jump to navigation

Lebenszeichen von Gilad Shalit 25. Juni, 2007

Posted by Rika in israel.
Tags:
3 comments

„(1) Nach einem Jahr – ein Lebenszeichen von Gilad Shalit
Gilad Shalit befindet sich nun seit genau einem Jahr in den Händen palästinensischer Terroristen. Der 20jährige israelische Soldat wurde am 25. Juni 2006 von bewaffneten Einheiten des sog. Volkswiderstandskomitees, einem bewaffneten Arm der Hamas, bei einem Grenzüberfall gekidnappt und in den Gaza-Streifen verschleppt. Bisher hat von ihm jede Spur gefehlt.

Am heutigen Mittag hat die Hamas nun eine Tonbandaufzeichnung veröffentlicht, in der Shalit in gebrochener, jedoch von seinem Vater klar als die seine identifizierter Stimme zu seinen Eltern spricht. Hier der Wortlaut seiner Erklärung: (mehr …)

kleine schöpferische pause … 24. Juni, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
1 comment so far

schöpferisch kommt in diesem fall von schaffen, weniger von schopf, unter dem sich gemeinhin das hirn finden läßt, das wiederum für kreative ideen zuständig ist, die man normalerweise mit „schöpferisch“ verbindet.

also ich habe (viel) geschafft und bin darob erschöpft, was wiederum mit dem wort schöpfen zu tun hat, ausschöpfen – nur das ich in diesem fall nicht die suppenkelle nehme und einen topf bis auf den grund leere …. trappatoni hat doch dieses wunderbare mittlerweile geflügelte wort: „wie flasche leer“ geschöpft geschaffen ….  damit könnte er mich im blick gehabt haben .  da fällt mir ein, wieso haben worte flügel? das kläre ich später, denn

ich  muss auch noch viel schaffen – schöpferische ideen anderer leute lesen, nein, nicht hier in diversen blogs, sondern sehr konzentriert geblockt in form einer diplomarbeit (habe ich versprochen, wird gemacht! )

darum die kleine schöpferische pause, ist doch jetzt klar, oder?

melde mich dann wieder … schaffensfroh und frisch  aus dem vollen schöpfend!

gaza und bemerkenswerte selbsterkenntnis… 20. Juni, 2007

Posted by Rika in meine persönliche presseschau.
1 comment so far

GAZA

kein thema mehr in unserer heutigen tageszeitung, nicht mal mehr eine randnotiz.

die zeit online widmet gaza zwar eine themensammlung, berichtet aber unter den nachrichten über die empörung der empörten (die, die immer gleich die fahnen verbrennen und so…). der spiegel-online rückt israel – wen sonst – ins zentrum und schreibt über israelische luftangriffe auf gaza und beschäftigt sich ansonsten mit dem dauerthema „islam“ – rushdie einerseits und schleieraufgabe andererseits.

ganz anders bei zeit-online:

in der morgigen printausgabe der zeit wird ein aufsatz Hazem Saghiehs erscheinen (von Jörg Lau übersetzt), der einige bemerkenswerte ansichten enhält, die vom üblichen „nur israel ist schuld“ abweichen, wenngleich auch Saghieh (natürlich) nicht darauf verzichten kann, israel des brutalen verhaltens den palästinensern gegenüber zu bezichtigen. aber er schlägt auch andere töne an, wie man heute schon online lesen kann:

„Mancher verweist auf die amerikanische und israelische Politik, …. Diese Politik war oft so brutal, eigennützig oder einfach dumm, dass sie ohnehin schon feindselige Haltungen unter den Arabern nur verstärken konnten.
Aber dieses Argument droht den Kern der Sache zu verschleiern. Die gegenwärtige Lage im Nahen Osten ist das Ergebnis einer Kulturkrise, die man nicht sieht, wenn man die Lage nur von einem politischen Standpunkt aus betrachtet.“

damit deutet er an, dass es tiefer liegende gründe für das chaos gibt, das mit palästinensicher „politik“ einhergeht, die – unabhängig von israel oder den usa – in der historischen entwicklung und ihrer mangelnden aufarbeitung der arabisch-islamischen, kulturellen und religiösen besonderheiten zu suchen sind.

und weiter:

Es ist kein Zufall, dass unser arabischer »Widerstand« immer nur Chaos und Fragmentierung produziert – im Irak, in Palästina und im Libanon. Man kann eben keinen »nationalen Befreiungskrieg« führen, wenn man keine Nation ist. Wir haben vorstaatliche Formationen (Sekten, Stämme, Ethnien), die mit poststaatlichen Ideologien hantieren (Panarabismus, Panislamismus). Das ist ein Rezept für ewige gegenseitige Rachefeldzüge.“

mit anderen worten, er beklagt, dass sich die oben genannten gesellschaften selbst gar nicht als „nation“ empfinden, sondern in sich selbst zerrisen, ja sogar verfeindet sind – was ja im irak besonders deutlich hervortritt.

weiter führt er aus:

Die arabischen Gesellschaften haben es nicht geschafft, eine moderne säkulare Legitimationsbasis für ihre Staaten zu entwickeln. Sie blieben beim Islam oder bei tribalen Loyalitäten als Quellen der Legitimität stehen. Der Nationalstaat hat im arabischen Boden nie tiefe Wurzeln schlagen können. Die vielen konkurrierenden Identitäten – man ist gleichzeitig Muslim, Araber, Bürger eines Landes und Mitglied einer religiösen und ethnischen Gruppe – führen dazu, den politischen Bereich unter Druck von seiten lauter nichtpolitischer Faktoren zu setzen. Eine säkulare, ausdifferenzierte, rationale Politik kann so nicht funktionieren.“

auch europa kannte diese phasen der zersplitterung und identitätskrisen, die schwierige loyalität zu kirche und herrschaft, die vereinnahmung der bürger ohne das recht auf zustimmung oder ablehnung vorgeschriebener glaubens-, meinungs- oder rechtsfragen.

und es hat noch lange nichts mit politischem sachverstand oder gar POLITIK zu tun, lediglich „dagegen“ zu sein, wie er weiter deutlich macht:

„Unsere Bereitschaft, despotische Regime zu akzeptieren, bloss weil sie behaupten, gegen Imperialismus und Zionismus« zu stehen, ist extrem bezeichnend. Überall im Nahen Osten sind Menschen bereit, erschreckend rückständige und fanatische Bewegungen auf der Basis zu verteidigen, sie seien ein Produkt des »Widerstands«. Sie weigern sich, etwa die iranische Einflußnahme in arabische Angelegenheiten – durch die Unterstützung der Hamas – zu kritisieren, obwohl sie wissen, das dieser »Anti-Imperialismus« nichts bringt und brutale Rückschläge heraufbeschwört. Wir neigen dazu, Siege auszurufen, wo es sich um das Gegenteil handelt. Diese chronische Sucht nach Triumphen konnte man zuletzt im Konflikt zwischen Israel und Hisbollah am Werk sehen. Hisbollah erklärte einen »göttlichen Sieg«, obwohl der Libanon, mein Heimatland, verwüstet worden war.“

er fasst zusammen:

„Die arabischen intellektuellen tragen eine besondere Verantwortung, weil sie dieses Verhalten jahrzehntelang entschuldigt haben. Sie haben Despotismus und Bürgerkrieg so lange gerechtfertigt, wie sie glaubten, dass es ihrer Agenda nütze.

So kann es einfach nicht mehr weitergehen. Wir werden morgen nicht auf einem Bett aus Rosen aufwachen. Wahrscheinlich wird die Lage sich noch lange weiter verschlechtern. Ein Grund mehr, endlich mit einer realistischen Selbsterforschung zu beginnen.“

vielleicht gibt es zu dieser „Selbsterforschung“ keine alternative, selbst dann nicht, wenn sie die gefahr in sich birgt, den völligen zusammenbruch der feudalen und diktatorischen strukturen herbei zu führen und damit möglicherweise dem islam der gotteskrieger noch mehr raum zu geben.

das allerdings würde die gefahr für israel ins unermessliche potenzieren.

   

ratlosigkeit … 19. Juni, 2007

Posted by Rika in islam.
Tags:
add a comment

…. und beklemmungen überkommen mich angesichts des spiegelberichtes

„Der Ritterschlag für Salman Rushdie sorgt für Empörung in der muslimischen Welt: Nach massiver Kritik aus Iran hat nun auch das pakistanische Parlament die Ehrung für den Schriftsteller durch die Queen scharf verurteilt. Der Religionsminister sieht sogar einen Grund für Selbstmordanschläge. …“

es sind ja beileibe keine „irgendwers“ die mit empörung auf die „freiheit“ der englischen königin reagieren, rushdie den ritterschlag zu erteilen. in mir löst dieser fanatismus sorge, ja angst aus und ich frage mich, wohin uns das alle noch führen wird.

die auseinandersetzung mit dem islam, die ich eigentlich mehr auf einer religiösen ebene für mich persönlich führen wollte – zur erweiterung meines eigenen horizontes und zum besseren verständnis muslimischer gesprächspartner – gerät zusehends zu einer politischen auseinandersetzung mit einem ideologischen system, das ich nur schwer verstehen und auch nicht akzeptieren kann.

ich will meinen blog hier nicht zu einem polit-blog zum thema islam machen, aber andererseits irritiert mich das thema und das, was ich darüber mehr und mehr lese und erfahre doch so sehr, dass ich es nicht ignorieren kann.

was aber kann ich dem entgegen setzen?

– westliches demokratieverständnis?

– eintritt für die meinungsfreiheit?

– ein menschenbild, das sich am christentum orientiert?

– die hoffnung eines allgemeinen bemühens um dialog und verständigung?

 

vielleicht sollte ich in den nächsten tagen lieber über amseln, jostabeerengelee, fahrradtouren zum kanal und ähnliches schreiben. meine gedanken positiven dingen zuwenden.

andererseits hat wegsehen und nur „machen lassen“ in unserem land mit dazu beigetragen, dass es zu der katastrophe des 2. weltkrieges und zur vernichtung jüdischer menschen gekommen ist.

wegsehen? nein, das ist gar keine lösung.

relativieren? nach dem motto, „die meinen das nicht so“ oder „der islam befindet sich noch vor der aufklärung“ (eine beliebte entschuldigung für die menschenverachtenden religiösen gesetze. – dumm nur, dass diese gesetze immer mehr gefolgsleute finden und so in ihrer absoluten befolgung eine dynamik entfalten, vor der es uns alle grausen müsste!)

relativieren also sicher auch nicht!

die regeln kommen in beschwichtigenden „verhüllungen“ daher und tragen so, neben der verschleierung des kopfes und / oder körpers, auch in der sprache zur erschwerung des erkennens des einzelnen oder der motive bei:

„einvernehmlich in der Grundlegung, bei der Auswahl der Mittel und Wege zur Erfüllung der gemeinsamen Aufgaben des Zentralrats der Muslime in Deutschland als einzige Quelle die islamische Lehre im Rahmen des Grundgesetzes und im Einklang mit den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland anzuwenden, …“ (rote hervorhebung von mir.)

damit bleibt doch die befürchtung bestehen:

wie ernst wird das grundgesetz wirklich von muslimen genommen werden können , wenn sie allah und seinen propheten ernst nehmen müssen ?

darauf wird wohl niemand der herren zentralratsmitglieder ehrlich antworten können oder wollen.

 

 

„bis an’s ende der welt … 18. Juni, 2007

Posted by Rika in Allgemein.
Tags:
1 comment so far

bis an’s ende der zeit, deine liebe währt bis in ewigkeit. sie wird niemals vergehn, sie steht fest und sie bleibt bis der vorhang fällt und der tag sich neigt …  bis an’s ende der zeit …!“

sangen wir gestern im gottesdienst.

manchmal gibt es tage, da fällt es mir schwer, dieses lied in meinem alltäglichen kleinkram zu entdecken oder gar mit zu singen.

heute war so ein tag, schwierig, traurig, irgendwie verkorkst.

aber das lied, das lied war die ganz zeit in meinem ohr, in meinem herzen.

es erinnert mich an ein anderes lied, das zu unserer hochzeit vom jugenchor gesungen wurde:

„Gottes liebe ist wie die sonne, sie ist immer und überall da. … niemals wird eine wolke zwischen dir und Gottes liebe sein …“

aber manchmal hängen die wolken sehr tief und ich kann gar keine sonne sehen oder entdecken … dann muss ich meine erfahrungen mit diesem lied zu hilfe nehmen … oder die worte

aus psalm 139

„Erhöbe ich die Flügel der Moregenröte, ließe mich nieder am äußersten Ende des Meeres, auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich fassen. Und spräche ich: Nur Finsternis möge mich verbergen und Nacht sei das Licht um mich her. Auch Finsternis würde vor dir nicht verfinstern und die Nacht würde leuchten wie der Tag, die Finsternis wäre wie das Licht. …“

glauben und vertrauen …

lila … raddatz … ratzinger … 16. Juni, 2007

Posted by Rika in islam, meine persönliche presseschau.
Tags:
add a comment

gestern, ich war mit meinen gedanken noch bei Lilas blogeintrag zum thema „gaza-links“ , klingelte es an der haustür und davor stand der freundliche nachbar mit einem paket für mich, das ihm die post zu treuen händen anvertraut hatte. ich hatte am mittwoch zwei bücher bestellt , Ratzinger und Raddatz und freute mich über die prompte lieferung!

