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lernen 2. Mai, 2007

Posted by Rika in meditatives.
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non scholae, sed vitae discimus …

nicht für die schule, für das leben lernen wir.

und doch kann ich mich manchmal des eindrucks nicht erwehren, dass wir eben doch „für die schule lernen“, dass lernen nur dann als lernen verstanden wird, wenn es um abfragbares wissen, um harte daten oder fakten geht.

„schule“ ist mehr als eine institution mit lokalisierbaren gebäuden, lehrern, prüfungsordnungen, stundenplänen, kerncurriculi oder mindestanforderungen. sie ist längst internalisiert. jeder von uns hat sie im kopf und sortiert entsprechend aus: was ist „lerninhalt“ = muss gespeichert werden und was ist „leben“, das man – immerhin- erinnern darf.

lernen für das leben, aber auch lernen durch das leben?

verstehen wir das heute wirklich so?

sicher sagt man im volksmund, dass man aus erfahrung klug werde, aber werden nicht diejenigen, die diese erfahrungen machen – meistens sind es ja eher negative erlebnisse – doch mehr mitleidig bedauert, denn achtungsvoll als „Lernende“ betrachtet?

was lehrt mich das leben – ich meine nicht die ausbildungen, kurse, zeitungen, nachrichten, nachschlagewerke oder ratgeber für alles und jedes?

höre ich überhaupt zu, wenn der „lehrer leben“ lehrt?

lerne ich auch von anderen, die mir ihre erfahrungen mitteilen, ihren weg beschreiben, ihre eindrücke schildern?

was ist lernen – außerhalb der klugen definitionen, wie sie etwa die lerntheorien beschreiben?

und wie gebildet muss ein lehrer des lebens sein?

verhilft er mir, eigene einsichten zu gewinnen oder stellt er mir „seine“ interpretation als „das“ wissen vor? läßt er mir die möglichkeit ihm zu widersprechen, um selber klug zu werden?

es ist heute angesagt vom lebenslangen lernen zu reden. dabei ist jedoch weniger das lernen durch und für das leben gemeint, als vielmehr eine anhäufung von wissen, eine aneignung von fertigkeiten, die in erster linie dem wirtschaftlich besten einsatz des lernenden dient. es sei nötig in zeiten der globalisierung, sagt man.

ist das so?

mein leben, das mich lehrt und an dem ich lerne ist doch mehr als institutionalisiertes wissen.

das möchte ich mehr und mehr begreifen.

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