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Was bleibt… 3. September, 2009

Posted by Rika in familie.
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Nein, es ist nicht schön, die Wohnung sehr geliebter Menschen leer zu räumen, alle die schönen Dinge, die einem zum Teil von frühester Kindheit an vertraut sind, in Kisten zu verpacken, um sie vorläufig im eigenen Keller zu lagern, bevor man dann in der Lage ist, alles noch einmal zur Hand zu nehmen und zu entscheiden, was endgültig damit geschehen soll.

Was tut man mit Möbeln, die die Wohnung der Eltern so wunderbar vertraut und heimelig machten, wohin mit Teppichen, Sofas und Sesseln, Schränken, Lampen, Tischen und Stühlen? Was wird aus den  „Hättelkes und Tättelkes“, wie mein Großvater selig die kleinen Dinge zu bezeichnen pflegte, die keinen anderen Nutzen haben, als „schön“ auszusehen und dem- und derjenigen Freude zu machen, der / die sie ausgesucht und aufgestellt, gelegt oder aufgehängt hat.

Meine Mutter hatte ein Händchen für das Ausschmücken der Wohnung, mein Vater ein gutes Auge für Räume und die „richtigen“  Proportionen. Man kann nicht einfach so die Dinge nehmen, im eigenen Haus aufstellen und meinen, sie würden dort die gleiche Wirkung entfalten. Nein, geht nicht!

Es geht sowieso nicht, noch nicht. Deshalb die Kartons… es ist schwierig, die Dinge zu verpacken, so, als packte man das Leben der Eltern irgendwie gleich mit ein. Und dennoch hat das Packen auch etwas Tröstliches, ich tue etwas und meine Gedanken werden gebändigt, konzentriert auf Sorgfalt und Vorsicht, damit die Zeugen der Vergangenheit nicht beschädigt werden. Ab und zu, wenn die Erinnerung durch ein Buch, eine Vase, ein Bild, gar zu heftig aufsteigt, mache ich eine Pause und höre den Geschichten zu, die mir Vase, Bild oder Buch erzählen.

Gut, dass ich nicht allein bin, dass der Liebste da ist.

Am Samstag müssen wir fertig sein und die Wohnung leer geräumt. Die Gardinen dürfen hängen bleiben, die neuen Bewohner würden sie gerne übernehmen. Ich weiß noch, wie ich sie – die Gardinen natürlich –  in der alten Kasseler Wohnung abgenommen, gewaschen und dann im Stift aufgehängt habe, damit es beim Einzug für die Eltern  schon ein bisschen nach Zuhause aussieht.

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