforderunges des lebens an mich auf der basis der bibel stelle.

als jugendliche habe ich eine zeitlang der jugendorganisation der sogenannten “rufer-bewegung” angehört, die von uns einen sehr verbindlichen lebensstil forderte - tägliche “stille zeit” mit bibellesen und gebet, regelmäßige Gottesdienstbesuche, teilnahme an evangelistischen einsätzen, einen christus-gemäßen lebensstil. in dieser phase war ich neben den geistlichen fragen stark an sozialpolitischen fragestellungen interessiert, die jusos waren für mich die gruppe, mit denen ich mich am ehesten identifizieren konnte.

je mehr ich mich mit der bibel beschäftigte und mit anderen jungen leuten aus anderen christlichen gemeinschaften darüber redete, desto mehr öffnete sich mir der blick für “die anderen”, für andere denkansätze, für theologische themen und autoren. ich fing an, mich besonders mit dorothee sölle zu beschäftigen - zunächst noch sehr zögernd, stellte ihre “theologie” doch viele meiner bisherigen geistlichen erfahrungen und erkenntnisse in einen völlig neuen und nicht unbedingt “frommen” zusammenhang.

so lernte ich, was es bedeutet, dass Gott uns einen wachen geist und klaren verstand gegeben hat und die freiheit, beides zu gebrauchen.

dass Gott seinem volk israel durch mose sagen läßt: “Siehe, ich lege euch heute Segen und Fluch vor: den Segen, wenn ihr den Geboten des HERRN, eures Gottes, gehorcht, die ich euch heute gebiete …” 5. mose 11, 26/27 macht diese “freiheit im angesicht Gottes” deutlich. er, der HERR, kann zwar absoluten gehorsam erwarten, aber die menschen haben gleichwohl einen spielraum, sich an Gott auszurichten oder nicht. es liegt in ihrer entscheidung. ich bin frei, diese entscheidung täglich neu zu treffen. doch mit dieser freiheit ist gleichzeitig die verantwortung für mein tun verbunden. niemand außer mir selbst ist für mein tun verantwortlich. und keinem anderen als Gott selbst bin ich verantwortlich für mein tun, nicht der kirche, nicht dem papst, keinem theologen und auch keinem noch so guten dogmatischen ansatz. Gott allein.

in dieser weise verstehe ich mein christsein bis heute. ich richte mich an Gott aus, an Jesus Christus, der uns zusagt: “dir sind deine sünden vergeben.” das, was ich nicht leisten kann, woran ich immer wieder scheitere, wird mir nicht zum verhängnis, zum ewigen gericht, weil ER selbst für mich eintritt. in diese erfahrung und erkenntnis eingeschlossen sind phasen des zweifelns, der maßlosen kritik an christentum, bibel, gott selbst, hadern mit meiner gemeinde und mit dem leben schlechthin … auch das beinhaltet diese “freiheit im angesicht Gottes”. und auch das erlebe ich bis heute: das fundament meines glaubens ist tragfähig, es hält(allen) stürmen und belastungen stand, ich finde ruhe und geborgenheit bei Gott.

was hat das aber mit dem oben verlinkten text zu tun?

zwei / drei gedanken bewegen mich:

im rückblick auf meine kindheit und jugendzeit fällt auf: ich hatte immer im elternhaus, in der gemeinde und in den jugengruppen ansprechpartner, mit denen ich über alle fragen des glaubens und des lebens offen reden konnte, über meine zweifel und kritik ebenso, wie über sorgen, befürchtungen oder gar utopische theorien. in der gemeinde galten zwar mehr oder weniger enge grundsätze, gleichwohl vermittelte sie aber auch ein starkes “wir-gefühl” und geborgenheit. der glaube gab und gibt trotz aller kritischen auseinandersetzungen orientierung, maßstab und struktur für die bewältigung des alltags und des geistlichen lebens.

in meinem heutigen beruf erlebe ich zunehmend orientierungslose und emotional verwahrloste kinder und jugendliche, denen jegliche struktur und hilfreiche ordnung im leben und für ihr leben fehlen. die gesellschaft bietet immer weniger halt und orientierung an, kinder und jugendliche sind im gegenteil einem überangebot an konsum und lifstyle- angeboten ausgesetzt, das aber wenig geeignet ist, geborgenheit und halt zu vermitteln oder eine perspektive für das eigene leben im zeitalter der (nur scheinbar) unbegrenzten möglichkeiten entwickeln zu können.

die amtskirchen erleiden schon seit jahren einen autoritäts- und glaubwürdigkeitsverlust, der zudem mit akribischer intensität von vielen medien durch kritische berichterstattung und die infragestellung göttlichen seins stetig weiter betrieben und gefördert wird. wer heute noch nach christlichen maßstäben lebt, wird meistens als dummerjan oder hinterwäldler dargestellt.

kirchliche rituale dienen nicht mehr dem geistlichen leben, sondern werden eher als show und entertainment uminterpretiert.

christlicher glaube und christliches leben heute ist scheinbar zum nulltarif zu haben, ist fad geworden und damit auch nichts wert. es kostet nichts - außer der kirchensteuer - mitglied einer kirche zu sein.

und wo doch christlicher glaube konsequent gelebt wird und auch in einem entsprechenden lebensstil deutlich wird, schreien die medien von “fundamentalisten”, die die errungenschaften des abendlandes bedrohen, die den kreationismus einführen wollen und darwin verteufeln, die sex vor der ehe beklagen und gegen abtreibung sind.

nein, christen, die als christen leben haben in unserer gesellschaft einfach gar keinen rückhalt mehr. sie gelten als prüde und rückständig, als fortschrittsfeindlich und lebensfremd, als bibeltreue spinner, die darüberhinaus gerne des radikalismus verdächtigt werden und so in die nähe gewalttätiger religiöser eiferer gerückt werden.

umso mehr könnte es mich verwundern, dass junge menschen sich einer religion zuwenden, die sehr viel rigoroser in ihren regeln und einschränkungen ist, als das christentum je war.

aber es sind genau diese einfachen angebote, mit klaren strukturen und deutlichen regeln und ebenso deutlichen abgrenzungen zwischen den “gläubigen” und den anderen, die halt und orientierung bieten.

auf der säkularen ebene sind es die rechten und extrem linken politischen gruppierungen, die ähnliche funktionen erfüllen und damit ebenfalls halt suchende menschen anziehen.

(vermutlich läßt sich das auch ganz prima durch soziologische, psychologische und religionswissenschaftliche theorien untermauern und durch studien belegen. darüber können aber andere leute schreiben. )

nein, seltsam ist der erfolg pierre vogels und seiner gesinnungsgenossen ganz und gar nicht.

seltsam ist eine gesellschaft, die ihre kinder und jugendlichen im regen stehen läßt und die ihre eigenen christlichen fundamente zum teufel geschickt hat.

emma und alice … 7. Oktober, 2007

Posted by Rika in islam, nachrichten & meine meinung.
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ich weiß es nicht mehr so genau, wann ich die erste “emma” kaufte,

aber es war wohl eine der ersten ausgaben überhaupt. ich legte sie damals demonstrativ und gut sichtbar auf meinen platz am lehrertisch … welch mutige tat! hatte ich mir doch von meinem damaligen schulrat die empfehlung anhören müssen, mich meiner “wahren werte als frau und mutter” zu besinnen und ihnen gerecht zu werden. das pädagogische thema bei meiner zweiten lehrerprüfung (1975!) war “emanzipation” gewesen, und der schulrat, ein schon älterer herr, meinte wohl, mich auf den rechten weg zurückbringen zu müssen. ich muss leise lächeln, wenn ich daran denke, denn damals hätte ich mir niemals träumen lassen, einmal vier kinder zu haben und ein durch und durch bürgerliches leben zu führen!

“emma” begleitete mich viele jahre. irgendwann aber hörte ich auf, sie regelmäßig zu lesen, auch fand ich, dass alice schwarzer nicht zu allem und jedem ihren kommentar abgeben müsse. emma und alice als programm hatten sich (für mich) irgendwie abgenutzt.

in letzter zeit höre und lese ich wieder mit größerer anteilnahme das, was alice und emma thematisieren. und ich merke mit zunehmender aufmerksamkeit, dass keines der “alten themen” seine brisanz, aktualität und notwendigkeit verloren hat, im gegenteil, sie sind herausfordernd wie eh und je und für viele gruppen unserer multikultigesellschaft anstößig und unbequem.

ich beobachte, dass viele freiheiten (nicht nur) junger frauen von heute wieder auf den prüfstand gestellt werden von menschen, denen diese freiheiten ein dorn im auge sind und es ist eine bittere erkenntnis, dass wir nicht aufhören können, für “emanzipation” einzustehen, sie einzufordern und ihr geltung zu verschaffen.

ein chinesisches sprichwort sagt: lernen ist wie rudern gegen den strom, wenn du aufhörst, fließt du zurück.

das, dieses “nicht aufhören dürfen”, gilt nicht nur für das lernen. es gilt für viele bereiche unseres sozialen miteinander, wir dürfen nicht aufhören, für unsere rechte einzutreten. es gilt für uns frauen, es gilt für unser demokratieverständnis, es gilt für soziale gerechtigkeit … und … und… und!

und es gilt in ganz besonderer weise für unser selbstverständnis von einer modernen, westlichen gesellschaft, die sich ihrer vergangenheit bewußt ist, ihrer tradition ebenso wie ihrer brüche, ihrer historischen und religiösen entwickelung ebenso, wie ihrer verantwortung für die zukunft.

alice und emma sind noch lange nicht obsolet und deshalb verlinke ich hier ein interview mit alice schwarzer, das ich hier entdeckt und gelesen habe.

er scheint verrückt … 5. Oktober, 2007

Posted by Rika in islam, israel, nachrichten & meine meinung.
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… aber ER ist nicht verrückt!

wie sollte man es anders betrachten, heute, 62 jahre nach dem ende des zweiten weltkrieges, der, vom hitler-regime angezettelt und mit perfider gründlichkeit betrieben, nicht nur millionen von toten soldaten und zivilisten zur folge hatte, sondern auch einen schrecken offfenbarte, wie ihn die welt zuvor noch nicht gesehen hatte.

6 millionen juden umgebracht, ausgerottet!

und nun geht dieser mensch daher und stellt das in frage!

hohnlächelnd, schmähend und triumphierend, in der sicheren gewissheit, dass man ihn trotz und wegen seiner ungeheuerlichen aussagen nicht zur rechenschaft ziehen wird.

ahmadinedschad hat die stirn, zum wiederholten mal zu fordern, israel von der landkarte zu streichen. er stellt sich öffentlich hin und leugnet die shoah.

sicher, am al-kuds-tag muss er seinen leuten schon etwas bieten: hasstiraden gegen israel, drohungen und schmähungen. aber wir sollten uns nicht täuschen lassen, dieser mann meint das vollkommen ernst! kaum jemand, der damals “mein kampf” gelesen hatte, glaubte, dass hitler seine ideen tatsächlich umsetzen würde. er wurde als utopist einfach nicht ernst genommen von denen, die seinen machtzuwachs hätten verhindern können.

und heute?

es wird abgewiegelt, verharmlost, dementiert, “richtig” gestellt von leuten, die lieber die augen vor der wirklichkeit verschließen und im übrigen denken, dass der iran weit genug entfernt ist …

und “wir” ja nicht gemeint sind … und solange es “nur” israel betrifft …

… können wir doch ganz in ruhe weiter handel treiben mit dem iran und dem frieden trauen, denn, wie heißt es so schön, “islam ist frieden”!