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weltmeister … innen! 30. September, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
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klar, deutschland ist weltmeister!

fußballweltmeister!

toll!

seit der sagenhaften weltmeisterschaft in england 1966 bin ich begeisterter fußballfan und die sache mit dem berühmten 3. tor hat mir damals die tränen in die augen getrieben und überhaupt, eigentlich waren W I R weltmeister, will sagen, ich höchst persönlich!

mit den jahren bin ich etwas ruhiger geworden, ich ereifer mich nicht mehr so bei den spielen, weil ich sie mir meistens erst in der wiederholung anschaue. während des laufenden spiels liefe ich nämlich sonst gefahr, an einem herzkasper zu grunde zu gehen. viel zu aufregend die geschichte für mich! (das geht mir inzwischen bei fast allen sportarten so, die ich eigentlich sehr gerne sehe. es dürfte halt nur keine wettkämpfe geben. nur training, sozusagen!)

heute habe ich in der küche gestanden und ca 30 apfelwaffeln gebacken, dabei eine sehr interessante sendung über laierkästen gehört und ab und zu das aufstöhnen der versammelten familie im wohnzimmer nebenan, ihre torschreie lockten mich dann schon vor den bildschirm …

nun bin ich also wieder mal weltmeister!

schön, nicht?

wobei mir marta natürlich doch sehr leid tut und ihre mitspielerinnen natürlich auch.

man sollte vielleicht doch nur ….

nein, ich muss halt damit leben und die verlierer eben auch!

und alles weitere zum thema hier:


laubhüttenfest – sukkot 26. September, 2007

Posted by Rika in israel, judentum.
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Laubhüttenfest …

soviel hatte ich darüber schon gelesen, bevor ich 1992 in Jerusalem zum ersten mal SUKKOT erlebte …

ich wollte hier ein schönes foto meiner damaligen reise einstellen – das hochladen des fotos wird mir mit dem hinweis auf ein sicherheitsrisiko verweigert!

vielleicht mache ich etwas falsch? oder aber es hat sich schon bis in mein dashboard herumgesprochen, dass viele menschen fürchten, in israel ein sicherheitsrisiko zu haben. na so was!

wie auch immer, ich wünsche allen, die jetzt sukkot feiern

CHAG SAMEACH !!!

septemberkinder … 26. September, 2007

Posted by Rika in familie.
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als ich vor 29 jahren nach dem anfangsverdacht durch meinen gynäkologen die gewißheit bekam, schwanger zu sein, freute ich mich natürlich riesig. aber es sollten ja noch soooo viele wochen, nein monate vergehen, bis unser kind geboren werden würde! im februar hatte der arzt mir vorausberechnet, dass der geburtstermin der 2. september sein würde.

viel zeit also für namensuche und wäschebeschaffung, auswahl der wiege und des kinderwagens, der wickelkommode und all der vielen utensilien, die man so für ein baby braucht. zeit für arbeit und studium, prüfungen und schwangerschaftsgymnastik … und endlich, endlich rückte DER termin näher und näher. doch der 2. september verging ohne nennenswerte ereignisse und auch die darauf folgenden tage waren ruhig und beschaulich.

ich war eigentlich ganz dankbar für den aufschub, musste und wollte ich doch noch die alte eckbank fertig abschleifen, um sie dann blau zu streichen, die dazu gehörenden stühle und den tisch ebenso! außerdem waren wir damit beschäftigt, unsere zelte in göttingen abzubrechen und in hannover neu aufzuschlagen. der liebste gatte hatte seit dem 1. august dort eine neue arbeitsstelle und pendelte nun hin und her…

damals galt ich mit meinen 28 jahren und 11 monaten als sogenannte „spätgebärende“ und musste deshalb alle nasenlang zur fruchtwasserkontrolle in die praxis meines gynäkologen. es war aber alles bestens … und dann strahlten auch eckbank, tisch und stühle in neuem blau und das kind konnte kommen!

und es kam!

