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„Und alles, was ihr tut … 17. Juni, 2009

Posted by Rika in aktuell.
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…im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!“  Kolosser 3,17

Mit Begeisterung habe ich immer wieder die Motette Dietrich Buxtehudes gesungen, die sich an diesem Bibelwort orientiert.

Und natürlich stehe ich generell auch zu dem Wort selbst, muss aber in kritischer Reflexion meines Lebens immer wieder feststellen, dass ich nicht genauso generell und grundsätzlich (immer) danach gehandelt oder mir dieses „Alles“  bewusst war und ich  mich entsprechend verhalten habe.   Ich frage mich daher schon immer wieder, kann man oder könnte man in dem was ich tue, rede, schreibe  „Jesus erkennen“ oder gar – wie bei einem  Auftrag   das Kürzel „i.A.“  –   seinen Namen  daruntersetzen?

ALLES, was ihr tut…  im Alltag wie im Gottesdienst, in der Familie wie im Beruf, im Freundeskreis wie unter Fremden… ALLES!?

Wenn ich an die beiden jungen Frauen denke, die ihr sozialdiakonisches Praktikum im Jemen absolvieren wollten, erst am Anfang ihrer Zeit dort waren und nun so grausam ermordet wurden, wird mir dieses „Alles“ wieder neu bewusst. Wir wissen inzwischen, dass sie Christinnen waren, Studierende der Bibelschule in Brake, Mitglieder der freien baptistischen Immanuelgemeinde in Wolfsburg.  Man kann mit ziemlicher Sicherheit annehmen, dass sie „im Namen Jesu“ in den Jemen gegangen sind, wohl wissend, welcher Gefährdung sie sich in diesem streng muslimischen Land aussetzen. Christen sind ja keine weltfremden, naiven und gutgläubigen Spinner, sie wissen, was sie tun und in wessen Auftrag sie handeln und so war es vermutlich nicht leichtfertige Abenteuerlust, die sie in den Jemen gehen liess, sondern „die Liebe zu Gott und den Menschen“, wie es heute in der HAZ zu lesen war.

Ihr Einsatz für Hilfsbedürftige im Jemen wird von den islamischen Geistlichen dort gewürdigt, die Ermordung der jungen Frauen scharf verurteilt.

„Alles, was ihr tut, mit Worten oder mit Werken, dass tut alles im Namen Jesu und dankt Gott, dem Vater, durch ihn!“

Mein Alltag hier im ruhigen hannöverschen Umland ist wenig spektakulär, ich laufe nicht Gefahr, meines Glaubens wegen ermordet zu werden, allenfalls handel ich mir ein spöttisches Lächeln von denen ein, die meinen, Christentum sei heutzutage nur noch etwas für alte Frauen oder Spinner. Ich falle aber auch nicht besonders auf als „Nachfolgerin Christi“, nicht in meinem alltäglichen Trott. Sicher, meine Schüler fragen schon mal nach: „Glauben Sie an Gott, Frau Rika?“ und natürlich gebe ich dann bereitwillig Auskunft.

Werde ich wahrgenommen als eine, die „im Namen Jesu“ unterwegs ist in einem ganz normalen Leben? Reicht es aus, einfach nur unterwegs zu sein in der Zuversicht des Glaubens an Jesus Christus?

Ich kann, denke ich  – gerade angesichts der Tragödie im Jemen – die Ermutigung für mein Leben in diesem Vers finden:   Das „Alles“ meint wirklich mein ganzes Leben, das Besondere wie das Unspektakuläre. Ich muss mich nicht mit einem Schild um den Hals auf den Kröpke in Hannover stellen um Jesus zu bezeugen, muss keine missionarischen Großeinsätze machen, um dem „Alles“ zu entsprechen.

Doch wenn einer  „im Namen Jesu“ sich auf den Kröpke stellt oder in den Jemen oder nach Uganda geht, in den Kongo oder zu den Uiguren, tut er das nicht  „auf eigene Rechnung oder eigenes Risiko“  –   er tut es, weil Jesus „Alles“ ist, was das Leben ausmacht!

So wünsche ich den Angehörigen und Freunden, den Kommilitonen und den Gemeindemitgliedern der Ermordeten und allen, die mit ihnen „im Namen Jesu“ unterwegs waren und sind, dass sie in diesem Bewusstsein Trost  und Ermutigung erfahren  und über den Tod der beiden jungen Frauen  hinaus sagen können „und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!“   – nicht als billige Vertröstung, sondern als die spürbare Erfahrung der Gegenwart Jesu in ihrem Leben, gerade jetzt, gerade angesichts eines unbegreiflich scheinenden Todes zweier Menschen  – Anita und Rita –  die mit Jesus unterwegs waren.

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Kommentare»

1. theomix - 17. Juni, 2009

„Ja und Amen“ sage ich zu diesem Beitrag. Danke! Es ist eine Mischung von Radikalität und heißem Herzen, die mir hier sehr gut tut. Bei manchen anderen Beiträgen fällt es mir schwerer, auch, etwas dazu zu kommentieren. Und trotzdem, wegen dieser Mischung möchte ich diesen Blog nicht missen.

2. Blond - 17. Juni, 2009

Amen !
Diesen Beitrag empfinde ich als sehr wohltuend – auch dies ist christliche Lehre umsetzen ins Alltägliche – Danke !

3. Rika - 20. Juni, 2009

Ich habe die weiteren Kommentare in einen neuen Beitrag kopiert, weil die Diskussion (die ich selber dummerweise angezettelt habe) dort besser aufgehoben ist als hier.

Neuer Ort: hier

4. Anteilnahme und Verständnis? « himmel und erde - 11. April, 2011

[…] Tod – zumindet der beiden deutschen Frauen – löste in Deutschland sehr unterschiedliche  […]


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