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ein neues dokumentenhaus … 30. Oktober, 2007

Posted by Rika in meditatives.
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wurde für die gedenkstätte bergen-belsen gebaut und am sonntag in einer feierstunde eingeweiht.

mein mann und ich nutzten gestern den tag und fuhren nach bergen-belsen…

schon einige male war ich mit jugendlichen in der „gedenkstätte bergen-belsen“ gewesen, hatte mit ihnen den film über die befreiung des konzentrationslagers gesehen und war mit ihnen über den zugänglichen teil des geländes gegangen, in dem kaum noch spuren des ehemaligen lagers zu finden sind …

… wohl aber die unübersehbaren zeichen des todes, die grabhügel, die über den massengräbern mit tausenden von toten errichtet wurden und die das gelände zu einem großen stillen friedhof machen … zu einem ort des gedenkens an die toten, die hier anonym und namenlos begraben sind und die doch namen und identität hatten.

in dem neuen dokumentenhaus werden namen und identität der toten wieder in das bewußtsein der gegenwart gestellt, soweit sie durch den gründlichen ordnungswahn der mordmaschinerie der nazis in akten und dokumenten belegt und nicht der vertuschung zum opfer gefallen sind.

es kommen auch die zu wort, die den horror bergen-belsens überlebt haben und seitdem mit dem horror leben

und es wird über die berichtet, die als DPs als displaced persons noch in der unmittelbaren umgebung des niedergebrannten KZs „verbleiben“ mussten, bis sie ausreisen konnten aus deutschland, weg von den „mördern in ihrer nachbarschaft“ in ein anderes land, in ein „neues“ leben … wobei es zweifelhaft ist, ob man das „alte“ leben je wirklich hinter sich zurück lassen kann.

mein mann und ich waren sehr beeindruckt von dem, was in dem neuen dokumentenhaus dargestellt wird und auch von der art „wie“ es dargestellt wird.

und ich hoffe und wünsche mir, der begegnungsstätte und unserer gesellschaft, dass es viele menschen so beeindruckt und berührt und es so dazu beitragen kann, die shoah und das, was deutsche nicht nur den juden, sondern auch den vielen menschen europas in bergen-belsen (und anderswo) angetan haben in der gegenwart zu erhalten und nicht zu einem kapitel der geschichte zu machen und in der ablage verschwinden zu lassen.

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neblig-trüb … 26. Oktober, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
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der ausdruck gefällt mir: „neblig-trüb“

wenngleich mir der zustand, den neblig-trüb beschreibt, nun weniger gefällt.

heute ist es ziemlich neblig-trüb da draussen und ich habe gar keine lust, die letzten arbeiten im gärtchen zu verrichten …

denn vermutlich ist es auch ziemlich kühl, da draussen … jedenfalls gewinne ich diesen eindruck, wenn ich aus dem fenster schaue.

einziger lichtblick im neblig-trüben tag sind die vielen wunderbar gelb-gold gefärbten blätter, die zum glück noch an ihren bäumen hängen und nicht auf meiner wiese ihre letzte ruhe suchen!

ich finde es immer wieder faszinierend, wie viel licht von diesen goldenen blättern an einem trüben tag wie heute ausgeht.

ach, herbst … meine stille liebe …

das wenige, das ich tun kann … 22. Oktober, 2007

Posted by Rika in israel, meine persönliche presseschau.
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wie ohnmächtig sind die entführten israelischen soldaten

Ehud Goldwasser,

Eldad Regev und

Gilad Schalit

und deren familien der willkür der terroristischen hisbollah und hamas ausgeliefert.

der newsletter der israelischen botschaft macht in der heutigen ausgabe wieder darauf aufmerksam und gibt unter diesem link   informationen weiter und auch

den hilferuf der ehefrau ehud goldwassers an die weltöffentlichkeit!

hätten eu und die einzelnen staaten der gemeinschaft nicht eine reihe von möglichkeiten, die hamas und hisbollah unter druck zu setzen?

und … ?

baschalechet … 20. Oktober, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
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ist das nicht ein wunderschönes wort?

ich hab’s nicht richtig geschrieben, vermute ich, weil, eigentlich schreibt man es nicht mit lateinischen buchstaben, sondern mit hebräischen und die umschrift trifft es nicht so wirklich.

vor jahren las ich im hebräischunterricht die geschichten von der kröte (hebr. karpada, aber weil es wohl ein kröterich war hieß er folgerichtig karpad) und dem frosch ( mit namen zfardi, hebr. zfardeia )

eine dieser liebenswerten geschichten handelte „baschalechet“, im „blätterfall“, also im herbst. frosch und kröterich standen in aller frühe auf, um dem jeweiligen anderen einen gefallen zu tun und die blätter für den freund in dessen garten zusammen zu harken. beide machten sich unabhängig und unbemerkt vom anderen ans werk, harkten jeweils einen ansehnlichen blätterberg zusammen und gingen dann mit dem guten gefühl, etwas schönes für den freund getan zu haben nach hause … wo sie die eigene wiese übersät mit blättern vorfanden … hatte doch ein heftiger windstoß die arbeit beider im garten des freundes zunichte gemacht !

daran musste ich heute denken, als ich in unserem kleinen gärtchen blätter harkte und das irgendwie keinen erkennbaren erfolg zeigte, dabei war es windstill und es lagen nur die blätter der eberesche und des flieders auf der wirklich kleinen wiese. die birken, buchen und eichen im nachbargarten sind noch dicht belaubt und ihr „blätterfall“ wohl erst in ein paar tagen zu erwarten.

von all der anstrengung tut mir nun der rücken weh – zumal ich auch noch ein paar kleine büsche und stauden umgesetzt habe … und den wildkräutern zu leibe gerückt bin, die sich allzu heftig ausgebreitet haben, girsch vor allem …

darum geh ich jetzt in die sauna, sie ist schon heiß … und dann ab in die kiste, all den schlaf nachholen, zu dem ich in den letzten wochen nicht gekommen bin.

heute ist der erste herbstferientag!!

das leben ist schön „baschalechet“!

und irgendwie habe ich einen liedtext im ohr von schlomo arzi, der singt auch von baschalechet, aber dabei geht’s nicht ums laubharken sondern um den herbst der liebe – wenn ich das richtig verstanden habe …

zeitfresser! 16. Oktober, 2007

Posted by Rika in vermischtes.
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nur ein viertel stündchen wollte ich ein bisschen in der blogwelt lesen und dann in meinem gärtchen blumenzwiebeln verbuddeln – morgen soll es regnen und heute ist war es so schön!

nun brauche ich schon fast ’ne taschenlampe und kalt ist es auch!

blöde bloggerei!

aber jetzt noch ins gärtchen – oder  weiterlesen …?

gärtchen!

eva herman und die frauenbewegung … 14. Oktober, 2007

Posted by Rika in meine persönliche presseschau.
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soweit sind wir also schon gekommen, dass eva herman zum sinnbild der „wahren frau und mutter“ wird, mutig und entschlossen sich allen gegnern ob mann ob weib entgegen stellend und gegen die schlimmen und bösen (linken) emanzen der frauenbewegung ankämpfend…

ich verstehe die welt nicht mehr!

vor 45 jahren hätte eine eva herman ohne die genehmigung ihres ehemannes nicht einmal einen kleinen und schlecht bezahlten frauenjob annehmen dürfen, geschweige denn eine gut bezahlte und öffentlichwirksame tätigkeit bei einer großen deutschen fernsehanstalt ausüben können. sie hätte ohne ihren ehemann auch nicht mit verlagen um buchrechte verhandeln können und ihre einnahmen wären auch nicht auf ein eigenes konto geflossen, sondern wären natürlich auch von ihrem ehemann verwaltet worden.

und wie hätte sie ohne ehemann da gestanden, vor 45 jahren? es gehörte für die frauen der 50er jahre schon sehr viel selbstbewußtsein dazu, als ledige oder geschiedene frau durchs leben zu gehen, das war nämlich eigentlich nicht für frauen vorgesehen, selbständig und selbstbewußt auf ehe und ehemann zu verzichten. unverheiratete frauen galten als „alte jungfern“ oder aber, wenn sie so attraktiv und schön wie frau herman waren, als femme fatale, mit sicherheit aber enstsprachen sie nicht den gängigen vorstellungen von einer „normalen“ frau. die hatte verheiratet zu sein und ungefähr zwei kinder zu haben. und natürlich arbeitete man nicht, es sei denn, man hatte so einen armen schlucker zum ehemann, dass man selbst zum unterhalt der familie beitragen musste – in der regel durch unterbezahlte arbeit, die gesellschaftlich nicht so rasend viel anerkennung fand. aber davon ist natürlich nicht die rede, wenn man gegen die „emanzen“ wettert!

