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Pause … 29. Mai, 2009

Posted by Rika in Allgemein.
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Ich wollte immer schon mal darüber schreiben, immer dann nämlich, wenn wieder einmal öffentlich über Gewalt an Schulen geschrieben wurde, über Mobbing oder Ausgegrenztsein,  über Cliquenbildung und Streit und böses Spiel auf den Schulhöfen während der Pausen an vielen öffentlichen Schulen…  Während meiner Aufsicht heute dachte ich wieder daran …  ein Schüler war zu mir gekommen mit einem Anliegen …

Denn an meiner Schule ist das so:

Zwei große Pausen  von je 20 Minuten gliedern den Schultag  in drei Unterrichtsblöcke, kleine Pausen während der Blöcke werden je nach Situation in den Klassen intern geregelt.

Unseren 135 Schülern stehen drei Schulhöfe zur Verfügung.

Der „Coolhof“ ist den „Großen“ (Mindestalter 15 Jahre oder  Ausnahmeregelung) vorbehalten.  Der Name wurde in einem Wettbewerb von den Schülern selbst erfunden und  da stehen sie dann lässig und cool beieinander oder spielen Fußball oder Torwandschießen, je nach Laune, Lust und Wetter. Natürlich ist eine „Aufsicht“ für den Coolhof zuständig.

Die „Kleinen“ (Schüler des Grundschulbereichs) treffen sich im rückwärtigen Gartenbereich der Schule,  Klettergerüst und Sandkasten samt Spielzeug werden intensiv genutzt oder auch  der Innenraum der „Spieleaufsicht“, wie wir intern diesen Bereich nennen. Dort können die Kinder Karten oder andere „ruhige“ Spiele  spielen. Und da die quirligen Kleinen natürlich auch betreut werden müssen, sind jeweils zwei KollegInnen für die Spieleaufsicht zuständig.

Für alle anderen Schüler gibt es den Schulhof mit Schaukel , Klettergerüstlandschaft, Basketballkorb und Bänken. Und weil eine Aufsicht unmöglich alle Kinder im Blick haben kann, teilen sich drei KollegInnen den Bereich auf, an der Tür – damit ist gleichzeitig die Aufsicht für die Toiletten verbunden, die bei uns jeweils nur von einem Kind genutzt werden darf (zu jedem  Klassenzimmer gehören auch sanitäre Anlagen, so dass entsprechende Bedürfnisse nicht unbedingt in der Pause erledigt werden müssen!) -,  in der Mitte und  vor dem sogenannten Westtrakt.

Da an unserer Schule aber Kinder unterrichtet und intensiv betreut werden, die mit sich und vielen anderen Menschen häufig Schwierigkeiten haben und es an schlechten Tagen einfach nicht auf den diversen Schulhöfen aushalten können, haben wir vor einigen Monaten das sogenannte  „Schmolland“ eingeführt:  In einem Klassenraum werden die Schüler, die akut Probleme damit haben mit den Mitschülern klar zu kommen, von zwei KollegInnen betreut

Das bedeutet, dass wir in jeder Pause mit 8 KollegInnen die Aufsicht für unsere 135 Schüler führen. Hinzu kommt noch die „Frühaufsicht“ vor Unterrichtsbeginn, zu der  ebenfalls  drei KollegInnen gehören und zum Schulschluß die „Taxenaufsicht“, die von einer Kollegin, einem Kollegen  übernommen wird und dafür sorgt, dass alle Schülerinnen und Schüler stressfrei den Heimweg antreten können. (Die überwiegende Mehrheit unserer Schüler wird in Minibussen und Schülertaxis zur Schule und wieder nach Hause gebracht.)

Zusätzlich gibt es an drei Tagen der Woche „Streitschlichter-Angebote“ durch pädagogische Mitarbeiter und entsprechend ausgebildete Schüler während der Pausen und die Möglichkeit für Schüler, sich in die Bücherei zurückzuziehen, die natürlich auch von einer Kollegin betreut wird.

Die Schulordnung regelt neben vielen allgemein üblichen Dingen auch den Umgang mit- und untereinander.

Gewalt wird strikt geahndet, dazu gehören schon so „einfache“  wie Beleidigungen, Drohungen   oder ähnliche verbalen Formen der Gewalt. Die Schüler müssen sich  – auch für scheinbar „normale“ –  Beleidigungen entschuldigen, eine Wiedergutmachung leisten für Attacken auf die persönliche Integrität des Angegriffenen.   Auf verbale Gewalt mit körperlichen Attacken zu reagieren, geht natürlich gar nicht! Das zieht Gespräche mit der Schulleitung und den Eltern nach sich … Sozialleistungen (im Bereich der Schule) müssen neben Entschuldigung und Wiedergutmachung erbracht werden.  Es ist ein langer und manchmal auch mühsamer Prozess des sozialen Lernens den unsere Jungen und auch Mädchen durchlaufen  …  (es sind überwiegend Jungen, die in den normalen Schulen auffällig werden)

Die Schülerinnen und Schüler wissen, dass sie sich jederzeit an die Erwachsenen  und eben auch während der Pause an die Aufsicht wenden können wenn sie in Schwierigkeiten verwickelt werden und sie diese nicht selbst lösen können. Und so kommt es in beinahe jeder Pause vor, dass  ein Kind sagt:  „Frau / Herr Sowieso, ich habe eine Beschwerde gegen … “ oder  „Hansi provoziert mich“ oder „Können Sie mir mal helfen“ …   so wie heute (siehe oben) …  ein Kind, das vor einigen Monaten – als es neu zu uns kam –  noch den Konflikt „auf seine Weise“ gelöst hätte ….   Es  gelingt es uns  durch Nachfragen bei  Beteiligten, durch Vermitteln und Verständnis  eine Situation zu entschärfen bevor ein schwerwiegender Konflikt entstehen kann. Die Schüler lernen so Schritt für Schritt wie sie mit Konflikten besser und konstruktiver umgehen können, als sie es bisher zu Hause oder an ihrer Regelschule erfahren haben.

Meistens sind die Pausen ruhig und friedlich, spielen die Kinder  und Teenies  miteinander.

Manchmal fällt ein Kind auf, das sich zurückzieht und von den anderen fern hält. Wir fragen nach, haken nach: „Was ist mir dir?“ oder fragen den Kollegen, die Kollegin: „Weißt du was mit Hans / Franzi ist?“

Manchmal braucht ein Kind einfach etwas Ruhe und manchmal eine Streicheleinheit.

Manchmal muss auch bei einem (allzu) heftigen Rollenspiel (wir sagten früher „Räuber und Gendarm“ zu solchen Spielen) nachgefragt werden: „Spaß oder Ernst?“ oder „Bist du damit einverstanden, dass dich  ein Mitschüler ‚gefangen nimmt‘?“

Kinder kommen und erzählen über ihre kleinen Freuden oder ihre Kümmernisse,  wir trösten sie oder lachen mit ihnen…

Wir sind da, kennen unsere Schüler,  haben sie im Blick, nehmen sie ernst…

Doch manchmal können selbst wir nicht verhindern, dass ein Problem zu einem Konflikt wird und ein Streit zu einem Schlagabtausch nicht nur mit Worten führt. Aber das ist die Ausnahme, die absolute Ausnahme. Das ist nicht selbstverständlich an einer Förderschule mit Schwerpunkt „Soziale und  Emotionale Entwicklung“

Jeder von uns Mitarbeitern (LehrerInnen / päd. MitarbeiterInnen)  hat  eine Aufsicht pro Tag  …  und andere Pausen werden für Gespräche (mit Schülern, Eltern) ( mit Kollegen über Schüler, Eltern und deren Probleme) „genutzt“.

Ja, und „manchmal“ hat man auch das Vergnügen, die Pause einfach nur im Lehrerzimmer in Ruhe zu verbringen…

…. und man kann es gerne hochrechnen wieviel LehrerInnen an aner „normalen“ Schule mit 300 – 800 Schülern täglich Aufsicht führen müssten …

Bedenkenswert  wäre es vielleicht schon angesichts vieler Kinder und Jugendlicher, die unter verbaler und/oder  körperlicher Gewalt in den Pausen an ihren Schulen leiden …

Mysteriös… 27. Mai, 2009

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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ich sagte ja schon, dass das Internet für mich ein Buch mit sieben(hundertausend oder so) Siegeln ist!

Und nun stehe ich wieder vor einem schier unlösbaren Rätsel:

Ich wollte – und habe – dieses kleine Bildchen ausgewechselt, das dem geneigten Leser – und der Leserin nicht minder –  zeigt,  wie denn die Rika aussieht, die hier schreibt…

nämlich so:

Avatar

In meinem Profil ist die Änderung auch ohne Probleme erfolgt und bei einem Kommentar in dem netten Blog von nebenan kann man auch das neue Bildchen sehen, nur bei himmelunderde nicht.

Ist doch seltsam, oder?

Kann mich  vielleicht jemand über diesen merkwürdigen Umstand aufklären?

Für „learning by doing“  oder „trial and error“ oder  „oh, das hat ja doch funktioniert und jetzt weiß ich wie’s geht und warum!!!“  habe ich nämlich einfach keine Zeit und keine Lust mehr!

DANKE!

Spiegelbilder und Gefechte… 25. Mai, 2009

Posted by Rika in neues vom gärtchen.
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Vor einigen Jahren zerbrach mir ein Garderobenspiegel in mehrere Teile, einige davon schienen  mir noch brauchbar für irgendeine kreative Idee …

Und als  wenige Monate danach der Sommer mit seinen vielen Gärtchenaktivitäten anbrach, wusste ich plötzlich, was mit der größeren Spiegelscherbe zu tun sei:

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Ich platzierte sie im Efeu an der rückwärtigen Mauer des Gärtchens  …

Unscheinbar …

Doch immer wieder  verblüfft der Spiegel  Freunde und Bekannte die uns besuchen:  „Sagt mal, habt ihr da ein Loch in der Mauer?“

Einen Sommer lang lehnte die Spiegelscherbe auf dem unteren Absatz  an der Wand und wurde so zur Bühne für eine junge Amsel, die hin und her stolzierend sich von allen Seiten beäugte (ich schrieb darüber).

Leider brach ein weiteres Stück des Spiegels ab und so wurde er  im wieder wachsenden Efeu  neu ausgerichtet.  Von Zeit zu Zeit beschneiden wir das wuchernde Kraut ein bisschen damit der Spiegeleffekt nicht ganz verloren geht.

DSCI0073

Seit Tagen nun  beobachteten wir einen jungen Spatzen,  der sich jeden Morgen zur Frühstückszeit (unserer!) immer wieder vor dem Spiegel einfindet, aufgeregt auf und ab flattert, die Federn aufplustert und sich minutenlang mit seinem Spiegelbild einen flatterhaften Kampf zu liefern scheint. Anfangs sind wir immer ganz hektisch ins Gärtchen gelaufen, um dem armen Vogel, der dem ersten Anschein durch das „Loch“ fliegen wollte, zur Hilfe zu eilen und ihm einen Ausweg zu zeigen …  aber das hatte das Kerlchen nicht nötig, flog er doch sofort davon, wenn wir uns näherten. Und da er immer wieder mit großem Elan seine Spiegelfechtereien in schöner Regelmäßigkeit am Morgen – und nur zu dieser Tageszeit – kunstvoll ausübt, lassen wir ihm das Vergnügen und stören ihn nicht mehr mit unserem Hilfsangebot…

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Ich muss gestehen, dass  Spiegel auch auf mich  eine gewisse Faszination ausüben  … und ich inzwischen einige Spiegelbilder aufgenommen habe …

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Zu spät, viel zu spät… 24. Mai, 2009

Posted by Rika in Allgemein.
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Leider, leider habe ich viel zu spät entdeckt, dass es „ein“en Blog zum Kirchentag in Bremen gibt.

Aber auch das  Nachlesen ist informativ und schön … für Leute wie mich, die nicht selbst teilnehmen konnten oder für Leute, die da waren aber eben  nicht überall zur gleichen Zeit sein konnten (konnten die Blogger natürlich auch nicht!!!  insofern ist meine Begründung etwas unlogisch  😉   ) auch für Leute, die noch ein bisschen wehmütig in Erinnerungen schwelgen wollen…  oder für die Neugierigen die sich fragen, was soll denn die Frage: „Mensch, wo bist du?“

HIER LESEN!!

NDR2-Bundesligakonferenz… 23. Mai, 2009

Posted by Rika in Sport.
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Anpfiff um 15.30h in Wolfsburg…

Bayern oder Wolfsburg oder doch Stuttgart?

Bielefeld schießt das erste Tor des Tages …   gegen Hannover … gut für Bielefeld … bitter für Hannover … es wird ja hoffentlich nicht so schlimm kommen wie gegen Wolfsburg!

