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zur lage der frauen… 21. März, 2007

Posted by Rika in meine persönliche presseschau.
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dazu schreibt Ruth in „beer7“ und beruft sich auf die un-kommission. siehe unten

http://beer7.wordpress.com/2007/03/21/zur-lage-der-frauen/

passend zu der ungeheuerlichkeit, dass auch deutschland in der entsprechenden un-abstimmung gegen israel gestimmt hat, wird heute dieses in den nachrichten bekannt:

„Richterin verweist auf Züchtigungsrecht im Koran

Es ist ein ungeheurer Vorgang. Eine Juristin lehnt die Scheidung einer misshandelten muslimischen Frau ab. Der Koran erlaube die Bestrafung einer Ehefrau. Das Frankfurter Amtsgericht entbindet sie daraufhin von dem Fall, da es die Richterin für befangen hält.

Die Sure vier des Korans trägt den Titel „An-Nisa“, „Die Frauen“. In Vers 34 heißt es: „Die Männer stehen über den Frauen. Und wenn ihr fürchtet, dass Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie!“ Mit dem Verweis auf diesen Vers lehnte eine Familienrichterin am Frankfurter Amtsgericht im Januar einen Antrag auf eine vorzeitige Scheidung einer Deutschen marokkanischer Herkunft ab: Weil der Koran das Züchtigungsrecht vorsehe, sei die Bedrohung der Frau durch ihren Ehemann keine „unzumutbare Härte“, eine vorzeitige Scheidung deshalb nicht nötig. Am Mittwoch gab nun das Amtsgericht einem Befangenheitsantrag statt – und zog die Richterin von dem Verfahren ab.“

http://news.de.msn.com/politik/Article.aspx?cp-documentid=4379233

mir fehlen die worte, dieses unglaubliche vorgehen und die argumentation der richterin zu kommentieren!

es ist mir unbegreiflich, wie tief sich eine gebildete frau – als juristin sollte sie schon über bildung verfügen – in deutschland vor frauenverachtenden und religiös begründeten machenschaften muslimischer männer verneigt!

meine bange frage ist, ob dies ein weiterer kotau vor dem islam ist, dem man meinem empfinden nach hier in deutschland schon sehr, sehr viel freiheiten einräumt, die nicht oder nur kaum mehr mit dem gg in einklang zu bringen sind.

siehe zwangsverheiratung der mädchen, ehrenmorde, die nicht als morde sondern als einfache tötungsdelikte verurteilt werden, schulpflichtverletzungen, moscheen, in denen zum kampf gegen ungläubige aufgerufen wird … und nun das?

wo soll das noch hinführen?

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Kommentare»

1. beer7 - 22. März, 2007

Rika,

Deine Darstellung ist nicht ganz richtig. Die Richterin lehnte nicht die Scheidung ab, sondern nur den Status „Haertefall“ , mit dem die Scheidung vor Ablauf eines Trennungsjahrs haette ausgesprochen werden koennen.

Wegen der Gewalttaetigkeit des Mannes hat sie bereits ein Naeherungsverbot ueber ihn verhaengt. Er kann seine Frau also nicht ohne rechtliche Konsequenzen weiter misshandeln.

Die Argumentation mit dem Koran ist Quark und vollkommen irrelevant. Aber die Entscheidung der Richterin kann auch anders begruendet werden.

Der Anwalt der Frau macht geltend, dass die Morddrohungen den Haertefall ausloesen sollten. Nach dieser Argumentation ist die Frau mehr gefaehrdet, von ihrem Mann umgebracht zu werden, solange die Scheidung noch nicht ausgesprochen ist. Ich bin leider pessismistisch, ob der Mann eine rechtskraeftige Scheidung nach deutschem Recht ueberhaupt anerkennen wird.

2. Rika - 22. März, 2007

du hast natürlich recht, Ruth,
dass die härtefallregelung abgelehnt wurde. ich habe aber lediglich den text übernommen – und dabei nicht auf die richtigkeit der darstellung geachtet.

in den deutschen zeitungen von heute wird allgemein darüber sehr missbilligend berichtet, dass eine richterin in deutschland sich religiöser argumente bedient, statt nach dem geltenden recht zu entscheiden.
und was, bitteschön, ist denn für frauen ein härtefall, wenn nicht die täglich bezogenen prügel? ich könnte es auch nicht verstehen, wenn die richterin rein nach deutschem recht entschieden hätte, dass prügel kein ausreichender grund für eine härtefallregelung sei.

meines erachtens nach hat ohnehin kein mann der welt das recht, nach welchen religiösen gesetzen auch immer, eine frau zu schlagen!
ohne wenn und aber! punktum!
und ich halte überhaupt nichts davon, in europa nach zweierlei maß recht zu sprechen. wer in deutschland lebt, für den gilt deutsches recht. mögen sie in saudi-arabien die frauen nach der scharia steinigen oder prügeln oder auspeitschen, HIER NICHT! (wobei ich das prügeln, steinigen und auspeitschen grundsätzlich ablehne!!!)
und das müßte eine deutsche richterin eigentlich wissen!

ob der mann die scheidung anerkennt, ist in der tat zweifelhaft und die gefahr, von dem geschiedenen mann getötet zu werden, ist für die frau in etwa gleich groß wie die, von ihrem wütenden noch-ehe-mann umgebracht zu werden.

solange aber deutsche gerichte auch nur die „gedankliche“ möglichkeit zulassen, die frau sei eigentum des mannes und der könnte frei über sie verfügen, wird sich im denken der hier lebenden und anders sozialisierten muslimen nichts, aber auch gar nichts ändern!
schon deshalb muß die richterin sich die frage nach ihrem rechtsverständnis öffentlich gefallen lassen. ich möchte nicht von einer frau solcher denkungsart be- oder verurteilt werden!
rika

3. Rika - 22. März, 2007

auch wenn ich nicht immer mit ihr einer meinung war oder bin, hier stimme ich ihr zu:

„ALICE SCHWARZER
Unser Rechtssystem wird von islamistischen Kräften unterwandert“
Die Entscheidung einer Frankfurter Richterin, eheliche Gewalt mit dem Koran zu verharmlosen, ist nach Überzeugung der Feministin Alice Schwarzer bei weitem kein Einzelfall. Die „Emma“-Herausgeberin fürchtet eine Aufweichung des bundesdeutschen Rechtssystems.“
….

„Es hat in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Urteile – sogar bei Mord – gegeben, die Täter im Namen „anderer Sitten“ bzw. eines anderen „Kulturkreises“ milder verurteilt oder gar freigesprochen haben. Vor dem Hintergrund der Sensibilisierung der letzten Zeit, auch wegen „Ehrenmorden“, ist ein so offener Verstoß gegen das geltende Rechtssystem durch eine deutsche Richterin allerdings nun doch überraschend.“
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,473055,00.html

weitere stimmen dazu, u.a.:

„Es sei unfassbar, dass sich eine deutsche Richterin zu einer solchen Begründung versteige, so die Autorin Necla Kelek zu SPIEGEL ONLINE. „Es gilt gleiches Recht für alle durchzusetzen, egal ob Muslimin oder Deutsche. Alles andere ist Apartheid oder die Rechtsauffassung der Scharia.“ Die Richterin greife genau die Argumentation der Muslime auf, die sagen: „Es gibt ein Innen und ein Außen. Der Innenbereich, das Private, das Verhältnis zur Frau, ist etwas, in das sich der deutsche Staat nicht einzumischen hat, in der nach islamischem Recht gelebt wird. Dort ist die Frau Besitz des Mannes. Das ist fatal, denn so entsteht Gegengesellschaft“, so Kelek.“


Bereits gestern hatten die Vorsitzende des „Zentralrats der Ex-Muslime“ Mina Ahadi sowie die Berliner Juristin und Frauenrechtlerin Seyran Ates der Frankfurter Richterin Menschenverachtung vorgeworfen. Sie bringe mit ihrer Erklärung zum Ausdruck, dass es Kulturen gebe, in denen Gewalt gegen Frauen legitimiert werden könne, sagte Ates SPIEGEL ONLINE.

Das Verhalten der Richterin ist ein Skandal, aber leider kein Einzelfall. Wir haben in Deutschland auf der einen Seite die islamischen Organisationen, auf der anderen Seite ein Justizsystem, das mitmacht“, erklärte Ahadi. Immer wieder würden Richter bei Ehrverbrechen Gewalt mit vermeintlich kulturellen Hintergründen rechtfertigen und mildere Strafen aussprechen.“

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,473118,00.html


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