5770 … 18. September, 2009
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… nicht nach „unserer“ (christlichen) Zeitrechnung beginnt ein neues Jahr, Juden feiern Rosch haSchanah, den Beginn des Jahres 5770.
Gemäß der biblischen Weisung ist der Beginn des neuen Jahres eine Zeit der Besinnung und der Einkehr, und so feiert man auch kein rauschhaftes „Silvester“-Fest, sondern einen jüdischen Feiertag im Einklang mit der Torah und der Tradition.
„Schana towa“
wünsche ich allen, die Rosch ha-Schana feiern, ein „gutes Jahr“ – und Friede und Segen, in ihren ganz persönlichen und privaten Belangen und in der großen Gemeinschaft des jüdischen Volkes weltweit und besonders in Israel!
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Schön zu sehen und zu lesen!
Kein Nachkommen … 28. Juli, 2009
Posted by Rika in meditatives.add a comment
Nein, ich werde es nicht schaffen über alle die Dinge und Themen zu schreiben, die sich während meiner netzlosen Urlaubszeit angesammelt haben.
Nach den intensiven Tagen in Portugal mit ihrer Fülle an Eindrücken, Licht, Sonne, Wärme, Begegnungen und Erfahrungen haben wir noch ein paar Tage in Spieka verbracht, in dem heimelig-schönen Ferienhaus der Freunde. Erholsame Tage, ruhig und unaufgeregt, auch dank des Wetters, das überwiegend trüb, nass und windig war und auf den ersten Blick äußerst unfreundlich zu sein schien, bei näherem Hinsehen aber gerade das Maß an Erholung gewährleistete, das ich so dringend brauche… Ruhe … Stille … Zeit, zur Besinnung zu kommen und Abstand von allen Belastungen zu gewinnen…
Ich merke, wie gut es mir getan hat, mich nicht auf jedes Thema zu stürzen, mich nicht in alle möglichen Debatten und Diskussionen einzumischen, mir nicht den Kopf zu zerbrechen über die Dinge des Lebens, die ich ohnehin nicht in der Hand habe, meinen Ängsten und Befürchtungen keinen Raum zu geben und mich nicht an den Spekulationen über das Wohl und Wehe unserer globalisierten Welt zu beteiligen oder den Aufgeregtheiten der Politiker und deren medialen Sprachrohren über Gebühr aufmerksam zu lauschen…
Gelesen habe ich und gestrickt, hab dem Regen und dem Wind zugesehen …
…
und der Sonne bei ihrem abendlichen Bad im Meer – sofern es die Wolken zuließen…

… und habe sie gezählt, die Wolken über den Wiesen am Siel …

„Weißt du, wieviel Wolken ziehen?“ …
…
…
und die stille Menschenleere des Watts vor Dunen genossen …
Dankbar…!
Auch im Regen schön… 16. Juni, 2009
Posted by Rika in meditatives.2 comments
Immer wieder bin ich entzückt über die Seerosen in unserem kleinen Gartenteich … seit gestern blühen sie … zum ersten Mal in diesem Jahr …

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Das ist mein persönliches „Kontrastprogramm“ zu allen Wahlen, Reden und Bedenken…
Stille … 13. März, 2009
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Nur auf GOTT vertraue still meine Seele, denn von ihm kommt meine Hoffnung. Psalm 62,6
verdichtete zeit … 12. September, 2008
Posted by Rika in christsein und glauben, familie, meditatives.add a comment
Tage, Wochen, Monate verlaufen im Gleichmaß der Zeit, in der routinierten Abfolge von Arbeit und Freizeit, Anspannung und Ruhe, Wochentagen und Sonntagen, nahezu ereignislos …
… und plötzlich verdichtet sich das Erleben, wird die Zeit kürzer bemessen zwischen Ereignissen, die uns berühren, wesentlich sind, das Leben prägen, verändern.
Ein Kind wird geboren in der Großfamilie, sieben Wochen vor seiner Zeit, aber lebensfähig, kräftig, gesund! GOTT sei Lob und Dank! Die jungen Eltern – Nichte und Neffe – überglücklich, voller Dankbarkeit!
Abschied und Aufbruch …
ein Lebensabschnitt geht zu Ende – 10 Jahre Freundschaft, Zusammenleben, Ehe – nicht im Zorn, nicht im Streit, immer noch in tiefer Verbundenheit und doch voller Schmerzen und Trauer. Die Wohnung leer geräumt … Umzug … einen Teil der Habe mitgenommen in ein neues Leben am neuen Ort … ganz anders nun leben … lernen … studieren.
Beginn der mündlichen Diplomprüfungen für die Studententochter am Umzugstag des Bruders …
… und am Tag darauf die Verteidigung der Bachelorarbeit des jüngsten Studentenkindes …
Sieben Tage – die Geburtstage der „Jungensbrüder“ und der Freundin des Ältesten mittendrin …
Sieben Septembertage … Zeit und Leben verdichtet, schön und schwierig, aufregend, bewegend, beglückend, hoffnungsvoll, traurig … Dank erfüllt!
„Sagt allezeit für alles dem GOTT und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus.“ Epheser 5,20
Allezeit für alles : Nein, das ist nicht einfach und fällt mir nicht leicht …
tempora mutantur … 28. März, 2008
Posted by Rika in familie, meditatives.add a comment
… nos et mutamur in illis
die zeiten ändern sich … und wir ändern uns mit ihnen
ist das so?
ändern sich wirklich die zeiten oder nicht doch vielmehr und vor allem oder (auch) nur die umstände, die bedingungen unseres alltag, der beruflichen und damit auch privaten zeit?
und wir, ändern wir uns? werden wir tatsächlich anders, ganz anders oder nicht doch einfach nur älter und vielleicht weise, klüger, einsichtsvoller … oder grantig, mürrisch, komisch?
spannend sind die sich ändernden zeiten und umstände aber allemal. nach über dreißigjähriger lehrtätigkeit endet mit dem wintersemester das berufliche leben und arbeiten des liebsten. das dienstzimmer wird geräumt, bücher und berge von akten – in kisten gepackt und „umgezogen“ – warten nun darauf, gesichtet und sortiert hier bei uns einen neuen platz im frisch renoviertem häuslichen arbeitszimmer zu erhalten. (manche papiere werden aber wohl der wiederverwertungsanlage zugeführt werden, meint der liebste gatte.)
tempora mutantur …
die zeiten ändern sich.
zeit wird nicht mehr vom stetigen rhythmus von ws und sose bestimmt, von seminaren und sprechstunden, klausuren, diplom- und hausarbeiten, von prüfungen und vorlesungsfreier zeit … sie wird neu verteilt, umstrukturiert … mit inhalt gefüllt … die schwerpunkte verlagert und anders gewichtet …
der wechsel, die veränderung verläuft in ruhe, ohne hast und in bewußter wahrnehmung der sich wandelnden umstände. es ist ein abschied (und auch verbunden mit trauer und schmerz), doch gleichzeitig auch ein neubeginn. und nicht nur bücher, schriftstücke und zeit werden neu geordnet, auch wir müssen uns „sortieren“, eine neue struktur für unser miteinander entwickeln … und ich bin sehr gespannt, wie es uns ergehen und gelingen wird.
„Ausgang und Eingang, Anfang und Ende stehen bei Dir, HERR, füll Du uns die Hände!“
ein paar wochen wochen weg … 5. Februar, 2008
Posted by Rika in christsein und glauben, meditatives.1 comment so far
ich hätte auch „si… wo… ohne“ schreiben können, vermute aber, dass dann einige leute hier bei mir landen würden auf der suche nach information zur fastenaktion.
und die gibt es hier bei mir eben nur mittelbar in form eines hinweises.
ich selbst bin weg!
weg von allen bloggereien – und manche blogs werden mir auch schmerzlich fehlen -, weg von allen hitzigen diskussionen, weg von allen verlockenden angeboten und informationen, von tratsch und klatsch und überhaupt und sowieso.
vor vielen jahren entdeckte ich die fastenzeit für mich.
