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Beleidigte Muslime … 24. Januar, 2009

Posted by Rika in islam.
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Es ist eine zu erwartende Reaktion:

Muslime in Hannover reagieren beleidigt,  empfinden die Äußerung von Frau Käßmann zur Frage nach der Umwidmung von Kirchengebäuden in Moscheen als  „abwertend gegenüber den Muslimen“ wie die HAZ heute in der Fortsetzung des gestrigen Berichts schreibt.

Und es ist eine inzwischen allzu bekannte Reaktion, sofort die eigenen „muslimischen“ Befindlichkeiten in den VFordergrund zu stellen und die Äußerung, die die Bischöfin  im Hinblick auf die Befindlichkeiten der Christen gemacht hat, die ihre Kirche, aus welchen Gründen auch immer aufgeben müssen , nicht einmal dahingehend zu überdenken, was es für gläubige Christen bedeutet, ein Gotteshaus schließen zu müssen. Gläubige beten in Kirchen, werden getauft, gesegnet, getröstet, erfahren Gottes Nähe und Liebe  im Abendmahl und in der Predigt, erleben  Gemeinschaft der Gläubigen untereinander und in der Anbetung Gottes auch mit Gott selbst – nach der Verheißung Jesu:

„Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte!“ Matthäus 18,20

Eine Kirche ist eben kein x-beliebiges Gebäude, es bietet den Raum für die Begegnung mit GOTT.

Bevor Muslime mit dem Generalvorwurf, sie seien hier in Hannover/Deutschland eine unterdrückte, nicht  respektierte und ausgegrenzte Minderheit auf die Feststellung reagieren, dass für Christen die Umwidmung eines Kirchengebäudes in eine Moschee problematisch sei, wäre es doch angebracht gewesen einfach mal nachzufragen warum das so ist!

Welches Gottesverständnis und welches Gottesbild haben Christen und worin unterscheidet es sich von dem, was „wir“ (Christen) wahrnehmen an islamischem Gottesverständis – und kann man überhaupt darüber reden?

Über den „Gott der Christen“ wird in unserer aufgeklärten Gesellschaft in jeder nur erdenklichen Weise geredet, er wird infrage gestellt, er wird verleugnet, negiert, der Lächerlichkeit preisgegeben in öffentlichen Debatten – und oft genug diejenigen, die an ihn glauben gleich mit verhöhnt und verunglimpft. Man könnte das zu Recht beklagen als Verunglimpfung christlicher Werte, wäre es nicht  gleichzeitig ein Ausdruck unserer Religions- und Gewissensfreiheit, die aufzugeben zugunsten einer starren Religionsausübung oder einer dogmatischen Grundsatzentscheidung, die nicht nur verbindlich für die Gläubigen wäre, sondern gleichsam für alle dem christlichen Kulturkreis angehörenden Menschen,  doch nicht wirklich in Frage kommt!

Die weltumspannenden Proteste muslimischer Menschen (die selbst die Mohammed-Karikaturen niemals zu Gesicht bekamen)  gegen die karikierende Darstellung des Propheten – und es ist NUR ein Prophet, nicht Allah selbst -, die wütenden Reaktionen auf die Rede des Papstes, der Aufruhr und die Todesdrohungen gegen Islamkritiker, das alles macht doch deutlich, dass man die „Religion des Islam“, den Islam selbst nicht so zur Diskussion stellen kann, wie es (seit Jahrhunderten) mit dem Christentum möglich ist und auch geschieht.

Christen, so lesen wir in Zeitungen und sehen es in Dokumentationen, werden in den Ländern mit islamischer Staatsreligion nicht nur an der Ausübung ihrer Religion behindert, sondern nicht selten  mit dem Tode bedroht, wenn sie sich privat und in ihren Häusern zum Bibelstudium und Gebet treffen! Kirchen dürfen in diesen Ländern nicht gebaut werden, christliche Einrichtungen werden angegriffen, Kirchengebäude zerstört.

Die Türkei, in der einst die ersten frühchristlichen Gemeinden entstanden, und aus der die überwiegende Mehrheit der Muslime in Hannover stammt, geht  repressiv mit christlichen Einrichtungen um und behindert christliches Leben, trotz der staatlich zugesagten Religionsfreiheit. Und da beschweren  sich Muslime, wenn Christen Probleme damit haben, dass ihre Kirche zu einer Moschee werden soll?

Wieweit sind wir davon entfernt, gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung aufzubringen!

Muslime in Deutschland genießen alle religiösen Freiheiten, die sie zur Ausübung ihrer Religion brauchen, aber sie sind offenbar nicht in der Lage, die hier mehrheitlich lebenden Christen in ihrer religiösen Würde wahrzunehmen und zu achten, sonst käme vor der Empörung der Versuch zu verstehen und statt eines öffentlich werbewirksamen Auftritts der Dialog.

Dass sich die Politiker einmischen in den Streit, wie heute die HAZ berichtet, ist ebenfalls „normal“, müssen sie sich doch ständig als tolerante und auf Ausgleich bedachte Demokraten profilieren – und verlieren dabei nicht selten ihr Profil!

Es ist klar, dass der SPD-Mann Kirci „Brüskierung der Muslime“ schreit und es ist vielleicht dann doch nicht so überraschend, welche Meinung der CDU-Mann Töpfer in dieser Sache vertritt:

„Die Abwägung von Für und Wider hat nichts mit einer Brüskierung der Muslime zu tun“, sagt Toepffer. „Sie ist nur ein Minimum an Respekt gegenüber der von der Kirchenschließung betroffenen Gemeinde.“

Den ganzen Artikel in der HAZ gibt es hier.

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Kommentare»

1. sephi31 - 26. Januar, 2009

Vielen dank für diesen Artikel. Den geschilderten Tatsachen kann man zustimmen, bis auf die Stelle wo sie auf Türkei zu sprechen kommen. Der Türkische Staat ist 1. kein Maßstab. 2. War er bis vor kurzem noch gegen jegliche Religionen! Muslime werden dort ebenso behindert in der Glaubensausübung wie evtl die Christen.

Möchte eine weitere Ergänzug machen wenn sie es mir gestatten.
Man sollte nicht vergessen:
Die Muslime heutzutage werden von allen Seiten verbal (und körperlich) angegriffen. Von Unqualifizierten Politikern, Mitbürgern, Freunden, ja von sogenannten Ex-Muslimen und (angeblichen)Muslimen selbst…
Die ganze Welt zeigt derzeit mit dem Finger auf die Muslime bzw den Islam. Viele fragen sich da (mit Recht): „Was hab ich blos getan?“

Mich würde es nicht wundern, wenn irgendwann das Fass auch mal überläuft…

Damit rechtfertige ich garnichts. Möchte nur (jeden) anregen mal weiter über den Tellerrand zu schauen.
Alle die sich zu einem Eingott-Glauben bekennen, sollten eigentlich im selben Boot sitzen 😉

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