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Reli – missverständlich…? 26. April, 2009

Posted by Rika in Allgemein.
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Nein,

ich will an dieser Stelle nicht  die Diskussion um Sinn und/oder Unsinn des Religionsunterrichts anheizen,  auch rühre ich nicht die Werbetrommel für die Teilnahme am Volksentscheid in Berlin – dazu wäre es eh viel zu spät.

Ich möchte Gefühle und Gedanken wiedergeben,  die mich – je nach Beitrag –  beschleichen oder mit voller Wucht niederdrücken, wenn ich die zahlreichen Blogeinträge anderer Blogger zu dem Thema lese.

Ich kann mich ja irren oder nur „selektiv wahrnehmen“  (wie man so schön  in der Psychologie  der Wahrnehmung das Phänomen   bezeichnet, wenn man „nur“ das noch mitbekommt, was die eigene Position stärkt, bzw. das aufnimmt, was ihr empfindlich entgegensteht, sehr verkürzt gesagt!),  aber mir drängt sich schon sehr der Eindruck auf, dass in den vielen Beiträgen vor allem die „Anti-Reli-Fraktion“  das Wort ergreift und sich in einer Weise äußert, die ich Besorgnis erregend finde. Nicht etwa, weil ich Angst hätte, die Diskussion in Berlin könnte der Anfang einer Entwicklung sein, in der der Religionsunterricht tatsächlich mehrheitlich von den Stundenplänen in Deutschland gestrichen würde.  Nein, es ist eher die unverblümt geäußerte Verachtung vieler Blogger, die sie (allem und vor allem christlich)  Religiösen entgegenbringen  –  unterschwellige Wut auf Christen-Kirche-Fromme bricht auf, manche Beiträge scheinen mir geradezu hasserfüllt zu sein -, die  mich zunehmend mehr irritiert.

Ich will hier nicht darüber reflektieren, ob sich darin einfach nur der Frust über „selbst durchlittenen“ Reli-unterricht Bahn bricht oder damit eine gesellschaftliche Wirklichkeit repräsentiert wird, die (für mich erschreckend) deutlich macht, wie weit die Säkularisierung unserer Gesellschaft fortgeschritten ist, wie sehr “ Entkirchlichung“,   „Entchristlichung“, ja sogar „Entgöttlichung“   Raum gewinnt. („Entgöttlichung“ gemeint als der Prozess, der die Anwesenheit   Gottes in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in dieser Welt und Schöpfung, wie sie im Judentum und im Christentum bezeugt und verstanden wird,  in der Öffentlichkeit und im Privaten  zunehmend negiert.)

Machen wir uns nichts vor, das Bedürfnis der Menschen nach Religion, nach Religiösem, hört ja mit der Existenz der „Kirchen“ nicht auf und  ist auch nicht an das gebunden, was gemeinhin als Monotheismus bezeichnet wird. An die Stelle der Religion im klassischen (deutschen) Verständnis von Religion vor allem als  Christentum und Judentum, neben  Islam, Buddhismus, Hinduismus – um die großen Religionen zu benennen, sind doch längst viele andere „Ersatzreligionen“  getreten, denen  mit großer Inbrunst angehangen wird.

Die Sehnsucht des Menschen nach dem, was ihm Kraft und Trost gibt, was über ihn hinausweist und dem er sich „hingeben“ kann als Glaubender, Liebender, Erwartender, dem er sogar bereit ist sich unter zu ordnen ist doch universal und berührt die tiefsten Gründe des eigenen Selbst und Seins.

Wenn ich in Blogbeiträgen und Kommentaren die unverhohlene Verachtung des an das Christentum gebundene  Religiösen lese, frage ich mich aber schon,  voraus sich die Ethik der Anti-Religion-Befürworter speist, womit / wodurch  ihre vermeintliche Toleranz erklärt und getragen wird,  welche Wurzeln ihre als „humanitär“ erachtete Einstellung hat und wie im wesentlichen ihre „Werte und Normen“ fortgeschrieben werden.

Geben sich die, die so vehement gegen (vermeintlich) „christlichen“ Religionsunterricht auf die Barrikaden gehen, eigentlich auch Rechenschaft darüber, was „die Welt im Innersten zusammenhält“, was ihre ureigensten Motive und die Basis ihres Handelns sind?

Und lässt sich das hinreichend und zukunftsweisend  im Fach „Ethik“ erklären, lehren und auch einüben? Wertvorstellungen, Einstellungen  und Haltungen finden doch ihren Niederschlag im Tun, im Handeln. Sie stehen doch nicht für sich,  isoliert von der gesellschaftlichen Realität, quasi – wie  in einem  Elfenbeinturm philosophischer Betrachtungen – über den Niederungen des Alltags.

Und was ist von der Toleranz derjenigen zu halten, die den Ethikunterricht bejahen, den Religionsunterrichts aber aus ideologischen und/oder ethischen Gründen mit aller Intoleranz vehement bekämpfen, denn welche Gründe, wenn nicht ideologische,  sprechen gegen den Religionsunterricht als einen möglichen Ort der Auseinandersetzung um das, was uns ausmacht? Und wieso sollte man diesen Raum/Ort  nicht nutzen DÜRFEN?

Bei uns in Niedersachsen haben Schüler die Möglichkeit, anstelle des Religionsunterrichts das Fach „Werte und Normen“ zu wählen. (Gar nichts geht nicht!)

Unsere Kinder konnten sich – bis auf eines – auch in der Oberstufe für den Religionsunterricht entscheiden. Unsere Tochter „musste“ Werte und Normen nehmen, weil „Reli“ schon voll war und ein weiterer Kurs in ihrer „Leiste“ nicht angeboten wurde. Sie berichtete ua.  von spannenden Diskussionen um Gen-et(h)ik, die letztlich fast immer bei Fragen nach Gott und Glauben landeten…

Ich denke, es muss in die Freiheit der Eltern und Schüler gestellt sein, wie und wo sie sich mit existentiellen Fragestellungen auseinandersetzen.

Es ist nicht nur eine Frage der Toleranz, ob die Freiheit zu wählen gegeben ist oder nicht.

Ein Bericht über eine spannende Diskussion zum Thema „Ethik und/oder Reli“  findet sich hier, lesenswert!

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Kommentare»

1. theomix - 26. April, 2009

Danke für diesen Beitrag! Ich für mein Teil versuche Meinungen anderer zu verstehen, und bin erschrocken über den Dogmatismus der Gegner des christlichen Dogmas.

2. Juebe - 26. April, 2009

Ich fand den Diskussionsstil der pro-Reli-Anhänger mit Verlaub gesagt zum Ko…
Ich empfehle den taz-Artikel
Du sollst nicht lügen
http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/du-sollst-nicht-luegen/#Szene_1

3. julia - 26. April, 2009

Liebe Rika,

du vermischst da einige Themen. Wenn ich mal aufdrösle: Du schreibst, dass dir viele Beiträge von Bloggern geradezu hasserfüllt erscheinen. Das kann gut sein, hab ich nicht wirklich verfolgt, das hat aber gar nichts damit zu tun, ob die sogenannten christlichen Werte nicht doch eher universell gültige Werte sind, die man auch, ohne an einen Gott zu glauben, teilt, oder Werte sind, die untrennbar und ausschließlich mit dem Glauben verbunden sind. Und zuletzt geht es darum, ob und in welcher Form Religionsunterricht angeboten wird….also 3 Theman auf einmal. Jedes für sich ist spannend, aber schon für sich schwierig, 3 auf einmal ist nicht möglich. Vielleicht wäre das eine Diskussion drüben wert? Ich hätte dort schon damit angefangen, aber irgendwie spinnt der Server.
LG Julia

4. Rika - 26. April, 2009

@ theomix,
danke Dir!
ich habe mich sehr darum bemüht, in meinem Beitrag nicht einseitig oder doktrinär oder polemisch zu sein – und was das Erschrecken angeht, da geht es mir wie Dir.

