Kinder sind unsere Zukunft … 9. August, 2009
Posted by Rika in Kinder, islam.13 comments
Das wissen wir alle, darauf vertrauen alle, deshalb werden Kinder „in Liebe und mit allen Mitteln erzogen …“, Ironie aus.
Ich habe in verschiedenen Beiträgen auf Missstände hingewiesen, mit und in denen Kinder in Deutschland leben müssen. Es stimmt mich wütend und traurig, ich fühle mich hilflos und ohnmächtig wenn ich sehe und miterlebe wie Kindern die Zukunft schwer gemacht oder genommen wird.
Heute entsetzt mich ein Beitrag, den ich aus dem Blogger-Netz gefischt habe. Ich werde mich jeglichen Kommentars enthalten, weil ich eben um die Missstände in unserer schönen bundesrepublikanischen „deutschen“ Wirklichkeit weiß und es schon deshalb keinen Grund gibt, mit Häme auf diejenigen zu reagieren, deren Integration immer wieder eingefordert und auch gefördert wird. Integration wie wir sie verstehen, wünschen und fördern, die Eigenverantwortung, emanzipatorisches und selbstständiges Denken, Religionsfreiheit und Entscheidungsfreiheit beinhaltet, ist mühsam und kann eigentlich kaum, besser gesagt, gar nicht gelingen, wenn muslimische Eltern dem folgen, was auf der Seite „ummahat salafiyat Islam 4Kids“ empfohlen wird:
Wenn ein Kind nicht beten will, soll es mit Druck und Schlägen gefügig gemacht werden, ZITAT:
Frage: Was muss eine Familie tun, deren Kind nicht mehr betet?
Antwort:
Wenn sie ein Kind haben, das nicht betet, so ist es verpflichtend sie zum beten zu zwingen, sei es durch Reden oder Befehlen, oder durch schlagen, nach den Worten des Propheten, salla Lahu alyhi wa salam:
Und schlage sie, wenn sie es noch nicht in dem Alter von 10 tun
Fals das schlagen nichts bringt, dann sollt…
www.ummahatsalafiyat.wordpress.com/2009/08/09/kind-betet-nicht/
Der vollständige Beitrag findet sich hier, weitere Ratschläge liest man hier.
Bleibt nur inständig zu hoffen, dass es sich bei diesem „Erziehungsratgeber“ um pure Satire handelt, ansonsten müsste man die Jugendämter einschalten, weil offen zur Misshandlung von Kindern aufgefordert wird!
—————————— dies war der ursprüngliche Beitrag ——————————-
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ICH HABE EINE ÄUSSERST MERKWÜRDIGE ERFAHRUNG GEMACHT:
Per E-Mail wurde ich aufgefordert, den Text zu löschen, da das Zitat eine Verletzung des Copyrights darstelle. Ich kam der Aufforderung nach.
Dummerweise habe ich den verlinkten Text des Beitrags „Wenn ein Kind nicht beten will“ sofort und brav gelöscht, ohne nochmals den gesetzten Link aufzurufen.
Wundersamer Weise fand sich bei Anklicken des Link dort für eine kurze Zeit nach dem Löschen aber nicht mehr der ursprünglich von mir kritisierte „Rat“, das Kind zu schlagen, wenn es das Gebet verweigert, sondern eine lange Litanei mehr oder weniger verständlicher, aber sicher pädagogisch wertvoller Aussagen …. offenbar eine Sure aus dem Koran…
Das veranlasste mich zu diesem Kommentar:
„Gut finde ich, dass Kinder nun nicht mehr geschlagen werden sollen, aber ich möchte nicht wissen, wie die korankonforme Praxis wirklich aussieht … wenn ich mir so einige meiner Schüler betrachte, die mehr Schläge als freundliche Worte kriegen…“
Ich stellte daraufhin ein zweites Zitat ein mit der Bemerkung:
Copyright hin oder her, auch dieser Text zeigt, wes Geistes Kind die Ratschläge der Weisen sind, ZITAT:
Die Religion beschimpfen
August 9, 2009 von ummkhadidja
Frage : Verehrter Schaykh, was ist das Urteil über Kinder, die die Religion beschimpfen
Antwort:
Ihr solltet wissen, daß die Kinder von dem Schreiben der Feder befreit sind, jedoch solltet ihr es ihnen streng verbieten, sie disziplinieren und züchtigen, …
www.ummahatsalafiyat.wordpress.com/2009/08/09/die-religion-beschimpfen/
Prompt folgte wiederum per E-Mail die Aufforderung, den Text zu löschen, was ich auch ursprünglich tat.
Jetzt, nach einiger Überlegung, habe ich den ursprünglichen Zustand wieder hergestellt, weil ich nicht bereit bin, mich den Drohungen der Blogbetreiber des „Islam 4Kids“ zu beugen.
Zu sehr erinnert mich das Verhalten der Blogger an einige meiner Schüler, die ihren Mitschülern Prügel androhen, wenn sie sich nicht fügen.
Meinem Verständnis nach habe ich mit dem Zitieren der Texte nicht das Urheberrecht verletzt, da ich sie in einen eigenen Textbeitrag eingebunden, sie ordnungsgemäß als Zitat kenntlich gemacht und auf die Quelle verwiesen habe.
Pause … 29. Mai, 2009
Posted by Rika in Kinder, gesellschaft, schule - kinder.3 comments
Ich wollte immer schon mal darüber schreiben, immer dann nämlich, wenn wieder einmal öffentlich über Gewalt an Schulen geschrieben wurde, über Mobbing oder Ausgegrenztsein, über Cliquenbildung und Streit und böses Spiel auf den Schulhöfen während der Pausen an vielen öffentlichen Schulen… Während meiner Aufsicht heute dachte ich wieder daran … ein Schüler war zu mir gekommen mit einem Anliegen …
Denn an meiner Schule ist das so:
Zwei große Pausen von je 20 Minuten gliedern den Schultag in drei Unterrichtsblöcke, kleine Pausen während der Blöcke werden je nach Situation in den Klassen intern geregelt.
Unseren 135 Schülern stehen drei Schulhöfe zur Verfügung.
Der „Coolhof“ ist den „Großen“ (Mindestalter 15 Jahre oder Ausnahmeregelung) vorbehalten. Der Name wurde in einem Wettbewerb von den Schülern selbst erfunden und da stehen sie dann lässig und cool beieinander oder spielen Fußball oder Torwandschießen, je nach Laune, Lust und Wetter. Natürlich ist eine „Aufsicht“ für den Coolhof zuständig.
Die „Kleinen“ (Schüler des Grundschulbereichs) treffen sich im rückwärtigen Gartenbereich der Schule, Klettergerüst und Sandkasten samt Spielzeug werden intensiv genutzt oder auch der Innenraum der „Spieleaufsicht“, wie wir intern diesen Bereich nennen. Dort können die Kinder Karten oder andere „ruhige“ Spiele spielen. Und da die quirligen Kleinen natürlich auch betreut werden müssen, sind jeweils zwei KollegInnen für die Spieleaufsicht zuständig.
Für alle anderen Schüler gibt es den Schulhof mit Schaukel , Klettergerüstlandschaft, Basketballkorb und Bänken. Und weil eine Aufsicht unmöglich alle Kinder im Blick haben kann, teilen sich drei KollegInnen den Bereich auf, an der Tür – damit ist gleichzeitig die Aufsicht für die Toiletten verbunden, die bei uns jeweils nur von einem Kind genutzt werden darf (zu jedem Klassenzimmer gehören auch sanitäre Anlagen, so dass entsprechende Bedürfnisse nicht unbedingt in der Pause erledigt werden müssen!) -, in der Mitte und vor dem sogenannten Westtrakt.
Da an unserer Schule aber Kinder unterrichtet und intensiv betreut werden, die mit sich und vielen anderen Menschen häufig Schwierigkeiten haben und es an schlechten Tagen einfach nicht auf den diversen Schulhöfen aushalten können, haben wir vor einigen Monaten das sogenannte „Schmolland“ eingeführt: In einem Klassenraum werden die Schüler, die akut Probleme damit haben mit den Mitschülern klar zu kommen, von zwei KollegInnen betreut
Das bedeutet, dass wir in jeder Pause mit 8 KollegInnen die Aufsicht für unsere 135 Schüler führen. Hinzu kommt noch die „Frühaufsicht“ vor Unterrichtsbeginn, zu der ebenfalls drei KollegInnen gehören und zum Schulschluß die „Taxenaufsicht“, die von einer Kollegin, einem Kollegen übernommen wird und dafür sorgt, dass alle Schülerinnen und Schüler stressfrei den Heimweg antreten können. (Die überwiegende Mehrheit unserer Schüler wird in Minibussen und Schülertaxis zur Schule und wieder nach Hause gebracht.)
Zusätzlich gibt es an drei Tagen der Woche „Streitschlichter-Angebote“ durch pädagogische Mitarbeiter und entsprechend ausgebildete Schüler während der Pausen und die Möglichkeit für Schüler, sich in die Bücherei zurückzuziehen, die natürlich auch von einer Kollegin betreut wird.
Die Schulordnung regelt neben vielen allgemein üblichen Dingen auch den Umgang mit- und untereinander.
Gewalt wird strikt geahndet, dazu gehören schon so „einfache“ wie Beleidigungen, Drohungen oder ähnliche verbalen Formen der Gewalt. Die Schüler müssen sich – auch für scheinbar „normale“ - Beleidigungen entschuldigen, eine Wiedergutmachung leisten für Attacken auf die persönliche Integrität des Angegriffenen. Auf verbale Gewalt mit körperlichen Attacken zu reagieren, geht natürlich gar nicht! Das zieht Gespräche mit der Schulleitung und den Eltern nach sich … Sozialleistungen (im Bereich der Schule) müssen neben Entschuldigung und Wiedergutmachung erbracht werden. Es ist ein langer und manchmal auch mühsamer Prozess des sozialen Lernens den unsere Jungen und auch Mädchen durchlaufen … (es sind überwiegend Jungen, die in den normalen Schulen auffällig werden)
Die Schülerinnen und Schüler wissen, dass sie sich jederzeit an die Erwachsenen und eben auch während der Pause an die Aufsicht wenden können wenn sie in Schwierigkeiten verwickelt werden und sie diese nicht selbst lösen können. Und so kommt es in beinahe jeder Pause vor, dass ein Kind sagt: „Frau / Herr Sowieso, ich habe eine Beschwerde gegen … “ oder „Hansi provoziert mich“ oder „Können Sie mir mal helfen“ … so wie heute (siehe oben) … ein Kind, das vor einigen Monaten – als es neu zu uns kam - noch den Konflikt „auf seine Weise“ gelöst hätte …. Es gelingt es uns durch Nachfragen bei Beteiligten, durch Vermitteln und Verständnis eine Situation zu entschärfen bevor ein schwerwiegender Konflikt entstehen kann. Die Schüler lernen so Schritt für Schritt wie sie mit Konflikten besser und konstruktiver umgehen können, als sie es bisher zu Hause oder an ihrer Regelschule erfahren haben.
Meistens sind die Pausen ruhig und friedlich, spielen die Kinder und Teenies miteinander.
Manchmal fällt ein Kind auf, das sich zurückzieht und von den anderen fern hält. Wir fragen nach, haken nach: „Was ist mir dir?“ oder fragen den Kollegen, die Kollegin: „Weißt du was mit Hans / Franzi ist?“
Manchmal braucht ein Kind einfach etwas Ruhe und manchmal eine Streicheleinheit.
Manchmal muss auch bei einem (allzu) heftigen Rollenspiel (wir sagten früher „Räuber und Gendarm“ zu solchen Spielen) nachgefragt werden: „Spaß oder Ernst?“ oder „Bist du damit einverstanden, dass dich ein Mitschüler ‘gefangen nimmt’?“
Kinder kommen und erzählen über ihre kleinen Freuden oder ihre Kümmernisse, wir trösten sie oder lachen mit ihnen…
Wir sind da, kennen unsere Schüler, haben sie im Blick, nehmen sie ernst…
Doch manchmal können selbst wir nicht verhindern, dass ein Problem zu einem Konflikt wird und ein Streit zu einem Schlagabtausch nicht nur mit Worten führt. Aber das ist die Ausnahme, die absolute Ausnahme. Das ist nicht selbstverständlich an einer Förderschule mit Schwerpunkt „Soziale und Emotionale Entwicklung“
Jeder von uns Mitarbeitern (LehrerInnen / päd. MitarbeiterInnen) hat eine Aufsicht pro Tag … und andere Pausen werden für Gespräche (mit Schülern, Eltern) ( mit Kollegen über Schüler, Eltern und deren Probleme) „genutzt“.
Ja, und „manchmal“ hat man auch das Vergnügen, die Pause einfach nur im Lehrerzimmer in Ruhe zu verbringen…
…. und man kann es gerne hochrechnen wieviel LehrerInnen an aner „normalen“ Schule mit 300 – 800 Schülern täglich Aufsicht führen müssten …
Bedenkenswert wäre es vielleicht schon angesichts vieler Kinder und Jugendlicher, die unter verbaler und/oder körperlicher Gewalt in den Pausen an ihren Schulen leiden …