für alle, die es nicht gewusst haben, der einfachheit halber bei wiki nachgelesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichberechtigung

„Ein wesentlicher Schritt zur Durchsetzung der Gleichberechtigung von Mann und Frau vollzog sich am 3. Mai 1957 mit einer Neuordnung der Gesetze, die im Widerspruch zum Grundgesetz standen. An diesem Tag beschloss der Deutsche Bundestag das Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts. Zuvor hatte es im Plenum heftige Debatten unter anderem über das Prinzip des Letztentscheids gegeben, das nach Ansicht der CDU/CSU den Männern in Sachen des gemeinschaftlichen Lebens eingeräumt werden sollte. In dieser Frage unterlagen die Unionsparteien knapp.Zentrale Punkte des Gesetzes über die Gleichberechtigung von Mann und Frau, das am 1. Juli 1958 in Kraft trat:

  • Das Letztentscheidungsrecht des Ehemanns in allen Eheangelegenheiten wird ersatzlos gestrichen.
  • Das Recht des Ehemanns, ein Dienstverhältnis seiner Frau fristlos zu kündigen, wird aufgehoben (Aber erst seit 1977 darf die Frau ohne Einverständnis ihres Mannes erwerbstätig sein, und erst seit 1977 gilt das Partnerschaftsprinzip, nach dem es keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung in der Ehe mehr gibt).“
haben die leute das schon wieder vergessen, dass die rechte der frauen nun alles andere als selbstverständlich in die allgemeine rechtssprechung und das grundgesetzt eingegangen sind.
wären alle frauen (und männer!!!), die sich für die rechte der frauen eingesetzt haben, einzig und allein dem ideal der „fürsorglichen frau und mutter in der heilen familie“ gefolgt, gäbe es die diskussion hier gar nicht.
ich habe gar keine neigung, die diskussion um heim und herd zu führen, wie sie uns von frau herman empfohlen wird.
das thema betrifft mich und mein leben nicht.
wer hier ab und zu in meinem blog liest, wird unschwer erkennen können, dass ich sowohl eine liebevolle mutter, wie eine nachdenkliche christin, eine engagierte lehrerin und ein politisch interessierter mensch bin … dass ich dabei auch fehler mache und alles andere als perfekt bin, gehört zu meinem leben dazu. ich gehöre nicht zu den frauen, die morgens schon eine liste mit all den dingen neben dem frühstücksteller liegen haben, die sie im laufe des tages routiniert und ohne wenn und aber abarbeiten. (manchmal wäre ich gern etwas kontrollierter!)
das, was mir wichtig ist und mich ausmacht, habe ich im laufe der jahre gelernt, von meinen eltern und der familie, von engagierten freunden, durch schule und ausbildung, in meiner gemeinde, durch die vielen alltäglichkeiten in meiner eigenen familie und im beruf. es war und ist ein stetiger abgleich zwischen dem, was sein sollte – auch in bezug auf mein christsein und die damit verbunden werte und normen – und dem, was ich tatsächlich leisten kann, dem was meiner struktur entspricht und dem, worin ich mich immer wieder neu überwinden muss. es ist kein für alle zeiten festgelegter handlungsablauf. und das, was gestern ein absolutes muss war, kann morgen schon völlig nebensächlich sein.
mein leben ist nicht statisch, es ist ein und „im“ prozess, und dennoch gibt es fixpunkte.
darum lässt sich auch nicht einfach verordnen, vorschreiben oder empfehlen, wie ich zu leben haben oder welche werte ich vermitteln sollte.
zu denen gehört selbstverständlich das politische engagement ebenso wie die mitarbeit in der gemeinde, das eintreten für soziale gerechtigkeit genauso selbstverständlich, wie ein bewußtes christsein mit den damit verbundenen werten und normen. wesentlich ist doch immer, dass das, was wir an kinder weitergeben, auch wirklich zu uns gehört, das wir authentisch sind, in dem was wir tun und sagen. und wir frauen sind doch unterschiedlich – durch die sozialisationsbedingeungen, die wir hatten, durch veranlagung und erziehung. was für die eine völig richtig ist, kann für die andere ein völliger graus sein.
niemand kann mir als frau / mutter vorschreiben, wie ich meine zeit einteile, ob nun ganz für kinder und haushalt – den ehemann bitte nicht unterschlagen und vergessen – oder eben auch noch für einen beruf, der mich fordert und interessiert.
so verstehe ich emanzipation, das herauszufinden, was mir entspricht und danach zu leben, egal, was meine nachbarin oder freundin tut, egal, was gesellschaftlich angesagt ist oder nicht. glücklich zu hause bleiben (sofern es die wirtschaftliche lage überhaupt zulässt) oder eben auch arbeiten. kinder haben und großziehen (sofern dies möglich ist) oder bewußt ehelos leben oder in einer partnerschaft ohne kinder. aber es muss doch mit mir und meinen vorstellungen und möglichkeiten in einklang sein (kompromisse eingeschlossen!). dafür haben sich die frauenbewegten in den vergangenen jahren eingesetzt und nicht dafür, den einen gültigen lebensentwurf für frauen durch einen anderen resolut und radikal zu ersetzen. die freiheit der wahl ist das entscheidende kriterium und nicht das zu wählende!
mich erinnert die von frau herman angezettelte diskussion sehr an ein erlebnis, das ich während eines elternabends im kindergarten hatte:
mein ältester sohn war in den kindergarten gekommen und nach einigen wochen wurden wir zum elternabend geladen. wir wurden über die allgemeinen dinge der kita ebenso informiert, wie über die gruppe, zu der unsere kinder gehörten. unweigerlich kam das gespräch auf das thema „essen und frühstück“. das frühstück brachte jedes kind selbst von zu hause mit und es ist verständlich, dass das bei den 25 kindern sehr unterschiedlich ausfiel. ein / zwei kinder hatten wohl „milchschnitten“ und ähnlich „gesunde sachen“ anstelle eines butterbrotes und obst dabei. nun machte sich eine mutter dafür stark, die kindergartenleitung solle den verzehr von milchschnitten verbieten, weil sie sonst jeden morgen stress mit ihrer tochter habe, die absolut kein butterbrot mitnehmen wolle.
mich hat das damals in großes erstaunen versetzt! eine mutter, die eine autoritäre anweisung „von oben“ braucht, um ihrer vierjährigen tochter klar zu machen, warum sie keine milchschnitte zum frühstück mit in den kindergarten nehmen darf.
(nachtrag von heute, 15. 10. : genauso gut muss eine mutter auch die freiheit haben zu sagen, natürlich darf mein kind eine milchschnitte mitnehmen, die versüßt meinem kind den tag in der kita, dafür gibt es dann ein gesundes mittagessen, abendbrot und frühstück daheim!)
auch später bin ich immer wieder menschen bei elternabenden begegnet, die eine anweisung, ein verbot oder ein gebot brauchten, um sich dahinter verkriechen zu können, die sich und ihre ansichten und werte nicht wichtig und ernst genug nahmen, um sie ihren kindern vermitteln zu können.
solchen frauen würde ein von oben verordnetes gebot zur heilen familie natürlich ganz ungeheuer helfen, ihre eigene position nicht finden und vertreten zu müssen.
aber das haben wir frauen des 21. Jahrhunderts doch nun wirklich nicht mehr nötig!

armes ding … 11. Oktober, 2007

Posted by Rika in meine persönliche presseschau.
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sagte man früher, wenn sich ein mädchen in eine sache verrannt hatte und darob in schwierigkeiten steckte.

armes ding!

die steigerung von „armes ding“ ist „selber schuld“, will sagen, diejenige, die da in einer mieslichen lage steckt, ist nicht so ganz zufällig in die blöde situation geraten. und klingt bei „armes ding“ noch mitleid an, so schwingt bei „selber schuld“ schon eher feine häme mit.

warum muss sie sich auch mit etwas beschäftigen, wovon sie (fast) keine ahnung hat, warum mischt sie sich in themen ein, von denen sie nichts versteht, warum bringt sie es nicht fertig, ihre „unglücklichen“ vergleiche klar zu stellen und sich deutlich von braunen mustern zu distanzieren, wieso muss sie unbedingt auch noch ein zweites buch schreiben, wo doch das erste schon ungenießbar war – wenn man denn den kommentatoren trauen darf, warum plaudert sie nicht einfach nur und überläßt das bücherschreiben anderen? „schuster, bleib bei deinen leisten!“

„Auf der Autobahn ins Abseits“ sei sie geraten, meint die haz und widmet der kühlen blonden aus dem hohen norden fast eine ganze seite!

fast eine ganz seite!!!

