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Leider verpasst … 29. Juli, 2009

Posted by Rika in aktuell.
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… und hier und heute nachgeholt,

das rechtzeitige Erinnern an

Hilde Domin, die am 27. Juli 100 Jahre alt geworden wäre.

Auf der Rückfahrt aus dem Urlaub hörten wir am Montag, 27. Juli,  im Deutschlandfunk ein kurzes Porträt zu Ehren Hilde Domins anlässlich ihres 100. Geburtstages, den sie selbst nicht mehr erlebt hat.  Beeindruckend die Passage in der sie selbst berichtet, wie sie als noch junge Frau ihre Eltern Anfang der Dreissiger Jahre davon überzeugt hat, dass sie als Juden in Deutschland nichts Gutes zu erwarten hätten und sie deshalb drängte, ihre Heimatstadt Köln zu verlassen und lieber  die „Armseligkeit“  im Ausland in Kauf zu nehmen als das Schicksal der europäischen Juden zu erleiden, das sie klug und weitsichtig, wenn auch nicht in dieser unvorstellbaren mörderischen Konsequenz,  voraus sah. Leider konnte ich keine Internetausgabe des Beitrags im DLF finden, wohl aber das „Kalenderblatt“ des Senders, das   ebenfalls Hilde Domin gewidmet war.

Ich liebe ihre Gedichte und weiß doch selbst zu wenig über sie, als dass ich   einen  eigenen ausführlichen  Beitrag  über sie schreiben könnte. Eine Würdigung ihres  Lebens und Werkes  findet sich in den „Zeitzeichen“ … ein weitgehend guter Text, sieht man davon ab, dass allzu schnell und oberflächlich mit der „unheilvollen Entwicklung“ in Deutschland, wie es im Text heißt, umgegangen wird und Ilka Scheidgen es nicht für nötig erachtet, das „Unheilvolle“ mit einigen Sätzen näher zu beschreiben.

Das Gedicht, durch das ich auf die Lyrikerin aufmerksam wurde:

Ziehende Landschaft

Man muss weggehen können
Und doch sein wie ein Baum
Als bliebe die Wurzel im Boden
Als zöge die Landschaft und wir stünden fest
Man muss den Atem anhalten
Bis der Wind nachlässt
Und die fremde Luft
Um uns zu kreisen beginnt.
Bis das Spiel von Licht und Schatten
Von Grün und Blau
Die alten Muster zeigt
Und wir zu Hause sind
Wo es auch sei
Und niedersitzen können und uns anlehnen
Als sei es an das Grab unsrer Mutter

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Kein Nachkommen … 28. Juli, 2009

Posted by Rika in meditatives.
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Nein, ich werde es nicht schaffen über alle die Dinge und Themen zu schreiben, die sich während meiner netzlosen Urlaubszeit angesammelt haben.

Nach den intensiven Tagen in Portugal mit ihrer Fülle an Eindrücken, Licht, Sonne, Wärme, Begegnungen und Erfahrungen haben wir noch ein paar Tage in Spieka verbracht, in dem heimelig-schönen Ferienhaus der Freunde. Erholsame Tage, ruhig und unaufgeregt, auch dank des Wetters, das überwiegend trüb, nass und windig war und auf den ersten Blick äußerst unfreundlich zu sein schien, bei näherem Hinsehen aber gerade das Maß an Erholung gewährleistete, das ich so dringend brauche… Ruhe … Stille … Zeit, zur Besinnung zu kommen und  Abstand von allen Belastungen zu gewinnen…

Ich merke, wie gut es mir getan hat, mich nicht auf jedes Thema zu stürzen, mich nicht in alle möglichen Debatten und Diskussionen einzumischen, mir nicht den Kopf zu zerbrechen über die Dinge des Lebens, die ich ohnehin nicht in der Hand habe, meinen Ängsten und Befürchtungen keinen Raum zu geben und mich nicht an den Spekulationen über das Wohl und Wehe unserer globalisierten Welt zu beteiligen oder den Aufgeregtheiten der Politiker und deren medialen Sprachrohren über Gebühr aufmerksam zu lauschen…

Gelesen habe ich und gestrickt, hab dem Regen und dem Wind zugesehen …

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und der Sonne bei ihrem abendlichen Bad im Meer – sofern es die Wolken zuließen…

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…  und habe sie gezählt, die Wolken über den Wiesen am Siel …

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„Weißt du, wieviel Wolken ziehen?“ …

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und die stille Menschenleere des Watts vor Dunen genossen …

Dankbar…!

Lissabon…Portugal…Urlaub… Teil II 16. Juli, 2009

Posted by Rika in familie.
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…  oder auch „Linie 28“

Das Fado-Zimmer bescherte uns eine ruhige, wenn auch ziemlich warme Nacht, die in den frühen Morgenstunden durch Lärm und Getöse unten auf der Straße jäh beendet wurde. Ganz offensichtlich waren Müllwerker damit beschäftigt, Abfalltonnen zu entleeren und den Dreck der Straße zusammen zu kehren.

Es ist angebracht an dieser Stelle einen kleinen Einschub zu machen über die auffällige Sauberkeit in Lissabons Straßen der Altstadt, den Bahnhöfen und U-Bahnstationen! (Wenn ich das so mit Hannover vergleiche, dann kommt Hannover ganz, ganz schlecht weg.)   Angebracht ist auch zu erwähnen, dass die Straßen und Gassen der Altstadt gepflastert sind, nicht einfach so grau in grau, sondern mit vielfältigen Ornamenten und geometrischen Mustern versehen….

DSCI0010Es läuft sich gut auf dem Pflaster und die Hitze staut sich in und über den Steinen weniger als  bei vergleichbarem Asphalt… und außerdem sieht es einfach schöner aus!

Nachdem ich also im Dämmerzustand des Halbschlafs festgestellt hatte, dass die Müllwerker aktiv waren und mir auch bewusst geworden war, dass ich URLAUB hatte und keine Notwendigkeit bestand, aufzustehen, drehte ich mich beruhigt auf die andere Seite und schlief selig weiter bis der Liebste mich weckte und fragte, ob ich Lust auf Frühstück hätte und meinte, dass ich,  wenn ja, nun aufstehen müsse, andernfalls würden wir wohl nichts mehr bekommen, die Frühstückszeit war nämlich schon weit fortgeschritten.

Es zeigte sich aber, dass die meisten der Hostel-Gäste ihre ganz private Frühstückszeit in die letzte Phase der offiziell im Hostel angeboten Zeit verlegt hatten und ein immer noch munteres Treiben und mehrsprachiger reger Informationsaustausch über dies und das in der Lounge herrschte – wir waren genau richtig!

Voller Tatendrang zogen wir nach dem guten Frühstück los, die Stadt zu erkunden. Mir kam es sehr zu Gute, dass der Liebste sich schon zu Hause akribisch auf die Reise vorbereitet hatte, mit mehreren Reiseführern bestens ausgestattet war und auch schon einige Vorschläge parat hatte, was in der doch begrenzten Zeit unseres Aufenthalts in Lissabon angeschaut und unternommen werden könnte, zumal Tobias noch mit Klausuren beschäftigt war und als Reiseleiter nur bedingt zur Verfügung stand.

Geradezu ein MUSS für Touristen in Lisboa ist eine Fahrt mit der legendären Straßenbahn der Linie 28.

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Was daran so besonders ist?

Sie ist altmodisch und aktuell zugleich, Verkehrsmittel und Touristenattraktion, bietet Sightseeing und Transport, befördert müde und unternehmungslustige,  alte und junge Menschen, Einheimische und Besucher aus aller Welt.Denn sie fährt eben nicht nur für Touristen, sondern in erster Linie immer noch für die ganz normalen Bewohner der Altstadt quietschend und kreischend durch  enge Gassen und noch engere Kurven, hügelauf und wieder hinab, mit einem abenteuerlich anmutenden Mindestabstand zu Hauswänden und geparkten Autos…   gewährt dabei im Vorbeifahren tiefe Einblicke in den ganz normalen Lissaboner Alltag …

DSCI0247… und erreicht trotz Enge, Kurven und diversen Verkehrshindernissen doch eine erstaunliche Geschwindigkeit…

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Der Fahrer – die Fahrerin hat  Verkehr und Passagiere fest im Blick, bleibt auch im dichtesten Gewühle vollkommen gelassen wie in dieser Situation…

DSCI0088– Bahn und Bus begegnen sich in der engen Straße kurz unterhalb der Se, kommen ohne aufwendiges Rangieren des Busses in der engen Kurve  nicht aneinander vorbei, hinter der Bahn ein langer, langer Stau, Autofahrer hupen wild,  hilfreiche Leute gestikulieren und versuchen das Chaos zu entzerren … irgendwie gelingt das Rangiermanöver, Bus und Bahn fahren im Millimeterabstand aneinander vorbei … Kein Problem! –

…  und bedient die Kurbel, wie ich es noch aus Kindheitstagen in Erinnerung habe  … wobei ich bis heute nicht wirklich  weiß, was die Kurbelei auslöst, bremsen, fahren?

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Die Fahrgäste sind etwas lockerer heutzutage was die Kleidung angeht und auch im Umgang miteinander, darin unterscheidet sich das Publikum der 28 wohltuend von den gestressten Menschen, die in den schnellen Zügen sitzen und von den Alten damals, die mir als Kind alle so schrecklich streng vorkamen…

Fehlt in dieser herrlich alten Bahn  eigentlich nur der Schaffner mit dieser wunderbar altmodischen Kasse, die an einem Riemen vor seinem Bauch baumelt und die auf Knopfdruck das Wechselgeld ausspuckt …

… wobei ich hier einen weiteren Einschub machen und einen kleinen Lobgesang anstimmen möchte auf das günstige Preissystem der Verkehrsbetriebe und die moderne Form der Fahrkarten, kann man doch an vielen Stellen in der Stadt Karten mit einer bestimmten Geldmenge „aufladen“ und dann in Bus und Bahnen bequem elektronisch bezahlen, indem man die Karte an ein entsprechendes Lese-Abrufsystem hält. Schwarzfahrer scheint es nicht zu geben,  Kontrolleure, wie sie in Hannovers Bahnen ständig anzutreffen sind,  haben wir nicht erlebt…  und in der 28 schon gar nicht!

Überhaupt ist diese Bahn  fast genau so, wie ich die Straßenbahn als kleines Mädchen in meiner Heimat kennen gelernt hatte, vielleicht etwas kürzer die Wagen (der engen Kurven wegen) und die Fenster lassen sich  vollständig öffnen, was in der schwülen Sommerhitze ganz angenehm für Durchzug sorgt!   Das war in der alten „Elektrischen“, wie meine Großmutter das Gefährt nannte, das von Iserlohn über Letmathe und Hohenlimburg bis nach Hagen fuhr, nicht so…   Also  Nostalgie pur, diese wunderbare Straßenbahn,  aber  heute noch nützliches  Verkehrsmittel, das quer durch das alte Lisboa fährt  –   und so wundert es mich nicht, dass auch diese schöne alte Bahn  „Eléctrico“ genannt wird.

Natürlich fahren auch wir mit der 28,  von der Baixa bis zur Endstation Prazeres  und wieder zurück zum Martin Moniz und noch einmal bis in die Baixa  …   steigen aus und wieder ein, besichtigen quasi unterwegs den Garten Estrela und am Endpunkt den imposanten  Friedhof, dann, fast am anderen Ende Kirche und Kloster Sao Vicente de Fora samt  großartigem Treppenhaus und Wandelgängen, die mit den berühmten „Kacheln“ den „Azulejos“ gefliest sind und so  Szenen der griechischen Mythologie ebenso darstellen wie Motive aus der Bibel oder die Fabeln Fontaines, sehenswert auch die Ausstellung und erholsam das  gemütliche  Cafe. Wir  statten auch dem Panteao Nacional einen Besuch ab – von deren Aussichtsterrasse ein atemberaubender Rundblick über Stadt und Tejo geboten wird –  und der  Se, wandern  durch die Gassen der Alfama und … und  … und sind begeistert!

Es fahren auch  die schnellen und supermodernen Straßenbahnen in Lissabon, allerdings nicht hügelan und -ab und schon gar nicht durch die engen Gassen  und sind daher ziemlich langweilig für Straßenbahn erfahrene Leute!

Ich könnte einen seitenlangen Bericht schreiben und würde doch nur ein Bruchteil dessen beschreiben, was es rechts und links der Linie 28 und den Vierteln, durch die sie fährt,  zu sehen und zu entdecken gibt…  es würde aber den Rahmen meines Blogs sprengen…

Für mehr Infos: Einen kurzen und anschaulichen Bericht übr die 28 fand ich hier!

Lissabon … Portugal … Urlaub ….. 15. Juli, 2009

Posted by Rika in familie.
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Urlaub! Endlich!

So urlaubsreif wie in diesem Jahr habe ich mich selten gefühlt und so gingen meine Vorstellungen von Urlaub in Portugal vor allem in eine Richtung: Ausruhen, ausruhen, ausruhen! Am besten an einem gemütlichen Plätzchen mit Meerblick, Meer ist für mich nämlich DAS große und entscheidende  Mehr an Entspannung, das erst einen „richtigen“  (Erholungs)Urlaub ausmacht.

Einigermaßen müde kamen wir in Lissabon nach einer im Verhältnis zur eigentlichen Flugzeit doch langen  Reise an: das  frühe Aufstehen   zu Hause  – um 7.25 h ging der Flieger von Hannover aus -,  das Umsteigen in Paris, verbunden mit langer Wartezeit von 3 1/2 Stunden, das alles  hatte uns ein bisschen geschlaucht, umso schöner und belebender war das Wiedersehen mit Tobias, der ja schon seit Anfang Februar in Lissabon ist.

Vom Flughafen aus ging es mit dem Shuttle-Bus ins Zentrum der Altstadt und ein paar weitere Meter zu Fuß zu unserem Quartier, das Tobias für uns ausgesucht und gebucht hatte, einem wunderbaren Hostel in der Baixa (Lissabons Unterstadt), in dem er selbst während der ersten drei Wochen in Lissabon und in der Phase der Wohnungssuche gewohnt hatte.

Wer jung oder noch einigermaßen jung geblieben ist,  Lust auf viele nette junge Leute aus der ganzen Welt hat und mühelos per Treppe den Höhenunterschied von insgesamt 5 möglichen altbauhohen Etagen bewältigen kann, dem sei das  „living-lounge-hostel“ empfohlen: Inspirierendes Design, witziges Details, eine unglaublich nette Crew und blinkende Sauberkeit dank der unermüdlich wischenden und säubernden freundlichen Damen an der Wischfront, nicht zu vergessen die schmackhaften Abendmahlzeiten, die man – sofern man sich dazu im Laufe des jeweiligen Nachmittags angemeldet hat –  in lebhafter Runde einnehmen und genießen kann…  sehr empfehlenswert!

Nach Einchecken im  „llh“ und kurzer Pause wanderten wir durch enge Gassen und über zahlreiche Treppen ins „Bairro Alto“, dem Altstadtviertel in dem Tobias wohnt …

… mit einer kurzen Verschnaufspause an einem der schönsten Aussichtspunkte Lissabons, dem „Miradouro San Pedro de Alcantara,   der einen wunderbaren Blick über einen Teil der Altstadt bietet,  bis in „seine“ Gasse …

DSCI0018…   der Hauseingang in der „RUA DOS MOUROS“ …

Irgendwie hatte ich von Lissabon nicht wirklich die Vorstellung von einer Stadt, die gleich Rom auf sieben Hügeln gebaut ist… trotz Reiseführer, wohlgemerkt, von dem ich es doch hätte wissen können.   Vermutlich prägt die eigene Umwelt nicht unerheblich das Bewusstsein hinsichtlich der (unbewussten)  Erwartungen an eine Umgebung!  Jedenfalls brachten mich das Auf und Ab der Lissaboner Straßen und Treppen ganz schön ins Schwitzen – bin halt nichts Gutes gewohnt und dem Sport ziemlich entwöhnt…   Das soll sich natürlich ändern, muss es auch, weil ich ja im Winter wieder Skifahren will….!

Wir hätten statt der Treppen und Gassen auch den berühmten „Elevador de Santa Justa“ nehmen können, der den Höhenunterschied von der Baixa über den  Chiado ins Bairo Alto in kurzer senkrechter Fahrt mühelos überwindet, aber wir wollten unsere Erfahrungen  nicht über das „Erfahren“  mit Hilfe eines Aufzugs machen (meine männlichen Familienmitglieder und Begleiter jedenfalls nicht…), und so blieben auch mir nur die Treppen, um auf die obere Plattform des Elevadors zu gelangen…

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…   von der aus man einen schönen Blick auf Altstadt und Tejo hat!

(Von dort aus ging es weiter über den Miradouro zu Tobias Wohnung (s.o.))

Ja, die Wohnung … sie ist wirklich sehr klein   und sein Zimmer winzig, so dass der Satz: „Raum ist in der kleinsten Hütte“, der ja auch besagt, dass immer irgendwie doch mehr Platz ist, als man braucht, eine Ergänzung erfahren müsste: „für mich“, denn  sein Zimmer bietet neben Bett, kleinem Schreibtisch samt Stuhl und den hängenden ikea’schen Aufbewahrungsboxen kaum Platz um  eine Iso-Matte auszulegen … 😉  geschweige denn den  schon etwas älteren elterlichen Herrschaften  als Herberge zu dienen  und so kann ich Tobias leise Neidgefühle gut nachvollziehen, aber auch, dass er sich sehr wohl fühlt dort oben über den Dächern. Daniels Zimmer ist noch winziger als Tobias und auch das Wohnzimmer ist mehr ein Zimmerchen und alles hat den unverwechselbaren Charme studentischen Lebens …  das weckt in mir leise Erinnerungen und auch so etwas wie ein  ganz klein bisschen  Neid… absurd, ich weiß!  (Neben den leisen Wehmuts- und Neidgefühlen, die mich angesichts der Studentenbude beschlichen, empfand und empfinde  ich Stolz auf meinen Sohn! Du kriegst es gut geregelt, Tobias!)

Reise, Treppensteigen und durch enge Gassen laufen macht hungrig.  Wir hatten keine Vorbestellung für das Hostel-Abendessen abgegeben. An diesem ersten Abend sollten wir nach Tobias Vorschlag in einem der typischen Straßenrestaurants essen. Man muss sich das ungefähr so vorstellen:

Tagsüber ist eine schmale Treppen-Straßen-Gasse einfach nur ein Verkehrsweg für Fußgänger (in den treppenlosen Gassen oftmals  auch Einbahn- „Straße“  für Autos!) und nichts deutet dem Ahnungslosen an, dass er dort ab ca 18.00h im Freien sitzen, essen, klönen und das Leben genießen kann; einzig die in stärker abfallenden Gässchen seitlich angebrachten, fast waagerechten Minipodeste könnten Vermutungen darüber erlauben, dass diese nicht zum Abstellen  der Einkaufstasche während einer kurzen Rast gedacht sind…

Und so saßen wir dann in einer schmalen Treppenstraße mit Blick auf das auf dem gegenüberliegenden Berg trutzende  „Castelo de Sao Jorge“

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in der schon kühler werdenden  Abendluft,  tranken Bier und Wein,

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und aßen – ebenfalls auf Empfehlung – Bacalhau in einer der 365 verschiedenen Zubereitungsarten … 😉   die  laut Reiseführer die portugiesische Küche zu bieten hat. Eine gute Entscheidung, wie sich beim Essen herausstellte. Nie hätte ich gedacht, dass etwas, das einen so wenig Appetit anregenden Namen wie „Stockfisch“ hat, so lecker sein könnte. Übrigens haben wir noch etliche Male und auch im Hostel Bacalhau gegessen, ich könnte glatt alle 365 Varianten ausprobieren…

Wir klönten und erzählten bis es schließlich ganz dunkel war und wir den Weg zum Hostel antraten…  in unser sehr spezielles  „Fado-Zimmer“ …

(Alle Zimmer des Hostels tragen  entsprechend ihrer Gestaltung Titel  – wie Kunstwerke, als die sie ja auch betrachtet werden können!  „Unser“ Zimmer war  der berühmten portugiesischen Fado-Sägerin Amalia Rodrigues gewidmet…)

-kleine  Pause, Bericht wird fortgesetzt!

Und zwar hier: Lissabon – Portugal Teil II

So eine dumme Überschrift… 13. Juli, 2009

Posted by Rika in aktuell.
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… im Verhältnis zum Artikel selbst habe ich lange nicht gelesen!

Da schreibt Spon lang und breit über den neuen Vertrag zu „Nabucco“ – womit natürlich nicht die gleichnamige Oper gemeint ist, sondern ein neues Pipeline-Projekt –  und er titelt den Artikel geradezu übermütig (folgt man den weiteren Ausführungen) mit  „Europa emanzipiert sich vom russischen Gas“.    „Toll! Klasse, prima!“, mag man da denken, „Emanzipation ist etwas Wunderbares“, mag man glauben. In meinem früheren Leben an einer hessischen Sonderschule habe ich zur zweiten Lehrerprüfung als pädagogisches Thema „Erziehung zur Emanzipation“ gewählt, was damals vor über 30 Jahren ungeheuer fortschrittlich war 😉  , meinen Schulrat aber auch zu der Bemerkung verleitete, dass streng genommen die Übersetzung aus dem Lateinischen nichts anderes bedeutete, als „aus der Hand geben“, womit die alten Lateiner in erster Linie die Entlassung eines Sohnes oder eines Sklaven aus der väterlich-hausherrlichen Verfügungsgewalt  in die Selbstständigkeit meinten! (Die Emanzipation des Mädchens / der Frau hatte damals wohl noch keine Mensch im Sinn!)

Nun kann und wird es in der Pädagogik ja durchaus sinnvoll sein, dass man Kinder und Schüler „aus der Hand gibt“, sie ermutigt, ermuntert und dazu befähigt, das Leben in die eigene Hand zu nehmen, und auch in anderen Felder des Lebens und des Umgangs mit Problemen ist die Übernahme von Verantwortung für das, was im eigenen Zuständigkeitsbereich liegt, sicher sehr empfehlenswert. So gesehen mag auch die Emanzipation vom russischen Gas sinnvoll und wichtig sein. Folgt man aber dem Spiegelartikel weiter, so erfährt man, dass zwar die Pipeline als emanzipatorischer Akt gebaut werden soll – ganz ohne Russland natürlich -, aber es noch völlig offen ist, woher denn das Gas eigentlich kommen soll.

Woher soll das Gas für Nabucco kommen? Die Europäer hoffen auf zentralasiatische Quellen, zum Beispiel aus Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan. Feste Zusagen gibt es aber nicht – zumal auch China, Pakistan und Indien großes Interesse an den zentralasiatischen Vorkommen haben.

Mit auf der Kandidatenliste für mögliche Lieferungen stehen  neben dem Iran – ja, genau DER IRAN!!! – so politisch wie wirtschaftlich zuverlässige und stabile Länder wie Turkmenistan, Kasachstan, Usbekistan.

Sicher dabei ist nur Aserbaidschan. Die Lieferungen aus dem kleinen Land dürften aber kaum ausreichen, um die Pipeline zu füllen. Langfristig soll Nabucco jährlich 31 Milliarden Kubikmeter Gas aufnehmen – Aserbaidschan kann aber vermutlich nur vier Milliarden Kubikmeter bereitstellen. Ein möglicher Partner wäre Iran – das Land verfügt über enorme Gasvorkommen. Wegen der angespannten politischen Beziehungen gilt Iran aber nicht gerade als Wunschlieferant.Immerhin: Turkmenistan kommt den Nabucco-Betreibern immer stärker entgegen. Das energiereiche Land verfügt nach jüngsten Untersuchungen von Geologen über genug Erdgas, um sich an möglichen Lieferungen nach Europa zu beteiligen. Das habe der turkmenische Präsident Gurbanguly Berdymuchammedow in der Hauptstadt Aschchabad gesagt, meldete die Agentur RIA Nowosti am Samstag.

Da freut man sich doch über die gelungene Emanzipation von Russland, kann man doch nun getrost in die Abhängigkeit sehr solider Gaslieferländer eintreten. (Das mit der Hintertür, der in beide Richtungen möglichen Lieferungen – der Spiegel meint, es könne ja auch Gas aus Norwegen nach Usbekistan geliefert werden, oder so ähnlich -, ist doch einfach nur Augenwischerei, die die extrem hohen Kosten für den Bau der Pipeline als „Geschäft“ erscheinen lassen soll oder kann!)