Andererseits wäre das dann sicher ein deutliches Signal gegen Hecking… soviel heute in der Zeitung zu lesen war, plant Kind mit Hecking auch in der nächsten Saison … dann spielen wir vom ersten Tag an gegen den Abstieg, das ist nämlich Heckings Spezialität… spottet man hier in Hannover…

15.36h Wolfsburg führt gegen Werder 1:0

ich gehe jetzt mal ein bisschen ins Gärtchen – sonst kriege ich nämlich einen Herzkasper !

2:0 für Wolfsburg … nach 16 Minuten!

so ganz kriege ich das mit dem Gärtchen nicht hin … pendel ich halt oder beschalle die Nachbarn gleich mit … die könnten mich zur Not ja auch retten, wenn das mit dem Herzkasper passieren sollte…

Mein Liebster schaut bei Freunden, ist besser für ihn!

München hat auch schon ein Tor auf dem Konto …

Hamburg gegen Eintracht … Gruß an die Verwandtschaft im Main-Taunus-Kreis … einen  Daumen für Euch!

„Rein ins Glück“, sagt der Reporter gerade – schade für die family am Main – führt doch der HSV und freut sich …

„Hecking guckt missmutig in die Gegend“, tönt es aus dem Radio, scheint also nicht so prächtig zu sein in Bielefeld!

3:0 für Wolfsburg! Jungs, die Schale ist Euch sicher … die Fischköppe sind noch müde!

Übrigens ist die Entscheidung in Berlin schon vor gut einer Stunde gefallen 1:0 für den Horst, Gesine hatte keine Chance! Hab’s im ZDF gesehen … 613 Stimmen für Herrn Prof. Köhler … punktgenau!

3:1 in Wolfsburg … was wären die Bremer ohne Diego! (Deshalb hat das ja auch am Mittwoch in Istanbul nicht geklappt!)

Zur Halbzeit liegt Bayern vor Stuttgart und Bielefeld vor Karlsruhe … anders herum fänd ich’s netter…

Hannover sollte Bieldefeld schlagen, die Karlsruher weiter mutig gegen Hertha spielen und die Stuttgarter die Münchener abziehen … Wunschdenken, würde mein Mann jetzt sagen, wobei er mir bei Bielefeld sicher zustimmt!

Und gleich geht’s weiter!

Die Reporter scheinen die Bayern doch noch zur Meisterschaft jubeln zu wollen, meinen, dass die Bremer den Wolfsburgern die Harke zeigen …

… und jetzt führt Cottbus und damit wären die Karlsruher wieder hinten …

mein Herz!

Geh jetzt Kaffee trinken im Gärtchen!

wird nix mit dem Kaffee …

Wolfsburg schießt das 4:1 …

… und Hannover gleicht aus… damit wär Bielefeld hinten … die Abstiegskandidaten machen es eindeutig spannender als die Meisterschaftsaspiranten…!

Stell mal kurz das Kaffeemaschinchen an …

Frankfurt gleicht zum 2:2 aus!

Dortmund gleicht auch aus und liegt vor Hamburg in der Tabelle…

und Gomez schießt den Anschlusstreffer…

KAFFEE !!!

Karlsruhe führt gegen Berlin 4:0 und wird trotzdem absteigen … sollte Cottbus nicht doch noch verlieren, aber danach sieht es nicht aus!

Lecker Kaffee …

3:0 für Cottbus!  Was ist eigentlich mit Leverkusen los?  Alle bestochen?  Komisch, nich?

5:1  für die Wölfe!

….

noch 16 Minuten …

Hab ich eigentlich schon mal geagt, wie toll die Bundesliga im Radio rüberkommt?  Die ReporterInnen legen sich mächtig ins Zeug …  die Spannung unvergleichlich …  was brauch ich Premiere, kann’s eh nicht mitansehen, mein Herz, wie gesagt!

Wo war ich stehengeblieben? War mal kurz unten und hab nun den Faden verloren!

Cottbus scheint zu feiern, wie man hört … rettet sich auf den Relegationsplatz

und Hannover führt gegen Bielefeld … Hecking kann bleiben…

Hoffenheim besiegt Schalke …

und Wolfsburg steht Kopf!!!

Der HSV ist wieder an Dortmund vorbeigezogen!

17.19 h  WOLFSBURG IST DEUTSCHER

FUSSBALLMEISTER !!!