fastenzeit – das klang immer sooo katholisch, nach „ohne fleisch“ und „ohne freude“ und irgendwie fand ich es immer ganz angenehm, dass fasten nicht zu den traditionen gehört, die man im deutschen baptismus besonders pflegt. ich weiß nicht mehr genau wodurch und wann ich zum ersten mal ans fasten dachte … ich probierte es aus … verzichtete u.a. auf süßigkeiten, knabberzeug, alkohol und fernsehen … und merkte, dass der bewußte verzicht auf etwas, das ich gewohnheitsmäßig und mit genuß konsumierte, nicht nur meinem körper, sondern auch meiner seele gut tat.
in letzter zeit gehört das internet zu den festen „genüssen“ meines lebens und manchmal beschleichen mich schon die gedanken, es könne ein wenig zuviel des guten sein … hier noch schnell in einen blog schauen, dort einen kommentar abgeben, im forum diskutieren, mal sehen was was bedeutet … die zeit läuft davon und ich merke es kaum noch. ein spöttischer kommentar des liebsten hier, ein leichtes stirnrunzeln da … die virtuelle welt ganz wichtig, manchmal wichtiger gar als die reale hier bei mir, bei uns?
zeit für eine zäsur … für eine denk- und atempause … für kopf frei machen … für himmel und erde, menschen und Gott und glauben … und zeit haben!
H A B E N , das gefällt mir an der idee der diesjährigen fastenaktion, nicht verzicht steht im vordergrund, verschwendung dessen was ich HABE ist angesagt! zeit und energie und geld und ideen verschwenden an andere.
versuchen will ich das … in meinem echten, ganz realen leben!
und deshalb bin ich hier weg … es sei denn, ich finde gar niemanden für die verschwendung … dann könnte ich ja hier meine ideen … gedanken… zumal es im bloguniversum sehr nette menschen gibt, an die ich gerne meine zeit verschwende …
nein!
später!
wir lesen uns später wieder!
ich wünsche allen eine gute zeit …
gesegnete tage …
rika
2008 … 1. Januar, 2008
Posted by Rika in meditatives.2 comments
Ich wünsche allen ein gutes und glückliches Jahr 2008
und den guten Segen Gottes für jeden neuen Tag!
Dietrich Bonhoeffer hat seiner Familie in der Weihnachtszeit 1944 aus dem Gefängnis geschrieben und dabei seine Gedanken und Wünsche in dem inzwischen wohlbekannten Gedicht beschrieben, das heute in vielen Kirchen und Gemeinden gesungen wird und das trotz der anderen Zeit und Umstände, in der und denen wir heute (hier in Deutschland) leben, immer noch Gültigkeit hat:
„Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr. Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“
Das so zu erfahren ist mein Wunsch für meine Familie, meine Freunde, Nachbarn und Kollegen, für alle Menschen dieser Welt …
ein neues dokumentenhaus … 30. Oktober, 2007
Posted by Rika in meditatives.8 comments
wurde für die gedenkstätte bergen-belsen gebaut und am sonntag in einer feierstunde eingeweiht.
mein mann und ich nutzten gestern den tag und fuhren nach bergen-belsen…
schon einige male war ich mit jugendlichen in der „gedenkstätte bergen-belsen“ gewesen, hatte mit ihnen den film über die befreiung des konzentrationslagers gesehen und war mit ihnen über den zugänglichen teil des geländes gegangen, in dem kaum noch spuren des ehemaligen lagers zu finden sind …
… wohl aber die unübersehbaren zeichen des todes, die grabhügel, die über den massengräbern mit tausenden von toten errichtet wurden und die das gelände zu einem großen stillen friedhof machen … zu einem ort des gedenkens an die toten, die hier anonym und namenlos begraben sind und die doch namen und identität hatten.
in dem neuen dokumentenhaus werden namen und identität der toten wieder in das bewußtsein der gegenwart gestellt, soweit sie durch den gründlichen ordnungswahn der mordmaschinerie der nazis in akten und dokumenten belegt und nicht der vertuschung zum opfer gefallen sind.
es kommen auch die zu wort, die den horror bergen-belsens überlebt haben und seitdem mit dem horror leben
und es wird über die berichtet, die als DPs als displaced persons noch in der unmittelbaren umgebung des niedergebrannten KZs „verbleiben“ mussten, bis sie ausreisen konnten aus deutschland, weg von den „mördern in ihrer nachbarschaft“ in ein anderes land, in ein „neues“ leben … wobei es zweifelhaft ist, ob man das „alte“ leben je wirklich hinter sich zurück lassen kann.
