jump to navigation

Keine Sentimentalitäten bei der Abwrackprämie! 12. Februar, 2009

Posted by Rika in familie.
Tags:
trackback

Leichter gesagt als getan!

dsci0001

„High Noon“  für meinen Golf III  … das Bild spricht Bände  …    zumindest für die Eingeweihten…   leichter Staub auf der Ablage als Zeichen des gepflegten Verfalls …  242562 zeigt die Kilometerstandangabe des Tacho … ziemlich genau um 12.ooh beim Abwracker auf den Hof gefahren … trauriges Ende einer intensiven „Beziehungskiste“ in mehrfacher Bedeutung des Wortes …

Es ist zwar   „nur“   ein Auto, das ich nach einigen schönen Jahren gedeihlicher  „Zusammenarbeit“ dem Abwracker anheim gebe, aber wie  viel  liegt in diesem „nur“  …

Vor allem und zu allererst ist ein Auto (auch meins)  ein Fortbewegungsmittel und  egal ob groß oder klein,  verbirgt sich hinter diesem einfachen Wort schon eine ganze Welt. Ich kann, sofern ich es will, das Auto betankt und auch ansonsten fahrbereit ist und meine Zeit es erlaubt einfach mal eben meinen Standort verändern (und dennoch an einem vertrauten Platz bleiben, dem hinter dem Steuer nämlich).

„Fortbewegen wann immer man will“ bedeutet darüber hinaus auch so etwas wie einen Hauch von „Freiheit und Unabhängigkeit“…

Sicher, vor allem bewegte ich mich mit dem Auto vom Haus zur Arbeitsstelle und wieder zurück nach Hause, das war überhaupt der   „rein formale“  Grund für die Anschaffung eines Zweitwagens, MEINES WAGENS!  Meine Arbeitstelle mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen bedeutet einen Zeitaufwand von gut 1 3/4 – 2  Stunden pro Weg, mit dem Auto sind es nur sehr knappe 20 Minuten (und wenn ich ordentlich Gas gebe und die A7 nicht gerade voll ausgelastet auch nur 15)    … für eine berufstätige Mutter ist das eine Menge Zeit!

Aber es gibt auch die vielen spontanen „Fortbewegungen“, mal eben hierhin und dorthin,  zum Baumarkt etwa oder zum Blumenhändler, um irgendwelche Zutaten zu kaufen, die ich für eine kreative Idee brauche … Freunde besuchen oder einfach mal ins Grüne fahren …   (Ich weiß, dass das nicht unbedingt ökologisch sinnvoll ist, soviel Benzin zu verplempern und die Umwelt mit stinkenden Abgasen zu belasten, aber nein, KEINE Asche auf mein Haupt! Ich stehe zu meinem Freiheitsdrang per Auto!)

Es gab die vielen Pendelfahrten von mir zu meinen Eltern, die damals vor  knapp 6 Jahren von jetzt auf gleich Hilfe brauchten und in der Kasseler Gegend wohnten, bevor sie hierher in unsere Nähe zogen …

Und vor allem gab es die exzessive Nutzung des Autos durch die „Kinder“. Fahrten zu Freunden und mit Freunden, zu Teeniestunden in der Gemeinde, zu Freizeiten –  hoch beladen mit allen nur möglichen Dingen, die man für solche Unternehmungen benötigt… Transportfahrten für die Studentenkinder ….  Umzüge …   und Großeinkäufe bei einem gewissen Möbelhaus …

Und natürlich die diversen Urlaubsreisen der Kinder oder die gemeinsamen Fahrten der Familie  in den Skiurlaub …  6-Leute-Familien  benötigen nun mal zwei Autos, sofern sie keinen Bus oder einen Siebensitzer fahren …

„Mein Auto“  war kein Statussymbol sondern im besten Sinne ein Gebrauchsgegenstand, dem man mit den Jahren auch den Gebrauch deutlich ansah … der Lack war zwar nicht „ab“, aber stumpf geworden war er schon  und auch von einigen Kratzern durchzogen … vor zwei Jahren wurde die Fahrertür bei (m)einem Unfall ziemlich zerknittert  und weil ich nie einen Schönheitswettbewerb mit dem kleinen Golf gewinnen wollte und die Reparatur einer Tür nicht eben billig ist, blieben diese Knitterfalten bis zuletzt…

Im letzten Sommer die Frage TÜV oder nicht … und dann doch noch einmal eine gute Summe investiert vom Ältesten, der seitdem auch hauptsächlich das Auto fuhr …

Die Abwrackprämie verlockt zum Kauf eines „Neuen“  …

Der Neukauf ist bereits vertraglich geregelt, in den nächsten Tagen wird das neue Auto ausgeliefert, das alte muss gehen …vielmehr fahren …

… und wie um diese Entscheidung zu rechtfertigen oder zu erleichtern war es  zu guter letzt noch in einen leichten Unfall verwickelt …

dsci0037

… vom ADAC abgeschleppt und bei uns abgestellt …

Gestern habe ich   „ihn “   ganz langsam und vorsichtig zum Abwracker gefahren … sie ging noch, die letzte Fahrt mit ihm …

Heute wurde er auch behördlich still gelegt …

…  drei Tränen habe ich dabei verdrückt, weil, er war eben doch mehr als ein gebrauchsfähiges Fortbewegungsmittel … mein Golf …

Advertisements

Kommentare»

1. So verschieden können Blogs sein! - “Brightsblog” vs. “Himmel und Erde” « Webreligion - 27. Februar, 2009

[…] als auch alltägliche Themen angesprochen. Es finden sich persönliche Anekdoten (Geschichte zur Abwrackprämie) auf der Seite, genau so wie gesellschaftspolitische und religiöse Thematiken (Stellungnahme zum […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: