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ich bin dann mal (kurz) weg … 30. Juli, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
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… seit Hape Kerkeling diesen in NRW allerseits beliebten Ausdruck für seinen Buchtitel vereinnahmt hat, traut sich ja kaum noch ein Mensch, seine vorübergehende oder längerfristige Abwesenheit mit diesen Worten anzukündigen.

Nun denn, ich nutze diese wunderbar einfache, einprägsame und treffende Erklärung dennoch!

Ich bin jetzt mal – wie angekündigt – weg!

Und damit sich in meiner Abwesenheit nicht unliebsame Werbefritzen für unliebsame Seiten hier die Klinke in die Hand geben, werde ich die Kommentarfunktion für die Dauer meines wohlverdienten Erholungsurlaubs einschränken.

Allen, die hier reinschnuppern, wünsche ich eine gute und schöne Zeit!

rika

PS

„Ich bin dann mal weg“ kann ich sehr empfehlen, gerade weil H.K. sich nicht vordergründig oder direkt über die spirituelle Seite mit dem Jakobsweg auseinandersetzt, gibt es viel an Spiritualität zu entdecken – paradox?  Nein gar nicht. Es bleibt jedem Leser selber überlassen, die feinen Stimmungen und Nuancen wahr zunehmen. Das macht das Buch für mich so interessant, zumal ich DAS dem Kerkeling nie und nimmer zugetraut hätte.

nun aber wirklich weg!

semesterende … 28. Juli, 2007

Posted by Rika in familie.
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Die Studentenkinder sind wieder da – mit Sack und Pack hier angelandet, und auch der liebste Gatte hat gestern sein ausserhäusiges Arbeitszimmer für zwei Wochen verschlossen, nachdem auch die letzten Klausuren korrigiert und der übliche Kleinkram am Semesterende erledigt waren.

Jetzt muss nur noch das Wetter etwas freundlicher werden, und die Ferien können wirklich beginnen.

Unsere Lieblingstochter ist mit ihren großen Brüdern zu einer Freizeit aufgebrochen – sie werden als Mitarbeiter mit einer Horde Teenies eine Woche lang viiiiel Spass haben – und am Ende urlaubsreif sein. Jedenfalls war es in den vergangenen Jahren I M M E R so, warum sollte es diesmal anders sein.

Und so hat sie heute in aller(un)christlichster Frühe mein Auto mit Bibel und Bastelkram, Schlafsack, Luftmatratze und Waschzeug, Verkleidekiste (darin finden sich irgendwelche Fummel wieder aus ziemlich allen mütterlichen Epochen modischer Torheiten der üblichen Modetrends 😉 !) und Erste-Hilfe-Koffer, den notwendigen eigenen Utensilien und einem Maschinchen für’s Bücher binden beladen – wo der größte der großen Brüder sitzen und mit seinem Kram bleiben sollte, war uns bei ihrer Abfahrt noch rätselhaft. Aber sie sind gut angekommen – Anruf erfolgt – und das, was sie vergessen hat, wird vom „Chef-Teamer“ bei uns abgeholt werden, zum Glück fährt der erst heute gegen Abend! Der andere Bruder hat sein Auto ebenfalls bis ans Dach beladen – ich weiß gar nicht, was die alles in nur einer Woche mit dem ganzen Zeug anstellen wollen – und nimmt auch noch einen Mitarbeiter mit. Nun denn!

Gutes Gelingen, viel Freude und Gottes Segen wünsche ich dem Team und der ganzen Meute.

Wir, mein liebster Gatte und ich, werden unser Lieblingsferienhaus genießen – es gehört lieben Freunden und liegt gleich am Deich – und hinterm vorm Deich nur noch Meer, Himmel, Watt und Salzwiesen …

spieka-sonnenuntergang.jpg

Der jüngste der Familie hütet derweil Haus und Garten, d. h. er hat „sturmfrei“, wie er es nennt – und da es ja ohnehin die ganze Zeit regnen wird, hat er zumindest im Garten Gärtchen nicht viel zu tun, muss weder Blumen gießen noch Rasen mähen.

Urlaub im Hause, ist doch auch mal schön!

welch eine frage … ! 25. Juli, 2007

Posted by Rika in meine persönliche presseschau.
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„Was hat das Christentum mit dem NT zu tun?“

fragt ein Mann im Forum HaGalils, der sich schon lange mit dem Giur beschäftigt.Er fragt nicht aus Unwissenheit oder aus reiner Wissbegierde.

