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Pause … 29. Mai, 2009

Posted by Rika in Kinder, gesellschaft, schule - kinder.
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Ich wollte immer schon mal darüber schreiben, immer dann nämlich, wenn wieder einmal öffentlich über Gewalt an Schulen geschrieben wurde, über Mobbing oder Ausgegrenztsein,  über Cliquenbildung und Streit und böses Spiel auf den Schulhöfen während der Pausen an vielen öffentlichen Schulen…  Während meiner Aufsicht heute dachte ich wieder daran …  ein Schüler war zu mir gekommen mit einem Anliegen …

Denn an meiner Schule ist das so:

Zwei große Pausen  von je 20 Minuten gliedern den Schultag  in drei Unterrichtsblöcke, kleine Pausen während der Blöcke werden je nach Situation in den Klassen intern geregelt.

Unseren 135 Schülern stehen drei Schulhöfe zur Verfügung.

Der „Coolhof“ ist den „Großen“ (Mindestalter 15 Jahre oder  Ausnahmeregelung) vorbehalten.  Der Name wurde in einem Wettbewerb von den Schülern selbst erfunden und  da stehen sie dann lässig und cool beieinander oder spielen Fußball oder Torwandschießen, je nach Laune, Lust und Wetter. Natürlich ist eine „Aufsicht“ für den Coolhof zuständig.

Die „Kleinen“ (Schüler des Grundschulbereichs) treffen sich im rückwärtigen Gartenbereich der Schule,  Klettergerüst und Sandkasten samt Spielzeug werden intensiv genutzt oder auch  der Innenraum der „Spieleaufsicht“, wie wir intern diesen Bereich nennen. Dort können die Kinder Karten oder andere „ruhige“ Spiele  spielen. Und da die quirligen Kleinen natürlich auch betreut werden müssen, sind jeweils zwei KollegInnen für die Spieleaufsicht zuständig.

Für alle anderen Schüler gibt es den Schulhof mit Schaukel , Klettergerüstlandschaft, Basketballkorb und Bänken. Und weil eine Aufsicht unmöglich alle Kinder im Blick haben kann, teilen sich drei KollegInnen den Bereich auf, an der Tür – damit ist gleichzeitig die Aufsicht für die Toiletten verbunden, die bei uns jeweils nur von einem Kind genutzt werden darf (zu jedem  Klassenzimmer gehören auch sanitäre Anlagen, so dass entsprechende Bedürfnisse nicht unbedingt in der Pause erledigt werden müssen!) -,  in der Mitte und  vor dem sogenannten Westtrakt.

Da an unserer Schule aber Kinder unterrichtet und intensiv betreut werden, die mit sich und vielen anderen Menschen häufig Schwierigkeiten haben und es an schlechten Tagen einfach nicht auf den diversen Schulhöfen aushalten können, haben wir vor einigen Monaten das sogenannte  „Schmolland“ eingeführt:  In einem Klassenraum werden die Schüler, die akut Probleme damit haben mit den Mitschülern klar zu kommen, von zwei KollegInnen betreut

Das bedeutet, dass wir in jeder Pause mit 8 KollegInnen die Aufsicht für unsere 135 Schüler führen. Hinzu kommt noch die „Frühaufsicht“ vor Unterrichtsbeginn, zu der  ebenfalls  drei KollegInnen gehören und zum Schulschluß die „Taxenaufsicht“, die von einer Kollegin, einem Kollegen  übernommen wird und dafür sorgt, dass alle Schülerinnen und Schüler stressfrei den Heimweg antreten können. (Die überwiegende Mehrheit unserer Schüler wird in Minibussen und Schülertaxis zur Schule und wieder nach Hause gebracht.)

Zusätzlich gibt es an drei Tagen der Woche „Streitschlichter-Angebote“ durch pädagogische Mitarbeiter und entsprechend ausgebildete Schüler während der Pausen und die Möglichkeit für Schüler, sich in die Bücherei zurückzuziehen, die natürlich auch von einer Kollegin betreut wird.

Die Schulordnung regelt neben vielen allgemein üblichen Dingen auch den Umgang mit- und untereinander.

Gewalt wird strikt geahndet, dazu gehören schon so „einfache“  wie Beleidigungen, Drohungen   oder ähnliche verbalen Formen der Gewalt. Die Schüler müssen sich  – auch für scheinbar „normale“ -  Beleidigungen entschuldigen, eine Wiedergutmachung leisten für Attacken auf die persönliche Integrität des Angegriffenen.   Auf verbale Gewalt mit körperlichen Attacken zu reagieren, geht natürlich gar nicht! Das zieht Gespräche mit der Schulleitung und den Eltern nach sich … Sozialleistungen (im Bereich der Schule) müssen neben Entschuldigung und Wiedergutmachung erbracht werden.  Es ist ein langer und manchmal auch mühsamer Prozess des sozialen Lernens den unsere Jungen und auch Mädchen durchlaufen  …  (es sind überwiegend Jungen, die in den normalen Schulen auffällig werden)

Die Schülerinnen und Schüler wissen, dass sie sich jederzeit an die Erwachsenen  und eben auch während der Pause an die Aufsicht wenden können wenn sie in Schwierigkeiten verwickelt werden und sie diese nicht selbst lösen können. Und so kommt es in beinahe jeder Pause vor, dass  ein Kind sagt:  „Frau / Herr Sowieso, ich habe eine Beschwerde gegen … “ oder  „Hansi provoziert mich“ oder „Können Sie mir mal helfen“ …   so wie heute (siehe oben) …  ein Kind, das vor einigen Monaten – als es neu zu uns kam -  noch den Konflikt „auf seine Weise“ gelöst hätte ….   Es  gelingt es uns  durch Nachfragen bei  Beteiligten, durch Vermitteln und Verständnis  eine Situation zu entschärfen bevor ein schwerwiegender Konflikt entstehen kann. Die Schüler lernen so Schritt für Schritt wie sie mit Konflikten besser und konstruktiver umgehen können, als sie es bisher zu Hause oder an ihrer Regelschule erfahren haben.

Meistens sind die Pausen ruhig und friedlich, spielen die Kinder  und Teenies  miteinander.

Manchmal fällt ein Kind auf, das sich zurückzieht und von den anderen fern hält. Wir fragen nach, haken nach: „Was ist mir dir?“ oder fragen den Kollegen, die Kollegin: „Weißt du was mit Hans / Franzi ist?“

Manchmal braucht ein Kind einfach etwas Ruhe und manchmal eine Streicheleinheit.

Manchmal muss auch bei einem (allzu) heftigen Rollenspiel (wir sagten früher „Räuber und Gendarm“ zu solchen Spielen) nachgefragt werden: „Spaß oder Ernst?“ oder „Bist du damit einverstanden, dass dich  ein Mitschüler ‘gefangen nimmt’?“

Kinder kommen und erzählen über ihre kleinen Freuden oder ihre Kümmernisse,  wir trösten sie oder lachen mit ihnen…

Wir sind da, kennen unsere Schüler,  haben sie im Blick, nehmen sie ernst…

Doch manchmal können selbst wir nicht verhindern, dass ein Problem zu einem Konflikt wird und ein Streit zu einem Schlagabtausch nicht nur mit Worten führt. Aber das ist die Ausnahme, die absolute Ausnahme. Das ist nicht selbstverständlich an einer Förderschule mit Schwerpunkt „Soziale und  Emotionale Entwicklung“

Jeder von uns Mitarbeitern (LehrerInnen / päd. MitarbeiterInnen)  hat  eine Aufsicht pro Tag  …  und andere Pausen werden für Gespräche (mit Schülern, Eltern) ( mit Kollegen über Schüler, Eltern und deren Probleme) „genutzt“.

Ja, und „manchmal“ hat man auch das Vergnügen, die Pause einfach nur im Lehrerzimmer in Ruhe zu verbringen…

…. und man kann es gerne hochrechnen wieviel LehrerInnen an aner „normalen“ Schule mit 300 – 800 Schülern täglich Aufsicht führen müssten …

Bedenkenswert  wäre es vielleicht schon angesichts vieler Kinder und Jugendlicher, die unter verbaler und/oder  körperlicher Gewalt in den Pausen an ihren Schulen leiden …

Reli – missverständlich…? 26. April, 2009

Posted by Rika in christsein und glauben, gesellschaft, schule - kinder.
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Nein,

ich will an dieser Stelle nicht  die Diskussion um Sinn und/oder Unsinn des Religionsunterrichts anheizen,  auch rühre ich nicht die Werbetrommel für die Teilnahme am Volksentscheid in Berlin – dazu wäre es eh viel zu spät.

Ich möchte Gefühle und Gedanken wiedergeben,  die mich – je nach Beitrag -  beschleichen oder mit voller Wucht niederdrücken, wenn ich die zahlreichen Blogeinträge anderer Blogger zu dem Thema lese.

Ich kann mich ja irren oder nur „selektiv wahrnehmen“  (wie man so schön  in der Psychologie  der Wahrnehmung das Phänomen   bezeichnet, wenn man „nur“ das noch mitbekommt, was die eigene Position stärkt, bzw. das aufnimmt, was ihr empfindlich entgegensteht, sehr verkürzt gesagt!),  aber mir drängt sich schon sehr der Eindruck auf, dass in den vielen Beiträgen vor allem die „Anti-Reli-Fraktion“  das Wort ergreift und sich in einer Weise äußert, die ich Besorgnis erregend finde. Nicht etwa, weil ich Angst hätte, die Diskussion in Berlin könnte der Anfang einer Entwicklung sein, in der der Religionsunterricht tatsächlich mehrheitlich von den Stundenplänen in Deutschland gestrichen würde.  Nein, es ist eher die unverblümt geäußerte Verachtung vieler Blogger, die sie (allem und vor allem christlich)  Religiösen entgegenbringen  -  unterschwellige Wut auf Christen-Kirche-Fromme bricht auf, manche Beiträge scheinen mir geradezu hasserfüllt zu sein -, die  mich zunehmend mehr irritiert.

Ich will hier nicht darüber reflektieren, ob sich darin einfach nur der Frust über „selbst durchlittenen“ Reli-unterricht Bahn bricht oder damit eine gesellschaftliche Wirklichkeit repräsentiert wird, die (für mich erschreckend) deutlich macht, wie weit die Säkularisierung unserer Gesellschaft fortgeschritten ist, wie sehr “ Entkirchlichung“,   „Entchristlichung“, ja sogar „Entgöttlichung“   Raum gewinnt. („Entgöttlichung“ gemeint als der Prozess, der die Anwesenheit   Gottes in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in dieser Welt und Schöpfung, wie sie im Judentum und im Christentum bezeugt und verstanden wird,  in der Öffentlichkeit und im Privaten  zunehmend negiert.)

Machen wir uns nichts vor, das Bedürfnis der Menschen nach Religion, nach Religiösem, hört ja mit der Existenz der „Kirchen“ nicht auf und  ist auch nicht an das gebunden, was gemeinhin als Monotheismus bezeichnet wird. An die Stelle der Religion im klassischen (deutschen) Verständnis von Religion vor allem als  Christentum und Judentum, neben  Islam, Buddhismus, Hinduismus – um die großen Religionen zu benennen, sind doch längst viele andere „Ersatzreligionen“  getreten, denen  mit großer Inbrunst angehangen wird.

Die Sehnsucht des Menschen nach dem, was ihm Kraft und Trost gibt, was über ihn hinausweist und dem er sich „hingeben“ kann als Glaubender, Liebender, Erwartender, dem er sogar bereit ist sich unter zu ordnen ist doch universal und berührt die tiefsten Gründe des eigenen Selbst und Seins.

Wenn ich in Blogbeiträgen und Kommentaren die unverhohlene Verachtung des an das Christentum gebundene  Religiösen lese, frage ich mich aber schon,  voraus sich die Ethik der Anti-Religion-Befürworter speist, womit / wodurch  ihre vermeintliche Toleranz erklärt und getragen wird,  welche Wurzeln ihre als „humanitär“ erachtete Einstellung hat und wie im wesentlichen ihre „Werte und Normen“ fortgeschrieben werden.

Geben sich die, die so vehement gegen (vermeintlich) „christlichen“ Religionsunterricht auf die Barrikaden gehen, eigentlich auch Rechenschaft darüber, was „die Welt im Innersten zusammenhält“, was ihre ureigensten Motive und die Basis ihres Handelns sind?

Und lässt sich das hinreichend und zukunftsweisend  im Fach „Ethik“ erklären, lehren und auch einüben? Wertvorstellungen, Einstellungen  und Haltungen finden doch ihren Niederschlag im Tun, im Handeln. Sie stehen doch nicht für sich,  isoliert von der gesellschaftlichen Realität, quasi – wie  in einem  Elfenbeinturm philosophischer Betrachtungen – über den Niederungen des Alltags.

Und was ist von der Toleranz derjenigen zu halten, die den Ethikunterricht bejahen, den Religionsunterrichts aber aus ideologischen und/oder ethischen Gründen mit aller Intoleranz vehement bekämpfen, denn welche Gründe, wenn nicht ideologische,  sprechen gegen den Religionsunterricht als einen möglichen Ort der Auseinandersetzung um das, was uns ausmacht? Und wieso sollte man diesen Raum/Ort  nicht nutzen DÜRFEN?

Bei uns in Niedersachsen haben Schüler die Möglichkeit, anstelle des Religionsunterrichts das Fach „Werte und Normen“ zu wählen. (Gar nichts geht nicht!)

Unsere Kinder konnten sich – bis auf eines – auch in der Oberstufe für den Religionsunterricht entscheiden. Unsere Tochter „musste“ Werte und Normen nehmen, weil „Reli“ schon voll war und ein weiterer Kurs in ihrer „Leiste“ nicht angeboten wurde. Sie berichtete ua.  von spannenden Diskussionen um Gen-et(h)ik, die letztlich fast immer bei Fragen nach Gott und Glauben landeten…

Ich denke, es muss in die Freiheit der Eltern und Schüler gestellt sein, wie und wo sie sich mit existentiellen Fragestellungen auseinandersetzen.

Es ist nicht nur eine Frage der Toleranz, ob die Freiheit zu wählen gegeben ist oder nicht.

Ein Bericht über eine spannende Diskussion zum Thema „Ethik und/oder Reli“  findet sich hier, lesenswert!

Geld … 24. April, 2009

Posted by Rika in gesellschaft, schule - kinder.
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ein junge wacht morgens auf

neben seinem bett liegt ein geldschein

50 euro

sagt der junge

und auch

dass er daran gemerkt habe

dass er geburtstag hat

er wäscht sich

zieht sich an

frühstückt nichts

wie jeden morgen

allein

-  die mutter schläft noch -

wartet auf das schülertaxi

das ihn zur schule fährt

.

Hey, du hast heute Geburtstag!

Herzlichen Glückwunsch!

.

Mitschüler, Lehrerinnen, Lehrer, alle Mitarbeiter an der Schule gratulieren!

.

manche mütter haben ihre kinder einfach nicht verdient!

Was wird auch diesen Kindern?

„Aberglaube“? … keine Spur! 13. Dezember, 2008

Posted by Rika in schule - kinder.
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ICH  bin definitiv nicht abergläubig …

ABER

GLÄUBIG !!!

Nur damit das klar ist!

Nachdem ich vorgestern so enthusiastisch verkündet habe, dass in der 13-jährigen „Adventcafe-Tradition“

NOCH  NIE !!!

etwas passiert sei, muss ich heute  (gefühlt immer noch Freitag)  vermelden, dass ein mittleres Unglück  nicht verhindert werden konnte.

Zum Glück ist aber außer dem Bottich für den Punsch (siehe Bild im vorigen Post) keinem anderen ein Leid geschehen, den Bottich hat es aber voll erwischt, wie meine liebsten Schüler es wohl bezeichnen würden. In unglücklicher Verstrickung mit der Kapuze eines vor ihm sitzenden Schülers (die Details -  insbesondere zur Sitzposition des Schülers -  zu berichten erspare ich mir hier, könnte aber auf hartnäckiges Nachfragen sehr wohl Antwort geben) wurde der Bottich zu Boden gerissen und ziemlich beschädigt, so dass durchaus nicht klar ist, ob er in der nächsten Woche noch zu Diensten stehen kann oder wird. Der verstrickte Schüler wurde zu meiner großen Erleichterung nicht in Mitleidenschaft gezogen, sprich, nicht verletzt, erschlagen, verbrüht, verbrannt oder dergleichen… er hatte gleichwohl und allerdings und lediglich die Aufgabe, geschätzte 6 Liter Punsch, die sich in die Küche – respektive auf den Küchenboden – ergossen hatten, aufzuwischen und mit soviel klarem Wasser nachzuspülen, bis man die Küche durchqueren konnte, ohne am Boden kleben zu bleiben  ….  Punsch schmeckt und klebt vorzüglich und eignet sich auch als Haarfestiger, wie der betroffene Schüler aus eigener Erfahrung am Ende dieses Schultages  berichten konnte.

Die Frage, wie der Punsch in die Haare geriet, lass ich hier unbeantwortet! Es reicht die Feststellung, dass die Haare gepunscht waren…

… und der Punsch nicht gepanscht!

Und überhaupt ist (seit gestern, Donnerstag)  heute (gefühlt immer noch  Freitag, der 12. Dezember!)  zwar seit 13  Jahren Adventcafe in der Schule, aber sonst alles in Ordnung und mit der 13 hat das nichts zu tun und ich bin nicht abergläubischschsch, nö, nö,nö!

Es war halt einfach eine unglückliche Verstrickung von Bottich und Kapuze.

Das kann ja mal vorkommen!

Morgen, Kinder, wird’s was geben … 10. Dezember, 2008

Posted by Rika in schule - kinder.
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… genauer gesagt, ab morgen!

Dann hat wieder das „Adventcafe“  in der Aula der Schule geöffnet … es gibt zwar keine Geschenke, aber Kuchen und Plätzchen (selbst gebacken) , Kakao und Punsch,  einen Mal- und Büchertisch … Kerzen  und   Tannengrün … und  ganz viel Leben!

Heute Nachmittag sah es in der Aula so aus:

adventcafe-in-der-aula

Blick von der Aula-Küche …

dsci0009

… durch die geöffnete Tür zur Küche sieht man schon den großen Bottich für den Punsch …  (das 50-jährige Jubiläum haben wir im letzten Jahr gefeiert!) …

ankündigung-der-geburt-jesu

… die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium erzählt die Ankündigung der Geburt Jesu  – darum ja auch Advent …

….   der Büchertisch wird morgen bestückt, die Kiste steht schon bereit … mit Kinder- und Jugendbüchern aus dem eigenen Fundus, Weihnachtsgeschichten, Bilderbüchern, Kalendern und dem „Anderen Advent“ …  und mit Papier und Malblöcken und auch Mandalas zum Ausmalen und ganz vielen  Buntstiften …

Als ich vor 13 Jahren zum ersten Mal mit Schülern meine Idee zu einem „Adventcafe“  für die ganze Schule verwirklichte, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass daraus eine gute Tradition unserer Schule werden würde, zu groß war die Skepsis meiner Kollegen damals:  „Brennende Kerzen, Gebäck und Getränke  in netter Atmosphäre, glaubst du denn im Ernst, dass das gut geht …  bei unseren Schülern???

Es ging gut.

Es ging sogar sehr gut! In all den Jahren hat es weder gebrannt, noch sind andere mehr oder weniger schwerwiegende Vorfälle passiert, die man bei „unseren Schülern“  nicht einmal ungewöhnlich finden würde.

