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olympia … nein, danke …? 10. April, 2008

Posted by Rika in nachrichten & meine meinung, vermischtes.
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ich weiß es noch ganz genau wann mich das olympiafieber ergriff. im spätsommer 1960 war es. zu der zeit war ich fahrschülerin, d.h., ich besuchte die schule im nachbarort und da die züge nur dreimal täglich fuhren, blieb ich immer bei einer meiner mitschülerinnen, wenn wir nachmittags noch eine veranstaltung hatten oder anschließend noch viel zeit für meinen zug war.

ich saß also bei irmgart im wohnzimmer, der fernseher lief … so etwas aufregendes! das gab es bei uns zu hause noch nicht … schwarz-weiße bilder flimmerten über den bildschirm … olympische spiele in rom!

100-meterlauf der männer … ein deutscher mit am start … armin harry (das er zur damaligen zeit das enfant terrible der deutschen leichtathleten war, wußte ich noch nicht, dazu war ich noch zu jung mit meinen beinahe 11 jahren, und die unrühmlichen jahre armin harrys lagen noch in weiter zukunft).

start!

wie schnell die 100 m durchlaufen sind! kaum zeit für herzklopfen!

harry gewinnt in 10,2 sekunden !

es war der beginn meiner langen und großen liebe für olympia!

zu weihnachten wünschte ich mir ein “olympiabuch” - und bekam auch eines, “Olympische Spiele 1960″ geschrieben von dem unvergessenen Heinz Maegerlein!

ich las mit heißem herzen und roten ohren von penny pitou und heidi biebel, von georg thoma, manfred schnelldorfer, marika kilius und hansjürgen bäumler (dem traumpaar schlechthin!), von wilma rudolph, otis davis, birkila abebe und dave sime, dem deutschlandachter, ingrid krämer, helmut recknagel und carl kaufmann …

so nebenbei erfuhr ich, dass “wir” eine gesamtdeutsche mannschaft waren, damals interessierte mich das aber wenig, war doch die ddr noch die “sogenannte” und hieß im übrigen eigentlich “ostzone”, wurde regelmäßig in der weihnachtszeit mit in den fenstern leuchtenden kerzen mitfühlend bedacht und dort lebende freunde und verwandte mit päckchen und paketen versorgt … und auch die mauer war noch nicht gebaut und die teilung deutschlands noch nicht so überdeutlich, offensichtlich und unüberwindbar!

ich habe alle olympischen spiele seither mit großem interesse und begeisterung verfolgt …

aber wie allen großen lieben, so blieb auch dieser der wandel und krisenzeiten nicht erspart … der phase der idealisierung und leidenschaftlichen verklärung, folgte die der abkühlung, verbunden mit nüchterner analyse und ruhiger bestandsaufnahme … und diese ging in kritische distanz und - mit zunehmender enttäuschung - in frustration und abkehr über …

sperrung von athleten (karl schranz - ungerecht!!) wegen unerlaubter werbung (heute ist werbung ALLES!) schmiergelder, uneindeutiger genus von athleten (irina oder tamara press?), politisch zweifelhafte bedingungen, boykott, staatsknete für im staatlichen auftrag gedopte topathleten, big money für heimlich gedopte topathleten, kinderturnerinnen, ränkespiele und seltsame machenschaften, fernsehübertragungen bestimmen wettbewerbzeiten … riesen-riesengeschäft olympia

und nun china!

ende einer großen liebe … scheidung …

olympia, nein danke!

jugendgewalt und wahlkampftaktik 9. Januar, 2008

Posted by Rika in förderschule - kinder, nachrichten & meine meinung, vermischtes.
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nein,

jugendgewalt eignet sich gar nicht als wahlkampfthema!

sie ist nämlich nicht vorbei wenn der wahlkampf zu ende ist, der erfolg so oder so sicher gestellt und die politiker zu ihren üblichen regierungsgeschäften zurück gekehrt sind und gar nicht mehr daran denken, entsprechend ihrer mit nachdruck und eifer vorgetragenen theorien und vorschlägen für die praxis zu handeln!

nein,

jugendgewalt eignet sich gar nicht als wahlkampfthema!

weil sie als ein seit jahren stetig ansteigendes und zunehmend schwieriger werdendes problem seit ebenso vielen jahren von der politik bestenfalls in sonntagsreden vorkommt - wenn wieder einmal ein besonders krasses beispiel in den medien für aufregung und kasse sorgt - und ansonsten einfach von der öffentlichkeit völlig unbeachtet den überlasteten eltern, erziehern, lehrern, sozialarbeitern, richtern, jugendgerichtshelfern und auffanggruppen überlassen wird - wie auch die opfer von gewalt ja sehr gerne sich selbst überlassen werden … das gilt besonders für die opfer - kinder und frauen - aggressiver, gewalttätiger und / oder bis zur unzurechnungsfähigkeit alkoholisierter männer und erst recht für die opfer der sich als herr über frau und kinder erhaben wissenden “familienoberhäupter”, die das recht zu prügel und gewalt für sich in anspruch nehmen.

nein,

jugendgewalt eignet sich gar nicht als wahlkampfthema!

weil die kommunen aus angeblichem oder tatsächlichem geldmangel die gruppenstärke in den kitas erhöhen, dafür aber erzieherInnen arbeitsverträge zumuten, die einer sozialen erpressung gleichkommen (man muss nehmen, was man kriegen kann, stellen sind rar, da ist es doch besser, einen einjahresvertrag über eine dreiviertel-stelle zu haben als gar keine arbeit!) gleichzeitig aber den druck auf die erzieherInnen erhöhen, indem ihnen noch mehr an förderarbeit aufgetragen wird, ohne sie dafür angemessen zu bezahlen.

nein,

jugendgewalt eignet sich gar nicht als wahlkampfthema!

weil schulen verrotten, mobiliar und einrichtung der klassen eine himmelschreiende schande sind und schon die äußeren bedingungen des systems schule alle halbwegs aufmerksamen und sich um jedes tierbaby im zoo sorgenden menschen zu protestmärschen auf die straßen treiben müßten! weil darüberhinaus die “klassenstärken” - die rede ist von der anzahl menschen, die eine lerngruppe bilden - drastisch erhöht werden und trotz einer immer größer werdenden anzahl von kindern, die einen erhöhten förderbedarf haben, keine weiteren lehrer eingestellt werden. das gilt im übrigen für nahezu alle schultypen, aber besonders für die schulen, die üblicherweise in den stadtteilen liegen, in denen kein herr koch und keine frau merkel freiwillig wohnung nehmen würden - ich übrigens auch nicht, nur das zur klarstellung - und in denen laut presseberichten selbst polizisten auf streife ein mulmiges gefühl haben.

nein,

jugendgewalt eignet sich gar nicht als wahlkampfthema!

weil schüler auf der strecke bleiben, die durch das raster unseres tollen dreigliedrigen bildungssystems fallen und dann an schulen wie meiner landen - doch, wir geben uns mühe mit ihnen, versuchen sie aufzubauen, achten ihre würde, geben ihnen halt und rat … und sind dennoch so erfolglos, wenn es darum geht, ihnen eine zukunftsperspektive anzubieten. wo sind die arbeitsstellen für junge schulabgänger und wo die für leute ohne abschluß, für kinder, die trotzt aller mühen bestimmte geforderte intellektuelle leistungen nicht erbringen können - ja, die gibt es, auch wenn die meisten politisch klugen und gebildeten leute davon sprechen, dass man mit etwas einsatz alles erreichen könnte. könnte ….

nein,

jugendgewalt eignet sich gar nicht als wahlkampfthema!

weil herr koch und frau merkel und alle anderen klugschei … klugschreiber seit jahren alle probleme in bezug auf soziale notfälle, auf migration, auf fehlende kitas, krabbelstuben, horteinrichtungen, schulen und weiterbildungsangeboten kennen - und nichts tun, sieht man mal vom stellenabbau in jugendämtern, bei der jugendgerichtshilfe, der familienhilfe und ähnlichen nützlichen einrichtungen ab, oder davon, dass der geniale herr koch gerade erst gelder für die ambulante nachsorge junger straftäter gestrichen hat und einrichtungen deshalb nur noch wenige jugendliche betreuen können und außerdem polizeibeamte “abgebaut” hat … da fragt man sich dann auch, wie das mit der prävention gelingen kann und wie er das eigentlich schaffen will, die straftäter dingfest machen zu lassen ?

nein,

jugendgewalt eignet sich gar nicht als wahlkampfthema!

und doch ist sie da, gibt es sie, leiden menschen an ihren eigenen aggressionen und unter denen der anderen, sind jugendliche orientierungslos oder orientieren sich an vorbildern, die ihnen nicht gut tun. aber das wissen wir doch schon lange, seit jahren schon!

wie lange wollen wir noch zusehen, dass kinder schon in ihren jüngsten jahren auf eine bahn gesetzt werden von eltern, die auch schon keine chance hatten oder solchen, die alle chancen hatten und ihre kinder darüber vergaßen? und wie lange wollen wir es uns noch leisten, mit offenen augen und ohren das desaster zu verfolgen, ohne etwas zu tun?

hier in meinem blog habe ich ganz am anfang mal das lied bettina wegners zitiert: “Sind so kleine Hände … darf man niemals schlagen…!”

“kinder sind unsere zukunft” heißt es immer wieder. aber nur, wenn wir ihnen eine ermöglichen - im elternhaus, in kindergärten und schulen und wenn wir sie mit liebe und aufmerksamer achtsamkeit ernst nehmen und fördern.

wäre das nicht ein gutes thema für die nächste zeit … und nicht nur im wahlkampf!?

das wenige, das ich tun kann … 22. Oktober, 2007

Posted by Rika in israel, nachrichten & meine meinung.
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wie ohnmächtig sind die entführten israelischen soldaten

Ehud Goldwasser,

Eldad Regev und

Gilad Schalit

und deren familien der willkür der terroristischen hisbollah und hamas ausgeliefert.

der newsletter der israelischen botschaft macht in der heutigen ausgabe wieder darauf aufmerksam und gibt unter diesem link   informationen weiter und auch

den hilferuf der ehefrau ehud goldwassers an die weltöffentlichkeit!

hätten eu und die einzelnen staaten der gemeinschaft nicht eine reihe von möglichkeiten, die hamas und hisbollah unter druck zu setzen?

und … ?

eva herman und die frauenbewegung … 14. Oktober, 2007

Posted by Rika in nachrichten & meine meinung, vermischtes.
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soweit sind wir also schon gekommen, dass eva herman zum sinnbild der “wahren frau und mutter” wird, mutig und entschlossen sich allen gegnern ob mann ob weib entgegen stellend und gegen die schlimmen und bösen (linken) emanzen der frauenbewegung ankämpfend…

ich verstehe die welt nicht mehr!

vor 45 jahren hätte eine eva herman ohne die genehmigung ihres ehemannes nicht einmal einen kleinen und schlecht bezahlten frauenjob annehmen dürfen, geschweige denn eine gut bezahlte und öffentlichwirksame tätigkeit bei einer großen deutschen fernsehanstalt ausüben können. sie hätte ohne ihren ehemann auch nicht mit verlagen um buchrechte verhandeln können und ihre einnahmen wären auch nicht auf ein eigenes konto geflossen, sondern wären natürlich auch von ihrem ehemann verwaltet worden.

und wie hätte sie ohne ehemann da gestanden, vor 45 jahren? es gehörte für die frauen der 50er jahre schon sehr viel selbstbewußtsein dazu, als ledige oder geschiedene frau durchs leben zu gehen, das war nämlich eigentlich nicht für frauen vorgesehen, selbständig und selbstbewußt auf ehe und ehemann zu verzichten. unverheiratete frauen galten als “alte jungfern” oder aber, wenn sie so attraktiv und schön wie frau herman waren, als femme fatale, mit sicherheit aber enstsprachen sie nicht den gängigen vorstellungen von einer “normalen” frau. die hatte verheiratet zu sein und ungefähr zwei kinder zu haben. und natürlich arbeitete man nicht, es sei denn, man hatte so einen armen schlucker zum ehemann, dass man selbst zum unterhalt der familie beitragen musste - in der regel durch unterbezahlte arbeit, die gesellschaftlich nicht so rasend viel anerkennung fand. aber davon ist natürlich nicht die rede, wenn man gegen die “emanzen” wettert!

für alle, die es nicht gewusst haben, der einfachheit halber bei wiki nachgelesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichberechtigung

“Ein wesentlicher Schritt zur Durchsetzung der Gleichberechtigung von Mann und Frau vollzog sich am 3. Mai 1957 mit einer Neuordnung der Gesetze, die im Widerspruch zum Grundgesetz standen. An diesem Tag beschloss der Deutsche Bundestag das Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts. Zuvor hatte es im Plenum heftige Debatten unter anderem über das Prinzip des Letztentscheids gegeben, das nach Ansicht der CDU/CSU den Männern in Sachen des gemeinschaftlichen Lebens eingeräumt werden sollte. In dieser Frage unterlagen die Unionsparteien knapp.Zentrale Punkte des Gesetzes über die Gleichberechtigung von Mann und Frau, das am 1. Juli 1958 in Kraft trat:

  • Das Letztentscheidungsrecht des Ehemanns in allen Eheangelegenheiten wird ersatzlos gestrichen.
  • Das Recht des Ehemanns, ein Dienstverhältnis seiner Frau fristlos zu kündigen, wird aufgehoben (Aber erst seit 1977 darf die Frau ohne Einverständnis ihres Mannes erwerbstätig sein, und erst seit 1977 gilt das Partnerschaftsprinzip, nach dem es keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung in der Ehe mehr gibt).”
haben die leute das schon wieder vergessen, dass die rechte der frauen nun alles andere als selbstverständlich in die allgemeine rechtssprechung und das grundgesetzt eingegangen sind.
wären alle frauen (und männer!!!), die sich für die rechte der frauen eingesetzt haben, einzig und allein dem ideal der “fürsorglichen frau und mutter in der heilen familie” gefolgt, gäbe es die diskussion hier gar nicht.
ich habe gar keine neigung, die diskussion um heim und herd zu führen, wie sie uns von frau herman empfohlen wird.
das thema betrifft mich und mein leben nicht.
wer hier ab und zu in meinem blog liest, wird unschwer erkennen können, dass ich sowohl eine liebevolle mutter, wie eine nachdenkliche christin, eine engagierte lehrerin und ein politisch interessierter mensch bin … dass ich dabei auch fehler mache und alles andere als perfekt bin, gehört zu meinem leben dazu. ich gehöre nicht zu den frauen, die morgens schon eine liste mit all den dingen neben dem frühstücksteller liegen haben, die sie im laufe des tages routiniert und ohne wenn und aber abarbeiten. (manchmal wäre ich gern etwas kontrollierter!)
das, was mir wichtig ist und mich ausmacht, habe ich im laufe der jahre gelernt, von meinen eltern und der familie, von engagierten freunden, durch schule und ausbildung, in meiner gemeinde, durch die vielen alltäglichkeiten in meiner eigenen familie und im beruf. es war und ist ein stetiger abgleich zwischen dem, was sein sollte - auch in bezug auf mein christsein und die damit verbunden werte und normen - und dem, was ich tatsächlich leisten kann, dem was meiner struktur entspricht und dem, worin ich mich immer wieder neu überwinden muss. es ist kein für alle zeiten festgelegter handlungsablauf. und das, was gestern ein absolutes muss war, kann morgen schon völlig nebensächlich sein.
mein leben ist nicht statisch, es ist ein und “im” prozess, und dennoch gibt es fixpunkte.
darum lässt sich auch nicht einfach verordnen, vorschreiben oder empfehlen, wie ich zu leben haben oder welche werte ich vermitteln sollte.
zu denen gehört selbstverständlich das politische engagement ebenso wie die mitarbeit in der gemeinde, das eintreten für soziale gerechtigkeit genauso selbstverständlich, wie ein bewußtes christsein mit den damit verbundenen werten und normen. wesentlich ist doch immer, dass das, was wir an kinder weitergeben, auch wirklich zu uns gehört, das wir authentisch sind, in dem was wir tun und sagen. und wir frauen sind doch unterschiedlich - durch die sozialisationsbedingeungen, die wir hatten, durch veranlagung und erziehung. was für die eine völig richtig ist, kann für die andere ein völliger graus sein.
niemand kann mir als frau / mutter vorschreiben, wie ich meine zeit einteile, ob nun ganz für kinder und haushalt - den ehemann bitte nicht unterschlagen und vergessen - oder eben auch noch für einen beruf, der mich fordert und interessiert.
so verstehe ich emanzipation, das herauszufinden, was mir entspricht und danach zu leben, egal, was meine nachbarin oder freundin tut, egal, was gesellschaftlich angesagt ist oder nicht. glücklich zu hause bleiben (sofern es die wirtschaftliche lage überhaupt zulässt) oder eben auch arbeiten. kinder haben und großziehen (sofern dies möglich ist) oder bewußt ehelos leben oder in einer partnerschaft ohne kinder. aber es muss doch mit mir und meinen vorstellungen und möglichkeiten in einklang sein (kompromisse eingeschlossen!). dafür haben sich die frauenbewegten in den vergangenen jahren eingesetzt und nicht dafür, den einen gültigen lebensentwurf für frauen durch einen anderen resolut und radikal zu ersetzen. die freiheit der wahl ist das entscheidende kriterium und nicht das zu wählende!
mich erinnert die von frau herman angezettelte diskussion sehr an ein erlebnis, das ich während eines elternabends im kindergarten hatte:
mein ältester sohn war in den kindergarten gekommen und nach einigen wochen wurden wir zum elternabend geladen. wir wurden über die allgemeinen dinge der kita ebenso informiert, wie über die gruppe, zu der unsere kinder gehörten. unweigerlich kam das gespräch auf das thema “essen und frühstück”. das frühstück brachte jedes kind selbst von zu hause mit und es ist verständlich, dass das bei den 25 kindern sehr unterschiedlich ausfiel. ein / zwei kinder hatten wohl “milchschnitten” und ähnlich “gesunde sachen” anstelle eines butterbrotes und obst dabei. nun machte sich eine mutter dafür stark, die kindergartenleitung solle den verzehr von milchschnitten verbieten, weil sie sonst jeden morgen stress mit ihrer tochter habe, die absolut kein butterbrot mitnehmen wolle.
mich hat das damals in großes erstaunen versetzt! eine mutter, die eine autoritäre anweisung “von oben” braucht, um ihrer vierjährigen tochter klar zu machen, warum sie keine milchschnitte zum frühstück mit in den kindergarten nehmen darf.
(nachtrag von heute, 15. 10. : genauso gut muss eine mutter auch die freiheit haben zu sagen, natürlich darf mein kind eine milchschnitte mitnehmen, die versüßt meinem kind den tag in der kita, dafür gibt es dann ein gesundes mittagessen, abendbrot und frühstück daheim!)
auch später bin ich immer wieder menschen bei elternabenden begegnet, die eine anweisung, ein verbot oder ein gebot brauchten, um sich dahinter verkriechen zu können, die sich und ihre ansichten und werte nicht wichtig und ernst genug nahmen, um sie ihren kindern vermitteln zu können.
solchen frauen würde ein von oben verordnetes gebot zur heilen familie natürlich ganz ungeheuer helfen, ihre eigene position nicht finden und vertreten zu müssen.
aber das haben wir frauen des 21. Jahrhunderts doch nun wirklich nicht mehr nötig!