@Juebe,
mhhh, die taz haut auch ganz schön auf den Lukas, ist sie darum so viel glaubwürdiger? Wenn ein Schüler bereits 8 Schulstunden hinter sich hat, davon wohlmöglich auch schon eine im Fach Ethik, muss er schon sehr, sehr interessiert sein, um sich auch noch Reli reinzuziehen …. es geht doch auch nicht darum, dass die Kirchen ihren Reli-Unterricht „voll“ kriegen und die Ethik verbieten. Es geht schlicht um die Möglichkeit für viele, am Religionsunterricht teilnehmen zu können, ohne Nachteile in Form von noch mehr Schulstunden in Kauf nehmen zu müssen. Reli-unterricht war doch noch nie ein besonders gefördertes Fach und wurde schon immer gern an den Rand geschoben…
Es ist hier (Schulbehörde, Senat, Linke) wie dort (Berichterstattung und Bloggerei) ein Kungeln und Taktieren, dass mir ganz schlecht wird.
WAs spricht denn wirklich gegen die Wahlfreiheit?
Und was der Senat mit seiner Anzeigenaktion da vollbracht hat… ne, kann ich gar nicht gut finden!

@liebe Julia,
ja, der Server spinnt, hatte auch schon versucht dort zu landen…
Über Deine Einwände gegen meinen Beitrag muss ich noch ein bisschen nachdenken … kann es/sie noch nicht wirklich ein- und zuordnen.

Gerade habe ich in den Nachrichten gelesen, dass der Volksentscheid mangels Beteiligung (kläglich) gescheitert ist…

http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2009_04/Volksentscheid_Pro_Reli.html

5. julia - 26. April, 2009

Nur zum Vergleich, hier in Österreich ist Religionsunterricht sehr wichtig, die Note steht im Zeugnis an erster Stelle. Die Lehrer werden von der jeweiligen Religionsgemeinschaft ausgesucht, der Staat zahlt zwar das Gehalt, hat aber keinerlei Kontrolle über die vermittelten Inhalte (und das betrifft jetzt nicht nur den kath. Religionsuntericht, sondern z.B. auch den islamischen..). Die Schüler dürfen sich abmelden, es gibt keinen Ethikuntericht, wer sich abmeldet, hat also frei.

6. Rika - 26. April, 2009

Bei uns in Niedersachsen wird gewählt – ich sagte es ja schon – zwischen Reli und „Werte und Normen“, eben damit sich niemand in eine Freistunde davon stehlen kann 😉
und damit Werte und Normen auch im Bereich der Schule angesprochen und diskutiert werden können – unabhängig von der Religionszugehörigkeit.
Die Kirchen haben beim Lehrplan zwar ein Wörtchen mitzureden, aber die Schulbehörde eben auch – es ist die gemeinsame Verantwortung für den Unterricht, übrigens auch für die Ausbildung der Religionslehrer.

Brisant wird es in Berlin ja wohl vor allem deshalb, weil nach 12 Jahren Tausendjährigemreich vielen Jahren atheistisch-kommunistischer „Lehre“ und Indoktrination auch die schlichten „kulturellen“ Inhalte religiöser Bildung für die überwiegende Mehrheit der Schüler verloren gegangen sind oder gehen, und damit ja nicht nur Wissen, sondern auch Auseinandersetzung, Diskussion, Streitkultur und auch das Fragen nach Sinn.

7. Manfred - 26. April, 2009

Ich habe dieselbe Beobachtung gemacht. Es gibt massive (theoretisch gegen alle Religionen, faktisch ausschließlich gegen das Christentum gerichtete) atheistische Propaganda:

Wann hätte es das jemals gegeben, dass jemand Plakatwerbung für oder gegen eine Religion macht? Von atheistischer Seite gibt es das. Die plötzliche Konjunktur von Büchern wie „Der Gotteswahn“ oder dieses Kinderbuches, dessen Titel mir entfallen ist, in dem religiöse Menschen grundsätzlich als hassende und hassenswerte Gestalten dargestellt werden – das spricht auch alles eine deutliche Sprache. Oder man denke an das „Christival“ im letzten Jahr, dessen Teilnehmer von Schwulenaktivisten tätlich angegriffen wurden. Hier in Berlin fand ich heute morgen ein Flugblatt hinter meinen Scheibenwischer geklemmt, in dem das Christentum in die Nähe von Astrologie gerückt wurde.

