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muslimische kita hannover I – oder: ist der weihnachtsmann eine bedrohung für muslimische kinder …? 29. März, 2008

Posted by Rika in islam.
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nun also der weihnachtsmann!

gemeinsamer sportunterricht, klassenfahrten und schulveranstaltungen gefährden ja schon seit jahren die muslimischen schüler an öffentlichen schulen! leider nehmen aber die wenigsten schulen aussreichend rücksicht, sieht man mal von einem bekannten hannoverschen gymnasium ab, das deshalb schon lange keine klassenfahrten mehr für klassen mit einem 50-prozentigem anteil muslimischer schüler veranstaltet – man will ja die muslimischen eltern nicht unnötig in angst und sorgen stürzen und die nichtmuslimischen schüler werden doch wohl leicht aus religiöser toleranz auf eine klassenfahrt verzichten können…!

heute nun ist in der haz zu lesen, dass die „Islamische Gemeinschaft Jama’at un-Nur“ einen muslimischen kindergarten einrichten will – „in dem aber deutsch gesprochen werden soll“. dem hannoverschen oberbürgermeister stephan weil, der sich vorgenommen hat, alle 21 hannoverschen moscheen zu besuchen und so zum gegenseitigen verständnis beizutragen, ist das dem zeitungsbericht zufolge allerdings nicht so ganz recht, meint er doch – mit dem verweis auf das neu gegründete türkische gymnasium in hannover-, dass dies ein zeichen für misslungene integration sei. doch solche argumente finden bei den besorgten muslimischen eltern gar kein gehör, vielmehr kämpfen sie vehement für ihre belange. die haz zitiert eine türkische mutter, frau Ayhan Sönmez, die beklagt, in den kindergärten müssten die kinder einen wunschzettel an den weihnachtsmann schreiben, und da dieser in der arabischen welt gänzlich unbekannt sei, stelle das doch eine große verunsicherung für die muslimischen eltern dar. frau sönmez meint, muslimische eltern fühlten sich in ihrer religion (deshalb?) nicht ernst genommen. ***

so kann es gehen. der weihnachtsmann als unruhestifter in öffentlichen kindergärten. wer hätte das gedacht?

nun bin auch ich nicht gerade eine glühende verehrerin des weihnachtsmann oder eine bekennende verfechterin weihnachtlichen brauchtums, aber habe ich deshalb je nach einer weihnachtsmannfreien kita gerufen oder mich in meiner persönlich weihnachtsmannfreien christlichen religionsausübung gehindert gefühlt?

ich meine, wegen des weihnachtsmannes muss man doch nun wirklich keine muslimische kita eröffnen – aber vielleicht wegen frühkindlicher unterweisung in islamischen denk-und glaubensinhalten. nur sollte man das dann auch so benennen und nicht den weihnachtsmann zum schwarzen peter machen – das hat er nun wirklich nicht verdient!

ODER?

***

NACHTRAG

mich hingegen verunsichert, dass eine andere figur aus dem den christlichen traditionen zuzurechnenden brauchtum, die hierzulande für die ostereier zuständig ist, muslimischen kindern das töten der juden nahebringt …

und ohne jeden sarkasmus frage ich mich, ob vielleicht muslimische kitas notwendig sind, damit kinder, die zu hause via satellitenfernsehen islamkonform unterwiesen werden, durch islamische erzieherinnen in dieser sicht der welt bestätigt werden. der kontakt mit nicht muslimischen erziehungsmethoden und inhalten könnte ja ganz schlimme folgen für die lieben kleinen haben…

(übersetzung der islamkonformen erziehung fatimas hier)

ach ja, und während sich alle welt über diesen film aus holland aufregt, habe ich zu den kulturbereichernden kinderfilmen arabischer sender nicht annähernd so empörte äußerungen wichtiger politiker gehört oder gelesen, aber das sind ja auch nur kinderfilmchen, nicht wahr? reine phantasieprodukte, während herr wilders es wagt, tatsächliches geschehen mit versen des korans zu unterlegen, ganz üble methoden der meinungsbildung – und ich werde vermutlich für islamophob gehalten, weil ich meine gedanken einfach mal so ins blaue hinein schreibe.

glaubt hier jemand an den weihnachtsmann?

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Kommentare»

1. schwejk1 - 29. März, 2008

in wien wurde der nikolaus in den städtischen kindergarten schon vor langer zeit verboten – aus rücksicht auf die muslimischen mitbürger nach beschwerden ihrer eltern: http://www.oe24.at/zeitung/oesterreich/chronik/wien/article178347.ece

2. Schoschana - 30. März, 2008

der punkt ist vielleicht eher der, als was sich ein solcher kindergarten ausweist: ist es ein kindergarten, der sich als säkular bezeichnet oder ein konfessioneller. bei einem konfessionellen (christlichen) kindergarten habe ich als nicht-christ davon auszugehen, dass die christlichen feste selbstverständlich vorbereitet und gefeiert werden. ist es ein kindergarten, der sich als säkular präsentiert, so kann ich davon ausgehen, dass genau das nicht geschieht: christliche feste und zeremonien für nichtchristliche kinder. ist beides klar, ist es für mich als mutter eines kinder auch klar, was ich zu erwarten habe. dann kann ich wählen.
bei vielen kindergärten ist jedoch dies nicht sehr klar. da wird zwar (in berlin beispielsweise, wo sehr viel unbewusstheit gegenüber dem thema religion einhergeht) im inbrunstton der überzeugung gesagt „ja wir sind selbstverständlich säkular!“ und dann wird doch das osternestchen gebastelt und vom osterhasen erzählt, weil das doch „wie der weihnachtsmann nichts mit dem christentum zu tun hat!“. das mag de facto, wenn wir in religionsgeschichte eintauchen, zwar der fall sein, in der praxis ist es jedoch nicht: kein jüdisches und kein muslimisches kind wird in seiner religion einem osterhasen oder einem weihnachstmann begegnen.
tja… natürlich sollen christliche kindergärten ihre inhalten vermitteln. aber es muss halt auch draufstehen, was drin ist. sonst gibt es komplikationen.
ich habe aus dem grund auch einen konfessionellen – nämlich den jüdischen – kindergarten vorgezogen.

im übrigen verstehe ich nach wie vor die empörung nicht, die sich wegen des sportunterrrichtes und der klassenfahrten entzünden. ich bin als kind grundsätzlich auch nicht auf klassenfarten mitgegangen.
in der schule meines sohnes (einer jüdischen, staatlich geförderten privatschule) ist der schwimmunterricht ab der zweiten klasse getrennt.

natürlich muss man wegen EINES weihnachtsmannes keine muslimische kita eröffenen. andererseits – warum sollte man sie nicht eröffnen und zwar ganz ohne weihnachtsmänner? einfach, weil man seinen kindern ein höchstmass an der tradition vermitteln will, die es geben kann und die bekommt es nun mal nur im konfessionellen kindergarten. und was dem christen ganz ohne nachfrage schon immer erlaubt ist hierzulande, dem juden bislang in seiner wenigkeit gegönnt, sollte auch dem muslim nicht verwehrt sein.

welcome back übrigens! 😉

3. Rika - 30. März, 2008

„und was dem christen ganz ohne nachfrage schon immer erlaubt ist hierzulande, dem juden bislang in seiner wenigkeit gegönnt, sollte auch dem muslim nicht verwehrt sein.“

volle zustimmung, Schoschana, ganz ohne frage!

und sicher hast du auch mit deiner beobachtung recht, dass selbst in säkularen kitas „christliches“ brauchtum ansatzweise oder sogar mit eifer gepflegt wird – eben in form von osterhasen, nikoläusen, weihnachtsmännern oder neuerdings auch noch halloween! und ich kenne auch einige bewußt areligiös lebende familien christlichen ursprungs, die daran anstoß nehmen – nachvollziehbar für mich!

ich hatte allerdings bei der in der haz zitierten mutter (sofern sie von der haz richtig zitiert wird?!) den eindruck, dass der weihnachtsmann für etwas herhalten muss, was nicht WIRKLICH die intention der muslimischen kita-befürworter ist, ähnlich den begründungen für das türkische gymnasium in hannover. aber das ist mehr ein bauchgefühl und schwer zu belegen.

hi, danke fürs willkommen! 🙂

und ein nachtrag aus fernen schultagen: ich habe auch nicht alle schulparties mitgemacht – aus religiöser überzeugung, wäre allerdings auch nicht auf die idee gekommen, sie für meine mitschüler ebenfalls zu streichen.
das aber ist die traurige realität mancher schüler in „migrationsklassen“!

4. Schoschana - 30. März, 2008

„ich hatte allerdings bei der in der haz zitierten mutter (sofern sie von der haz richtig zitiert wird?!) den eindruck, dass der weihnachtsmann für etwas herhalten muss, was nicht WIRKLICH die intention der muslimischen kita-befürworter ist, ähnlich den begründungen für das türkische gymnasium in hannover.“

ich will nicht bestreiten, dass es eine solche aussage geben mag. leute mit verqueren gedanken gibt es immer und auch solche aussagen gibt es. was mich aber daran mehr beschäftigt, ist, ob wir nicht vorschnell durch unsere eigenen ängste vor einer möglichen ausbreitung des islamismus in der westlichen welt wir die ernstzunehmenden muslimischen bedürfnisse nicht mehr wahrnehmen können.

was die migrationsklassen angeht, so wäre auch hier genauer nachzufragen: wie sind die verhältnisse wirklich? wieviele „migranten“ in einer solchen klasse kommen auf „eingeborene“ bzw. umgekehrt? hier in berlin findest du ja teilweise nur noch 2 „eingeborene“ auf 30 „migranten“! das gälte es also genauer nachzurecherchieren.
ich weiss, ich traue unseren medien ziemlich wenig…aber nachfragen war schon immer besser, so oder so.

5. Rika - 30. März, 2008

„was mich aber daran mehr beschäftigt, ist, ob wir nicht vorschnell durch unsere eigenen ängste vor einer möglichen ausbreitung des islamismus in der westlichen welt wir die ernstzunehmenden muslimischen bedürfnisse nicht mehr wahrnehmen können.“

was mich zusätzlich sehr beschäftigt ist der gedanke, ob diese ängste überhaupt berechtigt sind – und da schwanke ich ständig hin und her.

ich frage mich manchmal, ob ich zu gutgläubig bin, ich nicht viel kritischer sein müsste – und dann wieder finde ich, dass ich viel zuuu ängstlich bin und dabei wirklich aus dem blick verliere, dass muslime ebenso wie ich in erster linie ihrem glauben gemäß leben wollen.

an die frage nach dem glauben schließt sich dann auch eine weitere frage an, wie ich die offenbarung Gottes durch den koran verstehen soll oder kann, die ja aus meiner christlichen perspektive eher ein rückschritt hinter die offenbarung ist, wie ich sie in jesus sehe.

das ist aber nicht als wertung im sinne von besser oder schlechter zu verstehen, sondern als einfache frage, ob Gott alle seine zusagen, die er seinem volk, den juden gemacht hat und die, die wir in jesus bekommen haben, quasi in einem abwasch allesamt rückgängig gemacht hat. so wie es von muslimen ja behauptet wird, die sagen, der koran als offenbarung sei notwendig geworden, weil juden und christen die weisungen Gottes verfälscht hätten.

es ist eben nicht einfach eine frage, ob man als christ katholisch oder evangelisch oder baptistisch oder was weiß ich noch ist.
sie ist viel grundsätzlicher.
und das verunsichert mich schon… immer wieder mal!

völlig anders ist allerdings die „politische dimension“ des islam. können wir heute zulassen, dass mit rücksicht auf muslime die so mühsam erworbenen freiheiten unseres gesellschaftlichen zusammenlebens via „recht auf religionsausübung“ ausgehebelt werden? hat die scharia als muslimisches recht für ALLE BELANGE der „gläubigen“ nicht schon längst über schleichwege in unser zusammenleben einfluß genommen, einfach dadurch, dass mit blick auf die befindlichkeiten hier lebender muslime in vorauseilender selbstbeschränkung rücksicht genommen wird?
ich denke, dass ist nicht in erster linie eine frage der religionsausübung, sondern eine vor allem politische frage, nach welchen normen wir hier unser zusammenleben gestalten wollen und können.

fromme fundamentalistische christen werden bestenfalls mit spott bedacht, im schlimmsten fall als weltfremde radikale (ohne bomben im gepäck!) mit verachtung bestraft, aber niemand käme auf die idee, ihretwegen ein theaterstück zur disposition zu stellen …

von den terroristischen auswüchsen „frommer“ moslems ganz zu schweigen!

6. grenzgaenge - 31. März, 2008

hi rika,

schoen das du wieder online bist 🙂

liebe gruesse,
der grenzgaenger

7. Frommes Gemüse…. | himmel und erde - 3. September, 2013

[…] Nikoläuse und Weihnachtsmänner in Kindergärten habe ich mich schon vor Jahren geäußert   hier und […]


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