armes ding … 11. Oktober, 2007

Posted by Rika in nachrichten & meine meinung.
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sagte man früher, wenn sich ein mädchen in eine sache verrannt hatte und darob in schwierigkeiten steckte.

armes ding!

die steigerung von “armes ding” ist “selber schuld”, will sagen, diejenige, die da in einer mieslichen lage steckt, ist nicht so ganz zufällig in die blöde situation geraten. und klingt bei “armes ding” noch mitleid an, so schwingt bei “selber schuld” schon eher feine häme mit.

warum muss sie sich auch mit etwas beschäftigen, wovon sie (fast) keine ahnung hat, warum mischt sie sich in themen ein, von denen sie nichts versteht, warum bringt sie es nicht fertig, ihre “unglücklichen” vergleiche klar zu stellen und sich deutlich von braunen mustern zu distanzieren, wieso muss sie unbedingt auch noch ein zweites buch schreiben, wo doch das erste schon ungenießbar war - wenn man denn den kommentatoren trauen darf, warum plaudert sie nicht einfach nur und überläßt das bücherschreiben anderen? “schuster, bleib bei deinen leisten!”

“Auf der Autobahn ins Abseits” sei sie geraten, meint die haz und widmet der kühlen blonden aus dem hohen norden fast eine ganze seite!

fast eine ganz seite!!!

Imre Grimm zerbricht sich darüber den kopf, was die motive ihres tuns gewesen seien und warum sie nicht über die goldene brücke gegangen ist, die der andere vielschwätzer des zweiten deutschen fernsehens ihr ganz offensichtlich habe bauen wollen, und er spekuliert auch darüber, ob er sie habe schützen oder vollkommen demontieren wollen mit dem rauswurf ( dem freundlichen hinauskomplimentieren aus seiner sendung).

ich habe die sendung nicht gesehen. ich schau sie mir schon seit urzeiten nicht mehr an. die selbstbespiegelung und den zur schau gestellten narzismus des moderators finde ich genauso widerwärtig, wie die kostenlosen pr-kampagnen für die meisten seiner gäste.

und eigentlich empört es mich ganz maßlos, dass “meine” zeitung dieser aktion

fast eine ganze seite im hauptteil widmet.

als hätte die welt gar keine anderen probleme, als gäbe es nichts wichtigeres und wesentlicheres als das dumme gefasel des “moderators für alles” vom zdf und das noch dümmere geschwätz der blondine von der ard.

und sage mir hier niemand, es ginge um meinungsfreiheit. es geht um die bessere vermarktung des eigenen selbst, sowohl des moderators als auch des, der unbegabten und, wie sich zeigt, auch völlig uneinsichtigen schreiberin eines völlig überflüssigen buches.

und wenn ich dann lese, dass sowohl pi als auch theologisch sich des “armen dings” mitfühlend annehmen, frage ich mich, ob ich noch recht bei trost bin oder doch “die”.

emma und alice … 7. Oktober, 2007

Posted by Rika in islam, nachrichten & meine meinung.
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ich weiß es nicht mehr so genau, wann ich die erste “emma” kaufte,

aber es war wohl eine der ersten ausgaben überhaupt. ich legte sie damals demonstrativ und gut sichtbar auf meinen platz am lehrertisch … welch mutige tat! hatte ich mir doch von meinem damaligen schulrat die empfehlung anhören müssen, mich meiner “wahren werte als frau und mutter” zu besinnen und ihnen gerecht zu werden. das pädagogische thema bei meiner zweiten lehrerprüfung (1975!) war “emanzipation” gewesen, und der schulrat, ein schon älterer herr, meinte wohl, mich auf den rechten weg zurückbringen zu müssen. ich muss leise lächeln, wenn ich daran denke, denn damals hätte ich mir niemals träumen lassen, einmal vier kinder zu haben und ein durch und durch bürgerliches leben zu führen!

“emma” begleitete mich viele jahre. irgendwann aber hörte ich auf, sie regelmäßig zu lesen, auch fand ich, dass alice schwarzer nicht zu allem und jedem ihren kommentar abgeben müsse. emma und alice als programm hatten sich (für mich) irgendwie abgenutzt.

in letzter zeit höre und lese ich wieder mit größerer anteilnahme das, was alice und emma thematisieren. und ich merke mit zunehmender aufmerksamkeit, dass keines der “alten themen” seine brisanz, aktualität und notwendigkeit verloren hat, im gegenteil, sie sind herausfordernd wie eh und je und für viele gruppen unserer multikultigesellschaft anstößig und unbequem.

ich beobachte, dass viele freiheiten (nicht nur) junger frauen von heute wieder auf den prüfstand gestellt werden von menschen, denen diese freiheiten ein dorn im auge sind und es ist eine bittere erkenntnis, dass wir nicht aufhören können, für “emanzipation” einzustehen, sie einzufordern und ihr geltung zu verschaffen.

ein chinesisches sprichwort sagt: lernen ist wie rudern gegen den strom, wenn du aufhörst, fließt du zurück.

das, dieses “nicht aufhören dürfen”, gilt nicht nur für das lernen. es gilt für viele bereiche unseres sozialen miteinander, wir dürfen nicht aufhören, für unsere rechte einzutreten. es gilt für uns frauen, es gilt für unser demokratieverständnis, es gilt für soziale gerechtigkeit … und … und… und!

und es gilt in ganz besonderer weise für unser selbstverständnis von einer modernen, westlichen gesellschaft, die sich ihrer vergangenheit bewußt ist, ihrer tradition ebenso wie ihrer brüche, ihrer historischen und religiösen entwickelung ebenso, wie ihrer verantwortung für die zukunft.

alice und emma sind noch lange nicht obsolet und deshalb verlinke ich hier ein interview mit alice schwarzer, das ich hier entdeckt und gelesen habe.

er scheint verrückt … 5. Oktober, 2007

Posted by Rika in islam, israel, nachrichten & meine meinung.
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… aber ER ist nicht verrückt!

wie sollte man es anders betrachten, heute, 62 jahre nach dem ende des zweiten weltkrieges, der, vom hitler-regime angezettelt und mit perfider gründlichkeit betrieben, nicht nur millionen von toten soldaten und zivilisten zur folge hatte, sondern auch einen schrecken offfenbarte, wie ihn die welt zuvor noch nicht gesehen hatte.

