Es piept … 25. Mai, 2011
Posted by Rika in neues vom gärtchen.add a comment
… in der Eberesche!
Ich sitze am Tisch auf der Terrasse und genieße den Morgen!
Nach der Zeitungslektüre ist nun der Blick ins Netzt an der Reihe… die üblichen Meldungen, die gewohnten Meinungen, manches was mich ärgert und manches das mich freut….

Emsiger Betrieb herrscht im Gärtchen.
Hummeln, Schmetterlinge und vor allem die Vögel schwirren durch die Gegend.
Unablässig zirpt, zwitschert und piept es in er Eberesche vor mir, kleine Federbällchen flattern im Geäst, hüpfen in den Zweigen herum und sperren weit die Schnäbelchen auf.
Unermüdlich sorgende Eltern fliegen hin und her und versorgen die Jungen mit Futter.
Ich erfreue ich an dem munteren Hin und Her …
bleibe ruhig sitzen … beobachte und genieße… und versuche schließlich, das Treiben fotografisch zu dokumentieren …
Über meine fotografischen Fähigkeiten gibt es leider nichts Neues, sprich Positives zu berichten, aber immerhin gebe ich mir die größte Mühe, mit meiner kleinen Kamera das eine oder andere Bild des munteren Treibens zu erhaschen:

was die Vögel nicht besonders interessiert ….

… die junge Meise zeigt mir die zunächst kalte Schulter…

… hüpft dann aber ein paar Ästchen weiter und zeigt sich doch noch von ihrer schönen Seite.
Eine Amsel gibt mir durch lautes Flöten zu verstehen, dass sie sich durch mich gestört fühlt… vielleicht wartet sie ja darauf, dass sie endlich ihr Bad nehmen kann, ohne dass ich ihr dabei zusehe …

… wie ich es vor ein paar Tagen getan habe…
Außer Meisen zieht es auch die Buchfinken in die Eberesche…

Leider ist es mir noch nicht gelungen, genau den Moment abzupassen, in dem der Altvogel dem Jungen das Futter in den Schnabel stopft. Ja, stopft. So sieht es nämlich aus.
Allmählich ist Ruhe eingekehrt im Baum vor meiner Nase. Aber bald wird das Schauspiel weiter gehen…
Habe ich schon mal gesagt, wie sehr ich mich an meinem kleinen Gärtchen freue …

und dankbar bin für die Wunder der Natur vor meinen Augen?!!
Ich liebe unsere Eberesche, wirklich… 12. Mai, 2011
Posted by Rika in neues vom gärtchen.1 comment so far
… aber mindestens zweimal im Jahr würde ich sie am liebsten glatt dem irdischen Herdfeuer preisgeben.
Jetzt ist es wieder so weit.
Die Blütezeit ist so gut wie vorüber und ungefähr achthundertmillionen winzig kleine welkende Blütenblätter rieseln unablässig hernieder auf Kuchenstücke und Grillgut, in Kaffeetassen und Weizenbier, dekorieren ungefragt den Terrassentisch,

…
… bedecken den kleinen Teich und nehmen den Fischen die Sicht ins Grüne. Sie setzen sich hartnäckig in die feinen Vertiefungen der Waschbetonplatten (die mal dringend gegen einen schöneren Terrassenbelag ausgetauscht werden müssten…) und kleben auf den Blüten und Blättern der Blumen und Pflanzen, die in ihrer unmittelbaren Nähe erblühen…

Selbstverständlich liegen sie auch auf dem Rasen, wobei der Rasen mehr ein Mittelding aus Wiese, Kleefeld und Acker ist und darum dort die Blütenblattreste der Eberesche nicht weiter stören.
Hundertmal am Tag wische ich den Tisch ab und hundertundeinmal ist er wieder bestreuselt…
In diesem Jahr ist es besonders schlimm, weil die im Herbst so arg gestutzte Eberesche so viele Blüten wie noch nie hat – es sah auch traumhaft schön aus, leider habe ich es verpasst, rechtzeitig, das heißt, als die Blüten noch prachtvoll weiß waren, ein Foto zu machen…

Die “weiße Pracht” schon dahin…
Die kleinen grünen Knubbelchen werden größer werden, sich erst zart gelb und dann wunderbar rot färben, dass es wieder eine Pracht sein wird, eine herbstlich orange-rot-braun-grüngelbe Pracht nämlich, wenn auch die Blätter ihr sattes Grün in ein vornehmes Gold wechseln…
Und doch graut es mir vor dem Spätsommer, denn so viele Amseln, die nötig wären, alle Beeren am Baum zu vertilgen, leben leider doch nicht hier im Gärtchen und drumherum. Und so werden gegen Ende des Sommers und mit Beginn des Herbstes geschätze 800 000 Beeren vom Baum fallen, einen breiigen Matsch auf der Terrasse bilden, den Teich zum Gären bringen und den Rasenacker unbegehbar machen…
Aber in der Zeit dazwischen ist die Eberesche der schönste Baum weit und breit … auch wenn er doch arg gerupft ist… ich schrieb darüber!
Aber das wird schon wieder, bestimmt, ganz sicher…

Spätestens im nächsten Frühjahr werden noch mehr junge Zweige nachwachsen … Bestimmt!
Verhoben… 15. Januar, 2011
Posted by Rika in neues vom gärtchen.1 comment so far
haben wir heute das Häuschen.

Dies ist KEIN aktuelles Bild! Bei uns ist es weder Frühling noch Sommer, sondern winterlich trüb, matschig und ziemlich kühl!
Es war ein richtig nettes Spektakel!
Nachbarn und Freunde aus unserer Volleyballgruppe waren gekommen, um uns beim “Verheben” des Häuschens zu helfen. Das stand ja, wie schon berichtet, mit der hinteren rechten Ecke ca 5 cm auf Nachbars Grundstück und musste nach dem Urteil des Gerichts so verschoben werden, dass keine Teile des Häuschens mehr in Nachbars Hoheitsgebiet ragen. Das Häuschen ist aber nicht mehr das jüngste und sein hölzernes Fundament dem Augenschein nach zu urteilen, schon reichlich morsch. Deshalb hatten wir Sorge, dass ein Verschieben das ganze lieb gewordene “Gebäude” zum Einsturz bringen würde.
Nun war aber dem liebsten Gatten in früher Morgenstunde, quasi im Halbschlaf und damit noch im Traum die Idee gekommen, das Häuschen statt zu verschieben, einfach zu verheben. An jeder Seite drei kräftige Männer, meinte der Gatte, müssten in der Lage sein, das Häuschen kurz anzuheben und um die paar Zentimeter zu “verheben”, die nötig waren, um dem Gerichtsurteil zu entsprechen.
Gesagt getan.
Zum Glück regnete es heute nicht. Gegen 10.30 Uhr waren unsere wackeren Helfer zur Stelle. Nach einer kurzen Einweisung durch den liebstenGatten versammelten sich alle draußen im Garten. Und noch ehe ich mich richtig positionieren konnte, um den wichtigen Augenblick im Film festhalten zu können, war das Lupfen und Absenken schon passiert. Dort, wo der Grenzstein tief im Erdreich sein stilles Werk tut, schlug der liebste Gatte einen senkrechten Pfahl ein, um die Grenze zu markieren. Es würde mir ja so etwas wie eine diebische Freude