jump to navigation

Statt Weihnachtsmann nun Väterchen Frost… ? 5. November, 2009

Posted by Rika in Allgemein.
Tags: ,
trackback

Zumindest in der Krefelder Geschäftswelt soll es „keine christlichen religiösen  Symbole“ in der „Weihnachtsdekoration geben, das schreibt RP-online –   wobei sich ja schon die Frage stellt, welche nicht-christliche Religion überhaupt Weihnachten feiert????  Buddhismus und Judentum  können es eigentlich nicht sein… ebenso wenig Konfuzianismus oder Scientology.

So nenne ich die Ankündigung der Krefelder Kaufleute einfach mal konsequent inkonsequent – oder sollte ich besser sagen inkompetent?!!!

Nun kann man ja wirklich nicht behaupten, dass der Weihnachtsmann und sein amerikanischer Kumpel mit dem rotnasigen Rentier „christliche Symbole“ seien, genauso wenig wie Tannenbaum und Adventkranz, die mehr oder weniger hübsch-kitschigen Schnickeldies,  Kerzen und Baumschmuck aus gold- und silberfarbigen Glaskugeln, samt allen Varianten die der Markt so her gibt. Allenfalls könnte man Sterne noch irgendwie als biblisch-christlich anmutendes Motiv durchgehen lassen, schließlich folgten die Hirten und Weisen einem leuchtenden Stern, der sie nach Bethlehem zur Krippe führte, auch das Engelhaar ließe ich noch gelten, sofern man davon ausgehen kann, dass die in der Bibel genannten Geschöpfe, die den großen Lobgesang nach der Verkündigung der Geburt Jesu anstimmten, tatsächlich menschenähnliche Züge und damit wohl auch Haare auf dem Kopf hatten…

Ich habe mich schon lange gefragt, was denn der all weihnachtliche Kaufrausch mit  dem Christfest zu tun hat – meinen Kindern habe ich erklärt, wir machten uns gegenseitig Geschenke aus Freude über die Geburt Jesu. Aber wieso feiern Menschen Weihnachten, die mit Jesus gar nicht zu tun haben wollen und auch sonst mit Gott, Bibel und Kirche nichts an der Backe haben?

Gut, man könnte sagen, Weihnachten sei das Fest der Liebe und der Familie – aber wie fragwürdig das ist, wird in vielen Familien in jedem Jahr aufs Neue durchlitten und durchlebt, wenn man statt in trauter Runde in wüstem Streit den „Heiligen Abend“  feiert!

So gesehen könnte ich mir durchaus vorstellen, auf den ganzen weihnachtlichen Rummel zu verzichten und ein Wintermärchenfest zu zelebrieren, die Geschäftswelt könnte völlig unabhängig von allen christlich-biblischen Gründen und Motiven ein gigantisches Fest des Kommerz organisieren, niemand käme mehr in die Verlegenheit, über den Hintergrund oder Inhalt des christlichen Festes Auskunft geben zu müssen.

Und wenn man ohnehin nicht so genau weiß, was in der Heiligen Nacht geschah, könnte man sogar die allermeisten Weihnachtsschnulzen in Endloschleifen verkaufsfördernd zum Besten geben: Oh Tannenbaum,  Leise rieselt der Schnee, Jingle Bells und obendrein den Schneewalzer – der würde doch zu einem Wintermärchenfest perfekt passen.

Und dann könnte der ganze Winterfestvorbereitungsrummelverkauf auch schon problemlos im August beginnen, ohne dass die Bischöfin und ihre Glaubensschwestern und Brüdern mit erhobenem Zeigefinger mahnen:

Advent ist im Dezember! Denn ohne Christfest auch keine Adventszeit, ganz einfach!

Auch für unsere moslemischen Mitbürger gäbe es dann endlich keinen Anlass mehr, dem größten Kommerzfest des Jahres ablehnend gegenüber zu stehen, sie könnten ohne Not die winterfest-hell erleuchteten Innenstädte besuchen, auf den Winterfestmärkten alkoholfreien Glühwein genießen und sich ohne koranisch begründete Bedenken mit allen Sinnen dem Kaufrausch hingeben, dem das christliche Abendland im Namen von Jul, Santa Klaus,  Weihnachtsmanns und allen anderen „christlichen“ Persönlichkeiten  schon seit Jahren verfallen ist.

So hat wohl auch Herr Greve, Vorsitzender der Krefelder Werbegemeinschaft gedacht und sich überlegt, wie er die moslemischen Mitbürger am Kassenklingeln beteiligen kann.

„Schließlich hat ein großer Teil der Bevölkerung keine Antenne mehr für die Religion oder ist nicht-christlichen Glaubens.”

Die religionslosen Mitmenschen oder bekennenden Atheisten hat die „christliche“  Weihnachts-Dekoration wohl noch nie davon abgehalten, sich weihnachtlichen Genüssen hinzugeben und die Kassen klingeln zu lassen. Und die meisten der mir bekannten religiösen Minderheiten waren in der Vergangenheit souverän genug, über die Weihnachtshysterie hinweg zu sehen, ohne Schaden an Leib und Seele zu nehmen und sich ihren eigenen religiösen Festen mit Freuden hinzugeben.

Das  Argument

„Religiöse Motive gehören in die eigene Wohnung oder in die Kirche, nicht aber in die Geschäfte”,

kann ich absolut mittragen, weil es in meinem Augen schon ziemlich würdelos ist, wenn „religiöse Motive“ als Kaufanreiz dienen, das hat schon beinahe etwas Blasphemisches.

Da aber Weihnachtsmann und Tannenbaum, Nikolaus und selbst der schönste Adventkranz keine ursprünglich religiösen Motive sind, könnte man konsequenter Weise auf sie als Werbemittel zum Anheizen der Kauflust verzichten und –  wie weiland die UdSSR und in ihrem Gefolge auch die DDR  –  Väterchen Frost und Prinzessin Schneeflocke  zu symbolträchtigen Verkaufsanreizen pushen.

Wenn ich bedenke, dass irgendeine superwichtige Eu-Kommision Kreuze in Klassenzimmern verboten hat und man in England auf das Versenden von Weihnachtspostkarten in offiziellen Ämtern zugunsten der nicht-christlichen Mitarbeiter und Staatbürger verzichtet, sollte man vielleicht  in unserer ohnehin nicht mehr ganz so christlichen Gesellschaft auf alle  christlichen Symbole im öffentlichen Raum verzichten (wie man  ja schon damit begonnen hat, Straßenkreuzungen in Kreisel umzubauen).    Die Kirchen könnte man doch umwandeln und zu dem machen, was die Kaufhäuser und Fußballstadien schon lange sind: Zum Tempel einer ungebremst agierenden Konsum- und Spaßgesellschaft.

So würden wir in Deutschland und in ganz Europa endlich zu einem religiös neutralen Gebiet, in dem sich alle Menschen gleichermaßen beheimatet fühlen können.  Bliebe noch  die Frage zu klären, ob ein halber Mond ein religiöses Symbol ist und wie man mit den so bezeichneten Gebäuden künftig umzugehen gedenkt. Und ob Kopftücher einfach nur modisches Beiwerk oder Ausdruck tiefempfundener Frömmigkeit sind….

Wobei Kopftücher bei Wintermärchenfesten ja durchaus angebracht sein können  –   der Kälte wegen!

Es lebe Väterchen Frost!

Gefunden habe ich den Hinweis auf die Krefelder Visionen bei achgut.

Advertisements

Kommentare»

No comments yet — be the first.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: