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mission – ein menschenrecht …? 13. September, 2007

Posted by Rika in meine persönliche presseschau.
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diese ansicht, dass mission zu den verbrieften menschenrechten gehöre, vertritt der präsident des kirchenamtes der ekd, Hermann Barth und beruft sich dabei auf die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ von 1948 und auf den „Pakt für bürgerliche und politische Rechte“ von 1966.

mit seiner feststellung reagiert Barth auf den bericht über die zusage der südkoreanischen regierung an die terroristischen taliban, keine weiteren „missionierungen“ in afghanistan zu unternehmen. in seiner erklärung heißt es:

„Wer Christen – wo auch immer – empfehlen würde, möglichst unauffällig ihre Gottesdienste abzuhalten und nicht durch missionarische Aktivitäten zu „provozieren“, würde nicht nur die missionarische Dimension des christlichen Glaubens, sondern auch einen wesentlichen Kern des Rechts auf Religionsfreiheit verfehlen. Sollte die südkoreanische Regierung den Erpressern tatsächlich zugesichert haben, keine Christen mit missionarischen Absichten mehr nach Afghanistan reisen zu lassen, so würde sie diese vom Anspruch der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte freistellen. Das wäre verhängnisvoll. Auch gegenüber Ländern, die aus einer anderen Kultur und Tradition kommen als Westeuropa und Nordamerika, dürfen die menschenrechtlichen Standards nicht ermäßigt werden.“

religionsausübung als menschenrecht – das leuchtet uns in unserem kulturkreis durchaus ein. dass darin auch das „recht auf mission“ eingeschlossen ist, läßt sich, denke ich, nicht so ohne weiteres schlußfolgern, eher wohl nur – in bezug auf das christentum – aus einer der wesentlichen überzeugungen christlicher lehre ableiten, wonach die nachfolger Christi ausdrücklich aufgefordert werden, in alle welt zu gehen und den völker das evangelium zu bringen, sie zu lehren und menschen, so sie an Jesus Christus glauben, zu taufen.

freie religionsausübung wird aber nun einmal nicht in allen teilen der welt als menschenrecht begriffen, wieviel weniger können länder, die mit der einhaltung der menschenrechte insgesamt schwierigkeiten haben, darin zustimmen, dass christen nicht nur ihre „religion ausüben“ , sondern auch noch ihre mitmenschen ermutigen oder geradezu dazu auffordern, christliche lehre anzunehmen und im christlichen glauben zu leben.

das „menschenrecht der freien religionsausübung“ – einschließlich „darüber reden“ ( um mal den missionsbegriff außen vor zu lassen) -, kann aber in seiner anwendung sicher nicht zu den rechten gehören, die man „aggressiv“ einfordern kann, das entspräche meiner vorstellung nach auch nicht dem „jesuanischen Wesen“ christlichen Lebens.

in ländern mit nur sehr eingeschränkt wirksamen allgemeinen menschenrechten kann das für christen vor allem bedeuten, permissiv zu sein und Jesus durch den eigenen lebensstil zu bezeugen, auch und gerade weil christen in der vergangenheit das christentum durch offensives und aggressives missionieren in verruf gebracht haben.

so, in dieser sichtweise, möchte ich darum herrn Barth verstanden wissen, wenn er sagt:

„Jeder, der sich auf diesen gefahrvollen Weg zu machen gedenkt, prüfe, ob er es vor der Vernunft verantworten kann und ob dies Gottes Auftrag für ihn ist. In jedem Fall steht fest: Es gibt ein Recht dazu, und dieses Recht ist nicht verhandelbar.“

Jesus, dem wir nachfolgen, war kein marktschreierischer prediger für die massen, obwohl sich viele, viele einfanden wenn er die schrift auslegte und predigte. die menschen kamen zu ihm, suchten ihn auf, hörten ihm zu und ließen sich von ihm an leib und seele heilen.

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