Imre Grimm zerbricht sich darüber den kopf, was die motive ihres tuns gewesen seien und warum sie nicht über die goldene brücke gegangen ist, die der andere vielschwätzer des zweiten deutschen fernsehens ihr ganz offensichtlich habe bauen wollen, und er spekuliert auch darüber, ob er sie habe schützen oder vollkommen demontieren wollen mit dem rauswurf ( dem freundlichen hinauskomplimentieren aus seiner sendung).

ich habe die sendung nicht gesehen. ich schau sie mir schon seit urzeiten nicht mehr an. die selbstbespiegelung und den zur schau gestellten narzismus des moderators finde ich genauso widerwärtig, wie die kostenlosen pr-kampagnen für die meisten seiner gäste.

und eigentlich empört es mich ganz maßlos, dass „meine“ zeitung dieser aktion

fast eine ganze seite im hauptteil widmet.

als hätte die welt gar keine anderen probleme, als gäbe es nichts wichtigeres und wesentlicheres als das dumme gefasel des „moderators für alles“ vom zdf und das noch dümmere geschwätz der blondine von der ard.

und sage mir hier niemand, es ginge um meinungsfreiheit. es geht um die bessere vermarktung des eigenen selbst, sowohl des moderators als auch des, der unbegabten und, wie sich zeigt, auch völlig uneinsichtigen schreiberin eines völlig überflüssigen buches.

und wenn ich dann lese, dass sowohl pi als auch theologisch sich des „armen dings“ mitfühlend annehmen, frage ich mich, ob ich noch recht bei trost bin oder doch „die“.

null bock auf kirche, aber mit … 8. Oktober, 2007

Posted by Rika in islam.
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… wehendem kopftuch in die moschee!

über den „seltsamen Erfolg von Pierre Vogel und anderen Predigern eines radikalen deutschen Islam“ wundert sich Julia Gerlach in einem beitrag der zeit.

durch theologisch war ich auf den text aufmerksam geworden. der letzte satz des einleitenden kommentars ließ eine menge assoziationen, gedanken und erinnerungen in mir wach werden, die ich aus meiner ganz persönlichen perspektive berichten will
ich bin in einer (zahlenmäßig kleinen) freikirche aufgewachsen, wie schon meine eltern und großeltern. mir war schon als kind bewußt, dass wir „anders“ glaubten als die leute, die in die kirchen mit den hohen türmen und dem schönen glockengeläut gingen. unser lebensstil, das merkten schon wir kinder, unterschied sich von dem der meisten um uns herum wohnenden christen – katholiken wie protestanten. und schon in den ersten klassen der grundschule mussten wir ungetauften „heidenkinder“ – als solche wurde ich oft genug von lehrern wie mitschülern bezeichnet – unser christsein und unseren glauben verteidigen und uns gegen die anschuldigung wehren, sektierer zu sein.

mein christsein war nicht „einfach“, es war neben dem tief empfundenen glauben immer auch an moralische werte und normen gebunden. wie oft bekam ich zu hören „als christ macht man dies nicht und das nicht. man geht weder ins kino, noch zum tanzen. zirkus und kirmes ist nun überhaupt nicht der geeignete ort für christen, und wer Jesus liebt, richtet sich auch danach.“   das war manchmal schwer.  aber ich hatte nie den eindruck oder das gefühl, dass meine eltern mir dinge um des verbotes willen verbaten! vor allem mit meinem vater konnte ich von klein auf über alles sehr offen reden und später auch heftig diskutieren, ob es nun um bibeltexte oder um daraus abgeleitete ver- oder gebote ging, um fragen der evolutionstheorie oder sexualität, um sozialpolitik oder sonstige, auf die bibel bezug nehmende fragen des zusammenlebens. es gab nie nur ein: „du darfst nicht“ oder „du sollst“, meine eltern gaben mir immer auch die (geistliche) erklärung für ihr verhalten und warben so auch um verständnis für eine angeordnete regel.