d. h. es machte sich auf den weg! wir hatten noch einen bummel durch göttingens schöne altstadt gemacht und einen wahrhaft riesigen herbstblumenstrauß gekauft … waren dann wie üblich in der mensa beim mittagessen, als ich ein ziemlich heftiges, mir bis dahin doch völlig unbekanntes ziehen verspürte … senkwehen hatte ich natürlich schon vor ein paar wochen gehabt, aber die waren irgendwie anders … im mensa-cafe gab es noch herrlich leckeren pflaumenkuchen !!! … hätte ich auf den verzichten sollen? mitnichten! außerdem quatschten wir gerade so schön mit dem ehemaligen arbeitskollegen des liebsten gatten, der uns – mit blick auf meinen wunderbar runden bauch – alles gute wünschte …

inzwischen hatte sich weiteres ziehen ereignet und da ich durch das schreiben meiner vordiplomarbeit, die sich mit der psychischen situation der frau vor, während und nach der geburt beschäftigte, bestens mit allen abläufen vertraut war und demzufolge die minutenabstände genau notierte —ja, jaaa! beim ersten kind macht man das noch so!!! – hielten wir es für angemessen, nach hause zu fahren und die kliniktasche, die griffbereit schon seit wochen!!! im schrank stand, hervorzuholen.

die kontraktionen kamen gleichmäßig im abstand von 5 minuten – zeit für die klinik, dachten wir und machten uns auf den weg.
nun ist das aber mit erstgebärenden so, dass das geburtsgeschäft länger dauern kann, darum schlugen uns (sie meinten aber eigentlich nur mich) arzt und hebamme vor, doch zwei von diesen wunderpillen zu nehmen, die den ganzen prozeß erst mal zur ruhe bringen sollten und dann am nächsten morgen mit frischer kraft zu starten. vermutlich hatten die einfach keine lust auf eine langweilige nacht! wir aber schon! wir wollten das kind nach möglichkeit noch vor mitternacht begrüßen, dann wäre es am geburtstag des großvaters geboren worden … also ließ der liebste gatte die pillen in seiner jackentasche verschwinden, ich legte mich brav ins bett und ruhte! … was man so ruhen unter den wehen nennt … gegen mitternacht, ich war weit davon entfernt, das kind bereits jetzt gebären zu können – muttermund und so -, wurde die fruchtblase gesprengt und nun hatte ich endlich die gelegenheit, das anzuwenden, womit ich mich theoretisch gründlich auseinandergesetzt hatte… atmen, entspannen, atmen, entspannen … atmen … atmen … atmen … der liebste gatte stoppte die intervalle mit der stoppuhr … sagte mir den beginn der nächsten kontraktion an und gab mir den rhythmus für die atmung vor – wir waren ein sehr gut vorbereitetes und eingespieltes team … … … und dann endlich ,

um 6.02 war er da, unser sohn …

… an einem strahlend schönen samstagmorgen im september, genau eine woche nach dem errechneten geburtstermin !

ein schönes kind!

wunderschön!

das schönste allen neugeborenen kinder!

NATÜRLICH !!!

zwei jahre später war es wieder ein strahlend schöner september. wieder war der geburtstermin vertrischen – für unser zweites kind nämlich. die schwangerschaft war nach anfänglichen komplikationen problemlos und schön verlaufen, wir freuten uns alle auf das baby. und wieder bekam ich am 8. september gute wehen, nur das mir das diesmal gar nicht in den kram passte, schließlich wollte ich mit dem schon vorhandenen sohnemann geburtstag feiern, seinen 2. ! immerhin. nach einer kleinen unwillensbekundung hörten die wehen tatsächlich auf und wir feierten am 9. einen sehr schönen kindergeburtstag, den ersten, den er ganz bewußt so erlebte, mit geburtstagsständchen samt kerzen, kakao, kaffee und kuchen, oma und opa, schwangerer tante, schwangerer freundin (meiner, natürlich!) und allem was sonst noch dazu gehört. aber vermutlich hatte ich meinen unwillen ein wenig zu heftig geäußert. mein bauch war beleidigt, es rührte sich nichts mehr.

nach der fruchtwasseruntersuchung am darauf folgenden tag, saß ich mißmutig am eßtisch meiner freundin, mit der ruhe in meinem bauch heftig hadernd, als plötzlich und völlig unvermutet das diesmal schon bekannte ziehen einsetzte. ich rief den vater an der fh an, der kam schnellstens, wir brachten den sohnemann zum mittagschläfchen ins bett, überließen ihn der obhut der oma und fuhren in die klinik. der chefarzt war gerade beim zahnarzt und sein stellvertreter meinte, das könne noch dauern, ich dürfte mich aber trotzdem schon mal in den kreisssal begeben ( heißt das heute eigentlich immer noch so?)! diesmal musste mir der beste gatte nicht die wehen mit der stoppuhr ansagen, oh freude der technik, ich hing an einem wehenschreiber … es piepte und pochte, rauschte und pulsierte aus allen möglichen gerätelautsprechern, dass mir hören und sehen verging – bei solcher piepserei kann sich doch kein mensch auf seine arbeit konzentrieren!!! piep, piep piep piep … doch bei jeder kontraktion wurde das pochen immer langsamer … die herzschläge des kindes setzten vor dem (am wehenschreiber abzulesenden und auch deutlich spürbaren) höhepunkt der wehe ganz aus und kamen dann ganz langsam wieder … irgendetwas schien nicht zu stimmen … ich bekam diese eklig riechende sauerstoffmaske über die nase und befolgte genau die anweisungen der hebamme …

