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„Uns geht das Geld aus …“ 24. Juni, 2008

Posted by Rika in aktuell, israel.
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so einfach wie banal war die Anmoderation Petra Gersters in der 19.00h heute-Sendung des zdf zur „Nahostkonferenz – Hilfe für Palästina“.

So als reduziere sich das gesamte Palästinenser-Problem auf die 100e von Millionen Euro und Dollar, die nun fließen sollen, um die marode Selbstverwaltung in den Autonomiebehörden fit zu machen. Man braucht Gefängnisse, wie aus dem Beitrag hervor geht – die vor allen Dingen – und einen funktionierenden Polizeiapparat. Das, so hören wir staunend, sind die unabdingbaren Voraussetzungen für den lang ersehnten eignen Staat.

Herr Steinmeier meint , die Bevölkerung müsse spürbare Verbesserungen erleben …

Nun, da ist es doch sehr vernünftig, mit den Gefängnissen anzufangen, das kommt vor allem den Jugendlichen zu gute, den Kindern, Frauen und Alten, bevölkern vor allem sie doch die Gefängnisse und leiden unter den unerquicklichen Zuständen in den Polizeistationen und den mangelnden Sicherheitsvorkehrungen besonders!

Klar doch, ein Staat muss funktionieren, das leuchtet mir ein! Sicher, er muss auch über Gefängnisse verfügen und die Polizei sollte schon technisch und moralisch in der Lage sein, über die Sicherheit der Leute zu wachen und sie auch zu gewährleisten. Aber ist das wirklich DAS wesentliche, das wirklich NOTWENDIGE, das unbedingt und zuerst in Angriff genommen werden muss, wenn es darum geht, (wieder einmal und wie oft noch) der „notleidenden palästinensischen Bevölkerung“ zu helfen?

Muss die Frage nicht erlaubt sein, ob man die Gelder nicht besser in gut ausgestattete Schulen mit modernen Lehr- und Lernmaterialien* investiert, in Kindergärten und medizinische Versorgung, in Bildungseinrichtungen für Frauen, in Gewaltprävention, in Kunst, Musik- und Theaterprojekte, in Jugendaustauschprogramme und in das, was man Infrastrukturmassnahmen nennt?

Muss es ausgerechnet Polizei sein? Mir fällt auf der Stelle Arafat ein, der auch immer eine funktionierende Verwaltung und einen gut ausgebildeten Polizeiapparat aufbauen wollte und dafür Geld einstrich, das das gesamte Gebiet des Westjordanlandes in blühende Landschaften verwandelt hätte, wäre es nicht auf seinen privaten Konten zum eigenen Wohlergehen und für die „notleidende Bevölkerung“ auf Nimmerwiedersehen und unerreichbar (bis heute) verschwunden.

Ja, ich weiß, ich denke jetzt nicht politisch klug, ich schreibe „aus dem Bauch“ und mit dem Gefühl der ohnmächtigen Frustration, die mich langsam aber sicher beschlichen hat seit den vielen gescheiterten „Friedensgesprächen“, den vielen vergeblichen Versuchen, miteinander zum friedlichen Leben zu finden, den Selbstmordattentaten, die unter Arafat und seiner von der Welt bezahlten Regierung rapide zunahmen … seit den „freien Wahlen in Palästina“, bei denen sich eine große Mehrheit hinter die gewalttätige Hamas stellte und das Morden und der Raketenbeschuss auch nach der Räumung des Gazastreifens kein Ende nahm … und auch jetzt weitergeht trotz des – zum wievielten Mal gebrochenen – Waffenstillstandes**.

„Uns geht das Geld aus“ …

… das Geld für den Kampf gegen Israel?

Das höre ich ganz unüberhörbar mit – und da beruhigt mich die Aussicht auf neue Gefängnisse und bessere Polizeistationen nun überhaupt nicht.

* u.a. für Geschichtsbücher, die den Namen verdienen, für Landkarten, die den existierenden Staat ISRAEL zeigen und … und … und!

** siehe dazu auch Lilas Bericht und Beer’s Annahme zum erwarteten Niederschlag in den Medien.

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Kommentare»

1. beer7 - 25. Juni, 2008

Netterweise spezifizieren die Palaestinenser, dass zu den Schwerverbrechern, die mangels eines ordentlichen Gefaengnissystems nicht inhaftiert werden, vor allem auch die „Kollaborateure“ mit Israel gehoeren.

http://israelmatzav.blogspot.com/2008/06/video-palestinian-prison-system.html

Da muss man ja fast Verstaendnis fuer die Lynchjustiz haben: http://www.wzo.org.il/en/resources/view.asp?id=33

2. grenzgaenge - 26. Juni, 2008

hi rika,

wenn du lust hast kannst du dem steinmeier doch auch ´ne e mail schicken.

http://grenzgaenge.wordpress.com/2008/06/26/brief-an-steinmeier/

viele gruesse,
der grenzgaenger


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