Er fragt, um zu einer Antwort heraus zu fordern. Er lässt durchblicken, dass er – obwohl mit christlichen Dingen in seiner Jugend vertraut – dem Christentum nicht traut, dass er es für eine gotteslästerliche Religion hält, die sich, so sein Vorwurf, noch dazu mit jüdischen Anteilen schmückt, ohne jedoch sich an die jüdischen Gesetze, die ja im Tanach nachzulesen sind, zu halten.

Wie aber kann ich mit einem Menschen über Christentum reden, wenn er von vornherein voller Empörung und Ablehnung ist?

Wie kann ich mit einem Menschen über Christentum reden, wenn meine Erklärungen ihm wie Mission vorkommen müssen, Judenmission noch dazu!

Und wie sollte das in einem jüdischen Forum geschehen können, ohne die jüdischen Leser mit dem zu brüskieren, was für sie blasphemisch, für mich aber Gottes Wort ist?

Darum habe ich die Antwort hierher verlegt, in meinen Blog. Aber auch hier geht es mir darum, die jüdischen Leser nicht zu verletzen.

Wie nun also reden über Christentum?

Christentum – diese doch so gar nicht als Einheit zu erfahrende Vielfalt gläubiger Menschen, die sehr unterschiedlichen Kirchen, christlichen Gemeinschaften oder kirchlichen Institutionen angehören, dabei sehr persönliche Frömmigkeitsstile pflegen und sich mitunter gegenseitig gar nicht so recht das Christsein zubilligen.

Der Papst reklamiert den Anspruch für die katholische Kirche, allein DIE Kirche zu sein – und klammert damit die vielen Millionen evangelischen Christen verschiedener Denominationen aus.

Freikirchlich sozialisiert und vom „Geist der Brüdergemeinden“ geprägt, beanstande ich gerade diesen Anspruch des Papstes und – noch vielmehr – ich spreche ihm ab, Stellvertreter Christi zu sein. Nach meinem Verständnis gibt es für Christen keine Stellvertreter oder Mittler zwischen den Menschen und Gott.

Und dennoch betrachte ich den Papst als meinen „Bruder in Christo“, wie ich alle Menschen, die sich zu Jesus Christus als den Sohn Gottes bekennen, als Schwestern und Brüder der gleichen Gemeinde Jesu ansehe. Jesus, Gott selbst ist der HERR dieser Gemeinde. Diese Zugehörigkeit zu der Gemeinde Jesu, die mehr ist als eine kirchliche Institution, ist die gemeinsame Basis.

Ist das Christentum?

Beantwortet das auch nur ansatzweise die Frage?

Ja und nein.

Ja, weil das Bekenntnis zu Christus die gemeinsame Basis ist, die für alle, die sich Christen nennen, verbindlich ist.

Nein, weil damit weder die Anfänge des Christentums, noch seine Geschichte oder Vielfalt hinreichend erklärt ist, von theologischen Ansätzen, unterschiedlichen Betrachtungen und Bewertungen ganz zu schweigen.

Und was hat das alles mit dem Neuen Testament zu tun? wollte der Frager bei HaGalil wissen.

Das Neue Testament bezeugt in den vier Evangelien das Leben und Wirken, den Tod und die Auferstehung Jesu – nicht im Sinne einer historisch korrekten Auflistung oder einer chronologischen Berichterstattung, aber mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten. Die „Autoren“ der Evangelien bezeugen Jesus aus ihrem ureigenen Verständnis und berücksichtigten dabei gleichzeitig die doch sehr verschiedenen Vorkenntnisse der unterschiedlichen Zuhörerkreise.

Es zeigt in der Apostelgeschichte, wie Menschen unter dem Eindruck dieses Jesus davon inspiriert waren, ihr Leben in seinem Sinne zu führen, ihm „nachzufolgen“ wie man das bis heute nennt …. und dabei manches Ungemach bis zur Verfolgung und Tod auf sich nahmen, um das, was sie als Offenbarung Gottes in Jesus Christus erkannt hatten, weiter zu sagen und anderen Menschen davon zu berichten, weil sie es für so existentiell wichtig hielten, lebensfördernd und über den Tod hinausweisend, von Gott gewollt.