16.58h

kam er zur welt, unser sohn, die nabelschnur zierend um den hals geschlungen, aber putzmunter und gesund! er war nun da, der kleine bruder! und natürlich war er das schönste baby der ganzen station! was sag ich, der ganzen großen stadt hannover! der ganzen welt! und wie stolz war der große bruder auf das kleine brüderchen!!!

im februar 1984 bekamen die brüder – die jungsbrüder, wie sie später in der familie heißen sollten – eine kleine schwester!

und die turnte  ein jahr später an einem sonnigen samstagnachmittag im september vergnügt an mir herum. ich war mit mir und der welt vollkommen zufrieden, mein bauch war rund und kugelig-schön, eine gute und problemlos verlaufene schwangerschaft ging dem ende entgegen, ich ließ mir pflaumenkuchen und kaffee schmecken und sah entspannt und gelassen den nächsten tagen entgegen, konnte ich doch davon ausgehen, dass noch ein paar tage bis zur geburt des vierten im bunde der rasselbande verstreichen würden, schließlich hatte ich auf alle kinder eine weile nach dem eigentlichen termin – der war an diesem samstag – warten müssen. plötzlich gab es in mir einen hellen ton und ich spürte, dass sich eine warme flüssigkeit unter mir ausbreitete…

zum glück war die oma schon seit ein paar tagen im haus – man kann ja nie wissen! und so zogen wir wohlgemut ins krankenhaus – inzwischen hatten wir ja schon einige übung im kinderkriegen. doch der arzt, der mich untersuchte, war mit dem befund alles andere als zufrieden. das kind lag quer in meinem bauch und zu allem überfluß war ein ärmchen schon in den geburtskanal gerutscht. kaiserschnitt also!

der arzt spritzte ein wehen hemmendes mittel, das op-team wurde einbestellt … der oberarzt kam im feinen dress von einer geburtstagsgartenparty … und dann lag ich da, wohlpräpariert auf dem op-tisch, der anästhesist neben mir, bereit, mich in einen tiefen schlaf zu schicken … ich sah auf die uhr an der wand: 18. 52 h., „um sieben wird ES wohl da sein“, dachte ich noch und „HERR, erbarme dich“, mehr konnte ich nicht bitten und beten! als ich wieder zu mir kam hörte ich stimmen um mich herum und irgendwie muss ich wohl so etwas gesagt haben wie „mein baby, mein bauch, wo ist B…“, jemand sagte: „nun zeigen sie der frau doch das kind!“ und wieder ein anderer jemand hielt mir ein bündel vors gesicht und ich konnte ein kleines gesichtchen mit einer riesengroßen nase* sehen, dann wurde mir wieder ganz schwarz vor augen.

später hat man mir dann gesagt, dass „ES“ – unser 4. kind und 3. sohn – tatsächlich um 7.00 h geboren wurde, es dann aber komplikationen gegeben hatte und es schon kurz vor 9.00h war, als man mich aus dem op schob. mein mann hatte unser kind in dieser welt begrüßt und dann lange mit ihm im arm darauf gewartet, dass auch mit mir alles gut werden würde.

meine septemberkinder (und das februarkind natürlich auch!) sind große und wunderbare menschen geworden und ich bin dankbar, dass ich das miterleben durfte.

wir haben im september viel zu feiern …

* ach ja, die nase ist völlig normal! übermorgen feiert er geburtstag!

von der schwierigkeit miteinander zu reden … 25. September, 2007

Posted by Rika in judentum, meditatives.
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wie mache ich es richtig und was mache ich falsch?

das sind die beiden wichtigsten fragen, die ich mir immer wieder neu stelle, wenn es im gespräch mit juden um judentum , israel, christsein geht.

