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„… Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde …“ 29. Juli, 2008

Posted by Rika in israel.
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Neulich las ich bei „Ansar News“

einen dort eingestellten Text Uri Avnerys, der den Vers 5 aus Psalm 137 zum Anknüpfungspunkt seiner in bekannter Diktion geschriebenen Kritik an der „Vereinnahmung arabischen Landes“ durch jüdische Zionisten macht:

„Vergesse ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte,

meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben,

wenn ich deiner nicht gedenke,

wenn ich Jerusalem nicht meine höchste Freude sein lasse.“

Es liegt mir nichts daran, Avnerys Text zu kommentieren, seine Einstellung ist bekannt und ich werde niemanden, der ihn als „Kronzeugen“ zur Legitimation seiner eigenen antiisraelischen Haltung zitiert, mit meinen Argumenten von dieser Haltung abbringen, es wäre pure Zeitverschwendung …

… wobei es mir schon gefallen würde, ihnen, den ewigen Nörglern und Dauerempörten die biblisch beschriebenen Grenzen des dem jüdischen Volk zugesprochenen Gebietes darzulegen, demnach wäre Jerusalem Zentrum eines sehr viel größeren „Israel“ als es heute das Staatsgebiet Israels umfasst. Doch da auch das nur Wasser auf die Mühlen sowohl fanatischer christlicher Fundamenttalisten wie ihrer Gegner gleichermaßen wäre, erspare ich mir dieses Unterfangen.

Nein, ich möchte mein Augenmerk auf den oben zitierten Vers aus Psalm 23 lenken:

„… Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde …“

Oft, wenn es mir schlecht geht, gesundheitlich – physisch wie psychisch -, wenn mich Sorgen plagen, wenn ich die Lasten meines Alltags spüre und meine, ihnen nicht länger gewachsen zu sein, wenn ich nachts nicht einschlafen kann, weil die Gedanken mit mir spazieren gehen und ich keine Ruhe finde, erinnere ich die wunderbaren Worte: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln …“, spreche sie laut, leise oder in Gedanken und erlebe immer wieder, dass die Realität Gottes in diesen Versen auch für mich lebendig ist und wird.

Schon vor einigen Jahren fiel mir auf, welch eine ungeheure Aussage hinter den harmlosen Worten „Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde!“ steht. Um wortwörtlich im Bild zu bleiben: Der Tisch ist gedeckt mit dem, was ich zum Leben brauche und sicher auch noch mit einigen Schmankerln, die mir Freude bereiten – das nehme ich mal einfach so in Anspruch, abgeleitet aus den Worten „mein Becher fließt über“, wie die Elberfelder Bibel übersetzt; beim alten Luther heißt es: „Du schenkest mir voll ein!“ Die Fülle erwartet mich, nicht einfach nur die Grundversorgung mit Wasser und Brot. Und in Sichtweite meines reich gedeckten Tisches lagern meine Feinde und ganz offensichtlich können sie mich nicht daran zu hindern, das, was mir „bereitet“ ist, auch zu mir zu nehmen, es sogar zu genießen. Sie müssen mit ansehen, dass ich gut versorgt bin.

Nun habe ich zum Glück keine Feinde, die mir die Butter auf dem Brot nicht gönnen würden oder die mich gar bedrohten. Aber auch diese vielen „inneren Feinde“, die darauf lauern, mir das Leben mit Vorhaltungen und Ermahnungen, mit Sorgen und Bedenken zu vermiesen, können mir nichts anhaben. Gewiss, es gibt sie, aber vor allem gibt es diesen Tisch, er steht vor mir mit allem, was ich für mein Leben benötige und ich brauche mich nur niederzusetzen und zu „essen und zu trinken“, das zu genießen, was mir bereitet ist und Sorgen und Bedenken, die inneren wie die äußeren „Feinde“ können mir nicht anhaben.

Als ich über den Avnery-Text nachdachte, fiel mir eben dieser Vers aus Psalm 23 ein, die Erfahrungen, die ich mit ihm gemacht habe und immer wieder mache …

… und ich dachte, ist das nicht auch die Situation Israels?

Umgeben von Feinden, die nur darauf lauern Israel zu schaden, ja es gar zu vernichten, erlebt es die Fülle des ganzen Lebens, „des gut gedeckten Tisches“!

Die Feinde sind da – ständig.

Aber Israels Gesellschaft wächst und blüht, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik tragen zu einem hohen Lebensstandard bei, und trotz aller Bedrohung durch terroristische Palästinenser, durch kriegslüsternde Nachbarn ist das Leben in Israel geprägt von Lebensfreude und Energie, von einer positiven Einstellung und Hoffnung.

In einem der vielen Blogs las ich neulich (dem Sinn nach) „Israels Antwort auf die Hisbollah sind die schönen Mädchen am Strand von Tel Aviv“.

„Angesichts der Feinde“ die Fülle des Leben erfahren und genießen, das, was es an Schönem und an Lebensfreude bereit hält …

… und die Fülle erfahren an allem Guten, an Geist, Wissen, Arbeit, Können, Liebe und Beziehung … natürlich gibt es auch in der israelischen Gesellschaft Arme und Kranke, es wäre dumm, das auszublenden. Doch das Lebensgefühl in Israel ist nicht das einer dem Wesen nach „armen oder kranken Gesellschaft“!

Und schaut man sich die israelischen Nachbarn an, dann sieht man die Unterschiede in Lebensart und Lebensfreude, in gesellschaftlichen Strukturen und wirtschaftlichem Erfolg, in der Freiheit des Einzelnen und der Freiheit der Gesellschaft …

„Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde, du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über. Nur Güte und Gnade werden mir folgen alle Tage meines Lebens; und ich kehre zurück ins Haus des Herrn lebenslang.“

Das ist die Erfahrung Davids mit der Zusage des Gottes Israels … die auch heute noch gilt.

Ich würde das Herrn Avnery gern mal persönlich sagen ….

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