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Duisburg und anderswo – „nur“ der Anfang? 15. Januar, 2009

Posted by Rika in islam, israel.
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Wenn man die Diskussionen in den Blogs verfolgt –  die über „Duisburg“ -, die Kommentare liest und dabei auch von anderen „Duisburgs“ erfährt, Duisburgs, die weniger spektakulär, weil die Polizei nicht in Wohnungen eindrang, aber gleichwohl nicht weniger ängstigend, weil Israelfahnen zum Anlass für Gewaltorgien der „friedlichen“ oder „weitgehend friedlichen“  Demonstranten für „Gaza und die Palästinenser“ wurden, dann kann man schon den Eindruck gewinnen, dass eine große Mehrheit hier in Deutschland GEGEN ISRAEL votiert und der latente Antisemitismus, der ja immer noch vorhanden ist, sich gewaltsam und eruptiv zurückmeldet.

Nein, ich wollte ursprünglich  zu diesem Themenkomplex nichts sagen, aber Lilas „Leseproben“ haben mich veranlasst, eine kurze Stellungnahme dazu zu schreiben.

Sicher kann, nein muss man davon ausgehen, dass es in Deutschland antisemitische Strömungen gibt „die sich normalerweise gut verbergen“ wie Lila vermutet. Ich habe das Thema ja schon verschiedentlich angesprochen und gehöre bestimmt nicht zu denjenigen, die das kleinreden wollen oder werden.

Was mich aber zunehmend beunruhigt ist die Tatsache, dass die latent vorhandenen „deutschen“ antisemitischen Strömungen sich verbinden mit den offensichtlichen islamischen antisemitischen Tendenzen, die durch die Gaza-Krise deutlicher als „normalerweise“ offenbar werden und hervortreten. Da hilft es auch nicht, dass vor nicht allzu langer Zeit der irritierende Vergleich  von  Muslimen gemacht wurde, der besagte, die Muslime von heute seien die Juden zur Zeit der Nazi-Diktatur. Eine ebenso falsche wie geschmacklose Gleichmacherei zugunsten türkisch-muslimischer Verbände, die sich hier in Deutschland in ihren Rechten beschnitten und bedrängt fühlen – ob sie es tatsächlich in der Weise sind, wie sie das suggerieren, mag ich nicht endgültig beurteilen. Ich billige ihnen aber zu, dass sie sich als Minderheit empfinden und das dieses Empfinden auch Angst auslösend sein kann. Aber die Situation der Türken und anderer muslimischer Gruppen ist hier nun wirklich nicht zu vergleichen mit denen der Juden im dritten Reich!

Lilas Leseproben haben mich dazu gebracht, noch einmal die Berichte über „Duisburg“ zu lesen. Dabei ist mir ein interessanter Satz aufgefallen, der eine verblüffende Entsprechung findet in einem der von Lila eingestellten Kommentare.

Der Kölner Stadtanzeiger berichtet über die Demonstration und schreibt unter anderem:

Der Sprecher der Duisburger Polizei, Ramon van der Maat, verteidigte auf „NRZ“-Anfrage das Vorgehen der Polizei und machte dem Besitzer der fraglichen Wohnung den Vorwurf, dieser habe „nur provozieren“ wollen. „Bevor mir eine eigentlich friedliche Demonstration entgleitet, muss ich in solchen Fällen handeln.“ Wer die muslimischen Mitbürger kenne, wisse, dass diese emotional oft schnell in Fahrt gerieten. „Da müssen Sie als Polizeiführer sehr schnell entscheiden, und hier wurde der richtige Weg gewählt.“

Abgesehen davon, dass die Solidarität eines jungen Mannes mit Israel, die er mit den Fahnen am Fenster zum Ausdruck bringen wollte, von dem zuständigen Polizeibeamten als Provokation interpretiert wurde – was  ja an sich schon  entlarvend genug ist -, zeigt sich jedoch die eigentlich schwerwiegende Einstellung der Beamten in dem harmlos klingenden Satz:   „Wer die muslimischen Mitbürger kenne, wisse, dass diese emotional oft schnell in Fahrt gerieten.“ Und um eben eine „eigentlich friedliche Demonstration“ nicht entgleiten lzu lassen, muss schnell gehandelt werden.  Das tat die wackere Polizei und löste nicht die unfriedliche Demonstration auf, sondern entfernte unter dem zustimmenden Gejohle und tatkräftigen Beifallsbekundungen eine Fahne, die das Gemüt unserer heißblütigen Mitbürger in Wallung zu bringen vermochte.  Es war „nur“ eine Fahne!

Nachdenklich stimmt mich außerdem, dass ein Verein wie Milli Görüs, der unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht, eine antiisraelische Demonstration anmelden und durchführen kann (als solche musste nach allen Erkenntnissen doch die „Demonstration für den Frieden in Gaza“ gewertet werden),  OHNE dass den Verantwortlichen sämtliche Ohren klingeln und sie von sich aus aktiv werden, um die Lauterkeit dieser Friedensmacher zu überprüfen!

Lila fragt in ihren Leseproben, ob jemand den Mut habe, mit einer Israelfahne durch die Stadt zu spazieren. Ja, den Mut habe ich, ich würde mich sogar vor eine Dönerbude stellen und hätte keine Angst. Aber mir wäre nach den Berichten von Duisburg schon sehr mulmig zu Mute bei dem Gedanken, ich könnte als friedliche Beobachterin einer von Türken und Palästinensern organisierten Demonstration mit einer Israelfahne am Bordstein stehen … ich hätte nicht nur Sorge, von den heißblütigen Angehörigen der Religion des Friedens verprügelt zu werden, sondern darüber hinaus von der Polizei schmählich im Stich gelassen oder sogar der Provokation beschuldigt und eingelocht zu werden.

Das ist die neue Realität in Deutschland und man wird sehr schnell in eine islamophob-rassistische Ecke gestellt, wenn man den Mut hat, DAS laut zu sagen.

Und hierin deckt sich der oben schon angesprochene Kommentar, den Lila in ihren Leseproben veröffentlicht hat:

there are things happening here you simply wont believe. please do note that many countries are almost islamic entities. especially holland, germany, uk, france, sweden. sooner or later jews will have no other option than to leave, sadley enough.. jihadis and socialists do already have the majority. G-D bless the USA. mendel – holland

Das ist beängstigend! Alte Nazis, neue Nazis, Linke mit Hang zum Antisemitismus und muslimische Antisemiten gehen eine unheilvolle Allianz ein und es ist beängstigend, dass es zu viele Leute hier gibt, die unter der Fahne der Toleranz keinerlei Kritik an islamischen Umtrieben in Deutschland zulassen, dafür aber umso lauter Kritik an Israel üben.

Nachtrag:

Ein Polizeikommisar sagt seine Meinung …  ich will sie nicht unterschlagen!

Nachtrag 2:

Protest der Kirchen gegen die Hetze islmischer Verbände

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Kommentare»

1. Perry - 15. Januar, 2009

Ich verstehe vieles nicht mehr von dem, was hier in Deutschland abläuft. Samstag marschieren hier bei mir die „Friedensaktivisten“ (Hamas-Fans) am Haus vorbei. Flagge hängt bei mir bereits am Fenster. Ob eine Gegendemo stattfindet weiß ich nich nicht aber wenn ja, werde ich dabei sein. Mit dem Albtaum der zur Zeit in Deutschland abgeht (ich hätte soetwas niemals für möglich gerhalten) finde ich mich jedenfalls nicht ab.

Was die Polizei angeht, so habe ich da bereits meine Erfahrungen und die Duisburger PO setzt dem ganzen nur die Krone auf.

2. Top Post Germany « ATer: Criação de Sites Empresa (5511) 2527-3032. Sites Dinâmicos! - 16. Januar, 2009

[…] Duisburg und anderswo – “nur” der Anfang? Wenn man die Diskussionen in den Blogs verfolgt –  die über “Duisburg” -, die Kommentare liest und dabei […] […]

3. theolounge.org - 19. Januar, 2009

es scheint mir etwas einseitig zu sein, wie du die dinge wahrnimmst.
man ist nicht automatisch antisemit, wenn man das vorgehen israels als überzogen ansieht. ich persönlich kann von mir sagen, dass ich niemals etwas gegen juden hatte und kann mir auch nicht vorstellen, dass sich das ändern sollte.
gegen die politik einer irgendwie imperialistisch veranlagten regierung dagegen habe ich schon etwas – und zwar aus dem grund, weil deren politik mit dazu beiträgt, dass judenhass entsteht. drum kann ich die israelische politik kritisieren oder zumindest hinterfragen: ist sie denn im sinne der juden überhaupt ? oder bringt sie nicht vielmehr einen großen teil von menschen erst gegen die juden auf, die schnell mit dem handeln der politik in einen topf geworfen werden ?
ich fürchte zweiteres. und aus dem grund halte ich es für sinnvoll, zu fragen, ob die israelische kriegspolitik nicht etwas aus dem ruder gelaufen ist. denn leiden tun einerseits die palästinenser. andrerseits trägt dies aber zum antisemitismus bei – und zwar ziemlich.
deshalb kann man durchaus juden sehr gewogen sein, aber andererseits ein überzogenes militärisches vorgehen hinterfragen, das letztlich nur hass hervorrufen wird.

4. theolounge.org - 19. Januar, 2009

natürlich ist es sinnvoll, achtzugeben, dass es nicht wieder zu einem neuen antisemitismus kommt. aber man muss eben nicht zwangsweise die israelische kriegspolitik protegieren, denke ich – die nämlich – wie schon oben erwähnt – implizit durchaus dazu beiträgt, den antisemitismus in der welt zu fördern. einfach deshalb, weil viele menschen das vorgehen dieser politik als überzogen und ungerecht ansehen. zu viele todesopfer einfach. und die uno wird auch nicht beachtet. so geht das nicht, zumindest nicht so, dass frieden einkehren kann.

5. theolounge.org - 19. Januar, 2009

…so wird der nahostkonflikt noch jahre weitergehen….

6. yael1 - 19. Januar, 2009

„die nämlich – wie schon oben erwähnt – implizit durchaus dazu beiträgt, den antisemitismus in der welt zu fördern. “

Das ist ziemlicher Blödsinn, denn Antisemitismus kann man nicht fördern, wenn zuvor keiner vorhanden ist.
Dieses ewige: Juden sind am Antisemitismus selber schuld, was Ihre Aussage impliziert, ist letztendlich eine antisemitische Aussage.

Und wenn Israel nicht seit Jahren mit der Vernichtung gedroht wird, seit Jahren nicht Raketen auf Zivilisten gefeuert worden wäre, gäbe es keinen Krieg.
Wo waren denn die Proteste, als Israel seit Jahren beschossen wurde? Ist das nicht eure verlogene Doppelmoral, die ihr an den Tag legt und das seit Jahren?

Es ekelt mich an, seit Jahren dasselbe Gelabere, mehr kann ich dazu nicht sagen.

Dänische Verdrehungen

Handelt Israel in Gaza wie die Nazis im Warschauer Ghetto? Eine Karikatur in der Tageszeitung „Politiken“ legt das nahe. Die sieht sich nun dem Vorwurf des Antisemitismus ausgesetzt.

http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/daenische-verdrehungen/

7. Rika - 19. Januar, 2009

Hallo Mark,
ich habe die Theolounge von meiner Blogroll genommen, weil Du in den Beiträgen die sich mit Israel beschäftigen, eine, wie mir scheint, überaus kritische und in meinen Augen zu anti-israelische und „antizionistische“, um nicht zu sagen antisemitische Haltung erkennen lässt, gegen die ich schon bei Dir in der Theolounge oft und ausführlich geschrieben habe.
Wenn du beispielsweise schreibst:
„aber man muss eben nicht zwangsweise die israelische kriegspolitik protegieren, denke ich – die nämlich – wie schon oben erwähnt – implizit durchaus dazu beiträgt, den antisemitismus in der welt zu fördern.“

hört sich das in meinen Ohren nichts anderes an als: ‚Die Juden sind selber Schuld, dass die Araber sie hassen!‘

Und das, lieber Mark, erinnert auf fatale Weise an die bekannten Sätze, mit denen die Nazis die Juden für alles Unglück auf der Welt verantwortlich zu machen suchten und auch machten …

Die Folgen dieser Propaganda-Lüge sind Dir doch sicher bekannt!