6 millionen juden umgebracht, ausgerottet!

und nun geht dieser mensch daher und stellt das in frage!

hohnlächelnd, schmähend und triumphierend, in der sicheren gewissheit, dass man ihn trotz und wegen seiner ungeheuerlichen aussagen nicht zur rechenschaft ziehen wird.

ahmadinedschad hat die stirn, zum wiederholten mal zu fordern, israel von der landkarte zu streichen. er stellt sich öffentlich hin und leugnet die shoah.

sicher, am al-kuds-tag muss er seinen leuten schon etwas bieten: hasstiraden gegen israel, drohungen und schmähungen. aber wir sollten uns nicht täuschen lassen, dieser mann meint das vollkommen ernst! kaum jemand, der damals “mein kampf” gelesen hatte, glaubte, dass hitler seine ideen tatsächlich umsetzen würde. er wurde als utopist einfach nicht ernst genommen von denen, die seinen machtzuwachs hätten verhindern können.

und heute?

es wird abgewiegelt, verharmlost, dementiert, “richtig” gestellt von leuten, die lieber die augen vor der wirklichkeit verschließen und im übrigen denken, dass der iran weit genug entfernt ist …

und “wir” ja nicht gemeint sind … und solange es “nur” israel betrifft …

… können wir doch ganz in ruhe weiter handel treiben mit dem iran und dem frieden trauen, denn, wie heißt es so schön, “islam ist frieden”!

für birma auf die straße … 5. Oktober, 2007

Posted by Rika in islam, israel, nachrichten & meine meinung.
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…. gingen einige dutzend demonstranten in Tel Aviv, wie heute “Israel Nachrichten” mitteilen. die meisten der demonstranten waren dem bericht zufolge menschen aus birma, die in israel arbeiten. ich kann mich täuschen und unsere haz berichtet ja nun auch wirklich nicht über alles und jedes, erst recht nicht, wenn es nur wenige betrifft, aber von einem ähnlichen protest in deutschland war hierzulande nicht zu lesen.

immerhin schreibt die haz heute unter der rubrik “medien” eine kleine notiz über die neue zeitschrift “Mentschen”, die von einer jüdischen herausgebergruppe in diesem monat neu auf den markt gebracht wird. ausführlicher über die zeitschrift und ihr anliegen kann man bei Chajm nachlesen.

und auch in den randbemerkungen der haz heute zu lesen, dass zwei homosexuelle in saudi-arabien dafür bestraft werden, dass sie sex miteinander hatten. nun liegt die zeit noch nicht so lange zurück, in der homosexualität in deutschland ebenfalls mit strafen bedroht war, und ein blick in unsere jüngere geschichte zeigt auch, wie hart homosexuelle handlungen bestraft wurde, von langjährigen gefängnisstrafen, sogar zuchthaus ist die rede.

doch nicht nur, weil wir ein inzwischen demokratisches gemeinwesen und aufgeklärte menschen sind und sich auch die einstellung zur sexualität im allgemeinen und zur homosexualität im besonderen geändert hat, kommt uns das strafmass für die delinquenten in saudi-arabien besonders menschenverachtend und grausam vor, wurde doch jeder von ihnen mit 7000 - siebentausend - schlägen bestraft, zu verabreichen in mehreren sequenzen, damit die männer schön lange leiden und nicht schon nach einigen 100 schlägen sterben!

es ist das grausam- erbarmungslose vorgehen einer absolutistischen religiösen und politischen macht, die, ausgestattet mit dem absolutheitsanspruch des koran und seiner gesetze und unterwerfung fordernd,  mitleidslos alle bestraft, die sich dem religiösen diktat widersetzen, das uns so sprachlos macht und uns entsetzt!