Hannover hat sich doch noch ein Tor einschieben lassen …

Gladbach bleibt in der 1. Liga,  Bielefeld und Karlsruhe sind abgestiegen, Cottbus hat noch die Chance auf  die 1. Liga!

München hat Stuttgart besiegt …

Bundesligakonferenz im NDR beendet … mein Herz schlägt noch …

Glückwunsch an alle „Sieger“!


Der Blick auf die Tabelle

Und ab morgen ist … 19. Mai, 2009

Posted by Rika in Allgemein.
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KIRCHENTAG

IN

BREMEN !

unter dem Motto:

„MENSCH, wo bist du? “  nach 1.Mose 3,9

gibt es ein reichhaltiges Angebot an Seminaren, Referaten, Feiern, Gottesdiensten, Diskussionen, Andachten, Gesprächen und…und… und …

Bremen lohnt sich, sicher!

Informationen finden sich reichlich auf dieser Seite.

Kirchentagslogo

NIX … WIE … HIN !!!!!! 19. Mai, 2009

Posted by Rika in israel.
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Guckst du HIER

…   und dann nix wie weg, HIN, meine ich!

Danke an Claudio Casula für die wunderbaren Bilder … und die nicht minder guten und feinsinnigen Kommentare!

Benedetto – nur schwer zu begreifen … 13. Mai, 2009

Posted by Rika in aktuell, islam, israel.
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Lila sagt, sie sei enttäuscht.

Der grenzgaenger bringt leise Kritik an.

Frau Knobloch kritisiert laut und deutlich.

In den meisten Medien  kritische Töne.

Der Papst pilgert durch das „Heilige Land“ und kehrt ein diesseits und jenseits des Jordan.

Für Frieden unter den Menschen und Völkern wirbt er … und beunruhigt und verstört gerade die die guten Willens sind, ihn nicht von Anfang an in die „deutsche“ Ecke mit der braunen Vergangenheit zu stellen. Und dann führt er vor, wie er eine religiöse Pilgerfahrt in eine hoch politische umfunktioniert.

Fehlten in Yad Vaschem die eindeutigen Worte zur  Schuld der katholischen Kirche – der Christen –  an jahrhundertelanger Entrechtung und Verfolgung der Juden – in Europa vor allem – und dem millionenfachen Mord während der Nazi-Diktatur,  so nimmt er umso eindeutiger Stellung zum Leid der Palästinenser:

Ich grüße Sie alle von Herzen und danke Präsident Mahmud Abbas für seine freundlichen Begrüßungsworte. Meine Pilgerreise in die Länder der Bibel würde ohne einen Besuch in Bethlehem, der Stadt Davids und dem Geburtsort Jesu Christi, unvollständig bleiben. Ebensowenig hätte ich ins Heilige Land kommen können, ohne die freundliche Einladung von Präsident Abbas anzunehmen, diese Gebiete zu besuchen und das palästinensische Volk zu grüßen. Ich weiß, wie sehr Sie an der seit Jahrzehnten in diesem Land herrschenden Unruhe gelitten haben und weiter leiden. Mein Herz wendet sich all jenen Familien zu, die kein Zuhause mehr haben. Heute Nachmittag werde ich das Aida Refugee Camp besuchen, um den Menschen, die so viel verloren haben, meine Solidarität zu bekunden. All jenen unter Ihnen, die über den Verlust von Angehörigen und Freunden in den gewaltsamen Auseinandersetzungen und besonders in den jüngsten Konflikten in Gaza trauern, versichere ich mein tiefes Mitgefühl und mein häufiges Gebetsgedenken. Ja, ich bete jeden Tag für Sie alle, und ich bitte den Allmächtigen aufrichtig um Frieden, um einen gerechten und dauernden Frieden in den Palästinensischen Gebieten und in der ganzen Region.
Herr Präsident, der Heilige Stuhl unterstützt das Recht Ihres Volkes auf eine eigenständige palästinensische Heimat im Land seiner Vorfahren in Sicherheit und in Frieden mit seinen Nachbarn innerhalb von international anerkannten Grenzen. Auch wenn die Verwirklichung dieses Ziels heute noch fern erscheint, fordere ich Sie und Ihr Volk auf, die Flamme der Hoffnung am Leben zu erhalten, einer Hoffnung, daß ein Weg gefunden werden kann, die legitimen Ansprüche beider Seiten, der Israelis und der Palästinenser, zu erfüllen. In den Worten des verstorbenen Papstes Johannes Pauls II. gibt es „keinen Frieden ohne Gerechtigkeit und keine Gerechtigkeit ohne Vergebung“

siehe Originalton Radio Vatikan

Kein einziges Wort an die Palästinenser, auf den Terror gegen Israel zu verzichten, kein Wort darüber, dass Christen in den Palästinensergebieten von den muslimisch-palästinensischen Brüdern unterdrückt und mehr und mehr vertrieben werden, kein Wort der Aufforderung an die  „lieben Freunde“ und ihren Herrn Präsidenten  Israels Existenzrecht anzuerkennen  ohne wenn und aber!

Nichts und nichts dergleichen.

Dafür Verurteilung der „Mauer“   der Appell die „Blockade von Gaza“ zu beenden und einen Palästinenserstaat zu errichten!

Das ist nur schwer, nein,  gar nicht zu begreifen.

Ich hatte heute viel im Gärtchen gearbeitet und war nur kurz dazu gekommen, bei Himmel und Erde nachzuschauen und zu lesen, was die anderen so schreiben. Lilas Artikel zum Retzingär hatte ich kommentiert, ihre Erwiderung darauf löste eine Flut an Gedanken aus, die ich ihr schreiben wollte. Doch bevor ich dazu kam, sah und hörte ich die Nachrichten im ZDF „Papst verurteilt Mauerbau“

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/754788?inPopup=true

Alle meine wohlüberlegten Gedanken waren wie weggespült, Verständnis und Sympathie für den großen Theologen und Papst im Härtetest – einer von uns beiden wird ihn wohlmöglich nicht bestehen!

Wenn ich jetzt hier und nicht in Lilas Kommentarbereich trotzdem den Versuch mache, auf ihre Frage einzugehen, dann aus dem Gedanken heraus, dass der Problembereich, den Lila anspricht,  vielleicht mit dem Verhalten des Papstes in Regensburg und Bethlehem in Zusammenhang steht.

Lila hatte in ihrem Kommentar eine interessante Frage aufgeworfen:

Kennt der Papst etwa seine Bibel nicht? Moses hat nicht die Palästinenser ins Heilige Land geführt

Ich wollte ihr etwa so antworten:

„Liebe Lila,

ich nehme an, Du weißt wie riesig und gefährlich das Fass ist, das Du mit dieser Frage aufmachst.

Es stimmt natürlich, dass Mose nicht die Palästinenser ins Heilige Land geführt hat, aber zweifellos wurde Hagars Sohn Ismael zugesagt, dass er zu einer großen Nation werden würde ( siehe 1. Mose 21,8-21 und 1.Mose 25,12-18), und sind es nicht die Muslime, die sich genau darauf berufen? Ja nicht nur das, sie drehen die Geschichte und Ismael ist Avrahams legitimer Sohn und Erbe … das weiß der kluge Papst natürlich auch und so munkelt er und orakelt  laut und vernehmbar von den Vorvätern und Altvorderen und deren Land und ihrem (den heutigen Nachfahren) Recht auf Land und Staat und es macht ja nichts oder nicht so viel, dass damit die Israelis ein bisschen gebeutelt werden. (Zum Glück sagt er das  wenigstens nicht laut! Obwohl Du es natürlich schon sehr laut mitgehört hast – Du bist ja auch näher dran und Betroffene! Verzeih bitte, wenn ich das etwas flapsig sage!)

Aber es gibt natürlich noch eine Reihe weiterer Stolpersteine, wenn Herr Ratzinger seine Bibel, die er in- und auswendig kennen dürfte, ernst nimmt.

Die Sache mit dem Messias ist zwar schwierig, aber lösbar, man muss  einfach nur abwarten bis Jesus, der nach dem Neuen Testament und nach dem Glauben der Christen der Messias ist, wiederkommt. Dann wird sich zeigen, ob er es ist oder nicht. Für dieses Problem braucht es vor allem einen langen Atem und viel Geduld.

Auch die Sache mit Israels Erwählung als „Gottes auserwähltes Bundesvolk“ ist im Lichte der neuen Erkenntnisse über die Paulus-Briefe nicht mehr so schwierig. Gott hat die Erwählung niemals zurückgenommen, sein Bund mit seinem Volk hat ewigen Bestand.  So steht es jedenfalls in Römer 11!

Der eigentliche Hammer aber liegt in dem Problem, dass nach dem Verständnis des Neuen Testaments Christus, als der Sohn Gottes, gleichzeitig die letzte und endgültige Offenbarung Gottes ist. Wie geht das aber mit dem bekannten Propheten zusammen, der über Jahre durch den Erzengel Gabriel Sure für Sure Allahs Wort vernahm und als die absolute und einzige Wahrheit mit Feuer und Schwert unter’s Volk brachte und alle, ob sie wollten oder nicht unter den Rechtsanspruch des Islam zwang – auch wenn viele Leute immer noch glauben, dass die Verbreitung des Islam im Mittelmeerraum und weit darüber hinaus völlig freiwillig und ohne jeden mörderischen Druck geschah! Dass schon damals die Juden ihren Unglauben mit dem Leben bezahlen mussten, interessiert heute natürlich nicht mehr.

Mich hingegen interessiert schon, wie ein hochgeistiger und begnadeter Theologe den Dreh rauskriegt, zwischen Allah und dem Gott der Christen (und Juden- sage ich als Christin -, die Juden mögen das anders sehen) keinen Unterschied zu sehen und kein Problem damit zu haben (scheint), alles unter dem Hut der Theologie zu einem „All-in-One-Allah-Gott“ zusammen zu fassen.   Ich frage mich insgeheim, was wäre, wenn er die Erkenntnis hätte, dass Allah unmöglich Gott sein kann, wenn man der Bibel folgt…? Aber er ist zum Glück nicht nur Theologe sondern auch Diplomat, so dass er diese hübsch für sich behält oder behielte … ganz wie man möchte – es könnte ja sonst zu einer Katastrophe kommen. Jedenfalls, so scheint mir, ist sein Auftreten bei den Vertretern der Muslime vielleicht auch eine Reaktion auf die Reaktion derselben (Muslime) auf die Regensburger Rede…  Und er, der Papst, kann ja unmöglich sagen, dass er es bedauert, dass die Muslime so eine ganz andere Gottesvorstellung haben als die  (nicht nur katholische) Christenheit  und unser liebender Gott und „Vater“ wie wir ihn im „Vater unser“ bekennen, nichts aber auch gar nichts mit dem gemein hat, der im Koran zum Abschlachten Bekehren der Ungläubigen aufruft … nein, das geht nicht!

Wäre noch die Sache mit der Mission zu klären, die für jeden Christen eigentlich ein MUSS ist, wenn man seine Bibel nicht nur kennt, sondern auch befolgt… das ist aber auch ein heikles Thema, weil es ja in allen Jahrhunderten viele missionsresistente Menschen auf allen Kontinenten gab, denen ihre Weigerung nicht gut bekommen ist.  Dass Mission auch sehr viel Gutes für die Menschen auf allen Kontinenten gebracht hat, kann man mitunter schwer vermitteln, deshalb verzichte ich hier auf weitere Ausführungen.  Judenmission ist noch heikler als Mission allgemein… und mein Bedarf an Problemen ist für heute mehr als gedeckt. Ich will Dir nur zusichern, dass ich Judenmission für unbiblisch und damit für falsch halte… aber das sehen andere auch punktuell anders!

Siehst Du nun, liebe Lila, was Du mit Deiner einfachen Frage für einen Berg an Problemen für mich aufgehäuft hast?

Trotzdem verbleibe ich in großer Wertschätzung und Zuneigung deine

Rika“

So, und nun will schauen, dass mein Wäschebügelberg etwas flacher und kleiner wird!

——————————

Später Nachtrag – der Fairness geschuldet – aus dem Blickwinkel einer katholischen Zeitung, weil unsere Welt eben nicht eindimensional ist und die Berichterstattung dies auch wiederspiegeln sollte.

Achtung: Gefahr durch Kongress in Marburg! 1. Mai, 2009

Posted by Rika in Allgemein.
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Zum Glück

gerade noch rechtzeitig erreichte mich heute eine Meldung, wonach in Marburg ein Kongress für Psychotherapie und Seelsorge stattfinden wird. Dass SPON schon einmal darüber berichtete, hatte ich in den letzten Tagen glatt übersehen, aber noch ist ja Zeit, die Gefahr, die  für die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland von dieser Veranstaltung ausgeht, abzuwehren.

Vermutlich evangelikale Seelsorger und Psychotherapeuten (gibt’s die überhaupt bei den Evangelikalen, ich meine, ist Psychotherapie nicht schon eine ganz, ganz  unbiblische Methode sich der Probleme des Menschen anzunehmen und damit eigentlich für Christen gänzlich ungeeignet???!!! Aber man weiß natürlich nie, auf welche Ideen die Frommen kommen und mit welchen fiesen Tricks sie ihre armen Opfer in die Falle locken, nein, wirklich!), also, vermutlich evangelikale Seelsorger und Psychotherapeuten planen einen Kongress in Marburg – vom 20. 5. – 24.5. 2009. Es ist übrigens der 6. Internationale Kongress dieser Art und die  teilnehmenden Wissenschaftler, Ärzte und Therapeuten (siehe hier), die Referate oder Seminare halten,  sind vermutlich –  wenn schon nicht evangelikal –  so doch alle ziemlich gaga und müssten wegen der Gefahr die deshalb von ihnen ausgeht, eigentlich  vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Vermutlich waren wir alle mit so vielen anderen Dingen beschäftigt, dass wir die gefahrvolle Wirkung, die von solchen Zusammenkünften sicher auch in der Vergangenheit ausgegangen ist, hier gar nicht mitbekommen haben. Aber das tut ja nun nichts zur Sache.

Bei dem Kongress soll es um  Identität gehen, hübsch verpackt in das Thema:  Der rote Faden in meinem Leben.

Roter Faden klingt doch ganz nett, so ein roter Faden scheint ab und zu einigen Leuten zu fehlen, mir auch manchmal bei dem was ich so tue, denke, schreibe, das kommt vor und tut hier auch nichts zur Sache.

Und sich um Identität zu kümmern, noch dazu um die eigene, kann ja kein Fehler sein.  Wenn aber Christen, vermutlich Evangelikale, sich um Identität kümmern und einen Kongress dazu abhalten, ist Gefahr in Verzug.

Vor allem dann, wenn zwei oder drei der eingeladenen ReferentInnen auch schon mal zum Thema Sexualität / Homosexualität in Diskussionen und Aufsätzen Stellung bezogen haben, die den modernen Ansichten über Homosexualität nicht entsprechen. Diese Leute werden vermutlich alles daran setzen, um  homosexuelle Menschen bei der Suche nach dem roten Faden in ihrem Leben davon zu überzeugen, dass sie falsch gewickelt sind, ihr Faden nämlich gar nicht rot, sondern in der Komplementärfarbe GRÜN eingefärbt ist, was ja nicht sein darf und demzufolge auch zukünftig nicht mehr sein kann und wird, weil sie sollen in Marburg umgepolt werden. Jawohl!

Das steht zwar nicht so in der Ausschreibung zu dem Kongress, aber, wie gesagt, man weiß ja nie, wie diese Frommen so ticken und was sie eigentlich meinen!

Darum: Leute, wehrt euch!

Schreibt Briefe und Protestnoten und wendet Euch an den Marburger Bürgermeister, der hat sich vorsichtshalber schon mal von möglichen Umpolern distanziert, will aber bisher den Kongress nicht verbieten!

Kämpft gegen die Auswüchse christlicher Seelsorge und Therapie, unterstützt Volker Beck im Kampf gegen die gefährlichen Therapeuten, die auch an diesem Kongress teilnehmen werden!

Sollte der Kongress aber nicht verhindert werden können, stürmt die Seminare, stört die Diskussionen, veranstaltet Sprechchöre und Gegendemonstrationen, denn sie sind gefährlich, diese christlichen – vermutlich evangelikalen – Seelsorger und Psychotherapeuten.

Wenn Ihr mit Euren Problemen nicht anders fertig werden könnt, macht eine Edelsteintherapie, sucht eine fundierte Kartenlegerin auf, befragt einen Astrologen oder lasst Euch aus dem Kaffeesatz die Zukunft lesen. Es sollen auch Outdoorseminare äußerst hilfreich sein oder die Teilnahme am Dschungelcamp.

Und wenn alles nicht hilft, geht bei Vollmond in den Garten und lauft dreimal  rückwärts eine Acht, das hilft!

Aber nehmt um Himmelswillen keinen Seelsorger oder Psychotherapeuten in Anspruch, der an dem Marburger Kongress teilnehmen will oder teilgenommen hat. Es könnte der Anfang vom Ende Eurer Probleme sein! Schrecklich!!!