Nicht weniger problematische finde ich diesen Deinen Satz:

„ich persönlich kann von mir sagen, dass ich niemals etwas gegen juden hatte und kann mir auch nicht vorstellen, dass sich das ändern sollte.
gegen die politik einer irgendwie imperialistisch veranlagten regierung dagegen habe ich schon etwas – und zwar aus dem grund, weil deren politik mit dazu beiträgt, dass judenhass entsteht.“

Auch dieser Ausdrucksweise ist eine Konnotation zu eigen, die auf sehr subtile Art und Weise suggeriert, dass Juden selbst für Judenhass verantwortlich sind – Dir als Theologen müssten aber die eigentlichen, christlich-historischen Wurzeln dieser „Judenhass-Aussage“ mehr als hinreichend bekannt sein. Dazu gibt es übrigens im neuen Spiegel einen erschütternden Bericht über die fortgesetzte Aufrechterhaltung dieser entsetzlichen Aussage seitens Teilen der katholischen Kirche.

„irgendwie imperialistisch veranlagten regierungen …“ merkst Du eigentlich nicht, welch böser Zungenschlag da mitschwingt, mit welchen Unterstellungen Du arbeitest, wie nahe du Goebbels „Weltjudentum“ kommst, das man bis aufs Äußerste zu bekämpfen habe?

Und dann gibst Du Dir hier zu allem Überfluss die Rolle des Verständnisvollen, der ja nur den Finger auf die bösen Seiten der Israelis legt, um sie vor Schlimmeren zu bewahren, nicht wahr?

„ich persönlich kann von mir sagen, dass ich niemals etwas gegen juden hatte und kann mir auch nicht vorstellen, dass sich das ändern sollte.“
Du hättest auch sagen können:
„Ich habe nichts gegen Juden, aber viel gegen Israelis, die sich nicht so verhalten, wie ich das von ihnen erwarte!“
Das ist die geradezu klassische Variante eines subtilen und latenten Antisemitismus, der in diesen Tagen dazu führt, dass man Israel in Grund und Boden als Kindermörder verurteilt und dabei völlig vergisst, dass es Hamas und ihre Freunde in Gaza und anderswo sind, die Israel von der Landkarte tilgen wollen.

Das habe ich Dir aber alles schon in mehreren Variationen in Deinem Blog erzählt.
Mir scheint, Du bist reichlich lernresistent
und ich habe wenig Interesse daran, diesen Dialog hier bei mir fortzusetzen.
Du zwingst mir eine Auseinandersetzung auf, die ich hier für so wenig fruchtbar und erquicklich empfinde, wie es sich drüben bei Dir zwischen Deinen und meinen Positionen darstellt.

Leser, die das Thema mit Dir diskutieren wollen, können das natürlich gerne tun, ich werde mich mit Dir nicht mehr beschäftigen, da ich meine Zeit und meine Kräfte einteilen muss und will.

ICH WERDE DIR HIER NICHT MEHR ANTWORTEN

UND ANTISEMITISCHE STATEMENTS VON DIR LÖSCHEN!

8. theolounge.org - 19. Januar, 2009

hallo rika, du kannst das gerne löschen, wenn du magst.
mich antisemitisch zu nennen trifft wirklich nicht den punkt, in keinster weise.
du brauchst mir auch nicht hier drauf zu antworten, ich merke, dass du auch die dinge nur durch deine brille sehen kannst. deine sicht kann ich verstehen.
ich finde es auch schrecklich, wenn israel in einer situation ist, in der es um seine existenz fürchten muss. das sollte nicht so sein. auch sollten keine raketen auf israel geschossen werden, da bin ich mit dir einer meinung.
mich antisemitisch zu nennen beleidigt mich aber und trifft nicht den punkt.
ich versuche, die menschen hinter den verschiedenen interessengruppen zu sehen. und im akutellen fall ist die israelische regierung nicht gerade zimperlich mit menschenleben umgegangen. da kannst du mir vielleicht zustimmen, denn das verhältnis der getöteten palästinenser im verhältnis zu den bewohnern israel ist irgendwo erschreckend: ca. 1 zu 100.

darum ging es mir. um mehr nicht. mich als antisemit zu bezeichnen ist wirklich abstrus.

ich wünsche der region dort unten endlich einmal frieden. jesus sagte: liebe deine feinde. das bedeutet, dass man versucht, sie zu verstehen, vielleicht sogar, mit ihnen zu reden. diejenigen, mit denen man redet, werden manchmal zu menschen, die man auch verstehen kann. und friede wird dort unten nur möglich sein, wenn die konfliktparteien lernen, sich zu verstehen.

aber gut, mir wird hier das wort im mund umgedreht, drum macht es keinen sinn. ich wünsche der region dort unten auf jeden fall frieden auf dauer und kann mir nicht vorstellen, dass auf diese weise einer zustande kommen wird. aber ich wünsche dir, dass es dennoch so kommen kann, denn du bist ja offensichtlich auch am frieden interessiert.

na denn, einen schönen abend noch.