sein, ein Emblem auf die Häuschenwand zu pinseln und eine Warnung anzubringen: “Achtung, Grenze, Sie verlassen hier den Bereich der Familie Rika” oder so ähnlich. Aber das könnte als Provokation verstanden werden und wäre wohl auch eine! Provokationen jedoch stören den Frieden im Land und entsprächen so gar nicht dem, was die Jahreslosung aussagt…. Deshalb verzichte ich auf Emblem und Warnung… und versuche, alles so zu regeln, dass wir in Frieden leben können.
Der Jahreszeit und dem Anlass entsprechend gab es nach der Arbeit eine kräftige Suppe: Westfälisches Blindhuhn.
Nun müssen wir nur noch alle Dinge und Kleinigkeiten, die für das Verheben aus dem Häuschen entfernt worden waren, wieder an Ort und Stelle räumen. Außerdem müssen wir den Dachüberstand an Nachbars Seite radikal absägen und eine Regenrinne anbringen samt Abflussrohr …. Das liegt schon alles bereit. Wir warten nur noch auf freundlicheres Wetter, weil, die Regenrinne muss mit Silikon abgedichtet werden und dazu muss es, sagten die netten Berater im Baumarkt, mindestens 10°, besser 15 ° C warm sein.
Der Nachbar wird, so man den neuesten Gerüchten Glauben schenken darf, sein Haus nun doch nicht verkaufen. Es hätte mich auch gewundert. Das passte nämlich so gar nicht zu dem Erscheinungsbild und Image, das er in den letzten Jahren von sich preisgegeben hat.
Eberesche – gerupft… 30. September, 2010
Posted by Rika in neues vom gärtchen.5 comments
Da steht sie nun, die ehedem so stattlich-schöne, Königin des Gärtchens, Augenweide und mein ganzer Stolz, die Eberesche und sieht aus wie ein gerupftes Huhn. Ich weiß nicht, ob es statthaft ist, Bäume mit Hühnern zu vergleichen und wer von beiden mehr Gründe hätte, beleidigt zu sein, mir fiel nur einfach kein passender Vergleich ein…
Über meinen viel geliebten Baum habe ich ja schon mehrfach geschrieben, meistens zu dieser Jahreszeit. Diese Jahreszeit ist eindeutig die schönste für Ebereschenbäume- oder -büsche, wenn nämlich die Beeren leuchten, die Blätter langsam die Farbe wechseln und hungrige Amseln in Scharen die leckeren Früchte stibitzen.
Diese Jahreszeit ist auch die geeignetste, Büsche und Bäume zu stutzen und in Form zu bringen.
In Form!
Eben!
Da der Liebste und ich deutlich dem Alter der Hochbetagten entgegengehen und uns auf wackeligen Leitern, an hohe Bäume gelehnt, nicht mehr so recht wohl fühlen, übernehmen die anwesenden Söhne des Hauses die Aufgabe des Stutzens und Kürzens.
Die Eberesche hatte einen Schnitt dringend nötig, war sie doch mit den Jahren hoch in den Himmel gewachsen, was den Proportionen eines Reihenhausgärtchens nicht mehr so wirklich entsprach. Schon vor zwei Jahren hatten die Söhne darum deutlich die Höhe verringert, dabei aber eine nicht zu übersehende Asymmetrie verursacht,

