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ich und fanatisch … 23. Januar, 2008

Posted by Rika in vermischtes.
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nein, das hört man natürlich gar nicht so gerne, dieses: „… sei mir nicht böse, aber du erscheinst mir schon etwas sehr fanatisch.“

nein, böse bin ich nicht.

geschluckt habe ich aber schon und nachdenklich hat er mich gemacht, dieser satz.

ich und fanatisch?

fanatisch ist nun mal ziemlich negativ besetzt – so rein gefühlsmäßig. aber was heißt das eigentlich und wie „höre“ ich diesen satz in bezug auf mich? welche prozesse löst er in mir aus und hat diejenige, die den satz gesprochen hat, ähnliche oder die gleichen vorstellungen davon, was fanatisch ist oder heißt oder bedeutet?

dieser satz bezieht sich vermutlich darauf, dass und wie ich mich in die diskussion um die rezension des bildungsprogramms eingebracht habe und auf meinen „eifer“, mit dem ich versucht habe, meine these zu stützen, zu belegen, zu untermauern. wohl auch auf ein gewisses beharrungsvermögen, das ich an den tag gelegt habe und vermutlich auch auf eine nicht zu verkennende leidenschaf für dieses „gott-und-glauben-thema“, das ja auch zur diskussion steht oder stand. und vielleicht bezieht es sich auch auf wortwahl und ausdruck – manchmal kann ich auch polemisch daherkommen oder zornig oder wütend oder resignativ …

aber fanatisch?

bin ich das?

fantisch? abgeleitet von fanatismus?

und wenn ja, wenn mich menschen so wahrnehmen, will ich das?

Der Fanatiker will häufig andere von seinen Ansichten überzeugen („missionarischer Eifer“), lässt jedoch seinerseits keinerlei Zweifel an der Richtigkeit und dem besonderen Wert seiner Überzeugungen zu. Vielmehr verteidigt er sie vehement gegen jede Infragestellung und ist dabei einer vernünftigen, rationalen Argumentation nicht zugänglich.“ sagt wiki

mein mann hat früher manchmal mit leichtem spott vom „missionarischen eifer“ gesprochen, wenn ich in einer diskussion meinen standpunkt verteidigt habe, entschlossen und emotional – die andere seite (mein mann oder andere gesprächspartner, ist eigentlich egal, wer) vertritt natürlich auch ihren standpunkt, aber natürlich völlig ohne jede gefühlsregung und sachlich-objektiv und hat allein schon deshalb natürlich recht und deshalb ist ihr beharren auf standpunkte und positionen kein fanatismus sondern wahrheit! ist ja klar!

Die betreffende Vorstellung ist seinem kritischen Denken bzw. Reflexionsvermögen entzogen. Damit verbundene negative Konsequenzen für sich selbst oder andere werden als solche nicht erkannt bzw. anerkannt.“

ja, das ist wahrlich tragisch. (mein) kritisches denken und reflexionsvermögen bleibt in bezug auf den zur diskussion stehenden sachverhalt auf der strecke. üble sache! dabei ist das doch am dringendsten nötig, um einer fragestellung auf den grund gehen zu können. was macht man da bloß? mund halten, auf tauchstation gehen, auswandern oder eine eigene partei gründen?

und die negativen konsequenzen – für mich selbst ist das nicht weiter wichtig – aber für die anderen? ja daran hätte ich doch denken müssen, bevor ich versuche, einer unklarheit nachzugehen. zukünftig werde ich an die negativen konsequenzen vor allem für die anderen denken und mich aus allen strittigen, kniffligen, unangenehmen und offenen fragen heraushalten und hoffen, dass das nicht zu viele andere auch tun, sich heraushalten und mit der meinung hinter den berg , damit das nicht auch wieder konsequenzen hat … weil sonst könnten leute wie beispielsweise herr koch mit seiner jugendgewalt reden, tun und lassen was sie wollen, die npd dürfte munter reklame machen oder die linken oder her ahmadinedschat aus dem schönen iran oder eigentlich alle, die eine meinung zu irgendetwas haben und sie hinausposaunen und mit macht vertreten und nun so gar nicht über konsequenzen nachdenken wollen … kompliziert!

fan, so sagt wiki, kommt auch von fanatisch, ist aber etwas positives!

na also, ich bin ein fan!

ein fan der freien rede – und ein fan meines mannes, der meinen mitunter an den tag gelegten missionarischen eifer mit humor nimmt und nun gar nicht fanatisch an seiner meinung über mich und meine diskussionsstechnischen unzulänglichkeiten festhält … und mich liebt, mit meinem eifer, meiner kritikfähigkeit, meinem reflexionsvermögen, meinem humor, meinem geist, verstand und witz und einfach so wie ich bin!

ich und fanatisch …

nun ja …………

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Kommentare»

1. Juebe - 24. Januar, 2008

„fanatisch“ ist oft ein Totschlagargument, wenn jemand sich engagiert für etwas einsetzt und es anderen unbequem wird.
Übrigens ist seit heute die Stellungnahme – etwas dürftig, wie ich finde – auf der Seite von tacheles zu finden.
Wenn Du mehr Hintergrundinfos willst, dann melde Dich nochmal. Ich habe Deine eMail nicht mehr.

2. grenzgaenge - 26. Januar, 2008

hi rika,

lasse dich nicht aergern. schreibe wie dir der schnabel gewachsen ist. ob es anderen leuten passt ist nicht wichtig. wichtig ist das du rueberkommst mit dem was du denkst. ich kenne das mit dem „fanatisch“ auch. wobei es eher ein schmeichelhaftes urteil ist. trotzdem schreibe ich was mir auf der seele brennt. punkt.

liebe gruesse, schavua tov und g“ttes segen,
der grenzgaenger


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