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Eine neue Synagoge in Hannover! 25. Januar, 2009

Posted by Rika in judentum.
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Die mit 600 Mitgliedern größte Liberale Jüdische Gemeinde Deutschlands hat in Hannover in einer ehemaligen Kirche die neue „Etz Chaim“-Synagoge eröffnet. Das umgebaute Gotteshaus wurde mit der Einbringung der Torarollen und der Ernennung von Rabbiner Gabor Lengyel seiner Bestimmung übergeben. An dem Festakt nahmen …

Es ist ein großes Ereignis für die noch junge liberale jüdische Gemeinde, aber auch für die Stadt Hannover und die ganze Region …

Das Judentum sei erneut in Deutschland angekommen, sagte der Rektor des für die Rabbinerausbildung in Deutschland zuständigen Abraham Geiger Kollegs, Prof. Walter Homolka. Die Eröffnung der Synagoge zeige, „dass auf zerstörtem Boden etwas wachsen kann“. Gemeindemitglied Ingrid Willing gedachte der in der Nazizeit getöteten Juden. „Eure Kinder und Enkel geben das weiter, wofür ihr gestorben seid“, erklärte sie.

… und  ein Zeichen der Hoffnung …     BARUCH HASCHEM

Den Bericht gibt es hier.

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Kommentare»

1. Perry - 26. Januar, 2009

Das ist eine kulturelle Bereicherung für Hannover, keine Frage aber angesichts der jüngsten antisemitischen Vorkommnisse, ist die Freude doch getrübt.

2. Rika - 26. Januar, 2009

Oh, Perry,
es ist viel mehr als eine kulturelle Bereicherung, es ist in jeder Hinsicht viel, viel mehr!

Zeigt sich doch in der neuen Synagoge symbolhaft die Kraft und der Wille zum Leben, jüdischem Leben in seiner ganzen Vielfalt – trotz der Anfeindungen von außen und auch trotz oder gerade wegen der innerjüdischen Auseinandersetzungen um den „richtigen Weg“ Judentum zu leben … ich kann mich gut an die damaligen Auseinandersetzungen in der jüdischen Gemeinde Hannover erinnern , wenn auch nicht im Detail, dazu war ich dann doch ein zu weit entfernter Gast … und Freundin einer Familie, die zu den „Gründern“ der liberalen jüdischen Gemeinde gehörten.

Ich kann nur den Hut ziehen vor der Energieleistung derjenigen, die das Werk auf die Beine gestellt haben!
KOL HAKAVOD!

3. Rika - 28. Januar, 2009

Auch das ist ein kleines Zeichen der Hoffnung:

Heute, am Gedenktag der Opfer des Holocaust, las ich folgende Notiz:

„Traditionalistische Bischöfe distanzieren sich von Richard Williamson
Drei der vor einer Woche vom Papst rehabilitierten Traditionalisten haben sich von dem umstrittenen britischen Bischof Williamson distanziert. In einem Schreiben an Benedikt den 16. bitten sie um Verzeihung für die Leugnung des Holocaust durch Williamson und betonen, dass dessen Äußerungen nicht die Überzeugungen der Priesterbruderschaft widerspiegeln. Deshalb sei Williamson bis auf weiteres jede Art von Äußerungen zu politischen und historischen Fakten untersagt worden. – Williamson hatte in einem Fernsehinterview die Ermordung von sechs Millionen Juden sowie die Existenz von Gaskammern bestritten.“

http://www.dradio.de/nachrichten/200901272200/5

Die Rücknahme der Exkommunizierung von vier der Pius-Bruderschaft angehörenden Bischöfen durch den Papst, hatte sehr viel Unverständnis und Empörung ausgelöst, weil einer der Bischöfe, der Brite Williamson, den Holocaust mit Nachdruck leugnet.

Eine Anmerkung zu dem Vorgang insgesamt:
Die Exkommunizierung erfolgte nicht – so wie ich es den Nachrichten entnehmen konnte und verstanden habe – wegen der politischen Aussagen des Bischofs oder wegen der Leugnung der Shoa, sie erfolgte – wie bei den anderen auch – wegen ihrer Haltung zum 2. vatikanischen Konzil und der damit verbundene Kritik an der katholischen Kirche.
Um die Einheit der Kirche zu stärken, wurden die abtrünnigen Bischöfe „in den Schoss der Kirche“ zurückgeholt und in Bezug auf ihre Abspaltungstendenzen rehabilitiert.
Es ist äußerst unglücklich, dass der Eindruck entstehen musste, der Papst begnadige den Bischof trotz seiner Leugnung des Holocaust.

Der eine Vorgang hat aber mit dem anderen nichts zu tun.

Es wäre aber dringend an der zeit, denke ich, die Verstrickung der katholischen Kirche in Antisemitismus und Faschismus grundlegend aufzuklären, nichts zu beschönigen und öffentlich für ihre Schuld Buße zu tun … sofern sie letzteres noch nicht getan hat.

4. Rika - 30. Januar, 2009

Ich war wohl zu gutgläubig!

Schwer vorstellbar ist es für mich, dass katholische Geistliche bis heute den Holocaust „relativieren“ oder gar leugnen.
Mit welcher Vehemenz der nun wieder begnadete Bischof „seine Meinung“ und „Deutung“ des Mordes an den europäischen Juden vertrat, war mir nicht bewusst.

Es tut mir Leid, dass ich das nicht genauer recherchierte, BEVOR ich dazu im vorhergehenden Kommentar Stellung nahm.

Ich habe kurz überlegt, die Passage darüber zu löschen, mich dann aber entschieden sie stehen zu lassen und an dieser Stelle Abbitte zu leisten.

Denn mein eigenes Verhalten in diesem Fall ist ein Beispiel dafür, wie man aus vermeintlich „gutem Glauben“ und ebenso „guter Absicht“ und allzu leicht dem eigenen Harmoniebedürfnis folgend, einen schwerwiegenden Konflikt zu entschärfen versucht, statt ihn mit aller Anstrengung aufzuklären.
Damit leistet man aber (ungwollt aber dennoch falsch!) denjenigen Vorschub, die schon immer meinten, sie könnten den Holocaust uminterpretieren zugunsten eigener weltanschaulicher Erklärungsmuster!

Es tut mir sehr Leid, dass ich mich ohne genaue Prüfung der Tatsachen zu dem Kommentar hinreißen ließ – um meines eigenen Friedens willen, den ich ganz persönlich mit dem Papst für mich geschlossen hatte, denn eigentlich lehne ich das Papsttum samt vielen seiner Dogmen grundsätzlich ab.
Einzig die Christusverkündigung dieses Papstes versöhnte mich mit ihm …

Ich bitte alle jüdischen Leserinnen und Leser dieses Blog um Entschuldigung dafür, dass ich ihre berechtigten Gefühle hinsichtlich dieser „Ex-exkommunizierung“ verletzt habe.
Rika

5. Rika - 30. Januar, 2009

Nach dem neuesten Stand der Dinge hat sich Herr Williamson beim Papst für die Unannehmlichkeiten entschuldigt, die der Papst seinetwegen hat.
Inhaltlich hat er sich jedoch nicht von seinen Standpunkten distanziert…
siehe dazu auch:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,604649,00.html


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