„Unsere Schüler“   sehnen sich wie alle anderen Menschen auch ein kleines bisschen nach „Ruhe und Gemütlichkeit“ würde Balou wohl sagen …  und danach, dass sie einfach mal  Schule, Mitschüler und Lehrer  in so ganz anderer Art und Weise erleben und genießen können …

Morgen werden  Schüler Kuchen und Kekse verteilen, Kakao und Punsch ausschenken und anschließend das gebrauchte Geschirr abwaschen und die Tische neu eindecken für den nächsten Tag  (bis nächste Woche Donnerstag ist das Cafe an den Schultagen geöffnet) …  und Schüler, die sich sonst vor fast jeder Arbeit drücken, sind stolz darauf, im Cafe bedienen zu dürfen … und ich bin stolz auf meine Schüler!

Bildungsgipfel … 24. Oktober, 2008

Posted by Rika in gesellschaft, meine persönliche presseschau, schule - kinder.
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Eine Veranstaltung einen „Gipfel“ zu nennen, die sich lediglich einem Maulwurfshügel gleich aus der öden Ebene erhebt, das ist in der Tat ein Gipfel, der Gipfel der Unverschämtheit und der Volksverdummung nämlich, womit er das Gegenteil dessen darstellt, was er vorgibt sein zu wollen!

Bildungsgipfel

Bessere Kitas, bessere Schulen, bessere Lehrpläne, bessere Ausbildungsbedingungen, bessere Unis, bessere Professoren, bessere Studienbedingungen, bessere Schüler, bessere Eltern, bessere Lehrer ….

Ich kann es nicht mehr hören!

Haben sich die, die den Bildungsgipfel bestiegen, je in die Niederungen deutscher Bildungseinrichtungen begeben? Wissen sie überhaupt, wovon sie reden, wenn sie davon schwadronieren, Bildung auch für Kinder „bildungsferner Schichten“ möglich machen zu wollen? Ist es nicht vielmehr ein Armutszeugnis ersten Ranges für das „Bildungsland Deutschland“, dass es diese „bildungsfernen Schichten“ überhaupt (noch) gibt und dass diese in den letzten Jahren trotz aller Bemühungen nicht weniger geworden sind, sondern eher zugenommen haben – und das liegt nun wirklich nicht NUR an den Migranten, auf die man ja so gerne entschuldigend verweist, wenn Schulen unter dem „Durchschnitt“ liegen.

Kennen die Bildungspolitiker die maroden Schulgebäude, die man Kindern und Jugendlichen zumutet, haben sie je in letzter Zeit ihre Notdurft auf einem ekelhaft stinkenden Schulko verrichten MÜSSEN? Haben sie eine Ahnung davon, wie wenig einladend die Pausenhöfe, Gänge und Klassenräume sind, in denen Kinder und Jugendliche ihr mitgebrachtes Pausenbrot zu sich nehmen müssen? – Davon, dass es viel zu viele Kinder gibt, deren Eltern sich gar nicht um das Essen kümmern, das ihre Kinder während eines 6 oder 7 oder 8 Schulstundentages dringend brauchen, will ich gar nicht erst reden.

Wie viele Kitas haben sie besucht? Was wissen sie von der Belastung der Erzieherinnen und Erzieher, die zu zweit 20 bis 25 Kleinkinder eben nicht nur tagsüber „hüten“, sondern einen anspruchsvollen „Bildungsauftrag erfüllen sollen und auch wollen, aber nur selten wirklich können, weil die Bedingungen es einfach nicht hergeben, sich intensiv um die Kinder, die ja bekanntlich „unsere Zukunft“ sind, zu kümmern und individuell zu fördern – wie man es so schön in den hochtrabenden Plänen lesen kann!

Wann hat je ein Bildungspolitiker vor einer Klasse mit 25 – 30 Schulanfängern gestanden und versucht, dem Bildungsauftrag gerecht zu werden, der damit beginnt, Kindern zunächst die elementarsten Dinge des Alltags zu vermitteln, bevor man überhaupt daran denken kann, das einzuüben, was man gemeinhin „Kulturtechniken“ nennt, also Lesen, Schreiben, Rechnen als Grundvoraussetzung für alles andere? Oder wann hat ein Herr / Frau Bildungspolitiker mal eine Woche oder wenigstens einen einzigen Schultag lang in einer ganz normalen Schule um die Ecke hospitiert? Hat einer von ihnen mal eine Sportstunde in einer völlig herunter gewirtschafteten Turnhalle gehalten, in der einem schon in der Umkleidekabine das Mittagessen des letzten Tages hoch kommt …?

Was wissen sie von Förderschülern, die es trotz aller Mühe niemals schaffen werden, einen berufsqualifizierenden Schulabschluss zu erreichen und was von Studenten, die in überfüllten Hörsälen schlecht ausgebildeten Professoren ausgeliefert sind? „Zu lernen wie man lernt“ hieß einmal ein hehres Ziel deutscher Pädagogen, aber setzt das nicht voraus, dass Professoren auch „lehren müssen, wie man lehrt“? Was nützen denn die 100sten Aufsätzchen und Veröffentlichungen der Professoren, wenn sie im Hörsaal an den Studenten vorbeireden? Wozu Forschung in vielen Gebieten (von der Anwendung in Betrieben, der Wirtschaft oder Medizin mal abgesehen), wenn sie nicht auch adäquat an den Mann, die Frau gebracht werden kann, weil einfachstes Grundwissen der „Lehre vom Lehren“ nicht vorhanden ist? Doch Frau Schavan hält es nicht für erforderlich, die Exzellensinitiative an den Universitäten auf die LEHRE auszudehnen , so jedenfalls ging es aus einem Interview hervor, dass ich gestern oder vorgestern im D-Radio zum Thema „Bildungsgipfel“ verfolgte!

Nachwuchs fehlt allenthalben, hört man. Aber um die bereits vorhandenen Kinder und Jugendlichen schert man sich einen Dreck!

Jahr für Jahr werden hochqualifizierte Lehramtsstudenten nach dem 1. Staatsexamen in die Warteschleife verschoben, bevor die Glücklichen unter ihnen einen Platz im Ausbildungsseminar und ergattern und als Referendar in einer Schule den zweiten Abschnitt ihrer Berufsausbildung beginnen können, und Jahr für Jahr werden fix und fertig ausgebildete Lehrinnen und Lehrer nach dem zweiten Staatsexamen in die nächste Warteschleife geschickt oder mit sogenannten „Feuerwehrverträgen“ abgespeist, die sinnvoller Weise so ausgelegt sind, dass die (Sommer)Ferienzeiten nicht bezahlt werden, weil die Verträge nur die reine Unterrichtszeiten umschließen. Was ist das für eine Volkswirtschaft, die meint, sich den Luxus leisten zu können, junge Menschen auszubilden und dann in die Arbeitslosigkeit zu entlassen? Lehramtsstudenten fahren ein hohes Risiko, sind sie doch für einen Beruf ausgebildet, der ihnen wenig Möglichkeiten in der sogenannten freien Wirtschaft bietet, wenn sie NICHT in den Schuldienst übernommen werden. (Davon, dass sie, wie Studenten anderer Fachrichtungen auch, in etlichen Bundesländern Semester für Semester 500 Euro zusätzlich zu den ohnehin immer schon anfallenden Kosten nun an Studiengebühren zahlen müssen, will ich gar nicht erst sprechen! Und auch nicht davon, dass viele auf einem Riesenberg an Schulden sitzen, weil sie ihr Studium nur mit Hilfe von Krediten finanzieren konnten (und Lehrergehälter nicht so besonders üppig sind, dass man die Schulden in zwei drei Jahren mal eben so abbezahlen könnte!).