mein mann und ich waren sehr beeindruckt von dem, was in dem neuen dokumentenhaus dargestellt wird und auch von der art „wie“ es dargestellt wird.
und ich hoffe und wünsche mir, der begegnungsstätte und unserer gesellschaft, dass es viele menschen so beeindruckt und berührt und es so dazu beitragen kann, die shoah und das, was deutsche nicht nur den juden, sondern auch den vielen menschen europas in bergen-belsen (und anderswo) angetan haben in der gegenwart zu erhalten und nicht zu einem kapitel der geschichte zu machen und in der ablage verschwinden zu lassen.
von der schwierigkeit miteinander zu reden … 25. September, 2007
Posted by Rika in judentum, meditatives.17 comments
wie mache ich es richtig und was mache ich falsch?
das sind die beiden wichtigsten fragen, die ich mir immer wieder neu stelle, wenn es im gespräch mit juden um judentum , israel, christsein geht.
halte ich mich völlig zurück … und bedeutet das dann ignoranz, desinteresse oder gar ablehnung?
zeige ich interesse, stelle fragen, besuche Gottesdienste und Feste … und bin damit (schon) distanzlos?
beziehe ich als christ stellung FÜR israel … und stehe damit schnell in der fromm-evangelikalen ecke?
rede ich über mein christsein … und bin damit gleich auf dem missionstrip?
interessiere ich mich für juden und judentum … und mache mich damit des philosemitismus verdächtig?
darf ich als nichtjüdin hebräische grußworte benutzen, neben „shalom“ auch noch „chag sameach“ o.ä. … oder eigne ich mir damit widerrechtlich fremdes eigentum an?
es gibt so viele probleme, mit denen ich – als am judentum und an israel interessierter mensch und laie – konfrontiert bin!
wenn ich manche diskussionen verfolge, drängt sich mir der eindruck auf, dass ich eigentlich alles nur falsch machen kann. zuviel interesse ist fast noch „schlimmer“ als gar keines, möchte ich etwas über jüdische feste erfahren, erfahre ich gleichzeitig etwas über verrückte christen, die es wagen, diese feste „auch“ zu feiern – sukkot, z.b… (es gibt tatsächlich christen, die das laubhüttenfest feiern – und praktischerweise fällt es ja auch jahreszeitlich mit dem erntedankfest zusammen…)
war ich anfangs – also in der ersten phase, in der ich zum erstenmal wirklich mit jüdischen menschen reden konnte, davor kannte ich ja niemanden, der jüdisch war – noch voller offenheit und dabei vielleicht zu sehr voller erwartungen, wurde ich im laufe der zeit immer vorsichtiger, zurückhaltender, sensibilisiert für all die vielen tabus, die unsichtbar überall und in jeder fragestellung auch verborgen waren und die für irritationen bei meinen gesprächspartner sorgten und für frustrationen bei mir, weil ich wieder einmal irgendetwas übersehen hatte und unwissendlich einen tabubruch begangen hatte.
ich frage mich schon, wie es gelingen kann, miteinander wirklich ins gespräch zu kommen, vor allem wenn ich von manchen jüdischen gesprächsteilnehmern höre, dass juden eigentlich gar keinen gesprächsbedarf mit christen haben. wie können aber unwissenheit und vorurteile (auf christlicher seite) ausgeräumt werden, wenn es den dialog gar nicht geben sollte?
und wie können wir christen juden davon überzeugen, dass wir sie weder evangelisieren oder missionieren oder zum christentum bekehren wollen, wenn das gespräch darüber schon unmöglich ist?
und soll ich mich nur deshalb nicht für israel einsetzen, weil ich gleichzeitig fromm bin?
die texte: ‘eine jüdische erklärung über christen und christentum, „dabru emet“‘ und die erklärung der ekd können vielleicht hilfreich sein in dem schwierigen prozess einer „vorsichtigen annäherung im gespräch“ – und damit meine ich nicht eine inhaltliche gleichmacherei oder theologische vermischung.