halte ich mich völlig zurück … und bedeutet das dann ignoranz, desinteresse oder gar ablehnung?

zeige ich interesse, stelle fragen, besuche Gottesdienste und Feste … und bin damit (schon) distanzlos?

beziehe ich als christ stellung FÜR israel … und stehe damit schnell in der fromm-evangelikalen ecke?

rede ich über mein christsein … und bin damit gleich auf dem missionstrip?

interessiere ich mich für juden und judentum … und mache mich damit des philosemitismus verdächtig?

darf ich als nichtjüdin hebräische grußworte benutzen, neben „shalom“ auch noch „chag sameach“ o.ä. … oder eigne ich mir damit widerrechtlich fremdes eigentum an?

es gibt so viele probleme, mit denen ich – als am judentum und an israel interessierter mensch und laie – konfrontiert bin!

wenn ich manche diskussionen verfolge, drängt sich mir der eindruck auf, dass ich eigentlich alles nur falsch machen kann. zuviel interesse ist fast noch „schlimmer“ als gar keines, möchte ich etwas über jüdische feste erfahren, erfahre ich gleichzeitig etwas über verrückte christen, die es wagen, diese feste „auch“ zu feiern – sukkot, z.b… (es gibt tatsächlich christen, die das laubhüttenfest feiern – und praktischerweise fällt es ja auch jahreszeitlich mit dem erntedankfest zusammen…)

war ich anfangs – also in der ersten phase, in der ich zum erstenmal wirklich mit jüdischen menschen reden konnte, davor kannte ich ja niemanden, der jüdisch war – noch voller offenheit und dabei vielleicht zu sehr voller erwartungen, wurde ich im laufe der zeit immer vorsichtiger, zurückhaltender, sensibilisiert für all die vielen tabus, die unsichtbar überall und in jeder fragestellung auch verborgen waren und die für irritationen bei meinen gesprächspartner sorgten und für frustrationen bei mir, weil ich wieder einmal irgendetwas übersehen hatte und unwissendlich einen tabubruch begangen hatte.

ich frage mich schon, wie es gelingen kann, miteinander wirklich ins gespräch zu kommen, vor allem wenn ich von manchen jüdischen gesprächsteilnehmern höre, dass juden eigentlich gar keinen gesprächsbedarf mit christen haben. wie können aber unwissenheit und vorurteile (auf christlicher seite) ausgeräumt werden, wenn es den dialog gar nicht geben sollte?

und wie können wir christen juden davon überzeugen, dass wir sie weder evangelisieren oder missionieren oder zum christentum bekehren wollen, wenn das gespräch darüber schon unmöglich ist?

und soll ich mich nur deshalb nicht für israel einsetzen, weil ich gleichzeitig fromm bin?

die texte: ‚eine jüdische erklärung über christen und christentum, „dabru emet“‚ und die erklärung der ekd können vielleicht hilfreich sein in dem schwierigen prozess einer „vorsichtigen annäherung im gespräch“ – und damit meine ich nicht eine inhaltliche gleichmacherei oder theologische vermischung.

so früh war die laubfärbung … 24. September, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
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… selten…!

… und ich habe doch einen blick dafür, denn meistens beginnt sie nicht vor meinem geburtstag im ersten oktoberdrittel, wir sind aber gerade erst im letzten septemberdrittel angekommen! die ( meine ) jahreszeitlichen wendemarken liegen also gut 20 tage früher (was im übrigen auch mit meiner beobachtung im sommer übereinstimmt, noch nie habe ich so früh im jahr jostarbeerenmarmelade gekocht!)

es war mir schon vor einer woche während der rückfahrt von kassel nach hause aufgefallen, dass die meisten wälder einen leichten herbstlichen schimmer haben. am zurückliegenden wochenende haben wir eine betagte tante im siegerland besucht und auch dort erschienen bäume und wälder schon sehr herbstlich.

selbst die vielzitierte eberesche vor meinem fenster rüstet sich ganz eindeutig für den blätterfall.

heute sah sie im spätnachmittagslicht so aus:

               

meine wetterkundige kollegin – die auch den nassen sommer prophezeiht hatte – geht aufgrund dieser sehr frühen laubfärbung von einem recht kalten winter aus – und ich gehe davon aus, dass sie recht behalten wird.

in den nächsten tagen werde ich immer mal wieder die eberesche fotografieren und auch den fortschreitenden blätterfall aller bäume vor meiner nase, bis endlich das alte haus in nachbars garten wieder sichtbar sein wird …

