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5770 … 18. September, 2009

Posted by Rika in judentum, meditatives.
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… nicht nach „unserer“ (christlichen)   Zeitrechnung beginnt ein neues Jahr,  Juden feiern  Rosch haSchanah, den Beginn des Jahres 5770.

Gemäß der biblischen Weisung ist der Beginn  des neuen Jahres  eine Zeit der Besinnung und der Einkehr,   und so feiert man auch kein rauschhaftes  „Silvester“-Fest, sondern  einen jüdischen Feiertag im Einklang mit der Torah und der Tradition.

„Schana towa“

wünsche ich allen, die Rosch ha-Schana feiern, ein „gutes Jahr“     – und  Friede und Segen, in ihren ganz persönlichen und privaten Belangen und in der großen Gemeinschaft des jüdischen Volkes weltweit und besonders in Israel!

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Schön zu sehen und zu lesen!

Purim in Malmö … 9. März, 2009

Posted by Rika in gesellschaft, israel, judentum.
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Zu den festlichen Tagen  im jüdischen Jahreslauf gehört Purim, das Fest, an dem Juden in aller Welt sich an ein lange zurück liegendes Ereignis im damaligen Persien erinnern:  Haman, einer der hohen Beamten des persichen Königs, plante, die Juden an einem festgesetzten Tag zu vernichten und sich das Hab und Gut der Getöteten anzueignen. Durch weise Voraussicht Mordechais und die mutige Tat der Königin Ester wurde der böse Plan zunichte gemacht und die mörderische Idee fiel auf Haman zurück, er war es, der am Ende den Tod so hinnehmen musste, wie er ihn den Juden zugedacht hatte.

Nachlesen kann man die Geschichte im Buch „Ester“ der Heiligen Schrift -  es gehört übrigens neben dem „Hohen Lied“  zu den beiden Büchern der Bibel, in denen „G’tt“ nicht vorkommt, jedenfalls nicht  „aktiv“  in der erzählten Handlung oder in Form irgendeiner schriftlichen Aussage. Es ist aber vermutlich nicht falsch anzunehmen, dass G’tt auch ohne ausdrücklichen Hinweis auf ihn handelte…    (Aus Respekt vor den jüdischen Lesern schreibe ich in diesem speziellen Post G’tt nicht in der sonst üblichen Schreibweise der Christen aus.)

Nachlesen kann man die erzählte Kurzform der Ester-Geschichte  hier -  und viele weitere Informationen rund um das Purim-Fest finden sich auf den Seiten von Hagalil.

Wieso ich aber meinen Artikel mit „Purim in Malmö“ überschrieben habe?

Nun, das ist  ganz einfach. In der „Megilath Ester“, also der Buchrolle Ester, geht es ja unter anderem darum, dass sich jemand ausgesprochen niederträchtig und gemein den Juden gegenüber verhalten hat und am Ende seine Niedertracht auf ihn selbst zurück fällt.

In Malmö nun fand in diesen Tagen ein höchst weltliches und keineswegs religiöses  Ereignis statt,  ein sportliches noch dazu: Im Rahmen des Davis-Cups wurde die Begegnung zwischen der Tennismannschaft aus Schweden und der aus Israel ausgetragen. Schon seit Wochen – genauer gesagt seit dem Gazakrieg – kam es in Malmö zu Demonstrationen gegen dieses Spiel und der Bürgermeister dieser hübschen schwedischen Stadt hatte einen großen Anteil daran, dass sich eine aufgebrachte Menge gegen das Spiel und die Teilnahme israelischer Sportler zu einer gewaltsamen Demonstration aufmachten.

Die Schweden verloren das Spiel.

Die zeitliche Nähe von Tennismatch und Purim einerseits und ein Blogeintrag der lieben Mischpoke aus Schweden andererseits   verlockten mich dazu,   den bösen  Haman, seine üblen Machenschaften und sein unrühmliches Ende mit dem Ausgang des Tennismatches zugunsten Israels zu vergleichen …

Man darf solche Vergleiche nicht anstellen?

Vielleicht nicht …

Trotzdem:

PURIM SAMEACH!