so habe ich, denke ich heute, nicht in erster linie „regelgerechtes christsein“ kennengelernt, sondern „wesenhaftes“ geistlich-christliches leben. wenn heute teenager armbänder tragen mit der aufschrift „wwjd“ – what would jesus do?, findet sich darin etwas von dem erziehungsstil und geistlicher entwicklung wieder, die ich als heranwachsende erlebt habe. das ganze leben war ausgerichtet auf die frage nach Gott. aber nicht das sture festhalten an regeln, nicht das buchstabengetreue klammern an biblische worte war und ist gefragt, sondern die geistige auseinandersetzung mit dem, was die bibel lehrt. was würde jesus (heute) tun, bedeutet, dass ich mich den gegenwärtigen anforderunges des lebens an mich auf der basis der bibel stelle.

als jugendliche habe ich eine zeitlang der jugendorganisation der sogenannten „rufer-bewegung“ angehört, die von uns einen sehr verbindlichen lebensstil forderte – tägliche „stille zeit“ mit bibellesen und gebet, regelmäßige Gottesdienstbesuche, teilnahme an evangelistischen einsätzen, einen christus-gemäßen lebensstil. in dieser phase war ich neben den geistlichen fragen stark an sozialpolitischen fragestellungen interessiert, die jusos waren für mich die gruppe, mit denen ich mich am ehesten identifizieren konnte.

je mehr ich mich mit der bibel beschäftigte und mit anderen jungen leuten aus anderen christlichen gemeinschaften darüber redete, desto mehr öffnete sich mir der blick für „die anderen“, für andere denkansätze, für theologische themen und autoren. ich fing an, mich besonders mit dorothee sölle zu beschäftigen – zunächst noch sehr zögernd, stellte ihre „theologie“ doch viele meiner bisherigen geistlichen erfahrungen und erkenntnisse in einen völlig neuen und nicht unbedingt „frommen“ zusammenhang.

so lernte ich, was es bedeutet, dass Gott uns einen wachen geist und klaren verstand gegeben hat und die freiheit, beides zu gebrauchen.

dass Gott seinem volk israel durch mose sagen läßt: „Siehe, ich lege euch heute Segen und Fluch vor: den Segen, wenn ihr den Geboten des HERRN, eures Gottes, gehorcht, die ich euch heute gebiete …“ 5. mose 11, 26/27 macht diese „freiheit im angesicht Gottes“ deutlich. er, der HERR, kann zwar absoluten gehorsam erwarten, aber die menschen haben gleichwohl einen spielraum, sich an Gott auszurichten oder nicht. es liegt in ihrer entscheidung. ich bin frei, diese entscheidung täglich neu zu treffen. doch mit dieser freiheit ist gleichzeitig die verantwortung für mein tun verbunden. niemand außer mir selbst ist für mein tun verantwortlich. und keinem anderen als Gott selbst bin ich verantwortlich für mein tun, nicht der kirche, nicht dem papst, keinem theologen und auch keinem noch so guten dogmatischen ansatz. Gott allein.

in dieser weise verstehe ich mein christsein bis heute. ich richte mich an Gott aus, an Jesus Christus, der uns zusagt: „dir sind deine sünden vergeben.“ das, was ich nicht leisten kann, woran ich immer wieder scheitere, wird mir nicht zum verhängnis, zum ewigen gericht, weil ER selbst für mich eintritt. in diese erfahrung und erkenntnis eingeschlossen sind phasen des zweifelns, der maßlosen kritik an christentum, bibel, gott selbst, hadern mit meiner gemeinde und mit dem leben schlechthin … auch das beinhaltet diese „freiheit im angesicht Gottes“. und auch das erlebe ich bis heute: das fundament meines glaubens ist tragfähig, es hält(allen) stürmen und belastungen stand, ich finde ruhe und geborgenheit bei Gott.

was hat das aber mit dem oben verlinkten text zu tun?

