Pessach… 18. April, 2011
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Heute beginnt PESSACH mit dem Sederabend.
Ich wünsche allen jüdischen Leserinnen und Lesern
P E S S A C H S A M E A C H V E K A S C H E R
Für alle Interessierte in diesem Jahr ein Hinweis auf die “Jüdische Allgemeine” mit ihrem Beitrag zu Pessach und auf eine jüdische Info-Seite die viele Informationen zum Judentum und natürlich auch Pessach bietet.

“Nicht „Islamophobie“ ist der Antisemitismus von heute” 28. Dezember, 2010
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schreibt Richard Herzinger in einem bemerkenswerten Beitrag mit dem Titel:
“Europa lässt sich von Judenhassern täuschen” bei Welt Online.
Bemerkenswert ist dieser Beitrag deshalb, weil ein Artikel, der sich mit diesem Thema beschäftigt a) überhaupt publiziert wird und b) in seltener Offenheit ein Phänomen anspricht, das alle diejenigen auf die Straßen und Plätze treiben müsste, die riesengroße Schilder, wie “Wehret den Anfängen” oder “Das darf sich niemals wiederholen” vor sich hertragen, an den entsprechenden Gedenktagen die von Betroffenheit triefenden Reden halten und sich gern mit großen Kränzen an den Mahnmalen ablichten lassen, geläuterte Deutsche und gute Demokraten allesamt.
Die Berichte aus den Niederlanden, wo sich Juden, die – etwa weil sie eine Kippa tragen –, als solche zu erkennen sind, in der Metropole Amsterdam kaum noch auf die Straße trauen und jüdische Gottesdienste zum Teil nicht mehr in der Synagoge, sondern in unauffälligeren Privathäusern abgehalten werden, um Angriffen arabisch- und türkischstämmiger Jugendlicher zu entgehen, haben es auf keine Titelseite einer deutschen Zeitung und nicht unter die Topmeldungen der
Unsere Politiker und Medienleute stellen sich mutig an die Seite der neuen, vom “neuen Antismitismus” betroffenen Opfer und distanzieren sich lauthals und öffentlichkeitswirksam von Islamkritikern, die sie gerne in die Ecke der Rassisten und Islamophoben stellen, ohne genauer zu beschreiben, was und wen sie konkret damit eigentlich meinen.
Geflissentlich übersehen die Schützer der “neuen Opfer” die Tatsache, dass die “neuen Opfer” gewaltsam gegen die “alten Opfer” des Antisemitismus vorgehen. Gegen die, meiner Meinung nach, einzigen Opfer eines latent immer schon vorhandenen und nun neuerlich und virulent aufblühenden Antisemitismus in Deutschland und Europa.
An den jüdischen Bürgern europäischer Länder reagieren junge Muslime ihre Gewaltphantasien gegen den verhassten „Zionismus“ ab, die von arabischer, türkischer und iranischer Propaganda oder Satellitensender oder durch islamistische Propagandisten vor Ort verstärkt werden. Der „traditionelle“ rechtsextreme Antisemitismus, der als Bodensatz in ganz Europa präsent, durch seine unmittelbare Nähe zum Nationalsozialismus jedoch gesellschaftlich verpönt ist, hat damit einen unverhofften Zuwachs erfahren.
Antisemitismus richtete sich damals und richtet sich heute wieder ausschließlich gegen JUDEN.
Antijüdischen Aggressionen geben sich heute mit dem Vorwand, auf der Seite vermeintlich hilfloser Opfer des „Zionismus“ zu stehen, einen Tarnanstrich, von dem sich große Teile der europäischen Öffentlichkeit offenbar nur zu gerne täuschen lassen. Dass sich „antizionistische“ Judenhasser gerade in skandinavischen Ländern wie Schweden und Norwegen ermutigt fühlen, ist kein Zufall.
