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Benedetto – nur schwer zu begreifen … 13. Mai, 2009

Posted by Rika in aktuell, islam, israel.
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Lila sagt, sie sei enttäuscht.

Der grenzgaenger bringt leise Kritik an.

Frau Knobloch kritisiert laut und deutlich.

In den meisten Medien  kritische Töne.

Der Papst pilgert durch das „Heilige Land“ und kehrt ein diesseits und jenseits des Jordan.

Für Frieden unter den Menschen und Völkern wirbt er … und beunruhigt und verstört gerade die die guten Willens sind, ihn nicht von Anfang an in die „deutsche“ Ecke mit der braunen Vergangenheit zu stellen. Und dann führt er vor, wie er eine religiöse Pilgerfahrt in eine hoch politische umfunktioniert.

Fehlten in Yad Vaschem die eindeutigen Worte zur  Schuld der katholischen Kirche – der Christen –  an jahrhundertelanger Entrechtung und Verfolgung der Juden – in Europa vor allem – und dem millionenfachen Mord während der Nazi-Diktatur,  so nimmt er umso eindeutiger Stellung zum Leid der Palästinenser:

Ich grüße Sie alle von Herzen und danke Präsident Mahmud Abbas für seine freundlichen Begrüßungsworte. Meine Pilgerreise in die Länder der Bibel würde ohne einen Besuch in Bethlehem, der Stadt Davids und dem Geburtsort Jesu Christi, unvollständig bleiben. Ebensowenig hätte ich ins Heilige Land kommen können, ohne die freundliche Einladung von Präsident Abbas anzunehmen, diese Gebiete zu besuchen und das palästinensische Volk zu grüßen. Ich weiß, wie sehr Sie an der seit Jahrzehnten in diesem Land herrschenden Unruhe gelitten haben und weiter leiden. Mein Herz wendet sich all jenen Familien zu, die kein Zuhause mehr haben. Heute Nachmittag werde ich das Aida Refugee Camp besuchen, um den Menschen, die so viel verloren haben, meine Solidarität zu bekunden. All jenen unter Ihnen, die über den Verlust von Angehörigen und Freunden in den gewaltsamen Auseinandersetzungen und besonders in den jüngsten Konflikten in Gaza trauern, versichere ich mein tiefes Mitgefühl und mein häufiges Gebetsgedenken. Ja, ich bete jeden Tag für Sie alle, und ich bitte den Allmächtigen aufrichtig um Frieden, um einen gerechten und dauernden Frieden in den Palästinensischen Gebieten und in der ganzen Region.
Herr Präsident, der Heilige Stuhl unterstützt das Recht Ihres Volkes auf eine eigenständige palästinensische Heimat im Land seiner Vorfahren in Sicherheit und in Frieden mit seinen Nachbarn innerhalb von international anerkannten Grenzen. Auch wenn die Verwirklichung dieses Ziels heute noch fern erscheint, fordere ich Sie und Ihr Volk auf, die Flamme der Hoffnung am Leben zu erhalten, einer Hoffnung, daß ein Weg gefunden werden kann, die legitimen Ansprüche beider Seiten, der Israelis und der Palästinenser, zu erfüllen. In den Worten des verstorbenen Papstes Johannes Pauls II. gibt es „keinen Frieden ohne Gerechtigkeit und keine Gerechtigkeit ohne Vergebung“

siehe Originalton Radio Vatikan

Kein einziges Wort an die Palästinenser, auf den Terror gegen Israel zu verzichten, kein Wort darüber, dass Christen in den Palästinensergebieten von den muslimisch-palästinensischen Brüdern unterdrückt und mehr und mehr vertrieben werden, kein Wort der Aufforderung an die  „lieben Freunde“ und ihren Herrn Präsidenten  Israels Existenzrecht anzuerkennen  ohne wenn und aber!

Nichts und nichts dergleichen.

Dafür Verurteilung der „Mauer“   der Appell die „Blockade von Gaza“ zu beenden und einen Palästinenserstaat zu errichten!

Das ist nur schwer, nein,  gar nicht zu begreifen.

Ich hatte heute viel im Gärtchen gearbeitet und war nur kurz dazu gekommen, bei Himmel und Erde nachzuschauen und zu lesen, was die anderen so schreiben. Lilas Artikel zum Retzingär hatte ich kommentiert, ihre Erwiderung darauf löste eine Flut an Gedanken aus, die ich ihr schreiben wollte. Doch bevor ich dazu kam, sah und hörte ich die Nachrichten im ZDF „Papst verurteilt Mauerbau“

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/754788?inPopup=true

Alle meine wohlüberlegten Gedanken waren wie weggespült, Verständnis und Sympathie für den großen Theologen und Papst im Härtetest – einer von uns beiden wird ihn wohlmöglich nicht bestehen!

Wenn ich jetzt hier und nicht in Lilas Kommentarbereich trotzdem den Versuch mache, auf ihre Frage einzugehen, dann aus dem Gedanken heraus, dass der Problembereich, den Lila anspricht,  vielleicht mit dem Verhalten des Papstes in Regensburg und Bethlehem in Zusammenhang steht.

Lila hatte in ihrem Kommentar eine interessante Frage aufgeworfen:

Kennt der Papst etwa seine Bibel nicht? Moses hat nicht die Palästinenser ins Heilige Land geführt

Ich wollte ihr etwa so antworten:

„Liebe Lila,

ich nehme an, Du weißt wie riesig und gefährlich das Fass ist, das Du mit dieser Frage aufmachst.

Es stimmt natürlich, dass Mose nicht die Palästinenser ins Heilige Land geführt hat, aber zweifellos wurde Hagars Sohn Ismael zugesagt, dass er zu einer großen Nation werden würde ( siehe 1. Mose 21,8-21 und 1.Mose 25,12-18), und sind es nicht die Muslime, die sich genau darauf berufen? Ja nicht nur das, sie drehen die Geschichte und Ismael ist Avrahams legitimer Sohn und Erbe … das weiß der kluge Papst natürlich auch und so munkelt er und orakelt  laut und vernehmbar von den Vorvätern und Altvorderen und deren Land und ihrem (den heutigen Nachfahren) Recht auf Land und Staat und es macht ja nichts oder nicht so viel, dass damit die Israelis ein bisschen gebeutelt werden. (Zum Glück sagt er das  wenigstens nicht laut! Obwohl Du es natürlich schon sehr laut mitgehört hast – Du bist ja auch näher dran und Betroffene! Verzeih bitte, wenn ich das etwas flapsig sage!)

Aber es gibt natürlich noch eine Reihe weiterer Stolpersteine, wenn Herr Ratzinger seine Bibel, die er in- und auswendig kennen dürfte, ernst nimmt.

Die Sache mit dem Messias ist zwar schwierig, aber lösbar, man muss  einfach nur abwarten bis Jesus, der nach dem Neuen Testament und nach dem Glauben der Christen der Messias ist, wiederkommt. Dann wird sich zeigen, ob er es ist oder nicht. Für dieses Problem braucht es vor allem einen langen Atem und viel Geduld.

Auch die Sache mit Israels Erwählung als „Gottes auserwähltes Bundesvolk“ ist im Lichte der neuen Erkenntnisse über die Paulus-Briefe nicht mehr so schwierig. Gott hat die Erwählung niemals zurückgenommen, sein Bund mit seinem Volk hat ewigen Bestand.  So steht es jedenfalls in Römer 11!

Der eigentliche Hammer aber liegt in dem Problem, dass nach dem Verständnis des Neuen Testaments Christus, als der Sohn Gottes, gleichzeitig die letzte und endgültige Offenbarung Gottes ist. Wie geht das aber mit dem bekannten Propheten zusammen, der über Jahre durch den Erzengel Gabriel Sure für Sure Allahs Wort vernahm und als die absolute und einzige Wahrheit mit Feuer und Schwert unter’s Volk brachte und alle, ob sie wollten oder nicht unter den Rechtsanspruch des Islam zwang – auch wenn viele Leute immer noch glauben, dass die Verbreitung des Islam im Mittelmeerraum und weit darüber hinaus völlig freiwillig und ohne jeden mörderischen Druck geschah! Dass schon damals die Juden ihren Unglauben mit dem Leben bezahlen mussten, interessiert heute natürlich nicht mehr.

Mich hingegen interessiert schon, wie ein hochgeistiger und begnadeter Theologe den Dreh rauskriegt, zwischen Allah und dem Gott der Christen (und Juden- sage ich als Christin -, die Juden mögen das anders sehen) keinen Unterschied zu sehen und kein Problem damit zu haben (scheint), alles unter dem Hut der Theologie zu einem „All-in-One-Allah-Gott“ zusammen zu fassen.   Ich frage mich insgeheim, was wäre, wenn er die Erkenntnis hätte, dass Allah unmöglich Gott sein kann, wenn man der Bibel folgt…? Aber er ist zum Glück nicht nur Theologe sondern auch Diplomat, so dass er diese hübsch für sich behält oder behielte … ganz wie man möchte – es könnte ja sonst zu einer Katastrophe kommen. Jedenfalls, so scheint mir, ist sein Auftreten bei den Vertretern der Muslime vielleicht auch eine Reaktion auf die Reaktion derselben (Muslime) auf die Regensburger Rede…  Und er, der Papst, kann ja unmöglich sagen, dass er es bedauert, dass die Muslime so eine ganz andere Gottesvorstellung haben als die  (nicht nur katholische) Christenheit  und unser liebender Gott und „Vater“ wie wir ihn im „Vater unser“ bekennen, nichts aber auch gar nichts mit dem gemein hat, der im Koran zum Abschlachten Bekehren der Ungläubigen aufruft … nein, das geht nicht!

Wäre noch die Sache mit der Mission zu klären, die für jeden Christen eigentlich ein MUSS ist, wenn man seine Bibel nicht nur kennt, sondern auch befolgt… das ist aber auch ein heikles Thema, weil es ja in allen Jahrhunderten viele missionsresistente Menschen auf allen Kontinenten gab, denen ihre Weigerung nicht gut bekommen ist.  Dass Mission auch sehr viel Gutes für die Menschen auf allen Kontinenten gebracht hat, kann man mitunter schwer vermitteln, deshalb verzichte ich hier auf weitere Ausführungen.  Judenmission ist noch heikler als Mission allgemein… und mein Bedarf an Problemen ist für heute mehr als gedeckt. Ich will Dir nur zusichern, dass ich Judenmission für unbiblisch und damit für falsch halte… aber das sehen andere auch punktuell anders!

Siehst Du nun, liebe Lila, was Du mit Deiner einfachen Frage für einen Berg an Problemen für mich aufgehäuft hast?

Trotzdem verbleibe ich in großer Wertschätzung und Zuneigung deine

Rika“

So, und nun will schauen, dass mein Wäschebügelberg etwas flacher und kleiner wird!

——————————

Später Nachtrag – der Fairness geschuldet – aus dem Blickwinkel einer katholischen Zeitung, weil unsere Welt eben nicht eindimensional ist und die Berichterstattung dies auch wiederspiegeln sollte.

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