zwei / drei gedanken bewegen mich:

im rückblick auf meine kindheit und jugendzeit fällt auf: ich hatte immer im elternhaus, in der gemeinde und in den jugengruppen ansprechpartner, mit denen ich über alle fragen des glaubens und des lebens offen reden konnte, über meine zweifel und kritik ebenso, wie über sorgen, befürchtungen oder gar utopische theorien. in der gemeinde galten zwar mehr oder weniger enge grundsätze, gleichwohl vermittelte sie aber auch ein starkes „wir-gefühl“ und geborgenheit. der glaube gab und gibt trotz aller kritischen auseinandersetzungen orientierung, maßstab und struktur für die bewältigung des alltags und des geistlichen lebens.

in meinem heutigen beruf erlebe ich zunehmend orientierungslose und emotional verwahrloste kinder und jugendliche, denen jegliche struktur und hilfreiche ordnung im leben und für ihr leben fehlen. die gesellschaft bietet immer weniger halt und orientierung an, kinder und jugendliche sind im gegenteil einem überangebot an konsum und lifstyle- angeboten ausgesetzt, das aber wenig geeignet ist, geborgenheit und halt zu vermitteln oder eine perspektive für das eigene leben im zeitalter der (nur scheinbar) unbegrenzten möglichkeiten entwickeln zu können.

die amtskirchen erleiden schon seit jahren einen autoritäts- und glaubwürdigkeitsverlust, der zudem mit akribischer intensität von vielen medien durch kritische berichterstattung und die infragestellung göttlichen seins stetig weiter betrieben und gefördert wird. wer heute noch nach christlichen maßstäben lebt, wird meistens als dummerjan oder hinterwäldler dargestellt.

kirchliche rituale dienen nicht mehr dem geistlichen leben, sondern werden eher als show und entertainment uminterpretiert.

christlicher glaube und christliches leben heute ist scheinbar zum nulltarif zu haben, ist fad geworden und damit auch nichts wert. es kostet nichts – außer der kirchensteuer – mitglied einer kirche zu sein.

und wo doch christlicher glaube konsequent gelebt wird und auch in einem entsprechenden lebensstil deutlich wird, schreien die medien von „fundamentalisten“, die die errungenschaften des abendlandes bedrohen, die den kreationismus einführen wollen und darwin verteufeln, die sex vor der ehe beklagen und gegen abtreibung sind.

nein, christen, die als christen leben haben in unserer gesellschaft einfach gar keinen rückhalt mehr. sie gelten als prüde und rückständig, als fortschrittsfeindlich und lebensfremd, als bibeltreue spinner, die darüberhinaus gerne des radikalismus verdächtigt werden und so in die nähe gewalttätiger religiöser eiferer gerückt werden.

umso mehr könnte es mich verwundern, dass junge menschen sich einer religion zuwenden, die sehr viel rigoroser in ihren regeln und einschränkungen ist, als das christentum je war.

aber es sind genau diese einfachen angebote, mit klaren strukturen und deutlichen regeln und ebenso deutlichen abgrenzungen zwischen den „gläubigen“ und den anderen, die halt und orientierung bieten.

auf der säkularen ebene sind es die rechten und extrem linken politischen gruppierungen, die ähnliche funktionen erfüllen und damit ebenfalls halt suchende menschen anziehen.

(vermutlich läßt sich das auch ganz prima durch soziologische, psychologische und religionswissenschaftliche theorien untermauern und durch studien belegen. darüber können aber andere leute schreiben. )

nein, seltsam ist der erfolg pierre vogels und seiner gesinnungsgenossen ganz und gar nicht.

seltsam ist eine gesellschaft, die ihre kinder und jugendlichen im regen stehen läßt und die ihre eigenen christlichen fundamente zum teufel geschickt hat.

emma und alice … 7. Oktober, 2007

Posted by Rika in islam, meine persönliche presseschau.
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ich weiß es nicht mehr so genau, wann ich die erste „emma“ kaufte,

aber es war wohl eine der ersten ausgaben überhaupt. ich legte sie damals demonstrativ und gut sichtbar auf meinen platz am lehrertisch … welch mutige tat! hatte ich mir doch von meinem damaligen schulrat die empfehlung anhören müssen, mich meiner „wahren werte als frau und mutter“ zu besinnen und ihnen gerecht zu werden. das pädagogische thema bei meiner zweiten lehrerprüfung (1975!) war „emanzipation“ gewesen, und der schulrat, ein schon älterer herr, meinte wohl, mich auf den rechten weg zurückbringen zu müssen. ich muss leise lächeln, wenn ich daran denke, denn damals hätte ich mir niemals träumen lassen, einmal vier kinder zu haben und ein durch und durch bürgerliches leben zu führen!