Aber es  geht mir in diesem Beitrag nicht in erster Linie über die überaus schwierigen und komplizierten Versuche, die Energieversorgung der Zukunft zu sichern – z.B. wäre es ja auch eine Art von Emanzipation, alternative Energiekonzepte mit den Unsummen zu fördern, die diese Pipeline kosten soll, von der man ja nicht mal sicher zu wissen scheint, ob jemals Gas durch die dicke Röhre fließen wird -,  es geht mir um die Redlichkeit in der Berichterstattung und darum zu zeigen, wie mit Worten jongliert wird, um eine positive Stimmung zu erzeugen, völlig unabhängig davon, ob Schlagworte mit  Inhalt und Gehalt der eigentlichen Aussagen kompatibel sind, darum, dass eine kritische Distanz zu dem Projekt selbst nicht genügend erkennbar ist und aus welchen (politischen?) Gründen auch immer über ein Vorhaben in einer Weise berichtet wird, die die möglichen Risiken und Gefahrenquellen in der Zukunft einfach ausblendet.   Vielleicht bin ich aber einfach nur ziemlich kleinkariert und bringe nicht genug Phantasie und Begeisterung für die Emanzipation vom russischen Gas, äh, für die schlagkräftig-überzeugende Berichterstattung eines Spon-Artikels auf.

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So geht es übrigens auch!

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PS  Selbstkristisch bis zur Selbstaufgabe beschleicht mich die leise Sorge, ob denn wohl meine Überschrift zum Blog-Beitrag nicht auch … na, Ihr wisst schon….

aufzählen … 12. Juli, 2009

Posted by Rika in familie.
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Alle  die verpassten Daten, Ereignisse und Themen für einen Blogeintrag in epischer Breite nachzuholen, käme in der Länge der Diplomarbeit gleich, an der meine Studententochter zur Zeit schreibt… das aber machte Arbeit und zur Arbeit habe ich nun gar keine Lust, sind doch seit gefühlten 6 – 8 Wochen Ferien und in den Ferien arbeite ich nicht, da gehe ich nur meinen Gelüsten nach und erledige so nebenbei die Notwendigkeiten des Alltags, die ja auch in den Ferien im täglichen Trott zu bewältigen sind.

Dass das Schuljahrsende aber erst zwei  und eine halbe Woche zurückliegt, die gefühlte Zeit aber schon so viel länger währt, mag an dem ungeheuer vielfältig schönen und intensiven Urlaub in Portugal liegen, den wir bei mit unserem jüngsten Studentenkind zunächst in Lissabon – dort studiert er im Rahmen des Erasmus-Programms – und dann im Süden Portugals an der Algarve verbrachten und erlebten. Dazu schreibe ich noch ausführlich und in einem eigenen Beitrag.

Den medienwirksamen Ereignissen der letzten Wochen werde ich keine neuerliche Aufmerksamkeit schenken – die sind ausführlich beschrieben, besungen, kritisiert und beweint worden und außerdem rege ich mich bei einigen Themen so sehr auf (das merkt man dann auch meinem mitunter einseitig-bissigen Schreibstil an), dass die ganze schöne Speicherenergie, die ja bis zum Ruhestand irgendwie reichen sollte, mit einem Mal verbraucht wäre. Also kein Iran, kein China, kein Gipfel, kein Barak und auch kein Papst, Frau Merkel nicht und auch nicht die Herren und Damen der SPD, die doch so verzweifelt um den Klassenerhalt kämpfen (hätte sich Hannover 96 so ins Zeug gelegt, wären sie glatt noch Meister geworden!) und doch nur sehr trübe Aussichten auf Erfolg haben…

Eine Hochzeit haben wir gefeiert – ein Hoch auf das junge Paar, möge es glücklich bleiben solange das Leben währt und Gottes Segen mit ihm sein!

Gefeiert haben wir auch mit Freunden, einem nicht mehr ganz jungen Ehepaar,  das zusammen 140 Lebensjahre der unendlichen Statistik über Lebensalter und die damit verbundene Diskussion über Rentenhöhe und -einstiegsalter beisteuern könnte… wobei die Rente kein Thema war, sondern die Freude darüber, dass es ihnen und uns, ihren Gästen gut geht!

Erleichtert haben wir – Schülerinnen und Schüler, wie Lehrerinnen und Lehrer und alle anderen Mitarbeitern an der Schule – den letzten Schultag gefeiert, wobei vielleicht manchem Schüler nicht nach feiern zu Mute war, entsprach doch das Zeugnis so ganz und gar nicht den Erwartungen, die man in einsichtsvollen Minuten als Perspektive und Zielsetzung für das S-Jahr 08/09 (notwendigerweise) gefasst hatte.

Still und eher behutsam haben wir schließlich in der zurück liegenden Woche den Geburtstag meines Vaters gefeiert, zum ersten Mal seit ich denken kann ohne meine Mutter. Manchmal ruft er nach ihr, um dann – sich der Realität bewusst werdend – ganz still zu werden… Vor einem Jahr, als wir seinen 86. feierten, konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Mutter vor ihm gehen würde. Sie war trotz ihres schwachen Herzens so unglaublich lebendig, während der Vater schon am Lebensende angekommen zu sein schien …

Über Kinder würde ich gern müsste ich schreiben, Schüler, die ohne jede Perspektive ins Leben entlassen werden, ins Nichts und darüber, was das mit den geänderten Gesetzen zum Zwecke der Einsparung von sozialen Leistungen zu tun hat, von mangelnder Beratung durch die Arbeitsämter (nennt man die noch so?) und von der Gleichgültigkeit vieler Eltern, die schon die eigene Gegenwart und  Zukunft versoffen haben und weiter versaufen und sich einen Dreck kümmern um die, die ihnen anvertraut waren als wichtigste Aufgabe ihres Lebens! Auch das ein Thema, das mir keine Ruhe lässt und mich wütend und traurig zugleich macht und ohnmächtig und hoffnungslos!  Ich werde darüber schreiben, aber nicht heute…

Und dann gibt es noch das Gärtchen, die Blumen, Fische und Vögel, die einen Blog-Beitrag wert wären und die vielen schönen und manchmal auch nicht so schönen Belanglosigkeiten, die auch zum Leben gehören …

Später … later !

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Beim Rückflug von Lisboa nach Deutschland habe ich aus dem Flugzeug ein „Vorbeifahrbild“ gemacht – eigentlich ein Drüberfliegbild …

„Über den Wolken …“ sang Reinhard May vor mehr als 30 Jahren … „mag die Freiheit wohl grenzenlos sein…“

Im Flugzeug selbst ist die Freiheit allerdings arg begrenzt und auch das mit den Sorgen und Ängsten trifft es nicht so wirklich, aber viele der ungeheuer wichtigen Dinge werden in ihrer Bedeutung reduziert, wenn man genügend großen Abstand nimmt …

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So hat mir der Urlaub  gut getan, hat mir geholfen, den „Sicherheitsabstand“ wieder neu zu finden, der notwendig ist, um nicht in den Problemen der kleinen, ganz privaten und der großen Welt unter zu gehen …

Danke Dir,  Tobias, Du hast uns so gut beraten,  es waren  schöne Tage mit Dir und eine wunderbare Zeit !

(Bericht folgt, später … !)

… die Welt dreht sich ganz ohne mich … 9. Juli, 2009

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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… nicht, dass ich  mit einem –  wie auch immer gearteten –  besonderen Dreh zum Wohlergehen der Welt beitrüge – sieht man mal von der Chaos-Schmetterlingsgeschichte ab -,   nein, ich habe ganz einfach die wohltuende Erfahrung gemacht, dass ich zwei Wochen lang ohne den morgendlichen Radio-Input, ohne die Tageszeitung, ohne den abendlichen Nachrichtenbrei, ja, sogar ohne Internet und  BLOGS auskommen und dabei wirklich gut leben kann … zu meinem eigenen Erstaunen!

Irgendwie so ganz am Rande ist natürlich auch bis zu mir in meiner urlaubsbedingten Nachrichtenferne  die wesentliche und unübersehbar wichtige Information durchgedrungen, dass ein Prominenter verstorben sei, aber alle anderen mehr oder weniger weltbewegenden Themen waren einfach außen vor. Und nun, da ich wieder zu Hause bin, habe ich weder Lust noch Zeit, alle Defizite durch eifriges Lesen aller ungelesenen Tageszeitungen, Magazine, Blogs und sonstigen lesbaren Informationsquellen auszugleichen … beim flüchtigen Überfliegen der Lieblingsblogs war mir im übrigen schnell klar, dass ich einfach die letzten Tage informationstechnisch als gestrichen betrachten muss, denn die Nachlese würde meine ganze kostbare Zeit kosten … geht nicht und will ich nicht!

Anstelle weiterer Erklärungen hier einfach eines der  Vorbeifahrbilder, die ich in der nachrichtenlosen Zeit gemacht habe, etwas unscharf, etwas unspezifisch, einfach so ins Blaue im Vorbeifahren …

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