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Leider verpasst … 29. Juli, 2009

Posted by Rika in aktuell.
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… und hier und heute nachgeholt,

das rechtzeitige Erinnern an

Hilde Domin, die am 27. Juli 100 Jahre alt geworden wäre.

Auf der Rückfahrt aus dem Urlaub hörten wir am Montag, 27. Juli,  im Deutschlandfunk ein kurzes Porträt zu Ehren Hilde Domins anlässlich ihres 100. Geburtstages, den sie selbst nicht mehr erlebt hat.  Beeindruckend die Passage in der sie selbst berichtet, wie sie als noch junge Frau ihre Eltern Anfang der Dreissiger Jahre davon überzeugt hat, dass sie als Juden in Deutschland nichts Gutes zu erwarten hätten und sie deshalb drängte, ihre Heimatstadt Köln zu verlassen und lieber  die „Armseligkeit“  im Ausland in Kauf zu nehmen als das Schicksal der europäischen Juden zu erleiden, das sie klug und weitsichtig, wenn auch nicht in dieser unvorstellbaren mörderischen Konsequenz,  voraus sah. Leider konnte ich keine Internetausgabe des Beitrags im DLF finden, wohl aber das „Kalenderblatt“ des Senders, das   ebenfalls Hilde Domin gewidmet war.

Ich liebe ihre Gedichte und weiß doch selbst zu wenig über sie, als dass ich   einen  eigenen ausführlichen  Beitrag  über sie schreiben könnte. Eine Würdigung ihres  Lebens und Werkes  findet sich in den „Zeitzeichen“ … ein weitgehend guter Text, sieht man davon ab, dass allzu schnell und oberflächlich mit der „unheilvollen Entwicklung“ in Deutschland, wie es im Text heißt, umgegangen wird und Ilka Scheidgen es nicht für nötig erachtet, das „Unheilvolle“ mit einigen Sätzen näher zu beschreiben.

Das Gedicht, durch das ich auf die Lyrikerin aufmerksam wurde:

Ziehende Landschaft

Man muss weggehen können
Und doch sein wie ein Baum
Als bliebe die Wurzel im Boden
Als zöge die Landschaft und wir stünden fest
Man muss den Atem anhalten
Bis der Wind nachlässt
Und die fremde Luft
Um uns zu kreisen beginnt.
Bis das Spiel von Licht und Schatten
Von Grün und Blau
Die alten Muster zeigt
Und wir zu Hause sind
Wo es auch sei
Und niedersitzen können und uns anlehnen
Als sei es an das Grab unsrer Mutter

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