Wer aufmerksam “unsere” Zeitungen und dort vor allem die Kommentare sowohl der Journalisten als auch der Leser liest, muss aber einsehen, dass in Deutschland ähnliche Tendenzen zunehmend Gewicht bekommen, wie sie in den skandinavischen Ländern schon seit Längerem vorherrschen:
Die Dämonisierung Israels zum Alleinschuldigen am Nahostkonflikt ist seit vielen Jahren gerade dort bis zu den höchsten Ebenen der Politik gang und gäbe. Doch selbst noch, als bekannt wurde, dass Lehrer in norwegischen Schulen aus Angst vor den Aggressionen muslimischer Schüler bereits darauf verzichten, im Unterricht den Holocaust anzusprechen, bestritt Norwegens Bildungsministerin kategorisch jeden Zusammenhang zwischen „Israelkritik“ und Antisemitismus.
Wer daher heutzutage behauptet, Türken und Muslime seien Opfer antisemitischer Ideen und Handlungen, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, den Holocaust zu relativieren, wenn nicht gar zu negieren.
Dabei müsste inzwischen jedem verantwortlichen europäischen Politiker aufgefallen sein, dass die rituelle Anprangerung Israels zum Einfallstor für die Gewöhnung an einen auf Vernichtung abzielenden Judenhass geworden ist. Schon einmal, im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts, verdichtete sich im Antisemitismus wie in einem Brennglas all jene antimodernen, antidemokratischen und antiemanzipatorischen Ressentiments, die Europa schließlich in die Selbstzerstörung trieben.
Fremdenfeindlichkeit, ja, Fremdenhass mit Antisemitismus gleichzusetzen ist – wenn ich Richard Herzinger richtig verstehe – nicht nur absolut unzulässig, auch wenn es viele “erlauchte akademische Geister” gibt, die genau das suggerieren, es ist das Spiel mit einem gefährlichen Feuer, in dem in letzter Konsequenz unsere Freiheit untergehen wird:
Der Antisemitismus aber reicht weit über diese Art von Aversion gegen „das Andere“ hinaus. Er ist eine projektive Verschwörungstheorie über geheime Drahtzieher, die für alles Unglück dieser Welt verantwortlich gemacht werden – und er lässt nicht dadurch nach, dass auf dem gesamten Planeten gerade einmal 14 Millionen Juden übrig geblieben sind. Denn als Antithese zum Aufbruch in die weltliche Moderne, der einst von Europa ausging, nagt er weiter am Kern europäischer aufklärerischer Identität. Nicht „Islamophobie“ ist der Antisemitismus des 21. Jahrhunderts, sondern – der Antisemitismus.
Hervorhebung von mir.
Es mag sarkastisch sein und entsetzlich zynisch klingen, aber es ist eher meiner Ohnmacht geschuldet, wenn ich sage: Wenn wir uns schon nicht der Juden und ihrer sicheren Existenz hier und überall auf der Welt wegen gegen den neuen, alten Antisemitismus zur Wehr setzen, sollten wir es doch wenigstens um unser aller Wohl und Wehe wegen tun.
Jetzt erst recht!!! 31. Oktober, 2010
Posted by Rika in islam, israel, judentum.Tags: islam, israel, judentum, Terrorismus
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Jetzt erst recht, der Besuch des Ministers in Israel!
Gerade weil die gegenwärtige Bedrohungslage explizit gegen jüdische Einrichtungen gerichtet ist, wäre es doch sinnvoll zu sagen:
Wir lassen uns von euch nicht terrorisieren und schon gar nicht mit Drohungen einschüchtern!
Wenn ihr meint, gegen jüdische Einrichtungen mit Bomben vorgehen zu müssen, zeigen wir unsere Solidarität mit jüdischen Einrichtungen und am besten geht das mit der weltweit größten jüdischen Einrichtung, dem jüdischen Staat ISRAEL !
Aber der Innenminister hat anders entschieden. Er will wohl an vorderster Stelle der Bedrohungsfront bleiben – in Deutschland – und seine ihm anvertrauten deutschen Untertanen schützen.
Ehrenwert, ganz ehrenwert, oh, ja!
Denn dass der Herr Minister ein bisschen bange ist, ausgerechnet jetzt ein Flugzeug zu besteigen, wollen wir doch nicht annehmen und auch nicht, dass die islamischen Terroristen ihm den ministeriellen Schneid abgekauft und der gute Herr de Maizière in vorauseilendem Gehorsam seinen Besuch bei den israelischen Freunden abgesagt hat, damit er nicht, wie der Herr der Finsternis neulich drohend ankündigte, mitsamt den israelischen Freunden den Weg zu Hölle antreten muss….
“Der Boden ist vorbereitet, damit das zionistische Regime bald zur Hölle fährt, und jedes Land, das dieses Regime unterstützt, wird es auf dem Weg in die Hölle begleiten”,
Das waren doch die Worte, die Ahmadinedschad an Israel und dessen Verbündete richtete.
Und dass es ganz offensichtlich Menschen auf dieser Welt gibt, die den Präsidenten des Iran bei seinem Vorhaben der Judenvernichtung unterstützen, wissen wir – und der Minister wohl auch - ja nicht erst seit den vereitelten Anschlägen in diesen Tagen!
Terror, der sich gegen Israel richtet, gibt es schon seit der Gründung des Staates Israel. Viele Menschen in Deutschland haben sich allerdings die Lesart zu eigen gemacht, der Terror sei die Antwort der unterdrückten Araber auf die israelische Staatsführung und “Besatzungmacht” und “vergessen” dabei, dass Terrorakte gegen Juden lange schon vor der Staatsgründung geschahen, auf dem Gebiet des heutigen Israel ebenso, wie überall dort, wo Juden sich nach dem Verlust der staatlichen jüdischen Souveränität, der Zerstörung Jerusalems und der Vertreibung ins Exil durch die Römer niederließen und in der Diaspora lebten und leben
Und gerade deshalb ist es notwendig und wichtig, dass die offiziellen Vertreter der demokratischen Staaten sich an die Seite Israels stellen und dem Terror den Kampf ansagen, gerade jetzt, gerade heute.
Gerade heute – wurde doch in der vergangenen Nacht ein Terroranschlag gegen die neue jüdische Synagoge in Mainz verübt.
Unbekannte haben in der Nacht zum Sonntag nahe der neuen jüdischen Synagoge in Mainz einen Brandsatz gezündet. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, handelte es sich offenbar um eine Art Molotowcocktail. Der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) verurteilte den mutmaßlichen Anschlag als “verabscheuungswürdigen Akt”.
Wir sollten den Anschlag ernst nehmen … und das hat der Minister vermutlich ja auch im Sinn und bleibt deswegen zu Hause…
JETZT ERST RECHT !
Noch eine kleine unbedeutende Anmerkung:
Ist es nicht geradezu irrwitzig lächerlich eine Reise in ausgerechnet DAS LAND abzusagen, das wie kein anderes Tag für Tag vom Terror bedroht ist und und das darum wie kein anderes mit der alltäglichen terroristischen Herausforderung zu leben gelernt hat, zumal ja “Sicherheitsfragen” einen wesentlichen Teil des Besuchsprogramm ausmachen sollten:
Thomas de Maizière besucht am Sonntag zum ersten Mal in seiner Funktion als Bundesinnenminister Israel. Schwerpunkte der dreitägigen Reise sind allgemeine Sicherheitsfragen und mögliche israelische Investitionen in den Neuen Bundesländern.
Sogar eine Rede sollte unserer Innenminister halten:
Anlass für die Gespräche zu Sicherheitsfragen ist die Internationale Heimatschutzkonferenz in Tel Aviv, auf der der Bundesinnenminister zum Thema Internationaler Terrorismus sprechen wird. De Maizière wird sich zudem mit dem israelischen Minister für Öffentliche Sicherheit, Jitzhak Aharonowitsch, und weiteren Fachleuten aus dem Sicherheitsbereich treffen.
Ich bin aber ziemlich sicher, dass Herr de Maizière vor allem sehr viel über Terror und Terrorabwehr hätte lernen können …
Welch ein Hohn, diese Reise abzusagen!
Aber vermutlich ist der Minister in den nächsten Tagen damit beschäftigt, persönlich die Überwachung und Kontrolle der Frachtmaschinen aus den Terrorstaaten Heimatländern der Terroristen (also den heimlichen Befürwortern des Terrors gegen Juden) sowie den des Terrors verdächtigten Staaten zu kontrollieren….
SCHANA TOVA – ein gutes Jahr… 8. September, 2010
Posted by Rika in aktuell, judentum.Tags: judentum
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Schana tova u’metuka
wünsche ich allen jüdischen Leserinnen und Lesern!
Am heutigen Abend beginnt Rosch HaSchana, das jüdische Neujahrsfest, das so ganz anders ist als das Neujahrsfest, das die “Welt” am 1. Januar feiert – bzw. vor allem den Tag und die Nacht davor als “Silvester”.
Rosch HaSchana ist vor allen Dingen ein religiöser Tag, mit ihm werden die “Hohen Feiertage” eingeleitet die bis zum Versöhnungstag “Jom Kippur” zur Besinnung über das Leben und G’tt aufrufen.
Mehr zu Rosch HaSchana gibt es für Interessierte unter anderem auf diesen Seiten:
auch n-tv berichtet darüber und natürlich auch israelnetz
Kontrapunkt II 13. April, 2010
Posted by Rika in israel, judentum, meditatives.Tags: israel, judentum
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Wenn die Sirenen in Israel überall gleichzeitig heulen und das Leben still steht…
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Ruth schreibt sehr persönlich über den gestrigen Shoahgedenktag -
Erinnern an 6 Millionen ermordete europäische Juden.
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“Woche der Brüderlichkeit”… 8. März, 2010
Posted by Rika in judentum.Tags: christentum, judentum
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In Augsburg wurde gestern die diesjährige “Woche der Brüderlichkeit“ durch den Präsidenten des Deutschen Koordinierungsrates der christlich-jüdischen Gesellschaften, Rabbiner Dr. Henry Brandt, eröffnet. Sie steht in diesem Jahr unter dem Thema “Verlorene Maßstäbe”.
Das ZDF berichtete in einer ca 40 minütigen Zusammenfassung über die Veranstaltung. Leider lag der Sendetermin zur nachtschlafenden Zeit, so dass vermutlich nur Nachteulen wie ich Gelegenheit hatten, die mit der Eröffnungsfeier verbundene Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an den Architekten Prof. Libeskind zu verfolgen. Katrin Göring-Eckardt machte in ihrer bemerkenswerten Laudatio für Herrn Prof. Libeskind deutlich, dass es zu den Maßstäben des großen Architekten gehöre, die Brüche aufzudecken und zu benennen, dem unwiederbringlichen Verlust Raum zu geben und der Leere eine architektonische – in der Zuspitzung beklemmende - Sprache, wie sie in dem Bauwerk des Jüdischen Museums in Berlin überzeugend “hörbar”, sprich: sichtbar werde.
Bemerkenswert auch der musikalische Rahmen der Feierlichkeit – u.a. eine moderne Vertonung und gesangliche Darbietung und Interpretation des ersten Psalms:
“Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünde nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt, * sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht! * Er ist wie ein Baum, gepflanlzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Laub nicht verwelkt; alles was er tut, gelingt ihm. * Nicht so die Gottlosen; sondern sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. * Darum bestehen Gottlose nicht im Gericht, noch Sünder in der Gemeinde der Gerechten. * Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten; aber der Gottlosen Weg vergeht.” ( Elberfelder Bibelübersetzung)
Kaum ein Bibelwort, das zu dem Motto “Verlorene Maßstäben” in dieser Zeit besser passen würde, in der dem “Rat der Spötter” und mediengerechten Kritiker mehr Raum gegeben wird als dem Rat der Weisen, in der die Maßstäbe zunehmend mehr verrutscht sind, verloren gegangen sind und Menschen, Regierungen, Mächtige sich an dubiosen Statistiken, Umfragewerten, Ratingargenturen und öffentlich wirksamen Gurus eher orientieren als an den unverbrüchlichen Werten und Maßstäben, wie sie seit Jahrtausenden in der Offenbarung Gottes geboten, angeboten werden…
5770 … 18. September, 2009
Posted by Rika in judentum, meditatives.Tags: judentum
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… nicht nach “unserer” (christlichen) Zeitrechnung beginnt ein neues Jahr, Juden feiern Rosch haSchanah, den Beginn des Jahres 5770.
Gemäß der biblischen Weisung ist der Beginn des neuen Jahres eine Zeit der Besinnung und der Einkehr, und so feiert man auch kein rauschhaftes “Silvester”-Fest, sondern einen jüdischen Feiertag im Einklang mit der Torah und der Tradition.
“Schana towa”
wünsche ich allen, die Rosch ha-Schana feiern, ein “gutes Jahr” – und Friede und Segen, in ihren ganz persönlichen und privaten Belangen und in der großen Gemeinschaft des jüdischen Volkes weltweit und besonders in Israel!
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Schön zu sehen und zu lesen!
Purim in Malmö … 9. März, 2009
Posted by Rika in israel, judentum.Tags: gesellschaft, israel, judentum
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Zu den festlichen Tagen im jüdischen Jahreslauf gehört Purim, das Fest, an dem Juden in aller Welt sich an ein lange zurück liegendes Ereignis im damaligen Persien erinnern: Haman, einer der hohen Beamten des persichen Königs, plante, die Juden an einem festgesetzten Tag zu vernichten und sich das Hab und Gut der Getöteten anzueignen. Durch weise Voraussicht Mordechais und die mutige Tat der Königin Ester wurde der böse Plan zunichte gemacht und die mörderische Idee fiel auf Haman zurück, er war es, der am Ende den Tod so hinnehmen musste, wie er ihn den Juden zugedacht hatte.
Nachlesen kann man die Geschichte im Buch “Ester” der Heiligen Schrift - es gehört übrigens neben dem “Hohen Lied” zu den beiden Büchern der Bibel, in denen “G’tt” nicht vorkommt, jedenfalls nicht “aktiv” in der erzählten Handlung oder in Form irgendeiner schriftlichen Aussage. Es ist aber vermutlich nicht falsch anzunehmen, dass G’tt auch ohne ausdrücklichen Hinweis auf ihn handelte… (Aus Respekt vor den jüdischen Lesern schreibe ich in diesem speziellen Post G’tt nicht in der sonst üblichen Schreibweise der Christen aus.)
Nachlesen kann man die erzählte Kurzform der Ester-Geschichte hier - und viele weitere Informationen rund um das Purim-Fest finden sich auf den Seiten von Hagalil.
Wieso ich aber meinen Artikel mit “Purim in Malmö” überschrieben habe?
Nun, das ist ganz einfach. In der “Megilath Ester”, also der Buchrolle Ester, geht es ja unter anderem darum, dass sich jemand ausgesprochen niederträchtig und gemein den Juden gegenüber verhalten hat und am Ende seine Niedertracht auf ihn selbst zurück fällt.
In Malmö nun fand in diesen Tagen ein höchst weltliches und keineswegs religiöses Ereignis statt, ein sportliches noch dazu: Im Rahmen des Davis-Cups wurde die Begegnung zwischen der Tennismannschaft aus Schweden und der aus Israel ausgetragen. Schon seit Wochen – genauer gesagt seit dem Gazakrieg – kam es in Malmö zu Demonstrationen gegen dieses Spiel und der Bürgermeister dieser hübschen schwedischen Stadt hatte einen großen Anteil daran, dass sich eine aufgebrachte Menge gegen das Spiel und die Teilnahme israelischer Sportler zu einer gewaltsamen Demonstration aufmachten.
Die Schweden verloren das Spiel.
Die zeitliche Nähe von Tennismatch und Purim einerseits und ein Blogeintrag der lieben Mischpoke aus Schweden andererseits verlockten mich dazu, den bösen Haman, seine üblen Machenschaften und sein unrühmliches Ende mit dem Ausgang des Tennismatches zugunsten Israels zu vergleichen …
Man darf solche Vergleiche nicht anstellen?
Vielleicht nicht …
Trotzdem:
PURIM SAMEACH!
Eine neue Synagoge in Hannover! 25. Januar, 2009
Posted by Rika in judentum.Tags: judentum
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Die mit 600 Mitgliedern größte Liberale Jüdische Gemeinde Deutschlands hat in Hannover in einer ehemaligen Kirche die neue “Etz Chaim”-Synagoge eröffnet. Das umgebaute Gotteshaus wurde mit der Einbringung der Torarollen und der Ernennung von Rabbiner Gabor Lengyel seiner Bestimmung übergeben. An dem Festakt nahmen …
Es ist ein großes Ereignis für die noch junge liberale jüdische Gemeinde, aber auch für die Stadt Hannover und die ganze Region …
Das Judentum sei erneut in Deutschland angekommen, sagte der Rektor des für die Rabbinerausbildung in Deutschland zuständigen Abraham Geiger Kollegs, Prof. Walter Homolka. Die Eröffnung der Synagoge zeige, “dass auf zerstörtem Boden etwas wachsen kann”. Gemeindemitglied Ingrid Willing gedachte der in der Nazizeit getöteten Juden. “Eure Kinder und Enkel geben das weiter, wofür ihr gestorben seid”, erklärte sie.
… und ein Zeichen der Hoffnung … BARUCH HASCHEM
Den Bericht gibt es hier.
“Bildungsprogramm” Teil III … 23. August, 2008
Posted by Rika in judentum.Tags: christsein - glauben, gesellschaft, judentum
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Mein Erstaunen war groß als ich heute ein Päckchen aus dem Briefkasten fischte, dessen Inhalt sich nach dem Öffnen als “DAS” Bildungsprogramm entpuppte, das Anlass zu heftiger Kritik gewesen war und über dessen “Katalog-Auftritt” ich erst vor ein paar Tagen hier berichtet hatte …
Noch größer war mein Erstaunen als sich laut Lieferschein herausstellte, dass dieser Lieferung eine (angebliche) Bestellung vom 17.01.2008 zugrunde liegt – ich kann mich nämlich beim besten Willen nicht daran erinnern, einen derartigen Lieferauftrag getätigt zu haben, schon gar nicht bei dem Versand (pädexpress), der mir das Päckchen heute zustellen ließ … ich kaufe nämlich nahezu ausnahmslos alle meine Bücher entweder in einer meiner beiden Lieblingsbuchhandlungen vor Ort oder bei der Versandbuchhandlung des Oncken-Verlags in Kassel!
Wie dem auch sei, der im Januar / Februar verfügte Lieferstopp scheint nun aufgehoben und das Buch liegt mir vor.
Das Buch selbst ist allem Augenschein nach völlig unverändert
- und auch die beanstandete Methode zur Aufarbeitung des christlich begründeten Antisemitismus ist nach wie vor und unverändert Teil des Bildungswerkes. Dem Buch beigelegt ist aber eine 13 Blatt/Seiten starke Lose-Blatt-Sammlung, die auf der ersten Seite einen insgesamt ACHT ZEILEN kurzen Hinweis auf den Fehler auf den S. 52/53enthält, verbunden mit der knappen Bemerkung “zu unserem Bedauern” und der Feststellung, dass die Arbeit mit Jugendlichem zu dem Thema Antisemitismus “pädagogische Sicherheit erfordert” und nicht “ohne Einarbeitung und Sachkenntnis erfolgen sollte”.
Die Blätter 2,3 und 4 widmen sich grundsätzlichen ergänzenden “Erläuterungen zum Einsatz der Methoden” (Bl.2) und liefern “Ergänzende Hinweise zu einzelnen Methoden” (Bl. 3 und 4)
Bl. 5 – 9 enthalten die vollkommen neue Überarbeitung der berüchtigten “Matthäus-Passion-Methode”, die sehr ausführlich auf die “historische Situation in Judäa zu Beginn der (christlichen) Zeitrechnung” eingeht, Bezug nimmt auf den “Ursprung des Christentums aus dem Judentum” und die “Trennung des Christentums vom Judentum”.
Es wird in den Erläuterungen deutlich, dass die Evangelien als historisch authentische Quelle untauglich sind und die Darstellungen der Bibel über das Geschehen um die Kreuzigung Jesu auch keinem journalistischen Tatsachenbericht entsprechen. (Die Intention des NT ist ja nicht die eines Geschichtsbuches oder eines theologischen Sachbuches!)
Nach jüdischem Rechtsverständnis, so der Text der zusätzlichen Erläuterungen, kann der im NT geschilderte Prozess, in dessen Verlauf Jesus zum Tode verurteilt wurde, so nicht stattgefunden haben. Dieser Argumentation kann man mühelos folgen und sie trägt nicht unerheblich zur Entkräftung des (alten christlichen) Vorwurfs bei, die Juden hätten Christus umgebracht.
Für gläubige Christen andererseits, die im Tod und der Auferstehung Jesu Gottes Wirken und seinen Heilsplan für die gesamte Menschheit sehen und auch für sich in Anspruch nehmen, geht mit dieser Argumentation nichts von der “Botschaft vom Kreuz” verloren.
Doch der in vielen Jahrhunderten gepredigte Vorwurf des Heilandsmordes, der zu blindwütigem Hass gegen die Juden führte und sich in Gewalttaten und Morden austobte und einem antisemitischen Rassenwahn Vorschub leistete, der zur beinahe völligen Vernichtung der europäischen Juden führte, dieser Vorwurf, das machen die Erklärungen deutlich, muss mit Entschiedenheit zurück gewiesen werden. (Das war ja die ursprüngliche Intention der Methode, die aber in ihrer Darstellung und Ausarbeitung so kläglich an ihrer Zielsetzung scheiterte!)
Die restlichen ergänzenden Blätter liefern ein gutes und ausführliches Verzeichnis der weiter führenden Literatur zu den verschiedenen Schwerpunkten des Bildungsprogramms!
Völlig klar ist aber auch, dass das Bildungsprogramm KEIN Sachbuch zum Thema Antisemitismus im herkömmlichen Sinn ist, sondern tatsächlich “NUR” eine Methodensammlung, eine Handreichung für Leute, die, bereits am Thema interessiert, über ausreichend gute Informationen zum Antisemitismus und zur jüdischen Geschichte – und zum speziellen “christlichen Antisemitismus” auch über Kenntnisse des Neuen Testaments und der christlichen Geschichte – verfügen,
und die reichlich Erfahrung sowohl im Umgang mit Jugendlichen und/oder Schülern, wie auch mit dem Einsatz solcher oder ähnlicher Methoden aus der Erarbeitung (selbst völlig) anderer Themengebiete haben. Für diesen Personenkreis bietet das Bildungsprogramm Anregungen, die sich mit einigem eigenen Engagement gut in die Praxis umsetzen lassen. (In etwa vergleichbar den Stundenentwürfen für Lehrer verschiedener Schulformen, die ja auch kein Lehrbuch über den INHALT der jeweiligen Unterrichtsstunden ersetzen können und die die Grundkenntnisse des Lehrenden zum Thema eines Unterrichtsentwurf voraussetzen!!!)
Es ist aber überhaupt nicht für Leute geeignet, die mit Hilfe der dargestellten Methoden erstmalig in das derart komplexe Thema “Antisemitismus” einsteigen wollen!
…
Für “Einsteiger” sind die Literaturangaben interessant – aber lesen müssten sie die Bücher schon, vermittelt sich doch auch der Inhalt eines Buches nicht über den Titel!