Andererseits rekrutiert man in einigen Bundesländern Hausfrauen, Pensionäre und Quereinsteiger, um den immer wieder in regelmäßigen Zyklen anfallenden und überhaupt nicht vorhersehbaren Lehrermangel zu beheben – und wundert sich dann über schlecht ausgebildete und völlig demotivierte Schüler.

Eine Exzellenzinitiative muss her.

Sicher. Schön und gut. Ich bin ja damit einverstanden, dass hochbegabte und talentierte junge Leute besonders gefördert werden, aber muss nicht im gleichen Umfang auch „in die Breite“ gearbeitet werden? Nicht jeder Schüler verlässt die Schule als Supermann und nicht jeder wird ein Crack in seinem Beruf. Nicht jeder Medizinstudent kann Chefarzt werden und nicht jeder begabte Ingenieur Chefentwickler bei der Motorenabteilung von Porsche oder Mercedes, nicht aus allen BWL-Studenten wird mal ein Spitzenmanager und nicht jeder Jurastudent landet am Bundesgerichtshof . Ob die oder der Einzelne(r) das wirklich wollen, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, aber gerade darum müssen ALLE Studenten Bedingungen vorfinden, die es ihnen erlauben, ihren Möglichkeiten entsprechend EXZELLENT zu sein!

Und dann gibt es noch das schöne alte Argument, dass früher ja auch in großen Klassen unterrichtet wurde und aus diesen Schülerinnen und Schülern schließlich auch etwas geworden sei. Klar, ich bin auch gemeinsam mit 53 weiteren Schülern eingeschult worden, aber damals waren die Zeiten anders. Wer von uns möchte denn zurück in die Fünfziger Jahre – ohne PC, ohne moderne Kommunikationssysteme, ohne Fernsehen, ohne, ohne ohne …?

Kinder von heute wachsen anders auf als es diejenigen taten, die heute über die Bildungschancen der heutigen Kinder und der Erwachsenen von morgen bestimmen. Sie haben die Veränderungen zwar miterlebt, aber noch nicht so verinnerlicht, dass sie daraus die richtigen Schlüsse für ihre Entscheidungen ziehen.

So werden beispielsweise junge Mütter geradezu gedrängt, so schnell wie möglich in den Beruf zurück zu kehren, aber es gibt gar nicht genug Einrichtungen, denen die jungen Mütter guten Gewissens ihre Kinder anvertrauen könnten, und nicht jede Oma ist vor Ort oder hat Kraft, Lust dazu und auch Freude daran, eine weitere Generation groß zu ziehen!!! Viele junge Kinder bleiben sich selbst überlassen und das „wichtigste“ Bildungsinstrument ist der Fernseher oder der PC mit Internetanschluß. Viele Eltern können nicht Schritt halten mit den Erfordernissen der Zeit, können ihren Kindern nicht helfen, sind selbst mit den Anforderungen überfordert die ihnen und ihren Kindern von einem mit viel zu viel „Stoff“ überfrachteten Schulsystem zugemutet werden. Aber die Erkenntnis, dass Eltern und Kinder Hilfe brauchen ist doch nicht neu, das haben wir doch schon in den siebziger und achtziger Jahren diskutiert. Es gab mal eine Forderung, dass an jeder Schule mindestens ein Schulsozialarbeiter angestellt sein solle – ein Witz, wenn man bedenkt, wieviel Zeit pro Schüler zur Verfügung stehen würde, selbst wenn es NUR eine kleine Schule mit ca 150 Schülern beträfe -, doch selbst davon ist man aber immer noch weit entfernt, obwohl es an gut ausgebildeten Sozialpädagogen und Sozialarbeitern nicht mangelt!

Und was die Ausstattung von Schulen angeht, welcher Architekt oder Ingenieur arbeitet heute noch ausschließlich mit dem Rechenschieber? Aber in deutschen Schulen wird immer noch mit Kreide an die (allerdings nun doch nicht mehr aus Schiefer bestehende) Tafel geschrieben. Moderne Medien sind in den meisten Schulen nicht zu finden! Schlecht ausgestattete Physik- und Chemieräume ermöglichen nun mal keinen erstklassigen Unterricht, der naturwissenschaftliches Denken fördert und Jugendliche für ein entsprechendes Studium begeistert. Schlecht ausgestattete Musik- und Kunsträume ermöglichen nun einmal nicht die Entdeckung und Förderung musisch-kreativer Begabungen auch der Kinder, die zu Hause kein Klavier stehen haben und deren Eltern mit ihnen nicht regelmäßig in Kunstausstellungen und oder Konzerte gehen, für die Musik, Kunst, Theater und Literatur nun mal nicht zu wichtigen Bereichen des Lebens gehören. Große Klassen ermöglichen nun einmal nicht die individuelle Förderung der Begabungen, die jeder Mensch von Natur aus hat und lassen viele Lehrerinnen und Lehrer viel zu vorzeitig resignieren und nur noch gerade so das Soll des Lehrplans erfüllen – auch wenn sie mal mit viel Idealismus in ihr Lehrerdasein gestartet sind

Die Welt – zumal die Wirtschaft und ihre gesellschaftlichen Bedingungen – verändern sich rasant. Nur im deutschen Bildungssystem soll alles so (dreigliedrig) bleiben, wie es war.

Ach nein, der Bildungsgipfel will ja gerade bessere Schulen, bessere Kindergärten, bessere Universitäten …

Aber das kostet natürlich Geld, viel Geld.

Wer das bezahlen soll und will?

Könnte nicht die Bundesregierung ihr Milliardenrettungspaket für die Banken an die Auflage knüpfen, in Zukunft Patenschaften zu übernehmen für Kitas, Schulen, Berufsschulen, Fachschulen, Fachhochschulen und Universitäten? Nein?

Nein!

Bildung muss immer und unbedingt Aufgabe des Staates bleiben – das sind wir alle -, und der Staat muss investieren in die Zukunft unserer Kinder, schließlich hängt auch unsere Zukunft davon ab, wie gut und sorgfältig junge Menschen gebildet werden – nicht nur und in erster Linie ausgebildet für die Bedürfnisse der Wirtschaft, sondern ausgerichtet an den Bedürfnissen ihres und unseres Menschseins!

Ach ja,

in den Zusammenhang passt auch die Nachricht gut hinein, dass das ZDF die streitbare und manchmal etwas vorlaute Journalistin Elke Heidenreich gefeuert hat – Lesen bildet zwar, bringt aber halt weniger Quote als ein Moderator, der sich als Hanswurst in ein Senffass tauchen lässt …

Wenn ein junger Mann … 4. Oktober, 2008

Posted by Rika in gesellschaft, schule - kinder.
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… gerade 18 Jahre alt geworden, Schüler einer Förderschule mit Schwerpunkt Geistige Entwicklung und nicht in der Lage, eine wie einfach auch immer gestellte Aufgabe – ob rein theoretischer oder ganz praktischer Natur – ohne weitere Hilfe zu bearbeiten (im Gegensatz zu nahezu allen anderen Mitschülern seiner Klasse) und zudem generell mit massiven Verständnisschwierigkeiten und offensichtlicher Orientierungslosigkeit konfrontiert, wenn dieser junge Mann also auf Anhieb den Führerschein besteht und zwar sowohl in der Theorie als auch in der Praxis, dann macht mich das sehr, sehr nachdenklich …

Denn müssen nicht an irgendeiner Stelle im „System Schule“ oder im „System Führerscheinerwerb“ gravierende Fehler gemacht worden sein?

Entweder hat sich die Schule permanent durch das schon Jahre währende Verhalten und die erbrachten Leistungen des Schülers täuschen lassen und er ist in Wirklichkeit sehr, sehr, sehr viel intelligenter und lebenstüchtiger und bleibt nur in der Schule weit, weit unter seinen „wirklichen“ Möglichkeiten oder beim Erwerb des Führerscheins kann es nicht mit rechten Dingen zu gegangen sein.

Wo auch immer der Knackpunkt verborgen ist – mir ist es jedenfalls ganz und gar nicht wohl bei der Geschichte und ich male mir in Albtraum ähnlichen Angstzuständen aus, wie ein junger Mensch entweder um seine Zukunft betrogen ist oder wie andere Menschen durch eben diesen jungen Mann tagtäglich in Gefahr gebracht werden, fährt er doch mittlerweile mit dem eigenen Auto in der Gegend rum …!!!

Wie auch immer man es betrachtet, es ist nicht gut!

Ich muss vielleicht noch ergänzen, dass der junge Mann zwar rein mechanisch einfache mathematische Aufgaben lösen kann (Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division) und auch über einen erstaunlichen Sprachschatz verfügt, es ihm aber nicht möglich ist, einen Text Sinn entnehmend zu lesen, darin enthaltene Informationen weiter zu verarbeiten oder logische Schlussfolgerungen aus Texten und / oder mathematischen Aufgaben zu ziehen… (ganz einfaches Beispiel – Fragestellung: Ein Mann kauft auf dem Markt zwei Kilo Kartoffeln und 1Kilo Äpfel, die er nach Hause trägt. Wie schwer wiegt sein Einkauf? Antwort: „Vielleicht bringt ja seine Mutter die Sachen nach Hause!“ … Eine beachtensswerte Überlegung, aber nicht die Antwort auf die Frage!)

Es ist mir rätselhaft, wie sich ein Mensch, der an den einfachsten Aufgaben in der Schule scheitert, in den komplexen und oftmals auf Anhieb schwer zu durchschauenden und geradezu mörderischen Verkehrssituationen (im wahrsten Sinne des Wortes!) zurecht finden kann …

Leider habe ich gar keine Ahnung, wie ich diesem Rätsel und dem vermuteten „Geheimnis seiner wahren Fähigkeiten“ auf die Spur kommen könnte – unabhängig von den bekannten Testverfahren – und welche Schritte ich nötigenfalls unternehmen müsste, um mögliche schwerwiegende und verhängnisvolle Folgen abzuwenden…

Aber dass man etwas tun müsste, liegt doch eigentlich auf der Hand … ?!

„Tränen und Träume“ … 7. August, 2008

Posted by Rika in Sport, schule - kinder.
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… hatte die ARD gestern Abend einen Betrag getitelt, der uns mit hinein nahm in die harte Schule der Turnerinnen und Turner!

Er hat mich zum Weinen gebracht …

Und in Wut versetzt …

Jüngste Kinder von ehrgeizigen Eltern getrieben werden einem unbeschreiblichen Martyrium an Geist, Körper und Seele ausgesetzt!

Kinderarbeit ist nichts dagegen … nichts gegen die entsetzlichen körperlichen Anstrengungen und Qualen, nichts gegen die menschenverachtende psychologische Terrorisierung, denen die Kinder ausgesetzt sind, nichts gegen die Entwürdigung dieser kleinen Menschen, die, noch nicht einmal im Schulalter, schon einem strapaziösen Arbeitstag ausgesetzt sind, den ICH so nicht aushalten würde!

Eigentlich, denke ich, müsste man die Kaderschmiede der chinesischen Turnwunderkinder wegen fortgesetzten Verbrechens gegen die Menschlichkeit anzeigen.

So kann und darf man nicht mit Kindern umgehen – weder die Eltern, die keinen Hehl aus ihren hohen Erwartungen an die Kleinsten machen, noch die Trainer, die aus kleinen Kinder seelisch zerstörte „Gummimenschen“ machen.

Der eigene Wille der Kinder wird gebrochen und neu ausgerichtet auf ein einziges Ziel: zu siegen!

Kein Lachen in den Gesichtern, nicht einmal ein Lächeln! (Das wird aber permanent von den Trainer gefordert: „Du musst lächeln, denk an das Lächeln!)

Dafür Tränen und Augen voller Angst und Schmerz!

Wieviele dieser Kinder werden wirklich „siegen“ und wie vielen wird das Leben nur bitter sein?

Und NICHTS darüber im Kommentar des Filmbeitrags, nur sachliche Berichterstattung.

Das macht mich wirklich fassungslos!

Im Gespräch über den Beitrag wunderten wir (mein Mann und ich) uns darüber, mit welcher Offenheit das alles aufgezeichnet wurde und wie selbstverständlich Training und Anspruch offenbar für die erwachsenen Beteiligten war …

… und wir erinnerten uns daran, dass vor 70 Jahren auch noch gelobt wurde, „was hart macht“ und vor 50 Jahren schulischer Drill noch eine Selbstverständlichkeit war, gegen die kaum jemand aufmuckte …

Vermutlich werden auch alle anderen Sportler in China in dieser Weise trainiert … und vermutlich in vielen anderen diktatorischen Ländern auch.

