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Obama – ganz mutig! 3. Juni, 2009

Posted by Rika in aktuell, israel.
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Da sitze ich nichts ahnend vor meinem Bügelbrett und schiebe das Bügeleisen von rechts nach links und wieder zurück, bemüht, alle Falten und Knitter auszubügeln, die Waschmaschine und Trocknen hinterlassen haben, als ich plötzlich aufmerksam werde:

Das Radio läuft, Deutschlandfunk, Interview … ich muss gestehen, dass ich den Anfang nicht so ganz mitbekommen habe, weil ein Familienfest ansteht und ich mit meinen Gedanken mehr bei den Vorbereitungen bin als mich den vielen Denkanstößen, Meinungen und Nachrichten zu widmen, die aus dem Radio quellen …

Jemand redet über Obama und seine Popularität in der arabisch-muslimischenWelt und dass man gespannt sein kann, was er in Ägypten so alles sagen wird, ein Anfang sei ja schon darin gemacht, so verstehe ich den Sprecher, dass Obama Israel in seine Grenzen und Schranken verwiesen habe…

Spengler: Obama hat bereits deutliche Worte an Israel gerichtet, er hat mehrere Interviews gegeben, wo er sich sehr positiv zu den Arabern, zu den Muslimen der Welt geäußert hat.

nun höre ich doch etwas genauer hin … vom Iran ist die Rede und davon, dass man den Muslimen deutliche Angebote machen wolle …

Lüders: Die Erwartungen sind sehr groß, aber wenn man die arabischen Kommentare heute liest, dann muss man sagen, man erwartet in der arabischen Welt mehr als nur Verlautbarungen. Es wird auch erwartet werden, dass die amerikanische Politik sich bewegt, und hier hat man mit großer Genugtuung zur Kenntnis genommen, dass Barack Obama an die Adresse der israelischen Regierung deutliche Worte gefunden hat, um die Regierung dort davon zu überzeugen, den Siedlungsbau einzustellen.

Das ist doch sehr freundlich von Herrn Obama und wird dem Herrn A. in I. sicher gut gefallen, samt den Freunden bei Hisbollah und Hamas  …

. Konkret wird die amerikanische Regierung auch ihr Verhältnis zur Hamas und zur Hisbollah überdenken müssen. Beide Organisationen gelten in den USA und auch in Europa als Terrororganisationen. Aber schon am nächsten Sonntag finden Wahlen im Libanon statt und es sieht so aus, als würde die Hisbollah, die schiitische Partei Gottes, die eng mit Teheran zusammenarbeitet, zur stärksten politischen Kraft des Libanon werden, und dann wird die Stunde der Bewährung kommen, denn die USA werden es sich kaum erlauben können, die Beziehungen zum Libanon auf Eis zu legen.

Na bitte!  Es geht doch!  Wenn eine Terrororganisation demokratisch in die Regierung gewählt ist, wird man sie in den Kreis der Demokratien aufnehmen müssen (Das hat ja  früher auch schon funktioniert! Eine Diktatur ist keine Diktatur, wenn sie demokratisch gewählt wurde. Darum ist z.B. Kuba ja auch immer noch keine Demokratie!)  Und natürlich muss man nett zu der Hisbollah sein, denn der Libanon ist ein besonders wichtiger Verhandlungspartner im nahen Osten. Logisch!

Und wir Europäer tun doch gut daran, dem guten Beispiel des Herrn Obama zu folgen:

Lüders: Ich glaube, dass Barack Obama ein in jeder Beziehung bemerkenswerter amerikanischer Präsident ist, als er wirklich anfängt, die Verhältnisse im Nahen Osten analytisch zu betrachten, amerikanische Interessen nüchtern abzuwägen gegenüber den Interessen anderer Akteure in der Region – allen voran Israel -, um dann unter Freunden klare Worte zu finden, was geht und was nicht geht. Ich denke, das ist ein Weg, wo gerade auch die Bundesregierung und darüber hinaus die Europäische Union gut beraten wäre, ihm darin zu folgen, denn wir müssen auch unseren Freunden in der Region klar machen, dass wir sie natürlich gegenüber ihren Feinden verteidigen werden, falls dieses zum Eklat kommen sollte, etwa bei einer Konfrontation mit dem Iran.