Man denke auch daran, wie die Öffentlichkeit mit den Piusbrüdern umgegangen ist. Geduldet wird gerade noch ein nominelles „Christentum light“, ein synkretistischer Religionsersatz für jene rückständigen Menschen, die unbedingt einen Gott wollen. Das Schlimme ist, dass die Kirchen, nicht nur die evangelische, sich diesen Erwartungen unterwerfen. Wenn dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz am Ostersonntag (!) nichts Besseres einfällt, als über Managergehälter (!!!) zu predigen, dann ist das nicht mehr und nicht weniger als das Eingeständnis, dass man an die Strahlkraft der eigenen Botschaft nicht mehr glaubt, und wahrscheinlich auch nicht an die Botschaft selbst. Da streut man lieber intellektuell drittklassige politisch korrekte Platitüden unters Volk in der Hoffnung, wenigstens dadurch noch gesellschaftliche Relevanz vorzutäuschen, und merkt nicht, dass es sich dabei um eine „Relevanz“ von der Sorte handelt, wie auch Kabarettisten sie für sich beanspruchen können.

Dass Atheisten – die sich ausgerechnet „Humanisten“ nennen, wobei der „Humanismus“ darin besteht, sich einen ideologisch konstruierten Neuen Menschen auszudenken und dieses Monstrum für den Menschen schlechthin zu halten – dass diese Atheisten also Hoffnung schöpfen, dem von ihnen gehassten Christentum das Licht auszublasen, braucht einen nicht zu wundern, wenn man sieht, wer in den ehemals christlichen Lotterbuden heutzutage Bischof werden kann.

In der Blogosphäre ist es mir noch nicht so aufgefallen, aber das liegt wohl daran, dass ich christenfeindliche Blogs genauso meide wie deutschfeindliche. Allenfalls um im Kommentarstrang schmutzige Lieder zu singen, würde ich vielleicht mal eines aufsuchen.

8. Rika - 27. April, 2009

@ Manfred,
„nett“ ist doch auch die Bus-Aktion, bei der die Leute darauf hingewiesen werden, dass sie ganz beruhigt sein können, weil es eben nun mal doch keinen Gott gibt.

Da muss ich schon fast wieder lachen! Wer sich so viel Mühe macht, Gott aus der Welt zu schaffen, hat ja wirklich seine liebe Not!

Aber Du hast schon recht, wir sollten mehr auf die „Strahlkraft der eigenen Botschaft“ setzen …

9. julia - 28. April, 2009

Hier gibts viel Werbung pro Christentum, es hängen noch die Plakate der letzten Aktion “ An Ostern ist Jesus von den Toten auferstanden“. An Weihnachten gab es eine entsprechende Aktion, und dazwischen eine Werbung für ein tägliches SMS vm Papst persönlich, täglich während der Fastenzeit, bzw im Advent. Ich habe nichts dagegen, aber im Gegenzug müssen doch auch gegenteilige Aktionen erlaubt sein (sind sie übrigens nicht, das war eine Aktion in England, als jemand was Ähnliches hier starten wollte, wurde das schnell verboten, Religion darf nur positiv dargestellt werden.)

10. Juebe - 28. April, 2009

Bis vor kurzem gab es in der Berliner U-Bahn immer wieder religiöse Werbung – hauptsächlich von christlichen Gruppen, die zum G-ttesdienst einluden oder die Möglichkeit gaben, sich eine Bibel zu bestellen. Gelegentlich gab es auch eine Werbung von einer islamischen Internetseite, die zur Konversion zum Islam aufruft.

Nun wollte Scient.ology auch in der U-Bahn werben. Jetzt haben die Berliner Verkehrsbetriebe beschlossen, keinerlei religiöse Werbung mehr zu aktzeptieren, weil das wegen der Rechtfertigungsdiskurse warum die einen und die anderen nicht, schwierig sei.

