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frisch – fromm – fröhlich – frei … 3. Mai, 2008

Posted by Rika in Allgemein.
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… und radikal?

ca 16000 Jugendliche treffen sich in Bremen zum Christival, einem Kirchentag ähnlichen Event gläubiger junger Christen.

16 ooo !

Unter dem Motto „Jesus bewegt“ begegnen sich junge Menschen, feiern Gottesdienste, singen, beten, tanzen, diskutieren über Glaubensfragen und aktuelle Themen unserer Zeit … und machen sich damit offenbar gesellschaftspolitisch so verdächtig, dass „Grüne“ und „Linke“ schon seit Wochen gegen das Christival agitieren und – nicht genug damit – die Jugendlichen direkt angreifen und die Website des Christivals hacken.

16000!

16000 junge Leute, die friedlich zusammen sein wollen, die weder Lust auf Saufgelage noch auf Randale haben, die einfach nur ihren Glauben in aller Öffentlichkeit für 4 1/2 Tage gemeinsam leben und feiern wollen.

Die meisten von ihnen sind doch in ihren Heimatorten immer eine winzig kleine Minderheit und erleben während dieser 4einhalb Tage oftmals zum ersten Mal eine große Gemeinschaft gleich oder ähnlich gesinnter junger Leute! Das – so berichteten jedenfalls meine Kinder vom Christival in Kassel – ist eine ganz wunderbare Erfahrung, man muss sich nicht rechtfertigen, wird nicht mit Spott bedacht oder ausgelacht, nur weil man GERNE betet, singt, Gottesdienste feiert und miteinander Spaß hat bei Lobpreis und Fun-Aktivitäten!

16000!

Wenn Hannover 96 gegen berühmte Bundesligavereine ein Heimspiel hat, ziehen etwa doppelt so viele Fans durch die Innenstadt – und niemand nimmt daran Anstoß und ich nehme an, dass das in Bremen bei Heimspielen des SV Werder nicht anders ist.

Aber 16000 Christen stellen natürlich ein ganz extremes Gefahrenpotential dar, vor allen Dingen die 80 Teilnehmer, die an einem Seminar zu Fragen der Abtreibung teilnehmen …Im Zentrum der Kritik steht eines von 229 Seminaren, das an diesem Sonnabend unter der Frage „Sex ist Gottes Idee – Abtreibung auch?“ geplant ist. Veranstalter sind radikale Lebensschützer des Heidelberger Vereins „Die Birke“, die sich auch gegen eine Abtreibung im Fall einer Vergewaltigung wenden. Dazu hätten sich rund 80 Jugendliche angemeldet, hieß es.“ dies ist vor allem, so meint es jedenfalls die HAZ, ein Grund für den Hackerangriff auf die Website.

Ein anderes Seminar, das sich mit Fragen der Homosexualität beschäftigen wollte, ist auf Druck politischer Dauerempörter schon im Vorfeld gekanzelt worden.

Hat sich eigentlich niemand der Kritiker vorgenommen, so ein Seminar zu besuchen und intern, in der Diskussion den eigenen Standpunkt zu vertreten? Ich meine, das hätte doch durchaus Sinn gemacht. Schließlich gibt es doch in den Seminaren genug Raum, sich mit den Darlegungen auseinander zu setzen und eigene andere Standpunkte zu vertreten.

Aber vermutlich hatte Volker Beck gar keine Zeit für diese Form von basisdemokratischer Diskussionskultur und viele andere Kritiker vermutlich ebenso wenig – da hetzt es sich doch besser in den entsprechenden Medien, man heizt den Volkszorn an, der sich dann ja auch prompt einstellt.

Vielleicht haben die Kritiker aber auch einfach nur Angst vor der geballten Macht christlicher „Radikaler“ (nicht zu verwechseln mit autonomen Steinewerfern und Bombenbastlern, die ihrer Ideologie gerne gewaltig radikal Ausdruck verleihen!) und sie haben sich einfach nicht getraut, das offene Gespräch mit Jugendlichen zu suchen – die ja in aller Regel doch noch gar nicht so sehr auf eine eindeutige Meinung festgelegt sind, die doch nach Entscheidungshilfen suchen, ihre eigene Position in der Auseinandersetzung mit anderen entwickeln und finden wollen.

Immerhin reichte es aber für eine Diskussionsrunde mit anderen „Offiziellen“.

Ich persönlich denke, dass hier die Themen Homosexualität und Abtreibung künstlich hochgespielt wurden, um gegen das Christival insgesamt Stimmung zu machen. Sicherlich gibt es zu diesen Fragen sehr unterschiedliche Einstellungen und Haltungen, die man wohl auch jeweils biblisch begründen kann, und sicher ist die Diskussion zum Thema Abtreibung schmerzhaft und schwierig in einer Zeit, da Abtreibung aus medizinischen Gründen (schwere Missbildungen des Kindes) auch noch in der Spätphase der Schwangerschaft möglich ist und die pränatale Diagnostik immer mehr Gewicht bekommt. Und vermutlich gibt es auch beim Thema Homosexualität schmerzhafte und schwierige Prozesse, die zu leugnen weder hilfreich noch förderlich ist. Soll man darum nicht darüber reden? Und wenn Christen darüber reden, wird dann nicht gleich Hölle und Fegefeuer assoziiert und tief empfundenes Misstrauen und Angst ausgelöst? Sind aber nicht viele andere Themen unserer Zeit weitaus beunruhigender als die Frage nach Sexualität oder Abtreibung?

Ja, 16000 junge Christen beunruhigen!

Sie werden ihres Glaubens an Jesus Christus wegen angefeindet und manche von ihnen gar als „Radikale“ bezeichnet und ausgegrenzt.

Das ist (für mich) das eigentliche Beunruhigende in unserer Gesellschaft. Christlicher Glaube stößt zunehmend auf Widerstand, wird als störend wahr genommen, gar als feindlich betrachtet, wird einer allgemeinen Kritik Preis gegeben und diese dabei nicht mehr (nur) an einzelnen Kritik würdigen Positionen festgemacht, sondern Christ sein und Glauben wird in unserer Gesellschaft generell und mit zunehmender Tendenz als unzeitgemäß und dem multikulturellen Mainstream abträglich, an den Pranger gestellt.

frisch – fromm – fröhlich – frei ???

JESUS bewegt …

NACHTRAG:

Gestern las ich im Bonhoeffer Brevier

Das gibt für diese Tage Verse aus dem 10. Kapitel des Matthäus-Evangelium an: 30. April- Verse 11- 15; 1. Mai – Vers 16 „Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. …“ ; 2. Mai – Verse 17-22; 3. Mai – Verse 26-33; 4. Mai -Verse 40 – 42 „Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf …“

Jesus bewegt

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Kommentare»

1. Nun jammern sie… | himmel und erde - 6. März, 2014

[…] wenn ausgerechnet die “Events”, die Jugendliche begeistern,  in den Medien heftigst kritisiert wurden? Nichts, ist mein Eindruck. Was hat “die Kirche” unternommen, um die Kritiker […]


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