Ich mag nicht an die vielen zerbrochen jungen Menschen denken, die die Norm nicht schaffen, die niemals zum Olypiakader gehören werden, nicht einmal zum Auswahltraining zugelassen werden und auf der Strecke bleiben mit dem bitteren Gefühl, versagt zu haben …

Olympia … nein, danke!

… und wohin mit den gewalttätigen Deutschen? 9. Juli, 2008

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft & migration, schule - kinder.
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Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) wird heute von der HAZ mit folgender Aussage zitiert:

„…“wer das ganze Instrumentarium der Jugendhilfe erfolglos durchlaufen hat und dann ohne einen vernünftigen Anlass und ohne Anstand mit dem Kopf eines anderen Menschen Fußball spielt, so jemand hat in Deutschland nichts zu suchen.“" (HAZ, 9. Juli 2008 )

Dieser bemerkenswerte Satz steht im Zusammenhang mit der Verurteilung der sogenannten „U-Bahnschläger“, deren brutale Tat Herrn Koch dazu veranlasst hatte, im hessischen Wahlkampf laut über eine Verschärfung des Jugendstrafrechts nachzudenken und damit eine lang anhaltende Debatte über Wahlkampfmethoden einerseits und jugendliche Gewalttäter andererseits ausgelöst hatte. Nun stehen auch in Bayern Landtagswahlen an und verständlicherweise müssen sich die Wahlkämpfer ins rechte Licht des fürsorglichen Landesvaters stellen, und so muss der meiner Ansicht nach überspitzt formulierte Kommentar Becksteins auch eingeordnet werden.

Um nicht missverstanden zu werden:

Die Tat der jungen Männer war grausam, unmenschlich, Menschen verachtend, schrecklich und unvorstellbar brutal und so geht das ihnen zugeteilte Strafmaß für meine Begriffe auch völlig in Ordnung. Es kann einfach nicht sein, dass Jugendliche, junge Erwachsene oder gestanden Männer grundlos wehrlose Menschen so zusammen prügeln, dass diese nur mit Mühe mit dem Leben davon kommen und mit den Folgen und bleibenden Schäden mehr schlecht als recht leben können.

Ich finde es auch angemessen, dass ausländische Straftäter nach der Verbüßung ihrer Strafe abgeschoben werden (können), zumal wenn, wie im Fall der Münchener Schläger, alle bisherigen unternommenen Sozialisierungsmaßnahmen versagt haben, darin stimme ich (sogar) mit Herrn Beckstein überein.

Mich stört aber an seiner Aussage (s.o.) ganz erheblich, dass sie auf eine subtile Weise suggeriert, „nur“ ausländische Jugendliche würden in ihrer Gewaltbereitschaft „ohne Anstand mit dem Kopf eines anderen Menschen Fußball spielen“.

Dass es nicht so ist, dass auch „deutsche“ Jugendliche und Erwachsene brutale Gewalttaten verüben, das müsste doch auch Herrn Beckmann bekannt sein.

Und auch dies: Gewalt, gleich welcher Art und gleichgültig wer sie verübt, hat keinen als „vernünftig“ zu bezeichnenden „Anlass„, wie Herrn Becksteins Aussage doch vermuten lässt und ist niemals „anständig“ – selbst wenn sie von „anständigen Deutschen“ ausgeübt wird. Gewalt ist in jeder Form zu ächten – und es kann und darf überhaupt kein Zweifel darin bestehen, dass „Alle Gewalt geht vom Volke aus“ (Artikel 20 GG) kein Grundrecht auf persönlich ausgeübte Gewalt darstellt – weder im öffentlichen noch im privaten Leben, nicht in der Familie, nicht in der Schule, nicht in Betrieben oder Verwaltungen, nicht auf der Straße und nicht hinter den geschlossenen Türen des trauten Heims, nicht von anständigen Deutschen und nicht von anständigen hier lebenden Ausländern.

Es gibt kein privates „Recht auf Gewaltausübung“, weder aus Wut, noch aus sozialer Not, weder aus Rache, noch zur Vorbeugung anderer Straftaten, nicht als Druckmittel und nicht als Strafe, nicht aufgrund mieser Familienverhältnisse, noch wegen schwieriger Sozialisationsbedingungen, nicht für Eltern, nicht für Ehemänner, nicht für Geschwister oder Familienangehörige, nicht für Erzieher oder Lehrer oder Personen, die andere Menschen ganz oder ständig in Obhut nehmen, ja nicht einmal für Kinder, die ja strafrechtlich noch gar nicht belangt werden können.

Gewalt, zumal der Einsatz körperlicher Gewalt gegen Menschen ist immer und unter allen Umständen „unanständig“, falsch, verfehlt und vom vollendeten 14. Lebensjahr an strafbar!

Das muss ALLEN hier lebenden Menschen bewusst sein, das müssen wir immer wieder neu anmahnen und danach müssen wir leben und handeln.

Und so kann es auch bei den Straftätern von München nicht in erster Linie darum gehen, dass sie „nicht deutsch“ sind!

Es kann und muss darum gehen, dass jeder Mensch, der gewalttätig wird, sich damit selbst außerhalb der Gesellschaft stellt, und dass es das Recht der Gesellschaft ist, die Schwachen vor Gewalt zu schützen und die zu bestrafen, die meinen, ihre persönlichen Freiheiten verteidigen zu müssen, indem sie andere buchstäblich mit Füßen treten.

Gewalt hat in Deutschland nichts zu suchen – das ist ein lohnendes Ziel, für das sich einzusetzen lohnt und das zu erreichen doch so schwer, so weit entfernt ist, wie das berühmte Utopia oder andere Galaxien in den unendlichen Weiten des Weltraums…

Die oben gestellte Frage „… und wohin mit den gewalttätigen Deutschen?“ ist gleichwohl ernst gemeint und beschäftigt mich schon seit langem. An meiner Schule erleben wir immer wieder Kinder und Jugendliche, die aus gewalttätigen Elternhäusern stammen und / oder selbst ein so großes Gewaltpotential haben, dass ihr Weg in die Straffälligkeit vorgezeichnet scheint. Und immer wieder stoßen wir an Grenzen, gelingt es uns und den Erziehern in den Tagesgruppen oder der stationären Jugendhilfe nicht, die Kinder zu erreichen, ihre Wut zu bändigen, ihre Gewalt abzubauen und leider es gibt (zu) viele Kinder bei denen Streitschlichter-Programme und „Keep-cool-Gruppe“, Projektwochen zur Gewaltfreiheit, Schulordnung und Wiedergutmachung-Vorgaben nichts verändern. Und immer wieder fragen wir uns, ob es nicht Alternativen geben müsste für Menschen, die für sich selbst und für andere zur Gefahr werden, die „unberechenbar“ sind, für die man nicht die Hand ins Feuer legen kann, selbst wenn man möchte und für die es im späteren Leben so wenig Möglichkeiten gibt, „anständig“ zu leben, für die nach dem Gewaltausbruch nichts bleibt, als weg geschlossen zu werden mit der sicheren Gewissheit, dass sie immer und immer wieder ihrer Wut, ihrer Frustration, ihrem Hass gewaltsam Ausdruck geben oder aus einem spontanen Gefühl des gekränkt sein heraus mit brutaler Gewalt reagieren, wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie sich das wünschen.

Was bleibt also?

jugendgewalt und wahlkampftaktik 9. Januar, 2008

Posted by Rika in gesellschaft & migration, meine persönliche presseschau, schule - kinder.
3 comments

nein,

jugendgewalt eignet sich gar nicht als wahlkampfthema!

sie ist nämlich nicht vorbei wenn der wahlkampf zu ende ist, der erfolg so oder so sicher gestellt und die politiker zu ihren üblichen regierungsgeschäften zurück gekehrt sind und gar nicht mehr daran denken, entsprechend ihrer mit nachdruck und eifer vorgetragenen theorien und vorschlägen für die praxis zu handeln!

nein,

jugendgewalt eignet sich gar nicht als wahlkampfthema!

weil sie als ein seit jahren stetig ansteigendes und zunehmend schwieriger werdendes problem seit ebenso vielen jahren von der politik bestenfalls in sonntagsreden vorkommt – wenn wieder einmal ein besonders krasses beispiel in den medien für aufregung und kasse sorgt – und ansonsten einfach von der öffentlichkeit völlig unbeachtet den überlasteten eltern, erziehern, lehrern, sozialarbeitern, richtern, jugendgerichtshelfern und auffanggruppen überlassen wird – wie auch die opfer von gewalt ja sehr gerne sich selbst überlassen werden … das gilt besonders für die opfer – kinder und frauen – aggressiver, gewalttätiger und / oder bis zur unzurechnungsfähigkeit alkoholisierter männer und erst recht für die opfer der sich als herr über frau und kinder erhaben wissenden „familienoberhäupter“, die das recht zu prügel und gewalt für sich in anspruch nehmen.

nein,

jugendgewalt eignet sich gar nicht als wahlkampfthema!

weil die kommunen aus angeblichem oder tatsächlichem geldmangel die gruppenstärke in den kitas erhöhen, dafür aber erzieherInnen arbeitsverträge zumuten, die einer sozialen erpressung gleichkommen (man muss nehmen, was man kriegen kann, stellen sind rar, da ist es doch besser, einen einjahresvertrag über eine dreiviertel-stelle zu haben als gar keine arbeit!) gleichzeitig aber den druck auf die erzieherInnen erhöhen, indem ihnen noch mehr an förderarbeit aufgetragen wird, ohne sie dafür angemessen zu bezahlen.

nein,

jugendgewalt eignet sich gar nicht als wahlkampfthema!

weil schulen verrotten, mobiliar und einrichtung der klassen eine himmelschreiende schande sind und schon die äußeren bedingungen des systems schule alle halbwegs aufmerksamen und sich um jedes tierbaby im zoo sorgenden menschen zu protestmärschen auf die straßen treiben müßten! weil darüberhinaus die „klassenstärken“ – die rede ist von der anzahl menschen, die eine lerngruppe bilden – drastisch erhöht werden und trotz einer immer größer werdenden anzahl von kindern, die einen erhöhten förderbedarf haben, keine weiteren lehrer eingestellt werden. das gilt im übrigen für nahezu alle schultypen, aber besonders für die schulen, die üblicherweise in den stadtteilen liegen, in denen kein herr koch und keine frau merkel freiwillig wohnung nehmen würden – ich übrigens auch nicht, nur das zur klarstellung – und in denen laut presseberichten selbst polizisten auf streife ein mulmiges gefühl haben.

nein,

jugendgewalt eignet sich gar nicht als wahlkampfthema!

weil schüler auf der strecke bleiben, die durch das raster unseres tollen dreigliedrigen bildungssystems fallen und dann an schulen wie meiner landen – doch, wir geben uns mühe mit ihnen, versuchen sie aufzubauen, achten ihre würde, geben ihnen halt und rat … und sind dennoch so erfolglos, wenn es darum geht, ihnen eine zukunftsperspektive anzubieten. wo sind die arbeitsstellen für junge schulabgänger und wo die für leute ohne abschluß, für kinder, die trotzt aller mühen bestimmte geforderte intellektuelle leistungen nicht erbringen können – ja, die gibt es, auch wenn die meisten politisch klugen und gebildeten leute davon sprechen, dass man mit etwas einsatz alles erreichen könnte. könnte ….

nein,

jugendgewalt eignet sich gar nicht als wahlkampfthema!

weil herr koch und frau merkel und alle anderen klugschei … klugschreiber seit jahren alle probleme in bezug auf soziale notfälle, auf migration, auf fehlende kitas, krabbelstuben, horteinrichtungen, schulen und weiterbildungsangeboten kennen – und nichts tun, sieht man mal vom stellenabbau in jugendämtern, bei der jugendgerichtshilfe, der familienhilfe und ähnlichen nützlichen einrichtungen ab, oder davon, dass der geniale herr koch gerade erst gelder für die ambulante nachsorge junger straftäter gestrichen hat und einrichtungen deshalb nur noch wenige jugendliche betreuen können und außerdem polizeibeamte „abgebaut“ hat … da fragt man sich dann auch, wie das mit der prävention gelingen kann und wie er das eigentlich schaffen will, die straftäter dingfest machen zu lassen ?

nein,

jugendgewalt eignet sich gar nicht als wahlkampfthema!

und doch ist sie da, gibt es sie, leiden menschen an ihren eigenen aggressionen und unter denen der anderen, sind jugendliche orientierungslos oder orientieren sich an vorbildern, die ihnen nicht gut tun. aber das wissen wir doch schon lange, seit jahren schon!

wie lange wollen wir noch zusehen, dass kinder schon in ihren jüngsten jahren auf eine bahn gesetzt werden von eltern, die auch schon keine chance hatten oder solchen, die alle chancen hatten und ihre kinder darüber vergaßen? und wie lange wollen wir es uns noch leisten, mit offenen augen und ohren das desaster zu verfolgen, ohne etwas zu tun?

hier in meinem blog habe ich ganz am anfang mal das lied bettina wegners zitiert: „Sind so kleine Hände … darf man niemals schlagen…!“

„kinder sind unsere zukunft“ heißt es immer wieder. aber nur, wenn wir ihnen eine ermöglichen – im elternhaus, in kindergärten und schulen und wenn wir sie mit liebe und aufmerksamer achtsamkeit ernst nehmen und fördern.

wäre das nicht ein gutes thema für die nächste zeit … und nicht nur im wahlkampf!?