Einmal im Jahr gibt es die „lange Nacht der Kirchen“ und einmal im Jahr ein Stadtfest der Kirchen. Wäre eine prima Werbemöglichkeit, aber das Angebot ist relativ dünn. Ich fühle mich nicht besonders zu der langen Nacht eingeladen, wenn dann die gleiche Führung angeboten wird wie das ganze Jahr jede Woche zweimal. Die wenigsten lassen sich da wirklich was orginelles einfallen und es machen sowieso nicht besonders viele Kirchen mit. Da frage ich mich, warum sie soviel Energie in diese Pro-Reli-Kampagne gesteckt haben, wenn sie doch offensichtlich so wenig Energie haben, ihr eigenes Terrain zu beackern.

11. Rika - 29. April, 2009

Werbung der / für Kirchen – da denken doch alle an Mission…
und die ist doch sowas von unerwünscht….

„Kirchen“ können nur ihr eigenes Terrain beackern, wenn die einzelnen Kirchengemeinden dazu bereit und in der Lage sind, dies nicht als eine „von oben“ – nein ich meine nicht den ganz, ganz oben im Himmel – angeordnete Aktion zu betrachten, sondern wirklich auf den „ganz, ganz oben im Himmel“ zu hören in ihrem eigenen Leben und Umfeld. Die Energie kommt nicht aus der Aktion selbst, sondern aus dem, „der uns mächtig macht, Christus“, wie Paulus das sagen würde.
Leider ist in vielen Kirchen der Glaube einer ideologischen Weltsicht und die Theologie der Gesellschaftskritik gewichen.
Sind ja auch wichtige Bereiche, aber eben nicht die Kernbereiche christlicher Kirchen!

…………………
Übrigens habe ich einen interessanten Kommentar zu der pro-Reli-Aktion in Berlin gelesen, hier die Adresse:
http://www.cicero.de/1725.php?ress_id=28&kol_id=10880

12. julia - 30. April, 2009

Auch hier in Wien gibts einmal im Jahr die „Lange Nacht der Kirchen“, und auch hier erschöpft sich das Programm in Kirchenkonzerten und nächtlichen Führungen, die man unterm Jahr ganz genau so anbietet. Was ein größeres Engagement in der Richtung mit Mission zu tun hat, das verstehe ich nicht.

Und wie gesagt, explizite Werbung für die katholische KIrche gibt es hier immer wieder, und es regt sich kein Widerstand, eine Werbung wie in England wurde hier jedoch nicht erlaubt.

13. Rika - 30. April, 2009

Julia,
@ „eine Werbung wie in England wurde hier jedoch nicht erlaubt.“

in deutschen Städten ganz offensichtlich auch nicht, wie ich heute gelesen habe
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,622168,00.html

@ „Was ein größeres Engagement in der Richtung mit Mission zu tun hat, das verstehe ich nicht.“
Julia, ich glaube nicht, dass durch mehr „Aktionen“ die Kirchen generell attraktiver werden, vielleicht gelingt es ihnen, damit Leute wieder zu interessieren. Aber dann muss doch inhaltlich etwas kommen. Man geht doch nicht wegen guter Konzerte oder der besonders prachtvollen Malereien in die Kirche und auch nicht, weil ein Gottesdienst mit modernen Elementen besser ankommt.
Sicher gehört das dazu, aber das eigentliche der Kirche ist die „Botschaft“ von Jesus Christus, ist ein Sinn stiftendes Evangelium …

Das soziale Engagement der Kirchen ist wichtig und richtig, ganz ohne Frage, aber die Leute wollen doch mehr als nur einen guten Kindergartenplatz oder Suppe in der Armenküche.

Ginge es nicht um GOTT, um Christus selbst, hätten die Kirchen doch gar keine Basis. Und nur Sozialarbeit, das können viele andere „Anbieter“ auch und manche sogar besser.

Wie wesentlich ist denn heute noch für die meisten Menschen die Frage nach Gott?