die beim diesjährigen Schnitt ausgeglichen werden sollte. Und so machte sich der anwesende Sohn an die Arbeit…

schnitt hier ein wenig und sägte da,

die Nachbarin gab gute Ratschläge, der Liebste liebt das Kürzen und Absägen sowieso und ich war nicht zu Hause - ich habe das Grab meiner Eltern versorgt.
Als ich nach getaner Arbeit zu Hause eintraf, fiel mein Blick zuerst auf einen wahrhaft riesigen Berg von dicken und dünnen Ebereschenästen und -zweigen … richtete sich dann in die Höhe … eine überschaubare Höhe, eine geringe Höhe, eigentlich nur eine kleine, unwesentliche, baumbuschartige Erhebung im Gärtchen…
Es war ein großartiges emotionales Erlebnis!
Ein paar Tage später kletterte der Hausherr selbst nochmals auf die Leiter, um eine weitere geringfügige Kürzung vorzunehmen, ein Stumpfende ragte allzu seltsam in den Himmel…

Und so sieht sie nun aus, meine kleine Eberesche…

Ein gerupftes Huhn, eben!
Die Amseln wirken auch etwas verstört… ist doch das Angebot an Futterbeeren in diesem Jahr deutlich geringer als gewohnt….
PS
Auch wenn es in dem obigen Text etwas anders anklingen könnte, ich bin total froh, dass der Studentensohn die Baumschnittaktion sooo ausgeführt hat. So kann die Eberesche noch Jahre im Gärtchen bleiiben. Sie wird ganz sicher viele neue Äste und Zweige hervorbringen, sie wird blühen und viele Früchte bringen, aber eben nicht mehr immr weiter in den Himmel wachsen.
Mit Verspätung… 14. September, 2010
Posted by Rika in neues vom gärtchen.add a comment
… blüht endlich auch die Engelstrompete.
Den ganzen Sommer habe ich sehnlich drauf gewartet, dass aus den vielen, vielen winzigkleinen Knospen prächtige Blüten werden …. Pustekuchen. Der Sommer ging ins Land, aus den heißen wurden die nassen Tage, aus Juli der August. Nun ist September, es regnet ohne Unterlass vom grauen Himmel herunter und die Trompete blüht!

Sie blüht seit gestern!
Ich wollte auf gutes Wetter warten, um sie in ihrer ganzen Schönheit aufs Bild zu bannen. Heute muss ich aber fürchten, dass sie verblüht ist, bevor das Wetter besser wird. Sollte es aufklaren und die Sonne scheinen, werde ich mein Fotoglück nochmals versuchen…
Futterneid… 22. Februar, 2010
Posted by Rika in neues vom gärtchen.2 comments
In diesem Jahr ist alles anders.
Seit Weihnachten liegt ununterbrochen Schnee,

aber die Vögel meiden die altbewährten Futterstellen, die wir ihnen wie in jedem Jahr im Gärtchen eingerichtet haben und verschmähen die üblichen Körner. Darum haben wir zusätzlich einen wetterfesten Tisch aus dem blaugelben Möbelhaus aufgestellt, darunter werden Sonnenblumenkerne ausgestreut und jeden Morgen legt der Liebste einen halbierter Apfel in den Schnee. Trotzdem kommen die Piepmätze in diesem Jahr nicht so zahlreich wie in früheren Jahren. Wir vermuten, dass die Nachbarn einfach schmackhaftere Körner im Angebot haben und Rotkehlchen, Meisen, Spatzen und Finken sich dort reichlich versorgen.
Aber vielleicht liegt es auch an einer dicken und kampflustigen Amsel, die besonders den Apfel als persönliches Eigentum betrachtet und ihn eifersüchtig bewacht.

Sie versteckt sich in der Tuja neben der Terrasse, um dann mit schnellem Flügelschlag und weit aufgesperrtem Schnabel jeden anderen Futter suchenden Vogel in die Flucht zu schlagen. Einzig ein paar Tauben trotzen dem Wüterich und ein unerschrockener Buchfink. Aber auch der wagt sich nicht ins Futterhäuschen, sondern sucht unverdrossen im Schnee nach Körnern, Nuss- und Sonnenblumenkernen…

(Das Bild ist etwas unscharf, weil ich durch das seit Wochen ungeputzte Fenster fotografiert habe, aber wer putzt bei diesem Wetter schon Fenster … und schon gar nicht eines, das man nur von außen und mit Hilfe einer kleinen Leiter bearbeiten kann!!!)
Und noch ein Bewohner des Gärtchens wagt sich an den Futterplatz unterm Tisch im Schnee: Eine kleine wunderhübsche Maus!

Doch seit sie von der frechen dicken Amsel heftig attackiert wurde, präsentiert sie sich nicht mehr so frank und frei, sondern legt sich gut geschützt und getarnt auf die Lauer:

Irgendwie habe ich es nicht geschafft, den Bildausschnitt zu vergrößern …. lediglich die Kringel konnte ich so fabrizieren, dass der unvoreingenommene Betrachter einen kleinen Hinweis auf das Mäuschen erhält.
Vielleicht mache ich in meinem noch neuen Ruhestand mal einen Volkshochschulkurs: “Digitale Fotobearbeitung für Senioren”! Den hat der liebste Gatte mit Erfolg absolviert, leider hat er aber nun so viel mit seinen eigenen Bilder zu tun, dass er für mein Mäuschen keine Zeit hat. Typisch Rentner!
…
Nachschlag:
Ich muss mich bei meinem Rentner entschuldigen. Er hat sich mit der Maus beschäftigt:

Ist sie nicht süß?
Vielleicht hat der Liebste ja auch noch Zeit für mein Mäusesuchbild…
Suchbild… 25. November, 2009
Posted by Rika in neues vom gärtchen.add a comment
Wenn eine zwar fotografisch interessierte, aber nur mäßig begabte Person den Amseln beim Futtern zuschaut und beschließt, dieses aufregende und interessante Schauspiel für die Ewigkeit zur eigenen Erbauung im Bild festzuhalten, kommt das dabei heraus:

Es ist nicht viel zu sehen von dem großartigen Spektakel, das die Amseln alljährlich in der Eberesche veranstalten, wenn sie sich daran machen, die reifen Früchte zu ernten! Es sind wahre Künstlerinnen und Künstler unter ihnen, die in akrobatischen Manövern auch die Beeren zu erreichen suchen, die sich außerhalb ihrer Schnabelreichweite befinden. Zum Glück können die Beerenfresser fliegen …
Mir gefällt das Bild trotzdem!
Inzwischen ist die Eberesche vollkommen blätterlos und nahezu kahl gefressen. Nur ein paar einzelne Dolden hängen noch an einigen äußersten Zweigspitzen … und die Amseln sind wohl satt, jedenfalls haabe ich schon seit Tagen keine mehr im kühnen Anflug auf die Beeren beobachten können …
Vielleicht sollte ich das Bild ein wenig bearbeiten? Aber auch das will gekonnt sein …. ähhhhhämm….
Spiegelbilder und Gefechte… 25. Mai, 2009
Posted by Rika in neues vom gärtchen.2 comments
Vor einigen Jahren zerbrach mir ein Garderobenspiegel in mehrere Teile, einige davon schienen mir noch brauchbar für irgendeine kreative Idee …
Und als wenige Monate danach der Sommer mit seinen vielen Gärtchenaktivitäten anbrach, wusste ich plötzlich, was mit der größeren Spiegelscherbe zu tun sei:

Ich platzierte sie im Efeu an der rückwärtigen Mauer des Gärtchens …
Unscheinbar …
Doch immer wieder verblüfft der Spiegel Freunde und Bekannte die uns besuchen: “Sagt mal, habt ihr da ein Loch in der Mauer?”
Einen Sommer lang lehnte die Spiegelscherbe auf dem unteren Absatz an der Wand und wurde so zur Bühne für eine junge Amsel, die hin und her stolzierend sich von allen Seiten beäugte (ich schrieb darüber).
Leider brach ein weiteres Stück des Spiegels ab und so wurde er im wieder wachsenden Efeu neu ausgerichtet. Von Zeit zu Zeit beschneiden wir das wuchernde Kraut ein bisschen damit der Spiegeleffekt nicht ganz verloren geht.

Seit Tagen nun beobachteten wir einen jungen Spatzen, der sich jeden Morgen zur Frühstückszeit (unserer!) immer wieder vor dem Spiegel einfindet, aufgeregt auf und ab flattert, die Federn aufplustert und sich minutenlang mit seinem Spiegelbild einen flatterhaften Kampf zu liefern scheint. Anfangs sind wir immer ganz hektisch ins Gärtchen gelaufen, um dem armen Vogel, der dem ersten Anschein durch das “Loch” fliegen wollte, zur Hilfe zu eilen und ihm einen Ausweg zu zeigen … aber das hatte das Kerlchen nicht nötig, flog er doch sofort davon, wenn wir uns näherten. Und da er immer wieder mit großem Elan seine Spiegelfechtereien in schöner Regelmäßigkeit am Morgen – und nur zu dieser Tageszeit – kunstvoll ausübt, lassen wir ihm das Vergnügen und stören ihn nicht mehr mit unserem Hilfsangebot…
.
Ich muss gestehen, dass Spiegel auch auf mich eine gewisse Faszination ausüben … und ich inzwischen einige Spiegelbilder aufgenommen habe …

.