„emma“ begleitete mich viele jahre. irgendwann aber hörte ich auf, sie regelmäßig zu lesen, auch fand ich, dass alice schwarzer nicht zu allem und jedem ihren kommentar abgeben müsse. emma und alice als programm hatten sich (für mich) irgendwie abgenutzt.

in letzter zeit höre und lese ich wieder mit größerer anteilnahme das, was alice und emma thematisieren. und ich merke mit zunehmender aufmerksamkeit, dass keines der „alten themen“ seine brisanz, aktualität und notwendigkeit verloren hat, im gegenteil, sie sind herausfordernd wie eh und je und für viele gruppen unserer multikultigesellschaft anstößig und unbequem.

ich beobachte, dass viele freiheiten (nicht nur) junger frauen von heute wieder auf den prüfstand gestellt werden von menschen, denen diese freiheiten ein dorn im auge sind und es ist eine bittere erkenntnis, dass wir nicht aufhören können, für „emanzipation“ einzustehen, sie einzufordern und ihr geltung zu verschaffen.

ein chinesisches sprichwort sagt: lernen ist wie rudern gegen den strom, wenn du aufhörst, fließt du zurück.

das, dieses „nicht aufhören dürfen“, gilt nicht nur für das lernen. es gilt für viele bereiche unseres sozialen miteinander, wir dürfen nicht aufhören, für unsere rechte einzutreten. es gilt für uns frauen, es gilt für unser demokratieverständnis, es gilt für soziale gerechtigkeit … und … und… und!

und es gilt in ganz besonderer weise für unser selbstverständnis von einer modernen, westlichen gesellschaft, die sich ihrer vergangenheit bewußt ist, ihrer tradition ebenso wie ihrer brüche, ihrer historischen und religiösen entwickelung ebenso, wie ihrer verantwortung für die zukunft.

alice und emma sind noch lange nicht obsolet und deshalb verlinke ich hier ein interview mit alice schwarzer, das ich hier entdeckt und gelesen habe.

er scheint verrückt … 5. Oktober, 2007

Posted by Rika in islam, israel, meine persönliche presseschau.
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… aber ER ist nicht verrückt!

wie sollte man es anders betrachten, heute, 62 jahre nach dem ende des zweiten weltkrieges, der, vom hitler-regime angezettelt und mit perfider gründlichkeit betrieben, nicht nur millionen von toten soldaten und zivilisten zur folge hatte, sondern auch einen schrecken offfenbarte, wie ihn die welt zuvor noch nicht gesehen hatte.

6 millionen juden umgebracht, ausgerottet!

und nun geht dieser mensch daher und stellt das in frage!

hohnlächelnd, schmähend und triumphierend, in der sicheren gewissheit, dass man ihn trotz und wegen seiner ungeheuerlichen aussagen nicht zur rechenschaft ziehen wird.

ahmadinedschad hat die stirn, zum wiederholten mal zu fordern, israel von der landkarte zu streichen. er stellt sich öffentlich hin und leugnet die shoah.

sicher, am al-kuds-tag muss er seinen leuten schon etwas bieten: hasstiraden gegen israel, drohungen und schmähungen. aber wir sollten uns nicht täuschen lassen, dieser mann meint das vollkommen ernst! kaum jemand, der damals „mein kampf“ gelesen hatte, glaubte, dass hitler seine ideen tatsächlich umsetzen würde. er wurde als utopist einfach nicht ernst genommen von denen, die seinen machtzuwachs hätten verhindern können.

und heute?

es wird abgewiegelt, verharmlost, dementiert, „richtig“ gestellt von leuten, die lieber die augen vor der wirklichkeit verschließen und im übrigen denken, dass der iran weit genug entfernt ist …

und „wir“ ja nicht gemeint sind … und solange es „nur“ israel betrifft …

… können wir doch ganz in ruhe weiter handel treiben mit dem iran und dem frieden trauen, denn, wie heißt es so schön, „islam ist frieden“!