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erfülltes leben … 24. August, 2007

Posted by Rika in judentum, meditatives.
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Heute las ich bei Hagalil einen wunderbaren Text.

Es ist die sehr persönliche Auseinandersetzung einer Jüdin mit ihrer Rolle als Frau, vor dem Hintergrund biblischer Texte und in der Situation jüdischer Menschen nach der Shoah.

Es ist eine sehr spezifische Situation, die ich – bestenfalls – versuchen kann, nachzuempfinden. Sie berührt mich auch als die bis heute nachwirkende Tragödie, die Juden durch Deutsche erlitten haben und an deren Folgen sie bis heute leiden.

Der Text spricht aber auch – über diese speziell jüdische Betrachtung hinaus – Gemeinsamkeiten an, die viele junge Frauen von heute mit der Autorin teilen. Die Schwierigkeit nämlich, mit den bisweilen unvereinbar scheinenden Zukunftserwartungen von Familie und Beruf konfrontiert zu sein und den Sinn des Lebens für sich ganz persönlich entdecken und entfalten zu „müssen“.

Wie Toby Axelrod hier die eigene Lebenserfahrung mit den biblischen Weisheiten verbindet und zu einem Sinn erfüllten Sein kommt und darüber berichtet, finde ich so eindrucksvoll, dass ich den Text allen Frauen ans Herz legen möchte.

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Kommentare»

1. Iris - 26. August, 2007

Wieso ordnest Du diesen Text „haGalil“ zu? Er wurde dort verlinkt, jedoch ist es ein Text von der Bet Debora-Seite, wie auch aus der URL unschwer zu ersehen ist? Dort findet man noch viele andere Texte von und über jüdische Frauen-Themen.

„Juden und Deutsche“ erlitten haben? Erst einmal waren es im Deutschen Reich nicht-jüdische Deutsche, die jüdische Deutsche diskriminiert und verfolgt haben.

Von Toby Axelrod findest Du noch weitere Texte in den verschiedenen Ausgaben des Golem:
http://www.golem-journal.de

2. Rika - 26. August, 2007

Ich habe den Text bei Hagalil gelesen – wie ich es geschrieben habe!
Und, ja aus der Verlinkung geht hervor, dass er ursprünglich bei „Bet Deborah“ erschien. Ich glaubte, darauf nicht extra hinweisen zu müssen, weil das ja jeder selbst lesen wird, der die Verlinkung anklickt. Sollte ich damit falsch gehandelt haben, bitte ich um Entschuldigung.

Bei genauem Lesen meines Beitrags wirst du feststellen, dass ich geschrieben habe: „… Juden durch Deutsche erlitten …“ und es wurden ja nicht „nur“ deutsche Juden verfolgt und ermordet, darum der allgemeinere Ausdruck „Juden“, der alle Juden einbezieht, die durch Deutsche litten und umkamen.
Danke für den Hinweis auf weitere Texte von Toby Axelrod – ich habe einige gelesen – auch die Texte, die mit Leuten wie mir nicht gerade freundlich umgehen. Gut sind sie allemal!

3. Iris - 27. August, 2007

Was meinst Du denn mit der Bemerkung „die mit Leuten wie mir nicht gerade freundlich umgehen“? Ich verstehe es wirklich nicht. Ich kenne Toby Axelrod gut – und auch viele ihrer Texte – und sie geht immer sehr fair mit Leuten um und ist einer der freundlichsten Menschen, die ich kenne, und zwar von einer aufrichtigen Freundlichkeit.

4. Rika - 27. August, 2007

Ich habe das gar nicht unfreundlich oder gar böse gemeint.
Ich bin gläubige Christin und würde bei sehr strenger Betrachtung auch unter die Kategorie „fundamental“ fallen können – jedenfalls was meinen Bezug zur Schrift, zur Bibel angeht. Ich gehöre aber keiner entsprechenden Gemeinde an, sondern bin in einer ganz normalen deutschen Baptistengemeinde. Dabei betone ich „deutsche“, weil einige der southern baptists schon ziemlich extrem-fundamentalistische Positionen beziehen. Toby Axelrod nimmt in einem ihrer Artikeln u.a. auch zu „Freikirchen“ Stellung. Dabei kommen diese nicht so gut weg.
Ich kann das auch nachvollziehen – und da ich im gewissen Sinne ja dazu gehöre, beziehe ich ihre Kritik auch auf mich, eben „Leute wie mich“.

Ja, ich glaube ohne weiteres, dass sie ein aufrichtig freundlicher Mensch ist, sonst hätte sie so einen Text wie den von mir verlinkten gar nicht in dieser Weise schreiben können. Er kommt aus dem Leben und dem Herzen.
Also, nichts für ungut – und danke für Deine Nachfrage!
rika

5. Iris - 27. August, 2007

Nun ja, im Umgang von Juden und Freikirchlern stehen jüdischerseits meist ersteinmal Vorbehalte / unausgesprochene Fragen im Raum, wie es die entsprechenden Freikirchler mit der Judenmission halten. Schwierig ist dabei, daß manche freikirchlichen Kreise Sprachregelungen haben, die das erst einmal verschleiern, sodaß man nicht weiß, woran man ist.