ZUSAGEN … 23. September, 2007

Posted by Rika in Allgemein.
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über 1. Mose 8, 21 u. 22 und Matthäus 28, 18 u. 20

Der Text Dr. Rosenkranz’s über den Regenbogen, den ich zu Jom Kippur hier einstellte, erinnerte mich daran, dass ich vor einigen Jahren anlässlich des Geburtstages einer Freundin folgenden Text schrieb:

ZUSAGEN …

 

„Und der HERR sprach in seinem Herzen:

Nicht noch einmal will ich den Erdboden verfluchen um des Menschen willen; denn das Sinnen des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an; und nicht noch einmal will ich alles Lebendiges schlagen, wie ich es getan habe.

Von nun an, alle Tage der Erde, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ 1.Mose 8, 21 und 22

„Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters. Matthäus 28, 18 und 20

Beide Texte aus der Elberfelder Übersetzung, revidierte Fassung.

Die ganze Spannweite des Lebens scheint mit diesen wenigen Worten ausgedrückt zu sein: Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Der Urkreis des Lebens wird mit diesen Schlagworten beschrieben und sein Bestehen fort und fort – und zwar völlig unabhängig davon, wie ich mich zu GOTT und der Schöpfung verhalte. GOTT macht den Bestand der Erde nicht von dem Verhalten der Menschen abhängig. Er geht davon aus, dass menschliche Kraft und Wille nicht berechenbar ist. Sie sind so unzuverlässig, dass es töricht wäre, das Wohlergehen und Bestehen der gesamten Schöpfung von dem Verhalten der Menschen abhängig zu machen, Unabhängig von dem, was wir tun, schließt Gott seinen Bund mit der Erde. Und darüberhinaus stiftet Gott seinen Bund „zwischen mir und euch“ (1. Mose 9, 12 u 13). Dazu benennt er die Bedingungen und beschreibt die Verantwortlichkeiten.

Was mich immer wieder fasziniert, ist die Tatsache, dass das gesamte Spektrum des Lebens Gottes Zusage ist: Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Zwischen diesen extremen Polen spielt sich das Leben ab. Kein vollklimatisierter, ständig gleichbleibender und mich mit allem Nötigen versorgender Lebensraum wird mir zugesagt, kein Schlaraffenland, kein ewiger Gleichklang und Dauertrott, nein, mein Leben spielt sich im Wechsel der Zeiten und den damit verbundenen Besonderheiten ab: Die Aussaat ist ebenso mühsam, wie die Ernte, aber dazwischen liegt die Zeit des Wachsens und Reifens. Sie Hitze des Sommers ist ebenso schwer auszuhalten, wie der Frost des Winters, aber dazwischen liegt der Frühling mit seiner unbändigen Lebenskraft und der Herbst, der ein helles und mildes Licht über die Landschaft legt und langsam die Ruhe bringt.

Die Hektik des Tages geht über in die Ruhe der Nacht mit ihrem erholsamen Schlaf. Und für alle, die die Nacht als bedrohliches Dunkel erleben, als Zeit der Ängste und Unsicherheiten, wird mit jedem neuen Morgen die Dunkelheit überwunden und die Helligkeit des Tages reduziert den Schrecken der Nacht.

Das gefällt mir so gut an diesem Text: Ich finde mich mit meinem Auf und Ab, Hin und Her meines Lebens, mit meinen Unzulänglichkeiten ebenso, wie mit meinem Bemühen und meinen Stärken darin wieder.

In vielen Psalmen und in dem berühmten Absatz aus dem ‚Prediger‘ – „Alles hat seine Zeit…“ – wird dieses Thema aufgegriffen und beschrieben. Zu allen Zeiten haben Menschen diesen Zyklus von Leben für sich selbst entdeckt und mit ihren eigenen Erfahrungen gefüllt und davon berichtet. Das gibt auch meinem Leben Sinn. Das finde ich schön.

Und manchmal, wenn ich das Gefühl habe, mein Leben und seine Unverständlichkeiten nicht mehr so gut voreinander zu kriegen, wenn ich meine, es nicht zu schaffen oder wenn ich mich verloren und allein fühle, dann ist diese andere Zusage da:

ICH BIN BEI EUCH !

Was ja keineswegs bedeutet, dass es nicht schwierig oder mühsam oder anstrengend ist, das, was mir im Leben so zukommt.

In allen Aspekten meines Lebens – sagt Jesus – ist er bei mir. Nein, das löst nicht unbedingt jedes Problem, das erspart mir auch nicht Arbeit oder sogar Schmerzen, aber Jesus, der alle Schmerzen und Mühen kennt, die das Leben einem Menschen bieten kann, sichert mir seine Gegenwart zu, seine Hilfe, seinen Trost, seine Kraft und am Ende – über den Tod hinaus – die Zusage des Lebens selbst.

 

Jom Kippur 21. September, 2007

Posted by Rika in judentum, meditatives.
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Mit dem heutigen Abend beginnt Jom Kippur, „Tag der Versöhnung“, höchster Feiertag des Judentums, der „Schabbath der Schabbathe“ wie Dr. Michael Rosenkranz in seinem Text schreibt.

Allen, die diesen Tag begehen, wünsche ich Frieden und Segen. Gmar chatima tova und leichtes Fasten!

rika

folgenden text habe ich bei hagalil gelesen:

Der Regenbogen:
Diese Welt – haOlam haseh!

Sieh, was ich mit dem gemacht habe,
was du mir gegeben hast!

Unsere Welt ist eine Welt in der ein Regenbogen sein kann. In der ersten Zeit nach der Schöpfung gab es eine Welt, die nur empfing und keine Dividenden zahlte. Ihre Bewohner ergriffen keinen Besitz von ihr. Sie lebten in der Güte ihres Schöpfers, taten, was sie taten, ohne eine Notwendigkeit der Begründung; schließlich starben sie, wie sie starben. Das war alles.

Mit der Sintflut wurde die Welt wiedererschaffen. Die Erde wurde gereinigt, die Atmosphäre geklärt. Es entstand eine Welt, die den Sonnenschein aufnehmen konnte, der von oben herunterströmte, und ihn in viele Farben aufspaltete. Es entstand eine Welt, in der unterschiedlichste Wesen geboren werden konnten. Sie konnten eine Seele, einen Körper, ihren Teil der Welt und alles was der Schöpfer ihnen gab, annehmen, nutzen und etwas damit tun – und dann heimkehren und sagen: «Sieh, was ich mit dem gemacht habe, was du mir gegeben hast!»

Und so schwor G-tt, die Welt nie wieder zu zerstören. Denn wenn ihre Bewohner auch gefehlt hatten, so konnten sie doch immer wieder umkehren und ihre eigene Unordnung aufräumen.

http://www.hagalil.com/judentum/feiertage/kippur/chabad-1.htm

westfälisches blindhuhn … 20. September, 2007

Posted by Rika in aus küche und keller.
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nein, das ist keine neue hühnerrasse, die blindlings eier legt.

aber warum eines meiner lieblingsgerichte ausgerechnet sooo genannt wird, kann ich beim besten willen nicht erklären. meine kollegin meinte, es könne damit zusammenhängen, dass überhaupt kein huhn in dem gericht zu finden ist.

entgegen der internetrezeptsammlung findet man im normalen leben kaum noch rezepte für dieses alte wunderbar leckere eintopfgericht.

eine bekannte deutsche frauenzeitschrift hatte einige zeit lang in ihren heften eine kleine beilage mit solch verführerischen titeln wie: ganz einfach französisch … oder … das beste aus dem süden … feine mittelmeerkücke … italienisch ganz leicht … so kocht man in frankreich …. die feinsten italienischen vorspeisen usw., usw. .

und da tummeln sich dann süppchen und salate, feine fleichgerichte und wunderbare risotti, nudeln in allen variationen und was weiß ich noch!

aber nicht ein einziges dieser wirklich vielen hefte, (ja, ich gebe es zu, ich habe die eine zeitlang regelmäßig gekauft – mach ich heute nicht mehr, ist mir zu viel werbung drin und sonst nichts neues!) … also, nicht ein einziges dieser vielen hefte brachte auch nur einen einzigen klitzekleinen hinweis auf die herrlichen eintopfgerichte, die den herbst erst so richtig zum herbst machen. sagte ich schon, dass der herbst meine lieblingsjahreszeit ist?

nun denn, heute war die richtige zeit für einen richtigen eintopf, wie ihn schon meine großmütter zuzubereiten wußten:

WESTFÄLISCHES BLINDHUHN

ich besitze eine menge kochbücher – die sammle ich mit inbrünstiger leidenschaft – , aber auch die geben leider keine auskunft über die westfälische spezialität.