aber warum steht das nicht auf der seite 1 der zeitung? vielleicht, weil inzwischen zu viel saudisches geld in deutschen banken und wirtschaftsunternehmen steckt und handelsbeziehungen immer noch allemal wichtiger sind, als menschenrechte?

wenn wir schon nicht deutlich genug sagen, dass china ein totalitäres unrechtssystem ist, das immer dann, wenn es darum geht, un-sanktionen gegen staaten ihres interessengebietes wegen menschenrechtsverletzungen auszusprechen, sein veto einlegt, wieviel weniger werden wir dann saudi-arabien wegen seiner archaischen betrafungsmethoden öffentlich rügen?

einfacher ist es natürlich, israel wegen des sicherheitszaunes in die ecke von terrorregimen zu stellen, nicht wahr? das schafft ansehen bei den arabischen freunden und hilft den wirtschaftsbeziehungen ganz ungemein, besonders denjenigen im iran, die klammheimlich und unter dem schutz höchst öffentlicher kreise zum wohle des deutschen volkes der international tätigen managementeliten betrieben werden. ein schelm, wer böses dabei denkt!

und vermutlich ist das auch der grund, warum man nicht deutlich vom iran fordert, den raketenbeschuss von gaza auf sederot zu unterbinden, sage niemand, man wisse nicht, wer die hamas mit den nötigen geldern ausstattet und auf der strategieebene mitbestimmt! ( vermutlich werden die raketen auch aus den eu-geldern finanziert, die man eigentlich der leidenden bevölkerung gazas zukommen läßt!) darüber findet man im täglichen lesebrei gar nichts, es sei denn, die bösen israelis hätten wieder mal unschuldige kinder und frauen mit raketen getötet … !

und so werde ich wohl weiter auf berichte anderer medien angewiesen sein, wenn ich außerhalb der bloggerszene etwas über sederot lesen möchte, eben auch auf nachrichten in “israelnetz”, was im übrigen auch nicht überall freunde findet, weil da ja auch einige eifrige christen am werk sind …
die welt ist kompliziert.

free burma … 4. Oktober, 2007

Posted by Rika in nachrichten & meine meinung.
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burma 4. Oktober, 2007

Posted by Rika in nachrichten & meine meinung.
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zur solidarität mit der freiheitsbewegung in birma - burma wird heute aufgerufen - und ich beteilige ich mich daran, nachdenklich …

was kostet es mich? nichts. gar nichts. es ist zunächst ein lippenbekenntnis, wenn auch durch informationen, berichte, eigene einstellungen gestützt. aber was tue ich wirklich dafür?

wie halte ich es mit der solidarität für dieses fremde, weit entfernte land?

setzte ich mich auf eine kreuzung und halte den verkehr auf, wie in meinen jugendjahren, als ich mit begeisterung gegen oder für etwas demonstrierte? schreibe ich protestnoten an die vertretung myanmars in berlin ? und warum nicht? stelle ich mich mit einem infostand in die innenstadt, um viele leute aufmerksam zu machen und solidarität herzustellen mit den menschen in burma? und warum nicht? es liegt nicht nur an meinem alter - andere leute in meinem alter lassen sich noch von den gleisen tragen, wenn der castor durchs wendland rollt …! bin ich träge geworden, desillusioniert? habe ich keine politischen ziele mehr, keine utopien, für die es sich einzusetzen lohnt? was habe ich gelernt im laufe der jahre über basisdemokratie und solidarität?

freiheit für BURMA!

das sagt sich so leicht.

so leicht wie, stop den völkermord in dafur, erhaltet die regenwälder, kümmert euch um das klima, protestiert gegen genitalverstümmelungen der frauen in islamischen ländern, sorgt für religionsfreiheit, kämpft gegen die todesstrafe, verhindert den extremen handel mit dem menschenverachtenden china, kämpft gegen die atomanlagen im iran, stopt den wahnsinnigen ahmadinedschad, kümmert euch um die anerkennung des völkermordes an den armeniern in der türkei, verhindert den braunen machtzuwachs in deutschland, kämpft für die menschenrechte überall auf der welt.

heute geht es um BURMA!

ich schließe mich dem aufruf an:

freedom for burma

und ich möchte wach bleiben für die ungerechtigkeiten, die menschen angetan werden von menschen, und dagegen angehen - nicht nur mit einem kleinen text in diesem blog.