natürlich musste ich das paket sofort öffnen und natürlich auch sofort die bücher in augenschein nehmen!

den „raddatz“ zuerst!

ich liebe bücher – nicht nur deren inhalt, nein, das „buch“ selbst! es ist mir immer wieder ein haptisches vergnügen, ein neues buch „in besitz zu nehmen“ … es mit (fast) allen sinnen zu erkunden … den geruch des papiers wahrzunehmen … und langsam dann die seiten aufzublättern … nicht unbedingt schon bewußt lesend.

so, langsam blätternd, blieb mein blick unvermittelt an einem begriff hängen …“der antisemitischen tragfähigkeit“ – und ich las den satz, die sätze im zusammenhang:

„Wer der antisemitischen Tragfähigkeit dieser Orient-Okzikent-Achse mißtraute, konnte sich spätestens durch den Friedensnobelpreis für den Urterroristen Arafat überzeugen lassen. Auch nach dem ‚Friedensabkommen‘ von Oslo ließ er keinen Zweifel an seiner islamischen Langzeitsendung, bei der Hitlers ‚Mein Kampf‘ Pate gestanden haben könnte: ‚Für uns bedeutet Frieden die Zerstörung Israels. Wir bereiten uns auf einen totalen Krieg vor … Wir sind zum gefährlichsten Feind geworden, den Israel hat. Wir werden nicht ruhen … bis wir Israel zerstört haben‘ .

Diese pathologische Fixierung, die im arabischen Raum die Lebensmitte bildet, zeigt sich unverändert fasziniert von der Tötungsmaschine der Nazis und ist – nun zu deren ideologischem Träger geworden – weder fähig noch bereit, sich von ihrem Vernichtungsdenken zu lösen. (farbliche hervorhebung von mir) In Orient und Okzident wurde Arafat – häufigster Gast Papst Johannes Paul II. im Vatikan – zur Ikone einer Mordideologie, die man im Westen ‚Friedensprozeß‘ nennt, obwohl oder weil ‚er sein ganzes Leben als Erwachsener dem Rassenmord gewidmet hatte und sogar Hitler in seinem Judenhaß übertraf. Er war nicht nur der Stammvater von Selbsmordattentätern und solchen Killernetzwerken wie Al-Quaida, sondern auch die Brücke zwischen dem Nazi-Antisemitismus und der arabischen Welt‘.“ (seite 253)

so begann mein einstieg in dieses buch. und angesichts Lilas beitrag und der links, die so frappierend diesen sätzen inhaltlich entsprechen, überkam mich kaltes grausen und entsetzen. ich schrieb einen beitrag dazu, den ich aber wenig später wieder löschte, weil ich mir meiner gefühle überhaupt noch gar nicht klar war.

„arabischer“ Friedensprozeß synonym für „Juden ins Meer treiben“ – oder auch „Vernichtung der Juden“, denn das ist ja unter der umschreibung „Mordideologie“ zu verstehen – und wir hier in deutschland und europa, wir, die wir es wissen müßten, schließen wieder einmal die augen, als hätten wir nichts, aber auch gar nichts gelernt aus den jahrhunderten der judenverfolgung, die in der vernichtung von 6 millionen menschen gipfelte!

meine sprachlosigkeit ist aber nicht nur auf das entsetzen zurückzuführen, sie resultiert auch aus der erkenntnis, die ich schon lange mit mir rumtrage, aber öffentlich bisher kaum zu äußern wagte, dass wir mit dem toleranzdenken (als einem der positiven lerneffekte aus der nazizeit) dem fremden gegenüber, gleichzeitig, bis zur selbstverleugnung des eigenen, dem islam tor und tür öffnen und damit, (auch nach raddatz) einer islamisierung europas vorschub leisten, die gleichzeitig mit einer neu aufbrechenden antisemitischen haltung einhergeht.

