jump to navigation

ein paar wochen wochen weg … 5. Februar, 2008

Posted by Rika in meditatives.
Tags:
1 comment so far

ich hätte auch „si… wo… ohne“ schreiben können, vermute aber, dass dann einige leute hier bei mir landen würden auf der suche nach information zur fastenaktion.

und die gibt es hier bei mir eben nur mittelbar in form eines hinweises.

ich selbst bin weg!

weg von allen bloggereien – und manche blogs werden mir auch schmerzlich fehlen -, weg von allen hitzigen diskussionen, weg von allen verlockenden angeboten und informationen, von tratsch und klatsch und überhaupt und sowieso.

vor vielen jahren entdeckte ich die fastenzeit für mich.

fastenzeit – das klang immer sooo katholisch, nach „ohne fleisch“ und „ohne freude“ und irgendwie fand ich es immer ganz angenehm, dass fasten nicht zu den traditionen gehört, die man im deutschen baptismus besonders pflegt. ich weiß nicht mehr genau wodurch und wann ich zum ersten mal ans fasten dachte … ich probierte es aus … verzichtete u.a. auf süßigkeiten, knabberzeug, alkohol und fernsehen … und merkte, dass der bewußte verzicht auf etwas, das ich gewohnheitsmäßig und mit genuß konsumierte, nicht nur meinem körper, sondern auch meiner seele gut tat.

in letzter zeit gehört das internet zu den festen „genüssen“ meines lebens und manchmal beschleichen mich schon die gedanken, es könne ein wenig zuviel des guten sein … hier noch schnell in einen blog schauen, dort einen kommentar abgeben, im forum diskutieren, mal sehen was was bedeutet … die zeit läuft davon und ich merke es kaum noch. ein spöttischer kommentar des liebsten hier, ein leichtes stirnrunzeln da … die virtuelle welt ganz wichtig, manchmal wichtiger gar als die reale hier bei mir, bei uns?

zeit für eine zäsur … für eine denk- und atempause … für kopf frei machen … für himmel und erde, menschen und Gott und glauben … und zeit haben!

H A B E N , das gefällt mir an der idee der diesjährigen fastenaktion, nicht verzicht steht im vordergrund, verschwendung dessen was ich HABE ist angesagt! zeit und energie und geld und ideen verschwenden an andere.

versuchen will ich das … in meinem echten, ganz realen leben!

und deshalb bin ich hier weg … es sei denn, ich finde gar niemanden für die verschwendung … dann könnte ich ja hier meine ideen … gedanken… zumal es im bloguniversum sehr nette menschen gibt, an die ich gerne meine zeit verschwende …

nein!

später!

wir lesen uns später wieder!

ich wünsche allen eine gute zeit …

gesegnete tage …

rika

gestern schon im spiegel … 4. Februar, 2008

Posted by Rika in israel.
Tags:
add a comment

… gelesen …

… in der printausgabe vom 2.2.08 nämlich den artikel mit der „schönen“ überschrift:

„Marsch auf Erez“

und dem nicht minder beunruhigendem untertitel: „Raketenangst in Jerusalem, Hamas-Begeisterung in Kairo – das Niederreißen der Grenze im Gaza-Streifen erwies sich als großer Erfolg für die Islamisten.“

und dann folgt eine abhandlung, wie ich sie sooo im spiegel noch nicht zu lesen bekam! das autorenduo, Amira El Ahl und Christoph Schult, berichtet zunächst über die ganz speziellen probleme und geschäfte der im grenzland lebenden lebensmittelwafffenhändler und der notleidenden palästinensichen bevölkerung, „billiges kriegszeugs“ wurde weit, weit unter dem sonst üblichen schmuggelwarenwert verkauft – ein desaster für die „händler“, die die unverhoffte grenzöffnung nun gar nicht als gewinn verbuchen können. von russischen Grad-Raketen ist die rede, die locker israelische großstädte erreichen können, von einem riesigen waffenlager, mit dem sich die hamas eingedeckt habe.

und dann heißt es:

„Doch die gefährliche Zuspitzung der Lage an einer der heikelsten Grenzen der Welt findet wenig Beachtung: Eingebrannt in die Köpfe von Fernsehzuschauern haben sich die Bilder Zehntausender Palästinenser, die ihren Ausbruch aus Gaza zum Kauf von Nahrungsmitteln wie Mehl oder Milch nutzten. Damit ist den Islamisten ein PR_Erfolg gelungen, der die Politik der wichtigsten Akteure in der Region zu Kursänderungen zwingt.“

von jerusalem über rammalah bis kairo, so meinen die autoren, seien die politischen spitzen geradezu überrumpelt worden. die fatah muss ja nun dazu stellung beziehen und „fühlt sich gezwungen, die eigenen Konataktsperre gegenüber den Gaza–Machthabern aufzuheben…“ und auch die ägypter können nun so gar nicht froh sein über den erfolg der islamischen verwandten, wenngleich sie sich natürlich doch beeilen „bei jeder Gelegenheit … ihre Solidarität mit den palästinensischen Brüdern zu bekunden“


und natürlich hat auch olmert ein problem, meint der spiegel, kann er sich doch angesichts der „grenzöffnung“ nicht der rettung seiner kadima-partei in dem masse widmen, wie es eigentlich notwendig sei, zumal die gegner in den eigenen reihen keine ruhe geben.

und weiter berichten die autoren:

Der Durchbruch von Rafah sei der größte Erfolg der Hamas seit dem Sieg bei den Parlamentswahlen vor zwei Jahren, schwärmt … Ahmed Jussuf, Chefberater von Hamas-Premier Ismail Hanija.“

und dieser ahmed jussuf verrät dann auch im weiteren verlauf des artikels den perfiden plan, einen weiteren grenzdurchbruch zu starten, nur diesmal in entgegengesetzter richtung. er wolle, so heißt es, einen massenmarsch in richtung grenzübergang erez organisieren: „“Wir schicken eine halbe Million Menschen dorthin, Frauen und Kinder voran. Dann werden wir ja sehen, wie die Israelis reagieren.““

ein abgefeimter Plan sei das, meint der spiegel, denn die israelis würden ja die erstürmung ihrer grenzen nicht tatenlos hinnehmen. natürlich male ich mir das ungeheure dilemma aus, in dem sich israels armee gefangen sähe, denn welche legitime armee schießt schon auf frauen und kinder? jussuf hat mit solchen überlegungen gar keine probleme, „Solche Einwände lassen Jussuf allerdings ziemlich kalt. ‚Wenn die Israelis unser Blut sehen wollen, bin ich bereit, meine Kinder zu opfern.““

und ganz offensichtlich ist jussuf nicht der einzige, der die idee verlockend findet, seine kinder der armee entgegen zu schicken und auf erez zu marschieren.

„Die ersten Freiwilligen“ schreibt der spiegel, „haben sich bereits gemeldet, und Jussuf ist zufrieden. Er sagt: ‚Das ist der Beginn der dritten Intifada.‘ „

bemerkenswert finde ich, dass der spiegel ÜBERHAUPT über die perfiden pläne der hamas berichtet und israel diesmal vergleichsweise „gut“ in dem bericht wegkommt – da hat man ja schon ganz andere töne vernommen!

nachdenklich stimmt mich, dass sich die autoren mit keinem wort DEUTLICH und EINDEUTIG von diesen grausigen plänen distanzieren und eher locker-flockig im ton über die mordgelüste des hamas-terroristen berichten, so als sei diese „geschichte“ der plot für den nächsten hollywood-schocker!

und während ich mir so nach und nach der ganzen ungeheuerlichkeit all dieser aussagen bewußt werde und noch darüber nachdenke, welche konsequenzen grenzöffnung, waffenkauf und -lager und jussufs androhung für israel haben wird und welche neuerlichen bedrohungsszenarien damit sehr realistisch werden, lese und höre ich in den nachrichten, dass in dimona zwei selbstmordattentäter zugeschlagen haben und es tote und verletzte gibt …