In den Briefen schließlich geben Paulus, Petrus, Johannes, Jakobus und Judas darüber Auskunft und geistlichen Rat, wie das, was Jesus lehrte und mit seinem Leben, Sterben und Auferstehen bewirkte, sich im alltäglichen Leben der noch jungen Gemeinden und ihrer einzelnen Mitglieder auswirken und wiederfinden kann. Wir lesen, dass die Gemeinden zunächst aus „Judenchristen “ bestanden, Menschen also, die im Judentum der damaligen Zeit aufgewachsen waren, die die Gebote kannten und vermutlich auch weitgehend einhielten. Doch auch immer mehr Nichtjuden, die von Gott bis dahin nicht oder nur wenig wussten und dem griechisch-römischen Kulturkreis angehörten, wurden von der Lehre Jesu angesprochen und ließen sich der Weisung gemäß taufen. Das Zusammenleben der „Christen aus den Völkern“ mit denen aus „den Juden“ war nicht immer leicht – und schon damals wurde deutlich, dass Menschen unterschiedlicher Auffassung waren über die eine oder andere Vorschrift.Was sie aber dennoch einte, war der Glaube an Jesus, den Christus, den Sohn Gottes.

Und schließlich beschäftigt sich die Offenbarung in einer großartigen und nicht leicht zu verstehenden Vision mit den „letzten Dingen“ der Menschheit. Dies ist das wohl am schwersten zu verstehende Buch der Bibel und es gibt weisere Leute als mich, die sich damit wieder und wieder beschäftigen und unsere Zeit in einen geistlichen Zusammenhang stellen mit den dort beschriebenen Situationen und Ereignissen.

Ich weiß, dass dies eine sehr oberflächliche Annäherung an die Frage ist. Ich habe bewusst darauf verzichtet, hier schon weitere Erklärungen zu typischen Begriffen wie Sünde, Vergebung, Erlösung, Auferstehung zu geben, die Frage der Trinität aufzugreifen, auf die Ewigkeitserwartung einzugehen oder theologische Aspekte einzubeziehen und Literaturverweise zu geben.

Ich rede – wie ich es ja in meinem „ani“ ankündige – von mir und meinem Verständnis und das doch differenzierter ist, als es hier sichtbar wird. Ich bleibe aber zunächst bei dieser sehr allgemeinen Antwort auf eine Frage, über die sich viel klügere Leute als ich schon den Kopf zerbrochen haben.

Vielleicht später dazu mehr.

selbstbekenntnis einer ignorantin … 23. Juli, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
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… und damit bin ich – in diesen Tagen jedenfalls –  eine Außenseiterin,  gar keine Frage!

Wohin man auch sieht, was man auch anschaut, was immer man liest oder hört, es gibt nur ein global enorm wichtiges Thema: Harry!

Natürlich ist damit nicht der Harry gemeint, der schon mal den Wagen holen soll – das ist Schnee von gestern, auch nicht „Dirty Harry“ – nicht doch, der ist so Asbach wie uralt!

Nein und dreimal nein, ich nehme den Nachnamen nicht in den Mund!

Ich oute mich hiermit als bekennende Harry-Ignorantin! Ignorantin seit der ersten Stunde, bevor noch irgendein Buchstabe der Veröffentlichung preis gegeben war.

Damals – angesichts der gigantischen Werbeaktionen um den Harry – beschloss ich, mich nicht den Werbern zu ergeben, mich nicht von ihren Tricks einfangen zu lassen, ihnen nicht auf den Leim zu gehen, mich nicht an der Massenhysterie und der gigantischen Vermarktung eines Buches zu beteiligen!

Ich doch nicht! Nein, nein, nein!

Bei diesem NEIN bin ich standhaft geblieben – wobei die Standhaftigkeit nun wirklich nicht erwähnenswert ist , weil weder besonders schwierig noch sonstwie spektakulär! Ich will einfach nicht! Kein Buch, kein Film nichts, gar nichts!

Fehlt mir etwas? Habe ich etwas weltbewegend Wichtiges verpasst?

Sicher, ich kann nicht mitreden wenn die Leute geheimnisvoll klingende Namen in die Diskussion werfen … aber MUSS ich das?

Bis heute kann ich die Hysterie nicht nachvollziehen, die der angesagte Verkauf eines weiteren Werkes mit sich bringt. Ich frage mich vielmehr immer noch, ob der Harry ohne die geschickte Marketingstrategie des Verlages, ohne die vielen, vielen Werbespots, ohne die vielen, vielen Anzeigen in vielen, vielen Zeitungen und ohne die Lobeshymnen vieler, vieler Journalisten auch so berühmt und geradezu Heil bringend wichtig geworden wäre? Sind nicht all die Leute, die damals bis heute die Kampagne bestreiten, die eigentlichen „Macher“ des Erfolges. Sie suggerieren, dass man ihn einfach kennen müsse, den Harry und natürlich wissen , wie es weiter gehe und die Welt ohne Harry arm und ärmer wäre und man ohne Harry zu kennen nicht „dazu gehöre“, „nichts wisse und nichts sei“, kurzum, dass man ihn gelesen haben MUSS!

It’s a MUST.

Nicht für mich!