Eine neue Synagoge in Hannover! 25. Januar, 2009

Posted by Rika in judentum.
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Die mit 600 Mitgliedern größte Liberale Jüdische Gemeinde Deutschlands hat in Hannover in einer ehemaligen Kirche die neue „Etz Chaim“-Synagoge eröffnet. Das umgebaute Gotteshaus wurde mit der Einbringung der Torarollen und der Ernennung von Rabbiner Gabor Lengyel seiner Bestimmung übergeben. An dem Festakt nahmen …

Es ist ein großes Ereignis für die noch junge liberale jüdische Gemeinde, aber auch für die Stadt Hannover und die ganze Region …

Das Judentum sei erneut in Deutschland angekommen, sagte der Rektor des für die Rabbinerausbildung in Deutschland zuständigen Abraham Geiger Kollegs, Prof. Walter Homolka. Die Eröffnung der Synagoge zeige, „dass auf zerstörtem Boden etwas wachsen kann“. Gemeindemitglied Ingrid Willing gedachte der in der Nazizeit getöteten Juden. „Eure Kinder und Enkel geben das weiter, wofür ihr gestorben seid“, erklärte sie.

… und  ein Zeichen der Hoffnung …     BARUCH HASCHEM

Den Bericht gibt es hier.

„Bildungsprogramm“ Teil III … 23. August, 2008

Posted by Rika in christsein und glauben, gesellschaft, judentum.
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Mein Erstaunen war groß als ich heute ein Päckchen aus dem Briefkasten fischte, dessen Inhalt sich nach dem Öffnen als „DAS“ Bildungsprogramm entpuppte, das Anlass zu heftiger Kritik gewesen war und über dessen „Katalog-Auftritt“ ich erst vor ein paar Tagen hier berichtet hatte …

Noch größer war mein Erstaunen als sich laut Lieferschein herausstellte, dass dieser Lieferung eine (angebliche) Bestellung vom 17.01.2008 zugrunde liegt – ich kann mich nämlich beim besten Willen nicht daran erinnern, einen derartigen Lieferauftrag getätigt zu haben, schon gar nicht bei dem Versand (pädexpress), der mir das Päckchen heute zustellen ließ … ich kaufe nämlich nahezu ausnahmslos alle meine Bücher entweder in einer meiner beiden Lieblingsbuchhandlungen vor Ort oder bei der Versandbuchhandlung des Oncken-Verlags in Kassel!

Wie dem auch sei, der im Januar / Februar verfügte Lieferstopp scheint nun aufgehoben und das Buch liegt mir vor.

Das Buch selbst ist allem Augenschein nach völlig unverändert

- und auch die beanstandete Methode zur Aufarbeitung des christlich begründeten Antisemitismus ist nach wie vor und unverändert Teil des Bildungswerkes. Dem Buch beigelegt ist aber eine 13 Blatt/Seiten starke Lose-Blatt-Sammlung, die auf der ersten Seite einen insgesamt ACHT ZEILEN kurzen Hinweis auf den Fehler auf den S. 52/53enthält, verbunden mit der knappen Bemerkung „zu unserem Bedauern“ und der Feststellung, dass die Arbeit mit Jugendlichem zu dem Thema Antisemitismus „pädagogische Sicherheit erfordert“ und nicht „ohne Einarbeitung und Sachkenntnis erfolgen sollte“.

Die Blätter 2,3 und 4 widmen sich grundsätzlichen ergänzenden „Erläuterungen zum Einsatz der Methoden“ (Bl.2) und liefern „Ergänzende Hinweise zu einzelnen Methoden“ (Bl. 3 und 4)

Bl. 5 – 9 enthalten die vollkommen neue Überarbeitung der berüchtigten „Matthäus-Passion-Methode“, die sehr ausführlich auf die „historische Situation in Judäa zu Beginn der (christlichen) Zeitrechnung“ eingeht, Bezug nimmt auf den „Ursprung des Christentums aus dem Judentum“ und die „Trennung des Christentums vom Judentum“.

Es wird in den Erläuterungen deutlich, dass die Evangelien als historisch authentische Quelle untauglich sind und die Darstellungen der Bibel über das Geschehen um die Kreuzigung Jesu auch keinem journalistischen Tatsachenbericht entsprechen. (Die Intention des NT ist ja nicht die eines Geschichtsbuches oder eines theologischen Sachbuches!)

Nach jüdischem Rechtsverständnis, so der Text der zusätzlichen Erläuterungen, kann der im NT geschilderte Prozess, in dessen Verlauf Jesus zum Tode verurteilt wurde, so nicht stattgefunden haben. Dieser Argumentation kann man mühelos folgen und sie trägt nicht unerheblich zur Entkräftung des (alten christlichen) Vorwurfs bei, die Juden hätten Christus umgebracht.

Für gläubige Christen andererseits, die im Tod und der Auferstehung Jesu Gottes Wirken und seinen Heilsplan für die gesamte Menschheit sehen und auch für sich in Anspruch nehmen, geht mit dieser Argumentation nichts von der „Botschaft vom Kreuz“ verloren.

Doch der in vielen Jahrhunderten gepredigte Vorwurf des Heilandsmordes, der zu blindwütigem Hass gegen die Juden führte und sich in Gewalttaten und Morden austobte und einem antisemitischen Rassenwahn Vorschub leistete, der zur beinahe völligen Vernichtung der europäischen Juden führte, dieser Vorwurf, das machen die Erklärungen deutlich, muss mit Entschiedenheit zurück gewiesen werden. (Das war ja die ursprüngliche Intention der Methode, die aber in ihrer Darstellung und Ausarbeitung so kläglich an ihrer Zielsetzung scheiterte!)

Die restlichen ergänzenden Blätter liefern ein gutes und ausführliches Verzeichnis der weiter führenden Literatur zu den verschiedenen Schwerpunkten des Bildungsprogramms!

Völlig klar ist aber auch, dass das Bildungsprogramm KEIN Sachbuch zum Thema Antisemitismus im herkömmlichen Sinn ist, sondern tatsächlich „NUR“ eine Methodensammlung, eine Handreichung für Leute, die, bereits am Thema interessiert, über ausreichend gute Informationen zum Antisemitismus und zur jüdischen Geschichte – und zum speziellen „christlichen Antisemitismus“ auch über Kenntnisse des Neuen Testaments und der christlichen Geschichte – verfügen,

und die reichlich Erfahrung sowohl im Umgang mit Jugendlichen und/oder Schülern, wie auch mit dem Einsatz solcher oder ähnlicher Methoden aus der Erarbeitung (selbst völlig) anderer Themengebiete haben. Für diesen Personenkreis bietet das Bildungsprogramm Anregungen, die sich mit einigem eigenen Engagement gut in die Praxis umsetzen lassen. (In etwa vergleichbar den Stundenentwürfen für Lehrer verschiedener Schulformen, die ja auch kein Lehrbuch über den INHALT der jeweiligen Unterrichtsstunden ersetzen können und die die Grundkenntnisse des Lehrenden zum Thema eines Unterrichtsentwurf voraussetzen!!!)

Es ist aber überhaupt nicht für Leute geeignet, die mit Hilfe der dargestellten Methoden erstmalig in das derart komplexe Thema „Antisemitismus“ einsteigen wollen!

Für „Einsteiger“ sind die Literaturangaben interessant – aber lesen müssten sie die Bücher schon, vermittelt sich doch auch der Inhalt eines Buches nicht über den Titel!

Meine Verehrung für Schalom Ben Chorin … 20. Juli, 2008

Posted by Rika in israel, judentum.
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… könnte ich nicht besser zum Ausdruck bringen als mit dem Verweis auf die Seiten von Hagalil:

Der israelische Religionsphilosoph und Schriftsteller Schalom Ben-Chorin wurde am 20. Juli 1913 in München geboren. Er verstarb im Mai 1999 in Jerusalem. Sein letztes Interview führte er mit Tobias Raschke von haGalil onLine über den Dialog.

Schalom Ben-Chorin (der Name bedeutet „Friede Sohn der Freiheit“) kam als Fritz Rosenthal zur Welt und wuchs in einer gebildeten jüdischen Kaufmannsfamilie auf. Als Fünfzehnjähriger verliess er das assimilierte Elternhaus, um zeitweilig in einer streng jüdisch- orthodoxen Familie zu den Wurzeln des Judentums zu finden …

Ich habe einige seiner Bücher gelesen und sehr davon profitiert. Leider habe ich ihn nicht mehr persönlich kennengelernt – wohl aber seine Frau Avital, die als Ehrengast bei der 30-jährigen Jubiläumsfeier von „Dienste in Israel“ in Hannover (2005) anwesend war …

„TODA RABA“ Schalom Ben Chorin!