9. theolounge.org - 19. Januar, 2009

@yael1

du schreibst:

Das ist ziemlicher Blödsinn, denn Antisemitismus kann man nicht fördern, wenn zuvor keiner vorhanden ist.

ich fürchte, dass du unrecht hast. denn wenn etwas als ungerecht empfunden wird von gewissen bevölkerungsgruppen – zb der araber – dann suchen diese gruppen nach einem schuldigen. somit entsteht ganz leicht zb antisemitismus.

wenn israel nun sehr viele tote produziert, dann heizt das dieses bild an. das ist das gefährliche.

ich wünsche aber, dass der antisemitismus möglichst abklingen möge. ich fürchte aber, dass das israelische vorgehen nicht förderlich war dafür.

aber egal. ich wünsche der region da unten frieden, das ist alles. mögen palästinenser und israel irgendwann lernen, in frieden mit und nebeneinander zu leben, oder auch durchmischt, wie auch immer.

10. theolounge.org - 19. Januar, 2009

@rika

noch ein letztes an rika: wenn du den krieg dort unten befürwortest oder befürwortet hast, hege ich zweifel daran, ob du die christliche botschaft so verstanden hast. denn dort hat krieg eigentlich gerade keinen platz, wenn du mal die bergpredigt liest beispielsweise.

mir ist schon klar, dass es manchmal vielleicht nicht ohne krieg geht. aber ein krieg kann niemals gerecht sein. es kann nie gerecht sein, menschen zu töten. und auch das prinzip auge um auge – das einen flächenbrand verhindern sollte – konnte hier leider nicht verwirklicht werden. und das ist gefährlich, weil es hass erzeugt. und somit wird es für weitere 60 jahre keinen frieden geben dort unten, fürchte ich. das ist das problem.

11. theolounge.org - 19. Januar, 2009

aber ich verabschiede mich jetzt hier mal, weil ich immer in die antisemitistische ecke gesteckt werde, was beleidigend ist für mich und was einfach falsch ist.

naja. euch einen schönen abend und eine gute woche noch.

12. Rika - 19. Januar, 2009

@
„jesus sagte: liebe deine feinde. das bedeutet, dass man versucht, sie zu verstehen, vielleicht sogar, mit ihnen zu reden. diejenigen, mit denen man redet, werden manchmal zu menschen, die man auch verstehen kann. und friede wird dort unten nur möglich sein, wenn die konfliktparteien lernen, sich zu verstehen.“

Lieber Mark,
sage diesen Satz den Teilnehmern der „Frieden für Gaza-Demonstrationen“, die Israel des Massakers beschuldigen, die vom Holocaust an den Palästinensern reden, die mich als Kindermörderin bezeichnen, nur weil ich eine Israelfahne – ein Fähnchen! – hoch halte, sage es den Leuten in Deutschland, die Israel-Fahnen verbrennen, die „Tod den Juden“ brüllen und Allahuh …,
sage es den Hasspredigern in den Moscheen hier in Deutschland und den Muslimen, die den Professor für Islamkunde an Deiner Uni gerade abgesetzt haben, weil er zu „liberal“ und westlich war und sage es den Kindern auf den Schulhöfen, die „Jude“ als Schimpfwort benutzen.
Das kannst Du alles hier in Deutschland erledigen.
Dazu brauchst Du nicht einmal nach Israel zu reisen. HIER kannst Du dafür sorgen, dass die hier lebenden Palästinenser „ihre Feinde“ lieben lernen und dann ihren Brüdern in Gaza sagen, dass sie Israels Existenzrecht anerkennen sollen, ja müssen! Weil DAS der Schlüssel zum friedlichen Miteinander ist.