Und damit habe ich dem Herrn Harry schon genug Ehre erwiesen. Zuviel, wenn ich es recht bedenke!

Neues aus der Hausbesetzerszene … 22. Juli, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
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„Illegaler Hausbesetzer“ beobachtet:

hausbesetzer.jpg

Eine Amsel hat sich das Futterhäuschen, das während der Sommermonate in der Ecke des Balkons meiner Eltern steht, zum Brüten ausgesucht und lässt sich auch durch die eigentlichen Nutzer des Hauses nicht stören!

(Ich bedauere sehr, dass meine fotografischen Fähigkeiten nur mangelhaft ausgebildet sind. Was hätte Gudrun mit diesem Motiv gemacht!!!)

Alte Freunde … 22. Juli, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
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gestern feierten wir im kleinen Kreis den Jahrestag der Eheschließung unserer Freunde.

Wie sind wir alle miteinander älter geworden . . . grauhaarig und mit mehr oder weniger deutlich gelichtetem Haupthaar die Herren,  auch die Damen in Ehren ergraut unter der attraktiven Farbe der Saison … fast alle etwas fülliger, etwas weniger aufrecht die Körperhaltung, Brillen brauchen wir nun alle für das feine Schrifttum …

Und doch so frisch und lebendig in den Erinnerungen an die vielen, vielen Jahre seit dem Kennenlernen vor ungefähr vier Jahrzehnten . . . an gemeinsame Freuden, an Schwierigkeiten und den Trost, den wir uns gegenseitig gaben und an die vielen, vielen witzigen und komischen, erheiternden und manchmal auch nicht so vergnüglichen Erlebnisse.

Alte Freunde – wie schön, dass es sie, dass es EUCH gibt. Nicht dass wir ständig aufeinander hockten – in manchen Jahren lebten wir auf drei verschiedenen Kontinenten, sahen uns ein- zweimal im Jahr, telefonierten ab und zu. Und doch, wenn wir uns begegnen, sind wir uns tief vertraut und nahe, als hätte wir das ganze Leben Tag für Tag gemeinsam verbracht.

Freunde für’s Leben – glücklich der Mensch, der einen Freund an seiner Seite hat!

DANKE für das kostbare Geschenk der Freundschaft!

weitersagen … 19. Juli, 2007

Posted by Rika in islam, meine persönliche presseschau.
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… mehr bringe ich heute nicht zustande!

Ich bin zu müde, um zu denken – geschweige denn zu schreiben – und so lese ich mich ein wenig durch die blogs.

Dabei bin ich auf diese Nachricht in Lizas Welt gestoßen. Ich will sie einfach nur weitersagen …

F E R I E N . . . ! 18. Juli, 2007

Posted by Rika in Allgemein.
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um 10.30 h tönte der Gong durch das geliebte Schulgebäude und verkündete Kindern, Jugendlichen, pädagogischen Mitarbeiterinnen und Lehrerinnen das Ende des Schuljahres 2006 / 2007 , zumindest das Ende, das den Unterricht betrifft …

Die letzten Tagen waren noch erfüllt von hektischer Betriebsamkeit … nun kehrt erst einmal Ruhe ein, bevor es dann zu neuen Ufern geht, sei es in Haus und Garten oder in fremden Landen …

und auch hier wird es in den nächsten Wochen überwiegend sooo aussehen:

schulhof.jpg

… gähnende Leere auf dem Schulhof!

So schön friedlich und soooo langweilig!

Sommerregenpause … 12. Juli, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
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Ich habe sie genutzt!

Neulich, als der Regen für einige Minuten nachließ, habe ich eine Weile an unserem kleinen Gartenteich gesessen …

kleine-terrasse.jpg

Das ist unsere Lieblingsecke an lauen Sommerabenden …

teich-und-seerosen.jpg

Bei dem derzeit lausigen angenehm kühlen Wetter blühen die Seerosen offenbar nur einzeln …

Nachtgedanken… 11. Juli, 2007

Posted by Rika in islam.
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Ich konnte in der vergangenen Nacht schlecht schlafen, das ist nichts Besonderes und kommt in letzter Zeit häufiger vor. Stress halt oder das Alter!

Wie auch immer. Ich lag also wach und dachte über dies und jenes nach – auch über die letzten Einträge hier in meinem Blog. Die Beunruhigung, die ich beim Thema Islam verspüre, die mich sehr bewegt und die ich immer wieder mal zur Sprache bringe – nicht nur hier, auch in vielen Gesprächen mit meinem Mann – geht sehr tief. Mein Mann sieht manches genauso wie ich, anderes schätzt er aber grundsätzlich anders und vor allem weniger „angstbesetzt“ ein, wie ich es tue.