im nachdruck eines alten buches von 1904


fand ich ein sehr gutes rezept, das ich aber hinsichtlich der mengenangaben und der zubereitungsart ein wenig adaptiert habe:

1/2 bis 3/4 l wasser zum kochen bringen

250 – 375 g geräucherten speck hineinlegen und eine halbe stunde leicht kochen lassen

in der zwischenzeit

500 g grüne bohnen waschen, putzen und in ca 3 cm lange stücke schneiden,

250 g möhren waschen, schälen, in feine scheiben schneiden,

500 g kartoffeln waschen, schälen in würfel schneiden,

2 große birnen schälen, das kerngehäuse entfernen und in feine stücke schneiden,

2 große äpfel schälen, das kerngehäuse entfernen und in feine stücke schneiden.

das geschnittene obst und gemüse mit den kartoffeln zu dem kochenden speck geben, etwas salz hinzufügen und alles gut aufkochen lassen. etwa weitere 15 minuten garen und den eintopf mit pfeffer und sehr wenig bohnenkraut abschmecken.

vor dem anrichten den speck in feine streifen schneiden.

 

ich finde das blindhuhn himmlisch gut, auch wenn es eher nicht zur feinen küche zählt, sondern nach Mathilde Erhardt wohl „für den einfachen bürgerlichen Tisch“ zubereitet wird!

 

 

 

„ab nach kassel“ … und auch wieder zurück! 19. September, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
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natürlich kenne ich die berühmt-berüchtigte aufforderung „ab nach kassel“ und weiß auch, dass sie meistens nicht unbedingt die positivsten gefühle auslöst, wenn man damit bedacht wird, stand sie früher doch in aller regel für wenig gutes.

so meinen die einen, der befehl habe den jungen bauernsöhnen gegolten, die der hessische kurfürst rekrutieren ließ, um sie gegen gutes geld (selbstredend!) in die amerikanischen befreiungskriege zu schicken! kein wunder also, dass die solchermaßen tradierten assoziationen, die mit diesem ausspruch geweckt werden, nicht die angenehmsten sind.

nicht minder komfortabel war die aussicht für napoleon III., als ihn der ruf ereilte, sich nach kassel begeben zu müssen!

die kasseler selbst sehen das natürlich alles ganz anders und viel harmloser und sind davon überzeugt, dass alle leute nur an die schöne lage der stadt denken, an museen und parkanlagen, das staatstheater und die gebrüder grimm, an die documenta natürlich, die aue und den herkules!

und ich, ich denke an freunde die dort wohnen!

mit denen haben wir – wieder einmal – schön und ausgiebig gefeiert … den 60. einer jungen „alten schachtel“ nämlich. und das war – zumindest an diesem wochenende – allemal attraktiver als alle kasseler herrlichkeiten zusammen. künstler und kunstbeflissene, dichter und denker, wanderer und gartenliebhaber mögen das ja ein wenig anders sehen … und mir mein banausentum verzeihen!

normalerweise nehmen wir für die fahrt immer den direkten weg, aber am sonntag war die landschaft so leuchtend, dass wir die landstraße der autobahn vorzogen und langsam und gemütlich an fulda und weser entlang, durch den solling und an ith und deister vorbei zurück nach hause fuhren.

ich liebe diese wunderbare landschaft mit ihren bergen, sanften hügeln, tälern, wäldern und wiesen … die sonne tat ein übriges, um alles im besten licht erscheinen zu lassen. bei veckerhagen / hemeln überquerten wir die weser auf einer gierfähre und wunderten uns angesichts des herrlichen wetters gar nicht darüber, dass sich vor dem fähranleger eine lange warteschlange gebildet hatte, die geruhsam und stetig abgebaut wurde und genauso stetig immer wieder anwuchs.

auf-der-weserfahre.jpg

im töpferdorf fredelsloh im solling machten wir station in meiner absoluten lieblingstöpferei.

die „Töpferei Helma Klett“ hatte ich vor mehr als dreissig jahren während unserer göttinger zeit entdeckt und ihr in all den jahren immer wieder mal einen besuch abgestattet, nicht ohne folgen, natürlich! und auch diesmal konnte ich nicht widerstehen und kaufte drei tassen, die gut zu unserer schon vorhandenen ‚kollektion‘ passen. ich habe helma klett noch persönlich kennengelernt, damals war sie schon eine ältere dame, die aber immer noch mit begeisternder leidenschaft inmitten all der tassen, kannen, schüsseln, schalen und schälchen, vasen, zuckertöpfchen, tiegeln … und … und … und … mit ihren mitarbeitern lebte und arbeitete und sich gerne auf gespräche mit besuchern und käufern einließ.

anfang der siebziger jahre kaufte ich ein gefäß mit einem weiten henkel. beim einpacken meinte frau klett zu mir, dass dies ein wunderbares töpfchen für griesbrei sei, den man für sein baby zubereitet habe…

griestopfchen.jpg

heutzutage serviere ich darin die sahne für die apfelwaffeln, die natürlich auch von „h-k-tellern“ gegessen werden!

die töpferei scheint auch heute noch wie aus einer anderen welt und das liegt sicher nicht nur an dem uralten haus, in dem „unterm dach“ die arbeitsräume sind, sie strahlt ruhe und gelassenheit aus und auch die heutigen mitarbeiter haben zeit für gespräche, beantworten alle möglichen fragen und tragen dazu bei, dass „helma-klett“ nicht einfach nur eine marke für tassen oder geschirr ist, sondern auch ein lebensgefühl ausdrückt – und wirklich, ein grauer tag ist weniger grau, wenn ich aus meiner h-k-lieblingstasse frisch gebrühten kaffee trinke!

natürlich haben wir auch kaffee und pflaumenkuchen im garten der töpferei genossen, bevor wir endgültig nach hause fuhren.

und so kann manchmal eine notwendige fahrt zu einem unverhofften und erholsamen kurzurlaub werden!

das muss ich einfach noch hinzufügen:

wenn es mich mal wieder nach meck-pom verschlägt, besuche ich die andere töpferei, deren produkten ich nicht widerstehen kann!

hannover ist bunt …! 19. September, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
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es hatte mich ja am wochenende nach kassel verschlagen, so dass ich nicht selbst an ort und stelle sein konnte, um mit den vielen hannoveranern ein deutliches zeichen gegen rechts zu setzen. und so kann ich natürlich auch nicht aus eigener anschauung darüber berichten. in der haz war nicht sooo viel über die erfolgreiche demonstration für demokratie zu lesen, dafür umso mehr hier.

neben dem bericht über die durchaus erfreuliche tatsache, dass so viele menschen sich einfanden, gegen die npd stellung zu beziehen, fragt „das blatt“ kritisch nach, wie es tatsächlich um unser demokratieverständnis bestellt ist.

zugespitzt stellt der autor die frage in den raum, ob wir nicht gerade deshalb die npd brauchen, um uns nicht selbst mit dem beschäftigen zu müssen, was die npd verkörpert. welche politisch brisanten oder schwierigen eigenen anteile können wir – mit der ablehnung der npd – quasi von uns selbst fernhalten, von uns selbst abspalten und uns so zu den „guten demokraten“ zählen, ohne uns mit den tatsächlichen problemen unserer gesellschaf, ihrer geschichte und den notwendigen strategien zur bewältigung der gegenwart kritisch auseinander setzen zu müssen?

„das blatt“ schreibt zusammenfassend: „Das vermeintlich bessere Deutschland und seine Repräsentanten haben also Grund genug, sich mit den eigenen nazistischen Anteilen auseinander zu setzen. Denn solange mit denen nicht aufgeräumt wird, ist die NPD nur die hässliche Fratze dessen, was aus der sogenannten Mitte der Gesellschaft kommt.“

das – diese auseinandersetzung mit den eigenen nazistischen anteilen – ist eine forderung, die auch und gerade angesichts der diskussion um die terrorbekämpfung dringend geboten ist. wir kommen langfristig nicht umhin, uns immer wieder neu der frage nach unserem eigenen verständnis von einer demokratischen und freiheitlichen gesellschaft zu stellen und dabei die auseinandersetzung mit der vergangenheit deutschlands weiter zu führen und sie eben nicht, wie es viele fordern, nun endlich ruhen zu lassen und die verantwortung dafür an die geschichte zurück zu geben.

aus der „kritischen distanz“ zur ns-zeit, die notwendig ist zur aufarbeitung und zur verantwortung für die gegenwar, darf keine haltung des „das haben wir hinter uns gelassen“ erwachsen. wir „nachgeborenen“ müssen wachsam bleiben für die strukturen faschistischer arroganz, die auch in unserer gegenwart nach wie vor in der gesellschaft präsent sind und in anderer „maskierung“ immer noch verheerende wirkung entfalten können.