wir tolerieren, aus angst vor dem vorwurf neuerlich rassistisch (gegenüber muslimen) zu sein, eine religiös erscheinende ideologie der unterwerfung, die, in bezug auf israel, nichts anderes im sinn hat, als die totale vernichtung der juden, denn mit der unterwerfung Israels unter arabisch-islamische herrschaftsstrukturen ist es, abgesehen davon, dass Israel sich nicht unterwerfen würde, ja nicht getan!

das ist doch auch eine erkenntnis aus den vielen „friedensgesprächen“, aus roadmap und dem bemühen des nahostquartett: die „arabischen freunde“ sehen in israel keinen freund und erst recht keinen (menschen)bruder, den man unbehelligt in eretz israel leben lassen will – sonst gäbe es doch längst eine lösung!

in ihrem heutigen beitrag schreibt Lila u.a.:

„Man kann einfach nicht zulassen, daß dieser Konflikt vielleicht NICHT symmetrisch ist: daß die Aggression und der Vernichtungswille seit den 1920er Jahren von der arabischen Seite kommen und sich gegen die jüdische Seite richten.“

DAS müssen wir endlich begreifen und daraus müssen unsere politiker endlich die richtigen schlüsse ziehen und aufhören von der gleichmäßigen verteilung der „schuld“ (wobei ich den schuldbegriff völlig unangebracht finde) am israelisch-palästinensichen konflikt zu faseln!

und wie wenig alle westlichen bemühungen taugen, mit sachlichen argumenten und demokratischen mittel den nahen osten zu befrieden, wird in der gewaltorgie sichtbar, mit der die (immer auch vom westen unterstützte) hamas vorgeht.

unmenschlich und grausam wütet jetzt sie gegen die eigenen “ brüder“, brandmarkt diejenigen, die den ausgleich mit israel vorsichtig anstrebten, als verräter, morden und töten unschuldige, unterwerfen diejenigen, die die demokratischen spielregeln des westens praktizieren und dehnen ihren anspruch auf „ganz palästina“ immer weiter aus!

das andere buch, das ich gestern erhalten habe, hat der „streitbare wahrer des glaubens“ unter johannes pauls II. und dessen nachfolger auf dem stuhl petri geschrieben, joseph, kardinal ratzinger, benedikt der XVI. :

„Jesus von Nazareth“

„was kann aus nazareth gutes kommen?“ haben die menschen damals gefragt, die staunend den zimmermannssohn sahen und hörten und nicht fassen konnten, was er den leuten (unter anderem) so entschieden wie unbegreiflich sagte:

„Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Söhne Gottes heißen.“

die sehnsucht nach dem „Frieden Gottes“, der, wie paulus schreibt, „höher ist als alle menschliche vernunft“ mag uns leiten auf dem schwierigen weg zu „Frieden auf Erden“.

—————————————————————-

und am ende dieses langen tages bin ich auf die antrittsvorlesung des Rabbiners Walter Homolka aufmerksam geworden, die er anläßlich der ernennung zum honorarprofessor an der universität potsdam gehalten hat. „Jesus der Jude“

miteinander reden, aufeinander hören, vielleicht auch voneinander lernen, ohne das „eigene“ verleugnen oder verlassen zu müssen!

ausweichmanöver… 15. Juni, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
add a comment

so ein mentales ausweichmanöver ist das „spieglein an der wand“.

eigentlich bin ich voller unruhe, sorge, entsetzen … und auch scham. ich kann es aber nicht in lesbare worte fassen. es holpert und stolpert.

heute lilas blogeintrag zu gaza

… und heute kam auch der raddatz … ich habe beim ersten blättern eher zufällig ein paar zeilen gelesen … sie standen im schwer zu ertragenden zusammenhang mit „gaza“ … und ich dachte: „das kannst du dir heute nicht auch noch antun!“

dann lieber über die amsel plaudern, die ihr spiegelbild entdeckt.

hält mir dieses amselgeschichtchen einen spiegel vor … und gefällt mir, was ich da sehe?

spieglein, spieglein an der wand … 15. Juni, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
add a comment

wer ist die schönste im ganzen land?

das muss sich heute wohl eine amseldame gefragt haben, die sich vor die große spiegelscherbe an unserer alten backsteinmauer verirrt hatte.