Ist „angstbesetzt“ der richtige Begriff? Und wenn ja, worauf bezieht sich dann die „Angst“? Habe ich Angst vor dem Islam oder Angst davor, eine Entwickelung aktiv mitzuerleben, die ich für bedenklich halte, diese Bedenken aber nicht öffentlich zu machen? Wie viele Menschen – so fragte ich heute morgen meinen Mann beim Frühstück – haben Hitlers Kampfansage in seinem Buch gelesen und hätte demzufolge wissen müssen, auf wen sie sich einlassen bei den Wahlen zum Reichstag? Und hätten die meisten der Leute, die ihn gewählt haben, auch noch gewählt, wenn sie sein Buch tatsächlich gelesen hätten? Sicher, das ist heute nur Spekulation und verändert nichts mehr.

Mich aber beunruhigt die Vorstellung, dass ich etwas wissen könnte oder müsste, mich aber aus Bequemlichkeit oder falsch verstandener Toleranz abwende und die Dinge laufen lasse. Mein Mann hat sich im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit mit Migration aus psychologischer Sicht beschäftigt und wir hatten immer einen regen Austausch darüber – von daher sind mir die Begrifflichkeiten „das Eigene“ und „das Fremde“ mit ihren psychologischen Deutungen durchaus vertraut, darüber kann ich nachdenken, reden, das hilft mir, mich zu sortieren, Zuordnungen zu finden, Standpunkte zu überprüfen, zu neuen Einsichten zu kommen.

Aber meine Unruhe blieb dennoch weiter bestehen!

In dieser schlaflosen Nacht kam mir in den Sinn, dass ich sowohl im Umgang mit meinen Ängsten, als auch in der Beziehung zu dem Nächsten, dem Fremden, auf christliche „Kernkompetenzen“ zurückgreifen kann.

„In der Welt habt ihr Angst“, sagt Jesus, „aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“

Meine Ängste – die ganz realen, aber auch die irrealen – haben einen Raum bei Gott. Ich muss sie nicht verdrängen, sie nicht von mir abspalten, um damit leben zu können. Das entbindet mich nicht der Verantwortung, mich auch damit zu beschäftigen, mich um das zu kümmern, was um mich herum geschieht, aber ich muss keine Angst haben – wenn ich mich kümmer oder wenn ich etwas nicht ändern kann.

Und der andere Kerngedanke christlichen Lebens weist mir den Weg, wie ich Beziehung zum Nächsten, zum Fremden und zum vermeintlich feindlichem Gegenüber leben und gestalten kann. „Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen. Lukas 6, 27 u. 28

Damit meint Jesus ja nicht, dass wir uns abwenden oder raushalten sollen. Er fordert mich dazu auf, für Menschen, die mir feindlich erscheinen, zu beten, meine Gedanken über sie auf Gott zu richten, ihnen Gutes, Segen zu wünschen und für sie zu erbitten. Jesus beschreibt mit dieser Empfehlung, wie wir mit den Menschen umgehen können.

Andererseits hat er zu den Strukturen und Meinungen seiner Zeit Stellung bezogen, den Fragen ist er nicht ausgewichen. Und, so denke ich, will ich mich auch mit den Strukturen und Ideologien meiner Zeit beschäftigen, Stellung beziehen, meinen Standpunkt deutlich machen und mich auf das Gespräch mit „dem anderen“ einlassen – und dabei „jesuanisch“ denken. „Jesus geht uns voran!“ sagte der frühere Leiter meiner Gemeinde, und das im alltäglichem wie im geistlichen Leben. Das bedeutet „Nachfolge Christi“ eben auch – und auch und gerade im schwierigen Umgang mit dem mich so verstörenden Thema „Islam“.

Manchmal verliere ich diese Haltung und Vorstellung, manchmal überwiegen meine negativen Gedanken – aber die bringen mich nicht weiter, bereiten mir allenfalls weitere schlaflose Nächte.

Der Vers eines Liedes fiel mir ein, in meiner schlaflosen Nacht: „Wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns!“

Am Montag sangen wir in einem Gottesdienst:

„Du bist heilig, du bringst Heil, bist die Fülle, wir ein Teil der Geschichte, die du webst, Gott, wir danken dir, du lebst – mitten unter uns im Geist, der Lebendigkeit verheißt, kommst zu uns in Brot und Wein, schenkst uns deine Liebe ein! Du bist heilig. Du bist heilig. Du bist heilig. Alle Welt schaue auf Dich.“

Daran will ich mich halten, wenn wieder einmal die Verzagtheit zur Verzweifelung zu werden droht!