6. Rika - 28. August, 2007

tja, die Vorbehalte kann ich verstehen.
Und so einfach lassen sie sich auch gar nicht aus der Welt räumen.
Meine eigene Position ist ganz klar und eindeutig:
Ich bin gegen Judenmission – weil ich zutiefst davon überzeugt bin,dass Gott den Bund mit seinem Volk nie „gekündigt“ hat! Wozu sollte dann Mission unter Juden dienen?
Die offizielle Stellungnahme des Bundes evangelisch-freikirchlicher Gemeinden verneint ebenfalls Judenmission, könnte aber für meinen Geschmack noch dezidierter sein.
Du findest sie hier: http://www.baptisten.org/thementexte/news_show.php?sel=500&select=thementexte&show=5&cat=Erkl%E4rungen%20und%20Stellungnahmen
Ich habe schon mehrfach geschrieben, dass die Phase des Umdenkens und Lernens aber gerade erst begonnen hat und es sicher noch zu viele Baptisten auch in Deutschland gibt, die noch in alten Mustern und Schemata denken und leben und wenig oder gar keine Ahnung über Judentum haben.
Ich finde es darum wichtig, das Christen die Chance haben, ganz authentisch mit Juden über die Grundzüge des Judentum reden zu können und nicht sozusagen aus zweiter Hand von irgendwelchen christlichen Experten „aufgeklärt“ werden. Das dabei umgekehrt der Eindruck entstehen kann, Christen wollten oder würden missionieren, ist mir schon klar. Vielleicht muss man das riskieren, um den Blick für den anderen objektiver und klarer zu kriegen. Mir haben die Bücher Pinchas Lapides und das persönliche Gespräch mit ihm sehr geholfen und auch die klare Abgrenzung, die er zu dem „Juden Jesus“ zog, die fundamentalen Unterschiede zwischen „jüdischem Leben und Tun“ und „christlichem Glauben“ nach und nach zu erkennen, zu begreifen und zu respektieren. Seither versuche ich, die „hebräische Bibel“ nicht nur durch meine christliche Brille zu lesen – und deshalb finde ich die Erklärungen zu den Paraschot so bereichernd und wichtig für mich. Wie könnte ich sonst lernen?
Das können noch nicht alle so sehen und verstehen – wir sind auf dem Weg.

Nachtrag:
Dieses „auf dem Weg sein“ spiegelt sich auch in den Dokumentationen wieder, die du auf der Seite von lomdim findest:
http://www.lomdim.de/
Darin werden die aktuellen Positionen der einzelnen evangelischen Landeskirchen dargestellt. Unter dem Punkt „Kirche und Judentum“ findet man eine gute Übersicht.

7. Iris - 28. August, 2007

Ich wußte bis jetzt nicht, daß der Bund evangelisch-freikirchlicher Gemeinden eine solche Erklärung verabschiedet hat. Es lliest sich gut, nuuuur: Ich habe mit einer Einrichtung unter dem Dach dieser Organisation total andere Erfahrungen gemacht. Und die Einrichtung ist in Deiner Blogroll, die ich mir heute erstmals ausführlicher angeschaut habe, zu finden.

Es ist wirklich die Quadratur des Kreises. Was soll man da denken, und woran sich da halten?

8. Rika - 29. August, 2007

Ich könnte natürlich jetzt Vermutungen darüber anstellen, auf welche Einrichtung Du Dich beziehst. Das wäre vielleicht im konkreten Fall hilfreich, weil man möglicherweise dort nachfragen und Dinge klären könnte.
(Wenn Du das gut finden würdest, könnte ich mich kümmern.)
Andererseits – und das ist eine Erfahrung, die über Deine persönlichen Erfahrungen hinausgeht – sind es in letzter Konsequenz immer die Menschen, mit denen man es aktuell und in der jeweiligen Situation zu tun hat, die allgemeine Beschlüsse umsetzen, die die eigene Interpretation vornehmen, eigene Ansichten einfließen lassen.

Das macht es generell so schwierig, sich auf ähnliche Probleme einzulassen, Stellung zu beziehen, das Gespräch zu suchen, die eigene Position auch mal infrage zu stellen.

Ich habe beispielsweise seit einiger Zeit große Schwierigkeiten, unvoreingenommen über den Islam zu diskutieren und habe davon ja auch schon im Blog berichtet.
Sobald ich aber mit einem ganz konkreten muslimischen Menschen rede, mache ich auch konkrete Erfahrungen und meine diffusen Gefühle und Gedanken werden durch mein Gegenüber gebündelt und ich kann ausdrücken, was mich bewegt.
In diesem Moment ist der Mensch, mein Gegenüber wesentlicher als die allgemeine Lehrmeinung, für die er als „anonymer Muslim“ steht.

Noch ein Wort zu meiner Blogroll.
Nicht alle von mir gelisteten Blogs finden automatisch meine Zustimmung, ich gehe aber davon aus, dass sie alle irgendwie zu dem Bild betragen, das ich mit meinem „Himmel und Erde“ ausdrücken will. Ich setze weder mich noch die Meinungen einer bestimmten Gruppe absolut, und deshalb führe ich auch Blogs in meiner Linkliste, die ganz andere Meinungen und auch Werte vertreten, als ich es tue.
Ich habe mal den einen oder anderen Blog für eine Weile oder ganz entfernt und andere dazu genommen. Und an manchen Aussagen kann ich mich schon reiben – aber das gehört zu „Himmel und Erde“ dazu.
rika


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