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Wenn sich das Gewissen … 3. November, 2008

Posted by Rika in aktuell.
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… nach monatelanger Unterdrückung vehement zu Wort meldet und sich weder durch den ebenso lang währenden Gruppenzwang, noch durch die Lockungen der Macht zurückdrängen lässt in die letzten Winkel der leidenden sozialdemokratischen Seele und plötzlich und unvorhersehbar, eigenständig und nur sich selbst genug, handelt und zu neualten Ufern aufbricht, ist das dann Mut der Verzweifelung, späte Rache, Charakterlosigkeit, Wortbruch oder Standhaftigkeit?

Je nach Lastigkeit der Lager – von eher rechts über mittig bis mehr links – wird man sie einsortieren in die oben genannten Schubladen, die Genossinnen und den Genossen der SPD in Hessen, die heute todesmutig ankündigten, nie und nimmer morgen Frau Ypsilanti mit der Linkspartei zur Ministerpräsidentin machen zu wollen.

Man habe ja schon immer Bedenken geäußert, ist zu hören, man sei mit denselben nicht ernst genommen worden, wird geklagt, man sei ja nur beleidigt, weil der Scheer… wird der Vorwurf erhoben, man könne doch nicht einen Tag vorher die Brocken hinschmeißen, wird heftig kritisiert, obwohl doch das Wahlvolk angeblich so begeistert sei von der Vorstellung, dass durch die rot-rot-grüne Hessenpolitik die Zukunft himmelrosagrün sein wird. „Zu spät, zu spät geoutet“ schreien die einen, „gerade noch rechtzeitig“ meinen mit einem Seufzer der Erleichterung die anderen.

Es wird viel geboten auf der Bühne!

Die arme Andrea, sie hatte sich doch so sehr angestrengt, den Roland in die Wüste zu schicken, kann sie nun vergessen… Und der Jürgen, der Verräter, wird nie, nie wieder ein Bein an die SPD-Erde kriegen, die Dagmar schon grad gar nicht, weil die ja mit ihrer Bockigkeit die anderen erst auf den Geschmack gebracht hat, obwohl man heute hört, die Dagmar sei aus dem Schneider, weil sie ja von Anfang an so standhaft ihre gegebenen Wahlversprechen verteidigte. Aus der Partei ausgeschlossen gehören sie, ja wohl, fordern die zum Wechsel wild entschlossenen und der Münte merkt wieder einmal, dass SPD-Vorsitzender das schönste Amt nach „Papst“ ist.

Der Roland benimmt sich großmütig, man habe wirklich keinen Grund zur Häme, ließ er verlauten. Gar keinen! Und unter der Hand wird gemunkelt, dass er ganz, ganz vorsichtig mit spitzfindigen und schadenfrohen Bemerkungen sein muss, weil er ja vielleicht, vielleicht doch noch mit den Stimmen der SPD zum MP gewählt werden und einer großen Koalition vorstehen könnte für den Rest der Legislaturperiode (aber da müsste die Andrea abtreten und das will sie ganz und gar nicht) – es könnten aber auch Neuwahlen herauskommen, am Ende dieses Possenspiels, das man uns als verantwortungsvolle Politik verkaufen möchte. Ob der FDP diese Aussicht gefällt? Und wer profitiert am Ende davon?

Und was meint das Wahlvolk zu alledem?

Das konnte ich in der Kürze der Zeit nicht eruieren, die Fraport-Aktien sollen aber schon mächtig in die Höhe geschossen sein, meinten die im Fernsehen! Es geht also weiter aufwärts in Hessen – nach dem Niedergang der Andrea Ypsilanti …

Dabei hätten die Hessen in der Tat eine viel bessere Politik verdient …

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Die SPD, denke ich, hätte es schaffen können für eine bessere Politik in Hessen einzustehen – wenn sich das Gewissen schon sehr viel früher so vehement gemeldet hätte, das Gewissen der Frau Ypsilanti nämlich, die den Wählern ein Versprechen gegeben hatte und dann wortbrüchig wurde, die Probleme damit aber der Frau Metzger in die Schuhe schieben wollte …

… und mit ihrem Poker um die Macht nicht nur in Hessen und nicht nur Vertrauen, sondern ALLES verspielt hat …

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Kommentare»

1. Rika - 4. November, 2008

Und so liest sich das Debakel bei Spon.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,588197,00.html
Im Fazit:
„Der Sieger des Tages und der kommenden Monate heißt Roland Koch. Sein Sitzfleisch hat nachgerade Kohlsche Qualitäten. Er wird sich hüten, den Radau-Wahlkampf des vergangenen Jahres zu wiederholen – auch mit Rücksicht auf einen potentiellen grünen Koalitionspartner in einem Jamaika-Bündnis. Das Schreckensbild von „Ypsilanti, al-Wazir und den Kommunisten“, das Koch beim letzten Mal noch zeichnete, braucht er jedenfalls nicht mal mehr zu plakatieren. Das rot-rot-grüne Bündnis hat sich in einer Art und Weise selbst karikiert und entblößt, wie es die Konservativen nie vermocht hätten.“

2. grenzgaenge - 8. November, 2008

liebe rika,

ich gebe dir recht. ich habe ueber frau y. schon oefters in meinem blogg geschrieben und jede/ weiss von ich von der frau halte. sie mag ja persoenlich nett sein. aber ihr unbedingter machtwillen um jeden preis, auch den einer koalition mit den „linken“ hat frau y. fuer mich voellig unglaubwuerdig gemacht. ausgerechnet mit den „linken“. das geht mir wirklich nicht in den kopf. frau y. hat nicht nur vertrauen verspielt. sie hat auch alle stereotype ueber politiker eindrucksvoll bestaetigt. es ist einfach nur … widerlich !!

liebe gruesse aus tel aviv,
der grenzgaenger


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