vor ein paar jahren war mir beim reinigen ein alter spiegel zerbrochen. schade, aber vielleicht doch noch zu was nutze!?  und so hatte ich die zwiemlich große scherbe zwischen dem efeu an der alten backsteinmauer befestigt, die unser gärtchen vom großen nachbargarten trennt. freunde, die den spiegel zum ersten mal zwischen dem efeu wahrnahmen, glaubten, unsere mauer habe ein loch! das hat mich jedesmal aufs neue  amüsiert! dann fiel ein teil des efeus meinem frühjahrsgärtchenputz zum opfer. wohin nun mit der scherbe?

sie lehnt nun nur noch locker auf einem absatz an der mauer.

ein idealer platz für neugierige amseldamen.

madam ließ sich vor dem spiegel nieder … plusterte sich davor auf … trippelte von links nach rechts und wieder zurück … schlug mit den flügel … beäugte sich von der einen, dann von der anderen seite … legte den kopf modellmäßig in pose  … verharrte eine kleine weile völlig regungslos und flatterte dann heftig flügelschlagend ihrem spiegelbild entgegen.

sah sie eine konkurrentin an ‚ihrer‘ mauer?

oder gefiel ihr ganz einfach nicht, was sie da sah?

und wenn meine auswärts studierende tochter die (meine!!!) digi-kamera wieder mit nach hause bringt, mache ich ein schönes foto des spiegleins an der wand und stelle es hier ein!

rechenkünstler… 14. Juni, 2007

Posted by Rika in Kinder - Famile, schule - kinder.
Tags:
add a comment

ich hatte für heute eine klasse unserer förderschule zu mir in mein gärtchen eingeladen. es ist schon eine gute tradition, dass wir immer mal wieder schüler zu uns nach hause einladen.

und so trafen gegen 9.00 h sieben muntere knaben im fortgeschrittenen schulalter mit meinen beiden kolleginnen bei mir ein. bei dem schönen wetter – und hier im norden war es wirklich schön – ist natürlich grillen angesagt! zwei grillmeister waren schnell gefunden, hühnerbrüste und hähnchenbeine, tomaten, nürnberger und andere würste landeten auf dem grill, dazu gab es salat und brot und natürlich die obligatorischen soßen. es war ein wunderschöner vormittag.

aber leider hat auch die schönste grillparty irgendwann ein ende, und da die schüler pünktlich um 13.00h von ihren schulbussen am tor der schule abgeholt werden und die gruppenkinder in ihre wohngruppen gehen müssen, konnten wir das ende auch nicht hinausschieben.

die rückfahrt zum schulort mußte noch abgesprochen werden, d.h., es ging darum, wer in den privatautos der kolleginnen „vorne“ sitzen durfte. „vorne sitzen“ ist ein ungeheures privileg. wer vorne sitzt hat’s eindeutig besser. nicht nur der aussicht sondern auch der langen beine wegen, die die großen kerle mit ihren 15 – 19 jahren schon haben.

die kollegin schlug ein losspiel vor: sie dachte sich eine zahl zwischen 1 und 10 aus und ihre mitfahrer durften ein votum abgeben.

„5“ sagte einer, „8“ ein anderer, der dritte nannte die 2. die loszahl war 7.

„wer ist am nächsten dran?“ fragte die kollegin.

„ich“, rief der mit der 5.

eine wilde rechnerei begann. schließlich gab sich der junge mit der 5 geschlagen.

aber ob er wirklich verstanden hat, warum die 8 näher an der 7 ist?

ich weiß es nicht. ich weiß nur, dass ich die großen kerle unheimlich mag und sie für mich die normalsten menschen der welt sind,wunderbare lebenskünstler!

sie können nur nicht rechnen!

lernresistent … 12. Juni, 2007

Posted by Rika in meine persönliche presseschau.
8 comments

das hat nicht unbedingt etwas mit dummheit zu tun, es kann auch bedeuten, dass jemand über eine ungemein große beharrlichkeit verfügt, mit der er -trotz aller mißerfolge – immer wieder versucht, ziele zu erreichen.

oder auch: aus schaden wird noch lange nicht jeder klug!

so kann man in den online-nachrichten der ZEIT lesen, dass die usa darüber nachdenken, bei ihren friedensbemühungen im irak sunnitische gruppen in den kampf gegen das al quaida-netzwerk einzubeziehen.

das bedeutet doch auch, dass diese sunnitischen gruppen mit waffen ausgerüstet werden und mit der nötigen logistischen unterstützung durch die usa rechnen können. man liest mit staunen, dass aber just diese gruppen ehedem mit al quaida paktiert haben, nun aber gegen sie antreten wollen. (über das, was den sinneswandel tatsächlich bewirkte, erfährt man weniger viel.)

mich erinnert das auf fatale weise an die geschichte, als weiland streng islamisch-sunnitische gruppen in afghanistan antraten, die macht im bürgerkrieg an sich zu reißen. heute firmieren diese streng islamisch-sunnitischen gruppen unter dem namen Taliban und sind eng mit dem al quaida-netzwerk verbandelt. die usa bemühen sich nach kräften, sie aus dem land zu treiben und überhaupt am besten allesamt dingfest zu machen.

denn die taliban stören den friedlichen wiederaufbau des zerstörten afghanistan und verhindern mit macht die so heiß herbei gesehnte demokratie daselbst.

erinnern wir uns: um die macht in afghanistan tobte ein langer und verheerender bürgerkrieg in den die sowjetunion mit dem vorwand eingriff, die wahren demokraten der kommunistischen demokratischen volkspartei unterstützen zu müssen. die aufrichtigen gotteskrieger, mudschahedin genannt, hatten ganz entschieden etwas gegen die sowjets und wollten sie vertreiben. und weil auch pakistan die kommunistisch-sowjetischen demokraten im nachbarland mit skepsis betrachteten, unterstützten sie mehr oder weniger offen die gotteskrieger.

und wie wir alle wissen, waren die kommunisten schon immer und die sowjetunion sowieso den usa ein dorn im auge und stachel im fleisch, so dass auch sie die mudschahedin reichlich mit waffen versorgten für ihren befreiungskrieg.

aber die zeiten ändern sich und meinungen und menschen eben auch. zwar waren die tapferen dschihadisten bereit, die waffen aus amerika zu beziehen, aber nicht geneigt, ebenso lebensstil und lebensart samt demokratie westlicher prägung zu importieren. (das mit der westlichen prägung war ja schon ein paar jahre zuvor im iran kläglich gescheitert – der scha war ziemlich demokratie-resistent und die nachfolgenden ajatollahs träumten nur vom gottesstaat auf erden, den sie ja auch errichteten und mit hilfe der übrig gebliebenen waffen aus der schah-zeit gegen das böse saddam-regime im irak erfolgreich verteidigten … bitte diesen klitzekleinen exkurs zu entschuldigen!)

naja, und nun galt es für die wieder erstarkten gotteskrieger eben, den westlichen satan zu bekämpfen. und da man ja schlecht in offener feldschlacht gegen das amerikanische böse ankämpfen konnte, verlegte man sich auf das schon gegen israel „bewährte“ terrorsystem, hinterhältig, gemein und in seiner wirkung ungemein effektiv.

mit dem 11. september war die terroristische bedrohung ganz offensichtlich und ihre urheber wurden in al quaida und den gefolgsleuten ausgemacht.

selbstverständlich muss man den terror dort bekämpfen, wo er in erster linie beheimatet ist und seine kämpfer rekrutiert.

afghanistan wurde von den taliban befreit und der irak von seinem menschenverachtenden diktator, der im verdacht stand, die welt mit chemikalischen, biologischen und wohlmöglich gar atomaren waffen vernichten zu wollen.

beide kriegsschauplätze bieten wenig anlaß zu der hoffnung, dass friede und wohlstand die menschen glücklich leben läßt. die erneute terrorgefahr durch taliban und al quaida wächst von tag zu tag … und gleichzeitig macht sich im iran ein (verrückt erscheinender) präsidente und streng islamischer verfechter des wahren glaubens und kämpfer gegen das von ihm so genannte „zionistische gebilde“ daran, atomwaffen fähiges material her zu stellen …!

tägliche anschläge im irak machen gleichzeitig sehr deutlich, dass „der frieden“ nicht zu befehlen ist und den militärisch errungenen siegen noch lange nicht auch zivile überzeugungen und einsichten in die vermeintlich neu gewonnenen freiheiten folgen müssen…

da schiiten, amerikaner und verbündete freunde im irak nicht allein für frieden sorgen können, müssen die sunniten …. wie war das doch gleich mit teufel und belzebub?

aber das ist eine andere geschichte.