Werbung für die Kirche hat immer einen missionarischen Charakter, weil sie die Menschen für GOTT begeistern will. Nichts anderes ist doch Mission. Christen haben den Auftrag, Gott – Jesus Christus zu verkündigen, das ist heute nicht anders als vor beinahe 2000 Jahren – nur die Kenntnisse haben sich bis heute erweitert und damit haben sich auch die Methoden geändert.
Nicht mehr das Strafgericht, Hölle und ewige Verdammnis als Schreckgespenst wird gepredigt, sondern die Liebe Gottes, die den Menschen in seinem ganz eigenen Leben berührt, anspricht, heilt, hilft und über den Tod hinaus ewiges Leben gibt – wie immer wir uns das vorstellen mögen …

Wenn Christen das nicht mehr sagen und predigen wollen oder können, wieso sollten sie dann noch Christen sein?

14. julia - 1. Mai, 2009

„Wenn Christen das nicht mehr sagen und predigen wollen oder können, wieso sollten sie dann noch Christen sein?“

Niemand hindert Christen daran…hier ging es doch darum, ob ein Schulfach aufgewertet wird oder nicht. Und wie Juebe und ich darlegten…es gibt durchaus mehr pro-religiöse Werbung als pro-atheistische, hast du selbst auch geschrieben..es ist also durchaus möglich, Werbung zu machen. Und die einfachste wäre doch, im Rahmen kirchlicher Veranstaltungen wie den „langen Nächten“. Ich denke schon, daß man mit Engagement da etwas bewegen könnte, wr geht denn zu solchen Veranstaltungen? Doch sicher niemand, der sich gar nicht für Religion interessiert?

15. Rika - 2. Mai, 2009

Oh,
Julia,
da habe ich Dich missverstanden! Ich hatte mehr das Stichwort „Mission“ im Kopf in Deinem Kommentar 12 !

Ich bin nicht der Meinung, dass Reli unterrichtet werden soll, damit die Kirchen frühzeitig ihre Schäfchen sichern! Das würde ich um der Kinder und Jugendlichen willen total ablehnen!

Ich denke, dass Reli als Fach aber andere Akzente setzt als „Werte und Normen“ in Niedersachsen oder „Ethik“ in Berlin und Bremen.
Ich meine auch, dass man (die Schüler und bei den jüngeren die Eltern) tatsächlich die Freiheit haben sollte zu wählen.

Es irritiert mich WARUM man NICHT wählen sollte oder könnte, bez. kann und soll. Warum eine Schulbehörde vorgibt, dass nur Ethik als Pflichtfach unterrichtet wird, obwohl Interesse an Reli-unterricht besteht. (Umgekehrt würde ich mich auch dafür einsetzen, dass es Schülern, die keinerlei Bezug zu Religion haben, auch möglich sein muss, einen Unterricht wie W&N oder Ethik zu belegen!)

16. julia - 2. Mai, 2009

Ok, dann sind wir auf einer Linie 🙂

17. Ann - 11. Mai, 2009

Es irritiert mich WARUM man NICHT wählen sollte oder könnte, bez. kann und soll.

Ich weiss, es ist ein bisschen spät, aber ich würde hier doch gern noch ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Es geht schlicht und einfach darum, dass Kinder GEMEINSAM den Ethikunterricht besuchen und nicht isoliert wird. Nur so können alle Kinder in einen Dialog treten! Auch im Ethikunterricht geht es um Glauben! Aber eben nicht nur.
Wenn es Wahlzwang gibt, kann kein Dialog der Kinder zustande kommen…dann sitzen die Kinder mit religiösen Eltern (hier kann man sich auch fragen ob Eltern überhaupt das Recht haben sollten, für ihre Kinder zu entscheiden, ob die nun Ethik oder Religion machen sollen, aber das führt jetzt zu weit) in dem einen Fach und die anderen in einem anderen… jede Gruppe wird isoliert und das ist nicht das Ziel! Gerade jetzt müssen wir auf Dialog setzen! Gerade deswegen ist GEMEINSAMER Ethikunterricht so wichtig!


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