Pinchas Lapide: „Die Juden … 22. Januar, 2008

Posted by Rika in christsein und glauben, judentum.
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und der Tod Jesu …

Jüdische Überlegungen zur Passionsgeschichte

„Welchen Eindruck, glaubst du, wird die Erzählung auf das Gemüt des Kindes machen, wenn du ihm von den Drangsalen, die Jesus in seinem Leben tragen mußte, berichtest, von dem Verrat, den einer seiner Gefährten an ihm beging, wie die anderen ihn verleugneten, sowie von den Beschimpfungen und Beleidigungen der anderen Juden, die ihn schließlich ans Kreuz schlugen – wie man es oft auf den Bildern sieht – und die wollten, daß sein Blut über sie und ihre Kinder käme, während er für sie betet, daß das nicht geschehen möge und daß Der Himmlische Vater ihnen diese Sünde vergebe …

Wenn du ihm berichtest, daß zur gleichen Zeit ein schändlicher Räuber lebte, der zum Tode verurteilt war: daß das Volk dessen Freilassung verlangte und es ihm zujubelte … während es schrie: ‘Ans Kreuz mit ihm! Ans Kreuz mit ihm!’ Sicherlich wird es fest entschlossen sein, wenn es einmal groß geworden ist, alle jene Gottlosen in Stücke zu reißen, die sich gegen die Liebe Jesu gewendet haben.

Mit diesen Worten beschreibt Soeren Kierkegaard in seinem Buch „Schule des Christentums“ die blutige Wirkungsgeschichte unzähliger Osterpredigten, die die Passionsgeschichte in eine Passion der Juden verwandelte, Karfreitag jahrhundertelang zum Pogromtag, und das Heil der Christen zum Unheil für Jesu leibliche Brüder werden ließ.

…“

ich stelle den gesamten text der predigt hier ein.

zeigt er doch auf eine wohltuende weise, wie gegenseitiges verstehen gefördert werden kann, authentische informationen über „das eigene“ dazu beitragen können, missverständnisse aufzuhellen, vorurteile abzubauen und neue sichtweisen entwickeln zu können.

unaufgeregt und informativ beschreibt pichas lapide eine szenerie, die mir von kindheit an vertraut ist, die ich viele, viele male selbst gelesen habe, zu unterschiedlichen zeiten, in vielen übersetzungen und in den verschiedenen phasen meines lebens. ich habe viele predigten darüber gehört, texte dazu gelesen, an bibelarbeiten dazu teilgenommen oder selber welche gehalten. ich kenne die szenerie, wie sie von den evangelien berichtet wird, ich kenne die aussagen der „briefe“ dazu und auch die prophetischen worte, die auf dieses geschehen hinweisen.

und mir wird durch ihn – pinchas lapide – eine weitere dimension der betrachtung ermöglicht.

und vielleicht hilft es ja auch, missverständnisse, die sich manchmal zu gebirgen auftürmen, abzubauen!

ein bildungsprogramm in der kritik … 18. Januar, 2008

Posted by Rika in christsein und glauben, judentum.
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„bildungsprogramm“ nennt der verlag an der ruhr eine in buchform erschienene materialsammlung mit dem etwas effekt heischenden titel: „Woher kommt Judenhass? Was kann man dagegen tun?“

nun muss ich eingestehen, dass ich das buch selbst bis auf zwei seiten, die klappentexte, das vorwort und das inhaltsverzeichnis gar nicht gelesen habe.

wozu über ein buch schreiben, das ich nicht kenne?

nun, ich will gar nicht über das buch schreiben. ich schreibe über den streit!

den streit nämlich, den eine rezension des bildungsprogramms ausgelöst hat. nachlesen kann man das alles bei hagalil – im redaktionellen teil findet man die rezension und einige inzwischen gemachte ergänzungen dazu. die kommentare zur rezension bieten stoff für soziologen, pädagogen, psychologen – sie sind nur eines nicht: geeignet, licht in das dunkel der verständnislosigkeit – oder soll ich sagen des unverstandes – zu bringen.

nicht minder wenig angenehm zu lesen die kommentare im forum hagalils zu diesem thema. es gereicht mir nicht unbedingt zur ehre, dass ich da fröhlich mitgemischt habe. aber vielleicht könnte ich es mir ja noch an meine fahne heften, einem ehrlichen bemühen um aufklärung eines missverständnisses gefolgt zu sein. die ausführung dieses bemühens, das muss ich selbstkritisch eingestehen, geriet schlechterdings zu einem desaster, ach, was sage ich, zu einem widerlichen krieg der rauchenden köpfe. grausam …

wer mag, kann das drama lesend nachvollziehen.

und alles nur, weil die autoren des buches in dem kapitel des anstoßes methodisch schludrig gearbeitet haben und es so zu einer missverständlichen aussage kommen konnte, die rezensentin ebenso wenig sorgfältig mit dem ohnehin schon miss zu verstehendem text umging und ihre rezension zu einer nicht unpolemischen anklage wurde und die schreiberin dieser zeilen wiederum die rezension mit misstrauischer kritik bedachte und darob prügel bezog und andere sich auch berufen fühlten, mit zu prügeln, ohne überhaupt zu verstehen, worum es wirklich ging.

entstehen so vor-urteile – oder waren die zuerst da und wurden neuerlich manifestiert, werden klischees zu tatsachen stilisiert und fragen zu vorverurteilungen umgemünzt?

so sollte es eigentlich nicht sein!

und dabei wäre die lösung so einfach zu finden gewesen!

es ist wie in der schule: arbeitsanweisungen werden nicht richtig gelesen – und schon stimmt die zusammenfassung nicht mehr mit der aufgabenstellung überein und anstelle der angestrebten aufklärung herrscht das vollkommene chaos!

trauriges fazit: ein vorurteil wurde nicht abgebaut sondern kräftig untermauert, menschen beleidigten und wurden beleidigt, die sprach- und diskussionskultur hat schaden genommen und das buch ist nicht mehr im handel.

hat irgendjemand irgendetwas gutes damit erreicht?

die mögliche lösung zur aufklärung des missverständnisses liegt, ebenso wie der berühmt-berüchtigte teufel, im detail:

hier findet man unter Matthaeus – Passion pdf- klar und deutlich die fragestellung: „Welche Religion hatten Jesus Eltern, Freunde und Anhänger?“ „Welche Vorwürfe erhoben Christen jahrhundertelang gegen Juden?“ „Wie wurden diese Vorwürfe begründet?“

dann folgt ein weiterer text und irgendwann taucht dann auf der nächsten seite unter dem stichpunkt „Behauptung“ der inkrimminierende satz auf: „Die Juden haben Christus umgebracht.“ mit der sich daran anschließenden „Richtigstellung: Das ist richtig. Denn …“

im sinne der fragestellung „Welche Vorwürfe erhoben Christen jahrhundertelang…“ s.o., ist der satz: „das ist richtig“ richtig. das war nämlich in der tat DER vorwurf, den christen jahrhundertelang gegen juden erhoben. inhaltlich stimmt die aussage jedoch nicht, denn juden haben christus nicht umgebracht.

noch konfuser wird der buchtext aber mit folgendem satzteil: „Richtigstellung: … denn Jesus wurde in der Provinz Judäa des Römischen Reiches geboren. Er selbst, seine Familie und Anhänger waren Juden, …“ auch dies eine völlig korrekte aussage in bezug auf die fragestellung: „Welche Religion hatten Jesus Eltern, Freunde und Anhänger?“ s.o.

und dieser absatz geht mit folgendem text weiter: „Der Tod Jesu in der Art, wie er laut der Überlieferung der Bibel geschah, war ein notwendiger Teil des Lebens, das Gott für seinen Sohn vorgesehen hatten. Auch Jesus selbst bezeichnete seinen Tod in der Bibel als notwendig.“

hier stimmt die „Richtigstellung“ wieder! denn damit wird die ‘Behauptung’ „Die Juden haben Christus umgebracht“ in der tat richtig gestellt! nicht die juden haben christus umgebracht, der tod und die art des todes jesu gehörte nach Gottes wort zum leben jesu dazu.

der mangelhafte und doch so notwendige hinweis darauf, dass es sich bei „Behauptung“ und „Richtigstellung“ um zwei unterschiedliche kategorien handelt, unter die die jeweiligen aussagen zu den fragen gesammelt werden und die stattdessen erfolgte verknüpfung der antworten beider kategorien zu EINER völlig unlogischen und unsinnigen Aussage, führte zu dem irreführenden schluß, es sei richtig zu behaupten, die juden hätten jesus umgebracht, den schluß, den die rezensentin zum mittelpunkt ihrer kritik machte und vom inhalt her zu recht heftig kritisierte. (ich mache hier darauf aufmerksam, dass es genau diese haltung war, die unlogische aussage in den mittelpunkt der rezension zu stellen, die mich zum nachfragen anregte (frage an Yael nämlich, ob sie die rezension UND die anderen kommentare gelesen habe !!!)

es wäre so einfach gewesen, einen unschönen streit zu vermeiden!

und es ist natürlich völlig klar, dass eine methode zur überwindung des antisemitismus, die solche gravierenden mängel aufweist, nicht zum einsatz kommen darf.

der verlag, der hier ganz entscheidende fehler bei der bearbeitung des materials übersehen hat, muss sich zu recht den vorwurf gefallen lassen, schlampig gearbeitet zu haben und die konsequenzen tragen, indem er das buch vom markt nimmt!