Das hört man doch gerne, dass Freunde den Freunden mal so richtig klar machen, was gut für sie ist! Auch wenn es zum Eklat kommen sollte und am Ende die Freunde …. naja, dann hat man es halt nicht verhindern können und dann können wir immer noch sagen, dass wir das so nicht gewollt haben und dass niemand SO ETWAS haben kommen sehen oder ahnen können. Nicht doch!

Die Freunde?

Spengler: Sie meinen jetzt Israel?

Lüders: Ja, in der Tat und ich glaube, dass hier Barack Obama ein sehr mutiger amerikanischer Präsident ist. Er hat ja sehr klar gesagt, unsere Beziehungen bleiben eng, aber wir werden neue Akzente setzen, und er meint damit ganz klar, es muss einen palästinensischen Staat geben. Es gibt keine Lösung für die verschiedenen Konflikte in der Region, ohne dass dieser Kernkonflikt angegangen wird. Barack Obama hat etwas getan, was seine beiden Vorgänger Clinton und Bush nicht gemacht haben: Gleich zu Beginn seiner Amtszeit wendet er sich diesem schwierigen Problem zu und das ist ausgesprochen mutig und visionär.

Da habe ich mich dann doch vor meinem Bügelbrett gefragt, was denn so mutig daran ist, wenn man Israel mehr oder weniger die Freundschaft – wenn schon nicht aufkündigt, so aber doch bzw. die Bedingungen diktiert, zu denen man bereit ist, die „Freundschaft“ zu pflegen … und ganz nebenbei zu verstehen gibt, dass man geneigt ist, den „Wünschen“ der Palästinenser und arabischen Brüder mehr Gehör zu geben.

Was ist denn mutig daran, den Forderungen der arabisch-muslimischen Welt zu entsprechen, OHNE  Sicherheiten für Israel unmissverständlich einzufordern?

Was um alles in der Welt ist denn MUTIG daran, der Hisbollah im Libanon den Rücken zu stärken und in dieser Organisation nicht mehr   „Terrorismus“ zu sehen?  Und selbstredend wird dann wohl auch die Hamas eine friedliebende und demokratische Partei im nahem Osten sein, die sich die Stabilität der ganzen Region auf ihre Fahne geschrieben hat.

Es geht jetzt nicht mehr darum, Demokratisierung voranzutreiben, sondern mit den Akteuren, die dort sind, so skrupellos sie im einzelnen auch sein mögen, ins Geschäft zu kommen, und das schließt ausdrücklich die islamische Republik Iran ein – aus der Erkenntnis heraus, dass der Iran eine Regionalmacht ist, ohne die man nicht auskommen kann. Auch die gemäßigten arabischen Staaten, allen voran Saudi-Arabien und Ägypten, die große Differenzen mit Teheran haben, haben die Amerikaner immer wieder darauf hingewiesen, dass man den Iran auf Dauer nicht außen vor lassen kann.

Ah, ja! Demokratie war gestern, Geschäft ist heute!

Aber was  ist daran  so mutig?

Ah, ich vergaß, Israel ist willens und  in der Lage, die ganze arabische Welt von der Landkarte verschwinden zu lassen. Das ist natürlich ein riesengroßes Gefahrenpotential und deshalb darf man die Israelis keinesfalls verärgern oder vergrätzen, denn das gefährdet den Weltfrieden und die gute Meinung der Iraner über Obama. So gesehen ist es natürlich extrem mutig, einer Vision zu folgen, die die arabisch-muslimische Welt in ihrem Kampf gegen Israel stärkt.

Da können wir doch nur staunend bewundern, dass der amerikanische  Präsident so ein mutiger Mensch ist.

Nachlesen kann man das Interview hier

Nachtrag ein paar Stunden später:

Wirklich mutig wäre er, hielte er in Kairo diese Rede!

Nachtrag II:  Sehr lesenswert ist der Text, den  beer7 übersetzt hat . Danke an Ruth!!!

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Kommentare»

1. Fremde Feder zur Thema « grenzgaenge - 4. Juni, 2009

[…] Fremde Feder zur Thema 4 Juni 2009 at 18:58 | In Fremde Federn | No Comments rika … […]

2. yael1 - 4. Juni, 2009

Von diesem Antisemiten und Dummschwätzer Lüders darf man nichts anderes erwarten. Der ist so doof, dass er eigentlich den ganzen Tag schreiend durch die Gegend rennen müsste.


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