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„ab nach kassel“ … und auch wieder zurück! 19. September, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
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natürlich kenne ich die berühmt-berüchtigte aufforderung „ab nach kassel“ und weiß auch, dass sie meistens nicht unbedingt die positivsten gefühle auslöst, wenn man damit bedacht wird, stand sie früher doch in aller regel für wenig gutes.

so meinen die einen, der befehl habe den jungen bauernsöhnen gegolten, die der hessische kurfürst rekrutieren ließ, um sie gegen gutes geld (selbstredend!) in die amerikanischen befreiungskriege zu schicken! kein wunder also, dass die solchermaßen tradierten assoziationen, die mit diesem ausspruch geweckt werden, nicht die angenehmsten sind.

nicht minder komfortabel war die aussicht für napoleon III., als ihn der ruf ereilte, sich nach kassel begeben zu müssen!

die kasseler selbst sehen das natürlich alles ganz anders und viel harmloser und sind davon überzeugt, dass alle leute nur an die schöne lage der stadt denken, an museen und parkanlagen, das staatstheater und die gebrüder grimm, an die documenta natürlich, die aue und den herkules!

und ich, ich denke an freunde die dort wohnen!

mit denen haben wir – wieder einmal – schön und ausgiebig gefeiert … den 60. einer jungen „alten schachtel“ nämlich. und das war – zumindest an diesem wochenende – allemal attraktiver als alle kasseler herrlichkeiten zusammen. künstler und kunstbeflissene, dichter und denker, wanderer und gartenliebhaber mögen das ja ein wenig anders sehen … und mir mein banausentum verzeihen!

normalerweise nehmen wir für die fahrt immer den direkten weg, aber am sonntag war die landschaft so leuchtend, dass wir die landstraße der autobahn vorzogen und langsam und gemütlich an fulda und weser entlang, durch den solling und an ith und deister vorbei zurück nach hause fuhren.

ich liebe diese wunderbare landschaft mit ihren bergen, sanften hügeln, tälern, wäldern und wiesen … die sonne tat ein übriges, um alles im besten licht erscheinen zu lassen. bei veckerhagen / hemeln überquerten wir die weser auf einer gierfähre und wunderten uns angesichts des herrlichen wetters gar nicht darüber, dass sich vor dem fähranleger eine lange warteschlange gebildet hatte, die geruhsam und stetig abgebaut wurde und genauso stetig immer wieder anwuchs.

auf-der-weserfahre.jpg

im töpferdorf fredelsloh im solling machten wir station in meiner absoluten lieblingstöpferei.

die „Töpferei Helma Klett“ hatte ich vor mehr als dreissig jahren während unserer göttinger zeit entdeckt und ihr in all den jahren immer wieder mal einen besuch abgestattet, nicht ohne folgen, natürlich! und auch diesmal konnte ich nicht widerstehen und kaufte drei tassen, die gut zu unserer schon vorhandenen ‚kollektion‘ passen. ich habe helma klett noch persönlich kennengelernt, damals war sie schon eine ältere dame, die aber immer noch mit begeisternder leidenschaft inmitten all der tassen, kannen, schüsseln, schalen und schälchen, vasen, zuckertöpfchen, tiegeln … und … und … und … mit ihren mitarbeitern lebte und arbeitete und sich gerne auf gespräche mit besuchern und käufern einließ.

anfang der siebziger jahre kaufte ich ein gefäß mit einem weiten henkel. beim einpacken meinte frau klett zu mir, dass dies ein wunderbares töpfchen für griesbrei sei, den man für sein baby zubereitet habe…

griestopfchen.jpg

heutzutage serviere ich darin die sahne für die apfelwaffeln, die natürlich auch von „h-k-tellern“ gegessen werden!

die töpferei scheint auch heute noch wie aus einer anderen welt und das liegt sicher nicht nur an dem uralten haus, in dem „unterm dach“ die arbeitsräume sind, sie strahlt ruhe und gelassenheit aus und auch die heutigen mitarbeiter haben zeit für gespräche, beantworten alle möglichen fragen und tragen dazu bei, dass „helma-klett“ nicht einfach nur eine marke für tassen oder geschirr ist, sondern auch ein lebensgefühl ausdrückt – und wirklich, ein grauer tag ist weniger grau, wenn ich aus meiner h-k-lieblingstasse frisch gebrühten kaffee trinke!

natürlich haben wir auch kaffee und pflaumenkuchen im garten der töpferei genossen, bevor wir endgültig nach hause fuhren.

und so kann manchmal eine notwendige fahrt zu einem unverhofften und erholsamen kurzurlaub werden!

das muss ich einfach noch hinzufügen:

wenn es mich mal wieder nach meck-pom verschlägt, besuche ich die andere töpferei, deren produkten ich nicht widerstehen kann!

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