Wenn Du meinem Rat gefolgt wärst und Lilas Beiträge gelesen hättest, könntest Du erkennen, dass die Feindesliebe, die Jesus propagiert hat, einer alten und heute noch lebendigen jüdischen Tradition entspringt – Verletzten und Notleidenden zu helfen, statt über ihre Not zu frohlocken.
Israel hat aus humanitären Gründen Kampfpausen eingelegt, die Hamas hat die angebotene Versorung der Verletzten in ägyptischen Krankenhäusern abgelehnt.
Du könntest lesen, dass die israelische Bevölkerung nicht über die Toten frohlockt, sondern über das Leid der Palästinenser bekümmert ist und unter dem Dilemma leidet, dass Israel einen Krieg führen muss, um sich zu schützen.

Erinnerst Du Dich an den „Gefangenenaustausch“ im Frühsommer, wie sie gejubelt haben auf den Straßen in Gaza, im Libanon, in der Westbank, als ein Kindermörder und viele Terroristen gegen drei tote israelische Soldaten ausgetauscht wurden? Wie haben sie gejubelt über den Anschlag 9. 11. tausende Menschen starben und die Palästinenser jubelten!
Haaben sie Mitleid mit den Eltern und Verwandten „ihres Feindes“ Gilat Shalit, der immer noch von der Hamas gefangen gehalten wird?

Sag es IHNEN, dieses: Liebet eure Feinde!

13. theolounge.org - 19. Januar, 2009

ich les mal bei lila rein demnächst.

ich weiß schon, dass es eine fast unmögliche forderung ist, liebet eure feinde. sie wird auch nicht immer klappen. aber man kann sie versuchen.

ist schon klar, dass die israelische bevölkerung zu einem sicherlich nicht ganz geringen teil krieg auch kritisch sieht – hoffentlich zumindest.

ich hatte mir auf planet wissen gerade nochmal die geschichte des staates israel durchgelesen. es sind einfach alte probleme, die immer weiter hochkochen. es sind dinge, die als ungerecht empfunden werden. das ist das problem. ich wünsche israel ja frieden, ich wünsche auch den palästinensern frieden.

aber ich fürchte, damit frieden geschehen kann, muss ein konsens darüber her, was von allen als gerecht angesehen werden kann.
ich kann dir nicht genau sagen, was das ist. aber der hass der araber hat sicherlich in der geschichte tiefe wurzeln. wie will man denn da wieder rauskommen ? ich fürchte, dass das nur durch diplomatie und gegenseitiges kennenlernen geschehen kann. wen man kennt, den kann man nciht mehr so leicht hassen. das ist eben mein ansatz, ein gutgemeinter. ich versuche, die aggressive gegenseite auch zu verstehen und die gründe, die diese aggressionen ausgelöst haben.

aber egal. ich kann das problem eh nicht lösen. ich wünsche, dass es nicht nochmal 60 jahre dauert da unten. und ganz egal, wie die leute das so sehen…mir tun einfach die getöteten menschen und ihre angehörigen leid – und zwar auf beiden seiten. aber ich fürchte sehr, dass diese militärische gewaltanwendung nicht ein gutes mittel war, um hass abzubauen. und damit wäre der frieden dann vielleicht in weite ferne gerückt. wer weiß. wollen wir hoffen, dass er mal kommt – ich fürchte, auf diese weise aber leider nicht so schnell. das ist meine sorge bei der ganzen sache.

14. Rika - 19. Januar, 2009
15. theolounge.org - 19. Januar, 2009

ja, ganz interessant. aber es ist auch die frage, was kommen würde, wäre die hamas ausgeschaltet: vielleicht anarchie im gazastreifen, oder noch eine radikalere gegenpartei…..

16. theolounge.org - 19. Januar, 2009

ich mag es nicht so gern übrigens, wenn leute das wort „gutmensch“ benutzen. das ist ein begriff, der andersdenkende als unwissende trottel abqualifizieren will. damit nimmt man implizit bereits eine starke wertung vor, also ist nicht sonderlich objektiv, wie es mir scheint.

17. Danke an Rika ! « grenzgaenge - 14. Januar, 2013

[…] dieser bericht ueber die vorgaenge in duisburg ist sehr […]


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