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hannover ist bunt …! 19. September, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
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es hatte mich ja am wochenende nach kassel verschlagen, so dass ich nicht selbst an ort und stelle sein konnte, um mit den vielen hannoveranern ein deutliches zeichen gegen rechts zu setzen. und so kann ich natürlich auch nicht aus eigener anschauung darüber berichten. in der haz war nicht sooo viel über die erfolgreiche demonstration für demokratie zu lesen, dafür umso mehr hier.

neben dem bericht über die durchaus erfreuliche tatsache, dass so viele menschen sich einfanden, gegen die npd stellung zu beziehen, fragt „das blatt“ kritisch nach, wie es tatsächlich um unser demokratieverständnis bestellt ist.

zugespitzt stellt der autor die frage in den raum, ob wir nicht gerade deshalb die npd brauchen, um uns nicht selbst mit dem beschäftigen zu müssen, was die npd verkörpert. welche politisch brisanten oder schwierigen eigenen anteile können wir – mit der ablehnung der npd – quasi von uns selbst fernhalten, von uns selbst abspalten und uns so zu den „guten demokraten“ zählen, ohne uns mit den tatsächlichen problemen unserer gesellschaf, ihrer geschichte und den notwendigen strategien zur bewältigung der gegenwart kritisch auseinander setzen zu müssen?

„das blatt“ schreibt zusammenfassend: „Das vermeintlich bessere Deutschland und seine Repräsentanten haben also Grund genug, sich mit den eigenen nazistischen Anteilen auseinander zu setzen. Denn solange mit denen nicht aufgeräumt wird, ist die NPD nur die hässliche Fratze dessen, was aus der sogenannten Mitte der Gesellschaft kommt.“

das – diese auseinandersetzung mit den eigenen nazistischen anteilen – ist eine forderung, die auch und gerade angesichts der diskussion um die terrorbekämpfung dringend geboten ist. wir kommen langfristig nicht umhin, uns immer wieder neu der frage nach unserem eigenen verständnis von einer demokratischen und freiheitlichen gesellschaft zu stellen und dabei die auseinandersetzung mit der vergangenheit deutschlands weiter zu führen und sie eben nicht, wie es viele fordern, nun endlich ruhen zu lassen und die verantwortung dafür an die geschichte zurück zu geben.

aus der „kritischen distanz“ zur ns-zeit, die notwendig ist zur aufarbeitung und zur verantwortung für die gegenwar, darf keine haltung des „das haben wir hinter uns gelassen“ erwachsen. wir „nachgeborenen“ müssen wachsam bleiben für die strukturen faschistischer arroganz, die auch in unserer gegenwart nach wie vor in der gesellschaft präsent sind und in anderer „maskierung“ immer noch verheerende wirkung entfalten können.

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