Wünsche zum Fest … 4. Dezember, 2007

Posted by Rika in judentum.
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Allen, die in diesen Tagen Chanukkah feiern, wünsche ich

C H A N U K K A H   S A M E A C H !!!

rika

mehr über Chanukkah HIER

laubhüttenfest – sukkot 26. September, 2007

Posted by Rika in israel, judentum.
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Laubhüttenfest …

soviel hatte ich darüber schon gelesen, bevor ich 1992 in Jerusalem zum ersten mal SUKKOT erlebte …

ich wollte hier ein schönes foto meiner damaligen reise einstellen – das hochladen des fotos wird mir mit dem hinweis auf ein sicherheitsrisiko verweigert!

vielleicht mache ich etwas falsch? oder aber es hat sich schon bis in mein dashboard herumgesprochen, dass viele menschen fürchten, in israel ein sicherheitsrisiko zu haben. na so was!

wie auch immer, ich wünsche allen, die jetzt sukkot feiern

CHAG SAMEACH !!!

von der schwierigkeit miteinander zu reden … 25. September, 2007

Posted by Rika in judentum, meditatives.
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wie mache ich es richtig und was mache ich falsch?

das sind die beiden wichtigsten fragen, die ich mir immer wieder neu stelle, wenn es im gespräch mit juden um judentum , israel, christsein geht.

halte ich mich völlig zurück … und bedeutet das dann ignoranz, desinteresse oder gar ablehnung?

zeige ich interesse, stelle fragen, besuche Gottesdienste und Feste … und bin damit (schon) distanzlos?

beziehe ich als christ stellung FÜR israel … und stehe damit schnell in der fromm-evangelikalen ecke?

rede ich über mein christsein … und bin damit gleich auf dem missionstrip?

interessiere ich mich für juden und judentum … und mache mich damit des philosemitismus verdächtig?

darf ich als nichtjüdin hebräische grußworte benutzen, neben „shalom“ auch noch „chag sameach“ o.ä. … oder eigne ich mir damit widerrechtlich fremdes eigentum an?

es gibt so viele probleme, mit denen ich – als am judentum und an israel interessierter mensch und laie – konfrontiert bin!

wenn ich manche diskussionen verfolge, drängt sich mir der eindruck auf, dass ich eigentlich alles nur falsch machen kann. zuviel interesse ist fast noch „schlimmer“ als gar keines, möchte ich etwas über jüdische feste erfahren, erfahre ich gleichzeitig etwas über verrückte christen, die es wagen, diese feste „auch“ zu feiern – sukkot, z.b… (es gibt tatsächlich christen, die das laubhüttenfest feiern – und praktischerweise fällt es ja auch jahreszeitlich mit dem erntedankfest zusammen…)

war ich anfangs – also in der ersten phase, in der ich zum erstenmal wirklich mit jüdischen menschen reden konnte, davor kannte ich ja niemanden, der jüdisch war – noch voller offenheit und dabei vielleicht zu sehr voller erwartungen, wurde ich im laufe der zeit immer vorsichtiger, zurückhaltender, sensibilisiert für all die vielen tabus, die unsichtbar überall und in jeder fragestellung auch verborgen waren und die für irritationen bei meinen gesprächspartner sorgten und für frustrationen bei mir, weil ich wieder einmal irgendetwas übersehen hatte und unwissendlich einen tabubruch begangen hatte.

ich frage mich schon, wie es gelingen kann, miteinander wirklich ins gespräch zu kommen, vor allem wenn ich von manchen jüdischen gesprächsteilnehmern höre, dass juden eigentlich gar keinen gesprächsbedarf mit christen haben. wie können aber unwissenheit und vorurteile (auf christlicher seite) ausgeräumt werden, wenn es den dialog gar nicht geben sollte?

und wie können wir christen juden davon überzeugen, dass wir sie weder evangelisieren oder missionieren oder zum christentum bekehren wollen, wenn das gespräch darüber schon unmöglich ist?

und soll ich mich nur deshalb nicht für israel einsetzen, weil ich gleichzeitig fromm bin?

die texte: ‘eine jüdische erklärung über christen und christentum, „dabru emet“‘ und die erklärung der ekd können vielleicht hilfreich sein in dem schwierigen prozess einer „vorsichtigen annäherung im gespräch“ – und damit meine ich nicht eine inhaltliche gleichmacherei oder theologische vermischung.