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Herr Nachbar will zum Schiedsgericht… 8. Oktober, 2008

Posted by Rika in familie.
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… und wir sollen mit!

Heute kam ein gelber Briefumschlag mit dem Aufdruck „förmliche Zustellung“ mit der Post und der liebste Gatte, der ihn mit etlichen anderen Umschlägen und den üblichen Reklamezettelchen ins Haus brachte, meinte, noch bevor er den Umschlag geöffnet hatte, dass der freundliche Nachbar nun wohl offiziell gegen uns vorgehen würde.

Und in der Tat, so ist es. Wir werden vor ein Schiedsamt zur Schlichtungsverhandlung geladen. Herr Nachbar erhebt folgenden Anspruch:

„Die Bäume und Sträucher an der Grundstücksgrenze zum Grundstück xxx sollen auf das gesetzliche Maß zurückgeschnitten werden. Ich fordere, dass der Geräteschuppen von meiner Grundstück an der Grenze entfernt wird.“ (So steht es da, obwohl es „meinem“ heißen müsste, ja, ja, ich kann auch ganz, ganz kleinkariert sein!)

Die Sache mit den Bäumen, glaubten wir, sei eigentlich geklärt, hatte doch mein Mann in einem weiteren Gespräch zum xten Mal erklärt und zugesichert, dass wir die Fichte spätesten im Frühjahr 2010 ganz fällen und sie in diesem Jahr, wie in allen Jahren zuvor, samt den 3 Koniferen, dem Eibisch und dem Flieder im Herbst bzw. Winter kräftig zurückschneiden werden.

Nun, das reicht dem Herrn Nachbarn offensichtlich nicht, er will die Regelung SOFORT! Aber was das angeht, hat die Fichte möglicherweise das Recht auf ihrer Seite, jedenfalls nehmen wir das aufgrund des Niedersächsischen Nachbarschaftsrecht an. Das trifft Ausssagen über den Bestand alter Bäume und unsere Bäume und Büsche sind schon alt … sie sind mit uns gealtert, ich schrieb ja schon darüber!

Die Lage unseres Gartenhäuschen – „Geräteschuppen“ nennt es der Nachbar – scheint ein wenig komplizierter zu sein, auch darüber schrieb ich, aber auch da ließe sich sicher ein Kompromiss finden – und wenn es nicht anders geht, versetzen wir halt das Häuschen, die Terrasse, den kleinen Teich, unsere ganze lieb gewordene Schwedenecke …. der liebste Gatte hat in seinem Ruhestand ja genug Zeit …. das ist nicht die Welt …

Viel schlimmer als das Fällen oder Zurückschneiden der Bäume und das Versetzen des Häuschens samt der Schwedenecke empfinde ich aber die Unnachgiebigkeit und Härte, mit der der Nachbar seine Ziele und „sein Recht“ verfolgt und es wird mir Angst und Bange bei der Vorstellung, was ihm im Laufe der Zeit noch alles einfallen könnte, mit dem er uns reglementieren und einschränken könnte und so unserer Lebensfreude im Gärtchen berauben würde … Grillen, Feuer im Gartenkamin, im Sommer mit Freunden auf der Terrasse sitzen und klönen nur noch bis 22.00h ? …

Wir fänden es viel netter, mit ihm und seiner Lebensgefährtin gemeinsam an lauen Sommerabenden auf der Terrasse bei einem guten Wein das Leben zu genießen …

Herrn Nachbar wäre es am liebsten, so erklärte er es meinem Mann im letzten Gespräch, wir würden auch so einen hübschen und 1.80 hohen Zaun wie er ihn gebaut hat (siehe Bild)

an die Grenze setzen und alle unsere Bäume und Büsche entfernen.

Das, erwiderte ihm mein Mann, entspräche nicht so ganz unserer Vorstellung von Garten und Natur – und die Lebensgefährtin des Herrn Nachbar ließ daraufhin erkennen, dass sie, wie wir, etwas Grün, Büschchen und Bäumchen an der Grenze ganz schön findet …

Das macht die Sache nicht einfacher, muss „Herr Nachbar“ doch nicht nur „sein Recht“ uns gegenüber behaupten, er muss wohl auch um jeden Preis sicher stellen, dass ER der „Herr im Haus“ ist.

Vielleicht sollte ich ihm eine Kopie dieser schönen Broschüre in den Briefkasten stecken zusammen mit der Einladung zu herbstlichem Zwiebelkuchen und Federweißem … oder zu Bier mit Grünkohl und Pinkel, das ist hier in Niedersachsen einfach bodenständiger …

aber dazu muss es natürlich erst richtig kalt werden …puhhh!

Übrigens sieht es links von uns so aus:

Unser linker Nachbar brachte beim Einzug einen kleinen Hund mit und weil der noch jung und unerfahren war und überall nach Hundeart das Terrain erkundete und gerne Löcher buddelte, setzte der Nachbar wieder Zäune rechts und links, nachdem die alten Zäune schon gefallen waren und nur noch Rasenkantensteine die „Grenze“ markierten.

Die beiden nächsten Nachbar bauten eine Rundbank um die Blutpflaume, die mitten auf der Grenze steht. Das sieht schön und einladend aus, wenngleich es sich Schulter an Schulter nicht ganz so gut miteinander quatschen und reden lässt, wie es die einladende Bank verspricht …

Wir hatten unseren rechten Zaun auch schon abbauen wollen, doch dann kaufte ein junges Ehepaar (die Vorgänger des jetzigen rechten Nachbarn) das Haus und wir hatten Sorge ihre beiden kleinen Kinder könnten in unseren Gartenteich fallen und ertrinken, ist der Teich doch immerhin 80 cm tief! So blieb der Zaun stehen und wir schlossen auch noch die Lücke zwischen Zaun und Häuschen und pflanzten gemeinsam mit den Nachbarn je einen Weinstock an jede Seite des Rankgitters. Im Sommer hat der „Neue“ den Wein auf seiner Seite abgeschnitten, die Ranken vom Gitter gerissen und die Wurzel ausgebuddelt, er habe Angst gehabt, sagte er uns NACH DER AKTION, der über unser Häuschen rankende Wein könne das Dach beschädigen.

Hätte er nicht wenigstens fragen können ob wir seine Besorgnis teilen?

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Kommentare»

1. curioustraveller - 10. Oktober, 2008

… das ist ja echt ätzend, so einen Korinthenk***** zum Nachbarn zu haben. Ich hoffe für Euch, dass sich die Angelegenheit bald regelt, und dass es dann auch gut ist und er nicht was neues findet, um sich zu streiten… Gottes Segen Euch!


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