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Kernkompetenz … 13. Januar, 2009

Posted by Rika in israel.
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Kernkompetenz – ein schönes Wort, so griffig, so angesagt, so Kompetenz versprechend, so werbewirksam …

ähnlich geartet wie Kerncurriculum. Auch so ein schönes Wort, so inhaltsschwer, so bedeutsam, so werbewirksam, so angesagt bei den Bildungspolitikern, so wichtig …

Galt man früher schon als kompetent, wenn man das Wort Kompetenz richtig einzusetzen wusste, reicht das heute lange nicht mehr, nein, Kernkompetenz muss erwiesen werden. Wusste früher jeder, was es mit Curriculum auf sich hat, reicht das heute lange nicht mehr, nein, Kerncurricula müssen definiert werden.

Auf den Kern kommt es dabei an, sowohl bei der Kompetenz, als auch beim  Curriculum. Der „Kern“, so  suggeriert das Wort, ist das absolut und unabdingbar Notwendige, das, worauf in gar keinem Fall verzichtet werden kann. Das Minimum dessen, was von Curriculum und Kompetenz erwartet wird. Der Kern nämlich ist das Mass der Dinge, der harte Kern, auf den man trifft, wenn man eben nicht die Zwiebel gehäutet sondern die Nuss geknackt hat.

Was das mit mir zu tun hat und warum ich über Kernkompetenz schreibe?

Das ist leicht zu erklären:

Ich lag gestern noch lange wach und konnte nicht einschlafen, weil ich zu lange und zu intensiv durch die Blogwelt gesurft war und mir zu viele dieser Anti-Blogs zugemutet hatte. „Anti-Blogs“ schreiben anti, also gegen. Gegen Atomkraft (Nein Danke!) Klimaerwärmung (es ist bitterkalt da draussen!) genmanipuliertes Gemüse oder Futtergetreide, Hühner in Legebatterien, Windkraftanlagen an der Küste, Castro-Transporte ins Wendland,  Moorautobahnen, Vernichtung der Feldhamster, Schweinemastanlagen, Abitur nach 12 Jahren, Bologna-Prozess, Ypsilanti zur Ministerpräsidentin, Doping bei der Tour,  Drogen, Kindesmissbrauch und Internetpornographie, Gasimporte durch die Ostsee und  Kunstschnee auf den Pisten …

Vor allem schreiben Anti-Blogs in dieser Zeit aber gegen den Krieg.

Kein Mensch auf dieser Welt kann aus Prinzip  FÜR  einen Krieg sein, weil jeder Krieg für die betroffenen Menschen unmenschlich und grausam ist, weil Menschen sterben, weil Städte zerstört und Kinder traumatisiert werden. Und dennoch gehört es zu den Paradoxien dieser Welt, dass Kriege als „notwendig“ erachtet werden, zumindest aber die Beteiligung am Krieg in der Rückschau als sinnvoll erkannt wird, etwa die Beteiligung Amerikas an der Zerschlagung des Terrors der Nazidiktatur im zweiten Weltkrieg.  Das muss ich einfach mal so sagen! Die Beteiligung der Amerikaner am Krieg in Vietnam trieb mich allerdings als junge Studentin auf die Straßen….  Kriege werden provoziert und andere von langer Hand geplant.

Gegen  Krieg zu sein ist  eine durchaus ehrenwerte Haltung, umso ehrenwerter, je nüchterner und objektiver die Anti-Leute  ihre Anti-Haltung vorbringen und begründen.

Aber genau  daran hapert es in den vielen Anti-Blogs, die zwar unbekümmert die diversen Kriege und Konflikte in Afrika durchwinken, d.h. erst gar nicht zur Kenntnis nehmen, die aber plötzlich und überraschend ihre geballte ANTI-Kraft entdecken, wenn es um den Krieg in Gaza geht, diesen bekannten Konflikt: David gegen Goliath oder „die Palästinenser gegen den Rest der Welt“!

Nein, da habe ich etwas durcheinander gebracht:  David war der junge Jude mit der Steinschleuder, der den Philister Goliath im Kampf Mann gegen Mann – also Steinschleuder gegen Rüstung und Schwert getötet hat.  Heute heißen, glaubt man den  Darstellungen der Anti-Blogs,  die   Philister– Palästinenser „David“ und die Juden „Goliath“. Verdrehte Welt.    Doch nicht Palästina-Hamastan sondern Israel steht mit dem Rücken zur Wand – gegen den Rest der Welt, zumindest propagandamäßig und vermutlich auch strategisch-taktisch, ginge es nach den tapferen Kämpfern der Hamas   (und ihren Beratern und Ausstattern  im Iran),  die die Juden ins Meer treiben wollen, aber nicht können.

Und klammheimlich – noch so ein schönes Wort!-  finden das die Anti-Blogs natürlich auch (Juden gehören ins Meer), nur das sie jetzt wieder Partei für den Rest der Welt (Hamas, die Palästinenser und ihre Sympathisanten) und nicht für David, also die mit dem Rücken zur Wand Stehenden (Israel und die Israelis)  sind … sehr verdreht, diese Welt!

Naja, und diese vielen Anti-Blogs mit ihren zum Teil extrem hasserfüllten Schreibereien lassen mich schlecht schlafen. Ich fühle mich ohnmächtig und hilflos. Und so lag ich gestern in meinem Bett und da kam mir die Idee mit der Kernkompetenz – nein, ich mag das Wort nun eigentlich  gar nicht, aber das, was in diesem Zusammenhang dahinter steckt:

Ich besann mich auf meine ureigenste Identität als Christin und die Kernkompetenz der Christen ist das Beten. Mir fällt nichts anderes ein, was ich besser könnte und kann. Klar, ich kann mir die Finger wund schreiben – und sicher werde ich auch weiterhin meinen Senf dazugeben, aber das ist doch  eher wie das Rufen gegen den Wind und andere können das  – das Schreiben – auch sehr viel besser und effektiver als ich.

Ich werde einfach mehr beten …

Kernkompetent, wie ich nun mal bin!

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Kommentare»

1. theolounge.org - 20. Januar, 2009

hmmm. niemand soll einen juden ins meer treiben, das wäre ja noch schöner.


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