…
Zaunkönig … 16. Dezember, 2008
Posted by Rika in neues vom gärtchen.add a comment
Unser kleines Gärtchen ist ein Eldorado für Vögel, jedenfalls kommt es mir so vor, wenn ich – egal ob im Sommer oder jetzt in der kühlen Jahreszeit – für eine Weile das flatterhafte Treiben im Gärtchen beobachte.
Regelmäßige Besucher sind Amseln, Drosseln, Meisen (Blau – Tannen- Kohl-), Buchfinken, Sperlinge, Rotkehlchen, Ringeltauben, Elstern, Grünfinken, Kleiber und Zaunkönige.
Apropos Zaunkönig,
weiß jemand, warum der Zaunkönig Zaunkönig heißt? Hier wird zwar der lateinische Name erklärt (vielen Dank, das hilft mir wirklich weiter), nicht jedoch die mundartlich-deutsche Bezeichnung für diesen zierlichen Winzling. Immerhin erfahre ich aber einiges über seinen Lebensraum und dass er verwilderte Gärtchen liebt. Na, da ist er bei uns zumindest in Teilen des Gärtchens gerade richtig.
Und ist er wirklich ein König der Zäune… ? Und wenn ja, hat er dabei eine besondere Vorliebe für kleine, große, hohe, geschlossene, Staketen, Maschendraht, lebende aus verschiedenen Pflanzen, für Zäune aus Holz oder solche aus Metall, für diese hässlichen Dinger aus dem Baumarkt, die an Stuttgart Stammheim denken lassen oder an “my home is my castle”?
Aber wozu braucht ein Zaunkönig überhaupt einen Zaun? Er kann doch mühelos über alle Grenzen hinweg und jeden Zaun missachtend fliegen wohin er will und sich dort niederlassen, wo es ihm gefällt?
Nett ist die Geschichte zur Klärung der Namensgebung, die ich hier fand. König der Vögel, wollte er also sein, der kleine Kerl! Und mit List und Tücke wäre es ihm ja auch fast gelungen, folgt man dieser Erklärung.
Könnte man sich aber ernsthaft einen Zaunkönig im Bundestag vorstellen, ich meine, so als Sinnbild für die Größe und Herrlichkeit des Staates aller Deutschen? List und Tücke als staatstragende Tugenden, nein, das passt nun wirklich nicht zu unseren politischen Vertretern, die doch immer und ausschließlich nach Recht und Gesetz vorgehen … … so sollen wir’s jedenfalls glauben!
Ein Adler wurde in unserem Gärtchen jedenfalls noch nie gesichtet, wohl aber schon ein richtig gefährlicher Raubvogel: ein Trumfalke hatte sich vor einiger Zeit in der Eberesche nieder gelassen, hatte dann aber doch entschieden, dass das Gärtchen zum Jagdrevier nicht tauge und war wieder verschwunden. Ab und zu schaut ein Eichelhäher vorbei und im Sommer kam öfter ein Specht zur Besichtigung des vorhandenen Baumbestandes, der, wie ja bekannt, aber sehr überschaubar ist und den Specht nicht zu weiteren Aktivitäten einlud.
Mir ist das schon ganz recht, Meisen und Rotkehlchen passen schon von der Größe her viel besser zum Gärtchen, nur die Dompfaffen, die vor einigen Jahren das Futterhäuschen heimsuchten, die könnten gerne mal wieder vorbeifliegen… ich würde mich jedenfalls sehr freuen!
Die Vogelpopulation hat sich übrigens deutlich vergrößert seit der Vor-vorbesitzer des Reihenhauses neben uns ausgezogen ist und seine Katze mitgenommen hat. Schade eigentlich, das war eine nette Familie … wenn man den Kater nicht mitzählt… und so sehr ich mich auch über die zahlreichen Vögel freue … die Nachbarn vermisse ich … sehr!
Zeit für die Eberesche … 8. September, 2008
Posted by Rika in neues vom gärtchen, vermischtes.add a comment
… hier mal wieder in Erscheinung zu treten.
Schon im Frühjahr hatte ich sie würdigen wollen, trug sie doch so viele weiße wunderschöne Blütendolden wie nie zuvor! Nur ärgerlich, dass die langsam verblühenden winzigen Blütenblättchen sachte vom Baum rieselten wie Schnee und nach und nach Terrasse und Rasen bedeckten – leider tauten sie nicht weg wie der Schnee das normalerweise zu tun pflegt, sondern mussten als hässlich bräunliche Masse mühsam von den Waschbetonplatten gekehrt (wann kriege ich endlich pflegeleichte Fliesen … seufzzzzz) und täglich neu von der Teichoberfläche abgefischt werden… im Teich machen sich die Bütenblätterreste nämlich gar nicht gut!
Die Beeren, die jetzt tiefrot an den Zweigen hängen, übrigens auch nicht!
Deshalb habe ich eine Kombination aus Tippi und Mückennetz über dem kleinen Miniteich errichtet, sieht ein bisschen blöd aus, verhindert aber, dass die Beeren im Teich gären und die Fischchen erst besoffen werden und dann an Alkoholvergiftung jämmerlich eingehen … oder an Faulgasen oder Sauerstoffmangel oder allem!
Aber sonst ist die Eberesche wirklich ein idealer Hausbaum, Schatten spendend im Sommer und Treffpunkt zahlreicher Vögel im Winter – und außerdem sieht sie wirklich ganz wunderschön aus, finde ich. Meine Nachbarn meinen, sie könnte mal ein bisschen gekappt werden, weil sie doch ganz arg hoch geworden ist und nicht nur unsere Terrasse angenehm beschattet, sondern die der Nachbarn auch gleich mit, was die nicht so gut finden. Die einen frühstücken gern in gleißendem Sonnenlicht (schrecklich für die Augen), die auf der anderen Seite lieben die Nachmittagssonne. Beiden steht der Baum im Weg. Zu dumm, dass die Sonne wandert … und so von morgens bis zum späten Nachmittag den Ebereschenschatten verursacht.
Nun ja, ich liebe meine Eberesche!
Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich sie als ziemlich kleine und mickerige Pflanze davor bewahrt habe, vom Gärtner der Grünanlage am Spielplatz, an dem sie sich wundersamerweise unter einem niedrigen Zaun selbst angepflanzt hatte, ausgerupft und auf den Abfall geworfen zu werden?
Liebevoll und behutsam habe ich das zarte Pflänzchen (eigentlich waren es drei dicht beieinander stehende Triebe) ausgebuddelt und sorgsam in meinem Balkonkasten wieder eingepflanzt. Als wir ein oder zwei Jahre später aufs Land zogen und hinter dem neu erworbenen Reihenhaus nur Kargland vorfanden, wurde das immer noch kleine Ebereschenbüschchen an der frisch angelegten Terrasse in eigens dafür angekarrte gute Walderde gesteckt – seitdem wächst es und wächst es und ist ein richtig hoher Baum geworden mit inzwischen vier separaten, aber immer noch nah beieinander stehenden Stämmen.
Vor ein paar Jahren haben wir einen armdick gewordenen Nebentrieb entfernt und auch einige längere Äste abgesäbelt, weil sie zu sehr über den Gartentisch reichten und die Vögel von dort in die Kaffeetasse oder den Kartoffelsalat … eben!
In diesem Jahr gibt es viele, viele Beeren – ich erwähnte ja die vielen, vielen Blüten -,
aber, wie es scheint, nur sehr wenige Amseln. Die sind üblicherweise die Hauptabnehmer der kleinen Früchtchen, aus denen man zwar auch Marmelade kochen könnte, aber sooo sehr lockt mich das nun doch nicht!!!
(so sieht man aus dem Dachfenster auf das “Bäumchen”)
Im Geiste (und aus Erfahrung weiß ich, dass es so kommt) sehe ich mich schon wochenlang fegen und harken, bis endllich, so kurz vor Weihnachten, keine einzige Beere mehr am Baum hängt.
Es soll übrigens kalte Winter geben, wenn die Bäume so zahlreiche Früchte tragen – aber seit die letzte Winterwetterprognose überhaupt nicht zutraf, bin ich mit meinen Vorhersagen etwas vorsichtiger geworden.


